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Prof. Dr. 'Thome’s
Flora von Deutschland,
Österreich und der Schweiz.
Dritter Band.
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£ Alle Rechte vorbehalten.
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Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland,
Österreich und der Schweiz.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
Band III.
Mit ı43 Tafeln in Farbendruck.
LIBRARY
NEW YORK
BOTANICAL
22
Gera, Reuss j. L.
Friedrieh von Zezsch witz.
Verlag „Flora von Deutschland“.
1905.
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Inhaltsverzeichnis.
Rosaceae, Rosengewächse
Leguminosae, Hülsenfrüchtler
Geraniaceae, Geraniengewächse
Oxalidaceae, Sauerkleegewächse .
Tropaeolaceae, =
Linaceae, Leingewächse .
Zygophyllaceae, J laligewächse.
Rutaceae, Rautengewächse
Polygalaceae, Kreuzblumengewächse
Euphorbiaceae, Wolfsmilchgewächse
Callitrichaceae, Wassersterngewächse .
Buxaceae, Buchsbaumgewächse
Empetraceae, Krähenbeerengewächse
Anacardiaceae, Balsamgewächse .
Aquifoliaceae, Stechpalmengewächse
Celastraceae, Celastergewächse
Staphyleaceae, Pimpernussgewächse
Aceraceae, Ahorngewächse
Hippocastanaceae, eklig erächee
Balsaminaceae, Balsaminengewächse
Rhamnaceae, Kreuzdorngewächse
Vitaceae, Rebengewächse
Tiliaceae, Lindengewächse .
Malvaceae, Malvengewächse
Guttiferae, Hartheugewächse .
Elatinaceae, Tännelgewächse .
Tamaricaceae, Tamariskengewächse
Cistaceae, Sonnenrosengewächse
Violaceae, Veilchengewächse .
Cactaceae, Kaktusgewächse
Thymelaeaceae, a ee Bohre \
Elaeagnaceae, Ölweidengewächse
Lythraceae, Weiderichgewächse .
Punicaceae, Granatgewächse
Myrtaceae, Myrtengewächse
Onagraceae, Nachtkerzengewächse .
Halorrhagidaceae, Meerbeerengewächse
Araliaceae: Araliengewächse .
Umbelliferae, Doldenträgergewächse
Cornaceae, Kornellengewächse
Verbesserungen
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63. Familie: Rosaceae, Rosengewächse.*)
Bäume, Sträucher oder Kräuter von verschiedenartigstem Aussehen.
Blätter wechselständig, mit freien oder dem Grunde des Blattstiels ange-
wachsenen Nebenblättern. Blüten regelmässig, meist fünfzählig, zwitterig,
selten eingeschlechtlich und mit Zwitterblüten untermischt. Kelch und
Blumenkrone (letztere fehlt mitunter) gleichzählig und abwechselnd; beide
nebst den meist zahlreichen Staubblättern dem bald flachen (Erdbeere),
bald napf-, bald krugförmigen (Rose) Rande des Fruchtbodens eingefügt.
Fruchtblätter sind 1 bis zahlreiche vorhanden; sie stehen auf dem sich
bald hocherhebenden (Erdbeere), bald tief eingesenkten Scheitel (Rose) des
Fruchtbodens; sie sind oft völlig voneinander getrennt und bilden jedes
für sich einen Fruchtknoten bez. Frucht; oft sind sie auch bis auf die
fast immer ganz freien Griffel miteinander und mit dem Fruchtboden ver-
wachsen (Apfel). Die Frucht ist sehr verschiedenartig; eine Nuss, Balg-
frucht, Beere, Steinfrucht oder eine Apfelfrucht. Viele Samen sind ihres
Blausäuregehaltes halber giftig. — Besonders häufig finden sich soge-
nannte Scheinfrüchte, d. h. fruchtartige Gebilde, zu deren Entstehung
sich Fruchtknoten und andere Blütenteile vereinigten. So ist die Hage-
butte der Rose eine Scheinfrucht, weil ihr Fleisch aus dem Rande des
Blütenbodens hervorging, während jedes in ihr sitzende Körnchen aus einem
Fruchtknoten entstand, mithin eine Frucht ist. Auch Erdbeere und Apfel
gehören hierher; bei ersterer ist die saftige, aromatische und wohl-
schmeckende Masse ein fleischig gewordenes Stück des Blütenbodens und sind
die kleinen, auf ihrer Oberfläche sitzenden Steinchen die Früchte; das Fleisch
des letzteren entstand vorzugsweise aus dem schon in der Blüte mit den
Fruchtblättern verwachsenen Blütenboden. Bei der Brombeere ist jedes
Körnchen eine Steinbeere u.s. w. — Der Same der Rosengewächse ist
eiweisslos.
Die einheimischen Arten gehören 7 Unterfamilien an:
A. Die Früchte sind zur Zeit der Reife frei, d. h. nicht von dem Blüten-
. boden eingeschlossen.
*) Die Kennzeichnung der Reihen und Familien siehe Band II Seite 4, 8 und
folgende.
Thom, Flora. III. Bd. II. Aufl. 1
> Rosaceae.
I. Es ist nur ein Fruchtblatt, mithin auch nur eine Frucht (Steinfrucht)
vorhanden. Bäume oder Sträucher mit einfachen, meist gesägt-ran-
digen Blättern. 1. Unterfamilie: Pruneae (Amygdaleae), Pflaumen-
oder Mandelgewächse.
II. Es sind mehrere Fruchtblätter und Früchtehen vorhanden.
a. Fruchtknoten mit 2 Samenanlagen. Ein Aussenkelch fehlt. Die
Steinfrüchtehen verwachsen mehr oder minder miteinander zu einer
Scheinbeere. 2. Unterfamilie: Rubeae, Brombeergewächse.
8. Fruchtknoten mit 1 Samenanlage.
a. Blüte ohne Aussenkelch. Balgfrüchtchen. 3. Unterfamilie:
Spiraeeae, Spierstaudengewächse.
b. Blüten mit Aussenkelch. Früchtchen nuss- oder steinfrucht-
artig. 4. Unterfamilie: Potentilleae, Fingerkrautgewächse.
Eine Mittelstellung zwischen der 3. und 4. Unterfamilie
bildet Dryas mit nussartigen Früchtchen, aber ohne Aussen-
kelch.
B. Die Früchtchen sind zur Zeit der Reife in dem Fruchtboden einge-
schlossen, oder die Fruchtblätter sind ganz mit dem Fruchtboden ver-
wachsen.
I. Fruchtboden zur Zeit der Reife trocken. Eine Blumenkrone fehlt
meist. Kräuter. 5. Unterfamilie: Poterieae, Wiesenknopfgewächse.
II. Fruchtboden zur Zeit der Reife fleischig. Blumenkrone meist vor-
handen. Sträucher mit unpaarig-gefiederten Blättern. 6. Unter-
familie: Roseae, Rosengewächse.
IH. Fruchtblätter mit dem Fruchtboden ganz verwachsen, eine Steinfrucht,
Beere oder Apfelfrucht bildend. Bäume oder Sträucher. 7. Unter-
familie: Pomeae, Apfelgewächse.
1. Unterfamilie: Pruneae (Amygdaleae), Pflaumen- oder Mandelgewächse.
Die hier aufgezählten Arten werden oft in die beiden Gattungen Amyg-
dalus und Prunus oder in eine einzige Prunus zusammengefasst, sodass die
folgenden Gattungen dann nur als Untergattungen gelten.
A. Stein der Steinfrucht tief grubig-runzelig.
J. Frucht saftlos, meist sammetartig-behaart, bei der Reife unregel-
mässig aufspringend. Gattung 387: Amygdalus L., Mandel.
Il. Frucht saftig, meist sammetartig- bebaart, nicht aufspringend.
Gattung 388: Persica Tournefort, Pfirsich.
Rosaceae. 3
B. Stein der Steinfrucht glatt oder fast glatt, nicht tief grubig-runzelig.
I. Frucht sammetartig-behaart. Gattung 389: Armeniaca Tournefort,
Aprikose.
II. Frucht kahl, nicht sammetartig-behaart.
a. Frucht bereift. Blätter in der Knospe gerollt. Gattung 390:
Prunus Tournefort, Pflaume.
b. Frucht nicht bereift. Blätter in der Knospe gefaltet.
a. Blüten in zwei- oder mehrblütigen Büscheln, kurz vor oder mit
den Blättern erscheinend. Gattung 391: Cerasus Tournefort,
Kirsche.
ß. Blüten in Trauben, nach den Blättern erscheinend. Gattung 392:
Padus Miller, Traubenkirsche.
Gattung 387. Amygdalus L., Mandel. (XII, 1.)
Sträucher oder kleine Bäume. Blätter in der Knospe zusammengefaltet.
Blüten meist zu 2, seltener einzeln stehend. Frucht saftlos, meist sammet-
artig-behaart, selten kahl, bei der Reife unregelmässig, zuweilen fast hülsen-
artig aufspringend, mit tief grubig- runzeligem Steinkern.
A. Blätter lanzettlich, gesägt, untere Sägezähne drüsig. Blattstiel so lang
oder länger als die Breite des Blattes. — Kelch glockenförmig. Blumen-
krone hellrosa oder weiss. Frucht eilänglich, zusammengedrückt, grün-
_ lich-braun. Stein holzig oder zerbrechlich (Krachmandeln). Blütezeit
März, April. Erstweiblich. Höhe im Süden bis etwa 6 m. Im süd-
lichen und mittleren Teile häufig angebaut und bisweilen verwildert;
im nördlichen einzeln in Gärten. (Prunus Amygdalus Baillon).. A. com-
munis L., Gemeine Mandel.*)
Besondere Formen sind:
a. Aussenfruchtschicht ganz trocken.
a. Blattstiel drüsenlos oder oberwärts drüsig. Staubgefässe unterwärts
behaart. Samen bitter, giftig, offizinell: Amygdalae amarae. Stein
holzig oder zerbrechlich. A.amaraDe Candolle, Bittere Mandel.
b. Blattstiel oberwärts drüsig. Staubgefässe nicht behaart. Same
süss, offizinell: Amygdalae dulces.
1. Blüten vor den Blättern erscheinend. Steinschale hart.
A. duleis De Candolle, Süsse Mandel.
*) Tafel 320. Amygdaluscommunis L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten-
längsschnitt; 2 Stempel; 3 Stein; 4 desgl. im Längsschnitte; 5 Same. 1 und 2 ver-
grössert. =
4 Rosaceae.
2. Blüten mit den Blättern erscheinend. Steinschale zerbrech-
lich. Amygdaluüs fragilis Persoon. Krachmandel.
ß. Aussenfruchtschicht etwas fleischig. A. eommünis X persica L.,
Pfirsichmandel.
B. Blätter lanzettlich, drüsenlos-gesägt, in einen Stiel, der meist kürzer als
die Breite des Blattes ist, verschmälert. — Kelch röhrenförmig. Frucht
rundlich, zottig, viel kleiner als die der vorigen; Stein mitunter fast
glatt. Blumenkrone rosa. Blütezeit März, April. Erstweiblich. Höhe
30 bis 125 cm. Zuweilen ın Gärten. A. Pallasiana Schlechtendal.
A. nana L., Zwerg-Mandel.
Gattung 388: Persica Tournefort, Pfirsich. (XII, 2.)
Bis 8 Meter hoher Baum mit lanzettlichen, drüsenlos-scharfgesägten,
zugespitzten Blättern. Blattstiel kurz. Blumenkrone hellrosa. Frucht kugelig,
nicht aufspringend, auf einer Seite mit einer Längsfurche, sammetartig-
behaart oder kahl. Blütezeit April. Homogam, der Bestäubung durch
mehr langrüsselige Insekten (Falter, Bienen, Hummeln) angepasst. Aus
Asien stammend und häufig, auch mit gefüllten Blüten, als Zierpflanze, an-
gepflanzt. (Amygdalus Persica L.; Prunus Persica Bentham und Hooker.)
Persica vulgaris Miller, Pfirsich.*)
Es werden 3 Abarten angebaut:
a. Aganopersica Dierbach, Weich-Pfirsich. Blätter doppelt gesägt;
Früchte sammetartig-behaart, mit weichem, leicht vom Stein sich
loslösendem Fleische.
1. Fleisch weiss: Kleiner Frühlings-Pfirsich, Weisse Magdalene,
Burdine.
2. Fleisch safrangelb: Safran-Pfirsich.
3. Fleisch purpurrot: Blut-Pfirsich.
8. Duracina Dierbach, Härtling. Blätter doppelt gesägt; Früchte
sammetartig-behaart, mit festem, sich vom Steine nicht loslösendem
Fleische.
1. Fleisch weiss: Weisser Härtling, Riesen-Pfirsich.
2. Fleisch rot: Aprikosen-Pfirsich.
y. Nueipersica Bauhin, Nektarine. Blätter einfach-gesägt; Früchte glatt.
*) Tafel 321. Persica vulgaris Miller. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten-
längsschnitt; 2 Staubblätter und Kelchblatt; 3 Kronblatt; 4 Staubblätter; 5 Stempel;
6 Narbe; 7 Fruchtknoten-Querschnitt; 8 Stein; 9 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 7 ver-
grössert.
Rosaceae. 5
1. Fleisch weiss; Muskateller-Nektarine.
2. Fleisch gelblich: Violette Früh-Pfirsisch.
Gattung 389: Armeniaca Tournefort, Aprikose. (XII, 1.)
3 bis 4 Meter hoher Baum mit breit-eiförmigen, doppeltgesägten, zu-
gespitzten, kahlen, in der Knospe gerollten Blättern. Blüten vor den
Blättern erscheinend, zu 1 bis 2 beisammenstehend, mit kurzen in den
Knospenschuppen verborgenen Stielchen. Blumenkrone weiss, mit rötlichem
Anfluge. Frucht rundlich, sammethaarig, gelb, an der Sonnenseite rot,
fleischig-saftig. Steinkern eiförmig, mit breitem, scharfem Kiele. Blüte-
zeit März, April. Homogam, meist von Bienen bestäubt. Aus dem Oriente
stammend, bei uns angebaut. (Prunus ArmeniacaL.) A. vulgaris Lamarck,
Aprikose.
Wird in mehreren Kultur-Abänderungen, die zum Teil noch in ver-
schiedene Sorten zerfallen, angebaut.
1. Blätter eiförmig. — Früchte kugelig, wallnussgross; Fleisch safran-
gelb, etwas herb: var. minor Schübler u. Martens, Möllele.
2. Blätter herzförmig.
a. Früchte nicht ganz kugelig, grösser; Fleisch safrangelb, weich, süss;
Samen bitter: var. communis Schübler u. Martens, Gemeine
Aprikose, Ananas-Aprikose, Früh-Muskateller-Aprikose.
ß. Frucht breiter, mehr rot, später reifend; Fleisch pommeranzen-
gelb; Samen süss: var. duleis Schübler u. Martens, Mandel-
Aprikose.
y. Frucht länglich, etwas zusammengedrückt; Fleisch hellgelb; Stein
flach, Samen bitter: var. persicoides Persoon, Pfirsich-Aprikose.
Gattung 390: Prunus Tournefort, Pflaume. (XII, 1.)
Blätter in der Knospe gerollt. Frucht nicht sammetartig- behaart, bereift,
Stein glatt oder fast glatt.
A. Blütenstiel kahl.
a. Frucht aufrecht. — Domiger, 2 bis 3 Meter hoher Strauch, mit
länglich-lanzettlichen, glatten, wenig behaarten Blättern. Blüten zu
1 bis 2, in einzelnen, zu zweien oder dreien stehenden Knospen.
Blumenkrone weiss. Frucht kugelig bis fast eiförmig, schwarz-blau,
blau bereift, herbe, etwa 1 cm dick. Blütezeit April, Mai. Nach-
6 ‚Rosaceae.
stäubend. An Waldrändern, steinigen Orten und in Hecken gemein.
Prunus spinosa L., Schlehe, Schlehdorn, Schwarzdorn.*)
Bei der Abart grandiflora Waldstein-Kitaibel, (P. Haus-
manni Bökel) ist der Blütenstiel etwas flaumig und die Blumenkrone
gross: Blumenblätter dreimal so lang als der Kelch.
b. Frucht hängend. — Bis 5 m hoher Baum oder Strauch mit kahlen
Blättern und Zweigen. Blüten einzeln, mit weisser Krone. Frucht
kugelig, rot, bläulich bereift. Blütezeit April, Mai. Aus dem Oriente (?)
stammend und in Gärten, namentlich im Süden des Gebietes, ange-
pflanzt. P. cerasifera Ehrhart, Kirschpflaume.
B. Blütenstiele weichhaarig.
a. Zweige sammethaarig. Früchte nickend, kugelig. — 3 bis 7 Meter
hoher Baum, seltener Strauch, mit länglichen bis eirunden, doppelt-
gesägten, unterseits behaarten Blättern. Blüten meist zu zweien, mit
weisser Blumenkrone. Frucht der wildwachsenden, dornigen Pflanze
schwarzblau, blau bereift, süss und herbe. Blütezeit April, Mai.
Schwach nachstäubend. In Gebüschen und Waldungen; selten. P. in-
sititia L., Haferschlehe, Kriechenpflaume, Spilling.
Die wichtigsten der durch Kultur entstandenen, zahlreichen, und ihrer
Früchte halber angebauten Spielarten sind:
1. Frucht an dem Stein anhaftend, nicht ablöslich.
a. Frucht schwarz, bläulich beduftet, Fleisch dunkelgelb. var.
Juliana L., Frühe schwarze Pflaume.
ß. Frucht umgekehrt herzförmig, anfangs grünlichgelb, dann gold-
gelb, auf der Sonnenseite blutrot punktiert, mit dicker, zäher Haut;
Fleisch gelb. var. Catharinea Seringe, Katharinen-Pflaume.
2. Frucht von den Steinen ablöslich.
a. Frucht violett, mit Goldpunkten, weisslich beduftet; Fleisch hell-
gelb, saftreich. var. regalis. Mart. Königspflaume.
ß. Frucht grün, an beiden Seiten abgeglattet; Fleisch grüngelb, saft-
' reich, sehr süss. var. Claudiana Persoon, Grosse Reine-Claude.
y. Frucht gelbgrün, an der Sonnenseite stark rot punktiert; Fleisch
goldgelb. var. minor. Mart. Kleine Reine-Claude.
*) Tafel 322. Prunus spinosa L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüte;
2 Blütenlängsschnitt; 3 Kronenblatt; 4 Staubblatt; 5 Fruchtknoten im Längsschnitte;
6 halbierter Stein; 7 Same; 8 und 9 Samen in verschiedenen Richtungen durchschnitten.
1 bis 9 vergrössert.
Rosaceae. 7
6. Frucht gelb, an der Sonnenseite rot punktiert; Fleisch hellgelb,
saftreich. var. cerea L., Mirabelle.
b. Zweige kahl. Früchte hängend, länglich. Bis 7 Meter hoher, meist
dornenloser Baum, mit elliptischen, gekerbt-gesägten, unterseits weich-
haarigen Blättern. Blütezeit April. Homogam. Frucht blauschwarz,
purpurrot bis goldgelb, bläulich bereift. Stammt aus dem Oriente und
wird bei uns der Früchte halber angebaut. Prunus domestica L.,
Zwetsche, Gemeine Pflaume.
Kulturvarietäten sind:
1. Frucht schwärzlich purpurrot, hechtblau beduftet, umgekehrt ei-
förmig bis elliptisch.
a. Fleisch dunkelgelb; Stein scharf zugespitzt, leicht vom Fleisch
löslich. var. germanica Schübler und Martens, Gemeine
Zwetsche.
8. Frucht grösser; Fleisch grünlich; Stein weniger leicht löslich.
var. maior Martens, Grosse Zwetsche.
2. Früchte purpurrot.
a. Frucht hechtblau beduftet, klein, länglich eirund, gegen den Stiel
geschnabelt und auf einer Seite stärker gewölbt. Fleisch gold-
gelb, saftig. var. mammillaris Schübler und Martens, Titt-
les-Pflaume, Kleine Dattelzwetsche.
ß. Frucht weiss beduftet, hellpurpur bis dunkelblutrot, umgekehrt
eiförmig, mit dicker Haut.
aa. Fleisch hellgelb, säuerlich-süss. var. imperialis Martens,
Kaiserzwetsche.
£ß. Fleisch gelb, sehr süss; Stein stark gerunzelt. var. ovoidea
Martens, Rote Eierpflaume.
3. Früchte anfangs grünlichweiss, dann goldgelb, auf der Sonnenseite
rot punktiert, elliptisch. Fleisch vom Stein nicht ablöslich. var.
aureus Martens, @elbe Zwetsche, Eierpflaume, Zipparte.
Gattung 391: Cerasus Reichenbach, Kirsche (XII, 1.)
Blätter in der Knospe gefaltet. Blüten in zwei- oder mehrblütigen,
einzelnen oder gehäuften Büscheln (Dolden), vor oder mit den Blättern
erscheinend. Früchte kahl, nicht bereift; Stein glatt oder fast glatt.
A. Blattstiel über seiner Mitte mit 2, meist nierenförmigen Drüsen. —
Oft bis 10 und mehr Meter hoher Baum, mit krautigen, etwas runzeligen,
' jung drüsig-gesägten, unterseits weichhaarigen Blättern, deren Hälften
8 Rosaceae.
meist etwas zusammenneigen. Blütenbüschel sitzend, ohne Laubblätter.
Blumenkrone weiss. Blütezeit April, Mai. Homogam. Frucht süss.
kugelig bis herzförmig, bei den wildwachsenden klein, schwarz oder
rot. In Wäldern; zahlreiche durch Kultur entstandene Abarten werden.
vielfach angebaut. (Prunus avium L.) Cerasus duleis Gärtner, Süss-
kirsche, Vogelkirsche.
Abarten sind:
1. Äste abstehend. Früchte klein, rund, weich, schwarz oder rot. var.
silvestris Dierbach, Vogelkirsche.
2. Äste aufsteigend. Früchte etwas herzförmig, weich, schwarz, rot
oder gelb. var. Juliana Schübler und Martens, Weichkirsche,
Herzkirsche.
Dahin u. a.:
a. Früchte schwarz, mit gefärbtem Saftee Schwarze Maikirsche,
Ochsenherz.
8. Früchte bunt, rotgesprenkelt oder rotbackig, mit farblosem Safte.
Blutherzkirsche, Molkenkirsche, Perlkirsche, Rote Glanz-
kirsche. |
y. Früchte gelb oder weissgelb, mit farblosem Safte; Goldherz-
kirsche, Schwefelkirsche, Wachskirsche. |
3. Äste aufsteigend. Früchte rundlich-herzförmig, mit festem, brüchigem,
etwas knackendem Fleisch. var. duraeina de Candolle, Knorpel-
kirsche.
Dahin u. a.
a. Früchte schwarz, mit blutrotem Safte. Spanische Kirsche,
Schwarze Herz- oder Knorpelkirsche.
ß. Rot oder weissgelb, rotgesprenkelt oder rotbackig mit farblosem
Safte; Zuckerkirsche, Rotgelbe Knorpelkirsche, Punktierte
Süsskirsche.
y. Früchte hell, blassgelb, ganz ungerötet, mit farblosem Saft. Bern-
steinkirsche, Kleine Wachskirsche, Kleine goldgelbe Herz-
kirsche.
B. Blattstiel drüsenlos.
a. Blätter alle gleich gestaltet. Kronenblätter rundlich. Steinkern
kugelig. — Kleiner, selten 5 bis 6 Meter hoher, Ausläufer treiben-
der Baum, mit rutenförmig hängenden Ästen und etwas lederigen,
flachen, kahlen, elliptischen oder länglichen, zugespitzten, fast doppelt-
gesägt-gekerbten Blättern. Dolden sitzend, am Grunde mit einigen
Rosaceae. 9
Laubblättern. Kronenblätter weiss. Frucht abgeplattet-kugelig, meist
dunkel- bis schwarzrot, süss-säuerlich. Blütezeit April, Mai. Homogam.
Aus Asien stammend, der Früchte halber in mehreren Spielarten
angebaut und mitunter verwildert. (Prunus Cerasus L.) Cerasus
vulgaris Miller, Sauerkirsche, Weichsel-Kirsche.*)
Hervorragende Hauptformen sind:
1. var. acida Ehrhart, Glaskirsche, mit farblosem Fruchtsafte;
2. var. austera Ehrhart, Morelle, Amarelle mit rötlichem Safte
und längeren Stielen.
Vielleicht ein Bastard C. duleisx< vulgaris ist die Süss-
weichsel-Kirsche mit aufsteigenden Ästen, süss-säuerlichen,
dunkelroten Früchten und gefärbtem Safte. Dahin u. a. die Rote
Maikirsche, Herzogs-Kirsche, Muskateller-Kirsche.
b. Blätter der Seitenknospen umgekehrt-eiförmig und abgerundet-stumpf,
die der übrigen Knospen länglich oder lanzettlich und spitz. Kronen-
blätter umgekehrt-eiförmig. Steinkern eiförmig, spitz. — 50 bis 125 cm
hoher, Ausläufer treibender Strauch. Blumenkrone weiss. Blütezeit
April. Frucht erbsengross, rot, sehr sauer. In trockenen Bergwäldern
und auf Bergabhängen; selten. (Prunus Chamaecerasus Jacquin.)
C. Chamaecerasus Loiseleur, Zwergkirsche, Zwergweichsel, Ost-
heimer Kirsche.
Gattung 392: Padus Miller, Traubenkirsche. (XII, 1.)
Blätter in der Knospe gefaltet. Blüten in Trauben, nach den Blättern
erscheinend. Steinfrucht kahl, unbereift. Stein glatt oder fast glatt.
A. Blätter abfallend. |
a. Blattstiele drüsig.
1. Blätter krautig.
a. Blattstiel an seinem Ende mit 2 bis 3 Drüsen. Blattfläche
eiförmig oder länglich, zugespitzt, gesägt. Blüten in über-
hängenden Trauben. Frucht schwarz. Steinkern netzrunzelig.
Blumenkrone weiss. — Blütezeit Mai. Stark riechend; nach-
stäubend. 3 bis 10 Meter hoher Baum oder Strauch. Rinde
giftig. An Bächen, in feuchten Wäldern und Gebüschen; zer-
*) Tafel 323. Cerasus vulgaris Miller. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten-
knospe, nach Entfernung der Kelchblätter, halbiert, um die Lage der Staubblätter
zu zeigen; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Staubblätter; 4 Stempel; 5 Frucht nach Wegnahme
eines Teiles des Fruchtfleisches; 6 Kern; 7 desgl., geöffnet; 8 Same im Querschnitt;
9 junges Blatt mit den Nebenblättern. 1 bis 4 vergrössert.
‚10
Rosaceae.
streut. (Prunus Padus L.; Cerasus Padus De Candolle.) Padus
avium Miller, Faulbaum.*)
Eine Abart mit aufrechten Blüten- und Fruchttrauben ist
die im Riesengebirge und der Schweiz vorkommende P., petraea
Tausch, Felsen-Faulbaum.
$. Blattstiel mit 3 bis 4 Drüsen. Blätter eiförmig mit feinspitzigen
Sägezähnen. Blumenkrone weiss. Frucht rot. Steinkern glatt. —
Blütezeit Mai. Aus Nordamerika stammender, in Gebirgen oft
angepflanzter Baum, seltener Strauch. (Prunus virginiana L.)
P. virginiana Borkhausen, Virginischer Faulbaum.
2. Blätter lederig-derb, oberseits glänzend, eiförmig, feinspitzig-gesägt.
Blattstiel mit 3 bis 4 Drüsen. Trauben klein, aufrecht, nickend.
Blumenkrone gelblich - weiss. Frucht schwarz. Steinkern glatt.
Blütezeit Juni. Nordamerikanischer, mitunter angepflanzter Strauch.
(Prunus serotina Ehrhart; P. virginiana Miller.) P. serotina Ehr-
hart, Spätblühender Faulbaum.
b. Blattstiele drüsenlos. — 2 bis 6 Meter hoher Strauch oder Baum mit
rundlich-eiförmigen, stumpf-gesägten, kahlen, unterseits. blaugrünen
Blättern. Blüten in einfachen, gewölbten, fast doldigen Trauben;
weiss. Blütezeit April, Mai. In Wäldern und an steinigen Orten
der Gebirgsgegenden; in Süd- und Südwestdeutschland. Liefert die
Weichselrohre für Pfeifen. (Prunus Mahaleb L.) P. Mahaleb Bork-
hausen, Weichsel, Felsenkirsche.
Immergrün. 2 bis 6 Meter hoher Strauch. Blätter lederig, glänzend,
elliptisch oder länglich-lanzettlich, mit etwas umgebogenem, scharf- und
weitläufig-gesägtem, seltener ganzem Rande. Blüten in achselständigen,
aufrechten Trauben, klein, weiss. Frucht schwarz. Aus dem Oriente
stammend, als Zierstrauch angebaut. Die Blätter sind giftig und offi-
zinell Folia laurocerasi. (Prunus Laurocerasus L.) P. Laurocerasus
Miller, Kirschlorber.
2. Unterfamilie: Rubeae, Brombeergewächse.
Gattung 393: Rubus L., Brombeere, Himbeere.
Wurzelstock verholzend, ausdauernd, meistens zweijährige Äste treibend.
Blätter selten einfach oder gelappt, meist drei- bis fünf-, seltener sieben-
zählig- und oft fussförmig-zusammengesetzt. Kelch fünfteilig. Kronen-
blätter 5; Staubblätter und Stempel zahlreich, in unbestimmter Zahl. Meist
*) Tafel 324, Padus avium Miller. A Blüten-, B Früchtzweig. 1 Blütenknospe;
2 Blütenlängsschnitt; 3 Stein; 4 desgl. halbiert. 1 bis 4 vergrössert.
Rosaceae. 11
homogam. Früchte kleine Steinbeeren, die zu einer beerenartigen Sammel-
frucht verwachsen.
Die Äste sind entweder nur an der Spitze übergebogen oder bogen-
förmig bis zum Boden herabgeneigt und an ihrer Spitze wurzelnd, oder sie
klimmen; sie sind stielrund oder kantig, kahl oder bereift, behaart, drüsen-
oder sternhaarig, borstig, drüsenborstig, nadelborstig, stachelig u. s. w.
Manche dieser Verhältnisse sind nur an den einjährigen Ästen, den so-
genannten Schösslingen, wahrzunehmen. „Man suche die Arten womöglich
im frischen Zustande zu vergleichen und mache sich Aufzeichnungen über
Wuchs, Querschnitt des Schösslings, Färbung der Blütenteile, Frucht-
kelch u. s. w. Man sammle ausser den Blütenzweigen auch Stücke von
dem mittleren Teile der Schösslinge mit einigen Laubblättern. Man achte
sorgfältig darauf, dass Schösslinge und Blütenzweige wirklich zu demselben
Stocke gehören und lege zunächst nur solche Laubblätter und Blütenzweige
ein, welche die für den betreffenden Strauch normale Bildung zeigen.“
A. Stengel einjährig, krautig.
1. Blüten zweihäusig. (XXH, 9.) 1. Untergattung: Chamaemorüs,
Multebeere.
2. Blüten zwitterig. (XI, 3.) 2. Untergatttung: Cylaetis, Steinbeere.
B. Stengel zweijährig (und ausdauernd); im ersten Jahre nur Blätter, im
zweiten beblätterte Blütenzweige tragend. (XI, 3.)
1. Die Steinfrüchtehen verwachsen zu einer beerenartigen Sammelfrucht,
welche von dem trockenen, kugeligen Fruchtboden abfällt. 3. Unter-
gattung: Idaeobatus, Himbeere.
2. Die Steinfrüchtehen verwachsen nebst dem saftig werdenden oberen
Teile des Fruchtbodens zu einer beerenartigen Sammelfrucht, welche
von dem unteren Teile des Fruchtbodens abfällt. 4. Untergattung:
Eubatus, Echte Brombeere.
1. Untergattung: Chamaemorus, Multebeere.
Stengel einfach, aufrecht, an seinem Grunde von tutenförmigen Scheiden
umgeben, unbewehrt. Blätter einfach, herz-nierenförmig, fünflappig. Blüten
zweihäusig, weiss, zuweilen rot angelaufen. Blütezeit Mai, Juni. Frucht
erst rot, später orangefarben, wohlschmeckend, aber selten reifend. Höhe
8 bis 15 cm. An sumpfigen, moorigen Orten im nördlichen Deutschland
von der Odermündung ostwärts und im Riesengebirge; selten. R. Chamae-
morus L., Zwergmaulbeer-Brombeere, Multebeere, Zwerghimbeere.
2. Untergattung: Cylactis, Steinbeere.
Wurzel fadenförmig. Schössling ausläuferartig-niedergestreckt, im
Herbste mit wurzelnden Spitzen; vielblätterig; feinbestachelt. Fruchtbare
12 Rosaceae.
Stengel kurz-aufrecht, mit mehrblätteriger Spitze. Blätter dreizählig. Blüten
klein, weiss. Blütezeit Mai, Juni. Erstweiblich, mit langlebigen Narben.
Frucht nur wenige, grosse, rote, oft kaum zusammenhängende Steinbeeren.
In trockenen Laubwäldern, namentlich auf Mergelboden; zerstreut. Rubus
saxatilis L., Steinbeere.
3. Untergattung: Idaeobatus, Himbeere.
Wenigstens die oberen Blätter sind drei- bis fünfzählig, — Schöss-
ling rund, aufrecht, bereift. Blättchen unterseits weissfilzig. Kronenblätter
weiss. Früchte rot, selten gelb, bei kultivierten auch weiss; filzig. Blüte-
zeit Jun. Homogam. Der Saft der Früchte ist offizinell: Sirupus
Rubi Idaei. In Wäldern und Hecken häufig. R. Idaeüs L. Him-
beere.*)
Formenreiche Pflanze:
Bei der Abart (denudatus Spenner) viridis A. Braun, Grünblätterige
Himbeere sind die Blättchen beiderseits grün.
Bei spinulosus Miller, Stachelige Himbeere, sind die Schösslinge
bis zur Spitze mit grossen, dicken Stachelborsten besetzt.
Bei trifoliatus Bell Salter, Dreiblätterige Himbeere, sind alle
Blätter gedreit.
Bei (obtusifolius Willdenow) anomalus Arrhenius, Regelwidrige
Himbeere, sind die untersten Blätter der Schösslinge sowie der Blüten-
zweige einfach, rundlich-nierenförmig, seltener gelappt, grob-gesägt, die
übrigen Blätter aber gedreit, mit rundlich-eiförmigen oder elliptischen, sich
deckenden Blättchen.
Unfruchtbare Bastarde mit Arten der Echten Brombeere sind nicht
selten.
Vielfach angebaut findet sich die Wohlriechende Himbeere R. 0do-
ratus L. Blumenkrone pfirsichblütrot, sehr gross, wohlriechend. Stamm
drüsenhaarig, unbestachelt. Frucht bei uns selten reifend, rot. Aus
Nordamerika.
4. Untergattung. Eubatus, Echte Brombeere.
Die zahlreichen Glieder dieser Untergattung wurden früher in 2 Arten:
Rubus fruticosus und R. caesius, selbst als eine einzige R. polymor-
*) Tafel 325. Rubus Idaeus L. A Fruchtzweig. 1 Blüte im Längsschnitte;
2 Staubblätter; 3 die Stempel einer Blüte, die Fruchtknoten sind von ihrem Filze ver-
deckt; 4 einzelner Stempel; 5 Fruchtknoten im Längsschnitte; 6 Sammelfrucht im
Längsschnitte; 7 einzelnes Steinfrüchtehen im Längsschnitte; 8 und 9 Same. 1 bis 5,
7 bis 9 vergrössert.
Rosaceae. 13
phus zusammengefasst; auch jetzt ist es noch nicht gelungen, in dieses
Formengewirr eine nur annähernd endgültige Ordnung zu bringen, zahlreiche
Arten harren noch ihrer Aufstellung, zahlreiche andere dürften wieder ein-
zuziehen und mit anderen zu vereinigen sein. Diese Unsicherheit verbietet uns
auch auf die zahlreichen beobachteten Bastarde (?) einzugehen. Wir folgen
hier im allgemeinen dem gründlichsten Kenner der deutschen Brombeeren,
Focke. Mehr als sonstwo kommt es hier auf die Gesamtheit der Kenn-
zeichen an; das Nichtzutreffen eines einzelnen ist weniger zu beachten.
A. Die untersten Seitenblättchen der drei- bis fünf-, seltener siebenzähligen
Blätter sind ungestielt.
4,
Die Schösslinge entspringen zum Teil an langen, unterirdischen Aus-
läufern, also nicht beisammenstehend und nicht aus einem gemein-
samen Mittelpunkte; sie sind anfangs aufrecht, später hoch-bogig,
unbereift; die Blütenstiele haben keine Stieldrüsen (gestielte Drüsen).
1. Gruppe: Subereeti, Halb-Aufrechte.
. Die Schösslinge entspringen beisammenstehend aus einem gemein-
samen Mittelpunkte; sie sind kriechend, langgestreckt, im Herbste
wurzelnd, fast immer bereift. Die Blütenstiele haben meist Stiel-
drüsen. 12. Gruppe: (Triviales.) Corylifolii, Haselblätterige.
B. Die untersten Seitenblättehen sind kurz-, aber deutlich gestielt.
1.
IE
Die Stacheln des Schösslings sind einander ungleich; die kleineren
gehen ohne bestimmte Grenze und in mancherlei Formen in Stachel-
borsten und Stieldrüsen über. (Polymorphacanthi, Verschieden-
stachelige.)
a. Grössere Stacheln kräftig, mit breitem Grunde aufsitzend. 10. Gruppe:
Hystrices, Stachelige.
ß. Alle Stacheln schmal, pfriemlich oder borstig. Fruchtkelch auf-
recht. 11. Gruppe: Glandulosi, Drüsige.
Die Stacheln sind in der Mitte des Schösslings einander ziemlich gleich;
sie sind kantenständig; kurze Stachelchen sind vorhanden oder fehlen.
a. Schössling auf den Flächen der ganzen Länge nach durch zahl-
reiche, kurze, meist drüsentragende Stachelchen und Borsten rauh
bis sehr rauh. 9. Gruppe: Radulae, Raspelartige.
ß. Der Schössling hat entweder gar keine oder nur zerstreut-stehende
Stieldrüsen.
1. Der mittlere Teil des Schösslings ist durch Sternfilz und Büschel-
haare zottig oder weichhaarig. 8. Gruppe: Vestiti, Bekleidete.
2. Der mittlere Teil des Schösslings ist zerstreut-behaart oder kahl.
A. Die jüngeren Blätter (wenigstens die blütenständigen) haben
auf ihrer, wenn auch oft anscheinend kahlen Oberseite stets
14 Rosaceae.
einige sehr kleine, bei 50- bis 60facher Vergrösserung er-
kennbare Sternhärchen; die älteren Blätter sind stemfilzig
oder kahl. 5. Gruppe: Tomentosi, Sternfilzige.
B. Die Blätter haben auf ihrer Oberseite keine Sternhaare;
übrigens sind sie behaart oder kahl.
a. Schösslinge anfangs fast aufrecht, später hoch-bogig, kahl
oder nur mit vereinzelten Haaren. Stengel und Blüten-
stiele ohne Stieldrüsen.
a. Blätter kahl oder schwach-behaart, ohne Drüsenborsten.
Rispe zusammengesetzt, wenig-doldig,oberwärts schmäler,
meist dicht bestachelt. 2. Gruppe: Rhamnifolii, Kreuz-
dornblätterige.
b. Blätter unterseits mit feinem, weissschimmerndem Filz
und mit längeren Haaren bekleidet. Rispe lang-eiförmig,
wehrlos oder sparsam bestachelt. 3. Gruppe: Candi-
cantes, Weissschimmernde.
b. Schösslinge niedrig-bogig, an der Spitze oft weichhaarig,
in der Mitte locker- oder zerstreut-büschelig.
a. Stengel und Blütenstiele ohne Stieldrüsen. 4. Gruppe: °
Villicaules, Zottig-Stengelige.
b. Blütenstiele mit Stieldrüsen.
aa. Staubblätter kürzer als die Griffel. 6. Gruppe:
Sprengeliani, Sprengel’s Brombeeren.
bb. Staubblätter länger als die Griffel. 7. Gruppe:
Adenophori, Drüsentragende.
Erste Gruppe:
Suberecti, Halbaufrechte.
A. Stacheln schwach, pfriemlich oder schmal-kegelförmig, bis etwa halb so
lang als der Schössling dick ist. Blätter an kräftigen Stöcken zum
Teil siebenzählig. Blütenstand traubig. Blüten weiss. Reife Früchte
schwarzrot.
1. Stacheln kurz, kegelförmig, meist schwarzrot, oberwärts und an den
Blütenzweigen sehr zerstreut. Blätter gross, lebhaft grün. Bei Auf-
blühenden sind die Staubblätter länger als die Griffel. — Blütezeit
Juni. In feuchten Wäldern und Gebüschen, häufig. R. subereetus
Anderson, Halbaufrechte Brombeere.
2. Stacheln schmal, pfriemlich, am Schössling zahlreich. Blätter ziem-
lich klein, mattgrün. Staubblätter etwa so lang wie die Griffel. —
Rosaceae. 15
Blütezeit Juni. In Wäldern und Gebüschen Norddeutschlands; sehr
zerstreut. Rubus fissus Lindley, Geteilte Brombeere.
B. Stacheln kräftig, mit breitem, zusammengedrücktem Grunde sitzend.
7zählige Blätter sehr selten. Reife Früchte glänzend-schwarz.
1. Die Staubblätter überragen auch beim Aufblühen die Griffel nicht,
a. Die untersten Blättchen sind anfangs ungestielt, im Herbste da-
gegen zwar kurz, aber deutlich gestielt. Die aus dem mittleren
und oberen Teile des Schösslings entspringenden Blütenzweige sind
traubig; sie haben spärlich bewehrte Blütenstiele und blühen früh;
die tief entspringenden Blütenzweige blühen später und bilden einen
zusammengesetzten, stark bewehrten Blütenstand. Die Staubblätter
sind nur wenig kürzer als die Griffel. Blüten weiss oder rosa.
Blütezeit Juni, seltener Juli. An offenen Stellen und in Gebüschen;
seltener im Waldesschatten. Fehlt im Nordosten des Gebietes; im
übrigen Teile nicht selten, stellenweise gemein. (R. fruticosus L.
zum Teil; R. corylifolius Hayne.) R. plicatus Weihe und Nees,
Faltige Brombeere. |
8. Äussere Blättchen alle gestielt. Rispe oft durchblättert, kurz, mit;
ein- bis wenigblütigen Ästchen. Blütenstiele mit zahlreichen, feinen
Stacheln. Schösslinge behaart, kurzstachelig. Kelchzipfel grünlich,
weiss berandet. Staubblätter meist viel kürzer als die Griffel.
Blumen weiss. Blütezeit Juni bis August. Im westlichen Gebiete
und der Schweiz; selten. R. Barbeyi Favrat und Gremli,
Barbeys Brombeere.
2. Staubblätter die Griffel überragend.
a. Schösslinge kahl.
a. Endblättchen kurz-zugespitzt.
aa. Kelchzipfel graufilzig. — Endblättchen verlängert-herz-
förmig; obere kahl, untere weichhaarig. Kronenblätter gross
und breit, weiss. Blütezeit Juni, Jul. Bei Verviers.
R. Libertianus Weihe, Liberts Brombeere.
bb. Kelchzipfel grün, weiss berandet.
aa. Schösslinge gefurcht, wenig- aber kräftig-stachelig.
Blätter unterseits grün. Endblättchen herz-eiförmig.
Staubgefässe nach dem Verblühen ausgebreitet, ver-
trocknend. Kronenblätter gross, weiss. Sammelfrucht
gross, länglich. Blütezeit Juni, Juli. In lichten Wal-
dungen Mitteldeutschlands; ziemlich häufig; (R. fastigiatus
Weihe und Nees zum Teil.) R. suleatus Vest, Ge--
furchte Brombeere. |
16
Rosaceae.
bb. Schösslinge meist flachseitig. Blätter unterseits grün bis
graufilzig.. Endblättchen herz-eiförmig oder elliptisch.
Staubgefässe nach dem Verblühen zusammenneigend.
Kronenblätter gross, weiss, selten rötlich. Frucht rund-
lich. Blütezeit Juni, Jul. Rubus opacus Focke,
Dunkele Brombeere.
b. Endblättchen kurz-zugespitzt.
aa. Schösslinge drüsenlos. Stacheln oberwärts etwas gebogen.
Blätter gefaltet, unterseits grün. Endblättehen breit, rund-
lich. Blütezeit Juli. R. Bertramii G. Braun, Bertrams
Brombeere.
bb. Schösslinge oft drüsig. Stacheln an den Blattstielen und
im Blütenstande meist zahlreich, hakig. Blätter klein,
glänzend, unterseits grün. Endblättchen eiförmig oder
elliptisch. Kronenblätter lebhaft rot oder weiss. Blütezeit
Juli, August. Auf feuchtem, lehmigem Boden, in Erlen-
brüchen; in Westdeutschland. R. nitidus Weihe und
Nees, Glänzende Brombeere.
Die Abart R. divaricatus Müller, Sparrige Brom-
beere, hat weniger Stacheln und eine ausgespreizte Rispe.
b. Schösslinge mehr oder minder behaart.
a. Blätter, besonders die jungen, oft auch die älteren, unterseits
filzig und weiss schimmernd. Endblättchen herz-eiförmig. Kronen-
blätter gross, weiss. Fruchtkelch meist zurückgeschlagen. Blüte-
zeit Juli. Auf magerem Sandboden Nordwestdeutschlands.
(R. suberectus X affınis (?).) R. ammobius Focke, Sand-
liebende Brombeere.
. Blätter unterseits grün. Blättchen herzförmig, zugespitzt. Blüten-
stand abwechselnd-traubig. Blütezeit Juli. Bei Verviers.
R. Weihei Lejeune, Weihes Brombeere.
Zweite Gruppe:
Rhamnifolii, Kreuzdornblätterige.
A. Blütenstiele locker mit aufrecht-abstehenden Haaren besetzt. Kelch-
blättehen aussen grün, mit weissfilzigem Saume. — Blätter oberseits
kahl; die jüngeren unterseits meist dünn-weissfilzig. Endblättchen
elliptisch, zugespitzt. Stacheln im Blütenstande zahlreich, etwas un-
Rosaceae. 17
gleich, gerade oder leicht gekrümmt. Deckblättchen am Rande mit
Stieldrüsen. Blumenkrone klein, weiss. Blütezeit Juni, Jul. An Wald-
rändern, in Gebüschen und Hecken West- und Mitteldeutschlands.
Rubus montanus Wirtgen, Berg-Brombeere.
. Blütenstiele filzig oder dicht-abstehend-behaart. Kelchblättchen aussen
graufilzig.
a. Blütenstand mehr oder minder sparrig, oben gestutzt oder gedrungener
und nach oben zu verjüngt; Ästchen unregelmässig-geteilt. Blüten-
stiele mit Sternfilz, durch zahlreiche, längere, abstehende Haare grau,
meist reichlich bestachelt. Blattstiele oberseits meist rinnig.
a. Endblättchen fast kreisrund oder rundlich-verkehrt-eiförmig, mit
kurzer, aufgesetzter Spitze, kleingesägt, langgestielt (selten doppelt
so lang, oft kaum länger als sein Stielchen); Blätter unterseits
weissfilzig. Schösslinge schon im Sommer stark verzweigt, kahl
oder etwas behaart, oft etwas bereift,. Staubblätter den roten
Griffel weit überragend. Frucht fast kugelis, Blumenkrone weiss
oder blassrosenrot. Blütezeit Juni. In Waldlichtungen und an
Waldrändern Nord- und Mitteldeutschlands. R. rhamnifolius
Weihe und Nees, Kreuzdornblätterige Brombeere.
Formenreiche Pflanze, von der folgende Unterarten unterschieden
werden:
1. Blätter beiderseits grün, obgleich behaart.
a. Deckblättchen und Blütenstiel abstehend-filzig-zottig und zer-
streut-drüsenborstig; Stacheln pfriemlich, oft purpurn. Kronen-
blätter weiss. Blütezeit Juli. In Hecken und Waldlichten
an der mittleren Weser. R, porphyracanthus, Purpur-
stachelige Brombeere.
Verwandt hiermit ist die Thüringische, sehr stark be-
haarte, R. piliferus Sagorski, Behaarte Brombeere.
b. Deckblättchen und Blütenstiele ohne Drüsenborsten.
aa. Schösslinge stumpfkantig, etwas behaart. Endblättchen
rundlich oder breit-elliptisch, kurz-zugespitzt. Kronenblätter
weiss. Blütezeit Juli. In Waldlichten Nordwestdeutsch-
lands. R. Maasii Focke, Maas’ Brombeere.
bb. Schösslinge scharfkantig, kahl. Blütenstand locker, ober-
wärts oft traubig. Kronenblätter weiss. Blütezeit Juli,
August. Pommern, Westfalen. R. Muenteri Marsson,
Münters Brombeere.
Thome, Flora. III. Bd. II. Aufl. 2
Rosaceae.
2. Blätter unterseits weissfilzig.
a. Schössling gefurcht; Stacheln breit und krumm. Blättchen
oberseits kahl. Blütenstand zusammengesetzt. Ganze Pflanze
kräftig. Rubus Germanicus Focke, Deutsche Brombeere.
b. Schwächer. Stachel weniger breit und krumm; Blättchen
oberseits striegelhaarig. R. dumosus Lefevre, Struppige
Brombeere.
£. Endblättchen herz-eiförmig oder elliptisch, selten umgekehrt-herz-
förmig, allmählich zugespitzt, etwa dreimal so lang als sein Stiel-
chen. Schösslinge unbereift.
1. Schössling sehr kräftig, im mittleren Teil abgerundet, kantig,
kahl, mit kräftigen, geraden Stacheln.
a. Blättchen breit, sich deckend, oberseits dunkelgrün; die jüngeren
meist unterseits dünnfilzig; die ausgewachsenen oft blassgrün.
Endblättchen breit-herz-eiförmig. Blütenstand am Grunde
mit langen, etwas geneigten Stacheln. Blumen gross, meist
blassrosa. Blütezeit Juli, August. In Gebüschen und lichten
Waldplätzen; im nordöstlichen Teile des Gebietes. R. affinis
Weihe und Nees, Verwandte Brombeere.
Eine Form mit zerschlitzten Blättern ist R. Wiegmanni
Weihe, Wiegmanns Brombeere.
b. Blättchen sich nicht deckend, oberseits frischgrün, unterseits
weiss- bis graufilzig; Endblättchen schmal-elliptisch bis herz-
eiförmig. Blütenstand sparrig, gross, reichblütig, mit zahl-
reichen, geraden, langen, unterwärts mit sicheligen Stacheln.
Blüten ansehnlich, weiss. Blütezeit Juli, August. In Gebüschen
auf Bergabhängen im Gebiete des Rheines. R. geniculatus
Kaltenbach, Gekniete Brombeere.
2. Schösslinge im mittleren Teil scharfkantig, etwas gefurcht.
a. Behaarung der Blütenstiele locker, Zuweilen gehört R. mon-
tanus Wirtgen (8. S. 17.) hierher.
b. Behaarung der Blütenstiele dicht.
aa. Endblättchen elliptisch, selten umgekehrt-eiförmig, fast
gleichmässig grob-gesägt. Blätter spärlich behaart. Blüten-
stand locker. Staubblätter die Griffel wenig überragend.
Kronenblätter weiss oder rosa. Blütezeit Juli. Im Hügel-
lande vom Harz bis Rhein. ‘R. vulgaris Weihe und
Nees, Gemeine Brombeere.
Rosaceae. 19
Eine Unterart, bei welcher die Staubblätter die Griffel
nicht überragen, ist Rubus commutatus G. Braun,
Verwechselte Brombeere.
bb. Endblättchen aus abgerundetem oder seicht-herzförmigem
Grunde eiförmig, einfach spitz, ungleich-, scharf- und klein-
gesägt. Blütenstand dicht, nach oben zu verjüngt, mit
reichlich-nadelstacheligen Blütenstielen. Staubfäden die
Griffel überragend. Kronenblätter weiss. Blütezeit Juli.
In Hecken und Gebüschen vom Rhein- und Wesergebiet.
R. carpinifolius Weihe und Nees, Hainbuchen-
blätterige Brombeere.
b. Blätter oberseits striegelhaarig, unterseits graufilzig; Endblättchen
elliptisch. Blütenstand ziemlich locker, oft bis oben durchblättert.
Blütenstiele feinstachelig. Kelch graugrün, nach dem Verblühen locker
zurückgeschlagen. Blütezeit Jul. Im Weser und Emsgebiete.
R. Lindleyanus Less, Lindley’s Brombeere.
Dritte Gruppe:
Candicantes, Weissschimmernde.
A. Blättchen rundlich, fast so breit wie lang.
I. Blätter unterseits weissschimmernd, ältere grün. Endblättchen breit-
umgekehrt-herz-eiförmig, meist kurz-zugesitzt. Rispe lang, ziemlich
schmal, nur am Rande beblättert. Kelch graufilzig. Kronenblätter
meist blassrot, gross. Blütezeit Juni. In Waldlichtungen Österreichs
und Süddeutschlands. R. Vestii Focke, Vests Brombeere.
II. Blätter unterseits fast sammetartig, weissfilzig, oberseits kahl. End-
blättchen breit-eirund oder umgekehrt-eiförmig, selten etwas herzförmig;
im Alter lederhart. Schösslinge sparsam behaart. Stacheln mässig
gross. Rispe ziemlich dicht. Kelch weissfilzig. Kronenblätter
weiss oder rötlich. Blütezeit Juli, August. Gebirgsabhänge an
Rhein und Mosel. R. Arduennensis Libert, Ardenner Brombeere.
Verwandt ist R. Mereieri Genev., Mereiers Brombeere, bei
welcher Schössling und Blütenstand, wenigstens die Deckblättehen, mit
vereinzelten Stieldrüsen besetzt sind. Rispe verlängert, oft bis oben
durchblättert. Stengel und Blütenstiele zottig, mit kleinen, blut-
roten, gelbbespitzten, hakigen Stacheln. Kronenblätter lebhaft röt-
lich. Blütezeit Juni. In der Westschweiz.
2*
20 Rosaceae.
B. Blätter erheblich länger als breit.
J. Fruchtknoten kahl oder spärlich behaart. Rispe schmal, verlängert,
meist nur am Grunde durchblättert.
1. Schössling fast zottig-behaart, gefurcht, selten wurzelnd. Endblätt-
chen rhombisch oder aus schwach-herzförmigem Grunde schmal-
elliptisch. Blätter striegelhaarig oder etwas sternhaarig. Kronen-
blätter weiss oder hellrot. Steinkern fast elliptisch. Blütezeit Juli.
In Wäldern Mitteldeutschlands, auf Bergen und Hügeln häufig, in
der Ebene selten. (R. elatior Focke.) Rubus thyrsoideus
Wimmer, Strausstragende Brombeere.*)
Ahnlich, aber unfruchtbar und wohl ein Bastard, ist R. hypo-
mallus Müller, Wolligblätterige Brombeere.
Verwandt ist R. phyllostachys Müller, Durchblätterte
Brombeere, mit kräftigen, aber wenig behaarten Schösslingen,
grossen Blättern, grossem, meist durchblättertem Blütenstand und
weissen Kronenblättern, vielleicht auch die Pfirsicehblütrote Brom-
beere, R. persicinus Kerner, Griffel an seinem Grunde, ebenso
wie die breitelliptischen Blumenblätter, rot; Tirol.
2. Schössling kahl oder sparsam behaart.
a. Schössling flachseitig, stumpfkantig, am Grunde nicht gefurcht,
fast kahl, im Herbste oft wurzelnd. Blätter besonders vorn un-
gleich- und grob-gesägt; oberseits kahl, unterseits weissschimmernd
und oft weissfilzig. Endblättchen, besonders jüngere, schmal-
elliptisch, länglich-zugespitzt, zuweilen herz-eiförmig. Frucht-
knoten kahl. Kronenblätter weiss oder hellrot. Steinkern fast
elliptisch. Blütezeit Juli. An Abhängen, in Gebüschen und
Waldlichten. R. candicans Focke, Weisssechimmernde Brom-
beere.
Bei der Form rotundipetalus P. J. Müller, Rundblätterige
Brombeere sind die Kronenblätter rundlich.
ß. Schössling vollständig gefurcht, fast kahl, nicht wurzelnd. End-
blättchen breit-elliptisch oder eiförmig. Rispe meist breit. Kronen-
blätter weiss oder hellrot. Staubbeutel zuweilen etwas behaart.
Steinkern fast dreiseitig. Blütezeit Juli. Auf Mergelboden ver-
breite. R. thyrsanthus Focke, Straussblütige Brombeere.
*) Tafel 326. Rubus thyrsoideus Wimmer. A Teil eines Schösslings mit
Blatt; B Blütenzweig. 1 Blüte im Längsschnitt; 2 Staubgefäss; 3 die Stempel einer
Blüte; 4 einzelner Stempel. 1 bis 4 vergrössert.
Rosaceae. 21
Verwandte Formen sind:
Rubus Grabowskii Weihe, @rabowskis Brombeere mit sehr
breiten, herz-eiförmigen Endblättehen und grosser, sparriger Rispe.
R. eyelopetalus Focke, Kreisblätterige Brombeere; Schöss-
ling fast aufrecht. Blätter gefaltet. Rispe kurz, schmal; Kronen-
blätter fast kreisrund, weiss.
R. argyropsis Focke, Silberglänzende Brombeere. Blätter
unterseits seidig-glänzend. Kronenblätter schmäler.
Il. Fruchtknoten behaart.
1. Stacheln nicht behaart. Schössling spärlich behaart, mit lanzett-
lichen Stacheln. Blätter oberseits glänzend, unterseits locker weiss-
filzig. Endblättchen schmal-eiförmig oder umgekehrt-eiförmig, kurz-
zugespitzt. Blütenzweig mit sicheligen Stacheln. Kronenblätter
purpurn. Wohlriechend. Blütezeit Juli. Westfalen. R. fragrans
Focke, Wohlriechende Brombeere.
2. Stacheln ganz oder zum Teil behaart. Stacheln des Schösslings
fast bis zur Spitze büschelhaarig, zahlreich, am Grunde sehr stark
zusammengedrückt, etwas biegsam, fast gerade; die der Rispe fast
gleich gestaltet; die der Blütenstiele gekrümmt. Schössling mit
sehr zahlreichen Stern- und Büschelhaaren. Grösste Breite der
Blättchen über deren Mitte, vorn plötzlich zugespitzt. Rispe ver-
längert. Blütezeit August. Im Wallis. @. valesiacus Gremli,
Walliser Brombeere.
Vierte Gruppe:
Villicaules, Zottig-Stengelige.
A. Kelch nach dem Aufblühen und bei der Frucht zurückgeschlagen.
I. Blätter oberseits kahl, dunkelgrün; unterseits angedrückt-weissfilzig,
ohne zwischen dem Filz stehende, längere Haare.
1. Blütenstiele dicht angedrückt-weissfilzig. Schösslinge scharfkantig-
bereift. Schösslingsblätter fussföormig oder gefingert-fünfzählig.
Blättchen plötzlich zugespitzt. Blütenstand verlängert, reichblütig,
aus drei- bis siebenblütigen, gabelig-verzweigten Scheindöldehen zu-
sammengesetzt, mit krummen Stacheln. Blumen rosenrot. Staub-
blätter etwa so hoch wie der Griffel. Blützeit Juni, Juli. In
Waldungen und Gebüschen Südwestdeutschlands und der Schweiz.
22
Rosaceae.
(R. discolor Weihe und Nees zum Teil) Rubus ulmifolius
Schott, Ulmenblätterige Brombeere.
2. Blütenstiele abstehend-filzig. Schössling rundlich bis kantig, un-
bereift. Schösslingsblätter dreizählig bis fussförmig-fünfzählig.
Blütenstand reichblütig, mit langen, geraden, oft zahlreichen Stacheln.
Blumen rosenrot. Staubblätter die Griffel überragend. Blütezeit
Juli, August. In Wäldern und Gebüschen Südösterreichs und der
Schweiz. (R. discolor Weihe und Nees) R. bifrons Vest,
Ungleichbelaubte Brombeere.
Vielleicht hierher zu stellen sind die an R. tomentosus Bork-
hausen erinnernden und daher auch wohl zur Gruppe Tomentosi
(s. d.) gerechneten, von dieser aber durch den gänzlichen Mangel
an Sternhaaren auf der Blattoberseite geschiedenen Schweizer Arten
R. sabaudus Focke und R. sphenoides Focke.
II. Blätter oberseits behaart, unterseits filzig und gleichzeitig mit längeren
Haaren besetzt.
A. Schössling und Blattstiel zerstreut-drüsenhaarig.
1. Schössling kantig-gefurcht, dicht behaart. Blättchen unregel-
mässig grob-gesägt; das endständige eiherzförmig, fast kreisrund,
zugespitzt. Kelch zuweilen zerstreut-drüsenhaarig. Kronen-
blätter hellrot, leicht abfälllig. Blütezeit Juni bis August.
Auf Bergen im Rheintale R. piletostachys Grenier und
Godron, Filzstengelige Brombeere.
2. Schössling schwachkantig, flachseitig, ziemlich dicht oder wenig
abstehend zottenhaarig. Blättchen fein -und ungleich-gezähnt.
Endblättchen fast elliptisch, mit keiligem Grunde lang-zugespitzt.
Krone weiss. Blütezeit August. DBertrich an der Mosel.
R. Decheni Wirtgen, Dechens Brombeere.
B. Drüsenhaare sind nicht vorhanden.
1. Schössling scharfkantig gefurcht. Blütenstand verlängert. Frucht-
kelch zurückgeschlagen.
a. Blütenstand unterbrochen, mit entfernten, kurzen, blatt-achsel-
ständigen Ästchen, nur oberwärts dichter. Achse mit sehr
kräftigen Stacheln.
a. Schössling dicht behaart. Blättchen unterseits sternfilzig,
mit sparsamen, längeren Haaren; Stacheln des Blüten-
standes gebogen. Blütezeit Juli, August. Nordschleswig.
R. Lindebergii P. J. Müller, Lindebergs Brombeere.
Rosaceae. 93
ß. Schössling kaum bis locker behaart.
a. Schössling locker behaart. Blättchen unterseits meist
abstehend-weichhaarig, oft fast sammetig, meist grau-
filzig, im Schatten grün. Endblättchen meist elliptisch,
zugespitzt. Stacheln des Blütenstandes lang, gerade,
geneigt oder rechtwinklig abstehend. Vielgestaltige
Pflanze; namentlich im Norden des Gebietes oft mehr
hochwüchsig und kleinblätterig (var. parvifolius) oder
mit unterseits sternfilzigen Blättern oder mit gestielten
DrüsenimBlütenstande. Blütenast unterwärts oft stachel-
höckerig. Meist blassrot. Blütezeit Juli, August. In
Gebüschen, in Mitteldeutschland meist nicht selten, im
Norden häufiger. Rubus villicaulis Koehler, Zottig-
stengelige Brombeere.
b. Schössling kaum behaart. Blätter unterseits mit einem
äusserst dünnen, mit starker Lupe kaum sichtbaren
Filz und mit kurzen Seidenhärchen bekleidet. End-
blättchen breit-herz-eiförmig. Stacheln lang und gerade.
Blütezeit Juli. An der unteren Mosel. R, agastachys
Müller und Wirtgen, Starksprossende Brom-
beere.
b. Blütenstand nur am Grunde mit einigen Blättern, wenig oder
mässig bestachelt.
a. Blütenstand sparrig. Blumen gross, rosa. Blütezeit Juli,
August. Rhein- und oberes Emsgebiet. R. argentatus
P. J. Müller, Silbergeschmückte Brombeere.
b. Blütenstand lang und schmal, unten durchblättert, oben
verjüngt und traubig, filzig-kurzhaarig. Schössling scharf-
kantig, sparsam oder wenig dicht behaart; am Grunde
abstehend büschelhaarig, nach oben anliegend behaart.
Kronenblätter weiss oder rot. Frucht kugelig, gross,
glänzend schwarz, sehr süss. 2%. Blütezeit Juli, August.
In Gebüschen der Berge und Hügel des: mittleren und
südlichen Gebietes. R.hedycarpus Focke, Süssfruchtige
Brombeere.
Vielgestaltige Pflanze; Ab- und Unterarten:
aa. Blättchen rundlich, kurz zugespitzt. Blumenkrone
rot. Schweiz. R. maerostemon Focke, Lang-
fädige Brombeere.
Rosaceae,
bb. Blättchen eiförmig oder elliptisch, lang zugespitzt.
aa. Schössling unten bereift. Blättchen unterseits
graufilzig, weissschimmernd, ältere oft nur
blassgrün. Kronenblätter weiss. Am Nieder-
rhein und in Westfalen. Rubus Winteri
P. J. Müller, Winters Brombeere.
Eine Form mit stärker behaartem Schöss-
ling, filzig-zottigem Blütenzweig und grossen,
weissen Blumen ist R. lasioclados Focke,
Zottenstengelige Brombeere.
$ß. Schössling unbereift.
aa. Blütenstand verlängert, ziemlich schmal,
mit trugdoldigen, drei- bis siebenblütigen
Ästen. Blättchen meist schmal; End-
blättchen eiförmig, lang-zugespitzt, scharf
und ungleich-gezähnt. Schössling sehr
kräftig, büschelig-behaart. Blumenziemlich
gross, meist weiss, auf Sandboden rosa.
Blütezeit Juli, August. Im westlichen
Gebiet bis zur Elbe, jedoch in der Ebene
selten. R. pubescens Weihe und Nees,
Weichhaarige Brombeere.
Eine Form (?) mit breit-elliptischen,
spitz-gesägten, Endblättchen ist R. con-
fluentinus Wirtgen, Coblenzer Brom-
beere. |
bb. Blütenstand am Grunde beblättert, mit ab-
stehenden, wenigblütigen, filzig-rauh-
haarigen, krummstacheligen Ästen. Schöss-
ling dünn, kurzhaarig oder fast kahl.
Blüte klein, rot. Blütezeit Juli. Im Nord-
westen des Gebietes. R.. amianthinus
Focke, Astbestschimmernde Brom-
beere.
2. Schössling stumpfkantig, mit ebenen oder gewölbten Flächen,
a. Schössling völlig kahl. Hierher R. genieulatus Kalten-
bach, G@eknieete Brombeere. “Siehe S. 18.)
ß. Schössling nicht völlig kahl.
Rosaceae. 25
a. Blütenstand locker, durchblättert oder kurz und wenig-
blütig. Blütenstiele locker behaart; dicht bestachelt.
Hierher Rubus Barbeyi Favrat und Gremli, Barbeys
Brombeere. (Siehe 8. 15.)
b. Blütenstand verlängert, nur an seinem Grunde beblättert.
Blütenstiele filzig.
aa. Schössling spärlich behaart, auch an seiner Spitze
bb.
nur locker behaart. Griffel rot. — Stacheln etwas
gebogen, meist purpurrot, die des Blütenzweiges
schwach-sichelis. Endblättchen elliptisch oder rauten-
förmig, zuweilen eiförmig, lang-zugespitzt. Blüten-
stand oberwärts traubig. Kronen- und Staubblätter
rosenrot. Blütezeit Juli. In Hecken und Gebüschen
Nordwestdeutschlands. R. rhombifolius Weihe,
Rautenblätterige Brombeere.
Schössling an der Spitze weichhaarig. Griffel grünlich.
aa. Blütenstand gedrungen, mit gedrängten, feinen
Stacheln, oft durchblättert. Blätter fünfzählig,
unterseits grün und weichhaarig. Endblättchen
elliptisch, oft vorn breiter. Kronenblätter weiss
oder rötlich. Blütezeit Juli, August. In Wald-
säumen und Gebüschen Nordwestdeutschlands.
R. silvatieus Weihe und Nees, Wald-Brom-
beere.
ß8. Blütenstand locker, mit vereinzelten, ziemlich
kräftigen Stacheln.
aa. Blätter gross. Stielchen des Endblättchens
zwei- bis dreimal so lang als die Stielchen
der mittleren Seitenblättchen. Endblättchen
ausseicht-herzförmigem Grundefastabgerundet-
rechteckig, allmählich lang-zugespitzt; ober-
seits später fast kahl, unterseits angedrückt-
behaart (an sonnigen Standorten oft dünn-
weissfilzig). Blütenachse und Kelche filzig-
zottig. Kronenblätter ziemlich klein, blass-
rosa oder weisslich. Blütezeit Juli. Auffrucht-
barem Boden mit über 10 Meter langen
Schösslingen. In Wäldern West- und Mittel-
deutschlands sowie der Schweiz. (R. Wimmeri
26 Rosaceae.
Weihe.) Rubus macrophyllus Weihe und
Nees, Grossblätterige Brombeere.
Verwandt sind:
aa. R. Schlechtendalii Weihe, Schlechten-
dals Brombeere mit länglich-umgekehrt-
eiförmigen Endblättchen, stärkeren Stacheln
und grösserer Blume. Im Westen der
Weser.
bb.R. Danieus Focke, Dänische Brom-
beere mit rundlich-elliptischen, sehr kurz-
zugespitzten Endblättchen. In Schleswig.
bb. Stielehen der Endblättchen kaum doppelt so
lang wie die Stielchen der mittleren Seiten-
blättehen. Endblättehen breit-elliptisch, mit
aufgesetzter, schmaler Spitze, unterseits weich-
haarig. Blume gross. Kronenblätter elliptisch,
wie auch die Staubfäden, weiss. Blütezeit
Juli. Im nordwestlichen Teile des Gebietes.
R. leucandrus Focke, Brombeere mit
weissen Staubfäden.
B. Kelch nach dem Aufblühen und bei der Frucht abstehend oder auf-
gerichtet.
I. Fruchtknoten kahl.
a. Äussere Staubblätter viel länger als die inneren und als die Griffel;
während des Blühens ausgebreitet, dann über die Frucht zusammen-
geneigt. Blätter beiderseits grün und behaart. Blütenstand kurz,
locker. Blüten sehr gross, mit pfirsichblütroten bis fast weissen
Kronenblättern. Blütezeit Juni, Juli. Auf sandigem und lehmigem
Boden, an Waldrändern und Hecken; im Nordwesten des Gebietes.
R. gratus Focke, Angenehme Brombeere.
b. Staubblätter kürzer als die Griffel. Blätter lederhart, mattgrün,
fünfzählig. Blütenstand zusammengezogen, fast stachellos; Deck-
blätter mit kurzen, gelblichen Drüsenhaaren. Kronenblätter klein,
weiss. Blütezeit Juli. Im Wesergebiete. R. virescens G. Braun,
Grüne Brombeere.
II. Fruchtknoten behaart. Blätter gedreit, daneben einzelne fünfzählig-
gefingerte; beiderseits grün. Blütenstand zusammengezogen, oberwärts
blattlos. Kronenblätter schmal, weiss. Blütezeit Juli. Lüneburger
Heide. R. myriecae Focke, Gagelblätterige Brombeere.
Rosaceae. 27
Fünfte Gruppe:
Tomentosi, Sternfilzige.
A. Aufder mitunter kahl aussehenden Oberseite der Blätter, wenigstens der
blütenständigen, finden sich kleine, bei 50- bis 60facher Vergrösserung
erkennbare Sternhaare.
I. Fruchtknoten kahl.
a. Schössling spärlich mit Stern- und Büschelhaaren besetzt, selten
kahl oder filzig-zottig. Stieldrüsen fehlen hier sowie im Blüten-
stande fast nie ganz. Blätter dreizählig oder unvollkommen fünf-
zählig, mit rinnigem Stiel, sehr selten grün. Untere Seitenblättchen
gestielt. Blättchen oberseits dicht graufilzig bis kahl und glänzend,
unterseits weiss-sternfilzig, ziemlich klein, länglich-umgekehrt-ei-
förmig, grob-lappig-gezähnt, mit keilförmigem, ganzrandigem Grunde.
Rispe lang, schmal-kegelförmig, ziemlich dicht. Kelchzipfel dicht
graufilzig, zuweilen stachelig, an der Frucht zurückgeschlagen.
Kronenblätter breit, behaart, gelblich-weiss. Blütezeit Juni, Juli.
An Waldrändern, sonnigen Abhängen zwischen Gebüsch, namentlich
im mittleren und südlichen Teile des Gebietes. Rubus tomen-
tosus Borkhausen, Sternfilzige Brombeere.
Abarten sind:
var. glabratus, Kahle Sternfilzige Brombeere, Blätter
oberseits grün.
var. canmescens, Graue Sternfilzige Brombeere, Blätter
oberseits aschgraufilzig.
var. Lloydianus, Loyds Sternfilzige Brombeere, Schössling
ungleich-stachelig, stieldrüsenreich, Blätter oberseits grün.
var. villicaulis, Zottigstengelige Sternfilzige Brombeere,
Schössling dicht filzig-zottig.
b. Schössling kahl, Stieldrüsen fehlen gänzlich. Blätter fünfzählig-
gefingert.
1. Schössling hochbogig, tiefkantig-gefurcht. Endblättchen herz-
förmig-rundlich, mit aufgesetzter Spitze. Untere Seitenblättchen
ziemlich kurz gestielt. Blütezeit Juli. Nordwestschweiz; selten
R. tumidus Gremli, Strotzende Brombeere.
2. Schössling bogig-aufsteigend, stumpfkantig oder flachseitig. End-
blättehen elliptisch-umgekehrt-eiförmig, kurz gespitzt; untere
Seitenblättchen lang gestielt. Blütezeit Juli. Schweiz und Süd-
B.
Rosaceae.
westdeutschland. Rubus obtusangulus Gremli, Stumpf-
kantige Brombeere.
II. Fruchtknoten behaart. Stieldrüsen fehlen gänzlich.
1. Stacheln fast bis zur Spitze büschelhaarig. Hierher R. valesiacus
Gremli, Walliser Brombeere. (Siehe S. 21.)
2. Stacheln nicht büschelhaarig. Schössling behaart. Blattstiele nicht
oder undeutlich rinnig. Blätter fünfzählig-fussföormig. Blättchen
oberseits graufilzig, breit-ei-rautenförmig; unterste fast sitzend.
Blütezeit Juli. Südwestschweiz. R. collinus De Candolle,
Hügel-Brombeere.
Blattoberseiten ohne Sternhaare. Blättchen seicht-gezähnt. Schössling
mit mehr oder weniger zahlreichen, angedrückten Stern- und Büschel-
haaren (Siehe S. 22.)
1. Rispenäste traubig verästelt. Rispe verlängert, schmal, gedrungen,
mit breiten, gekrümmten Stacheln. Blume rötlich. Blütezeit Juli.
Bei Genf. R. sphenoides Focke, Keilige Brombeere.
2. Rispenäste, die unteren blattwinkelständigen ausgenommen, dreigabelig.
Blätter fingerig-fünfzählig. Blättchen länglich-umgekehrt-eiförmig,
kurz-zugespitzt. Rispenäste lang, nebst dem Ästchen aufrecht ab-
stehend. Blumen lebhaft rötlich. Blütezeit Juli. Bei Genf. R. sa-
baudus Focke, Savoyer Brombeere.
Sechste Gruppe.
Sprengeliani, Sprengels Brombeeren.
. Fruchtknoten behaart; Kelchblätter an der jungen Frucht aufrecht oder
angedrückt. Griffel rot, länger als die Staubblätter. Blättchen beider-
seits grün, plötzlich in eine lange Spitze ausgezogen. Rispe mässig
lang, stets gerade, mit ziemlich regelmässig dreigabeligen Ästen, blattlos,
mit äusserst kurzen Stieldrüsen. Stacheln fast gleichmässig, ziemlich
kräftig, gerade. Kronenblätter schmal. Nordwestschweiz. R. eur-
vistylis Gremli, Krummgriffelige Brombeere.
Fruchtknoten kahl. Kelchblätter an der jungen Frucht abstehend.
Blätter beiderseits grün.
1. Kronenblätter rundlich, blass-rosenrot, selten weiss. Staubblätter etwa
halb so lang wie die Griffel. Laubblätter gefingert-fünfzählig. End-
blättchen länglich-elliptisch, kurz-zugespitzt, fein- und scharf-gesägt.
Rispe am Grunde beblättert. Blütezeit Juli, August. In Wäldern
Rosaceae. 39
und Gebüschen Nordwestdeutschlands. Rubus Arrhenii Lange,
Arrhenius’ Brombeere.
2. Kronenblätter klein, länglich, meist schön rosenrot und kraus, unter-
seits behaart. Staubblätter fast so hoch wie die Griffel. Blätter drei-
zählig‘ bis fussförmig-fünfzählig. Endblättchen eilänglich, allmählich
gespitzt, grob-gesägt. Rispe kurz, sparrig, mit langen Blütenstielen.
Blütezeit Juli, August. In Wäldern und Hecken Nord- und Mittel-
deutschlands. R. Sprengelii Weihe und Nees, Sprengels Brom-
beere.
Siebente Gruppe:
Adenophori, Drüsentragende.
A. Rispe lang und schmal, fast walzenförmig, nicht eiförmig.
I. Rispe nur an ihrem Grunde, nicht bis zur Mitte beblättert.
A. Blütenachse mit kleinen, feinen Stachelchen.
1. Blättehen unterseits weichhaarig, blassgrün, grob-gesägt, das
endständige breit-herzförmig, zugespitzt. Blüten weiss. Blüte-
zeit Juli. Schlesien. R. Silesiacus Weihe, Schlesische
Brombeere.
2. Blättehen unterseits seidenhaarig-schimmernd, feingesägt, das
endständige rundlich, kurz-zugespitzt. Blüten rot. Blütezeit
Juli, August. Am Niederrhein. (R. pulcherrimus Neumann.)
R. Neumanni Focke, Neumanns Brombeere.
B. Blütenachse mit langen, nadelförmigen Stacheln.
1. Blütenstand filzig-kurzhaarig, mit Drüsenborsten und Stieldrüsen.
Schössling dünn-sternfilzig, locker behaart, ohne Stieldrüsen.
Blätter meist dreizählig. Blättchen ungleich-feingesägt, oberseits
fein- und dichthaarig, unterseits angedrückt grau- bis weissfilzig-
Endblättchen breit-elliptisch, rundlich, fast herzförmig mit scharf-
aufgesetzter, schmaler Spitze. Krone lebhaft rosenrot. Blüte-
zeit August. In Bayern; selten. R, eunetator Focke, Spät-
blühende Brombeere. |
2. Blütenstand kurzhaarig, schwach- und zerstreut-drüsig, mit
schlanken, rückwärts-geneigten Stacheln.
" a. Schössling zerstreut-zottig. Blätter meist fussförmig- fünf-
zählig. Blättchen scharf-doppelt-gesägt, unterseits weich-
graufilzig, das endständige länglich. Rispe locker; Blüten-
stiele sehr dünn. Kelch aussen graufilzig. Kronenblätter schmal,
30
Rosaceae.
rosa. Auf Bergabhängen im Rheinthale Rubus Schlickumi
Wirtgen, Schlickums Brombeere.
ß. Schössling kurzhaarig. Blätter überwiegend drei- bis vier-
zählig. Blättchen unterseits blassgrün oder von dünnem
Sternfilz weissschimmernd. Blütenstand dicht, reichblütig.
Kelch aussen weissfilzig. Kronenblätter umgekehrt-eiförmig.
In Wäldern Nordwestdeutschland.. R. egregius Focke,
Ausgezeichnete Brombeere.
II. Rispe bis über die Mitte beblättert, mit fast gleich langen, abstehen-
den Ästen.
A. Staubblätter nicht höher, höchstens eben so hoch wie die Griffel.
Blätter vorwiegend gefingert-fünfzählig. Endblättchen elliptisch lang-
zugespitzt. Blütenstand verlängert, schmal, locker, oft bis oben durch-
blättert. Blumen klein. Kronenblätter länglich, weiss. Blütezeit
Juli. In Waldungen des nordwestdeutschen Tieflandes bis zur
Elbe. R. chlorothyrsus Focke, Grünrispige Brombeere.
B. Staubblätter die Griffel überragend.
A:
Schössling behaart, ausserdem mit Stieldrüsen, Stachelböckern,
kleineren und grösseren Stacheln; meist braunrot. Blätter drei-
zählig oder fussförmig-fünfzählig. Blättchen ungleich-doppelt-
“gesägt, mit langgespitzten Zähnen, oberseits kahl, unterseits
weissfilzig. Endblättchen herz-eiförmig oder breit-elliptisch.
Kronenblätter breit-elliptisch, weiss oder blassrosa. Blütezeit Juli.
In Wäldern, an Hohlwegen Bayerns und Tirols. R, Caflischii
Focke, Caflischs Brombeere.
. Schössling fast kahl.
a. Endblättchen kaum doppelt so lang wie sein Stielchen.
a. Endblättchen fast rhombisch, spitz. Schössling reichlich
drüsig. Blätter meist dreizählig. Blättchen grob- fast
gleichmässig-gesägt, oberseits fast kahl, unterseits dünn-
weichhaarig-filzig. Blüten klein, rötlich. Blütezeit Juli.
In Wäldern Bayerns; selten. R. thelybatus Focke,
Weiche Brombeere.
b. Endblättchen breit-eiförmig, lang-zugespitzt. Schössling
schwach bereift, mit zerstreuten Stieldrüsen und Stachel-
borsten. Blätter fussförmig, fünfzählig. Blättchen sehr
scharf doppelt-gesägt, oberseits kahl, unterseits grau-stern-
filzig und dicht mit längeren Haaren bekleidet. Kronen-
Rosaceae. 31
blätter breit, weiss. Blütezeit Juli, August. In Wäldern
Bayerns. Rubus epipsilosFocke, Oberseits-kahle Brom-
beere.
ß. Endblättchen etwa dreimal so lang wie sein Stielchen.
Schössling fast kahl, mit Stieldrüsen und Stachelchen. Blätter
drei- oder fussförmig-fünfzählig. Blättehen grob-gesägt, ober-
seits striegelhaarig, zuletzt kahl, unterseits weichhaarig bis
graufilzig. Kronenblätter hellrosa oder weiss. Blütenachse
auffallend schwarzbraun. Blütezeit Jul. Auf schattigem
Boden am Mittelrhein und in Bayern. R. melanoxylon
P. J. Müller und Wirtgen, Schwarzholzige Brombeere.
B. Rispe umfangreich, eiförmig, spitz, die obersten Zweige kurz, ein- bis
wenigblumig.
I. Kelchblätter nach dem Blühen zurückgeschlagen.
1. Blätter unterseits weich-seiden- oder sammethaarig, schimmernd
oder grünweiss.
a. Schössling fast stielrund, stern- und büschelhaarig, drüsig- und
nadelstachelig. Blättter meist dreizählig. Blättchen derb, grob-
fast regelmässig-gesägt, oberseits später kahl. Endblättchen
breit-elliptisch oder rundlich, herzförmig ohne abgesetzte Spitze.
Blütenstand filzig-kurzhaarig mit kurzen Stachelborsten und
Drüsen. Blumenkrone klein, rosa. Blütezeit Juli, August.
Waldungen in Südbayern und Salzburg. R. salisburgensis
Focke, Salzburger Brombeere.
ß. Schössling kantig, spärlich behaart, zerstreut-drüsig, mit langen,
starken, zurückgewendeten, fast geraden Stacheln. Blätter drei-
bis fünfzählig, oberseits striegelhaarig. Endblättchen eiförmig,
elliptisch, spitz bis herz-eiförmig. Blütenstand abstehend-be-
haart, filzig, mit zerstreuten Drüsenborsten und ungleichen Nadel-
stacheln.. Kronenblätter gross, länglich, in den Nagel ver-
schmälert, rosa. Blütezeit Juli, August. In Hecken und an
Waldrändern in Nordwestdeutschland.. R. Banningii Focke,
Bannings Brombeere.
Eine Form mit dicht hshaarten Schösslingen und rundlich-
umgekehrt-eiförmigen, lang-zugespitzten Endblättchen ist R. pyra-
midatus P. J. Müller, Pyramidenblütige Brombeere.
2. Blätter unterseits zerstreut-behaart, grün.
a. Schössling behaart, nicht unterwärts glatt und kahl.
32
Rosaceae.
a. Schössling niedergestrekt, kantig, mit mässig langen,
ziemlich gleichgrossen, zurückgeneigten Stacheln, denen
oft Drüsenhaare und Stachelchen beigemischt sind. Blätter
fünfzählig-gefingert; unterste Seitenblättchen anfänglich
fast sitzend, im Herbste auf verlängerten Stielchen. End-
blättchen umgekehrt-eiförmig oder elliptisch, lang-zuge-
spitz. Rispe klein. Blumenstiele kurz-reich-drüsig und
reich-nadelstachelig.. Blumen gross, weiss. Schlesien;
selten. Rubus Reichenbachii Köhler, Reichenbachs
Brombeere.
ß. Schössling gebogen-niedergestreckt, kantig, abstehend-
behaart, zerstreut mit blassen Stieldrüsen besetzt. Stacheln
zurückgeneigt, gleichgross, mässig lang, kantenständig.
Blätter drei- bis fünfzählig-fussförmig; Blättchen in eine
lange, breite Spitze vorgezogen, trübgrün. Endblättchen
ei-herzförmig, lang-zugespitzt. Rispe verlängert, straff,
etwas gedrungen. Kronenblätter leicht abfallend, weiss,
selten rot. Blütezeit Juli. Mitteldeutschland und Schweiz.
R. Gremlii Focke, Gremlis Brombeere.
b. Schössling unterwärts glatt und kahl, oberwärts spärlich
behaart und von Drüsenborsten und Stachelchen scharf; braun-
rot. Stacheln mittelgross, fast einander gleich, aus breit-
zusammengedrücktem Grunde kurz-pfriemenförmig, zurück-
geneigt. Blätter fünfzählig, ungleich-gesägt. Endblättchen
elliptisch oder eiförmig, vorn allmählich verschmälert. Äste
des Blütenstandes fast wagerecht abstehend. Blume lebhaft
rot. Blütezeit Juli, August. Auf Bergen im Rhein- und
Wesergebiet. R. badius Focke, Braunrötästige Brom-
beere.
II. Kelchblätter nach dem Blühen abstehend oder aufrecht.
1. Schössling sparsam behaart oder im Alter kahl werdend.
a. Schössling wenigstens oberwärts ganz oder nahezu stielrund,
nicht kantig.
a. Schössling bereift, behaart; mit kleinen, zurückgeneigten,
kegelförmigen Stacheln und einzelnen Drüsenborsten zer-
streut- besetzt. Endblättchen breit-eiförmig oder elliptisch,
plötzlich lang-zugespitzt, unterseits grün; Blumenkrone weiss,
selten rot. Blütezeit Juli. In Bayern und der Schweiz.
R. helveticus Gremli, Schweizer Brombeere.
| Rosaceae. 33
.
b. Schössling nicht bereift.
a. Endblättehen rundlich, herzförmig, spitz. Hierher Rubus
salisburgensis Focke, Salzburger Brombeere. ($.S. 31.)
b. Endblättchen schmal-umgekehrt-eiförmig, zugespitzt. Schöss-
ling gebogen niedergestreekt oder klimmend. Stacheln aus
breitem ‚Grunde pfriemlich, gerade, wenig zurückgeneigt,
mit Drüsenhaaren untermischt. ‚Blätter drei- ‚bis fünf-
zählig, oberseits fast kahl, unterseits weichhaarig. Blüten-
stand unterwärts ‚rispig, beblättert, oberwärts trugdoldig,
Kronenblätter schmal, länglich, blassrosa. Fruchtknoten
kahl. Blütezeit Juni, Juli. Im Harz; in Sachsen, ‚Schlesien;
zerstreut. (R. Schummelii Weihe) ‚R. glaucovirens
Nees, Graugrüne Brombeere.
ß. Schössling kantig.
a. Staubblätter die Griffel weit überragend und nach dem
Blühen zusammenneigend. Endblättchen schmal umgekehrt-
eiförmig oder lang elliptisch, zugespitzt, mitunter schwach-
herzförmig. Rispe lang-pyramidal, filzig-rauh, kurz-drüsig.
x Kelch während der Blütezeit zurückgeschlagen, der Frucht
anliegend. Fruchtknoten behaart. Blütezeit Juli. An der
Weser. .R. conothyrsus Focke, Kegelrispige Brombeere.
b. Staubblätter nur wenig länger als die Griffel. Endblättchen
verhältnismässig, breit.
a. Stacheln des ‚Blütenstandes ungleich; die stärkeren aus
breitem Grunde ‚krumm. .Schössling nach obenzu mit
zahlreichen Stachelhöckern. Blätter drei- bis. fünfzählig.
Blättchen scharf-gesägt, unterwärts weichhaarig, grün
oder die jüngeren grau. .Stielchen der äusseren Seiten-
blättehen anfangs sehr kurz. _Endblättchen ‚breit-eiförmig,
breit-umgekehrt-eiförmig oder seicht herzförmig. zugespitzt.
Blütenstand kurz, durchblättert, dichtstachelig. Kronen-
blätter rundlich, weiss, ‚gewöhnlich zusammenneigend.
Blütezeit ‚Juni, Juli. In Gebüschen Mitteldeutschlands.
R. infestus Weihe, Bewehrte Brombeere.
b. Stacheln des Blütenstandes einander ziemlich gleich, nadelig,
rückwärts-geneigt oder rechtwinklig-abstehend. Blätter
fast sammetartig-weichhaarig und schimmernd. Schöss-
lingsstrahlen pfriemlich. Blätter meist fünfzählig. End-
blättchen aus breit-herzförmigem Grunde eiförmig oder
Thome Flora, III. Bd. II. Aufl. 3
34
Rosaceae.
elliptisch, kurz-zugespitzt. Blütenstand kurz; mit bald
zahlreichen, bald spärlichen Stieldrüsen. Blütezeit Juli.
An buschigen Abhängen, Wald- und Wegerändern; in
Bayern, zwischen dem Harz und der holländischen Grenze.
Rubus hypomalacus Focke, Weichhaarige Brombeere.
2. Schössling dicht behaart, fast liegend, braunrot, oberwärts gefurcht,
oft mit einzelnen Drüsenborsten. Stacheln einander fast gleich,
am Grunde des Schösslings sehr ‘klein und dichtgedrängt, ober-
wärts minder zahlreich, kantenständig, lanzettlich, zurückgeneigt.
Blättchen fast lederhart, grob-doppelt-gesägt, oberseits fast kahl,
hellgrün; unterseits weich- fast sammethaarig, grauschimmernd.
Endblättchen fast kreisrund, kurz zugespitzt, dreimal so lang als
sein Stielchen, Blume mittelgross, blassrot. Blütezeit Juli. An
Waldrändern und Hecken, am Niederrhein. R. Leyi Focke, Leys
Brombeere.
Achte Gruppe:
Vestiti, Bekleidete.
A. Schösslingsstacheln kräftig, mit breitem, zusammengedrücktem Grunde.
I. Endblättchen breit, rundlich.
A. Blättchen oberseits fast kahl, unterseits angedrückt- weissfilzig.
Schössling kantig, oft seicht gefurcht, kurzhaarig-filzig. Blüten-
stielcehen filzig, kurzhaarig. Blumenkrone rot. Blütezeit Juli.
Im südwestlichen Teil des Gebietes und in der Schweiz. R,. con-
spicuus P. J. Müller, Ansehnliche Brombeere.
. Blättchen oberseits dicht behaart, im Alter oft kahl werdend,
unterseits dicht weichhaarig und oft filzig. Schössling kräftig,
oft stumpfkantig, dichthaarig, mit langen, schmal-lanzettlichen
Stacheln. Blütenstand lang, nach oben zu kaum verjüngt, am
Grunde mit kräftigen, langen Nadelstacheln; seine Ästchen filzig-
zottig, regelmässig gabelig-verzweigte Scheindolden darstellend.
Blumen gross, weiss oder rot. Blütezeit Juli, August. In Wäldern
und Gebüschen, auf kalkhaltigem Boden. In Schleswig-Holstein,
im Weser- und Rheingebiet, in der Schweiz und Tirol. (R. vestitus
Weihe und Nees.) R. leucostachys Schleicher, Weissstachelige
Brombeere.
Eine Abart (?) mit oberseits kahlen, unterseits sammetartigen
Blättern ist R. maerothyrsus J. Lange, bei Kiel, Grosssträussige
Brombeere.
Rosaceae. 35
II. Endblättchen elliptisch oder länglich.
A. Blätter unterseits durch lange, etwas abstehende Haare weich,
schimmernd.
1. Schössling ohne Stachelborsten, mit gefingert - fünfzähligen
Blättern. Blütenstand ziemlich lang, nur am Grunde beblättert,
unterwärts mit ziemlich kräftigen, geraden Stacheln. Griffel
grünlich. Kronenblätter blassrot. Blütezeit Juli, August.
Waldlichten, Gebüsch und Ufer im nördlichen und westlichen
Teile des Gebietes. Rubus pyramidalis Kaltenbach,
Pyramidensträussige Brombeere.
2. Schössling mit Stachelborsten und teils dreizähligen, teils fuss-
förmig - fünfzähligen Blättern. Blütenstand ziemlich locker,
meist bis über die Mitte durchblättert, mit gebogenen Stacheln.
Griffel rötlich. Kronenblätter rosa. Blütezeit Juli. Auf Bergen
und Hügeln in der Rheinprovinz. R. adornatus P. J. Müller
Gesehmückte Brombeere.
B. Blätter unterseits kurzhaarig oder angedrückt-seidenhaarig.
1. Schösslingsstacheln lanzettlich, gerade, rückwärts - geneigt.
Schössling ziemlich dicht behaart. Blätter unterseits grün und
wenig behaart. Blütenstand locker. Kronenblätter blassrosa.
Blütezeit Juli. In Wäldern der Berge ım Rheinthale.
R. Fuckelii Wirtgen, Fuckels Brombeere.
2. Schösslingsstacheln gekrümmt; Schössling ziemlich dicht be-
haart. Blätter unterseits durch lange, angedrückte Haare
schimmernd. Blütenstand ziemlich dicht, seine Stiele filzig
und mit schwachen Stacheln. Blume anfangs milchweiss, später
wie die Staubblätter purpurn oder rosa werdend. Griffel und
Kelchgrund purpurn. Blütezeit Juli, August. Wälder der
Eifel. R. erubescens Wirtgen, Errötende Brombeere.
B. Schösslingsstacheln aus breiterem Grunde pfriemlich.
I. Fruchtkelch zurückgeschlagen.
A. Blätter unterseits von angedrücktem Filz und dazwischenstehenden
längeren Haaren graugrün bis weissschimmernd. Schössling dicht
behaart und sternhaarig. Endblättchen eiförmig oder elliptisch,
lang zugespitzt. Rispe pyramidal. Kronenblätter rot. Blütezeit
Juni, Juli. In Bayern und Tirol. R. dasyclados A. Kerner,
Dichtbehaartästige Brombeere.
B. Blätter unterseits nur mit einer Art von Behaarung.
3*
Rosaceae.
a. Blätter ganz oder doch vorherrschend dreizählig.
1. Blütenstand mit langen, geneigten, pfriemlichen Stacheln
locker, durchblättert. DBlättchen schön grün, unterseits
blasser, eiförmig, lang zugespitzt. Blüten ansehnlich. Kronen-
blätter elliptisch, rosa. Auf buschigen Abhängen und an
Waldrändern. An der belgischen Grenze. Rubus Lejeunei
Weihe und Nees, Lejeunes Brombeere.
2. Blütenstand feinstachelig, ziemlich lang und schmal. End-
blättchen elliptisch oder umgekehrt-eiförmig, plötzlich zuge-
spitzt, unterseits sammetartig-reich-behaart. Blütenstand
filzig-zottig. Kronenblätter weiss oder rötlich. Blütezeit
Juli. In Westfalen. R. Menkei Weihe und Nees, Menkes
Brombeere.
Hierher vielleicht R. suavifolius Gremli, Sechön-
blätterige Brombeere mit unterseits schneeweissfilzigen,
schimmernden und weich anzufühlenden Blättchen. Frucht-
knoten behaart. Krone rötlich. Blütezeit Juli. Schweiz.
b. Blätter vorherrschend fünfzählie.
1. Endblättchen kreisförmig bis umgekehrt-eiförmig, kurz zuge-
spitzt. Fruchtknoten kahl.
a. Schössling kaum kantig, dicht behaart mit zerstreuten,
unter den Haaren verborgenen Borsten und Drüsenborsten.
Blätter unterseits seidenglänzend - weichhaarig, oberseits
frischgrün. Kronenblätter eirund, lebhaft rot, Staubfäden
rot. Blütezeit Juli. An Waldrändern, in Hecken und
Gebüschen; am Mittel- und Niederrhen. R. festivus
P. J. Müller, Hübsche Brombeere.
ß. Schössling oberwärts stumpfkantig, dicht abstehend be-
haart, mit versteckten Drüsenborsten. Blätter unter-
seits sammetartig-weichhaarig, oberseits matt dunkelgrün.
Kronenblätter umgekehrt - eiförmig, weiss, selten rot.
In Bayern, Arlberg, der Schweiz. (R. foliosus Gremli.)
R. teretiusculus Kaltenbach, Stumpfkantige Brom-
beere.
2. Endblättchen langzugespitzt.
a. Blätter unterseits grün, langzugespitzt, tief- und unregel-
mässig - gezähnt, oberseits mit zahlreichen, glänzenden
Haaren. Fruchtknoten behaart. Schweiz. R. canna-
binus Gremli, Hanfblätterige Brombeere.
Rosaceae. 3.44
ß. Blätter unterseits filzig, ziemlich stark mit seiden-
schimmernden, weichen Härchen besetzt, oberseits striegel-
haarig.
a. Stielehen der oberen Seitenblättchen halb so lang wie
das des Endblättchens; letzteres ziemlich breit-elliptisch.
Rispe mit kurzen, dicht-zottigen Verzweigungen. Blumen-
krone gross, rötlich. Blütezeit, Juli. Eifel. Rubus
Eifeliensis Wirtgen, Eifeler Brombeere.
b. Stielehen der oberen Seitenblättehen halb so lang wie
das des Endblättchens; letzteres fast umgekehrt-eiförmig.
Unterste Rispenäste lang, erst über ihrer Mitte rispig-
geteilt. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli. In Wäldern
an der unteren Mosel. R, hirsutus Wirtgen, Rauh-
haarige Brombeere,
II. Fruchtkelch abstehend oder aufrecht.
4. Blütenstand locker und sparrig, mit langen Ästen.
1. Blättchen dreizählig, umgekehrt-eiförmig, keilig, mit kurzer,
aufgesetzter Spitze, unterseits von zahlreichen Haaren etwas
grauschimmernd. Rispenäste zottig. Blütezeit Juli. Schweiz.
Dem R. Menkei sehr nahestehend. R. fraternus Gremli,
Verwandte Brombeere.
2. Blättehen fünfzählig. Endblättchen breit-eiförmig-rundlich mit
herzförmigem Grunde, sehr lang zugespitzt, beiderseits grün,
oberseits striegelhaarig, unterseits locker-kurz-seidenartig-weich-
haarıg. Rispenäste dicht-rauhhaarig, mit Stachelborsten und
Stieldrüsen reichlich besetzt. Krone rosenrot. Blütezeit Juli.
An der unteren Mosel. R. eruentatus Müller, Blutrot-
blühende Brombeere.
B. Blütenstand gedrängt mit kurzen oder mässig langen Ästen.
1. Rispenäste angedrückt-filzig; rispenständige Blätter unterseits
grüngraufilzig, nicht weissgrün. — Schössling anliegend kurz-
weichhaarig. Blütenstiele graufilzig, mit langen, den Filz über-
ragenden Drüsenborsten. Blumenkrone und Staubfäden hell-
rosenrot. Blütezeit? Bei Aachen. R. aggregatus Kalten-
bach, Gehäuftblütige Bromkeere.
2. Rispenäste abstehend haarig oder zottig; rispenständige Blätter
unterseits nicht filzig.
38 Rosaceae.
«. Rispenäste abstehend zottig, mit kurzen, zwischen den Haaren
verborgenen Drüsen und Nadelstacheln,
a. Staubfäden hellrot, die meist grünen, selten rosenroten
Griffel kaum überragend. Schössling reichstachelig; die
längeren Stacheln gerade, etwas abwärts geneigt, an ihrem
Grunde ziemlich breit und lebhaft rot gefärbt. End-
blättehen eirund-herzförmig, lang zugespitzt. Blätter ober-
seits striegelhaarig, oberseits dunkelgrün. Rispe sehr
lang, reichblütig, am Grunde etwas durchblättert. Kronen-
blätter oval, ausgerandet, hellrosenrot. Blütezeit Juli. In
feuchten Gebüschen am Mittelrhein. Rubus obseurus
Kaltenbach, Dunkelblätterige Brombeere.
Eine sehr drüsenreiche Abart, mit schmälern, nicht
herzförmigen Blättchen, der Rheingegend und der Schweiz ist
R. insericatus P. J. Müller, Seidenhaarige Brombeere.
b. Staubfäden purpurrot, die gelben und am Grunde roten
oder ganz roten Griffel überragend. Schössling reich mit
Stieldrüsen und Drüsenborsten, sowie mit längeren, fast
ganz geraden und mit kurzen Stacheln besetzt. Endblätt-
chen ei-herzförmig, sehr lang zugespitzt, unterseits dicht-
seidig-weichhaarig. Rispe eiförmig, oft unterbrochen, mit
langdrüsig - nadelstacheligen Ästen. Kronenblätter läng-
lich, schön rosenrot. Blütezeit Juli. Bergwälder der
Rheinprovinz. R. rubicundus Müller und Wirtgen,
Hochrote Brombeere.
ß. Rispenäste dicht-rauhhaarig, mit längeren Drüsenborsten und
einzelnen Stachelhöckern. Stacheln ungleich, ziemlich kurz
und schwach, aus breitem Grunde pfriemlich, zurückgeneigt,
Blätter oberseits ziemlich stark striegelhaarig, unterseits
durch fast sammetartigen, weichen Filz graugrün. Endblätt-
chen herz-eiförmig, zugespitzt. Fruchtknoten an seiner Spitze
behaart. Kronenblätter elliptisch, mit keiligem Grunde, blass-
rot. Blütezeit Juli. Auf Bergen im Rheinthale. R. panno-
sus Müller und Wirtgen, Pelzige Brombeere.
Neunte Gruppe.
Radulae, Raspelartige.
A. Rispenäste weichhaarig-filzig; Drüsenborsten den Filz überragend.
I. Schössling bereift, stielrund, angedrückt,, weichhaarig, durch kurze
Drüsen- und Stachelborsten rauh, mit kleinen Stacheln. Blätter meist
Rosaceae. 39
dreizählig, fast lederhart, beiderseits behaart und grün. Endblättchen
elliptisch oder umgekehrt-eiförmig, kurz- oder lang zugespitzt. Kelch-
zipfel nach der Blüte aufrecht-abstehend. Staubblätter die grünen
Griffel lang überragend. Kronenblätter spatelig, weiss. Blütezeit Juli.
In Waldungen Nord-Westfalens und Bayerns. Rubus scaber Weihe
und Nees, Rauhe Brombeere.
II. Schössling unbereift.
A. Schössling kahl, sehr selten etwas behaart. Blätter unterseits grün
bis graufilzig, ungleich-grob-gesägt. Endblättchen eiförmig elliptisch,
zuweilen mit keiligem Grunde, lang zugespitzt. Rispe locker,
sparrig. Kelchzipfel an der Frucht locker abstehend oder fast
zurückgeschlagen. Kronenblätter klein, schmal umgekehrt-eiförmig,
blassrot oder rosenrot. Blütezeit Juli. In Wäldern und Gebüschen,
seltener in der Ebene; in der Schweiz, Mittel- und Norddeutschland,
zerstreut. R. rudis Weihe und Nees, Wüste Brombeere.
B.Schössling behaart. |
1. Kelchzipfel an der Blume zurückgeschlagen, an der Frucht auf-
recht. Schössling flachseitig-kantig. Blätter fünfzählig-fuss-
förmig, beiderseits grün, zerstreut-behaart. Endblättchen eiförmig,
lang zugespitzt. Rispe meist durchblättert. Kronenblätter
elliptisch, weiss. Blütezeit Juli. In Wäldern und Gebüschen
der Rheinprovinz. R. Loehri Wirtgen, Löhrs Brombeere.
2. Kelchzipfel an der Frucht zurückgeschlagen. Schössling stiel-
rund, abstehend-behaart. Blätter dreizählig, sehr selten einzelne
fussförmig; unterseits weichhaarig, meist grün, an sonnigen
Orten graufilzig. Endblättchen umgekehrt-eiförmig-spitz. Rispe
unterwärts unterbrochen. Kronenblätter gross, umgekehrt-ei-
förmig, flaumhaarıg-gewimpert. Blütezeit Juli. In Wäldern
Südbayerns. R. platycephalus Focke, Breitrispige Brom-
beere.
B. Rispenäste rauhhaarig oder rauhhaarig-filzig; Drüsenborsten im Filze ver-
borgen.
I. Stacheln der Rispe lang, kräftig, geneigt.
a. Blütenstand pyramidal- rispig; Staubblätter die Griffel weit über-
ragend. Schössling kantig, oberwärts gefurcht. Blätter unterseits
sternfilzig, weiss oder graugrün; meist fussförmig-fünfzählig. End-
blättehen eiförmig, lang zugespitzt, Schössling sehr rauh, mit
schlanken Stacheln. Blütenstielchen kurz. Blumenkrone weiss oder
rötlich. Blütezeit Juli. In Wäldern und Gebüschen durch das
40
Rosaceae.
ganze Gebiet verbreitet. Rubus Radula Weihe, Raspelstengelige
Brombeere.
Verwandt ist die Thüringer Brombeere, R. thuringensis
Metsch, mit stielrunden, oben stumpfkantigen Schösslingen und
blassroter Blumenkrone.
b. Blütenstand schmal-rispig, oberwärts traubig. Staubblätter griffel-
hoch. Kronenblätter weiss. Blütezeit Juli. Schweiz; selten.
R. racemigerus Gremli, Traubenblütige Brombeere.
II. Stacheln der Rispe schwach.
A. Blättchen herzförmig, ungleich- und grob-gesägt. Blüten nicht
büschelig beisammenstehend.
a. Blütenstand dicht, gedrungen, mit kurzen Blütenstielchen. Stiel-
drüsen der Blüten meist zwischen Haaren versteckt, einzelne
längere hervorragend. Blätter meist dreizählig; Blättchen mit
ihren Rändern sich deckend; Endblättchen breit-berz-eiförmig
bis herzförmig-rundlich. Kronenblätter weiss. Blütezeit Juni,
Juli. Unter Gebüsch an Bächen und Quellen. Im Nordwesten
des Gebietes. R. thyrsiflorus Weihe und Nees, Strauss-
blütige Brombeere.
b. Blütenstand locker, nur am Rande beblättert, nadelstachelig.
Blättchen sich mit ihren Rändern nicht deckend.
1. Schösslingsblätter meist fussförmig - fünfzählig. Blättchen
beiderseits grün; das endständige herz-eiförmig oder aus herz-
förmigem Grunde abgerundet-rechteckig, mit langer, schlanker
Spitze. Blütenstand locker und sparrig mit zahlreichen
kurzen Stieldrüsen und Nadelstacheln. Blüten weiss. Griffel
rot. Blütezeit Juli. In Waldungen; gern auf feuchtem, kalk-
haltigem Boden. Im Nordwesten des Gebietes. R. pallidus
Weihe und Nees, Bleiche Brombeere.
Verwandt aber durch die stark-bereiften, stark- und
ungleich’drüsigen Schösslinge, tief-grünes, glänzendes Laub u. a.
unterschieden ist der Thüringische R. nitens Sagorski,
Glänzende Brombeere.
2. Schösslingsblätter drei- bis fünfzählig-fussförmig. Blättchen
oberseits spärlich-behaart, unterseits im Schatten grün, an
sonnigen Orten grau-sammethaarig. Endblättchen seicht
herzförmig. Rispe dicht. Kronenblätter weiss oder rot.
Blütezeit Juli. Im Nordwesten ‚des Gebietes. R. fuscus
Weihe und Nees, Braune Brombeere.
Rosaceae. 41
B.Blättehen scharf und fein gesägt. Blüten oft büschelig beisammen-
stehend.
a. Fruchtkelch aufrecht. (Bei R. denticulatus ist der Kelch zur’
Blütezeit zurückgeschlagen.)
1. Stacheln fast gleichförmig. Endblättchen lang zugespitzt.
Staubblätter halb so lang wie die grünen Stempel. Schöss-
linge behaart, kantig. Blättchen unterseits weich und weiss-
filzig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli. Schweiz. Rubus
albicomus Gremli, Weissschopfige Brombeere.
2. Stacheln ungleich, oft mit Übergängen zu Stachelborsten.
Endblättchen kurz zugespitzt. Staubblätter so lang wie die
roten Griffel. Schössling drüsenborstig-rauh, stumpfkantig.
Blättchen unterseits angedrückt-weissfilzig bis grün, fein ge-
sägt. Kronenblätter flaumig, weiss oder rot. Blütezeit Juli.
Oberbayern, Oberösterreich, Tirol. R.dentieulatus A. Kerner,
Gezähntblätterige Brombeere.
b. Fruchtkelch zurückgeschlagen.
1. Stengel grün, grösser als die Staubblätter. Schösslinge
stumpfkantig, blaugrün. Blätter drei- bis fünfzählig-fuss-
förmig, fast lederhart, oberseits dunkelgrün, unterseits locker-
filzig, graugrün. Rispe lang, meist ganz mit einfachen
Blättern durchblättert. Kronenblätter ausgerandet, weiss.
Blütezeit Juli. Gebüsche und Waldungen Nordwestdeutsch-
lands. R. foliosus Weihe und Nees, Durchblätterte
Brombeere.
2. Stengel ganz oder doch an ihrem Grunde rot, so lang wie
die Staubblätter.
a. Blätter unterseits weissfilzig oder fast kahl und hellgrün.
Schössling braunrot. Stacheln fast gleichförmig, klein.
Blätter meist dreizählig krautig. Endblättchen länglich,
lang zugespitzt. Rispe nur unterwärts durchblättert.
Kronenblätter elliptisch, zuweilen ausgeschnitten, unter-
seits dieht-kurzhaarig, hellrot. Blütezeit Juli. Im ganzen
westlichen Teile des Gebietes. R. saltuum Focke,
Waldgebirgs-Brombeere.
ß. Blätter unterseits sammet- oder seidenartig - glänzend.
Schösslinge stielrund, behaart, ungleich-stachelicht. Blätter
drei- bis fünfzählig. Endblättchen eiförmig-langzugespitzt.
42
Rosaceae,
Rispe oft durchblättert. Kronenblätter flaumig, weiss oder
rot. Blütezeit Juli. In Bayern; selten. Rubus indusiatus
Focke, Beschleierte Brombeere.
Zehnte Gruppe:
Hystrices, Stachelige.
A. Schösslinge und Rispenverzweigungen sehr dicht und abstehend behaart,
drüsenreich und dicht-stachelicht. Schösslingsblätter fünfzählig. Blätt-
chen unterseits weichhaarig, Endblättchen aus seicht - herzförmigem
Grunde breit -elliptisch, kurz zugespitzt. Blumenkrone lebhaft rot.
Blütezeit Juli. Westfalen und Rheingegend. R. fuscoater Weihe
und Nees, Schwarzbraune Brombeere.
. Schösslinge und Rispenverzweigungen zerstreut-kurzhaarig oder kahl
I. Rispe kurz, deren Äste wagerecht-abstehend, graufilzig.
1. Kelch an der Blüte zurückgeschlagen, später abstehend oder halb-
aufrecht. Blättchen breit, ungleich-grob- und scharf-gesägt, sich
am Rande oft deckend, oberseits glänzend, fast kahl, unterseits
auf den Nerven schwach behaart. Fruchtknoten kahl. Endblätt-
chen rundlich-herzförmig, lang zugespitzt. Kronenblätter eiförmig
rot. Blütezeit Juli. An Waldrändern am Niederrhein. R. rosaceus
Weihe und Nees, Rosarote Brombeere.
. Kelch an der Frucht zurückgeschlagen. Blättchen ziemlich breit,
oberseits dunkelgrün, ziemlich kahl, unterseits graufilzig. Frucht-
knoten behaart. Blütenstand öfter durchblättert, die oberen Blätter
zu blattartigen Deckblättern verkleinert. Kronenblätter rötlich
Blütezeit Juli. Schweiz. R. brevis Gremli, Kurzrispige Brom-
beere.
II. Rispe lang, mit aufrecht-abstehenden, zerstreut-behaarten Ästen.
A. Blätter dreizählig, mit rautenförmigem, keiligem, spitzem, unter-
seits weissfilzigem Endblättchen. Schössling kahl, etwas bereift.
Stacheln ziemlich gleichförmig und wie die Stieldrüsen sparsam.
Kronenblätter weiss. Fruchtknoten kahl. Blütezeit Juli. Schweiz.
R. indotatus Gremli, Arme Brombeere.
B. Blätter des Schösslings drei- bis fünfzählig; nicht alle dreizählig
und unterseits nicht weissfilzig; Endblättchen mehr oder weniger
eiförmig, nicht rautenförmig.
a. Fruchtkelch zurückgeschlagen. Blätter alle oder meist fünf-
zählig.
1.
Rosaceae. 43
Blätter krautig, oberseits zerstreut-behaart, dunkelgrün, unter-
seits weichhaarig, hellgrün. Endblättehen schmal-eiförmig,
allmählich verschmälert zugespitzt. Rispe nur am Grunde
durchblättert. Schössling reich mit ungleichen, zum Teil
sehr langen und starken Stacheln, Drüsen- und Stachel-
borsten besetzt. Kronenblätter fast kreisrund, wie die Staub-
blätter purpurn. Blütezeit Juli. Rheinpreussen; selten.
Rubus Hystrix Weihe und Nees, Stachelschweinborstige
Brombeere.
, Blätter derbhäutig, fast lederhart, oberseits sparsam kurz-
haarig, oft fast kahl, dunkelgrün, unterseits weichhaarig,
heller. Endblättchen eiförmig, zuweilen umgekehrt-eiförmig,
zugespitzt, am Grunde oft seicht-herzförmig. Rispe ganz
durehblättert. Kronenblätter eiförmig, weiss. Blütezeit Juli.
In Waldungen Mitteldeutschlands. R. Köhleri Weihe und
Nees, Köhlers Brombeere.
Abarten sind:
«. R. baltieus Focke, Ostsee-Brombeere. Stark-behaart,
mit rauhhaarigen, armdrüsigen Schösslingen, meist drei-
zähligen Blättchen und hellroten Blumen. Mecklenburg.
ß. R. bavaricus Focke (R. pygmaeus Caflisch), Zwerg-
Brombeere. Blattunterfläche oft graufilzig: Rıspe nur
am Grunde beblättert. Bayern, Österreich, Tirol.
y. R. Mikani Köhler, Mikans Brombeere. Schösslinge
dicht behaart, etwas bereift, reichdrüsig. Schlesien und
Bayern. ’
Verwandt, aber durch die drei-, nicht fünfzähligen,
fussförmigen Blätter unterschieden ist der Thüringische
RB. hennebergensis Sagor ski, Henneberger Brombeere.
b. Fruchtkelch aufrecht. Blätter drei- bis fünfzählig-fussförmg.
1.
DD
Rispe unterwärts durchblättert, untere Äste entfernt, trug-
doldig, obere genähert, alle rauhhaarig, dicht-ungleich-stache-
licht, nadel- und drüsenborstig. Blätter oberseits zerstreut-
haarig, unterseits weichhaarig, grob- und oft eingeschnitten-
gesägt. Kronenblätter eiförmig, in einen kurzen, breiten
Nagel verschmälert, weiss. Blütezeit Juli. Schlesien.
R. apricus Wimmer, Sonneliebende Brombeere.
. Rispe am Grunde unterbrochen, mit aufrecht-abstehenden
Ästen; Zweige oft trugdoldig-dreiblütig, an der Spitze meist
44
Rosaceae.
einfach; deren Spindel abstehend-behaart, violett, drüsen-
borstig und mit roten, gelbbespitzten, zurückgekrümmten
Stacheln. Blätter unterseits grün oder graufilzig. Kronen-
blätter umgekehrt-eiförmig, rosa. Blütezeit Juli. Südbayern,
Schweiz. Rubus pilocarpus Gremli, Behaartfrüchtige
Brombeere.
Elfte Gruppe.
Glandulosi, Drüsige.
A. Schössling kantig, dessen grössere Stacheln fast gleich, ohne Übergänge
zu Drüsen oder Stachelborsten. Rispe mit langen, nadelstacheligen
Drüsenborsten.
I. Fruchtknoten behaart. Schössling bereift, zerstreut-behaart. Blätter
drei- bis fünfzählig-fussförmig. Endblättchen breit-eiförmig oder
umgekehrt-eiförmig, am Grunde schwach-herzförmig. Rispe schmal
dicht. Fruchtkelch zurückgeschlagen. Blütezeit Juli. Mecklenburg.
R. Betkei Marsson, Betkes Brombeere.
II. Fruchtknoten kahl.
a. Schössling etwas bereift, schwach behaart, mit Borsten, Drüsen
und sehr kurzen, ziemlich geraden Stacheln dicht besetzt. Blätter
drei- bis fünfzählig, fussförmig, lebhaft grün, fast kahl. End-
blättchen länglich oder umgekehrt-eiförmig, am Grunde schwach
herzförmig, lang zugespitzt. Rispe locker, lang. Fruchtkelch
reich mit Borsten und Stieldrüsen besetzt, zuletzt abstehend.
Kronenblätter schmal, länglich, weiss. Blütezeit Juni, Juli.
Thüringen und Bayern. R. Metschii Focke, Metschs Brom-
beere.
. Schössling nicht bereift.
a. Schössling ganz kahl. Blättchen, namentlich die blütenständigen
keilförmig, jüngere unterseits dünn -graufilzig. Staubblätter so
lang oder länger als die grünlichen Griffel. Blumenkrone weiss.
Blütezeit Juli. Nordostschweiz; selten. R. rigidatus Gremli,
Starre Brombeere.
ß. Schössling etwas behaart, Blätter unterseits grün. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Der vorigen nahestehend-
Südwestschweiz. R. Reuteri Mercier, Reuters Brombeere.
B. Schössling stielrund.
l. Grössere Stacheln ungleich; die grössten kräftig, aus breit-zusammen-
gedrücktem Grunde zurückgeneigt oder hakenförmig.
Rosaceae. 45
a. Blütenstiele filzig-rauhhaarig, mit zerstreuten, im Filze verborgenen
Drüsenhaaren und Drüsenborsten von doppelter Haarlänge, sowie
mit feinen Nadelstacheln besetzt; stärkere Stacheln selten.
1. Grössere Stacheln aus breitem Grunde hakenförmig. Blätter
dreizählig, mit einzelnen fünfzählig-fussförmigen untermischt,
oberseits glänzend-dunkelgrün, striegelhaarig, unterseits heller,
dicht anliegend-behaart. Rispe schmal, unterwärts beblättert,
mit traubiger, vor dem Blühen nickender Spitze. Blumenkrone
schmal, umgekehrt-eiförmig, rot. Blütezeit Juni, Juli. An
Waldrändern, in Gebüschen und Hecken Nordwestdeutschlands.
Rubus Schleicheri Weihe und Nees, Schleichers Brombeere.
2. Grössere Stacheln aus breitem Grunde allmählich dünner, zurück-
geneigt, oft schwach-gebogen oder gekrümmt. Blätter drei- bis
fünfzählig-fussförmig, beiderseits grün und zerstreut - behaart.
Rispe unterwärts unterbrochen und beblättert; deren Aste auf-
recht -abstehend, die oberen gedrängt. Kronenblätter weiss,
elliptisch. Blütezeit Juli. Bergwälder in der Rheinprovinz.
R. pygmaeopsis Focke, Zwergige Brombeere.
b. Blütenstiele kurzhaarig, dicht lang- und drüsenborstig. Im übrigen
dem R. hirtus fast gleich und nur durch die kräftigen Stacheln
von diesen zu unterscheiden. Blütezeit Juli, August. (R. hirtus
var. ß. apiculatus Metsch) R. insolatus P. J. Müller, Der
Sonne ausgesetzte Brombeere.
I. Grössere Stacheln schwach, pfriemen- oder borstenförmig.
A. Blütenstand rispig-traubig; dessen Zweige sowie die Kelche grün-
lich oder durch zahlreiche Drüsen gerötet.
1. Staubblätter kürzer als der Griffel. Fruchtknoten meist behaart.
a. Griffel rot.
a. Schössling unbereift, mehr oder minder behaart, dicht
ungleich-drüsenborstig und stachelicht .Blätter meist drei-
zählig, beiderseits behaart, unterseits grau-seidenhaarig-
glänzend. Kelch grau-filzig; seine Zipfel nach dem Blühen
aufrecht. Kronenblätter schmal, gewimpert, weiss. Frucht-
knoten behaart, kahl werdend. Blütezeit Juli. In Wäldern
des südlichen Gebietes. R. polyacanthus Gremli, Viel-
stachelige Brombeere.
b. Schössling bereift.
a. Stacheln gerade, fein. Stieldrüsen dunkel-, fast schwarz-
rot, teilweise sehr lang. Rispe aufrecht, ästig. Frucht-
Rosaceae.
knoten kahl. Blütezeit Juli. Schweiz. Rubus colo-
ratus Gremli, @efärbte Brombeere.
b. Stacheln gekrümmt. Schössling auffallend schlank und
armstachelig. Stieldrüsen oft ziemlich sparsam, wenig
gefärbt. Fruchtknoten behaart. Blütezeit Juli. Schweiz.
R. graecilicaulis Gremli, Dünnstengelige Brom-
beere.
ß. Griffel grün.
a. Schössling bereift, spärlich behaart. Blätter drei- bis
fünfzählig, beiderseits grün und zerstreut-behaart; jüngere
oberseits zart-seidenhaarig, später kahl, unterseits zart-
weichhaarig. Endblättchen rundlich, plötzlich lang- und
fein-zugespitzt. Rispe lang, reichblumig, unterseits be-
blättert. Kelch igelstachelig. Kronenblätter länglich oder
umgekehrt-eiförmig, weiss. Staubblätter fast vierreihig.
Fruchtknoten kahl oder filzig. Blütezeit Juli, August.
In Bergwäldern des südlichen Gebietes. R. Bayeri Focke,
Bayers Brombeere.
b. Schössling unbereift.
a. Fruchtknoten und Schössling behaart.
aa. Kronenblätter breit. Staubblätter nur wenig
niedriger als der Griffel. Blätter ungleich- und
tief-gezähnt, beiderseits gleichfarbig, mit zahlreichen,
etwas glänzenden Haaren. Blütezeit Juli. Schweiz.
R. scabrifolius Gremli, Rauhblätterige Brom-
beere.
bb. Kronenblätter schmal. Staubblätter etwa halb so
hoch wıe die Griffel.
aa. Staubbeutel grünlich-weiss. Blätter unterseits
graulich und fast haarlos, spitz. Blütenstand-
achse hin- und hergebogen. Kronenblätter
länglich-keilförmig, weiss. Blütezeit Juni, Juli.
In Wäldern Bayerns und der Schweiz. R. brachy-
andrus Gremli, Kleinmännige Brombeere.
bb. Staubbeutel rötlich-gelb. Blättchen beiderseits
fast gleichfarbig, zugespitzt. Blütenstandachse
straff. Blütezeit Juli. ‚Schweiz. R. leptopetalus
Focke, Schmalblätterige Brombeere.
Rosaceae. 47
b. Fruchtknoten kahl.
aa. Schössling fast kahl. Blättchen elliptisch-länglich,
mit wenig-ausgeprägten breiten Zähnen, unterseits
grün. Blütezeit Juli. Schweiz. Rubus curtidens
Gremli, Kurzzähnige Brombeere.
bb. Schössling dicht behaart. Blättchen eilänglich,
lang zugespitzt, mit tieferen, schmäleren Zähnen,
die jüngeren unterseits oft graufilzig. Blütezeit
Juli. Schweiz NR. tardiflerus Focke, Spät-
blühende Brombeere.
2. Staubblätter so lang oder länger wie die Griffel.
a. Blättchen plötzlich lang zugespitzt, eiförmig oder umgekehrt-
eiförmig.
a. Griffel grünlich-weiss, nicht rot.
a. Schössling schwach-bogig-niederliegend, stielrund, nach
der Spitze zu undeutlich kantig, bei Schattenpflanzen
hellgrün-bläulich, hinfällig-bereift; an sonnigen Orten
rotbraun; spärlich behaart, mit weichen, einander un-
gleichen Stacheln, Drüsenborsten und Drüsenhaaren
dicht besetzt. Blätter dreizählig, gross; Blättchen ge-
stielt, beiderseits hellgrün, zerstreut-behaart, gleich-
mässig-gesägt. Kronenblätter schmal, spatelig, weiss,
aussen kurzhaarig. Staubblätter länger als die Griffel,
der Frucht anliegend. Blütezeit Juni, Juli. Auf
quelligem Waldboden nicht selten. R. Bellardii
Weihe und Nees, Bellardis Brombeere.*)
b. Schössling bogig-niedergestreckt, stielrund, gegen die
Spitze schwachkantig, dunkelrot, lang-abstehend-behaart
und stachelborstig. Stacheln zerstreut, sehr ungleich.
Blätter drei- bis fünfzählig, beiderseits grün, abstehend-
rauhhaarig, grob-eingeschnitten-gesägt. Kelch nach dem
Blühen zurückgeschlagen, dann aufgerichtet, die Frucht
locker umgebend. Kronenblätter oval, weiss oder hell-
rot. Staubblätter länger als die Griffel. Blütezeit Juli,
August. Pommern. R. maeranthelos Marsson, Gross-
rispige Brombeere.
*) Tafel 327. Rubus Bellardii Weihe und Nees. A Stück des Schösslings
mit Blatt; B Blütenzweig; © Teil des Fruchtstandes.
Rosaceae.
b. Griffel rot.
a. Blütenstandsachse hin- und hergebogen. Stieldrüsen
rot. Staubblätter die Griffel überragend. Blätter drei-
bis fünfzählig; Blättchen tief- und unregelmässig-ein-
geschnitten-gezähnt. Blüten gross. Blütezeit Juli.
Schweiz; selten. Rubus celtidifolius Gremli, Zürgel-
baumblätterige Brombeere.
b. Blütenstandtachse straff. Stieldrüsen blass. Staubblätter
sriffellang. Blätter dreizählig. Blütezeit Juli. Schweiz.
R. remotus Gremli, Entfernte (?) Brombeere.
8. Blättehen herzförmig, zugespitzt.
a. Fruchtknoten kahl.
a. Mehrzahl der Drüsen des Blütenstandes kurz; längere
nur einzeln darunter gemischt.
aa. Schössling behaart. Blätter drei- bis fünfzählig-
fussförmig. Blättehen ungleich-gesägt; beiderseits
grün und kurzhaarıg. Endblättchen ei- oder herz-
eiförmig. Blütenstand kurz, filzig. Kronenblätter
länglich, weiss. Blütezeit Juli. Bergwälder Mittel-
deutschlands, Böhmens, Elsass. R. serpens Weihe
und Nees, Kriechende Brombeere.
bb. Schössling dicht-abstehend-behaart. Blätter meist
fünfzählig. Blättehen ungleich, wenig tief gesägt,
beiderseits behaart. Endblättchen seicht herzförmig,
länglich. Blütenstand zusammengesetzt, meist kurz,
Blütezeit Juli. Bayern. R. incultus Wirtgen,
Unschöne Brombeere.
b. Mehrzahl der Drüsen des Blütenstandes sehr lang, rot;
nur einzelne sind kürzer. Schössling schwach bereift.
Blätter meist dreizählig. Blättchen ungleich - gesägt,
oberseits striegelhaarig, unterseits bläulich, auf den
Nerven weichhaarig. Endblättchen herzförmig, breit-
elliptisch. Kronenblätter breit, oval, weiss. Blütezeit
Juli. Harz, Bayern. R. hereynicus G. Braun, Harzer
Brombeere.
‚b. Fruchtknoten behaart, oft bald verkahlend.
a. Drüsen des Blütenstandes durchgehends kurz, längere
nur einzeln. Schössling zerstreut-behaart, dicht-ungleich-
drüsen- und stachelborstig. Blätter meist fünfzählig-
Rosaceae. 49
fussföormig, beiderseits zerstreut-behaart, grün. End-
blättchen herz-eiförmig-zugespitzt, auffallend kurzgestielt.
Rispe gross, lang, von dreizähligen und einfachen
Blättern durchblättert, mit graurötlichen, kurzfilzigen,
dicht - nadelstacheligen DBlütenstielen. Blumenblätter
klein, schmal, weiss. In Waldungen, zumal der Berge
Nordwestdeutschlands und Bayerns. (R. dasyacanthos
G. Braun) Rubus rivularis P. J. Müller und
Wirtgen, Bach-Brombeere.
d. Drüsen des Blütenstandes teilweise (nicht nur einzeln)
sehr lang.
aa. Griffel rot. Schössling ziemlich dick, rundlich.
Stacheln fein. Blättehen unterseits grün. Frucht-
kelch aufrecht. Blütezeit Juli. Zürich. R. tenui-
glandulosus Gremli, Feindrüsige Brombeere.
bb. Griffel weiss. Schössling bereift, rauhhaarig. Stiel-
drüsen wenig gefärbt. Blätter unterseits steifhaarig-
sammetartig-schimmernd. Kronenblätter weiss.
Blütezeit Juli. Bayern und Schweiz; selten.
R. lamprophyllus Gremli, Glanzblätterige
Brombeere.
B. Blütenstand einfach-traubig. Drüsenborsten violett oder dunkel-
purpurn.
1. Blättchen sehr fein- und gleichmässig-gesägt, oben zerstreut-
haarig, unten dicht- und stark -seidenhaarig. Endblättchen
eiförmig, kurz-zugespitzt. Rispe ziemlich lang; alle Stielchen
von einem kleinen, blattartig-erweiterten Deckblatt gestützt.
Kronelilafarben. Staubfäden fast himmelblau. Blütezeit August.
In der Eifel. R. lilacinus Wirtgen, Lilafarbige Brombeere.
2. Blättchen nach vornezu ungleich-, oft eingeschnitten- gesägt.
Endblättchen meist eiförmig oder elliptisch, selten herzförmig.
Blumenkrone nicht lilafarben, meist weiss, selten rot; Staubfäden
nicht fast himmelblau. Blütenstand ziemlich locker. Blüten-
stiele mit zahlreichen, längeren und kürzeren, schwarzroten
Stieldrüsen und Nadelborsten.
«. Staubblätter länger als die Griffel.
a. Endblättchen breit-eiförmig, oft auch herzförmig, spitz.
Rispe unterwärts durchblättert und ziemlich locker, ober-
Thom, Flora. II. Bd. II. Aufl. 4
50
Rosaceae,
wärts meist gedrungen, mit vor dem Aufblühen nickender
Spitze. Blumenkrone schmal, umgekehrt-eiförmig, weiss,
selten rosa. Blütezeit Juni, Juli. In Bergwäldern; zer-
streut. Rubus hirtus Waldstein-Kitaibel (Weihe
und Nees), Rauhhaarige Brombeere.
b. Endblättchen länglich-herz-eiförmig, lang-zugespitzt. Rispe
sehr gross, sparrig. Meist etwas durchblättert. Kronen-
blätter umgekehrt-ei-keilförmig, weiss. Blütezeit Juli. Der -
vorigen sehr ähnlich und verwandt. In Gebüschen und
Wäldern der Rheinprovinz. R. Kaltenbachii Metsch
Kaltenbachs Brombeere.
ß. Staubblätter kürzer als die unterwärts rötlichen Griffel, fast
einreihig; sonst wie die vorigen, mit denen sie zusammen
wohl eine Art bildet. Blütezeit Juli, August. In Wäldern
Schlesiens, Badens, Bayerns und des südlichen Gebietes.
R. Güntheri Weihe und Nees, Günthers Brombeere.
Zwölfte Gruppe:
Corylifolii, Haselbläfterige.
A. Früchte unbereift.
I. Schössling unbereift. Stacheln einander ungleich, die grösseren am
Grunde etwas verdickt, zum Teil gebogen. Blättchen ungleich-gezähnt,
Endblättchen eilänglich, kurz und breit zugespitzt. Kronenblätter
eilänglich, meist rötlich. Fruchtknoten kahl. Früchtehen mattschwarz.
Blütezeit Juni, Juli. Schweiz; selten. R. pseudopsis Gremli,
Trügerische Brombeere.
Eine Abart (?) mit schwächlichem, grünem, rotbraun-bestacheltem
Schössling ist R. prasinus Gremli (nicht Focke), Lauchgrüne
Brombeere.
II. Schössling bereift.
4A. Frucht schwarzrot. Schössling kräftig, meist drüsenlos, mit zer-
streuten, schwarzroten Stacheln, aber, wie auch der Blütenstand,
ohne lange Nadelstacheln. Hierher gehören Bastarde und Über-
gangsformen zu R. Idaeus. Die ausgeprägteste Form mit kahlem
Schössling, kegelig-pfriemlichen Stacheln, grossen, eingeschnitten-
gesägten Blättern, kurzem Blütenstande, roten Kronenblättern,
roten Griffeln und oft roten Staubblättern ist die im Juli blühende,
den Pommerschen Küstenwaldungen angehörende R. maximus
Marson, Grösste Brombeere. i
Rosacene. 51
B.Frucht schwarz. Hierher eine Menge zum Teil noch wenig ge-
kannter Formen, von denen zahlreiche als Rubus corylifolius
Smith, R. dumetorum Weihe und Nees, R. nemorosus
Autorum zusammengefasst waren,
c. Stacheln an Grösse ungefähr einander gleich.
X. Schösslinge drüsenlos oder doch spärlich mit Drüsen besetzt.
1. Blütenstielehen drüsenlos, zuweilen mit Sitzdrüsen oder
sparsam mit Stieldrüsen versehen.
a. Kelch aufgerichtet. Schössling oberwärts scharfkantig,
drüsenlos, schwach behaart. Stacheln ziemlich kräftig,
gerade oder gebogen. Blätter unterseits dünn behaart
bis filzig, eingeschnitten-gesägt. Blütenstand gewöhn-
lich gedrungen. Kronenblätter rosenrot oder weiss.
Staubfäden die Griffel überragend. Blütezeit Juni
August. An der Ostseeküste. R. Wahlbergii Arrhe-
nius, Wahlbergs Brombeere.
b. Kelch abstehend.
a. Stacheln und Blütenstiele wenig gebogen. Schöss-
ling rundlich, schwach behaart. Stacheln zerstreut,
etwas gebogen. Blätter eingeschnitten-gesägt, unter-
seits anfänglich graufilzig, später grün. Blütenstand
schmal. Kronenblätter weiss oder blassrot. Staub-
blätter griffelhoch. Griffel grün. Blütezeit Juni,
August. Norddeutschland. R. Laschii Focke,
Laschs Brombeere.
d. Stacheln der Blütenstiele krumm, zusammengedrückt.
Schössling rund, fast kahl. Stacheln fast lanzettlich.
Blätter unterseits filzig-grauschimmernd, oberseits
kahl; Endblättchen fast kreis-herzförmig. Kronen-
blätter gross, rosa. Blütezeit Juli, August. Lahnthal.
RB. callianthus P.J. Müller, Schönblumige Brom-
beere.
2. Blütenstielchen drüsig.
a. Blütenstand fast straussförmig-rispig. ' Stacheln zahl-
reich, pfriemlich oder nadelig. Blütenstiele und Kelch
fast wehrlos. Blüte ausgebreitet. Blütezeit Juli.
Schlesien. R. Weihei Köhler, Weihes Brombeere.
b. Blütenstand locker, schmal, oben fast ebensträussig.
Schössling wenig behaart, rundlich. Stacheln zahlreich,
4*
Rosaceae.
gerade. Blätter unterseits weichhaarig, jüngere grau-
filzig. Kronenblätter rötlich oder weiss. Staubblätter
höchstens so lang wie die Griffel; letztere oft rötlich.
Blütezeit Juli, August. In Waldungen Norddeutsch-
lands. Rubus nemorosus Hayne, Hain-Brombeere.
B. Schössling drüsig.
1. Schössling stumpfkantig, mit langgestielten Drüsen.
a. Schössling fast kahl; Stacheln aus zusammengepresstem
Grunde gerade oder schwach zurückgeneigt. Blättchen
oberseits kahl, unterseits weichhaarıg. Endblättchen
fast kreisföormig. Kelch grünfilzig, weiss gerandet.
Kronenblätter umgekehrt-eiförmig, weiss. Fruchtkelch
abstehend. Blütezeit Juli. Schlesien und Sachsen.
R. orthacanthus Wimmer, Geradstachelige Brom-
beere.
b. Schössling abstehend-locker-behaart, mit zerstreuten,
schmalen, gelben Stacheln, mit zahlreichen Stachel-
borsten und reichlich mit gestielten Drüsen und
längeren Drüsenborsten besetzt. Blätter oberseits zer-
streut-haarig, bald kahl; unterseits seidenhaarig. End-
blättchen herzförmig-elliptisch, mit langer, schmaler
Spitze. Kelchzipfel aufrecht. Kronenblätter weiss.
Norddeutschland. R. Oreades P. J. Müller, Berg-
nymphen-Brombeere.
2. Schössling rundlich, kurzdrüsig; Stacheln kurz, aus breiterem
Grunde zugespitzt. Blätter unterseits schwach behaart. .
Endblättehen breit, eirautenförmig oder herzförmig. Kelch-
zipfel aufrecht. Staubblätter die grünen Griffel überragend.
Fruchtknoten schwach behaart. Blütezeit Juni, Juli.
Bayern, Oberösterreich, Tirol. NR. Ebneri A. Kerner,
Ebners Brombeere.
ß. Stacheln ungleich.
U. Grössere Stacheln schmal-lanzettlich oder derb-pfriemlich.
1. Griffel rötlich. Schössling stumpfkantig, mehr oder minder
ungleich-stachelig und drüsig. Stacheln gerade. Blätter
unterseits dicht-weichhaarig, zuweilen fast graulich. End-
blättchen breit-herz-eiförmig. Kelchzipfel aufrecht. Kronen-
blätter rot. Staubblätter griffelhoch oder höher. Blüte-
Rosaceae, 54
zeit Juli. Nordwestdeutschland bis Mecklenburg. Rubus
horridus Schultz, Stachelige Brombeere.
2. Griffel grün oder weisslich.
a. Blätter grob- und doppelsägezähnig. Schössling etwas
bereift, sehr dichtstachelig. Blätter fünfzählig, seltener
drei- oder siebenzählig. Kelch aufrecht, graugrün.
Blumenkrone weiss. Staubblätter griffelhoch. Blütezeit
Juli. West- und Norddeutschland. R. myriacanthus
Focke, Tausendstachelige Brombeere.
. Blätter nicht tief-sägezähnig. Schössling mit schmalen,
pfriemlichen Stacheln und zerstreuten Drüsen und Drüsen-
borsten versehen. Blütenstiele dicht-drüsig, stachelig,
Kelch zottig, grün, weiss berandet. Staubblätter länger
als die Griffel, vertrocknend.. DBlumenkrone weiss.
Schlesien, Bayern. R. oreogeton Focke, Berg-Brom-
beere.
9. Grössere Stacheln schwach -pfriemlich, nadelförmig oder
sehr klein.
1.
Stacheln sehr klein, gebogen, rotbraun; Schössling un-
bereift, nur wenig drüsig. Blätter drei-, fünf- oder sieben-
zählig, klein, dunkelgrün. Blütenstand reichdrüsig, ziem-
lich dicht. Kronenblätter weiss. Bremen. R. prasinus
Focke, Lauchgrüne Brombeere.
. Stacheln pfriemlich oder nadelförmig; Schössling mehr
oder weniger bereift.
a. Stacheln pfriemlich.
a. Fruchtknoten kahl. Schössling stielrund, schwach
bereift und schwach behaart, mit sehr ungleichen
Stacheln und mit zahlreichen, gedrängt-stehenden
Drüsenborsten. Blätter meist dreizählig. Blättchen
fast kreisförmig. Blütenstand meist kurz. Rispen-
zweige und Blumenstiele reichdrüsig und gerade-
nadelstacheligt. Kronenblätter breit - umgekehrt-
eiförmig, weiss. Staubblätter griffelhoch. Griffel
grün oder rot. Blütezeit Juni. Schweiz, Bayern.
R. Villarsianus Focke, Villars Brombeere.
b. Fruchtknoten wenigstens teilweise behaart. Drüsen
meist unter der Behaarung versteckt. Staubblätter
nur halb so hoch wie der Griffel. Sonst wie vorige.
54 Rosaceae.
Blütezeit Juli. Schweiz. Rubus firmulus Gremli,
Starke Brombeere.
b. Stacheln nadelfein.
a. Schössling zerstreut-behaart. Nebenblätter lineal-
lanzettlich. Blätter unterseits sparsam behaart. End-
blättchen herz-eiförmig. Blütenzweige stärker be-
haart als die Schösslinge. Blütenstand verlängert,
mit doldentraubigen Ästchen. Blütenstielchen dicht
behaart, reichdrüsig. Kelchzipfel aufrecht, grün.
Kronenblätter weiss. Schleswig. R. Jensenii Lange,
Jensens Brombeere.
b. Schössling dicht behaart. Nebenblätter lanzettlich.
Blätter unterseits weichhaarig, mit am Mittelnerv
abstehenden Haaren. Endblättchen elliptisch, vorne
etwas breiter, am Grunde ausgerandet. Blütenzweig
fast angedrückt behaart. Blütenstand oberwärts
ziemlich schmal und kurz. Blütenstiele angedrückt-
filzig, reichdrüsig. Kelchzipfel aufrecht. Blumen-
krone weiss. R. Beckhausi Utsch, Beckhaus’
Brombeere.
B. Früchte bereift. Schössling hingestreckt, stielrund, mit dünnen, fast
borstigen Stacheln; Blätter dreizählig, selten fünfzählig-fussförmig oder
fünfzählig gefiedert; unterste Blättchen sitzend. Blütenstand locker, kurz,
oft eine fast einfache Trugdolde; wie auch der Schössling, je nach dem
Standorte, bezüglich seiner Behaarung nnd Bestachelung sehr veränderlich.
Kelch grünfilzig, meist drüsig, der bereiften Frucht angedrückt. Kronen-
blätter rundlich. Staubblätter länger als die grünen Griffel. Frucht-
knoten kahl. Blütezeit Mai bis September. Auf Äckern, an Wege-
rändern, Hecken, Waldrändern durch das ganze Gebiet. R. caesius L.,
Kratzbeere, Bockbeere, Ackerbeere.*)
Abarten sind:
1. R. umbrosus Wallroth, Schattenliebende Kratzbeere. Blätt-
chen dünn, unterseits weichflaumig. Häufig, namentlich auf Kalkboden.
2. R. agrestis Weihe und Nees, Acker-Kratzbeere. Blättchen dick,
fast lederig, unterseits samtig. Auf Äckern, in Weinbergen.
*) Tafel 328. Rubus caesius L. Stark bestacheltes Exemplar. A Stück des
Schösslings mit Blatt. B Blütenzweig. 1 Sammelfrutht; 2 Stein einer Beere, ver-
grössert,.
Rosaceae. 55
3. Rubus ferox Weihe und Nees, Starkbestachelte Kratzbeere.
Blättchen beiderseits kahl oder unterseits filzig. Stämmchen, Schöss-
ling, Blatt- und Blütenstiele dicht mit gekrümmten Stacheln besetzt.
3. Unterfamilie: Spiraeeae, Spierstaudengewächse.
I. Früchtchen zwei- bis viersamig, bei der Reife kapselartig, einwärts auf-
springend.
Hierher drei oft zu einer Gattung, Spiraea L., zusammengefasste
Gattungen:
A. Blüten zwitterig.
1. Blätter ohne Nebenblätter. Gattung 394: Spiraea L. (zum Teil),
Spierstaude.
2. Blätter mit grossen Nebenblättern. Gattung 395: Ulmaria
Tournefort, Mädesüss.
B. Blüten zweihäusig; ohne Nebenblätter. Gattung 396: Aruncus L.,
Geisbart.
I. Früchtchen einsamig, nussartig, von dem fiederig behaarten Griffel ge-
schwänzt, nicht aufspringend. Hierher die auch zur 4. Unterfamilie ge-
zählte, eine Mittelstellung einnehmende Gattung 397: Dryas L., Dryas
Silberwurz.
Gattung 394: Spiraea L. (zum Teil), Spierstaude. (XII, 2.)
Blätter nebenblattlos. Blüten zwitterig. Früchtchen zwei- bis vier-
samig, kapselartig aufspringend.
A. Aufrechte Sträucher mit rutenförmigen Zweigen.
a. Blätter der Blütenzweige nicht ganzrandig.
a. Blüten kurz-gestielt in länglich-eiförmigen Rispen.
1. Blätter länglich-lanzettlich, ungleich-, oft fast doppelt-gesägt,
kahl, gewimpert. Blütenrispen endständig, reichblütig. Blumen-
krone rosenrot oder weiss. — Blütezeit Juli, August. Aus-
geprägt erstweiblich. Höhe 1 bis 2 Meter. In Gebüschen und
Hecken, an Ufern; in Böhmen, Kärnten, Krain, Steiermark, wild;
häufig in Gärten angepflanzt und verwildert. 8. salicifolia L.,
Weidenblätterige Spierstaude.*)
2. Blätter umgekehrt-eiförmig-elliptisch, mit kurz-keilförmigemn
Grunde Blumenkrone weis. Blütezeit Juli, August. 1 bis
*) Tafel 329. Spiraea salicifolia L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 2 Blüte im
Längsschnitte, nach Entfernung der Stempel und Kronenblätter; 3 die Stempel einer
Blüte; 4 einzelner Stempel. 1 bis 4 vergrössert.
56 Rosaceae.
2 Meter hoher Strauch. In sumpfigen Gehölzen, so bei Ham-
burg, verwildert; selten. Wird auch als Abart der vorigen an-
gesehen. Spiraea carpinifolia Willdenow, Hainbuchen-
blätterige Spierstaude.
ß. Blüten länger gestielt in gedrungenen, gewölbten Doldentrauben. —
Blätter eiförmig, spitz, ungleich-gekerbt-gesägt, in ihrer Jugend
gewimpert. Blumenkrone weiss, mit weissdornähnlichem Duft.
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 125 bis 150 cm. In Krain und Steier-
mark wildwachsende, in Parkanlagen häufig gezogene Pflanze,
welche im südöstlichen Teile des Gebietes leicht verwildert.
S. ulmifolia Scopoli, Ulmenblätterige Spierstaude.
b. Blätter der Blütenzweige sowie untere Blätter der jungen Triebe
ganzrandig, die übrigen oberwärts eingeschnitten-scharf-gesägt, alle
umgekehrt - eiförmig -länglich. — Blüten in flachen Doldentrauben,
weiss, mit weissdornähnlichem Duft. Blütezeit Mai. Höhe bis
1 Meter. Wild in Krain; im südöstlichen Teile des Gebietes mit-
unter verwildert, sonst angepflanzt. S. chamaedryfolia L., Gamander-
blätterige Spierstaude.
B. Niederliegender Strauch mit handhohen, aufsteigenden Zweigen. Blätter
umgekehrt-eiförmig, oberwärts einfach- oder doppelt-scharf-gesägt, kahl
oder auf beiden Seiten grau-seidenhaarig. Blüten weiss, in zusammen- .
gesetzter, flacher Doldentraube. Blütezeit Mai, Juni. In den Südtyroler
und Krainer Alpen; auch angepflanzt. 8. dueumbens Koch, Nieder-
liegende Spierstaude.
Gegen 30, meist aus Asien und Nordamerika stammende Arten
von Spierstauden finden sich in Gärten und Parkanlagen angepflanzt,
ohne indes zu verwildern.
Gattung 395: Ulmaria Tournefort, Mädesüss.
Blätter unterbrochen-unpaar-fiederschnittig, mit grossen, dem Blattstiele
angewachsenen Nebenblättern; sonst wie vorige.
1. Seitenständige Blattabschnitte eiföürmig, ungeteilt; der endständige,
grössere Blattabschnitt handförmig, drei-bis fünfspaltig; alle ungleich-
doppelt-gekerbt-gesägt, beiderseits grün (var. denudata Presl) oder
unterseits graufilzig (var. discolor Celakowsky). Blüten in einer
endständigen, rispenartig zusammengesetzten Trugdolde, gelblich-weiss.
Balgkapseln kahl, schraubenförmig-gewunden. Blütezeit Juni, Juli.
Homogam, auch andromonöeisch; stark mandelartig riechend, Höhe
Rosaceae. 57
1 bis 2 Meter. 4. An Ufern, auf feuchten Wiesen; häufig. (Spiraea
ulmaria L.) Ulmaria pentapetala Gilibert, Echtes Mädesüss.*)
Die Abart viridis Maly hat beiderseits kahle, grüne Blätter,
discolor Koch, zweifarbig, oberseits grüne, unterseits grau- bis weiss-
filzige Blätter.
2. Blattabschnitte länglich, fiederspaltig-eingeschnitten, kahl, am Rande
gewimpert. — Wurzelfasern an ihrer Spitze in längliche Knollen ver-
dickt. Blüten in einer endständigen, rispenartig zusammengesetzten
Trugdolde, weiss. Balgkapseln aufrecht, kurzbehaart, nicht gewunden.
Blütezeit Juni, Juli. Duftend; homogam, auch andromonöcisch.
Höhe 30 bis 60 cm. 2%. Auf trockenen Wiesen und Triften; durch
das ganze Gebiet zerstreut, aber in einzelnen Strichen fehlend.
(Spiraea Filipendula L) U. Filipendula A. Braun, Knollen-
tragendes Mädesüss.
Gattung 396: Aruncus L., Geisbart, Bocksbart.
Blätter drei- bis mehrfach-fiederschnittig, kahl oder zerstreut-behaart,
nebenblattlos. Blattabschnitte ei-herzförmig bis ei-länglich, lang-zugespitzt,
doppelt- oder eingeschnitten - gesägt. Blüten männlich, weiblich oder
zwittterig, polygam-diöcisch, in schmalen, linealischen, rispigen Ähren, klein,
gelblich-weiss. Blütezeit Juni, Juli. Nektarlos. Balgkapseln kahl, über-
hängend. Höhe 125 bis 200 cm. In feuchten, schattigen Wäldern, an
Bächen, auf Felsen, in steinigen Schluchten; im mittleren und südlicheren
Teile des Gebietes häufig und mancherorts gemein. (Spiraea Aruncus L.;
Astilbe Aruncus Treviranus.) A. silvester Kosteletzky, Wald-Geisbart.
Gattung 397: Dryas L., Dryade, Silberwurz.
Niedergestreckte Rasen bildender Halbstrauch mit etwa 10 bis 15 cm
langen Ästen. Blätter immergrün, lederig, langgestielt, herzförmig-länglich,
stumpf, grob-gekerbt-gesägt, oberseits dunkelgrün, unterseits weissfilzig.
Kelch meist achtspaltig. Blumenkrone meist achtblätterig, sehr gross, bis
3 cm im Durchmesser, weiss. Früchte zahlreich, einsamig, nussartig, von
dem lang auswachsenden, fiederig behaarten Griffel geschwänzt. Blütezeit
Juli bis September. Auf Felsen und Triften, namentlich der Kalkalpen,
nicht selten, mancherorts gemein; zuweilen auch in die subalpinen Regionen
*, Tafel 330. Ulmaria pentapetala Gilibert. A Blütenzweig. 1 Blüten-
knospen; 2 Blüte; 3 desgl. im Längsschnitte; 4 Staubblätter; 5 die Stempel einer
Blüte; 6 einzelner Stempel; 7 die Stempel im Kelche; 8 Sammelfrucht; 9 einzelne
Balgkapsel; 10 Same. 1 bis 8 vergrössert, 9 und 10 natürl. Grösse und vergrössert.
58 Rosaceae,
binabsteigend. Dryas octopetala L., Achtblätterige Dryade, Gemeine
Silberwurz..
4. Unterfamilie: Potentilleae,Fingerkrautgewächse,
A. Frucht durch den lang-auswachsenden Griffel geschwänzt. Gattung 398:
Geum L., Nelkenwurz.
B. Frucht nicht geschwänzt; Griffel welkend oder abfallend.
A. Blüten mit 4 bis 10, meist mit 5 Staubblättern. Gattung 399:
Sibbaldia L., Sibbaldia.
B. Blüte mit zahlreichen, selten nur mit 15 Staubblättern.
1. Blumenkrone abfallend.
a. Blütenachse zur Fruchtzeit trocken, sich nicht von dem Frucht-
boden ablösend. Gattung 400: Potentilla L., Fingerkraut.
ß. Blütenachse zur Fruchtzeit sehr vergrössert, eine beerenartige,
sich ablösende Scheinfrucht. Gattung 401: Fragaria L., Erd-
beere.
2. Blumenkrone nicht abfallend, dunkelpurpurrot. Blütenachse zur
Fruchtzeit vergrössert, schwammig,sich nicht ablösend. Gattung402:
Comarum L., Blutauge.
Gattung 398: Geum L., Nelkenwurz.
Untere Blätter unterbrochen leierförmig-fiederschnittig, dreizählig. Blüten
meist rispig-doldentraubig. Kelch doppelt in 2 fünfspaltigen, abwechselnden
Kreisen, deren äusserer kleinere Blätter als der innere besitzt, bleibend.
Krone fünfblätterig, nebst den Staubblättern umständig. Staubblätter und
Stempel zahlreich (XII, 2). Schliessfrüchtchen auf einem walzen- oder kegel-
förmig-verlängerten Fruchtboden aufsitzend und durch den gipfelständigen
Griffel begrannt.
A. Stengel mehrblütig. Griffel in seiner Mitte hakenförmig-gegliedert und
sich bei der Reife an dieser Stelle teilend. 1. Stamm: Caryophyllata.
I. Kelch stets aufrecht oder wagerecht. Kronenblätter mehr oder weniger
lang genagelt. Blüten meist nickend.
a. Kelch aufrecht oder aufrecht abstehend; Blüten nickend.
a. Der die Früchtchen tragende Fruchtboden hat seinen besonderen,
langen Stiel. Kelch aufrecht, purpurbraun. Kronenblätter lang-
genagelt, breit, umgekehrt-eiförmig, hellgelblich, aussen mit rotem
Anfluge, oft fast feuerfarben mit dunkleren Adern. Unteres Glied
des Griffels an seinem Grunde drüsig-behaart, oberwärts kabl;
Rosaceae. 59
oberes bis fast zu seiner Spitze zottig-behaart. — Blütezeit Juni
bis Herbst. Andromonöcisch und androdiöcisch, mit schwach
erstweiblichen Zwitterblüten. Höhe 25 bis 50 cm. %# Ih
Wäldern, Schluchten, an Bächen und feuchten, schattigen Stellen;
verbreitet. Geum rivale L., Bach-Nelkenwurz.*)
8. Fruchtköpfchen ungestielt. Kelch aufrecht abstehend, grünlich-
braun. Kronenblätter kurz-genagelt, rundlich, gelb. Griffel zottig;
unteres Glied fast doppelt so lang als das obere. — Blütezeit
Juni, Jul. 2%. Im Riesengebirge; sehr selten. (G. pyrenaicum
Wimmer; G. sudeticum Tausch; wahrscheinlich G. rivale>< mon-
tanum.) 6. inelinatum Schleicher, Niekende Nelkenwurz.
b. Kelch zur Fruchtzeit wagerecht-abstehend. Blüten nickend oder
aufrecht. Kronenblätter rundlich, kurz-genagelt, gelb, mitunter rot
angelaufen. Fruchtköpfchen sitzend oder sehr kurz gestielt. Unteres
Griffelglied etwa dreimal so lang als das obere, letzteres bis über
seine Mitte abstehend-behaart. Blütezeit Juni, Jul. Höhe 30 bıs
60 cm. %. Zwischen seinen Eltern; selten. (G. intermedium Ehr-
hart) 6. rivalex< urbanum E. Meyer, Bastard-Nelkenwurz.
II. Fruchtkelch zurückgeschlagen. Kronenblätter nicht genagelt. Blüten
aufrecht.
a. Kronenblätter umgekehrt-eiförmig, goldgelb, in ihrer Grösse sehr
veränderlich. Früchtchen zottig-behaart. Unteres Griffelglied kahl,
fast viermal so lang als das obere, letzteres weichhaarig. — Blüte-
zeit Juni bis Herbst. Oft andromonöcisch; die grossblumigen
Zwitterblüten sind meist erstweiblich, die kleinblumigen homogam.
Höhe 25 bis 50 cm. %. 6. urbanum L., Gemeine Nelken-
wurz, Benediktenkraut.
b. Kronenblätter breit-umgekehrt-eiförmig, hellgelb. Früchtchen lang-
borstig-behaart. Unteres Griffelglied an seinem Grunde borstig,
länger als das fein-borstenhaarige obere. — Blütezeit Juni, Juli.
Höhe 40 bis 60 cm. 2. Auf Grasplätzen in Ostpreussen; selten.
(G. canadense Murray.) 6. strietum Aiton, Steife Nelkenwurz.
B. Stengel meist ein-, selten zweiblütig. Griffel ungegliedert. 2. Stamm:
Sieversia (als besondere Gattung Willdenow).
a. Ohne Ausläufer. Der endständige Abschnitt der Blätter ist sehr gross,
fast herzförmig und stumpflappig; alle Abschnitte sind ungleich-
*), Tafel 331. Geum rivale L. A blühende Pflanze. 1 Blütenlängsschnitt;
2 Staubblätter; 3 Stempel; 4 Knie des Griffels; 5 Fruchtköpfchen halbiert; 6 einzelnes
Schliessfrüchtehen. 1 bis 6 vergrössert.
60 Rosaceae.
gekerbt. Blumenkrone gross, dottergelb, flach ausgebreitet. Blütezeit
Juni bis August. Höhe 15 bis 30 cm. %. Auf Steintriften der Alpen
und Voralpen und im Riesengebirge. (Sieversia montana Willdenow).
Geum montanum L., Berg-Nelkenwurz.
b. Mit Ausläufern. Endständiger Blattabschnitt drei- bis fünfspaltig,
die übrigen meist dreispaltig, eingeschnitten-gekerbt- Bis scharf-gesägt
oder eingeschnitten spitz-gezähnt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni,
Juli. Höhe etwa 10 bis 15 cm. # Auf Geröll der Hochalpen.
6. reptans L., Kriechende Nelkenwurz.
Gattung 399: Sibbaldia L., Sibbaldia. (V, 5, selten X, 10.)
Die aus dem kriechenden, mehrköpfigen Wurzelstocke aufsteigenden,
etwa 5 cm hohen Stengel bilden einen kleinen Rasen. Blätter gestielt, drei-
zählig, mit fast sitzenden, umgekehrt-eiförmig-keiligen, an ihrer Spitze drei-
zähnigen Blättchen. Blüten klein, grünlich-gelb, in wenigblumigen, end-
ständigen Doldentrauben. Blütezeit Juni bis August. 3. Auf Geröll der
Hochalpen und Vogesen. 8. proeumbens L., Niederliegende Sibbaldie.
Gattung 400: Potentilla L., Fingerkraut, Gänserich.
Ausdauernde, selten einjährige Kräuter (oder Sträucher, solche sind im
Gebiete nicht einheimisch, doch wird P. fruticosa L., Strauch-Finger-
kraut mit goldgelben Blüten mitunter in Gärten gezogen). Stengel meist
gabelästig, mitunter fast kaum bemerkbar. Blüten einzeln oder trugdoldig.
Kelch doppelt, d. h. an seinem Saume mit 2 Reihen von Zipfeln, deren jede
vier- bis fünfgliederig ist. Blumenkrone vier- bis fünfblätterig, bei den
einheimischen gelb oder weiss, rot nur bei P. nitida (bei dem aus Neapel
stammenden, oft angepflanzten Schwarzroten Gänserich, P. atrosanguinea
Lodd, schwarzpurpurn). Staubblätter und Stempel zahlreich (XH, 3). Griffel
abfallend. Schliessfrüchtchen nussartig, einsamig, zahlreich dem trockenen,
fast unveränderten Fruchtboden aufsitzend.
Schwierige, noch nicht hinreichend bekannte Gattung von der neuer-
dings im Gebiete fast 1'/, hundert Arten, die indes zum grossen Teil
blosse Abänderungen oder Bastarde sein dürften, unterschieden wurden.
A. Blumenkrone gelb.
I. Pflanze ein- bis zweijährig, nach der Fruchtreife absterbend, mit ein-
facher Wurzel, welche einen Stengel, aber nicht auch Blätterbüschel
treibt. Kronenblätter kürzer als der Kelch.
A.Untere und mittlere Blätter zwei- bis fünfpaarig - fiederschnittig,
oberste dreischnittig, mit länglichen, eingeschnitten-gesägten Ab-
£
Rosaceae. 61
schnitten, wie der Stengel zerstreut-behaart. Stengel liegend oder
aufsteigend; an seiner Spitze, oder schon von seinem Grunde an
eine zerstreut-blütige Trugdolde darstellend. Blütenstiele nach dem
Verblühen zurückgeschlagen. Früchtchen kahl. Blütezeit Juni bis
Oktober. Oft gynomonöcisch oder gynodiöcisch, mit homogamen,
schwach vorstäubenden oder nachstäubenden Zwitterblüten. Länge
15 bis 30 cm. An Ufern, überschwemmten Stellen, Dorfwegen;
zerstreut. Potentilla supina L., Liegender Gänserich.
B.Blätter dreischnittig, die untersten mitunter zwei- bis dreipaarig-
fiederschnittig, mit länglich-umgekehrt-eiförmigen oder keilförmig-
länglichen, grob-eingeschnitten-gesägten Abschnitten, rauhhaarig
wie die ganze Pflanze, vielblütig; untere Blüten gabelständig,
obere zuletzt fast traubig. Blütenstiele immer aufrecht. Frücht-
chen kahl. Blütezeit Juni, Jul. Länge 15 bis 50 cm. An
sandigen, feuchten Orten und Teichrändern zerstreut; fehlt in den
Alpenländern fast ganz. P. norvegica L., Norwegischer Gänserich.
II. Ausdauernd. Wurzelstock holzig, vielköpfig, blühende Stengel und
zugleich Blätterbüschel treibend.. Kronenblätter meist länger, seltener
nur so lang wie der Kelch.
A.Blätter fiederspaltig oder vielfach zerschlitzt, nicht gefingert.
a. Blätter vielpaarig-unterbrochen-fiederspaltig, unterseits weiss-
seidenhaarig, oberseits grün; Blattabschnitte länglich, scharf-
gesägt. — Stengel niedergestreckt, rankenartig-kriechend, an
den Knoten wurzelnd. Blüten einzeln. Früchtchen kahl. Blüte-
zeit Mai bis Juli; oft ım Herbste zum zweitenmale blühend.
Oft gynomonöcisch oder gynodiöcisch, mit meist homogamen
Zwitterblüten. Länge 15 bis 50 cm. Auf Triften, an Wegen
und Gräben; gemein. P. Anserina L., @emeiner Gänserich.*)
Abänderungen sind:
var.sericeaK och, Seidenhaariger Gänserich (var.concolor
Seringe; var. argentea Neilreich); Blätter beiderseits silberhaarig.
var. viridis Koch, Grüner Gänserich; Blätter beider-
seits grün und spärlich behaart, oberseits mitunter fast kahl.
var. geminiflora Koch, Zwillingsblütiger Gänserich;
Blüten gepaart.
*) Tafel 332. Potentilla Anserina L. A blühende Pflanze. 1 Blüte von
unten, um den doppelten Kelch zu zeigen; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Staubblätter;
4 einzelner Stempel; 5 Fruchtköpfchen; 6 einzelnes Früchtchen. 2 bis 6 vergrössert.
62 Rosaceae.
b. Alle Blätter vielspaltig zerschlitzt, unterseits filzig; Blattab-
schnitte tieffiederspaltig in lineale Zipfel geteilt. Stengel auf-
steigend, etwa 5 bis 8 cm lang. Blütezeit Juli. Höchste
Alpenthäler in Wallis. Potentilla multifida L., Vielteiliger
Gänserich.
B. Blätter drei-, fünf- bis neunzählig-gefingert.
a. Stengel niederliegend und (ausläuferartig) wurzelnd, oder auf-
steigend und nicht wurzelnd; in letzterem Falle sind die oberen
Blätter dreizählig oder wenigstens teilweise vierzählig.
a. Stengel niederliegend und, wenigstens zur Herbstzeit, öfter
wurzelnd. Stengelblätter gestielt. Nebenblätter meist klein,
ungeteilt oder zwei- bis dreispaltig.
1. Stengel einfach, selten mit einzelnen Ästen, niederliegend,
an den Knoten wurzelnd, 30 bis 60 cm lang. Kelch und
Blumenkrone fünfzählig. Früchtchen oft körnig-rauh. —
Blätter fünfzählig, mit einzelnen eingemischten dreizähligen.
Blattabschnitte länglich-umgekehrt-eiförmig, kahl oder
unterseits angedrückt-behaart. Blüten einzeln. Blütezeit Mai
bis August. Oft gynomonöcisch oder gynodiöeisch; Zwitter-
blüten meist homogam. An feuchten Triften, Gräben, an
Wegen; gemein. P.reptansL.,KriechendesFingerkraut.*)
Eine Abart mit oberwärts stark verästeltem Stengel,
ramosa Uechtritz findet sich im Schlesien, eine mit
orangegelber Blüte, aurantiaca Celakowsky in Böhmen.
2. Stengel oberwärts verästelt; wenigstens zur Fruchtzeit
niedergestreckt und an den Knoten wurzelnd. Kelch und
Blumenkrone meist vierzählig. Früchtchen fein-runzelig.
a. Abschnitte der unteren Blätter umgekehrt - eiförmig,
rasch keilförmig zulaufend, der oberen keilförmig, alle
an ihrer vorderen Hälfte mit abstehenden, eilanzett-
lichen, spitzen Sägezähnen. — Stengel rankenförmig-
niedergestreckt. Blätter gestielt, dreizählig oder die
untersten fünfzählig. Nebenblätter ungeteilt oder zwei-
bis dreizähnig. Blütezeit Juni, August. Länge 15 bis
50 cm. In schattigen Wäldern des nördlichen und
mittleren Teiles des Gebietes zerstreut; im südlichen
sehr selten. (Tormentilla reptans L.; P. nemoralis
*, Tafel 333. Potentilla reptans L. A blühende Pflanze. 1 Blüte im
Längsschnitte, 2 Staubblätter; 3 Stempel; 4 Sammelfrucht; 5 und 6 Früchtchen von
verschiedenen Seiten, 1 bis 3, 5 und 6 vergrössert.
Rosaceae. 63
Nestl.) Potentilla procumbens Sibthorp, Nieder-
gestrecktes Fingerkraut.
b. Blattabschnitte elliptisch mit keilförmigem, ganz-
randigem Grunde.
aa. Dem Kriechenden Fingerkraut ähnliche Pflanze
von rasigem Wuchs, mit niedergestreckten, ober-
wärts ästigen Stengeln. Blätter gestielt, fünf-
zählig, mit eingemischten vierzähligen. DBlatt-
abschnitte von ihrer Spitze bis über die Mitte
hinaus gesägt, mit eiförmigen, stumpflichen Säge-
zähnen, unterseits angedrückt-behaart. Blütezeit
Juli, August. Stengel bis 30 cm lang. An Triften,
Rainen, Teichrändern im mittleren und nördlichen
Teile des Gebietes. (P. procumbens X reptans (?).)
P. mixta Nolte, Mischform-Fingerkraut.
bb. Stengel anfangs einfach oder wenigästig, aufsteigend,
später niedergestreckt und vielästig. Blätter drei-
bis fünfzählig. Blattabschnitte nach vorne einge-
schnitten - gezähnt. Blüten vier- bis fünfzählig.
Blütezeit Mai. In lichten Waldungen der Schweiz;
selten. (P. reptans<P. Tormentilla (?)) P. ad-
scendens Gremli, Aufsteigendes Fingerkraut.
ß. Stengel aufsteigend, nicht wurzelnd. Stengelblätter sitzend
oder ganz kurzgestielt, dreizählig, untere mitunter fünfzählig.
Nebenblätter gross, den Blattabschnitten ähnlich, tief drei-
bis vielspaltig. — Wurzelstock dick, knollenförmig oder fast
wagerecht, rotbraun. Blütezeit Juni bis Herbst. In Blüten-
grösse, sowie Zahl der Staubblätter und Stempel sehr ver-
änderlich; dazu oft auf derselben Pflanze homogam, vor-
oder nachstäubend. In Wäldern, auf Triften und Bergwiesen;
gemein. Der Wurzelstock, Tormentillwurzel, war offizinell.
(Tormentilla erecta L.; P. silvestris Necker.) P. Tormentilla
Schrank, Blutwurz.*)
b. Stengel aufsteigend oder aufrecht, die seitlichen bisweilen auch
am Grunde wurzelnd. Blätter fünf- bis neunzählig (dreizählig
nur nivea L. und subacaulıs L.).
*) Tafel 334. Potentilla Tormentilla Schrank. A und B blühende Pflanze,
1 Blütenknospe; 2 Blüte; 3 desgl. im Längsschnitte; 4 Staubblatt; 5 Stempelbündel;
6 einzelner Stempel; 7 Sammelfrucht; 8 Einzelfrüchtchen; 9 und 10 dasselbe in ver-
schiedener Weise durchschnitten. 1 bis 10 vergrössert.
64
Rosaceae,
a. Blätter unterseits von kurzen Sternhaaren oder längeren,
dieht ineinander verwebten Haaren grau- oder weissfilzig.
1.
Blätter dreizählig, unterseits schneeweiss-matt-filzig. —
Stengel aufrecht oder aufsteigend, armblütig. DBlatt-
abschnitte länglich -eingeschnitten-gesägt, oberseits kahl
oder rauhhaarig. Blütezeit Jun. Höhe 5 bis 12 cm.
Auf Triften der höchsten Granitalpen; selten. Potentilla
nivea L., Schneeweisses Fingerkraut.
. Blätter fünf- bis neunzählig.
a. Blätter fast gleichfarbig, beiderseits, wie auch der
Stengel, dicht-graufilzig und oft mit aufrechten, etwas
abstehenden Haaren besetzt. Nebenblätter der grund-
ständigen Blätter schmal-lineal. — Blütezeit April, Mai.
Höhe 5 bis 15 cm. Sandige, trockene Orte und Hügel,
namentlich der Ebenen; sehr zerstreut. (P. incana
Flora der Wetterau; P. arenaria Borkhausen.) P. einerea
Chaix, Aschgraues Fingerkraut.
Bei der Abart subacaulis L., Faststengelloses
Fingerkraut sind alle oder fast alle Blätter dreizählig,
selten vierzählig.
b. Blattseiten verschiedenfarbig; Blattoberseite grün. Neben-
blätter lanzettlich.
aa. Blätter und Blattstiele weissfilzig, ohne längere
abstehende Haare. Blattabschnitte unterseits weiss,
seltener graufilzig, keilig-umgekehrt-eiförmig, am
Rande umgerollt, vorne eingeschnitten-wenigzähnig
bis fast fiederspaltig. — Stengel aufstrebend, filzig,
an der Spitze ebensträussig. Blütenstiele gerade-
aufrecht oder abstehend. Früchtchen unberandet.
Blütezeit Juni bis Herbst. Die bestäubenden In-
sekten werden durch den Blütenstaub angelockt.
Höhe 30 em. An unbebauten Orten, auf Mauern
und Felsen häufig. P. argentea L., Silberweisses
Fingerkraut.
Eine Abart mit mehr liegendem Stengel und
kleineren, lockerer stehenden Blüten ist P. de-
missa Jordan, Hängendes Fingerkraut.
bb. Stengel und Blattstiele locker graufilzig und ausser-
dem mit längeren Haaren. Blattabschnitte unter-
seits graufilzig; deren Rand nicht umgerollt.
Thome, Flora.
III. Bd.
aa.
bb.
II. Aufl.
Rosaceae. 65
Die Grundblätter bilden eine regelmässige
Rosette, aus deren Mitte ein oder mehrere
15 bis 30 em lange, dünne, niederliegende
oder aufstrebende, zottig-filzige Blütenstengel
entspringen, die sich, wenn zu mehreren, fast
kreisförmig ausbreiten. Blütenstand eine lockere,
rispige Trugdolde mit dünnen, zur Fruchtzeit
zurückgekrümmten Fruchtstielen. — Blätter
unterseits dünn-graufilzig. Blütezeit Mai bis
Jul. An sandigen Orten, auf Hügeln und
Dämmen; zerstreut, doch vielleicht oft übersehen:
im südlichen Teile des Gebietes selten. Poten-
tilla collina Wibel, Hügel-Fingerkraut.
Eine mehr kahle, fast grüne Form ist:
Günthers Fingerkraut, P. Güntheri Pohl
(P. Wiemanniana Günther; P. argentea > verna).
Beiderseits dünnfilzig behaart sind die Blätter
bei dem Schlesischen Fingerkraut var.
silesiaca Uechtritz, mit kleinen regelmässig
gezähnten Blättchen, und bei dem Rheinischen
Fingerkraut var. rhenana Wirtgen (P. prae-
cox F. Schultz; P. Schulziı und P. Vokei
P. J. Müller) mit breiteren, mehr und tiefer
eingeschnittenen Blättern.
Eine grundständige Blattrosette ist zur Blüte-
zeit nicht vorhanden. Die Blütenstengel sind
30 bis 70 em hoch und end-, nicht seiten-
ständig; sie sind aufrecht oder nur am Grunde
bogig, an ihrer Spitze trugdoldig. Die Frucht-
stiele sind steif und nicht zurückgekrümmt.
aa. Blattabschnitte fast gleichbreit, länglich-
lanzettlich, nach beiden Seiten hin spitz,
fast der ganzen Länge nach regelmässig-
kammförmig-gezähnt, unterseits dünn-grau-
filzig. Stengel fast ganz aufrecht, weich-
zottig und zugleich filzigs. Blütezeit
Mai, Jul. Auf trockenen, sonnigen
Hügeln; sehr zerstreut. (P. inclinata Koch.)
P. eanescens Besser, Graues Finger-
kraut.
[9]
Rosaceae,
$8. Blättchen umgekehrt-eiförmig-länglich, mit
keilförmigem, ganzrandigem Grunde, meist
nicht soweit hinab gezähnt als an voriger;
jederseits etwa mit 4 bis 5 Zähnen. Stengel
am Grunde bogig. Blütezeit Juni. Süd-
liche Alpenthäler. (P. argentea X recta?)
Potentilla inelinata Villars, Gebogenes
Fingerkraut.
ß. Blätter unterseits grün.
1. Blütentragende Stengel mittelständig.
a. Den ganzen Stengel hinauf finden sich, zwischen
längeren, auf einem Knötchen sitzenden Haaren, kurze
Drüsenhaare. Erstere machen den Stengel, wie auch
die Blätter, rauhhaarıg. Blätter fünf- bis siebenzählig.
Blattabschnitte länglich, nach dem Grunde keilig-ver-
schmälert, grob-eingeschnitten-gesägt. Frucht erhaben
runzelig, von einem flügelförmigen, bleichen Kiele um-
geben. Blumenkrone blassgelb. Blütezeit Juni, Juli.
Höhe 30 bis 70 cm. An waldigen, steinigen Orten und
auf sonnigen Hügeln zerstreut; auch in Gärten gezogen
und daraus bisweilen verwildert. P. reeta L, Auf-
rechtes Fingerkraut.
Abarten sind:
P. obseura Willdenow mit kleiner schwefel-
gelber Blumenkrone.
var. laciniosa Koch mit fast fiederspaltig-gesägten,
oft doppelt gesägten Blättchen.
b. Drüsenhaare fehlen (sind welche vorhanden, so nur
durch das Mikroskop erkennbar).
aa. Stengel rauhhaarig: längere, auf einem Knötchen
sitzende Haare sind mit kurzen Haaren gemischt.
Früchtcehen von einem flügelförmigen, bleichen Kiele
umgeben. — Stengel aufrecht oder aus liegendem
Grunde aufstrebend. Blätter meist fünfzählig, mit
keilförmigen Abschnitten; von letzteren haben die
mittleren meist nur an ihrer Spitze 2 bis 3 Zähne;
seltener (var. pedata Lehmann) besitzen sie jeder-
seits 6 bis 8 Zähne. Blumenkrone sattgelb. Blüte-
zeit Juli, August. Höhe 14 bis 20 cm. An grasigen
Bar,
Rosaceae. 67
Orten im österreichischen Küstengebiete. (P. angusti-
folia De Candolle; P. pedata Willdenow.) Potentilla
hirta L., Rauhhaariges Fingerkraut.
bb. Stengel von langen, auf einem Knötchen sitzenden
Zottelhaaren rauhhaarig und von kürzeren etwas
filzig. Früchtehen von einem sehr schmalen, ge-
schärften Kiele umgeben. — Stengel aufrecht.
Blätter fünfzählig, mit beiderseits langbehaarten
Abschnitten; letztere sind an den unteren Blättern
umgekehrt-eiförmig-länglich, an den oberen länglich-
lanzettlich. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 60 em.
4. An sonnigen Abhängen sehr zerstreut. Auch
als Abart von P. recta angesehen. P. pilosa
Willdenow, Langhaariges Fingerkraut.
2. Blütentragende Stengel seitlich, ziemlich armblätterig.
a. Blätter, wenigstens die unteren, fünf- bis neunzählig.
aa. Wurzelstock absteigend, wenigästig. Die Stengel
meist zahlreich, fast aus einem Punkte entspringend,
mehr- bis vielblütig, aufsteigend oder kreisförmig-
ausgebreitet-niedergestreckt, nicht wurzelnd. Blätt-
chen nicht selten sieben- bis neunzählig, meist fast
bis zum Grunde gezähnt.
aa. Blütenstengel meist kurz, nur 8 bis 15 cm hoch,
meist rot angelaufen, schwach, zur Fruchtzeit
übergebogen, nur an seinem Grunde 1 bis 2
fünfzählige Blätter, oberwärts mit weit kleineren,
dreiteiligen oder einfachen, keilförmigen, nur
vorn wenigzähnigen Blättern. Ganze Pflanze
von langen, feinen, weichen, abstehenden Haaren
fast zottig. Fruchtstiele herabgekrümmt.
Früchtehen ohne deutlichen Kielnerv. Blüte-
zeit Mai, Juni. Auf sonnigen Hügeln, an Wald-
rändern, Rainen. Zerstreut und selten. (P. patula
Wimmer und Grabowski.) P. opaca L., Glanz-
loses Fingerkraut.
bb. Blütenstengel 15 bis 30 cm hoch, zur Frucht-
zeit aufrecht; auch oberwärts mit grösseren
fünf- bis dreizähligen Blättchen, von abstehenden
Haaren rauh. Blütezeit Mai, Juni. An waldigen,
5*
68
Rosaceae.
steinigen Orten, zerstreut. Potentilla heptaphylla Auctorum,
Siebenblätteriges Fingerkraut.
Besondere Formen sind:
cc. var. Nestleriana Celakowski (P. intermedia Nestler), Nestlers
Fingerkraut. Hellgrün, mit wenigen Drüsenhaaren. Blatt-
abschnitte umgekehrt-eilänglich, stumpf, grobgesägt, mit kurzem
Endzahne. Kronenblätter etwas breiter als lang, am Grunde
stark-keilförmig, nur wenig länger als der Kelch.
8%. var. Buquoiana Knaf (P. Mathoneti Jordan), Buquoi’s
Fingerkraut. Dunkelgrün, reichdrüsig. Blattabschnitte länglich
bis länglich-lanzettlich, meist spitz, mit längerem Endzahn.
Kronenblätter länger als breit, am Grunde allmählich keil-
förmig, um ein Drittel länger als der Kelch. Erzgebirge.
yy. P. thuringiaca Bernhardi, Thüringer Fingerkraut, Blatt-
abschnitte der Grundblätter abgerundet, mit geraden, vorgestreck-
ten Sägezähnen. Thüringen.
bb. Wurzelstock wagerecht oder schief, ästig. Stengel niederliegend oder
aufsteigend, wenigblütig, die seitlichen oft wurzelnd. Blättchen in der
Regel fünf-, selten siebenzählig, meist nur vorn gezähnt.
aa.
bb.
Blattabschnitte am Rande und auf den Adern mit silberglänzenden
Seidenhaaren, sonst kahl, länglich. — Stengel aus gebogenem
Grunde aufrecht, wie auch die Blattstiele behaart. Blütezeit Juni,
Juli. Höhe 15 bis 30 cm. Auf Triften der Alpen, Voralpen und
höheren Gebirge P. aurea L., Goldgelbes Fingerkraut.
Die Abart alpina ist meist einblütig, sie bildet kleine, dichte
Rasen.
Rand der Blattabschnitte nicht silberglänzend-seidenhaarig.
ac. Nebenblättchen der grundständigen Blätter ei-lanzettlich.
Stengel aus aufstrebendem Grunde aufrecht, weichhaarig.
Blattabsehnitte umgekehrt-eiförmig, sich oft mit ihren Rändern
deckend; am Rande und auf den Adern unterseits abstehend-
behaart, stumpf-gezähnt. Blüten sattgelb. Höhe 5 bis 15 em.
Blütezeit Juli. Auf steinigen Plätzen der Alpen, Voralpen, des
Jura, der Vogesen. (P. alpestris Haller, P. maculata Pourret.)
P. salisburgensis Hänke, Salzburger Fingerkraut.
Bei der Abart sabauda De Candolle (P. affinis Host),
Savoyer Fingerkraut, ist der Stengel höher, steifer und rot,
sind die Blattabschnitte rundlich-umgekehrt-eiförmig mit breiten
Zähnen. Vogesen, Zermatt.
Rosaceae. 69
88. Nebenblättchen der grundständigen Blätter lineal.
a. Blattabschnitte besonders an den Sommerblättern unterseits
mit zerstreuten (keinen zusammenhängenden Filz bildenden)
Sternhaaren. Blütezeit April. Auf Hügeln und Grasplätzen;
Wallis. Potentilla Gaudini Gremli, Gaudins Finger-
kraut.
b. Blattabschnitte ohne Sternhaare.
aa.
bb.
Haare der Blattstiele angedrückt oder doch vorwärts
gerichtet, selten fast wagerecht-abstehend, aber dann
etwas steiflich. — Stengel aufstrebend, rauh behaart.
Untere Blätter fünf- bis siebenzähnig; Blattabschnitte
länglich-umgekehrt-eiförmig oder umgekehrt-eiförmig-
keilig, weniger oft gleich-breit-länglich, kahl oder am
Rande unterseits, oder beiderseits behaart. Fruchtstiele
aufrecht, an der Spitze gekrümmt. Höhe 8 bis 15 cm.
Blütezeit März bis Mai. Blüten leuchtend-gelb, honig-
reich, schwachnachstäubend. In Wäldern, aufsonnigen Ab-
hängen, Grasplätzen, Mauern. Meist häufig. P. verna L.,
Frühlings-Fingerkraut.*)
Bei der Abart P. pusilla Host, Kleines
Frühlings-Fingerkraut haben die Blattabschnitte nur
2 Sägezähne an jeder Seite; in den österreichischen
Alpen.
Haare der Blattstiele fast wagerecht-abstehend.
(Bastarde von verna und opaca?)
+. Blüten gross (18 bis 25 mm im Durchmesser); Kronen-
blätter ausgerandet. Blattabschnitte gross, keilig-
umgekehrt-eiförmig, nur gegen die Spitze ein-
geschnitten-gezähnt. Pflanze kräftiger als die vorige,
zuletzt rotbraun überlaufen. Blütezeit April. Auf
Hügeln, an Waldrändern. Schweiz. P. aurulenta
Gremli, Goldfarbiges Fingerkraut.
++. Blüten klein; Kronenblätter nicht ausgerandet. Blatt-
abschnitte klein, länglich-umgekehrt-eiförmig, etwa
bis zur Mitte etwas stumpflich gezähnt. Pflanze
zuletzt schmutzig-braunrot überlaufen, flach aus-
gebreitete, fast niedergedrückte Rasen bildend. Blüte-
*) Tafel 335 A. Potentilla verna L. Blühende Pflanze.
70
- Rosaceae.
zeit April. Auf Hügeln an Waldrändern. Schweiz.
Potentilla prostrata Gremli, Niedergestrecktes
Fingerkraut.
b. Blätter dreizählie.
aa. Stengel aufsteigend-aufrecht, drei- bis zehnblütig, 10 bis
20 cm hoch. Blüten ziemlich gross. Blütezeit Juli.
Auf Triften hoher Alpen. P. grandiflora L., Gross-
blumiges Fingerkraut.
Die Abänderung minor Venetz (P. valesiaca Huet),
Walliser Fingerkraut, ist in allen Teilen um die Hälfte
kleiner.
bb. Stengel niederliegend oder aufsteigend, ein- bis zweiblütig,
2 bis 7 cm hoch.
aa. Blattabschnitte trübgrün, beiderseits sehr zottig.
Blütezeit Juli. Auf Gerölle der Hochalpen. P. frigida
Villars, Kälteliebendes Fingerkraut.
In der Schweiz findet sich der Bastard frigida x
multifrida (P. ambigua Gaudin).
bb. Blattabschnitte freudig-grün, oberseits kahl, am Rande
und unterseits auf den Nerven behaart. Blütezeit
Juli. Steinige Triften der Alpen, namentlich der
Hochalpen. P. minima Haller fil., Kleinstes
Fingerkraut.
B. Blüten weiss oder rötlich (dies nur beı P. nitida L.).
$
II.
Grundständige Blätter fiederspaltig, obere dreizählig. Blattabschnitte
eiförmig-rundlich, eingeschnitten - gesägt. Nebenblätter ungeteilt.
Stengel meist rot. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis 50 cm. 4.
Auf trockenen, sonnigen Hügeln, an Waldrändern: sehr zerstreut,
fehlt im Nordwesten fast gänzlich. P. rüpestris L., Felsen-
Gänserich.
Grundständige Blätter gefingert.
A. Grundständige Blätter dreizählig.
a. Früchtchen ganz kahl. — Pflanze klebrig-zottig. Kronenblätter
linealisch-schmal. Griffel rot. Blütezeit Juli. %. An felsigen
Orten der südlichen Schweiz; sehr selten. P. grammopetala
Moretti, Linienblätteriges Fingerkranut.
b. Früchtehen ganz oder teilweise zottig-behaart.
a. Früchtehen nur am Nabel zottig-behaart.
I:
Rosaceae. 1
Blattabschnitte rundlich-umgekehrt - eiförmig, gestutzt,
gekerbt, gesägt. Die fünf äusseren Kelchzipfel lanzettlich,
kaum halb so gross als die fünf inneren, eiförmigen,
spitzen Zipfel. Kronenblätter länger als der Kelch, fast
elliptisch, mit ausgerandeter Spitze. Staubfäden faden-
förmig. — Stämmchen ohne oder mit oft wurzelnden
Ausläufern; 5 bis 10 cm hoch. 4. Blumenkrone weiss.
Nachstäubend. Blütezeit März bis Mai; im Herbste oft
zum zweiten Male. Auf buschigen Hügeln, an Wald-
rändern, Rainen; im nördlichen Teile des Gebietes sehr
zerstreut; in der Schweiz verbreitet. (Fragaria sterilis L.;
P. sterilis Garcke.) Potentilla Fragariastrum Ehrhart,
Erdbeerblätteriges, Erdbeerblütiges Fingerkraut.*)
Bei der Abart permixta Gremli, Mittleres
Fingerkraut neigen sich die Staubblätter nach dem Ver-
stäuben zusammen.
Der Bastard P. Fragariastrum x mierantha
(P. spuria Kerner) findet sich in der Schweiz und Tirol.
. Blattabschnitte eiförmig, scharf-gesägt. Die fünf äusseren
Kelchzipfel mit den fünf inneren von gleicher Gestalt
und Grösse. Kronenblätter so lang oder etwas kleiner
als der Kelch, länglich-umgekehrt-herzförmig. Staubfäden
fast so breit als der Staubbeutel. — Stämmchen nicht
kriechend, 5 bis 10 cm hoch. Blumenkrone weiss, oft
blass pfirsichblütrot. Innenseite des Kelchgrundes dunkel-
rot. Blütezeit April, Mai. %. An steinigen Abhängen der
Voralpen, Österreich, Schweiz, Mittelrhein. P. mierantha
Ramond, Kleinblütiges Fingerkraut.
ß. Früchtchen ringsum zottig-behaart.
[0402
*) Tafel 335 B.
in natürlicher Grösse.
Blüten einzeln, gross, rosenrot. — Nur wenig ÖCentimeter
hohes Pflänzehen mit kriechendem, mehrköpfigem Wurzel-
stocke. Blattabschnitte länglich, am vorderen Ende mit
drei vorgestreckten Zähnchen, beiderseits filzig-seiden-
haarig. Blütezeit Juli, August. #. In Felsspalten der
höchsten Kalkalpen von Kämten, Krain, Steiermark
und Tirol. P. nitida L., Glänzendes Fingerkraut.
Potentilla Fragariastrum Ehrhart. Blühende Pflanze
72
Rosaceae.
ß#. Stengel ein- bis dreiblütig; Blumenblätter weiss, noch
einmal so lang wie die Kelchabschnitte. Blattabschnitte
klein, sehr grob gesägt, unterseits dicht seidenhaarig.
Blütezeit Juni. %. Krain, selten. Potentilla earniolica
Kerner, Krainer Fingerkraut.
B. Grundständige Blätter fünfzählig.
a. Staubfäden kahl. Blütenstengel wenigblätterig, blütenstielartig,
wenigblütig.
a. Früchtehen nur am Nabel zottig-behaart.
1.
D
Blattabschnitte länglich-lanzettlich, oberseits kahl, unter-
seits seidenhaarig und namentlich am Rande silberglänzend,
vorn mit einigen einander gleich grossen Sägezähnchen. —
Stämmchen kriechend mit schwachen, 8 bis 25 em hohen,
aufsteigenden, meist dreiblütigen Blütenstengeln. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Mai, Juni. #4 An trockenen,
lichten Waldstellen, Heiden; selten. P. alba L., Weisses
Fingerkraut.
. Blattabschnitte umgekehrt - eiförmig -länglich oder um-
gekehrt-eiförmig, oberseits ganz oder fast kahl, unterseits,
namentlich am Rande, glänzend-seidenhaarig; in ihrer vor-
deren Hälfte sägezähnig; endständiger Sägezahn viel
kleiner als die beiden benachbarten. — Stämmchen
niedergestreckt, oft wurzelnd; Blütenstengel zwei- bis
vierblütig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai. #4 In
Wäldern und Gebüschen Thüringens; sehr selten. (P.hybrida
Wallroth; P. splendens Auctorum, nicht Ramond.) P. alba x
sterilis, (P. alba x fragariastrum?) Bastard - Finger-
kraut.
ß. Früchtchen ringsum zottig-behaart. — Stengel aufstrebend,
meist dreiblütig. Blattabschnitte länglich-lanzettlich, am
Grunde keilig, vom gezähnt; Abschnitte der Stengelblätter
mit drei gerade vorgestreckten Zähnchen. Blütezeit Juli,
August. 2. In Felsspalten des ganzen östlichen Alpen-
gebietes; fehlt in der Schweiz P. Clusiana Jacquin,
Glusius’ Fingerkraut.
b. Staubfäden rauhhaarig. Stengel mehrblätterig, mehr- bis viel-
blütig.
a. Blattabschnitte fast sitzend, länglich -lanzettlich -keilförmig,
am Rande seidenhaarig-gewimpert, vorne scharf-gesägt. —
Rosaceae. 78
Stengel aufsteigend. Nebenblätter lang-pfriemlich. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Juni, Juli. 4 Auf sonnigen Kalk-
felsen der Alpen und Voralpen. Potentilla caulescens L.,
Stämmchenbildendes Fingerkraut.
8. Blattabschnitte gestielt, umgekehrt-eiförmig-länglich, locker-
seidenhaarig-behaart, mit eingemischten Drüsenhaaren, ge-
wimpert, vorne scharf-gesägt. Blumenkrone weiss. Blüte-
zeit Juli. # Sonnige Felsen der Voralpen bei Genf.
P. petiolulata Gaudin, Blattstielblätteriges Finger-
kraut.
Gattung 401: Fragaria L., Erdbeere.
Durch Ausläufer Rasen bildende Pflanzen mit dreischnittigen, selten
durch Fehlschlagen der Seitenabschnitte einfachen, scharf- und grossgesägten
Blättern. Nebenblätter dem Blattstiele angewachsen. Blüten in achsel-
ständigen Trugdolden auf aufrechten, die Blätter überragenden Stielen.
Kelehsaum doppelt, fünfgliederig. Kronenblätter vor den kleineren, äusseren
Kelchzipfeln nebst den zahlreichen Staubblättern dem Kelche eingefügt.
Stempel zahlreich (XI, 3). Fruchtknoten einfächerig, mit an der Bauch-
naht stehendem, seitenständigem Griffel, einsamige Nüsschen bildend; letztere
sind die auf dem sehr vergrösserten, fleischig-saftigen, endlich abfallenden
Blütenboden der Erdbeere (einer Scheinfrucht) sitzenden, kleinen, harten
Höckerchen.
A. Fruchtkelche abstehend oder zurückgekrümmt.
1. Blüten alle zwitterig. Blattstiele und Stengel abstehend-behaart; alle
Blütenstiele oder wenigstens die seitlichen angedrückt oder aufrecht-
behaart. — Blätter dreizählig, häutig, grasgrün, etwas faltig-runzelig.
Blütezeit April bis Juni, meist im Herbste zum zweiten Male. Nach-
stäubend; auch eingeschlechtlich ein- oder zweihäusig. Beere halb-
kugelig bis kugelförmig. Höhe 8 bis 15 em. %. In Wäldern,
Gebüschen, auf Wiesen, gemein. F. vesca L., Gemeine Erdbeere.*)
Besondere Formen sind:
F. monophylla Duchesne, Einblätterige Erdbeere. Blätter
ungeteilt-herzförmig.
F. eflagellis Duchesne, Ausläuferlose Erdbeere.
*) Tafel 336: Fragaria vescaL. A blühende Pflanze, B Fruchtzweig. 1 und 2
Blütenknospen; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Staubblatt; 5 einzelner Stempel; 6 Früchte,
1 bis 6 vergrössert.
74 Rosaceae.
Fragaria semperflorens Auctorum, Monats-Erdbeere; sehr
üppig und den ganzen Sommer Blüten und Früchte tragend.
F. alpina Auctorum, Alpen-Erdbeere, kleine, gedrungene
Form, Juni bis Oktober blühend und im Herbste gleichzeitig Blüten
und Früchte tragend.
2. Blüten unvollkommen-zweihäusig. Blatt- und Blütenstiele von wage-
recht abstehenden Haaren zottig. — Blattabschnitte eiförmig, stumpf,
grobgesägt. Scheinfrüchte nur auf der Sonnenseite rot, auf der anderen
grünlich-weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis 30 cm. 4. In
Bergwäldern; im Süden ziemlich gemein, im Norden zerstreut.
(F. elatior Ehrhart.) F. moschata Duchesne, Moschus-Erdbeere,
Pröbstling.
B. Fruchtkelch der Scheinfrucht angedrückt. Haare an den Stengeln und
Blattstielen wagerecht-abstehend, an allen oder nur an den äusseren
Blattstielen angedrückt oder aufrecht-abstehend. — Blattabschnitte ei-
förmig, stumpf, grobgesägt. Blüten unvollkommen-zweihäusig, gelblich-
weiss. Scheinfrüchte kugelig, etwas hart, schwer vom Kelche sich los-
lösend. Blütezeit Maı, Juni. Nachstäubend. # Höhe 8 bis 15 cm.
2. Auf sonnigen Hügeln, in Gebüschen, Wiesen. (F. collina Ehrhart).
F. viridis Duchesne, Knackerdbeere, Knackelbeere.
Bei der seltenen Abart Hagenbachiana F. Schultz, Hagenbachs
Erdbeere, sind die Blättechen, namentlich das mittlere, langgestielt.
Alle Arten, desgleichen F. grandiflora Ehrhart, Ananas-Erd-
beere, F. chiloönsis Ehrhart, Chili-Erdbeere und F. virginiana
Miller, Seharlach-Erdbeere, von denen die beiden ersten aus Süd-,
die letzte aus Nordamerika stammen, werden nebst zahlreichen Abarten
und Bastarden (?) der wohlschmeckenden Früchte halber vielfach kultiviert.
Gattung 402: Comarum L., Blutauge.
Stengel aus kriechendem Grunde aufsteigend, unten kahl, oben samt
den Blütenstielen flaumig. Blätter fiederschnittig, mit 5 bis 7 scharfgesägten,
oberseits dunkel- unterseits bläulich-grünen, länglichen oder lanzettlichen
spitzen Abschnitten. Blüten endständig, seltener einzeln, meist in wenig-
bis vielblütigen, unregelmässigen Trugdolden. Kelch doppelt, fünfspaltig,
bleibend, grünlich und namentlich inwendig trüb-blutrot überlaufen. Kronen-
blätter 5, kleiner als die Kelchzipfel, wie die zahlreichen Staubfäden und
Stempel purpurbraun. Blütezeit Juni, Juli; im 'Kelehgrunde reichlich
Nektar. Höhe 30 bis 100 cm. #. (XII, 3.) In Sümpfen, Mooren und
Rosaceae. un
Torfwiesen; in gebirgigen und subalpinen Gegenden stellenweise sehr häufig,
an anderen Orten fehlend. (Potentilla palustris Scopoli.) Comarum
palustre L., Sumpf-Blutauge.*)
ö. Unterfamilie: Poteriese, Wiesenknopfgewächse.
A. Mit Aussenkelch.
1. Der Kelch besteht aus 5 pfriemlich-auswachsenden, erhärtenden
Zähnen; der Aussenkelch ist grösser, fünf- bis zehnfach eingeschnitten,
mit offenstehenden Zähnen. Gattung 405: Aremonia Necker,
Aremonie.
2. Kelch und Aussenkelch sind blattartig, je vierzipfelig. Gattung 404:
Alchemilla Tournefort, Sinau.
B. Ohne Aussenkelch.
1. Der Fruchtknoten ist von einem Kranze zahlreicher, holziger Stacheln
umgeben. Gattung 405: Agrimonia Tournefort, Odermennig.
2. Der Borstenkranz fehlt. Gattung 406: Sanguisorba L., Wiesenknopf.
Gattung 403: Aremonia Necker, Aremonie.
Wurzelstock ausdauernd, schuppig. Grundständige Blätter unterbrochen-
fiederschnittig, stengelständige dreischnittig. Blattabschnitte sitzend, rund-
eiförmig, gezähnt bis eingeschnitten-stumpf-gesägt. Blüten in lockeren Trug-
dolden. Kronenblätter 5, nebst den 5 bis 10 Staubblättern dem Kelch-
schlunde aufsitzend. Fruchtknoten 2 (V, 2 oder X, 2), mit scheitelständigen
Griffeln. Schliessfrüchtchen 1 bis 2, in dem erhärtenden, kugeligen Kelch-
grunde eingeschlossen. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis 20 cm. An
waldigen Abhängen in Tirol, Krain, Steiermark. (Agrimonia agrimonoides L.,
Spallanzania agrimonoides Pollini.) A. agrimonoides Necker, Oder-
mennigartige Aremonie, Zwerg-Odermennig.
Gattung 404: Alchemilla Tournefort, Sinau.
Kräuter mit zwittrigen Blüten. Kelch krugförmig mit doppelt-vier-
gliedrigem Saume, bleibend; die inneren Zipfel grösser, in.der Knospenlage
klappig. Blumenkrone fehlend; Staubblätter 1 bis 4. Stempel 1, selten 2,
frei mit grundständigem Griffel; dessen Narbe kopfförmig, aus dem Kelch-
schlunde hervorragend. Früchte nussartig einsamig, in der erhärteten Kelch-
röhre eingeschlossen.
*) Tafel 337. Comarum palustre L. A blühende Pflanze. 1 Staubblatt
2 einzelner Stempel; 4 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 4 vergrössert.
76 Rosaceae.
A. Blätter handförmig-dreispaltig, am Grunde keilig. Blattabschnitte vorn
eingeschnitten- drei- bis fünfzähnig. AÄussere Kelchzipfel sehr klein.
Blüten ein-, selten zweimännig, in seitlichen, den Blättern gegenständigen
Knäueln, grünlich-gelb. — Stengel liegend oder aufsteigend. Blütezeit
Mai bis Herbst. Blüte sehr unscheinbar, nektarlos; Selbstbestäubung
unvermeidlich. Höhe 5 bis 10 m. ©. Auf Äckern in Ebenen und
auf niedrigen Bergen, ziemlich selten. (Aphanes arvensis L., A. Aphanes
Leers.) Alchemilla arvensis Scopoli, Feld-Sinau.
B. Blätter fünf- bis neunlappig oder ebensoviel-teilig. Meist vier-, selten
zwei-männig.
a. Blätter nicht bis zum Grunde geteilt.
a. Blätter etwa bis zum dritten Teil fünf- bis neunspaltig, im Um-
risse nierenförmig oder rundlich, mit halbkreisrunden, eiförmigen
oder länglichen, gesägten Lappen. Blüten grünlichgelb; meist ge-
trennten Geschlechtes; zwitterige Pflanzen fehlen streckenweise
gänzlich. Blütezeit Mai bis Herbst. Erstweiblich. Höhe 15 bis
30 cm. %. IV.1. In Wäldern, auf Wiesen; meist gemein.
A. vulgaris L., Gemeiner Sinau, Frauenmantel.*)
Hinsichtlich der Behaarung sehr veränderliche Pflanze; nach
derselben unterscheidet man:
var. glabra De Candolle, Kahler Sinau, in allen Teilen
kahl oder nur hier und da spärlich behaart.
var. pilosa Neilreich, Behaarter Sinau, Stengel und Blatt-
stiele abstehend-behaart oder zottig; Blätter am Rande und unter-
seits auf den Nerven behaart, sonst ziemlich kahl.
var. subsericea Gaudin, Seidenhaariger Sinau (A. montana
Willdenow) Stengel und Blattstiele zottig; Blätter beiderseits oder
doch unterseits anliegend-behaart; Haare mehr oder minder seidig-
glänzend.
Bei der Hauptform sind die Blätter ringsum-gesägt; bei der
auch als Art angesehenen Abart pubescens Marschall von
Bieberstein, Weichhaariger Sinau, dagegen an ihrem Grunde
ganzrandig; letztere findet sich selten auf Triften höherer Alpen.
ß. Blätter bis zur Mitte sieben- bis neunspaltig. Blattgrund ganz-
randig; Lappen umgekehrt-eiförmig, eingeschnitten-gesägt, kahl
oder fast kahl. Im übrigen der vorigen sehr ähnlich. Blütezeit
*) Tafel 338: Alchemilla vulgaris L. AB blühende Pflanze. 1 Teil eines
Blütenstandes; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Staubblatt; 4 Stempel; 5 Teil des Blattran des
1 bis 5 vergrössert.
Rosaceae. 1
Juni, Juli. Höhe bis 30 cm. 2%. IV, 1. Auf feuchten Triften
der Alpen, des Jura, Riesengebirges. (A. fissa Schummel; A, palma-
tifida Tausch.) Alchemilla pyrenaica Dufour, Pyrenäen-Sinau.
b. Blätter bis zum Grunde fünf- bis siebenschnittig.
a. Blattabschnitte umgekehrt-ei-keilförmig, vorn klein -angedrückt-
gesägt, ringsum dicht-seidenhaarig-gewimpert, unterseits glänzend-
weiss-seidenhaarig, oberseits grün. Blütezeit Juni-August. Höhe
10 cm. %#. Auf Wiesen, an Felsen der Alpen, Voralpen, des Jura,
der Vogesen und des Schwarzwaldes. A. alpina L., Alpen-Sinau,
Atlasmantel.
Die Abart subsericea Reuter, Seidenglänzender Atlas-
mantel ist locker seidenhaarig und hat eingeschnitten-gesägte
Blattabschnitte.
$. Mittlere Blattabschnitte mit stark-keilförmig-verschmälertem Grunde
und stark verbreitertem, tief-eingeschnitten-vier- bis sechszähnigem
Vorderrande. Seitliche Abschnitte tief-zweispaltig mit gerade vor-
gestreckten Zähnen; oberseits kahl oder zerstreuthaarig, unterseits
blassgrün, schwach seidenhaarig oder fast kahl. Blütezeit Jul.
Höhe 10 bis 15 cm. #. Hochalpen, an Gletscherrändern. A.pen-
taphylla L., Fünfblätteriger Sinau.
Die Abart euneata Gaudin, Keilblätteriger Sinau ist
stärker behaart und hat kürzere Sägezähne.
Gattung 405: Agrimonia Tournefort, Odermennig.
Blätter unterbrochen - fiederschnittig, gesägt, mit halbherzförmigen,
stengelumfassenden, eingeschnitten-gesägten Nebenblättern. Blüten zwitterig.
Kelch unter dem fünfspaltigen Saum mit zahlreichen, erst weichen, später
vergrösserten und erhärteten Hakenborsten. Kronenblätter 5. Staubblätter
meist 15, dem Kelchschlunde aufsitzend.. Fruchtknoten 2, mit scheitel-
ständigen Griffeln (XI, 2). Früchtchen nussartig, einsamig in der erhärteten
aber sonst wenig veränderten Kelchröhre eingeschlossen.
A. Fruchtkelch umgekehrt-kegelförmig, bis langglockenförmig, der ganzen
Länge nach gefurcht. Hakenborsten weit abstehend oder vorn zu-
sammenneigend, nicht zurückgeschlagen.
1. Stengel rauhhaarig. DBlattabschnitte länglich-lanzettlich, unterseits
grau-kurzhaarig. Hakenborsten weit abstehend.. — Kronenblätter
eiförmig, goldgelb. Höhe 30 bis 125 cm. Blütezeit Juni, August.
Homogame Pollenblume. 4. Auf Wiesen, buschigen Hügeln, an
78 Rosaceae,
Hecken, Rainen; nicht selten. Agrimonia Eupatoria L., Gemeiner
Odermennig.*)
2. Stengel steifhaarıg. Blattabschnitte rhombisch-umgekehrt-eiförmig
oder rhombisch-lanzettlich, unterseits drüsig und an den Nerven zer-
streut-steifhaarig. Stachelborsten alle nach vorn gerichtet und leicht
zusammenneigend. —. Blumenkrone goldgelb. Höhe 50 bis 150 cm.
Blütezeit Juli. #. In Wäldern OÖstpreussens. A. pilosa Ledebour,
Behaarter Odermennig.
B. Fruchtkelch halbkugelig-glockig, nur bis zur Mitte gefurcht; äussere
Hakenborsten zurückgeschlagen. — Stengel, Unterseite der Blätter und
Kelchröhre kurzhaarig und vieldrüsig. Kronenblätter länglich-umgekehrt-
herzförmig, goldgelb, duftend. Blütezeit Juni, August. Höhe 60 bis
200 cm. An grasigen Orten, Waldrändern, besonders im westlichen
Teile des Gebietes; zerstreut. (A. procera Wallroth) A, odorata
Miller, Wohlriechender Odermennig.
Gättung 406: Sanguisorba L. (erweitert), Wiesenknopf.
Kelch einspaltig; Blumenkrone fehlend. Früchte einsamig, nussartig,
in der erhärteten Kelchröhre eingeschlossen.
A. Blüten zwitterig, öfter durch Fehlschlagen vielehig; Fruchtknoten 1; -
gipfelständige Griffel mit kopfig-warziger, aus dem Kelchrohre hervor-
tretender Narbe. — Kahle Kräuter. Stengel doldentraubig-verästelt;
jeder Ast einen eirunden bis länglichen oder walzlichen Blütenkopf
tragend. Blätter meist grundständig, gefiedert, mit herzförmig-länglichen,
grob- und scharf-, zum Teil doppelt-gesägten Blättchen.
1. Blütenköpfchen schwarzrot, länglich-eiförmig. Staubblätter meist 4,
so lang oder kürzer als der Kelchsaum. — Blütezeit Juni-August.
Höhe 60 bis 150 em. (IV, 1.) %. Auf feuchten Wiesen verbreitet,
aber nicht überall. 8. offieinalis L., Gemeiner Wiesenknopf.
2. Blumenköpfchen grünlich-gelb, walzlich. Staubblätter 6 bis 12, viel
länger als der Kelchsaum. Blütezeit Juli. Homogam, aber infolge des
ungleichen Aufblühens der zahlreichen, 50 bis 100, einen Blütenkopf
bildenden Blüten, insektenblütig. (XI, 1.) #. Graubünden; Veltlin.
S. dodecandra Moretti, Zwölfmänniger Wiesenknopf.
*) Tafel 339. Agrimonia EupatoriaL. A blühende Pflanze. 1 Blütendeck-
blatt; 2 Blütenknospe; 3 Blüte; 4 Blütenlängsschnitt; 5 und 6 Staubblätter; 7 Frucht
in dem Fruchtkelche eingeschlossen; 8 Längsschnitt durch den Samen. 1 bis 8 ver-
grössert.
Rosaceae. 79
B. Blüten in männlichen und weiblichen Köpfchen, oder in Köpfchen, deren
obere Blüten weiblich, deren untere männlich oder zum Teil zwitterig
sind. Staubblätter 4, vor den Kelchzipfeln stehend oder zahlreich
(20 bis 30). Fruchtknoten 1 bis 3, meist 2; Narbe pinselförmig. —
Blättchen eirundlich oder länglich. Blütenköpfchen erst grün, später
rötlich. Blütezeit Mai-Juli. Windblütig; Zwitterblüten meist homogam.
Höhe 30 bis 50 cm. #. XXL 5. (IV, 1; XXI). Auf Wiesen, Hügeln,
Sandplätzen, an Ufern; namentlich auf Kalk verbreitet. (Poterium sangui-
sorba L.; Poterium dietyocarpum Ehrhardt) Sanguisorba minor
Scopoli, Kleiner Wiesenknopf.*)
Die Abart glaucescens Reichenbach, Bläulicher Wiesenknopf,
hat unterseits bläulich-grüne Blättchen.
Die Abart alatum Willkomm (Poterium polygamum Waldstein-
Kitaibel), Vielehiger Wiesenknopf, hat längliche, gestielte Blättchen
und einen grubig-runzeligen, geflügelten Fruchtkelch.
6. Unterfamilie: Roseae, Bosengewächse.
Hierher nur:
Gattung 407: Rosa Tournefort, Rose. (XII, 3.)
Aufrechte oder kletternde, kahle oder behaarte Sträucher. Meist finden
sich Stacheln (am vollkommensten an einjährigen, nicht blühenden Trieben)
ausserdem an blühenden Zweigen und Blütenstielen Drüsenborsten. Blätter
abwechselnd, unpaarig-gefiedert, sägezähnig. Nebenblätter dem Blattstiel-
grunde mehr oder weniger hoch angewachsen, selten frei. Blüten regel-
mässig, zwitterig, einzeln und endständig, oder in meist wenigblütigen Trug-
dolden. Blütenboden, Hagebutte, urnenförmig ausgehöhlt, bauchig, am
Rande eingeschnürt. Kelch, Blumenkrone und Staubblätter sind dem Rande
eines den Schlund oft fast schliessenden Drüsenringes (Diskus) eingefügt.
Kelchblätter 5, einfach, gesägt oder fiederschnittig, bleibend oder abfallend,
wie die 5 Kronenblätter in der Knospe dachig. Staubblätter zahlreich,
nicht miteinander verwachsen. Fruchtknoten ebenfalls zahlreich, sitzend
oder gestielt, im Grunde des Blütenbodens; einfächerig, mit einer aus der
Spitze herabhängenden Samenanlage. Griffel scheitelständig, fädlich, frei
*) Tafel 340. Sanguisorba minor Scopoli. AB blühende Pflanze. 1 Blüten-
knospe; 2 weibliche Blüte; 3 männliche Blüte; 4 sich eben öffnende Zwitterblüte;
5 viermännige Zwitterblüte; 6 Längsschnitt durch eine vielmännige Zwitterblüte;
7 Staubblätter; 8 junges Früchtchen; 9 Teil des reifen Fruchtstandes; 10 reife Frucht
in dem erhärteten, vierkantigen, netzig-runzeligen Kelchrohr; 11 und 12 Frucht im
Quer- und Längsschnitt. 1 bis 12 vergrössert.
80 Rosaceae.
oder im Schlunde des Blütenbodens miteinander verwachsen. Narben ein-
fach, kopfig-nierenförmig. Früchtchen kahl, auf dem Rücken seidig-behaart
oder bärtig, zahlreich in der. beerenartigen Scheinfrucht, der Hagebutte.
Samen mit dickem, fleischigem Keimling, eiweisslos.. Die meisten Arten
sind nektarlose, aber duftende Pollenblumen.
Von einer genauen Kenntnis der Rosen sind wir zur Zeit noch sehr weit ent-
fernt; da die zur Unterscheidung dienenden Merkmale sehr veränderlich sind, wurden
die wenigen älteren Arten neuerdings in zahlreiche Arten zerteilt; Deseglise z. B.
teilte allein R. canina L. in mehr denn ein halbes hundert Arten.
Regel (nach Karsten) unterscheidet mit Einschluss der Stammarten der Edel-
rosen unserer Gärten:
A. Blumen einzeln, selten zu 2 bis 5. Sparsiflorae, Einzelblumige.
I. Alle Stacheln gerade, selten leicht abwärts-gebogen; blühende Zweige drüsen-
los. Orthacanthae, Geradstachelige.
4A. Zweige wehrlos oder mit nebenblattständigen, nadelförmigen Stacheln.
Schösslinge mit ähnlichen, später abfallenden Stachelborsten dicht besetzt.
R. alpina L., Alpenrose, — R. lucida Ehrhardt, Glanzblätterige Rose.
B. Stamm und Äste mit ungleich-langen Stacheln dicht- oder zerstreut-besetzt;
die kleineren Stacheln borstenförmig, die grösseren nadel- oder pfriemen-
förmig und unterwärts etwas zusammengedrückt.
«. Kelchzipfel so lang oder länger als die Krone, in eine lange, fadenförmige
Spitze auslaufend.
R. acicularis Lindley, Nadeldornige Rose.
ß. Kelchzipfel kürzer als die Krone, in eine kurze Spitze endend.
R. pimpinellifolia L., Bibernellblätterige Rose. — R. reversa Waldstein-
Kitaibel; Krummstielige Rose.
C. Stamm und Äste mit gleichförmigen, nebenblattständigen und zerstreut-
stehenden, kräftigen, geraden, selten etwas zurückgeneigten, am Grunde mehr
oder minder zusammengedrückten Stacheln besetzt.
R. lutea Miller, Gelbe Rose. -— R. villosa L., Zottige Rose. — R,. pomifera
Hermann, Apfelfrüchtige Rose.
II. Stacheln gekrümmt, nebenblattständig oder selten zerstreutstehend. Zweige
drüsenlos, Campylacanthae, Gekrümmtstachelige.
A. Nebenblätter der nicht blühenden Zweige diesen anliegend, sie scheidenartig
umgebend. Wurzelstocksprossen, zuweilen auch die Äste, mit ungleich-
förmigen und ungleichgrossen Stacheln besetzt. Grössere Stacheln zurück-
gekrümmt, pfriemenförmig, mit zwischengestreuten kleineren, geraden, pfriemen-
oder borstenförmigen Haaren. Die Zweige mit zurückgekrümmten Stacheln,
die zu zweien gegenständig unter den Nebenblättern stehen, ohne Stachel-
borsten.
R. cinnamomea L., Zimtrose.
B. Alle Nebenblätter flach ausgebreitet. Wurzelstocksprossen mit ziemlich
gleichförmigen Stacheln, diese alle derb und mehr oder minder hakig-gekrümmt
oder gebogen. Nadelstacheln oder Borsten nicht überall eingemischt; diese
Rosaceae. 81
nur am unteren Teile der Triebe und Äste sowie an den Blütenverzweigungen.
An Ästen und Zweigen nur nebenblattständige, kräftige und zurückgekrümmte
und, wenigstens am Grunde, verbreiterte Stacheln; hier fehlen die kleinen,
geraden Nadelstacheln.
e. Griffel frei.
R. canina L., Hundsrose. — R. rubiginosa L., Weinrose, — R. alba L.,
Weisse Rose.
ß. Griffel in eine aus dem Kelchschlunde hervorragende Säule verwachsen.
R. arvensis Hudson, Acker-Rose.
II. Zweige mit Drüsenborsten bedeckt; übrigens wehrlos, oder mit wenigen, geraden
oder schwach-gebogenen Stacheln besetzt. Glanduliferae, Drüsentragende,
R. gallica L., Essigrose. — R. turbinata Aiton, Kreiselfrüchtige Rose. —
R. semperflorens Curtis, Immerblühende Rose.
B. Blumen in Doldentrauben zahlreich beisammen, selten zu 3 oder einzeln. 'Thyrsi-
florae, Straussblumige.
«. Äste und Zweige, drüsenlos, mit nebenblattständigen oder zerstreuten, meistens
kräftigen und zurückgebogenen Stacheln, selten ohne solche.
R. indica L., Monatsrose. — R. ferruginea Villars, Roströtliche Rose. —
R. sempervirens L., Immergrüne Rose.
3. Äste durch gerade, kaum zurückgekrümmte Stacheln mehr oder minder dicht
bewaffnet; Zweige mit Stacheln, Borsten und Drüsenborsten dicht bedeckt.
R. damascena Miller, Damascener Rose.
Die Einteilungen von Dumortier, in Untergattungen und von Deseglise in
Stämme lassen sich nach Förster folgendermassen vereinigen:
A. Blüten ohne Honiggefässe. 1. Untergattung: Chamaerrhodon Dumortier,
Zwerg-Rosen.,
a. Stacheln ungleich, gerade, die der jungen Schösslinge dicht, die der Äste zer-
streut stehend. Frucht an ihrem Grunde niedergedrückt. Kelchzipfel bleibend,
zusammenneigend. 1. Stamm: Pimpinellifoliae Deseglise, Bibernell-
blätterige.
b. Stacheln ungleich, weit getrennt; mit wenig Stachelborsten. Scheinfrucht an
ihrem Grunde abgerundet. Kelchzipfel fiederspaltig, abstehend. 2. Stamm:
Sabinae Deseglise, Sabinische Rosen.
B. Blüten mit Honiggefässen.
I. Honiggefässe sehr klein, dem Grunde des Kelches eingefügt. 2. Untergattung:
Cassiorhodon Dumortier.
Hierher 3. Stamm: Cinnamomeae De6seglise, Zimtrosen.
II. Honiggefässe dick, an der Spitze der Kelchröhre eingefügt.
a. Griffel frei.
«. Alle Fruchtknoten ungestielt. 3. Untergattung: Erorrkodon Dumortier,
Garten-Rosen.
1. Blüten einfach, 4. Stamm: Gallicanae Deseglise, Gallische
Rosen.
2. Blüten gefüllt. 5. Stamm: Centifolise Deseglise, Gefüllte Rosen.
Thome, Flora. III. Bd. II. Aufl. 6
82 Rosaceae.
ß. Fruchtknoten in der Mitte der Hagebutte gestielt. 4. Untergattung:
Cynorrhodon Dumortier, Hundsrosen.
1. An demselben Stengel gerade und hakenförmig-gebogene Stacheln.
6. Stamm: Dimorphacanthae Dumortier, Ungleichstachelige
Hundsrosen.
2. An demselben Stengel finden sich nicht zugleich gerade und gekrümmte
Stacheln,
a. Stacheln alle pfriemlich, mit einem eiförmig-zugerundeten Eindruck
am Stengel. 7. Stamm: Tomentosae Deseglise, Filzblätterige
Hundsrosen.
b. Stacheln zurückgekrümmt-hakenförmig, mit einem verlängerten Ein-
druck am Stengel.
aa. Blättehen auf einer oder auf beiden Seiten mit sitzenden Drüsen.
aa. Blüten ohneDeckblätter. 8. Stamm: Eglanteriae Des£glise,
Gelbe Rosen.
bb. Blüten mit Deckblättchen. 9. Stamm: Rubiginosae Dese-
glise, Weinrosen.
bb. Blättchen auf beiden Blattseiten ohne sitzende Drüsen. 10. Stamm:
Caninae Deseglise, Echte Hundsrosen.
b. Griffel zu einer Säule verwachsen. 5. Untergattung: Stylorrhodon
Dumortier, Säulen-Griflelrosen.
Hierher ein gleichnamiger Stamm.
Zur Bestimmung der einheimischen Arten schliessen wir uns Gremli an. :
Zu einem vollständigen: Herbariumexemplar gehört auch ein Zweig mit
ausgewachsenen, die Kelchzipfel tragenden Hagebutten.
Zu beachten ist, dass alle Rosen mit an der Frucht aufgerichteten
Kelchzipfeln behaarte Griffel haben, oder, was dasselbe ist, dass bei allen
Arten, deren Griffel kahl ist, die Kelchzipfel an der Frucht zurückgeschlagen
sind. Die Hagebutten heissen markig, wenn sie schon im Herbste, vor dem
Abfallen der Blätter, breiig und geniessbar werden; ist dies nicht der Fall,
werden sie erst durch eintretende Fröste mürbe, so heissen sie knorpelig. —
In bezug auf die Drüsen der Blattunterseite sind stets die unteren Blätter
der Blütenzweige zu untersuchen, denn ausnahmsweise finden sich auch bei
Arten, denen diese Drüsen im allgemeinen fehlen, an jüngeren Blättern
einzelne solcher Drüsen auf den Seitennerven vor.
A. Blüten schwefelgelb oder innen orange- bis granatrot und aussen gelb.
a) Eglanteriae, Gelbe Rosen,
Stacheln der Schösslinge gerade, gedrungen, einander ungleich,
kräftig, untermischt mit Stachelborsten. Blättehen 5 bis 9, beiderseits
lebhaft grün, rundlich, elliptisch bis umgekehrt-eiförmig, meist spitz,
unterseits drüsig, doppelt- und scharf-drüsig-gesägt. Kelchzipfel mit An-
nt
Rosaceae. 83
hängseln, kürzer als die Blumenkrone, an den plattkugeligen Hagebutten
weit abstehend oder zurückgebogen. Staubbeutel pfeilförmig. Blütezeit
Juni. 1 bis 2 Meter hoher, zuweilen schwach klimmender Strauch.
Aus dem Süden; in Gärten angepflanzt und hie nnd da in Zäunen und
Gebüschen verwildert; wild auf Gipsfelsen im Wallis. (R. Eglanteria L.)
Rosa lutea Miller, Gelbe Rose.*)
Die Form R. sulphurea Aiton, (R. lutea Guimpel), Schwefel-
gelbe Rose, hat schwefelgelbe, mitunter gefüllte, nach Wanzen riechende
Blüten und unterseits weichhaarige, drüsenlose Blätter.
Die Form R. bicolor Jacquin, (R. punicea Miller), Zweifarbige
Rose, hat aussen schwefelgelbe, innen orange- bis granatrote, rhabarber-
artig riechende Blüten und Blätter, die auf ihrer Unterseite sitzende
Drüsen tragen.
B. Blüten purpurn, rosenrot oder weiss.
I. Nebenblätter der nichtblühenden Zweige schmal, mit aufwärts ge-
richteten, fast röhrenförmig-zusammenneigenden Rändern. Stacheln
gekrümmt und zu 2 gegenständig unter die Nebenblätter gestellt.
b) Cinnamomeae, Zimtrosen.
Blättchen einfach gezähnt, unterseits grauhaarig, drüsenlos.
Blattstiele kahl. — Äste rutenförmig, rotbraun. Hagebutte kugelig,
markig, von dem zusammenschliessenden Kelche gekrönt, purpurrot.
Blütezeit Mai, Juni. 1 bis 2 Meter hoher, ästiger Strauch. An
waldigen Abhängen, Ufern, in Gebüschen; im Norden des Gebietes
selten. R. cinnamomea L., Zimtrose.**)
Eine Form mit gefüllten Blüten ist R. turbinata Jacquin,
Gefüllte Zimtrose, Pfingströschen; kurzästig und blattreich, ohne
Stacheln ist R. fulgens Christ, Glänzende Rose.
Abarten sind:
R. adenophylla Willdenow (R. laxa Lindley), Drüsen-
blätterige Zimtrose, Blumenstiel und Kelchrohr drüsenborstig.
R. gabrifolia Ruprecht, Glattblätterige Rose. Blättchen
beiderseits kahl, unterseits seegrün; einfach- oder doppelt-gesägt;
Zähne zuweilen drüsentragend.
*) Tafel 341 A. Rosa lutea Miller. A Blütenzweig. A 1 doppelt-, scharf-
und drüsig-gesägter Blattrand; A 2 Staubblatt; A 3 Hagebutte. 1 und 2 vergrössert.
**) Tafel 342 A. Rosa cinnamomea L. A Blütenzweig. A 1 Hagebutte.
6*
84 Rosaceae.
II. Nebenblätter der nichtblühenden Zweige ziemlich flach. Stacheln zer-
streut; seltener an den blütentragenden Ästen zu zweien.
A. Stacheln gleichförmig, d.h. an demselben Zweigteile von ziemlich
gleicher Grösse und Gestalt; bei einigen, besonders bei drüsen-
blätterigen Arten, bisweilen mit eingemischten kleineren, borsten-
förmigen Stacheln, alsdann sind aber die grösseren Stacheln ge-
krümmt. Blättechen zu 5 bis 7, selten 9.
c) Synstylae, Verwachsengriffelige,
a. Griffel in eine vorragende Säule von der Länge der Staubfäden
verwachsen. Die Kelchblätter fallen vor der Reife der Hage-
butte ab.
a. Nebenblätter breit mit eiförmigen, geraden, zugespitzten
Öhrehen. Griffelsäule kahl. — Blütchen 5 bis 7, rundlich-
elliptisch oder lanzettlich, einfach-gesägt, beiderseits kahl
oder unterseits blasser, weichhaarig, drüsenlos. Kelchzipfel
kurz, meist fast ungeteilt, abfallend. Blumen einzeln, oder
in Dolden bis zu 10, mit langen, fein-stieldrüsigen Stielen.
Krone weiss; bei der Kultur leicht gefüllt. Blütezeit Juni,
Juli. Stamm niedergestreckt, mit liegenden, klimmenden,
1 bis 2m langen Ästen und aufgerichteten, blütentragenden
Zweigen. In Waldlichten und Gebüschen; namentlich im
südlichen Teile des Gebietes verbreitet; im nordwestlichen
sehr zerstreut. (R. arvensis Hudson.) Rosa repens Scopoli,
Kriechende Rose.
Besondere Formen sind:
1. Blüten zu 5 bis 10, trugdoldig. var. umbellata Godet,
Doldentragende Kriechende Rose.
2. Blättchen unterseits von dichten, längeren Haaren fast
schimmernd. var. transalpina Christ, Südliche
Kriechende Rose.
3. Blütenstiele fast kahl. var. laevipes Gremli (?), Kahl-
stielige Kriechende Rose.
8. Nebenblätter mit lanzettlichen, zugespitzten und, ebenso wie
die Deckblätter, abwärts gebogenen Öhrchen. Griffelsäule
zottig oder kahl. — Blüten zu 2 bis 3 weiss oder blass rosa.
Blütezeit Juni. In Istrien, auch in Gärten gezogen. R. semper-
virens L., Immergrüne (?) Rose.
Rosaceae. 85
b. Griffel, was zu Verwechselung führen könnte, in ein anscheinend
kurz-gestieltes, aber wenig vorragendes Köpfchen (vergl. R. stylosa)
verklebt. Aussere Kelchzipfel meist hederspaltig.
a. Blättehen unterseits, wenigstens auf den stärkeren Seiten-
nerven, drüsig (diese Drüsen sind bisweilen nur auf den
unteren Blättern der Blütenzweige deutlich zu erkennen),
stets doppelt-gezähnt, d. h. die Zähne haben 1 oder mehr
kleinere, an der Spitze eine Drüse tragende Zähnchen.
1. Blättehen klein oder mittelgross, unterseits reichdrüsig;
die Drüsen über die ganze Fläche verbreitet. Stacheln,
wenigstens die grösseren, sichelförmig gekrümmt. Hierher
einige Weinrosen. (S. 8. 91.)
2. Blättehen unterseits entweder armdrüsig und die Drüsen
nur auf den stärkeren Nerven, oder auch zahlreicher, aber
dann die Stacheln fast oder ganz gerade und die Blättchen
gross. Hierher die Rosen unsicherer Verwandt-
schaft und die Zottigen Rosen. (8. 8. 96 u. 99.)
$. Blättchen unterseits drüsenlos, höchstens am Mittelnerv,
nicht auf den Seitennerven drüsig, einfach, d. h. drüsenlos,
oder doppelt gezähnt. Hierher die Hundsrosen. ($. S. 102.)
B.Stacheln sehr ungleich, d. h. wenigstens am unteren Teil der
Pflanze finden sich neben grösseren Stacheln noch vielfach kleinere,
gerade, borstenförmige, bisweilen drüsentragende (bei R. alpina und
R. lucida sind die Blütenzweige meist stachellos).
a. Stacheln alle ganz gerade, schwach, borstenförmig und (oder)
stärker, pfriemenförmig. — Blütenstiele mässig lang oder lang.
Kelchzipfel an der Hagebutte aufgerichtet und bis zur Reife
bleibend. (b. s. S. 89.)
d) Pimpinelleae, Bibernellblätterige Rosen.
a. Kelchzipfel ungeteilt, selten einer oder der andere mit einem
Anhängsel. Blüten meist einzeln und ohne Deckblatt; deren
Stiel kahl oder mit gestielten Drüsen. Blättchen meist mehr
als 3 (9 bis 11), seltener 5 bis 7.
1. Blütenstiele nach dem Verblühen zurückgekrümmt, selten
gerade bleibend. Hagebutte rot, nach oben meist hals-
förmig-verdünnt. Blättchen kahl oder fast kahl.
a. Blumenkrone lebhaft purpurrot oder dunkelrosa.
86
Rosaceae.
aa. Blütenzweige meist wehrlos. Blättchen meist 7 bis 11,
länglich oder elliptisch, dünn, beiderseits kahl, unter-
seits drüsenlos, selten mit vereinzelten Drüsen (var.
scabriuscula Christ, Rauhblätterige Alpenrose,
wenn die Blättchen zugleich fast rundlich); Blattzähne
fast zugespitzt und drüsig; selten (var. simplieidens
Gremli (?), Einfachzähnige Alpenrose) einfach und
drüsenlos. Nebenblätter an den blütentragenden
Zweigen verbreitert mit länglichen, freien Enden
(Öhrchen). Kelchzipfel mit etwas verbreiterten End-
anhängseln. Hagebutte meist eilänglich, oberwärts
unsymmetrisch-halsförmig verengt; bisweilen (var.
lagenaria Villars, Flaschenfrüchtige Alpenrose)
lang flaschenförmig, selten (var. globosa Desvaux,
Kugelfrüchtige Alpenrose) kugelig oder kreisel-
förmig, dann die Blüte halbgefüllt (Rosa turbinata
De Candolle, Kreiselfrüchtige Alpenrose). Blüte-
zeit Juni, Juli. Höhe 60 bis 125 cm. Schluchten
der Gebirgswälder und Voralpen; im Süden meist ver-
breitet. (R. rupestris Crantz.) R. alpina L., Alpenrose.
Weitere Abänderungen sind:
var. pubescens Koch, Weichhaarige Alpen-
rose, Blätter unterseits zart behaart. Blütenstiele
drüsenlos.
R. pyrenaica Gouan, Pyrenäen- Alpenrose;
Blütenstiele drüsenborstig; Kelchröhre kahl oder eben-
falls drüsenborstig.
var. tetrapetala Regel, Vierblätterige Alpen-
rose; Blütenstiele und Kelch drüsenborstig; Blattstiele
drüsig, weichhaarig; Blätter unterseits überall weich-
haarig.
var. laevis Seringe, Kahle Alpenrose; kahl
und mit Ausnahme der spärlich drüsigen und etwas
flaumigen Blütenstiele drüsenlos.
var. parvifolia Favrat, Kleinblätterige Alpen-
rose; Blättchen fast dreimal so klein wie an der
Hauptform; Fruchtstiele gerade.
var. aculeata Seringe, Stachelige Alpenrose;
Blütenstiele zu zweien; Äste mit pfriemlichen, oft zu
zweien stehenden Stacheln.
Rosaceae. 87
var. latifolia Seringe, Breitblätterige Alpenrose;
stachellos, mit 7 breitovalen Blättchen.
bb. Blütenzweige stachelig. Blättehen 5 bis 7, eiförmig,
derber als an voriger, unterseits weisslichgrün und
mit zerstreuten Drüsen. Blattzähne, Nebenblätter und
Kelchzipfel wie an voriger, aber die Hagebutte kürzer
und nach oben weniger deutlich halsförmig eingeschnürt.
Blütezeit Mai, Juni. Untersteiermark, Krain, Engadin.
(R. alpina > pimpinellifolia?; R. Candolleana Thory.)
Rosa reversaWaldstein und Kitaibel, Flatter-Rose.
b. Blumenkrone blassrot oder weiss. Blütenzweige stachelig.
Etwa die Mitte haltend zwischen alpina und spinosissima.
Blättchen 7 bis 9, kleiner und etwas kürzer als an alpına;
Blattzähne kürzer, weniger drüsig oder fast drüsenlos.
Nebenblätter etwas schmäler als an alpina, aber breiter
als an spinosissima. Hagebutte rot, oberwärts etwas hals-
förmig-verengert, abwärts gekrümmt. Blütezeit Juni.
Schweiz, Allgäu. (R. alpina x spinosissima. R. gentilis
Koch.) R. rubella Smith, Blassrote Rose.
2. Blütenstielchen stets gerade. Hagebutte kugelig oder oval.
a. Blättchen 5 bis 9, einfach-gesägt.
aa. Stamm mit ungleich langen Stachelborsten; Zweige
unbewaffnet oder mit nebenblattständigen, geraden oder
zurückgeneigten Stacheln besetzt. Blätter oberseits
glänzend; Blättchen elliptisch. Blumen einzeln oder
bis zu 3 beisammen, rosa. Kelchzipfel lang-zugespitzt,
so lang oder länger wie die Krone, von den kleinen,
roten, plattkugeligen, meist kahlen Hagebutten, ab-
fallend. Blütezeit Mai, Jun. Aus Nordamerika
stammend, kultiviert und bier und da verwildert.
R. lueida Ehrhart, @lanzblätterige Rose.
bb. Stamm, Äste und Zweige mit ungleich langen, geraden,
am Grunde zuweilen breiten, zum Teil borstenförmigen
Stacheln, meist dicht bewaffnet. Blättchen klein,
eiförmig-rundlich, kahl, meist einfach-gezähnt und
unterseits drüsenlos, selten (var. Sirei Christ, Sires
Rose, adenophora Grenier, Drüsige Bibernell-
rose) doppelt-gezähnt und unterseits zerstreut-drüsig.
Nebenblätter schmal, oberwärts plötzlich verbreitert,
88
Rosaceae,
mit lanzettlichen, auseinanderfahrenden Öbrchen.
Blütenstiele meist kahl. Kronenblätter weiss, selten
etwas rosenrot (Rosa rosea Koch, Rosenrote Rose).
Hagebutte kugelig; reif schwärzlich; auf geradem,
selten gekrümmtem (R. gentilis Sternberg, Edele
Rose in Istrien) Stielee Blütezeit Mai, Juli. An
sonnigen, steinigen Abhängen und Waldrändern auf
Kalk- und Sandboden, verbreitet, namentlich in Nord-
deutschland. R. pimpinellifolia L., Bibernell-
blätterige Rose.*)
Besondere Formen sind:
var. vulgaris Regel, Gemeine Bibernellrose;
Äste und Zweige mehr oder minder bewaffnet.
Blättehen, Blumenstiele und Kelche kahl.
var. spinosissima L., Starkdornige Bibernell-
rose; Äste und Zweige wie vorige; Blumenstiele
drüsenborstig; Kelche drüsenborstig oder kahl.
var. myriacantha De Candolle, Tausend-
dornige Bibernellrose; Stacheln lang und dicht-
stehend; Blättchen unterseits drüsig, oft doppelt drüsig-
gesägt; Blumenstiele und Kelche drüsenborstig, seltener
klein. Blumen klein, hellfleischfarben; mitunter gefüllt.
var. inermis Redout&, (R. mitissima Gmelin),
Wehrlose Bibernellrose. Wehrlos; mitunter gefüllt.
var. spreta Deseglise, Verworfene Bibernell-
rose. Mit sparsamen, kleineren und mit stärkeren,
grösseren Stacheln.
var. Mathoneti Deseglise, Mathonets Biber-
nellrose. Mit birnförmigen, in den Stiel verschmälerten
Hagebutten.
b. Blättchen 7, doppelt-gesägt, mit schmalen, stark vorwärts
gerichteten Zähnen; elliptisch, behaart und drüsig. Neben-
blätter oberwärts mehr allmählich verbreitert, mit läng-
lichen Öhrchen. Blattstiele stieldrüsig. Kronenblätter
unterseits graulich-rosenrot, oberseits purpurrötlich. Hage-
butte eiförmig, rot. Blütezeit Juni. Nordwestschweiz;
selten. R. diehroa Lerch, Zweifarbige Rose.
*, Tafel 341 B. Rosa pimpinellfolia L. B Blütenzweig.
Rosaceae. 89
ß. Kelchzipfel etwas fiederspaltig, stehenbleibend. Blüten zu
1 bis 3, mit oder ohne Deckblättern. Blütenstiele stieldrüsig,
kaum bestachelt. Blättchen zu 5 bis 7. (Rosa acicularis
Lindley, Nadeldornige Rose. ?)
1. Blättehen rundlich-oval, unterseits weich, fast zottig, grau-
filzig, doppelt-gezähnt (wenigstens die unteren Blätter der
Blütenzweige), unterseits mit versteckten Drüsen. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Juni. Hagebutte schwarz-rot, ei-
förmig, drüsenborstig. Westschweiz. (R.coronata Grenier;
R. involuta Smith) R. Sabini Woods, Sabins Rose.
Abarten sind:
var. Ravellae Christ, Ravellen-Fluh-Rose; Blätt-
chen mehr länglich, weniger behaart, aber Blattunter-
seite nebst den Zähnen reicher-drüsig; auch in Württemberg.
var. subsimplex Gremli, Einfachzähnige Sabins
Rose; Blättchen unterseits ganz oder fast drüsenlos; Blatt-
zähne wenig zusammengesetzt bis einfach.
var. Doniana Woods, Dons Rose; Blättchen beider-
seits dicht-weich-grauhaarig, unterseits spärlich drüsig.
Wehrlos oder kleinstachelicht. Hagebutte fast kugelig,
schwach drüsenborstig.
var. anacantha Christ, Stachellose Sabins Rose;
fast stachellos, Blüte klein, einzeln, hellrot.
2. Blättchen fast ganz kahl, einfach- oder undeutlich-doppelt-
gezähnt, unterseits meist drüsenlos. Blumenkrone weiss.
Hagebutte länglich-eiförmig. Blütezeit Juni. Westschweiz.
(R. Gmelini Bunge) R. sabauda Rappart, Savoyer
Rose.
e) Gallicanae, Französische Rosen.
b. Grössere Stacheln mehr oder weniger gekrümmt.
a. Blättchen unterseits drüsenlos.
1. Blättchen etwas lederig, trocken; zu 3 bis 5, gross, rundlich-
eiförmig oder breit-elliptisch, am Grunde breit abgerundet
oder fast herzförmig, vorn stumpflich, unterseits drüsenlos-
netzaderig, graulich, oft zusammengelegt und herab-
geschlagen. Blattzähne oberflächlich, breit, abstehend,
drüsenlos oder ein- bis dreidrüsig. Nebenblätter schmal,
90
Rosaceae.
ausgebreitet, mit spitzen Ohrchen drüsig. Blütenstiele
lang, stieldrüsig. Blumenkrone gross, offen, satt rosen- oder
fast purpurrot. Zweige meist nur mit Stachel- und Drüsen-
borsten; auch die grösseren Stacheln schmal und schwach
gekrümmt; die kleineren sehr zahlreich. Blütezeit Juni
30 bis 60 cm hoher, Ausläufer treibender Strauch. Aus
Südeuropa und viel in Gärten angepflanzt, hier auch bis
1!/; m hoch; wild, aber selten, im südlichen und mittleren
Teile des Gebietes. Rosa gallica L., Französische Rose,
Essig-Rose.
Von ihr und anderen Arten wird das offizinelle
Rosenöl, Oleum Rosae gewonnen.
Abänderungen sind:
a. Blumenstiele und Kelche mit breiten, fast blatt- oder
moosartigen Borsten dicht bedeckt. In Gärten. R. mus-
cosa Aiton, Moosrose.
b. Borsten der Blumenstiele und Kelche nicht so.
aa. Nur die Blütenstiele, mitunter auch die Blattzähne
drüsig, sonst kahl oder flaumig. Die wildwachsende
Form ist die zuweilen halbgefüllte var. austriaca
Crantz (R. pumila Jacqum), Echte Essig- Rose.
Eine niedrige, 30 bis 50 cm hohe, wenig-,
selbst einblütige Form ist R. austriaca Crantz,
Österreichische Rose; eine höhere, fünf- bis zwölf-
blütige Form mit spitzzähnigen Blättern ist R. elata
Christ, Hohe Essig-Rose.
bb. Blatt- und Blütenstiele filzig, drüsig. In Gärten.
R. tomentella Regel, Filzige Rose.
cc. Zweige dicht drüsenborstig. Blätter unterseits
weichhaarig. Blumen sehr gefüllt. Die Blüten-
blätter, Flores Rosae sind offizinell. Aus dem
Öriente stammend in Gärten. R. centifolia L.,
Centifolie.
2. Blättchen dünn, ziemlich gross, zu 5 bis 7. Blättchen grau-
flaumig, oberseits kahl, dunkelgrün, ei- bis herz-eiförmig,
stumpf oder spitz. Nebenblätter an den Blütenzweigen
flach, gross, breit, mit eiförmig vorgestreckten Öhrchen.
Blüten gross, wohlriechend. Blütenstiele und die eiförmige,
fast kugelige Kelchröhre fast drüsenborstig. Kelchzipfel
Rosaceae, 91
ganz bis etwas fiederlappig, an den länglichen Hagebutten
weitabstehend und stehenbleibend. Blumenkrone rosenrot.
Blütezeit Juni, Jul. Bis 2 m hoher Strauch, mit wehr-
losen Zweigen; Stacheln der Schösslinge einander ungleich
und mit Drüsenborsten untermischt, im Alter abfallend.
Auf sonnigen Abhängen und in Hecken, namentlich im
südlichen Teile des Gebietes häufig; in Westdeutschland
oft in Gärten mit gefüllten Blüten kultiviert und ver-
wildert. Rosa turbinata Aiton, Kreiselfrüchtige Rose.
ß. Blättchen unterseits mehr oder weniger drüsig, zu 5 bis 7.
1. Blättchen ziemlich gross, unterseits mit einzelnen Drüsen,
sonst kahl, breit-elliptisch oder eiförmig, spitz oder kurz-
zugespitzt; Blattzähne, namentlich die vorderen, tiet-ein-
dringend, sehr spitz und vorwärts gerichtet. Blütenstiele
ziemlich lang, stieldrüsig. Blumenkrone rosenrot. Blüte-
zeit Juni. Niedriger Strauch. Grössere Stacheln lang,
schlank, sehr schwach gebogen, kleinere ziemlich zahlreich.
An der Badisch - Schaffhausener Grenze. (R. Jundzilli
heteracantha Christ; R. gallica X Jundzilli?) R. porrigens
Gremli, Sich-hinstreckende Rose.
2. Blättchen 5 bis 7, klein oder mittelgross, unterseits drüsig,
rundlich-eiförmig, eiförmig oder länglich-keilig. Blumen-
krone klein oder ziemlich klein. Grössere Stacheln kräftig,
sichelförmig.
f) Rubiginosae, Weinrosen.
a. Stacheln einander ungleich, d. h. neben grösseren, sichel-
förmig gekrümmten Stacheln finden sich noch vielfach
kleinere, gerade. — Blättchen eiförmig oder länglich,
am Grunde oft etwas keilig, in der Jugend meist beider-
seits drüsig; Drüsen auf der Unterseite der Blätter sehr
klein, bisweilen im Alter teilweise verschwindend. Blüten-
stiele kurz, spärlich stieldrüsig. Blumenkrone lebhaft
rosenrot. Griffel kurz, wollig. Blütezeit Juni. Ge-
drungener, nelkenartig riechender Strauch. Graubünden,
Tirol und der Rheinpfalz. (R. caryophyllacea Christ.)
R. rhaetica Gremli, Rhätische Rose.
b. Stacheln einander gleich, d. h. an den Zweigen finden
sich keine kleineren, geraden Stacheln vor. Blättchen
oberseits fast stets drüsenlos, unterseits drüsenreich.
92 Rosaceae.
aa. Blütenstiele und Rücken der Kelchzipfel mit gestielten Drüsen.
aa. Kelchzipfel an der Frucht abstehend und aufgerichtet,
wenigstens bis zur Färbung der Frucht bleibend. Griffel
behaart bis wollig. (bb. s. 5. 94.)
aa. Blumenkrone weiss. — Blättchen gelblich-grün, rundlich-
oval, am Grunde abgerundet. Blütenstiel dicht mit
gestielten Drüsen besetzt. Stacheln gleichförmig, gelblich.
Blütezeit Juni. Schaffhausen. Rosa Gremlii Christ,
Gremlis Rose.
88. Blumenkrone lebhaft rosenrot. Griffel wollig.
a. Blättchen eiförmig oder rundlich-eiförmig.
aa. Blättehen am Grunde meist breit, abgerundet,
meist etwas behaart, mit breiten, abstehenden
Zähnen. Nebenblätter flach ausgebreitet, mit
spitzen Öhrchen drüsig-bewimpert. Blütenstiele
kurz, so lang oder kaum länger als die Frucht;
die gestielten Drüsen derselben sind ungleich,
teilweise kleinstachelig und als solche oft unter
den Blütenstand hinabsteigend.e Blumenkrone
klein. Griffel kurz, frei. Hagebutte länglich-
bis kugelig-eiförmig, nach dem Abfallen des
Kelchsaumes schwärzlich, knorpelig. Blütezeit
Juni. 11/; bis 2 Meter hoher, gedrungen-kurz-
ästiger Strauch. Schwach erstweiblich; sondert
am Kelchrande Honig ab. Auf trockenen
Hügeln, an Waldrändern, in Gebüschen; nicht
selten. R. rubiginosa L., Weinrose.*)
Nach der Tracht können 2 Formen unter-
schieden werden:
7 umbellata Leers, Doldenblütige Wein-
rose; Strauch gedrungen, kurzästig, nicht
selten mit ungleichen Stacheln. Blüten öfters
zu 3 bis 7, selbst 15 beisammen.
++ comosa Rip., Kopfige Weinrose; Äste und
Stacheln länger. Blüten zu 1 bis 3. Blatt-
zähne etwas spitzer, Kelchzipfel länger und
schmäler als an voriger.
*) Tafel 342 B. Rosa rubiginosa L. B. Blütenzweig. B1 und 2B Staub-
blätter; B3 Hagebutte. 2 und 3 vergrössert.
Rosaceae, 93
Eine alpine Zwergform mit fast geraden
Stacheln ist var. rotundifolia Rau, Rund-
blätterige Weinrose, eine alpine Zwerg-
form mit sehr ungleichen var. pimpinelloides
G. Meyer, Bibernellblätterige Weinrose.
Die Abart denudata Grenier, Nackte
Weinrose ist fast haarlos, ihre Kelchblätter
sind aber sehr drüsig.
bb. Blättchen eiförmig, am Grunde etwas keilig;
Zähne tief eindringend und etwas vorwärts-
gerichtet. Blütenstielelang. Blumenkrone gross.
Griffel lang. Stacheln ungleich. Blütezeit Juni.
Bei Genf. (R. gallica X sepium Rapin: R. Kluckii
Grenier; R. formulosa Grenier.) Rosa anisopoda
Christ, Ungleichstielige Rose.
Bei der Abart grandiflora Rapin, Gross-
blütige Ungleichstielige Rose sind die Blätt-
chen weniger keilig, und die Zweige reich mit
gestielten Drüsen besetzt.
b. Blättchen länglich, am Grunde oft etwas keilig,
dunkelgrün, fast kahl. Drüsen auf der Blattunterseite
weniger zahlreich und kleiner als an R. rubiginosa L.;
desgleichen Blattzähne etwas feiner und mehr ge-
nähert, und Blütenstiele länger; Stieldrüsen der Blüten-
stiele einander ziemlich gleich, bisweilen sparsam.
Hagebutten meist länglich. Strauch locker, mit ver-
längerten, hin- und hergebogenen Ästen und meist
gleichförmigen Stacheln. Blütezeit Juni. Basel,
Schaffhausen. R, flagellaris Christ, Rutenästige
Rose.
bb. Kelchzipfel an der Frucht zurückgeschlagen, meist vor
oder bei beginnender Färbung der Frucht abfallend. Griffel
kahl oder fast kahl. Sträucher lockerästig, Äste bogig.
ac. Stieldrüsen der Blütenstiele nicht teilweise in Stacheln
umgebildet. Blättehen klein, länglich, am Grunde oft
etwas keilig, kahl oder nur unterseits am Mittelnerv
behaart; deren Zähne spitz, einander ziemlich ge-
nähert. Blütenstiele ziemlich lang; Stieldrüsen der-
selben ziemlich gleichförmig. Hagebutte länglıich.
94
Rosaceae.
Stacheln gleichförmig. Blumenkrone ziemlich lebhaft
gefärbt. Blütezeit Mai. In der Schweiz hier und da.
(R. Hystrix Lemaire) Rosa Lemanii Boreau, Genfer
Rose.
£ß. Stieldrüsen der Blütenstiele zum Teil in kleine Stacheln
umgebildet.
a. Blättehen mittelgross oder klein, eiförmig, weich,
hellgrün, mehr oder weniger behaart. Blütenstiele
ziemlich lang; deren Stieldrüsen einander ziemlich
gleich, seltener ungleich. (var. permixta Dese-
glise, Ungleichstachelige Kleinblütige Rose.)
Blumenkrone blassrot. Hagebutte eiförmig, scharlach-
rot. Blütezeit Juni, Juli. In der Schweiz und
Süddeutschland hier und da. R. mierantha Smith,
Kleinblütige Rose.
Die Form R. nemörosa Libert, Kleinblütige
Hainrose, hat grosse Blättchen. — R. diminuta
Boreau, Kleinblätterige Kleinblütige Rose, hat
kleine Blättchen und kleine Blütchen.
Die Form salvifolia Christ, Salbeiblätterige
Rose, hat sehr lange, dicht graufilzige und drüsige
Blattstiele und unterseits dicht kurzhaarige, bis
filzige Blätter. — vallesica Lagg. Die Walliser
Kleinblütige Rose ist fast wehrlos, schwach be-
haart und wenig drüsig.
b. Blättchen mittelgross, eilänglich, etwas derb, ober-
seits dunkelgrün, unterseits bleicher, fast kahl.
Drüsen der Blattunterseite, besonders an den oberen
Blättern der Blütenzweige oft etwas sparsamer, ge-
stielt. Blütenstiele oft auffallend lang und etwas
gekrümmt; Stieldrüsen derselben ungleich, teilweise
kleinstachelig und als solche oft unter den Blüten-
stand herabsteigend. Hagebutte eirund, oberwärts
etwas halsförmig. Blütezeit Juni. Schweiz; selten.
(R. hispanica Christ; R. viscidula Grenier.). R. vis-
cida Puget, Klebrige Rose.
bb. Blütenstiele stets, Rücken der Kelchzipfel meist kahl.
aa. Kelchzipfel an der Frucht aufgerichtet und wenigstens bis
zur Färbung der Frucht bleibend. Griffel wollig, kurz,
ec ee A ar TEE ee een uhr
bb.
Rosaceae. 95
kopfig. — Blättchen länglich oder oval, nach dem Grunde
zu mehr oder weniger keilförmig, nach vorne verbreitert
und oft stumpflich. Zweigspitzen oft rötlich. Blütezeit
Juni. In der Westschweiz ziemlich verbreitet (in Deutsch-
land übersehen? Rosa graveolens Grenier, Stark-
duftende Rose.
Besondere Formen sind:
aa. Blattstiel fast filzig.
a. Blattzähne spitzlich. DBlütenstiel nicht behaart.
R. cheriensis Deseglise, Spitzzähnige Stark-
duftende Rose.
b. Blattzähne stumpf. Blütenstiele behaart. R. Billetii
Puget, Billets Rose.
£$. Blattstiel fast kahl. R. Jordani Deseglise, Jordans
Rose.
Kelchzipfel an der Frucht zurückgeschlagen und zeitig ab-
fallend. Griffel kahl, seltener behaart.
aa. Blättchen länglich oder schmal-elliptisch, meist nach
beiden Seiten, stets nach dem Grunde hin verschmälert.
Blumenkrone fast stets weiss. Blütezeit Juni. Auch
als Abart von R. rubiginosa angesehen, doch von ihr,
von R. mierantha und deren Verwandten durch die
kahlen Blütenstiele zu unterscheiden. Wohl verbreitet.
(R. agrestis Savi; R. canina var. sepium Koch.)
R. sepium Thuillier, Hecken-Rose.
Besondere Formen sind:
a. Blättchen ziemlich klein, schmal-elliptisch, an beiden
Enden verschmälert, fast kahl; mit tief-eindringenden,
zugespitzten, vorwärtsgerichteten Zähnen. Griffel
kahl. var. typica Gremli, Hauptform der
Hecken-Rose.
b. Blättehen grösser, hellgrün, länglich, vorn breiter,
stumpfer, behaart; deren Zähne weniger tief und
stumpfer. Griffel behaart. Strauch oft niedrig und
grossblütig. var. pubescens Rapin, Behaarte
Hecken-Rose.
c. Blättchen gross, elliptisch-umgekehrt-eiförmig, fast
kahl; Zähne wenig tief eindringend. Drüsen auf
Rosaceae.
der Blattunterseite sparsam. Blütenzweige wehrlos.
Unterwallis. var. mentita Deseglise, Täuschende
Hecken-Rose.
d. Blättchen elliptisch bis eiförmig, spitz oder zu-
gespitzt. Griffel weisswollig. var. inodora Fries,
Geruchlose Hecken-Rose.
88. Blättehen eiförmig, am Grunde abgerundet. Drüsen
der Blattunterseite oft sparsam. Blütezeit Juni. Süd-
westschweiz. Rosa abscondita Christ, Verborgene,
Verstecktdrüsige Rose.
8) Rosen unsicherer Verwandtschaft. (S. S. 85.)
a. Blütenstiele kahl. — Blumenkrone weiss oder blassrosenrot. Griffel
behaart, selten ganz kahl. Stacheln breit, gekrümmt. Kelchzipfel
an der Frucht zurückgeschlagen, deren Anhängsel breit und zahl-
reich. Blättchen doppelt-gezähnt, unterseits zerstreut-drüsig, rund-
lich. Blütezeit Juni. In der Schweiz verbreitet, auch in Tirol,
Mähren, Schlesien, Rheinprovinz. (R.tomentosa x dumetorum Gaudin.)
Rosa tomentella Lemaire, Feinfilzige Rose.
Sehr veränderliche Pflanze:
aa. Blättchen eiförmig oder rundlich-eiförmig, meist beiderseits
graulich-behaart. Zähne wenig tief eingeschnitten, abstehend.
Hauptform der Feinfilzigen Rose.
bb. Blätter länglich, oft beidendig etwas spitz, schwächer behaart.
Zähne spitzer; Griffel wenig behaart. var. affinis Rau, Ver-
wandte Feinfilzige Rose.
cc. Blättehen ebenso gestaltet, aber ganz kahl. var. nuda Gremli,
Nackte Feinfilzige Rose.
dd. Blättchen wie die der Hauptform, aber wenig behaart bis fast ganz
kahl; Zähne tiefer eingeschnitten, vorwärts gerichtet. Griffel
fast oder ganz kahl. var. coneinna Puget (R. coneinna
Lagger), Zierliche Feinfilzige Rose.
ee. Zweige mit einzelnen borstenförmigen Stacheln. var. Borreri
Woods (Baker), Borreris Rose.
ff. Blättehen gross, Griffel wollig. Blumenkrone lebhaft rosa;
var. sinuatidens Christ, Buchtzähnige Feinfilzige Rose.
gg. Blattstiele stieldrüsig, Blättchen unterseits rauhdrüsig; var.
tiroliensis Kerner, Tiroler Feinfilzige Rose.
Rosaceae. 97
hh. Kleinblätterig, fast drüsenlos.. var. eglandulosa Crepin,
Drüsenlose Feinfilzige Rose; Rheinprovinz.
ii. Blättchen unterseits sebr drüsig, sonst fast kahl. var. Obor-
nyana Christ, Obornys Rose; Mähren.
b.. Blütenstiele mit gestielten Drüsen.
aa. Kelchzipfel an der Hagebutte zurückgeschlagen, zeitig abfallend.
aa. Griffel kahl. Stacheln sichelförmig-gekrümmt, selten fast
gerade. Blumenkrone klein oder mittelgross, weiss oder
blassrosenrot.
ac. Blättchen klein, etwas derb, glänzend, kahl oder fast
kahl, elliptisch. Zweige dünn, oft rötlich, hin- und her-
gebogen; die blütentragenden stachelig. Blütezeit Juni.
Wallis. (R. hispanica Christ.) Rosa Pouzini Trattinik,
Pouzinis Rose.
88. Blättehen ziemlich gross, dünn, wenigstens unterseits
auf den stärkeren Nerven behaart, eiförmig. Blütenzweige
stachellos. Blütezeit Juni. Wallis. (R. Bloendaeana
Delas) R. valesiaca Puget, Walliser Rose.
Hierher vielleicht die auch als Abart zu R. tomen-
tella gerechnete R. tiroliensis Kerner, Tiroler Rose.
bb. Griffel behaart. Stacheln fast gerade, meist sparsam. Blumen-
krone gross, sattrosenrot, an R. gallica erinnernd. Strauch
meist niedrig.
aa. Blättchen beiderseits kahl, elliptisch, spitz oder zugespitzt,
derb, fast dreifach-gezähnt. Zähne spitz oder zugespitzt,
schief abstehend oder vorwärts gerichtet. Kelchzipfel
auf dem Rücken weichdrüsig und zahlreiche, schmale
Anhängsel tragend. Hagebutte länglich oder oval. Bis
1 Meter hoch, mit bereiften Zweigen. Auf sonnigen,
bebuschten, steinigen Abhängen; selten; namentlich im
mittleren Teile des Gebietes und der Rheingegend.
(R. Godeti Grenier; R. gallica x canina?) R. trachy-
phylla Rau, Rauhblätterige Rose.
Eine fast stachellose, drüsenarme Abart des süd-
westlichen Gebietes, Harzes und Mährens ist var. Ham-
peana Grisebach, Hampes Rose.
83. Blättchen wenigstens unterseits mehr oder weniger be-
haart, oft sehr gross und unterseits mit reichlichen Drüsen;
Thome, Flora, III. Bd. II. Aufl. f|
98
Rosaceae,
breit-elliptisch, am Grunde abgerundet‘oderfast herzförmig;
kurz, spitz oder stumpflich. Zähne abstehend oder schief-
abstehend. Hagebutte kugelig oder kreiselförmig. Blüte-
zeit Juni. Zerstreut; Schweiz, Niederösterreich, Bayern,
Württemberg. (R. Jundzilliana Besser; R. gallica x rubi-
ginosa?) Genf, Schaffhausen. Rosa Jundzilli Besser,
Jundzillis Rose.
Abarten sind:
var. Pugeti Boreau, Pugets Rose mit schlingenden
purpurgefärbten Ästen; var. aspretifolia Gremli,
Stachelige Jundzillis Rose, sehr stachelig, Blattstiele
mit sehr ungleichen, zum Teil stacheligen, gestielten
Drüsen.
bb. Kelchzipfel an der Frucht abstehend oder aufwärts gerichtet,
wenigstens bis zur Färbung der Frucht stehenbleibend. Griffel
behaart.
aa. Blättchen ganz kahl, etwas voneinander entfernt und öfter
etwas rötlich überlaufen. Stacheln schwach-gekrümmt. Blüte-
zeit Juni. Schweizer Voralpen; selten. (R. Laggeri Puget.)
R. alpestris Rapin, Alpen-Rose.
bb. Blättchen mehr oder weniger behaart, wenigstens der Blatt-
stiel behaart.
ac. Blättchen zerstreut-behaart, oberseits kahl.
a. Blättchen klein oder mittelgross, oval oder länglich,
vorn oft stumpflich, etwas entfernt voneinander, trüb-
grün, unterseits bläulich-grau. Blattstiel filzig, mit
fast sitzenden Drüsen. Blattzähne wenig tief ein-
dringend, abstehend. Stacheln mehr oder weniger,
aber oft schwach gekrümmt. Blütezeit Juni. Berge
und Voralpen der Schweiz und Tirols; verbreitet.
R. abietina Grenier, Nadelholzliebende Rose.
b. Blättchen gross, eiförmig oder meist länglich. Stacheln
fast oder ganz gerade, lang, schlank. Kelchzipfel
mit etwas verbreitertem Endanhängsel.
aa. Hagebutte klein, fast kugelig, oberwärts zusammen-
gezogen. Blütenstiele ziemlich kurz, oft zu
mehreren. Stacheln etwas gekrümmt. Von der
ähnlichen R. trachyphylla durch behaarte Blatt-
Rosaceae. 99
stiele und an der Hagebutte abstehende oder aufwärts ge-
richtete Kelchzipfel unterschieden. Blütezeit Juni. Auf
Bergen und Voralpen in der Schweiz; selten (R. glauca > tomen-
tosa? Favrat.) Rosa Cotteti Puget, Cottetis Rose.
bb. Hagebutte gross, oberwärts halsförmig verengert. Blütenstiele
lang, meist einzeln. Zähne der Blättchen tief eindringend,
fein-zugespitzt, vorwärts-gerichtet, reichdrüsig. Stacheln spar-
sam, gerade, am Grunde plötzlich verbreitert. Drüsen auf
der Blattunterseite oft etwas gestielt. Berge und Voralpen
der Schweiz, nicht selten; auch in Schlesien, Bayern, im
Elsass. R. spinulifolia Dematra, Dörnchenblätterige
Rose.
88. Blättchen filzig-behaart, oberseits nie kahl.
a. Blättchen klein oder mittelgross, eiförmig oder rundlich-eiförmig,
seltener länglich; das Endblättehen kaum grösser als die Seiten-
blättchen. Stacheln meist etwas gekrümmt. Hierher mitunter
R. abietina Grenier, s. vorhin.
b. Blättchen gross, graulich, länglich, seltener eiförmig; das End-
blättehen öfter merklich grösser als die Seitenblättchen. Stacheln
gerade oder fast gerade, lang, schlank.
h) Villosae, Zottige Rosen. (S. S. 85.)
} Strauch gedrungen, mit kürzeren, geraden Ästen. Blütenstiele
kurz. Krone lebhaft rosenrot. — Kelchzipfel an der Hage-
butte aufrecht, bis zur Reifezeit bleibend und oft fortwachsend.
Griffel wollig. Früchte früh markig werdend, bisweilen etwas
nickend.
Aa. Kelchröhre nebst Blütenstielen von derben, stachel-
ähnlichen, gestielten Drüsen meist dicht bedeckt. Blätt-
chen meist gross, fast gleichbreit-länglich oder elliptisch,
am Grunde abgerundet. Hagebutte gross, .meist kugelig-
borstig. !/; bis 11, m hoher Strauch. Blütezeit Juni.
An Rainen, Waldrändern, auf Buschhügeln verbreitet;
im Jura und im Norden selten. R. pomifera Herrmann,
Apfelfrüchtige Rose.
Formenreiche Pflanze:
var. typica Gremli, Hauptform. DBlättchen gross,
dicht behaart, beiderseits drüsenlos.
7*
100 Rosaceae.
var. recondita Puget, Neue Apfelfrüchtige Rose.
Blättehen gross, behaart, unterseits reich mit kleinen, blassen
Drüsen besetzt.
var. proxima Cotteti (mollis x pomifera?) Nächst-
stehende Apfelfrüchtige Rose. Blättchen gross, behaart,
unterseits reichdrüsig oder beiderseits drüsig, aber breiter, oft
etwas spitz. Blattstiele mit zahlreichen, gestielten Drüsen und
ungleichen Stachelchen, welche nebst dem Haarfilz teilweise
auf die Zweige herabsteigen. Stacheln zahlreich, unter den
Blattstielen oft angehäuft. Schweiz; selten.
var. Grenieri Deseglise, Greniers Apfelfrüchtige
Rose. Blättchen kleiner und oft etwas schmäler oder fast
keilförmig, dicht-, fast schimmernd behaart; Blattunterseite ohne
oder mit zerstreut-stehenden, gefärbten Drüsen.
var. Gaudini Puget, Gaudins Apfelfrüchtige Rose.
Blättehen gross, fast kahl, unterseits reichdrüsig oder beiderseits
drüsig, mit gefärbten Drüsen und breiteren Zähnen.
var. friburgensis Lagger, Freiburger Apfelfrüchtige R
Rose. Blättchen kleiner, fast kahl, unterseits reichdrüsig oder
beiderseits drüsig. Drüsen etwas gestielt. Blattzähne spitz,
reichdrüsig.
Bb. Kelchröhre nebst Blütenstielen mit schwächeren, selten (var.
spinescens Christ, Stachelige Weichbehaarte Rose) fast
stacheligen, gestielten Drüsen. Blättehen runzelig, meist kleiner,
genäherter und oft breiter als an voriger Art, eiförmig oder
umgekehrt-eiförmig, dicht- und weich-, oft schimmernd behaart,
mit ziemlich kurzen, genäherten, weichdrüsigen Zähnen. Niedriger
Strauch, mit oft bereiften und rot überlaufenen Ästen. Hage-
butte oft birnförmig oder keulig, knorpelig. Blütezeit Juni.
Berge und Voralpen der Schweiz, Tirols, Krains. (R. mollis-
sima Fries; R. ciliatopetala Koch; R. amissa Deseglise) Rosa
mollis Smith, Weichbehaarte Rose.
yr Strauch locker; mit längeren, bogigen Ästen. Blütenstiele mässig
lang oder lang. Krone hellrosenrot bis fast weiss. Diskus der
Hagebutte ziemlich breit. Stacheln oft etwas gebogen.
Aa. Hagebutte eilänglich, oberwärts deutlich halsförmig verdünnert;
Kelchzipfel an derselben aufgerichtet, ‚bleibend. Griffel wollig.
Blättchen oft gross und zuweilen zu 9, einander genähert und
oft berührend. Stacheln meist sparsam, stets gerade. Blütezeit
Bb.
Rosaceae. 101
Juni. Berge und Voralpen der Schweiz; nicht selten. (R. alpinax
tomentosa Gremli.) Rosa vestita G@odet, Bekleidete Rose.
Hagebutte länglich, eirund oder kugelig, oberwärts nicht hals-
förmig verschmälert, markig. Kelchzipfel an derselben abstehend
oder aufgerichtet, meist vor der Fruchtreife abfallend. Griffel
kahl oder behaart. Blättchen meist etwas voneinander entfernt.
Stacheln gerade oder etwas gekrümmt. Blütezeit Juni. An
Hecken und Waldrändern, in Gebüschen; häufig. (R. villosa
Ehrhart.) R. tomentosa Smith, Filzige Rose.
Besondere Abarten sind:
var. Smithiana Seringe, Smiths Filzige Rose. Blätt-
chen unterseits dicht behaart, weich anzufühlen, drüsenlos, doppelt-
gezähnt; Zähne breit. Kelchzipfel vor der Reifezeit abfallend.
Hagebutte oval oder länglich.
var. subglobosa Smith (ciliatopetala Godet; dimorpha
Grenier; dumosa Puget) Kugelfrüchtige Filzige Rose. Blätt-
chen unterseits dicht behaart, weich anzufühlen, drüsenlos, un-
regelmässig bis einfach gezähnt. Kelchzipfel stark entwickelt,
länger beibend. Hagebutte kugelig. Blütenstiele oft zu mehreren.
Eine Form hiervon mit filzigen Blütenzweigen ist var. micans
Deseglise, Schimmernde Filzige Rose.
var. collivaga Cotteti (corlifolia > tomentosa?), Hügel-
liebende Filzige Rose. Blättchen unterseits dicht angedrückt-
filzig, drüsenlos, doppelt-gezähnt. Kelchzipfel bis zur Reifezeit
bleibend. Blütenstiele kurz.
var. decolorans Christ, Sich verfärbende Filzige Rose.
Blättchen unterseits dicht behaart; drüsenlos oder fast drüsenlos,
unregelmässig bis fast einfach gezähnt, mit nur wenig tief ein-
dringenden, fast stumpfen Zähnen. Kelchzipfel bis zur Reife-
zeit bleibend. Hagebutte umgekehrt-eiförmig, klein.
var. scabriuscula Smith, Rauhe Filzige Rose. Blätt-
chen unterseits weniger behaart, aber mit mehr oder weniger
zahlreichen Drüsen; daher etwas rauh "anzufühlen, entschieden
doppelt gezähnt; Zähne ziemlich spitz, reichdrüsig. Kelchzipfel
vor der Reifezeit abfallend. Griffel schwach behaart bis fast kahl.
var. eristata Christ, (var. Andreovi Deseglise,, Kamm-
blätterige Filzige Rose. Kelchröhre auf der ganzen Fläche
dicht mit gestielten Drüsen besetzt. Blättchen doppelt gezähnt.
Kelchzipfel aufgerichtet, bleibend.
102
Rosaceae.
var. grandifolia Willkomm, Grossblätterige Filzige
Rose. Blättchen sehr gross (bis 7,5 cm lang und 3,8 cm breit),
eiförmig, spitz, doppelt-gesägt, drüsenlos, unterseits weich flaumig.
Rheinthal.
var. umbelliflora Swartz, Doldige Filzige Rose. Blüten
zu mehreren in Doldentrauben; Griffel weisswollig. Schlesien.
i) Caninae, Hundsrosen. (8. S. 85.)
1. Blättehen beiderseits oder wenigstens unterseits auf den stärkeren Nerven
und am Blattstiel behaart.
Stacheln lang, gerade, schlank, am Grunde plötzlich verbreitert.
Blättchen gross, länglich oder länglich - eiförmig, meist unterseits
graulich-flzig. Blütenstiele mit gestielten Drüsen. Hierher einzelne
Formen der Abteilung h. Villosae.
a.
. Stacheln mehr oder weniger gekrümmt, teilweise auch fast gerade,
aber kürzer, am Grunde meist mehr allmählich verbreitert. Blättchen
rundlich, eiförmig oder elliptisch.
aa. Griffel ein längliches, kahles, besonders zur Fruchtzeit wegen der
bb.
kegelförmig erhöhten Scheibe fast säulenförmig vortretendes Köpf- _
chen bildend. Blütenstiele verlängert, öfter zu mehreren, mit
kurzen, gestielten Drüsen. Blumenkrone hellrosenrot oder weiss.
Blättchen gross, elliptisch, glänzend, einfach-gezähnt. Stacheln
breit, stark gekrümmt. Blütezeit Juli. In Gebüschen der Schweiz,
Steiermarks, Bayerns; selten. Der verklebten Griffel halber auch
als Abart von R. repens angesehen, von ihr aber durch
aufrechte Äste leicht zu unterscheiden. (R. systyla Bastard.)
Rosa stylosa Desvaux, Griffelsäulige Rose.
Griffel ein fast halbkugeliges, bisweilen etwas hervorragendes
Köpfchen bildend oder frei.
aa. Kelchzipfel an der Hagebutte zurückgeschlagen und zeitig
abfallend.
aa. Blättchen doppelt gezähnt, elliptisch-lanzettlich, fein-spitzig,
am Grunde oft fast keilig verschmälert, derb, oberseits
glänzend, unterseits weichhaarig. Blumenkrone rosa.
Griffel kahl. Blütezeit Juni. Schlesien; selten. R. sele-
rophylla Scholz, Hartblätterige Rose.
Hier könnten auch R. tomentella, R. dumetorum
und R. abietina gesucht werden.
Et
Rosaceae. 103
88. Blättchen einfach gezähnt.
a. Blütenstiel mit gestielten Drüsen.
aa.
bb.
Strauch 1 bis 11), m hoch, gedrungen, laubreich.
Blumenkrone lebhaft rosenrot. Blütenstiele mässig lang,
dicht mit gestielten Drüsen besetzt. Blättchen dunkel-
grün, eiförmig, am Grunde abgerundet. Blütezeit Juni.
Schweiz und Böhmen; selten. (Vielleicht ein Bastard
R. dumetorumx<gallica.) Rosa collina Jacquin, Hügel-
Rose.
Eine vielfach kultivierte und zuweilen verwilderte
Abart mit grossen, weissen, oft rosig angehauchten
halbgefüllten Blüten und grossen, breiten, rundlich-ei-
förmigen Blättern ıst R. alba L., Weisse Rose der
Gärten.
Eine Abart mit nadelförmigen Stacheln und zwei-
paarigen Blättern ist R. Boreykiana Besser, Boreykis
Rose.
Strauch meist höher, lockerästig. Blüten weiss oder
sehr blassrot. Blütenstiele lang, meist nur mit zerstreut-
stehenden gestielten Drüsen. Rücken der Kelchzipfel
kahl. Blättchen elliptisch., Hierher R. dumetorum
(siehe folgende).
b. Blütenstiel kahl.
aa.
Blättchen elliptisch oder eiförmig, spitz oder zugespitzt,
beiderseits oder nur unterseits behaart. Blütenstiele
verlängert. Griffel behaart bis kahl. Strauch meist
lockerästig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni. Ver-
breitet. Von canina fast nur durch behaarte, fast stets
einfach und drüsenlos gezähnte Blättchen unterschieden
und daher auch wohl als Abart dahin gerechnet.
R. dumetorum Thuillier, Busch-Rose.
var. typica Gremli, Hauptform; Stacheln spar-
sam; Blattstiele meist wehrlos. Blättchen gras- oder
etwas gelblichgrün, etwas derb, glänzend. Hagebutte
meist länglich.
var. Deseglisei Boreau, Deseglises Busch-Rose.
Blütenstiele mit gestielten Drüsen.
var. urbica Lemaire, (platyphylla Rau), Stadt-
liebende Busch-Rose. Stacheln etwas zahlreicher.
104
Rosaceae.
Blättchen oft etwas bläulich-grün, nur unterseits auf
den Nerven behaart, dünner; Zähne spitzer als an der
Hauptform. Hagebutte eirund oder kugelig.
var. mollis Christ, Weiche Busch-Rose. Blätter
dicht grauhaarig; Griffel fast kahl.
var. pseudocollina Christ, Der Hügel-Rose
ähnliche Busch-Rose. Stacheln zahlreich. Blüten-
stiele reichlich mit gestielten Drüsen besetzt.
var. brevissima Christ, Kurzblätterige Busch-
Rose. Blätter rundlich. Stacheln breit.
bb. Blättchen elliptisch-umgekehrt-eiförmig, am Grunde oft
etwas keilig und vorne verbreitert oder stumpflich,
beiderseits dicht behaart, graulich. Blütenstiele mässig
lang, meist etwas kürzer als an voriger. Griffel wollig.
Hagebutte fast kugelig. Strauch gedrungen. Blütezeit
Juni. Schaffhausen. Rosa scaphusiensis Christ, Schaff-
hausener Rose. |
bb. Kelchzipfel an der Hagebutte abstehend oder aufgerichtet, wenigstens
bis zu deren Färbung bleibend.
aa. Blütenstiele mit gestielten Drüsen, mässig lang oder kurz.
PP.
Griffel behaart bis fast kahl. Blättchen unregelmässig doppelt-
gezähnt. Zähne nicht tief eindringend. Hierher R. abietina
(vergl. S. 98)
Blütenstiele kurz, kahl, seltener mit gestielten Drüsen. Griffel
wollig, kurz, kopfförmig.
a. Blättchen elliptisch-umgekehrt-eiförmig, am Grunde oft etwas
keilig und besonders die seitlichen vorne etwas verbreitert
und 'stumpflich, meist dicht- und angedrückt-graulich-Alzig.
Blattzähne meist einfach. Blumenkrone sattrosenrot. Blüten-
stiele von den grossen Deckblättern verdeckt. Stacheln
derb, sichelförmig. Blütezeit Juni. _ Im südlichen Teile des
Gebietes ziemlich verbreitet, im mittleren (Schlesien) und
nördlichen (bei Hamburg) zerstreut. R. coriifolia Fries,
Haselnussblätterige Rose.
Abarten sind:
v
var. homologa Grenier, Doppeltgezähnte Haselnuss-
blätterige Rose. Blättchen doppelt gezähnt.
ae Zn nn mn un
Rosaceae. 105
var. Bovernierana Crepin, Boverniers Hasel-
nussblätterige Rose. Blütenstiele und Kelchzipfel
mit gestielten Drüsen. Blättchen unregelmässig ge-
zähnt, gelbgrün. Wallıs.
var. einerea Rapın (R. corlifolia x mollis?),
Aschfarbene Haselnussblätterige Rose. Blütenstiele
und Kelchzipfel drüsig. DBlattzähne und Blattstiele
reichdrüsig. Stacheln an ihrem Grunde plötzlich ver-
breitert. Südwestschweiz; selten.
var. Bellevallii Puget, Kahle Haselnuss-
blätterige Rose. Blättchen oberseits kahl, unterseits
graugrün, nur auf dem Mittelnerv behaart. Blumen-
krone blass. Schweiz; selten.
b. Blättchen elliptisch, nach beiden Seiten etwas ver-
schmälert, zerstreut behaart bis fast kahl, freudig- oder
etwas gelblich-grün. Blattzähne einfach oder mit ver-
einzelten Drüsen, tief eindringend. Blumenkrone blass-
rosenrot. Stacheln zahlreich, schlank, fast gerade.
Blütezeit Juni. Waadt und Wallis. (R. sclerophylla
Christ.) Rosa pseudopsis Gremli, Täuschende Rose.
2. Blättehen beiderseits kahl, höchstens am Rande mit vereinzelten Haaren.
a. Kelchzipfel an der Hagebutte abstehend oder aufgerichtet, wenigstens
bis zu. deren Färbung bleibend. Bergbewohnende Arten oft mit
bläulich-bereiften Zweigen und rötlich-überlaufenen Blattnerven, Neben-
und Deckblättern.
aa. Stacheln kräftig, mehr oder weniger sichelförmig gekrümmt.
Kelchzipfel meist fiederspaltig. Blütenstiele kurz, meist kahl.
Von ihren Verwandten canına, corifolia und dumetorum ver-
schieden durch gedrungeneren Wuchs, kürzere, von den grossen
Deckblättern verdeckte Blütenstiele, lebhafter rosenrote Kronen,
an der Frucht aufgerichtete, länger bleibende Kelchzipfel und
kürzere, dichtwollige Griffel. Blättchen elliptisch-umgekehrt-ei-
förmig, am Grunde oft etwas keilig und besonders die seitlichen
vorne etwas stumpf. Hagebutte ziemlich gross, meist kugelig oder
die mittlere birnförmig und früher markig werdend. Blütezeit
Juni. An Wegrändern, Rainen, auf Hügeln, Bergen und Voralpen;
im südlichen Teile des Gebietes verbreitet, sonst sehr zertreut in
Bayern, Schlesien, Westpreussen. (R. vogesiaca Desportes;
R. Reuteri Godet.) R. glauea Villars, Blaugrüne Rose.
106
bb.
Rosaceae.
Formenreiche Pflanze:
var. myriacantha Christ, Vielzähnige Blaugrüne Rose.
Blättchen doppelt gezähnt.
var. caballicensis Puget, Stieldrüsige Blaugrüne Rose.
Blütenstiele mit gestielten Drüsen.
var. hispidior Christ, Rauhe Blaugrüne Rose. Blüten-
stiele stacheldrüsig.
var. pilosula Christ, Etwas behaarte Blaugrüne Rose.
Blättehen unterseits am Mittelnerv behaart.
var. faleata Puget, Sichelförmige Blaugrüne Rose.
Hagebutte länglich-birnförmig.
Stacheln schlanker, fast oder ganz gerade, immer plötzlich in
einen mehr oder weniger verbreiterten Grund zusammengezogen.
Kelchzipfel ohne oder mit meist schmäleren Anhängseln.
aa. Kelchzipfel meist ungeteilt. Blütenstiele meist ziemlich lang
und zu mehreren, kahl, selten mit einzelnen gestielten Drüsen.
Hagebutte klein, kugelig. Blättchen elliptisch, am Grunde
etwas keilförmig und ganzrandig, im übrigen stets einfach
gezähnt, mit vorwärts gerichteten Zähnen, hechtblau, rot über-
laufen. Blumenkrone lebhaft rosenrot. Stacheln sparsam.
Blütezeit Juni. Auf Alpen und Voralpen, im Jura, den
Vogesen, in Württemberg, Baden, Thüringen. (R. rubrifolia
Villars) Rosa ferruginea Villars, Rostblätterige Rose.
bb. Kelchzipfel mehr oder weniger fiederspaltig. Blütenstiele meist
zu 1 bis 2 und mit gestielten Drüsen. Hagebutten gross,
meist länglich oder eirund, oberwärts oft etwas halsförmig.
aa. Blattstiele mit zerstreuten, gestielten Drüsen fast kahl.
Blumenkrone rosenrot. — Blättchen länglich-elliptisch, zu-
gespitzt einfach oder doppelt gezähnt. Zähne zugespitzt,
nach vorne gerichtet. Stacheln lang, gerade. Blättchen
bisweilen zu 9. Blütezeit Juni. Auf Bergen und Vor-
alpen der Schweiz; sonst sehr selten. (R. alpina x glauca
oder R. alpina X canina?) R. salaevensis Rapin, Rose
vom Mt. Saleve.
$ß. Blütenstiele und Kelchröhre meist dicht mit fast klein-
stacheligen, gestielten Drüsen bedeckt (wie bei pomifera).
Blumenkrone blass-rosenrot.— Blättchen etwas entfernt von-
einander, klein, rundlich-eiförmig, stumpf; seltener etwas
Rosaceae. 107
grösser und spitz; doppelt gezähnt, Zähne nicht tief ein-
dringend, abstehend, seltener tiefer und spitzer. Stacheln
meist etwas gekrümmt. Blütezeit Juni. Auf Bergen und
Voralpen der Südwestschweiz und Steiermarks. Rosa mon-
tana Chaix, Berg-Rose.
Besondere Formen sind:
var. Rionii Delas, Rions Berg-Rose mit kugeliger
Hagebutte.
var. sanguisorbella Christ (R. montana X rubi-
ginosa?), Wiesenknopf-Berg-Rose; zwergig. Blättchen
klein mit zerstreuten Drüsen.
b. Kelchzipfel an der Hagebutte zurückgeschlagen, fast derselben an-
gedrückt, zeitig abfallend. Blütenstiele ziemlich lang. Stacheln ge-
krümmt.
aa. Blütenstiele dicht mit gestielten Drüsen besetzt. Pflanze blaulich-
grün und etwas violett-rot überlaufen, wie bei montana; aber
Stacheln breiter, gekrümmt, gestielte Drüsen der Blütenstiele
weniger stark; Anhängsel der Kelchzipfel breiter; Blättchen etwas
grösser, spitzer; die der oberen Blätter fast einfach gezähnt. Schweiz;
selten. (R. canina>< montana?) R. Chavini Rapin, Chavins Rose.
bb. Blütenstiele kahl, mit zerstreuten, gestielten Drüsen, seltener reich-
drüsig, aber dann die Blätter meist grün.
aa. Blumenkrone weiss. Anhängsel der Kelchzipfel fast drüsenlos.
Griffel kahl. Blättchen dunkelgrün, glänzend, einfach oder
unregelmässig gezähnt. Stacheln zerstreut, stark gekrümmt.
Blütezeit Juni. Am Genfer See. R. glaberrima Dumortier.
Glatteste Rose.
bb. Blumenkrone blassrosenrot oder weiss. Anhängsel der Kelch-
zipfel mehr oder weniger drüsig. Griffel meist behaart, selten
kahl. Blätter gras- oder bläulich-grün. Hagebutte länglich,
eiförmig oder kugelig. Alle diese Verschiedenheiten ver-
einigen sich mannigfach, so dass diese Art in zahlreiche
Formen zerfällt, aus denen Deseglise über 50 Arten darstellte.
Blütezeit Juni. Nektarlos, homogam. In Gebüschen und
Hecken verbreitet. R. canina L., Hundsrose.*)
*) Tafel 343. Rosa canina L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blütenknospe;
2 Blumenblatt; 3 Längsschnitt durch die Blüte nach Entfernung der Blumenkrone;
4 Narbenköpfchen; 5 einzelner Stempel; 6 Früchtchen; 7 Früchtchen im Längsschnitt.
4 bis 6 vergrössert,
108 Rosaceae.
Hervorragende Abarten sind:
var. vulgaris Gremier, Hundsrose, kahl und drüsenlos.
var. Lutetiana Lemaire, Pariser Hundsrose, Blätt-
chen einfach gezähnt. Blattstiele kahl.
var. dumalis Bechstein, @ebüsch-Hundsrose. Blätt-
chen teilweise doppelt-gezähnt. Blütenstiele kahl. Blattstiele,
Rand der Nebenblätter und der Kelchzipfel ziemlich reichdrüsig.
var. andegavensis Bastard, Andegavische Hundsrose.
Blättchen einfach-gezähnt. Blütenstiele mit gestielten Drüsen.
var. adenotricha Gremli (hirtella und vertieillacantha
Christ), Drüsenhaarige Hundsrose. Blättchen doppelt-
gezähnt. Blütenstiele mit gestielten Drüsen. Griffel ziemlich
kahl, oft auf etwas erhöhter Scheibe.
var. biserrata Mirat, Doppeltgesägte Hundsrose.
Blättchen breit-eiförmig, zwei- bis dreifach gesägt, mit drüsigen
Zähnchen.
var. glaucescens Willkomm (R. glaucescens Lejeune),
Blaugrüne Hundsrose; obere Blättchen unterseits blaugrün,
Blumenkrone dunkelrosa. Rheingegend.
var. multiflora Wirtgen, Doldentraubige Hunds-
rose. Blüten zu mehreren bis 10 und darüber in einer von
einem grossen Deckblatt gestützten Doldentraube. Rhein-
provinz.
var. setosa Maly, Borstige Hundsrose. Blütenstiele
und Hagebutten drüsig-borstig oder feinstachelig.
var. orthacantha (firmula und dolosa Godet; mucro-
nulata Deseglise), @eradstachelige Hundsrose, mit ziemlich
schlanken, ganz oder fast geraden Stacheln.
Ausser diesen zahlreichen Arten, unter denen manche Bastarde sein
mögen, sind zahlreiche Bastarde beobachtet worden.
I. Kelchzipel an der Hagebutte zurückgeschlagen.
a. Stacheln ungleich, d.h. mit eingemengten kleineren, borstenförmigen
Stacheln. Hierher die Bastarde der R. gallica, kenntlich an den
oft nur fünfzähligen, grossen Blättchen, langen, mit gestielten Drüsen
besetzten Blütenstielen, den meist grossen, flatterig-offenen und oft
lebhaft gefärbten Blumenkronen und den fehlschlagenden Hage-
butten.
1.
2.
Rosaceae. 109
Blättchen unterseits reichdrüsig. R. gallica x rubiginosa (con-
sanguinea Grenier).
Blättchen unterseits drüsenlos, seltener auf den Seitennerven
sehr sparsam drüsig.
R. arvensis X gallica (R. spectabilis Rapin; R. ambigens Gremli).
R. canina x gallica (R. depressa Gremli; R. transmota Crepin;
R. psilophylla Reuter).
R. gallieca x repens.
R. gallica x mollis.
R. gallica <tomentosa (R. fimbriata Gremli; R. genevensis
Deseglise).
b. Stacheln gleichförmig.
8.
2.
Blättchen unterseits reichdrüsig.
R. mierantha X sepium.
R, sepium x tomentosa.
Blättehen unterseits auf den Seitennerven drüsenlos.
R. arvensis x canina.
R. dumetorum X gallica.
II. Kelchzipfel an der Hagebutte aufgerichtet. Hierher namentlich die
Bastarde der pomifera und der alpina.
1. R.
DIOR RRRN
cinnamomea X pomifera (R. anoplantha Christ).
. coriifolia x pomifera (R. Semproniana Favrat).
. ferruginea x pomifera (R. Franzonii Christ).
. glauca x pomifera (R. Murithi Puget).
. graveolens x pomifera (R. personata Gremli).
. alpina x coriifolia (R. stenopetala Christ; R. Mureti und
. Lereschii Rapin; R. Guineti Schmidely).
. alpina x pomifera (R. longieruris Christ) u. a.
Die Edelrosen unserer Gärten sind meist Bastarde von zum Teil un-
bekanntem Ursprunge. Hauptstammformen derselben sind u.a.: R. gallica FR
R. centifolia L., R. alba L. und die angeblich aus Syrien stammende
R. damascena Miller.
7. Unterfamilie: Pomeae, Apfelgewächse.
A. Frucht steinfruchtartig, mit 1 bis 5 Steinen, welche dadurch entstehen,
dass die
innere Schicht der Wand der Fruchtfächer verholzt.
I. Die Steine sind ganz von dem Fleische eingeschlossen.
110 Rosaceae.
1. Fruchtboden kreiselförmig; Kelch laubig. Frucht an der Spitze
mit einer Scheibe, welche so breit wie der grösste Querdurchmesser
der Frucht ist. Gattung 408: Mespilus L., Mispel.
2. Fruchtboden krugförmig. Kelch nicht laubig. Frucht an ihrer
Spitze mit einer Scheibe, welche weniger breit als deren grösster
Querdurchmesser ist. Gattung 409: Crataegüs L., Weissdorn.
II. Die Steine sind an ihrem oberen Ende frei, d. h. nicht von dem Frucht-
fleische bedeckt. Gattung 410: Cotoneaster Medicus, Zwergmispel.
B. Frucht eine Apfelfrucht oder eine Beere; die innere Schicht der Frucht-
fächerwand ist pergamentartig oder dünnhäutig.
I. Jedes Fruchtknotenfach enthält zahlreiche (3 bis 20), von einer in
Wasser Schleim bildenden Schicht umgebene Samen. Gattung 411:
Cydonia Tournefort, Quitte.
II. Jedes Fruchtknotenfach enthält 1 bis 2 Samen; letztere sind nicht
von einer schleimgebenden Schicht umgeben.
a. Fruchtfächer durch eine von der Aussenseite in sie eindringende,
falche Scheidewand unvollständig in einsamige Abteilungen geteilt.
Gattung 412: Amelanchier Medicus, Felsenmispel.
b. Fruchtfächer nicht durch falsche Scheidewände unvollständig in
einsamige Abteilungen geteilt.
1. Frucht eine Apfelfrucht (innere Schicht der Fruchtfächerwand
pergamentartig). Blüten in verhältnismässig wenigblütigen
Trugdolden. Gattung 413: Pirus Tournefort, Apfelbaum,
Birnbaum.
2. Fruchtfächer dünnhäutig. Blüten in vielblütigen Doldenrispen.
Gattung 414: Sorbus L., Eberesche.
Gattung 408: Mespilus L., Mispel. (XII, 2.)
Dorniger, bei der Kultur seine Dornen verlierender Strauch oder kleiner,
bis etwa 5 m hoher Baum. Blätter ganzrandig oder vorne gezähnelt,
länglich-lanzettlich, unterseits grün, filzig, nebenblattlos. Blüten endständig,
einzeln, gross. Fruchtboden kreiselartig; Fruchtzipfel blattartig. Blumen-
krone weiss. Frucht kugelig, vom Kelchsaum gekrönt, fünfsteinig, an ihrer
Spitze mit einer Scheibe, die so breit wie der grösste Querdurchmesser der
Frucht ist, erst bei beginnender Fäulnis mürbe und geniessbar. Blütezeit
Mai. Die Blüten sind homogam und bestäuben sich regelmässig selbst.
In Wäldern Mittel- und Süddeutschlands, namentlich auf Kalkboden; in Nord-
Rosaceae. 111
deutschland kaum; vielfach angebaut, auch wohl verwildert. Mespilus
germanica L., Mispel.”)
Gattung 409: Crataegus L., Weissdorn. (XII, 1 oder 2.)
Dormige Sträucher mit trugdoldigen Blütenständen. Fruchtboden krug-
förmig; Kelchzipfel kurz, nicht blattartig. Fruchtknoten zwei- bis fünf-
fächerig, Fächer mit 2 Samenanlagen. Frucht ein- bis fünfsteinig; jeder
Stein einsamig. Frucht von einer Scheibe gekrönt, deren Durchmesser dem
grössten Durchmesser der Frucht nicht gleichkommt. Die Blüten sind der
Bestäubung namentlich durch fäulnisliebende Fliegen angepasste Ekelblumen.
1. Blätter keilförmig oder rundlich-umgekehrt-eiförmig, drei-, seltener
fünflappig, vorne ungleich gesägt, gleich den Ästchen und Blüten-
stielen kahl. Frucht eiförmig, ein- bis dreisteinig, rot. — Blumenkrone
weiss. Blütezeit Mai, Juni. Die Blüten riechen unangenehm nach
Heringslake, sie sind erstweiblich. Höhe 3 bis 5 m. Häufig; viel-
fach zu Hecken angepflanzt. (Mespilus Oxyacantha Gärtner.) Cratae-
gus Oxyacantha L., Gemeiner Weissdorn, Mehldorn, Hagedorn.“*)
Die Abart laeiniata Steven, Schlitzblätteriger Hagedorn,
hat tief gelappte Blätter; Steiermark, Salzkammergut.
2. Blätter tief drei- bis fünfspaltig, mit vorne gesägten Lappen, unterseits
blassgrün, in der Jugend oft zottig. Blütenstiele behaart. Frucht fast
kugelig, einsteinig, rot. — Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni.
Höhe 2 bis 5 und mehr m. An Waldrändern und Hecken. (Mes-
pilus monogyna Willdenow.) €. monogyna Jacquin, Eingriffeliger
Weissdorn.
Gattung 410: Cotoneaster Medicus, Zwergmispel. (XII, 2.)
Wehrlose Sträucher mit einfachen, ganzrandigen, unterseits holzig-
wolligen Blättern, Blüten klein, hellrot, in verzweigten Drugdolden. Frucht-
knoten zu 2 bis 5, an ihrem Grunde mit dem Fruchtboden vereinigt, ober-
wärts und unter sich frei. Steinkerne 2 bis 5, an ihrem Scheitel nicht
vom Fruchtfleische bedeckt.
A. Blätter oberseits kahl. Früchte rot.
*) Tafel 344. Mespilus germanica L. A Blütenzweig. 1 Fruchtboden mit
Kelch; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Griffel und Narben; 4 Frucht; 5 Fruchtstein; 6 desgl.
im Längsschnitt. 3 vergrössert.
**) Tafel 345. CrataegusOxyacanthaL. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten-
längsschnitt; 2 Staubblätter; 3 Längsschnitt durch die Frucht. 4 Fruchtstein. 1 bis
4 vergrössert.
112 Rosaceae.
1. Kelch am Rande, wie auch die Blütenstiele, etwas weichhaarig, sonst
kahl. Blätter rundlich-eiförmig. Frucht purpurrot. Blütezeit April,
Mai. 60 bis 150 cm hoher Strauch. Homogam bis ausgeprägt erst-
weiblich; im ersten Falle ist Selbstbestäubung unvermeidlich, im
letzten Falle vollziehen namentlich Wespen die Bestäubung. Auf
sonnigen, steinigen, felsigen oder bebuschten Abhängen in Mittel-
und Süddeutschland, namentlich auf Kalk. (Mespilus Contoneaster L,;
C. vulgaris Lindley.) Cotoneaster integerrima Medicus, Gemeine
Zwergmispe!l.*)
2. Kelch nebst den Blütenstielen weiss-filzig. — Blätter eiförmig. Frucht
hochrot. Blütezeit Mai. 60 bis 200 cm hoher Strauch der Kalk-
alpen im südlichen Teile des Gebietes, auch als Zierstrauch kultiviert.
6. tomentosa Lindley, Filzige Zwergmispel.
B. Blätter oberseits schwach behaart. Früchte schwarz; sonst wie ©. inte-
gerrima. Soll in Ostpreussen gefunden worden sein. (C. laxiflora Jac-
quin.) €. nigra Wahlberg, Schwarze Zwergmispel.
Gattung All: Cydonia Tournefort, Quitte. (XI, 2.)
Sträucher oder 3 bis 7 m hohe Bäume. Blätter rundlich bis eilanzett-
lich, oft etwas keilförmig, ganzrandig; oberseits, zuletzt kahl; unterseits wie
auch die jüngeren Zweige und der Fruchtboden, filzigs. Nebenblätter und
Kelchzipfel drüsig-sägezähnig. Kronenblätter rötlich-weiss oft mit gedrehter
Knospenlage. Frucht gelb, spinnwebig-wollig; fünffächerig, in jedem Fache
mit vielen neben- und übereinandergeschichteten Samen, deren Aussenschicht
in Wasser Schleim bildet. Blütezeit Mai, Juni. Stammt aus Südeuropa
und dem Oriente; bei uns der aromatischen Früchte und der officinellen
Samen, Semen Cydoniorum s. Cydoniae, halber oft angebaut. (Pirus
Cydonia L.) €. vulgaris Persoon, Gemeine Quitte.”*)
Nach der Form der Frucht unterscheidet man Apfelquitten, mit
apfelförmig genabelten Früchten, und Birnenquitten mit birnförmig in
den Stiel verschmälerten Früchten.
Die scharlachrotblühende Japanische Quitte C. japonica Persoon
(Pirus japonica Thunberg), wird oft kultiviert.
*) Tafel 346. Contoneasterintegerrima Medicus. A Blüten-, B Fruchtzweig.
1 Fruchtanlage; 2 desgl. im Querschnitte; 3 Frucht; 4 desgl. im Längsschnitte. 1 bis
4 vergrössert.
**) Tafel 347, Cydonia vulgaris Persoon. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Staub-
blätter; 2 Griffel und Narben; 3 Fruchtlängsschnitt; 4 und 5 die Samen eines Faches;
6 einzelner Same. 1 und 2 vergrössert.
a»
in
Rosaceae, 113
Gattung 412: Amelanchier Medicus, Felsenmispel. (XII, 2.)
1. Blätter kurz gestielt, eirund, beiderseits abgerundet und vorne ab-
gestutzt, kerbig-gesägt, in der Jugend unterseits filzig, zuletzt kahl. —
2 bis 6 m hoher Strauch oder Baum. Blüten in wenigblütigen, end-
ständigen Trauben. Kronenblätter lineal-lanzettlich-keilig, weiss.
Frucht klein, kugelig, blauschwarz, von den aufrechten Kelchzipfeln
gekrönt. Frucht wie beim Apfel gebaut, doch wird jedes der 3 bis
5 Fächer durch eine von der Aussenseite vordringende Scheidewand
nahezu in 2 einsamige Fächer geteilt. Blütezeit April, Mai. Auf
steinigen, bebuschten Orten, namentlich auf Kalk; im westlichen und
südlichen Teile des Gebietes verbreitet. (Aronia rotundifolia Persoon;
Mespilus Amelanchier L., Crataegus rotundifolia Lamarck.) Ame-
lanchier vulgaris Mönch, Gemeine Felsenmispel.
2. Blätter eiförmig, spitz oder fein zugespitzt, scharf gesägt, in der
Jugend unterseits weichhaarig, später kahl. — Schwach erstweiblich.
Blumenkrone weiss, Beere blauschwarz. Aus Nordamerika eingeführter,
bisweilen verwilderter Zierstrauch. (A. Botryapium D. C.; Mespilus
canadensis L.) A. canadensis Torrey und Gray, Kanadische
Felsenmispel.
Gattung 413: Pirus L., Birnbaum, Apfelbaum. (XII, 2.)
Bäume, seltener Sträucher; wildwachsende, namentlich bei den Birnen,
nicht selten mit dornigen Ästen. Blätter einfach, ungeteilt. Blüten .in ein-
fachen, verhältnismässig wenig-blütigen Trugdolden. Kelchsaum stehen-
bleibend-welkend. Frucht eine Apfelfrucht; innere Schicht der Fruchtfächer-
wand pergamentartig. (Da letzteres Merkmal eigentlich das allein unter-
scheidende von der folgenden Gattung Sorbus ist, werden die beiden Gattungen
Pirus und Sorbus auch nicht mit Unrecht zu einer einzigen vereint.)
A. Griffel frei. Frucht an ihrem Grunde nicht genabelt. Fruchtfächer auf
dem Querschnitte nach Aussen hin abgerundet. Birnen.
I. Mittelrippe des Blattes drüsenlos.
a. Blätter rundlich oder eiförmig, am Grunde abgerundet, etwa so
lang wie ihr Stiel, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits matt-
hellgrün. Blüten gross, weiss. Staubbeutel rot. Blütezeit April,
Mai. Erstweiblich; Bestäubung durch Bienen, Fliegen und Käfer.
Höhe 6 bis 20 m. In Wäldern. P. ecommunis L., Birnbaum.*)
*) Tafel 348. Piruscommunis L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Längsschnitt
durch die Blüte nach Entfernung der Blumenkrone; 2 Staubblätter; 3 Griffelende mit
Narbe; 4 Querschnitt durch eine junge Frucht; 5 Längsschnitt durch eine reife Frucht.
1 bis 3 vergrössert.
Thome, Flora. III. Bd. II. Auil. ; 8
114
Rosaceae.
Von der wilden, dornigen Art kann man 2 Abarten unterscheiden:
a. var, Achras Wallroth, Holzbirne. Blätter meist länglich
und ganzrandig; in der Jugend, wie auch der Fruchtboden,
sehr wollig-Alzig; mitunter auch späterhin noch wollig. Früchte
nach dem Stiele zu verlängert und in diesen verschmälert.
ß. var. Piraster Wallroth, Knötelbirne, Kötelbirn. Blätter
kreisrundlich, klein-gesägt, erst schwach behaart, bald völlig
kahl. Früchte rundlich, nicht in den Stiel verschmälert.
Diese beiden Abarten sind die Stammeltern der zahlreichen angepflanzten Birn-
sorten. Diese teilt Lucas in folgende 15 Klassen:
1.
13.
14.
Butterbirnen, von abgestutzter Kegelform, d.h. gegen den Stiel verjüngt, zu-
gespitzt, länger als breit, selten ebenso breit wie lang; Oberfläche glatt;
Fleisch schmelzend.
. Halbbutterbirnen, Fleisch halbschmelzend; sonst wie vorige.
. Bergamotten, der Apfelform sich nähernd, ebenso hoch als breit und am
Stiele oft eine nabelartige Einsenkung wie beim Apfel; Fleisch schmelzend.
. Halbbergamotten, Fleisch halbschmelzend; sonst wie vorige.
. Grüne Langbirnen, in die Länge gezogen, nach dem Stiele zu sich ver-
schmälernd; Querdurchmesser wenigstens um ein Viertel kleiner als der Längs-
durchmesser; Oberfläche ohne Erhabenheiten; grün oder grünlichgelb.
. Flaschenbirnen, Querdurchmesser wenigstens um ein Viertel kleiner als der
Längsdurchmesser, am Grunde abgerundet; Oberfläche grüngelb oder reingelb.
Fleisch schmelzend oder halbschmelzend,
. Apothekerbirnen, ebenso hoch wie breit oder nur wenig höher; Ober-
fläche durch Beulen und Höcker unregelmässig; Fleisch schmelzend oder halb-
schmelzend, von eigentümlichem, gewürzhaftem Geschmacke.
. Rostbirnen oder Russeletten, den Flaschenbirnen ähnlich, aber kürzer;
von. braunroter Farbe, namentlich auf der Sonnenseite; Geschmack zimtartig.
. Muskatellerbirnen, in die Länge gezogen; Oberfläche glatt, verschieden
gefärbt; Fleisch sehr weich, aber nicht schmelzend, von dem eigentümlichen
Geruch der Muskatellertrauben.
. Schmalbirnen, in die Länge gezogen; Fleisch schmelzend oder halbschmelzend
aber wenig gewürzhaft.
. Gewürzbirnen, alle kleineren, länglichen und rundlichen Birnen mit schmel-
zendem oder halbschmelzendem Fleische.
. Längliche Kochbirnen, alle Birnen von hartem, rübenartigem Fleische,
die sich nicht zum Rohgenusse eignen; von langer Gestalt und süsslich-fadem
Geschmacke.
Rundliche Kochbirnen, von den vorigen durch ihre rundliche Gestalt,
ebenso breit oder breiter als hoch, unterschieden.
Längliche Weinbirnen, wie die länglichen Kochbirnen, aber von herbem,
zusammenziehendem Geschmacke.
Rosaceae. 115
15. Rundliche Weinbirnen, wie die rundlichen Kochbirnen, aber von herbem,
zusammenziehendem Geschmacke.
b. Blätter schmal, lanzettlich, in den kurzen Stiel verschmälert, ganz-
randig, lederig, bald beiderseits kahl. Frucht fast kugelig, Re
grün. Blütezeit April, Mai. Istrien. Pirus amygdaliformis
Villars, Mandelblätterige Birne.
II. Mittelrippe der Blätter drüsig.
a. Blätter ganzrandig oder oberwärts-gekerbt, kurzgestielt, umgekehrt-
eiförmig oder breit elliptisch; in der Jugend auf beiden Seiten
weissfilzig, später oberseits dunkelgrün. Blüten gross, weiss; deren
Stiele und Kelche filzig. Staubbeutel purpurn. Frucht kugelig,
gelbrot. Blütezeit April, Mai. Bis 15 m hoch. In Niederöster-
reich. P. nivalis Jacquin, Schneebirne.
b. Blätter unregelmässig-gesägt, ziemlich lang gestielt, elliptisch oder
länglich, spitz; in der Jugend beiderseits graufilzig, später oberseits
kahl werdend. Blüten gross, weiss, deren Stiele und Kelch filzig.
Staubbeutel dunkelrot. Frucht birnförmig, gelb, nach der Sonnen-
seite rot, essbar. Blütezeit April, Mai. Im Elsass bei Bollweiler;
häufig in Gärten. (Pirus communis X Sorbus Aria? Koch.) P.Poll-
veria L., Bollweiler Birne.
B. Griffel bis zur Mitte verwachsen. Frucht an ihrem Grunde genabelt.
Fruchtfächer auf dem Querschnitte nach aussen hin spitzig. Äpfel.
Bis 10 m hoher (wild, oft dorniger) Baum oder Strauch. Blätter
krautig, eiförmig, kurz zugespitzt, gekerbt-gesägt bis scharf- oft doppelt-
gesägt; Blattflächen meist doppelt so lang als ihr Stiel. Blüten gross,
weiss, fast immer rot überlaufen, Staubbeutel gelb. Erstweiblich; nachts
wohlriechend; wird von zahlreichen Nachtfaltern besucht und bestäubt.
In Wäldern; zerstreut. P. Malus L., Apfelbaum.*)
Von der wilden Art lassen sich 2 Abarten unterscheiden.
«. var. austera Wallroth (P. acerba Merat), Sauerapfel. — Blätter,
Blütenstiele und Kelch schon in der Jugend ziemlich kahl. Blüten-
blätter schmal. Frucht säuerlich.
ß. var. mitis Wallroth, Süssapfel. Blätter, Blütenstiele und Kelch
auch im Alter noch mehr oder weniger wollig-filzig.. Blütenblätter
breiter. Früchte süsslich.
*) Tafel 349. Pirus MalusL. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Längsschnitt durch
die Blüte nach Entfernung der Blumenkrone; 2 Fruchtlängs- 3 Fruchtquerschnitt;
4, 5 und 6 Längs- und Querschnitte durch den Samen; 7 Keimling, 1 und 4 bis 7
vergrössert.
g%
116
1.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
Rosaceae.
Die zahlreichen Kultursorten teilt Lucas in folgende 15 Klassen:
Calvillen, grosse, unregelmässig gebaute Äpfel, mit Rippen, welche aus dem
Kelchnabel hervorkommen; Kernhaus meist offen (d. h. Fächer nach Innen
offen); Fleisch ziemlich grob, bald mürbe und weich werdend, von angenehmem
Geruche; Schale fettig.
. Schlotteräpfel, grosse Äpfel von verschiedener Gestalt, mit grossem, offenem
Kernhause; Schale nicht fettig. Fleisch ziemlich grob, meist ohne gewürz-
haften Geruch und Geschmack, aber säuerlich oder süsslich.
. Gulderlinge, mittelgrosse Äpfel mit offenem Kernhause; Fleisch feinkörnig,
fest, bisweilen gewürzhaft, meist säuerlich oder süss.
. Rosenäpfel, grosse Äpfel von regelmässiger Gestalt, aber oft mit Rippen;
Schalen fein und glatt; Fleisch sehr locker, schwammig, süsslich-gewürzhaft;
Kernhaus meist geschlossen.
. Traubenäpfel, meist kleine und regelmässige Äpfel; Fleisch feinkörnig,
saftig, von gewürzhaftem Geschmack; Kernhaus offen oder geschlossen.
. Pfundäpfel oder Ramboure, meist sehr grosse, oft ungleichhälftige und
gerippte Äpfel; Schale derb, glänzend, nicht fettig; Fleisch grobkörnig, locker,
nicht oder schwach gewürzhaft, meist etwas säuerlich; Kernhaus offen oder
geschlossen.
. Rambour-Reinetten, wie alle folgenden Reinetten von feinkörnigem, ziemlich
festem, meist etwas knackendem Fleische von ziemlicher Schwere, von vor-
herrschend gelber Farbe und gewürzhaft-weinsäuerlichem Geschmacke; endlich
Schale meist durch rostfarbige Fleckchen rauh; mit Rippen, die aus dem
Kelchnabel hervortreten, \
. Einfarbige oder Wachs-Reinetten, wie vorige, aber einfarbig gelb, an
der Sonnenseite nicht oder wenig gefärbt, meist mittelgross.
. Borsdorfer Reinetten, ziemlich kleine, mehr rundliche, selbst glatte Äpfel,
gelb, an der Sonnenseite gerötet, oft warzig; Kernhaus meist geschlossen;
Fleisch fein und fest, von eigentümlichem Geschmacke.
Rote Reinetten, verschieden in Gestalt und Grösse, hell- oder grünlich-gelb,
an der Sonnenseite schön gerötet; Fleisch feinkörnig, gelblich, anfangs fest und.
knackend, später etwas mürbe.
Graue Reinetten, regelmässig kugelig, glattrund oder länglich, die grünlich-
gelbe Grundfarbe durch zahlreiche Rostflecken grau und daher von rauher
Oberfläche. Fleisch gelblich, feinkörnig. Kernhaus in der Regel geschlossen.
Gold-Reinetten, in Form und Grösse verschieden, von goldgelber Grundfarbe,
an der Sonnenseite oft gerötet, bisweilen durch Rostflecken unrein; Fleisch
gelblich, feinkörnig, ziemlich fest, von eigentümlichem Geschmacke.
Streiflinge, verschieden gestaltete Äpfel, mit gestreifter Schale und und fadem,
selten säuerlichem Fleische.
Spitzäpfel, Äpfel, die im unteren Drittel am breitesten, nach dem Stielnabel
dagegen abgerundet sind, daher abgestumpft-kegelförmig; Schale nicht gestreift.
Plattäpfel, sehr glatt kugelig, oben und unten fast flach; Schale glatt, oft
schön gefärbt, aber nicht gestreift; Fleisch ziemlich fest, grobkörnig, fade
oder höchstens säuerlich, nie gewürzhaft.
Rosaceae. 117
Gattung 414: Sorbus L., Eberesche. (XII, 2.)
Innere Schicht der Fruchtfächerwand dünnhäutig, nicht pergament-
artig; das weitere allgemeine ist bei Gattung 413 zu vergleichen.
A. Blätter unpaarig-gefiedert, in der Jugend zottig.
1. Knospen filzig, trocken. Griffel meist 3. Früchte kugelig; rot. Samen
klein, im Fruchtfache aufsteigend, hellbraun, schmal, umgekehrt ei-
förmig, an ihrem Rande abgerundet. Blütezeit Mai, Juni. Blüten
erstweiblich, übelriechend, von zahlreichen Insekten besucht. 3 bis 6
und mehr Meter hoher Baum. In Wäldern und Gebüschen, ins-
besondere in Gebirgsgegenden; verbreitet. (Pirus aucuparia Gärtner.)
Sorbus aucuparia Vogelbeere, Eberesche.“)
2. Knospen kahl, klebrig. Früchte kugelig oder birnförmig, rot oder
gelb, wie auch die Blüten etwa doppelt so gross wie an voriger.
Samen ziemlich gross, im Fruchtfache schief-aufsteigend, dunkelbraun,
breit-umgekehrt-eiförmig, flach zusammengedrückt, am Rande fast
scharf-kantig. Blütezeit Mai. 10 bis 15 m hoher Baum. In Wäldern,
Weinbergen, Obstgärten Süddeutschlands; sonst selten und zerstreut.
(Pirus domestica Smith.) 8. domestica L., Spierapfel, Spierling.
B. Blätter nicht gefiedert.
I. Blumenkronenblätter weiss, abstehend.
4A. Blätter länglich, an ihrem Grunde fiederschnittig, unterseits filzig.
— Frucht kugelig bis oval, rot, etwas grösser als die Vogelbeere.
Blütezeit Mai. Bis 20 m hoher Baum. In Bergwäldern unter
den Stammeltern; sehr zerstreut. (Pirus hybrida Smith; Crataegus
fennica Kalm; Pirus Aria x aucuparia Irmisch) $. Aria x au-
cuparia, Bastard-Eberesche.
B.Blätter eiförmig, gelappt oder doppelt-gesägt.
1. Griffel 2 bis 5, unterwärts vereinigt, kahl. Blätter flaumig,
kahl werdend.
a. Blätter breit-eiförmig, gelappt; Lappen ungleich- und scharf-
gesägt, zugespitzt; die beiden unteren grösser und abstehend.
Frucht länglich, lederbraun. Bis 15 m hoher Baum. Blüte-
zeit Mai. In Bergwäldern zerstreut, namentlich auf Kalk;
im nördlichen Teile des Gebietes selten. (Crataegus tormi-
nalis L.; Pirus torminalis Ehrhart.) 8. torminalis Crantz,
Elsbeere, Ruhrbirne.
*) Tafel 350. Sorbus aucuparia L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Teil der
Trugdolde; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Staubblätter; 4 Griffel; 5 und 6 Längs- und Quer-
schnitt durch die Frucht; 7 Samen. 1 bis 7 vergrössert.
118 Leguminosae.
ß. Blätter breit-eiförmig, gelappt; Lappen dreieckig-eiförmig,
zugespitzt, gesägt; die 3 unteren grösser und etwas abstehend;
Oberseite glänzend-dunkelgrün; Unterseite auf den Nerven
filzig. Frucht rot. Blütezeit Mai. Baum; sehr zerstreut in
Bergwäldern. (Crataegus hybrida Bechstein; Azarolus hybrida
Borkhausen, Pirus Aria x torminalis Irmisch, Pirus latifolia
De Candolle) Sorbus latifolia L., Breitblätterige Eber-
esche.
2. Griffel meist 2 bis 3, frei, unterwärts wollig. Blätter unterseits
filzig.
a. Blätter rund-eiförmig, doppelt-gesägt oder am Rande klein-
gelappt; Sägezähne und Läppchen des Blattes von dessen
Mitte nach dem Grunde hin abnehmend. Frucht länglichrund,
rot oder gelblich. Strauch oder 9 bis 15 m hoher Baum.
In Gebirgswäldern zerstreut; besonders auf Kalk. (Cratae-
gus Aria L., Pirus Aria Ehrhart.) 8. Aria Crantz, Mehl-
beere.
ß. Blätterlänglich-eiförmig, eingeschnitten-lappig; Lappen parallel,
vorne abgerundet und durch den mittleren Zahn stachelspitzig.
Frucht glänzend scharlachrot. Blütezeit Mai, Juni. Seltner
Baum im nordöstlichsten Teile des Gebietes. (Pirus scandica
Babington; Pirus suecica Garcke; Crataegus Arıa var suecica L.;
Pirus intermedia Ehrhart.) 8. scandica Fries, Schwedische
Elsbeere.
II. Blumenkronenblätter schmal, aufrecht, rosenrot. Blätter eiförmig,
gesägt, kahl (var. glabrata Willkomm) oder unterseits filzig (var. tomen-
tosa Willkomm, Pirus sudetica Tausch), oberseits dunkelgrün. Frucht -
länglich-rund, hell-scharlachrot. Blütezeit Juni, Juli. 60 bis 125 cm
hoher Strauch; auf felsigen Abhängen von Kalkgebirgen im südlichen
Teile des Gebietes, im Riesengebirge, auf den Vogesen. (Mespilus
Chamaemespilus L., Pirus Chamaemespilus De Candolle) 8. Chamae-
mespilus Crantz, Zwergmispel.
64. Familie: Leguminosae, Hülsenfrüchtler.
Das unterscheidende Merkmal der Hülsenfüchtler ist ihre Frucht-
bildung: die Blüte besitzt nur einen, oberständigen und aus einem Frucht-
blatte gebildeten Fruchtknoten, und die Frucht, die Hülse, springt, abgesehen
Leguminosae. 119
von einigen Ausnahmefällen, bei ihrer Reife kapselartig in zwei Klappen
auf, wobei sich das Fruchtblatt in seiner Naht und in seiner Mittelrippe teilt.
Die einheimischen Arten gehören 2, ineinander übergehenden Unter-
familien an.
1. Unterfamilie: Papilionaceae, Schmetterlingsblütler. Die Blüte
ist eine Schmetterlingsblüte; ihre Blätter decken sich in der Knospenlage
nach unten, das heisst: das emzige Blütenblatt, dessen Ränder völlig frei
und nicht von anderen Blütenblättern ganz oder zum Teil überdeckt sind,
liegt oben; es ist die Fahne der Schmetterlingsblüte Keimling gekrümmt.
2. Unterfamilie: Caesalpiniaceae, Cäsalpiniengewächse. Die Blumen-
krone ist meist fast regelmässig; seltener eine Schmetterlingsblüte; ihre
Blätter decken sich in der Knospenlage nach oben, das heisst: das unterste
Blatt, bei Schmetterlingsblüten also das Schiffchen, liegt frei. Keimling
gerade.
1. Unterfamilie: Papilionaceae, Schmetterlingsblütler.
Unsere Schmetterlingsblütler sind Kräuter, seltner Sträucher oder Bäume.
Ihre Blätter stehen meist abwechelnd; sie sind dreizählig, fingerförmig oder
einfach-gefiedert, selten einfach oder durch den rankenartigen oder flachen
und so ein einfaches Blatt darstellenden Blattstiel ersetzt. Das Blatt hat
zwei Nebenblätter; dieselben sind in der Regel dem Grunde des Blattstieles
angewachsen; bisweilen haben auch einzelne Teilblättchen noch ein kleines
Nebenblättchen (bei den Bohnen, der Robinie u. a.). Die Nebenblätter geben
mitunter dem dreizähligen Blatte das Ansehen eines gefiederten Blattes,
stellen auch, wenn das dreizählige Blatt ganz kurz gestielt ist und sie dessen
Teilblättchen gleichen, scheinbar einfache, wirtelständige Blätter dar (Do-
ryenium und Bonjeania.) Die Nebenblätter sind zuweilen in Dornen um-
gewandelt und die Blattstiele endigen häufig in Ranken. Die Blüten stehen
meist in Ähren, Köpfchen, Dolden oder Trauben; sie sind seitlich symme-
trisch und schmetterlingsförmig. Der Kelch ist meist mehr oder minder
glockig oder röhrig und fünfzähnig; oft ist er an seiner Unterseite stärker
entwickelt und so zweilippig; selten ist er bis zum Grunde geteilt (Ulex).
Die Blumenkrone ist unregelmässig, fünfblätterig, schmetterlingsförmig; das
obere, gleichhälftige, meist grössere und oft zurückgeschlagene Blatt heisst
Fahne oder Segel; die beiden seitlichen werden als Flügel, die beiden
unteren als Schiffehen oder Kiel bezeichnet. Die Blumenkronenblätter sind
meist völlig frei; häufig sind die Blätter des Schiffehens, seltener Flügel und
Schiffchen (Astragalus) oder alle 5 Blätter (Trifolium) miteinander ver-
wachsen. Staubblätter sind 10 vorhanden; meist bilden 9 derselben eine
120 Leguminosae.
oben offene Rinne vor deren Spalte das zehnte liegt (XVII, 3); weniger
oft sind alle 10 in eine den Fruchtknoten umgebende Röhre verwachsen
(XVI, 4). Der aus einem Fruchtblatte gebildete Fruchtknoten ist ober-
ständig; er trägt in der Regel die Samenanlagen in 2, vor der Fahne stehen-
den Reihen. Die Frucht ist meist eine einfächerige, in zwei Klappen auf-
springende Hülse; seltener wird dieselbe durch Querwände mehrfächerig und
zerfällt dann auch wohl in einsamige Glieder, Gliederhülse; bei einigen
wird sie durch die nach innen tretende Naht oder Mittelrippe mehr oder
minder vollkommen in zwei der Länge nach nebeneinander liegende Fächer
geteilt; mitunter ist sie eine nicht aufspringende, ein- oder wenigsamige
Schliessfrucht. Die Samen sind gewöhnlich eiweisslos, ihr Keim ist gekrümmt.
Alle Schmetterlingsblütler sind Bienenblumen, d. h. der Bestäubung
durch Hautflügler angepasst; kurzrüsselige Gäste sind ausgeschlossen. Sind
alle 10 Staubfäden miteinander verwachsen, dann bietet die Blume ihren
Gästen nur Blütenstaub, ist der oberste frei, auch Honig. Nach der Art, wie
der Blütenstaub den Besuchern angeheftet und die Narbe mit derselben
Stelle des Insektes in Berührung gebracht wird, lassen sich nach Delpino 4,
durch Übergänge miteinander verbundene Blüteneinrichtungen unterscheiden:
1. Staubblätter und Narbe treten bei Insektenbesuch aus dem Schiffchen
hervor und kehren nachher wieder in ihre frühere Lage zurück,
Klappvorrichtung; solche Blüten gestatten mehrmaligen, erfolg-
reichen Besuch.
a. Der Honig liegt offen; z. B. Melilotus, Onobrychis, Trifolium.
b. Der von den Insekten gesuchte Saft ist im Gewebe der Zellen
aufgespeichert, muss daher erbohrt werden; z. B. Cytisus.
2. Die Staubblätter und der Stempel schnellen infolge der Thätigkeit der
Insekten elastisch aus dem Schiffehen hervor, aber nicht wieder zurück;
Explosionsvorrichtung. Die Blüte kann nur einmal erfolgreich
besucht werden.
a. Honighaltige Blüten; z. B. Medicago.
b. Honiglose Blüten:
a. Das Insekt berührt die Narbe mit seiner Unterseite; z. B. Genista-
Arten.
ß. Die Narbe trifft den Rücken des Insektes; z. B. Sarothamnus.
3. Der Blütenstaub wird in der Spitze des Schiffehens abgelagert und
infolge der Thätigkeit der Insektenbesuche in einzelnen nudelartigen
Stücken aus dessen Spitze herausgepumpt (Nudelpumpenein-
richtung); zur Bestäubung ist wiederholter Insektenbesuch notwendig.
Leguminosae. 121
a. Honighaltige Blüten; z. B. Lotus, Anthyllis.
b. Honiglose Blüten; z. B. Ononis, Lupinus.
4. Der Blütenstaub wird durch eine an der Spitze des Griffels befind-
liehen Bürste in einzelnen Portionen aus der Spitze des Schiffehens
herausgefegt; Griffelbürsteneinrichtung.
a. Griffelspitze gerade; z. B. Lathyrus, Pisum, Vicia.
b. Griffelspitze schneckenförmig gerollt; z. B. Phaseolus.
Bei 1 und 2 ist Fremdbestäubung dadurch gesichert, dass die
Narbe zuerst mit dem Besucher in Berührung kommt und mit dem aus einer
früher besuchten Blüte mitgebrachten Blütenstaube bestäubt wird. Bei
3 und 4 ist die Narbe schon von Anfang an mit Blütenstaub derselben
Blüte bedeckt; dieser wirkt aber auf die eigene Narbe nicht ein, da diese
erst bei dem Insektenbesuche durch Zerreibung ihrer Papillen zur befruchtungs-
fähigen Aufnahme von Blütenstaub geeignet wird. Im allgemeinen scheint
Selbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuche bei vielen Arten gar
nicht, nur bei wenigen in ausgedehntem Masse wirksam zu sein.
Die Schmetterlingsblütler zerfallen in vier Stämme.
A. Keimblätter flach, bei der Keimung als laubige, Spaltöffnungen besitzende
Blätter über den Boden tretend. (Behufs Pflanzenbestimmung braucht
man den Keimungsvorgang nicht zu beobachten, da zur Gruppe B nur
einige Kulturpflanzen, Bohnen und Kichererbse, sowie Pflanzen mit
paarig-gefiederten Blättern, deren Blattspindel in eine Wickelranke oder
in eine Stachelspitze ausläuft, gehören, während von dieser Gruppe nur
einige strauchartige Astragalus-Arten paarig-gefiederte Blätter besitzen,
Pflanzen, die leicht daran erkannt werden können, dass ihre Hülse durch
die nach innen tretende Mittelrippe fast oder ganz in zwei, der Länge
nach nebeneinander liegenden Fächer zerfällt.)
a. Hülse einfächerig, oder durch nach Innentreten ihrer Naht oder ihrer
Mittelrippe mehr oder weniger vollkommen in zwei der Länge nach
nebeneinander liegende Fächer geteilt; sehr selten mit schwammigen
Querwänden und dann mit einbrüderigen Staubblättern oder mit vier-
kantiger, vierflügeliger Frucht; meist aufspringend und mehrsamig,
selten einsamig, und dann mit dünner, papierartiger Wand. 1. Stamm:
Lotoideae, Hornklee-artige.
b. Hülse durch Querwände in einsamige Glieder geteilt und oft bei der
Reife in die einzelnen Glieder zerfallend; selten einfächerig, einsamig,
diekwandig und nicht aufspringend. Unsre Arten haben alle zwei-
brüderige Staubblätter. 2. Stamm: Hedysaroideae, Süssklee-artige.
1223 Leguminosae.
B. Keimblätter dick, fleischig und mehlich, bei der Keimung unter der Erde
in der Samenschale bleibend, seltener über den Boden tretend, dann aber
dick bleibend und nicht zu laubartigen Blättern auswachsend.
a Blätter paarig-gefiedert; Blattspindel in eine Wickelranke oder eine
Stachelspitze auslaufend. 3. Stamm: Vieioideae, Wicken-artige.
b. Blätter dreizählig; am Grunde der Teilblättchen mit Nebenblättchen.
4. Stamm: Phaseoloideae, Bohnen-artige.
1. Stamm: Lotoideae, Hornklee-artige.
Die Hornklee-artigen zerfallen zunächst in 5 Sippen.
A. Staubfäden einbrüderig miteinander verwachsen, nur an ihrer Spitze
getrennt.
a. Kelch mehr oder weniger deutlich zweilippig, selten vierlippig. Flügel
an ihrem oberen Rande faltig-gerunzelt. 1. Sippe: Genisteae, Ginster-
gewächse.
b. Kelch fünfzähnig oder fünfspaltis. 2. Sippe: Anthyllideae, Wund-
kleegewächse.
Hierher auch noch die Gattung @alega, bei welcher 9 Staubfäden über
zwei Drittel, der zehnte bis zur Mitte verwachsen ist.
B. Staubfäden zweibrüderig miteinander verwachsen.
a. Fruchtknoten einfächerig, nicht durch die einwärts-geschlagene Rücken-
oder Bauch-Naht mehr oder weniger zweifächerig.
a. Blätter gefingert. 3. Sippe: Trifolieae, Kleegewächse.
ß. Blätter gefiedert. 4. Sippe: Galegeae, Geisrautengewächse.
b. Fruchtknoten durch die mehr oder weniger einwärts-geschlagene
Rücken- oder Bauch-Naht mehr oder weniger vollkommen zweifächerig.
5. Sippe: Astragaleae, Traganthgewächse.
1. Sippe: Genisteae, Ginstergewächse.
A. Kelch auf der Oberseite, nach der Fahne zu, der Länge nach tief-
gespalten und dadurch einlippig; mit röhrenförmig-scheidigem Grunde
und klein-fünfzähniger Lippe. Gattung 415: Spartium L., Pfriemen.
B. Kelch zweilippie.
I. Blumenkrone und Hülse nur wenig länger als der Kelch; letzterer an
den Seiten, nach den Flügeln zu, bis zum Grunde gespalten; mit klein-
zähnigen Lippen (Teilen). Gattung 416: Ulex L., Heckensame.
II. Blumenkrone und Hülse mehreremal länger als der Kelch.
Leguminosae. 123
A. Blätter einfach oder dreizählig. Hülse ohne schwammige Quer-
wände.
1. Griffel spiralig-aufgerollt, gegen die Spitze hin verdickt, mit
kleiner, kopfiger Narbe. Gattung 417: Sarothamnus Wimmer,
Besenginster.
2. Griffel gerade oder hakenförmig-gebogen, nicht spiralig aufgerollt.
a. Narbe schief nach innen, nach der Fahne hin, zurückgebogen.
Blätter einfach. Oberlippe des Kelches meist verlängert und
mit 2 grossen Zähnen. Gattung 418: Genista L., Ginster.
ß. Narbe schief nach aussen, nach dem Schiffchen hin, gewendet;
seltener gerade aufsteigend. Blätter dreizählig (nur bei C. sa-
gittalis einfach, aber herablaufend und dadurch den Stengel
geflügelt-zweischneidig machend, was bei keinem Ginster der
Fall ist). Oberlippe des Kelches kurz, wie abgeschnitten,
selten mit 2 grösseren Zähnen. Gattung 419: Cytisus L.,
Geisklee, Bohnenbaum.
B. Blätter fingerförmig, mit meist 7 bis 9 Teilblättchen. Hülse mit
schwammigen Querwänden. Gattung 420: Lupinus Tournefort,
Lupine, Wolfsbohne.
Gattung 415: Spartium L., Pfriemen. (XVI, 3.)
Bis 2 m hoher, wehrloser, wenig verästelter Strauch, mit stielrunden,
nach obenzu stark verdünnten, rutenförmigen Zweigen und wenigen, entfernt
voneinander stehenden, lanzettlichen Blättern. Blumen in gestreckten, end-
ständigen Trauben, gelb, mit hinfälligen Deckblättchen. Kelch einlippig,
an der Spitze fünfzähnig-eingeschnitten, trockenhäutig. Griffel an seiner
Spitze schwach aufwärts gekrümmt, bartlos. Schiffehen stumpf, zwei-
blätterig. Blütezeit Mai, Juni. Akazienduftend, mit Explosionsvorrichtung.
Auf sonnigen Hügeln; im Gebiet des Mittelmeeres und in Steiermark.
Sp. junceum L., Pfriemen.
Gattung 416: Ulex L., Heckensame, Gaspeldorn, Stechginster. (XVI, 3.)
1 bis 1'/), m hoher, sehr ästiger, domiger Strauch, mit linealischen,
in eine stechende Spitze endigenden Blättern. Blüten einzeln, unterhalb des
Kelches zwei Vorblättchen, welche breiter als der Blütenstiel sind. Kelch
gross, bis fast zum Grunde zweilippig geteilt, mit zweizähniger Oberlippe
und dreizähniger Unterlippe, gelb, bräunlich-zottig-behaart. Blumenkrone
gelb. Hülse zottig., Blütezeit Mai, Juni; oft schon im Januar. Mit
Explosionsvorrichtung. Auf sandigem, trockenem Boden und in Heiden,
124 Leguminosae.
des nördlichen und westlichen Teiles des Gebietes; zerstreut. Ulex euro-
paeus L., Europäischer Stechginster.”)
Gattung 417: Sarothamnus Wimmer, Besenstrauch, Besenginster. (XVI, 3.)
1/, bis 2 m hoher Strauch, mit grünen, scharfkantigen, rutenförmigen
Ästen. Blätter lockerstehend, weichbehaart, dreizählig oder einfach, mit
länglich-stumpfen bis umgekehrt-eiförmigen Blättehen. Kelch zweilippig,
mit zweizähniger Ober- und dreizähniger Unterlippe. Griffel kreisförmig-
gerollt, nach der Spitze hin verdickt und mit kleinkopfiger Narbe. Hülse
länglich, zusammengedrückt, an beiden Nähten zottig-gewimpert. Blumen-
krone gelb, selten weisslich. Blütezeit Mai, Juni. Honiglos, mit Explosions-
vorrichtung. In Wäldern, auf sandigen Heiden; verbreitet, aber nicht überall.
(S. vulgaris Wimmer; Spartium scoparium L.) 8. scoparius Koch, Ge-
meiner Besenstrauch.*)
Gattung 418: Genista L., Ginster. (XV, 3.)
Kleine Sträucher mit goldgelben Blumen und einfachen Blättern. Kelch
mehr oder weniger zweilippig bis fünfspaltig; im ersteren Falle ist die Ober-
lippe zwei-, die Unterlippe dreiteilig.. Narbe gegen die Fahne zu gewölbt.
Schiffehen stumpf. Flügel gegen ihren Grund zu, am oberen Rande runzelig-
gefaltet.
A. Stengel domig. (Nebenblätter, aber nicht der Stengel dornig bei scariosa.)
I. Dornen vierkantig, verästelt. — Stengel einfach, mit einer einzigen,
gipfelständigen Blütentraube. Stengel und Blattoberseite seidig-grau-
haarig. Blütezeit Juni, Juli. Strauch oder Halbstrauch; bei Triest.
6. arcuata Koch, Gebogener Ginster.
II. Dornen nicht vierkantig.
a. Stengel, beziehungsweise Äste, haarig.
1. Domen gerillt. — Stengel von Grund an rasig, in einfache, mit
einer Blütentraube endende Äste geteilt, angedrückt - haarig.
Blätter lanzettlich (die der Dornen sehr schmal) nebst Kelch
*) Tafel 351. Ulex europaeusL. A Blütenzweig. 1 Blüte mit Tragblatt und
den beiden Vorblättchen; 2 Fahne; 3 Flügel; 4 Schiffchen; 5 Staubblätter und Stempel;
6 Staubblattbündel auseinander gebreitet; 7 Hülse; 8 desgl. geöffnet; 9 Same; 10 desgl.
durchschnitten. 1 bis 6, 9 bis 10 schwach vergrössert.
**) Tafel 352. Sarothamnus scoparius Koch. A Blüten-, B Fruchtzweig.
1 Blütenlängsschnitt; 2 Flügel; 3 Blüte ohne Krone; 4 Stempel; 5 Spitze des Griffels
mit Narbe; 6 Hülse geöffnet; 7 Same; 8 Querschnitt durch den Stengel. Die Details
mit Ausnahme 5 vergrössert.
Leguminosae. 125
und Schiffehen flaumig. Blütezeit Juni, Juli. Äste 30 bis 60 cm
hoch. Auf trockenen, felsigen Abhängen im Gebiete des Adria-
tischen Meeres, in Süd-Steiermark, Krain. Genista silvestris
Scopoli, Wald-Ginster.
2. Dornen nicht gerillt. — 30 bis 60 em hoher, ausgebreiteter
Strauch. Ästehen beblättert, rauhhaarig; blütentragende fast
immer dornenlos.. Blätter lanzettlich oder elliptisch. Deck-
blättchen pfriemlich, halb so lang wie das Blütenstielchen.
Blüten in endständigen Trauben. Blütezeit Mai, Juni. Klapp-
vorrichtung. In lichten Wäldern, auf Sandboden; durch das
ganze Gebiet zerstreut und nicht selten. G. germanica L.,
Deutscher Ginster.*)
Die seltenere Abart inermis ist dornenlos.
b. Stengel, beziehungsweise Äste, kahl. — Der vorigen ähnlich, doch
in allem kleiner. Deckblätter blattartig, länger als das Blüten-
stielehen. Blütezeit Mai, Juni. Auf feuchten und torfgrundigen
Heiden: im nordwestlichen Teile des Gebietes. G@. anglica L.,
Englischer Ginster.
B. Stengel nicht dornig.
I. Blüten einzeln oder zu mehreren blattachselständig.
a. Fahne und Schiffehen seidenhaarig. — Blätter länglich-lanzettlich,
auf ihrer Unterseite, wie auch Äste, Blütenstiel, Kelch und Hülse
seidenhaarig. Blütezeit April, Juni. Explosionsvorrichtung. 10 bis
25 cm hoher Strauch. Auf dürrem Heideboden und in Nadelwäldern,
vorzugsweise der Gebirgsgegenden; sehr ungleich zerstreut und nicht
häufig. G. pilosa L., Behaarter Ginster.
b. Fahne und Schiffchen nicht behaart.
1. Ganze Pflanze kahl; Blätter zuweilen gewimpert. — Am Boden
ausgebreiteter oder aufstrebender Strauch, mit 45 bis 60 cm
langen Ästen. Blätter lanzettlich bis länglich. Blütezeit Mai,
Juni. Auf trockenen, grasigen Abhängen in Steiermark, Krain,
im österreichischen Küstengebiete. G@. diffusa Willdenow,
Ausgebreiteter Ginster.
2. Blättchen, wenigstens die jüngeren, auf der Unterseite behaart (diese
Arten werden auch wohl als Abarten der Vorigen angesehen).
*) Tafel 353. Genista germanica L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 2 desgl. im
Längsschnitte; 3 Kelch; 4 Hülse; 5 desgl. geöffnet; 6 Same; 7 desgl. im Längs-
schnitte. 1 bis 3 und 5 bis 7 vergrössert.
126 Leguminosae.
a. Jüngere Zweige, Blütenstiel, Kelch und Blattunterseite an-
gedrückt-seidenhaarig. Blütezeit April bis Juni. Kleiner
Strauch. Auf trockenen Gebirgsabhängen und Felsen in
Mähren, Unterösterreich, Krain. Genista procumbens Wald-
stein-Kitaibel, Niederliegender Ginster.
8. Blättchen oberseits abstehend-rauhhaarig. — Blütezeit Mai bis
Juli. Auf steinigen Abhängen der Ostschweiz; selten. (G. Hallerı
Regnier.) @. deeumbens Aiton, Liegender Ginster.
II. Blüten auf der Spitze des Stengels und der Zweige in Trauben.
a. Fahne und Schiffehen seidenhaarig behaart. — Niedriger, stark ver-
ästelter Strauch. Blätter länglich, stumpf oder abgerundet, unter-
seits, wie auch die jüngeren Zweige, angedrückt-behaart. Neben-
blätter fehlen. Blüten in endständigen Trauben. Blütenstiele und
Kelche zottig. Blütezeit Juni, Juli. In Felsspalten; Krain, im
österreichischen Küstengebiete.e @. sericea Wulfen, Seiden-
haariger Ginster.
b. Blumenkrone kahl.
1. Stengel und Äste stielrund, gleichmässig gerieft.
a. Blätter lanzettlich oder länglich, am Rande flaumig; Hülsen
kahl. — Aufrechter Strauch. Blüten traubig. Der G. tinctoria
sehr ähnlich und vielleicht nur eine Abart davon. Blütezeit
Juni, Juli. Auf trockenen Waldwiesen im österreichischen
Küstengebiete. @. elatior Koch, Hoher Ginster.
b. Blätter abstehend-rauhhaarig; Hülsen dicht rauhhaarig. —
Kleiner Strauch. Blätter breit-lanzettlich bis eiförmig. Blüten
in Trauben. Der 6. tinetoria ähnlich und vielleicht Abart
davon. Blütezeit Juni, Juli. Auf trockenen Abhängen in
Steiermark, Krain, Südtirol, Schaffhausen. 6. ovata-Wald-
stein-Kitaibel, Eiblätteriger Ginster.
Eine Form mit längerer und weniger dichter Behaarung
der Stengel und der länglich-lanzettlichen Blätter, sowie mit
weisslich-fiederhaarigen Hülsen ist @. ovata Kitaibel, Ner-
viger Ginster.
2. Stengel und Äste nicht stielrund.
a. Stengel und Zweige kantig gefurcht. — Strauch mit kurzem,
niederliegendem Stengel und 30 bis 60 cm langen, aufrechten,
rutenförmigen Zweigen. Blätter länglich oder elliptisch, am
Rande weichhaarig. Blüten in endständigen Trauben. Blumen-
Leguminosae. 1237
krone und Hülse kahl. Blütezeit Juni, Juli. Explosions-
vorrichtung. Auf trockenen Wiesen und Triften, in Wäldern;
verbreitet und mancherorts gemein. Genista tinetoria L.,
Färber-Ginster.
Besondere Formen sind:
a. vulgaris Spach, Gemeiner Färberginster; niedrig;
Stengel im oberen Teile flaumig; Blüten lanzettlich kahl.
ß. elatior Reichenbach fil, Hoher Färberginster; wie
voriger, aber hochwüchsig.
y. mantica Reichenbach fil., Mantischer Färberginster;
niedrig, zart, oberwärts fein behaart; Kelch angedrückt
behaart.
d. latifolia Reichenbach fil., Breitklätteriger Färber-
ginster; hochwüchsig; Blätter breit-lanzettlich; Stengel
stärker flaumhaarig.
. ovata F. Schultz, Eiblätteriger Färberginster; niedrig,
flaumhaarig; Blätter eirund, stumpf, zugespitzt; Deckblätt-
chen häufig gross, blattartig; Hülsen stark rauhhaarig.
£. De PArbrei Reichenbach, De l’Arbres Färberginster;
wie vorige, aber mit grösseren Blumen und mit sehr
grosser Fahne.
9
b. Äste geflügelt dreikantig. — Strauch mit liegendem Stengel
und aufrechten bis 60 em hohen Ästen. Blätter länglich
oder breit-lanzettlich, stumpf. Nebenblätter pfriemlich, zu-
letzt dornig. Blüten in Trauben. Hülse kahl. Blütezeit
Juni. Auf Felsen in Untersteiermark und Krain. (G. trian-
gularis Willdenow, 6. triquetra Waldstein-Kitaibel.) G. sca-
riosa Viviani, Rassel-Dürrer Ginster.
Gattung 419: Cytisus L., Geisklee, Bohnenbaum.
Bäume oder Sträucher mit gelben (ausgenommen purpureus und
leucanthus) Blüten und mit gedreiten (ausgenommen sagittalis) Blättern.
Schiffehen stumpf. Flügel am oberen Rande, gegen den Nagel zu, runzelig-
gefaltet. Griffel aufsteigend; Narbe nach aussen, d. h. nach dem Schiff-
chen zu gerichtet.
A. Blätter einfach. — Stengel niederliegend, mit aufsteigenden, geflügelt-
zweischneidigen, gegliederten Ästen. Blätter wechselständig, mit den
Blattstielen abfallend, eiförmig, ganzrandig, nebenblattlos. Blüten in
128 Leguminosae.
endständigen, fast kopfigen Trauben. Blütezeit Mai, Juni. Klappvor-
richtung. Niedriger, 15 bis 25 cm hoher Strauch. In lichten, nament-
lich Niederholz-Wäldern, auf trockenen Wiesen; im mittleren und süd-
licheren Teile des Gebietes zerstreut; in Norddeutschland selten. (Genista
sagittalis L) Cytisus sagittalis Koch, Geflügelter Geisklee.
B. Blätter gedreit.
I. Blüten in Trauben, deren Spindel blattlos ist.
A. Blütentrauben hängend.
a. Hülse und Unterseite der Blätter angedrückt-seidenhaarig. —
Blättchen länglich, beiderseits ziemlich stumpf oder etwas zu-
gespitzt. Nebenblätter häutig, klein, lang-zugespitzt, zottig.
Blüten in langen, einfachen, achselständigen Trauben. Blütezeit
April, Mai. Klappvorrichtung. Strauch oder kleiner, bis 7 m
hoher Baum. In Gebirgswäldern der Schweiz, Süd-Tirols,
Österreichs und Steiermarks; überall in Anlagen angepflanzt.
Giftig. C. Laburnum L., Goldregen.
b. Hülse und Unterseite der Blätter kahl. — Der vorigen ähnlich.
aber durch hochgelbe Blüten und etwas spätere Blütezeit, Mai,
Juni, unterschieden. Mit Akazienduft. Bis 3 m hoher Baum
oder Strauch. In Waldungen der Schweiz, Tirols, Krains; auch .
angepflanzt. C. alpinus Miller, Alpen-Goldregen.
B. Blütentrauben aufrecht.
a. Kelch und Blütenstielchen flaumhaarig.
1. Kelchoberlippe bis zu ihrem Grunde zweispaltig. — Strauch
oder bis 2 m hohes Bäumchen. Zweige kantig, in der Jugend
wollig behaart. Blätter umgekehrt-eiförmig-keilig, ausge-
randet, erst seidenhaarig, bald kahl werdend. Blütezeit Mai.
In Waldungen des österreichischen Küstengebiets; sehr selten.
(C. fragrans Visiani.) C. ramentaceus Sieber, Duftender
Bohnenbaum.
2. Kelchoberlippe an ihrer Spitze kurz-zweizähnig, — 1 bis
1!/; m hoher Strauch mit rutenförmigen Zweigen. Blätt-
chen umgekehrt-eiförmig oder länglich, unterseits, wie auch
die Hülsen, angedrückt behaart. Blätter beim Trocknen
schwarz werdend. Blütentrauben endständig, reichblütig, ver-
längert. Blüten deckblattlos. Blütezeit Juni, Juli. Zwischen-
stufe zwischen Klapp- und Nudelpumpeneinrichtung; honig-
los. Auf sonnigen Abhängen und Heiden, sowie auf Felsen
Leguminosae, 129
im mittleren Teile des Gebietes zerstreut, im südlichen ver-
breitet. Cytisus nigricans L., Schwarzwerdender Bohnen-
baum.
b. Kelch und Blütenstielchen kahl. — 1 bis 1!/, m hoher, stark
verästelter Strauch. Blättchen blaugrün, fast sitzend, umgekehrt-
eiförmig-rundlich, die der obersten Blätter fast rautenförmig.
Blüten von drei Deckblättchen gestützt. Blütezeit Mai, Juni.
Wälder und Heiden in Südtirol; häufig angepflanzt und zu-
weilen verwildert. C. sessilifolius L., Sitzendblätteriger
Bohnenbaum.
II. Blüten nicht in Trauben.
a. Blüten in endständigen Köpfchen oder Dolden.
A. Blätter abwechselnd.
1. Kelch tief-zweilippig; dessen Unterlippe bis zur Mitte drei-
spaltig. — Nur wenig Centimeter hohes Kraut. Blättchen
lanzettlich, spitz, auf der Unterseite, wie auch der Stengel,
angedrückt seidenhaarig. Nebenblätter krautig. Blüten in
erst end-, zuletzt seitenständigen Köpfchen, meist zu drei
beisammen. Blütezeit April, Mai. Auf Felsenabhängen in
dem österreichischen Küstengebiet, Südtirol und Krain.
C. argenteus L., Silberhaariger Geisklee.
2. Kelch kurz-zweilippig, mit längerem Rohre.
a. Blüten in reichblütigen, kopfförmigen Dolden.
a. Blätter, Kelch und Zweige von angedrückten Haaren
weissgrau. — Etwa 1 m hoher Strauch. Blättchen
länglich oder breit-lanzettlich, stumpf, mit aufgesetzter
Stachelspitze. Blütezeit Juli, August. In Bergwäldern
Österreichs, Böhmens, Mährens. €. austriacus L.,
Österreichischer Bohnenbaum.
Eine Abart mit weisslicher Blüte ist €. leucanthus
Waldstein-Kitaibel, Weissblütiger Bohnenbaum.
b. Blätter, Kelch und Zweige abstehend-zottig-rauhhaarig.
— Etwa 1 m hoher, sehr ästiger, rundlicher Busch.
Blätter länglich, stumpf, nach dem Grunde verschmälert.
Blütezeit Juni, Juli. In Gebirgswaldungen des mitt-
leren und südlichen Teils des Gebietes. (C. eapitatus
Jacquin, Kopfförmiger Bohnenbaum.
Thome, Flora. II. Bd. II. Aufl. b)
150
Leguminosae.
Besondere Formen sind:
aa. lateralis Neilreich, Seitenblütiger Kopf-
förmiger Bohnenbaum; Blütenbüschel seitlich an
sehr kurzen Zweiglein.
aa. Neilreichii Reichenbach, Neilreichs Kopf-
förmiger Bohnenbaum; Zweige rutenförmig,
liegend.
bb. elongatus Reichenbach, Aufrechter Kopf-
förmiger Bohnenbaum; Zweige aufrecht,
kräftig.
ß8. terminalis Neilreich, Endblütiger Kopf-
förmiger Bohnenbaum; Blütenbüschel endständig.
yy. biflorens Neilreich, Zweifachblütiger Kopf-
förmiger Bohnenbaum; im Frühling, am vor-
jährigen Holze mit seitlichen, im Herbste, an
heurigen Asten in endständigen Blütenbüscheln.
ß. Dolden zwei- bis vierblütig. — Kleiner, niederliegender,
abstehend-behaarter Strauch mit abstehenden Zweigen und
länglichen bis umgekehrt-eiförmigen Blättern. Frühlings-
blüten seitenständig, Sommerblüten endständig. Blütezeit
Mai bis Jul. In Krain und Südtirol. Cytisus pro-
stratus Scopoli, Hingestreckter Bohnenbaum.
B. Blätter gegenständig, nebenblattlos. — Schiffchen seidenhaarig.
1. Fahne tief ausgerandet. — 30 bis 60 cm hoher, stark ver-
ästelter Strauch. Zweige und Blätter weichhaarig-glänzend.
Blätter fast sitzend; Blättchen linealisch, fast borstlich,
strahlig ausgebreitet. Blütendeckblättchen eiförmig. Blüte-
zeit Mai, Juni. In Krain, Südtirol, Steiermark, der Schweiz.
(Genista radiata Scopoli.) €C. radiatüs Koch, Strahlen-
blätteriger Bohnenbaum.
. Fahne abgerundet-stumpf. — Der vorigen sehr ähnlich und
vielleicht nur eine Abart derselben. Blütezeit Mai, Juni.
Auf Bergen und Voralpen Krains. C. holopetalus Fleisch-
mann, Radblätteriger Bohnenbaum.
b. Blüten zu 1 bis 3, seitenständig.
A. Blumenkrone purpurn. — Liegender Strauch mit etwa 60 cm
langen Ästen und aufsteigenden, kahlen Zweigen. Blättehen
länglich-lanzettlich, an beiden Enden spitz; Nebenblätter sehr
Leguminosae. 131
klein, pfriemlich. Blüten meist zu zwei. Blütezeit April, Juni.
An Gebirgsabhängen; in Krain, dem österreichischen Küsten-
gebiet, in Kärnten und Südtirol. Cytisus purpureus Scopoli,
Purpurblütiger Bohnenbaum.
B. Blumenkrone gelb.
1. Kelch vor dem Aufblühen schlauchförmig, kurzlippig, nach
der Entwickelung der Blüten ringsum abspringend. — Kleiner,
buschiger, dorniger Strauch. Blättchen umgekehrt-eiförmig,
am Grunde keilig; ohne deutliche Nebenblätter. Blütezeit
Mai, Juni. Auf den adriatischen Inseln. €. spinosus L.,
Dorniger Bohnenbaum.
2. Kelch stehenbleibend.
&.
Kelchröhre kürzer als die Kelchzipfel, am Grunde mit
einem linealen Deckblättchen. — Niedriger Strauch. Blätt-
chen fast sitzend, länglich, stumpf, mit aufgesetztem Spitz-
chen, anfänglich oberseits behaart, später kahl. Blüten
langgestielt. Blütezeit Mai, Juni. An sonnigen Abhängen
in Tessin. €, glabrescens Sartorelli, Kahlwerdender
Bohnenbaum.
. Kelchröhre länger als die Kelchzipfel.
a. Äste dornig. — Etwa 1 m hoher, sehr ästiger Strauch,
dessen Zweigenden zu Dornen erhärten. Ästchen,
Blätter, Kelch und Hülsen silberglänzend-seidenhaarig.
Blättehen umgekehrt-eiförmig oder länglich lanzettlich.
Blütezeit Mai, Jun. An Gebirgsabhängen auf den
Inseln des Adriatischen Meeres. (. spinescens Sieber,
Dornigwerdender Bohnenbaum.
Die Abart eiliatus Koch, Gewimperter Bohnen-
baum, hat am Rande wimperig-rauhhaarige, sonst kahle
Hülsen.
b. Äste wehrlos.
aa. Ganze Pflanze angedrückt-seidenhaarig. 15 bis
60 cm langer, hingestreckter Strauch, mit empor-
stehenden Zweigen. Blättchen länglich oder um-
gekehrt-eitörmig. Blütezeit Mai, Juni. Auf grasigen
Hügeln und Bergwiesen, in Heiden und Wäldern
im östlichen Teile des Gebietes. (C. supinus Crantz;
C. biflorus L’Heritier.) €. ratisbonensis Schäffer,
Regensburger Bohnenbaum.
9%
132 Leguminosae.
bb. Ästchen, Blätter und Kelche abstehend-rauhhaarig.
aa. An den vorjährigen Ästen entwickeln sich
seitenständige Frühlingsblüten; an den dies-
jährigen Ästen endständige Sommerblüten.
Hier kann Cytisus prostratus (siehe oben) ge-
sucht werden.
bb. Alle Blüten seitenständig. Kleiner Strauch
mit aufrechtem oder aufstrebendem Stengel.
Blättehen umgekehrt-eiförmig oder länglich,
am Ende abgerundet, nach dem Grunde zu
verschmälert. Blütezeit Mai, Juni. In Ge-
birgswäldern Böhmens, Krains, des öster-
reichischen Küstengebiets und der Schweiz.
C.hirsutus L., Rauhhaariger Bohnenbaum.
Gattung 420: Lupinus Tournefort, Lupine, Wolfsbohne.
Aus Südeuropa und dem Orient stammende, hin und wieder verwilderte
Futterkräuter mit gefingerten Blättern und endständigen Blütentrauben.
Kelch deutlich zweilippig. Schiffchen zugespitzt und geschnäbelt. Flügel
am oberen Rande runzelig gefaltet. Griffel pfriemlich, aufsteigend, mit
kopfförmiger Narbe. Blütezeit Mai bis September. Hülse gross, lederig,
mit schwammigen Querwänden.
1. Blumenkrone dunkelgelb». — Dicht behaart. Blättchen länglich.
Blüten quirlig, von Deckblättchen gestützt. Stark wohlriechend, honig-
los, mit Nudelpumpeneinrichtung. ©. L. luteus L., Gelbe Lupine.*)
2. Blumenkrone weiss. — Blättchen oberseits kahl. Mit Pumpenein-
richtung. ©. L. albus L., Weisse Lupine.
3. Blumenkrone blau.
a. Blättchen schmal-lanzettlich. Stengel rauhhaarıg. Nektar- und
duftlos, mit Nudelpumpeneinrichtung. ©. L. angustifolius L.,
Schmalblätterige Lupine.
b. Blättchen länglich-keilig. Stengel angedrückt behaart. ©. L. hir-
sutus L., Rauhhaarige Lupine.
4. Blumenkrone rot und blau. ©. L. varius L., Bunte Lupine.
5. Blumenkrone fleischfarben. L. pilosus L., Behaarte Lupine.
*) Tafel 354. Lupinus luteus L. AB blühende Pflanze. 1 Blüte nach Ent-
fernung der Krone, der Länge nach durchschnitten; 2 Schiffchen und Flügel; 3 Kelch
und Stempel; 4 Narbe. 1 bis 4 vergrössert.
ee Be rt De
Leguminosae. 133
2. Sippe: Anthyllideae, Wundkleegewächse.
a. Blätter dreizählig, oben mitunter einfach. Blüten nicht in Köpfchen.
Kelch fünfspaltig, bleibend, zur Zeit der Fruchtreife offen. Schiffehen
in einen pfriemlichen Schnabel zugespitzt. Gattung 421: Ononis L.,
Heuhechel.
b. Blätter unpaarig-gefiedert, grundständige oft ungeteilt. Blüten in kuge-
ligen Köpfchen; letztere umgeben von einer Hülle fingerig-geteilter
Deckblätter. Kelch fünfzähnig, in seinem unteren Teile aufgeblasen,
welkend, sich über der Hülse schliessend. Schiffehen stumpf oder kurz-
zugespitzt. Gattung 422: Anthyllis L., Wundklee.
Gattung 421: Ononis L., Heuhechel, Hauhechel. (XVI, 3.)
Blätter dreizählig. Kelch fünfspaltig, bei der Fruchtreife offenstehend.
Schiffehen in einen Schnabel zugespitzt. Flügel am oberen Rande flach,
nicht gefaltet.
A. Blumenkrone gelb.
1. Blumenkrone viel grösser als der Kelch. Hülse hängend, länglich-
linealisch. — Stengel aufsteigend oder aufrecht, meist wehrlos. Alle
grünen Pflanzenteile sind drüsig-zottig, klebrig. Blättchen länglich,
gezähnelt. Blütenstiele einblütig, in eine Granne auslaufend. Blumen-
krone goldgelb, meistens aussen rotgestreift. Blütezeit Juni, Juli.
Nudelpumpeneinrichtung. Höhe bis etwa 30 cm. %. An sonnigen
Orten, auf Triften; sehr zerstreut und selten; häufiger in Krain und
Südtirol. 0. Natrix Lamarck, Gelbe Heuhechel.
2. Blumenkrone etwa so lang wie der Kelch. Hülse aufrecht, eirund.
— Stengel krautig, aufrecht oder aufstrebend. Blätter langgestielt,
drüsig-behaart, die oberen oft einfach; Blättchen rundlich oder um-
gekehrt-eiförmig, gezähnelt, wie auch die breit-lanzettlichen, spitzen
Nebenblätter. Blütezeit Mai, Juni. 4. Auf sonnigen Bergabhängen in
Österreich, Tirol, der Schweiz. 0. Columnae Allioni, Columna’s
Heuhechel.
B. Blumenkrone rot oder hellviolett; selten weiss.
1. Hülsen aufrecht, eiförmig.
a. Kelch bei der Fruchtreife wenig vergrössert, so lang oder kürzer
als die eiförmige Hülse. Stengel mit 1 bis 2 Riefen, von Zotten-
haaren besetzt, aufrecht und aufstrebend; die oft dornigen Aste
nicht selten zu zweien, zerstreut-drüsenhaarig. Die oberen Blätter
und die der seitenständigen Ästchen sind einfach. Blättchen
eilänglich, oft etwas spitz, gesägt-gezähnt, fast kahl. Blüten zu
134
Leguminosae.
1 oder 2, blattwinkelständig, ziemlich gross. Hülsen so lang oder
länger als der fast unveränderte Kelch. Blütezeit Juni, Juli.
Nektarlos, mit Nudelpumpeneinrichtung. Höhe 30 bis 60 cm. 2.
Auf Triften, unfruchtbaren Feldern, an Wegen und Waldrändern;
durch das ganze Gebiet verbreitet, aber nicht überall. Die Wurzel,
Radix Ononidis, ist offizinell. Ononis spinosa L., Dornige
Heuhechel,”)
. Kelch bei der Fruchtreife vergrössert, länger als die eiförmige
Hülse.
a. Stengel ein- bis zweireihig, zottig. — Blüten meist einzeln,
selten zu zweien, in den Blattwinkeln am Ende der Äste und
Ästchen beblätterte, lockere Trauben bildend. Obere Blätter und
die der seitenständigen Ästchen einfach. — Stengel liegend, am
Grunde wurzelnd; gleichmässig-zottig-behaart und klebrig. Äste
an der Spitze dornig. Blättchen eiförmig, gezähnt, drüsig-be-
haart. Blütezeit Juni, Juli. Nektarlos, oft bock-artig riechend;
mit Nudelpumpeneinrichtung. Höhe 30 bis 60 cm. #. Auf sandigen
Triften, Wiesen und an Wegen; nicht selten. (O. repens Auto-
rum nicht L.) 0. procurrens Wallroth, Acker-Heuhechel.
Die Abart mitis Gmelin, Dornlose Kriechende Heu-
hechel, ist dornenlos.
Die Abart violacea Petermann, Violette Kriechende
Heuhechel, hat blau-violette Blumen.
ß. Stengel ringsum, nicht ein- bis zweireihig, zottig.
aa. Stengel wehrlos oder mit dornenspitzigen Seitenzweigen,
niederliegend, kurz- oder langzottig. Blättchen gezähnelt,
drüsig und stark wollig-behaart. Blüten einzeln. Blütezeit
Juni, Juli. Auf Dünen der ostfriesischen Inseln. 0, repens L.,
Kriechende Heuhechel.
ß8. Stengel wehrlos, aufrecht oder aufsteigend, rings mit langen,
drüsigen, schmierigen Zottenhaaren besetzt. Blättchen und
die einfachen blütenständigen Blätter länglich-eiförmig. Blüten
meist paarweise, diehtgedrängte, ährenförmige Trauben bildend.
Blütezeit Juni, Juli. Nektarlos, mit Nudelpumpeneinrichtung;
die ganze Pflanze stinkt bock-artig. Auf trockenen Wiesen,
Triften, an Wegen, namentlich im östlichen Teile des Ge-
*) Tafel 355. Ononis spinosa L. A Blütenzweig. 1 Kelch; 2 Blütenlängs-
schnitt; 3 Frucht im Kelche; 4 Frucht; 5 desgl. im Längsschnitte; 6 Same. 1 bis 6
vergrössert.
)
|
x
reiten FE
Leguminosae. 135
bietes; zerstreut. (O. arvensis L. zum Teil.) Ononis hir-
eina Jacquin, Bocks-Heuhechel.
2. Frucht hängend, linealisch.
a. Blütenstiel in eine Granne auslaufend, zwei- bis dreiblütig. —
15 bis 30 cm hohe, zottig-behaarte, ausdauernde Krautpflanze.
Blättehen gross, fast kreisrund, gezähnt. Hülsen viermal länger
als der Kelch. Blütezeit Mai, Juni. %. Auf den Alpen und Vor-
alpen. ©. rotundifolia L., Rundblätterige Heuhechel.
b. Blütenstiel einblütig, nicht in eine Granne auslaufend. — Kaum
spannenhohes, zottig-behaartes, einjähriges Kraut. Blättchen keil-
förmig oder rundlich-umgekehrt-eiförmig, am Ende gezähnelt,
drüsig. Blütezeit Mai, Juni. ©. An sonnigen Orten in Istrien.
0. reclinata L., Zwerg-Heuhechel.
Gattung 422: Anthyllis L., Wundklee. (X VI, 3.)
Kelch fünfzähnig, bei der Fruchtreife vertrocknend und zusammen-
schliessend. Schiffchen stumpf oder kurzzugespitzt. Flügel am oberen
Rande flach, nicht quergefaltet. Staubfäden gegen die Spitze verbreitert.
1. Wurzel vielköpfig; Köpfe gedrungen. Blätter ein- bis fünfpaarig-
gefiedert, die grundständigen oft ungeteilt. Blättchen länglich bis
lineal-lanzettlich unter sich sehr ungleich, das endständige meist
elliptisch und viel grösser als die seitenständigen; alle angedrückt-
behaart oder ziemlich kahl. Blüten in 2 bis 3 kugeligen, endständigen
Köpfchen. Kelch bauchig, mit ungleichen Zähnen; Zähne kürzer als
die Kelchröhre. Fahne fast um die Hälfte kürzer als ihr Nagel.
Blumenkrone blassgelb, goldgelb bis safranfarbig. Blütezeit Mai, Juli.
Mit Nudelpumpeneinrichtung. Höhe 10 bis 30 cm. %. Auf trockenen
Wiesen und Triften, namentlich Kalk; durch das ganze Gebiet.
A. Vulneraria L., Gemeiner Wundklee.*)
Formenreiche Pflanze, doch gehen die einzelnen Formen inein-
ander über. Bemerkenswert sind: var. Dillenii Schultz, Dillens
Wundklee, Schiffchen, Fahne und Flügelrand rot und var. maritima
Schweigger, Seestrands Wundklee, mit dünneren, höheren,
ästigeren und stärker behaarten Stengeln und schmäleren Blüten.
2. Wurzel vielköpfig; Köpfe verlängert, ästig, am Boden ausgebreitete,
rasige Stengel treibend. Blätter 8- bis 20-paarig-gefiedert, seiden-
*) Tafel 356. Anthyllis Vulneraria L, A blühende Pflanze. 1 ‚Blüte,
2 desgl. zum Teil geöffnet; 3 desgl. halbiert; 4 Staubblattbündel mit Griffel und Narbe;
5 Kelch geöffnet, mit Frucht; 6 Frucht; 7 desgl. im Längsschnitte; 8 Same. 1 bis 5,
7 und 8 vergrössert.
136 Leguminosae.
haarig; Blättchen länglich oder lanzettlich, spitz, alle gleich gross.
Blüten in 1 bis 2 endständigen, kugeligen, Köpfchen. Kelch röhrig;
dessen Zäbne gleich lang, so lang als die Kelchröhre. Fahne noch
einmal so lang wie ihr Nagel. Blumenkrone weisslich oder rötlich.
10 bis 15 cm hoher Halbstrauch. Auf steinigen Bergwiesen Öster-
reichs und der Südschweiz. Anthyllis montana L., Berg-Wundklee.
3. Sippe: Trifolieae, Kleegewächse.
A. Blumenblätter mehr oder weniger röhrig miteinander und auch mit den
Staubblättern verwachsen. Gattung 423: Trifolium Tournefort, Klee.
B. Staubblätter und Blumenblätter nicht miteinander verwachsen.
I. Schiffehen stumpf oder spitz, aber nicht in einen spitzen Schnabel
vorgezogen.
a. Die Nebenblätter gleichen in Gestalt und Grösse den Teilblättchen
der dreizähligen Blätter, so dass es den Anschein hat als ob ein-
fache, wirtelständige, sitzende, fünffingerige oder unpaarig-gefiederte
Blätter vorhanden wären.
1. Flügelblätter an ihrer Spitze miteinander verwachsen. Gattung 424:
Doryenium Tournefort, Backenklee.
9. Flügelblätter an ihrer Spitze nicht miteinander verwachsen.
Gattung 425: Bonjeania Reichenbach, Bonjeania.
b. Die Nebenblätter sind in Gestalt und Grösse von den Teilblättchen
verschieden; die Blätter sind daher deutlich dreizählig.
1. Fruchtknoten gerade. Samenlappen mit ihrem Stiele durch ein
Gelenk verbunden.
a. Hülse kugelig oder länglich-eiförmig, 1- bis 4-samig. Gat-
tung 426: Melilotus Tournefort, Steinklee.
8. Hülse linealisch, schwach bis ziemlich stark sichelförmig-
gebogen, vielsamig. Gattung 427: Trigonella L., Bocks-
horn.
2. Fruchtknoten aufwärts-gekrümmt. Samenlappen sitzend oder
ohne besonderes Gelenk in ihren Stiel übergehend. Schiffehen
an dem Grunde seiner Platte mit einem in den Flügel ein-
dringenden Höcker. Hülse schnecken-, sichel- oder nierenförmig;
1- bis vielsamig. Gattung 428: Medicago L., Schneckenklee.
II. Schiffehen in einen spitzen Schnabel vorgezogen.
a. Griffel gegen seine Spitze zu verdickt. Hülse 4-kantig, 4-fügelig,
zwischen den Samen mit Scheidewänden versehen. Gattung 429:
Tetragonolobus Scopoli, Spargelerbse.
Sn u Ze ee Fe Ze
Leguminosae. 137
b. Griffel gegen seine Spitze zu allmählich verschmälert. Hülse fast
oder ganz stielrund, nicht 4-flügelig, ohne Zwischenwände zwischen
den Samen, mit beim Aufspringen sich spiralig um ihre Längs-
achse drehenden Klappen. Gattung 430: Lotus Tournefort,
Hornklee.
Gattung 423: Trifolium Tournefort, Klee, Kopfklee.
Kelch fünfspaltig oder fünfzähnig. Blumenkrone bleibend, zusammen-
schrumpfend oder vertrocknend. Schiffehen stumpf. Staubblätter zwei-
brüderig, mehr oder weniger mit dem Grunde der Blumenkrone in eive
Röhre verwachsen, gegen die Spitze etwas verbreitert. Griffel kahl. Hülse
eiförmig, seltener länglich, aufgeblasen oder zusammengedrückt, nicht auf-
springend oder unregelmässig zerreissend, 1- bis 5samig. Wir unter-
scheiden zunächst nach Koch, 7 Stämme:
A. Blüten sitzend; in Köpfchen oder länglichen Ähren (letztere hier oft,
wie vielfach üblich, kurz als Köpfchen bezeichnet).
a. Kelch nach der Blüte nicht aufgeblasen.
a. Im Kelchschlunde findet sich eine schwielige Leiste oder ein Haar-
kranz. 1. Stamm: Lagopus.
ß. Kelchschlund ohne Leiste und ohne Haarkranz. Blüten in den
Köpfchen verschieden, teils fruchtbar, teils unfruchtbar. 2. Stamm:
Triehocephalum. (Hier könnte auch suffocatum gesucht werden;
dasselbe hat indes nur einerlei Blüten.)
b. Kelch nach der Blüte stark aufgeblasen.
a. Kelch netzaderig, dessen Oberlippe stark aufgeblasen und deren
Zähne vorgestreckt. 3. Stamm: Fragifera.
ß. Kelch 24-nervig. Kelchröhre gleichmässig aufgeblasen, deren
Zähne gleich. 4. Stamm: Vesicastrum.
B. Blüten kürzer oder länger gestielt, in Dolden; Kelchschlund inwendig
nackt. Blumenkrone zuletzt trockenhäutig-rauschend.
a. Unterster Kelchzahn länger als die übrigen, einander ungefähr
gleichen. 5. Stamm: Lupinaster.
b. Kelchzähne alle einander gleich, oder die beiden oberen länger.
6. Stamm: Trifoliastrum. |
c. Die beiden oberen Kelchzähne merklich kürzer als die übrigen, ein-
ander ungefähr gleichen. 7. Stamm: Chronosemium.
1. Stamm: Lagopus.
A. Kelch auswendig, wenigstens zur Fruchtzeit, kahl.
I. Blütenähren länglich-walzenförmig, einzeln oder gepaart; mit Hüll-
blättern an ihrem Grunde. — Blättchen länglich oder länglich-lanzett-
138 Leguminosae.
lich, dornig-gesägt, wie der Stengel kahl. Kelch 20-nervig. Blumen-
krone purpurn, selten blassrot oder weisslich. Blütezeit Juni, Juli.
30 bis 60 cm hoch. #4. In Laubwäldern, namentlich wärmerer Kalk-
gebirge, im Nordwesten fehlend. Trifolium rubens L., Roter Berg-
klee, Fuchsklee.
II. Blütenähren kugelig, bis zuletzt eirund.
A. Kelch 10-nervig.
1. Kelehzähne schmal-lineal, zur Fruchtzeit aufrecht. Blättchen
lanzettlich, sehr fein gezähnelt. — Köpfchen einzeln, ohne Hülle.
Blumen glänzend-purpurn. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis
30 cm. %. In trockenen Wiesen, Gebüschen, Laubwäldern;
verbreitet. T. medium L., Mittlerer, Grüner Klee.
2. Kelchzähne lanzettlich, fast dreinervig. Blättchen der unteren
Blätter länglich-keilig, ausgerandet, der oberen Blätter breit-
lanzettlich oder lanzettlich-keilig.. — Köpfchen einzeln; zuletzt
über das oberste Blattpaar hinausragend. Blumenkrone blass-
rötlich oder weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 20 cm. ©.
Istrien. T. maritimum Hudson, Strandklee.
B. Kelch 20-nervig. — Köpfchen einzeln, mit dem Stil über die
obersten Blätter hinaustretend. Blättehen umgekehrt-eiförmig bis
umgekehrt-herzförmig, schwach-gezähnelt. Blumenkrone rötlich. .
Blütezeit Mai, Jun. Höhe 15 bis 20 cm. ©. Im österreichi-
schen Küstengebiete. T. lappaceum L., Klettenklee.
B. Kelchröhre auswendig behaart.
I. Kelch höchstens halb so lang wie die Blumenkrone.
A. Nebenblätter scheidig-verbunden; deren freier Teil dreieckig-
eiförmig, allmählich zugespitzt. — Blättchen länglich oder länglich-
lanzettlich, ganzrandig. Blütenkopf einzeln, endständig, fast kugelig,
weissblumig, an seinem Grunde durch das unterste Blatt gestützt.
Blütezeit Juli. Höhe etwa 30 cm. %. Auf den Alpen Steier-
marks, Kärntens, Krains, Südtirols; selten. T. noricum Wulfen,
Norischer Klee.
B. Der freie Teil der Nebenblätter ist eiförmig und plötzlich fast
grannenartig zugespitzt, oder aber lanzettlich bis pfriemlich.
1. Der freie Teil der Nebenblätter ist eiförmig und plötzlich fast
grannenartig zugespitzt. Kelchzähne fädlich, gewimpert.
a. Kelchzähne die Kronenröhre nicht überragend. Köpfchen
meist gepaart, kugelig, von den obersten Blättern behüllt.
Stengel und Blätter anliegend-faumig. — Blättchen eiförmig
oder elliptisch, fast ganzrandig. Flügel kürzer wie das
Leguminosae. 139
Schiffehen. Blumenkrone purpurn, selten weiss. Blütezeit
Juni bis Herbst. Mit Honigduft; Klappvorrichtung. Höhe
15 bis 30 cm. %. Auf Wiesen und Grasplätzen und im
grossen gebaut. Trifolium pratense L., Wiesenklee,
Rotklee.*)
Besondere Formen sind:
var. nivale Koch, Alpen-Wiesenklee (T. nivale Sieber);
niedriger; Köpfchen dicker; Blumenkrone weiss oder gelblich-
weiss, selten ins Rötliche spielend. Auf den höchsten Alpen.
var. expansum Reichenbach, Ausgebreiteter Wiesen-
klee; nach allen Seiten hin ausgebreitete Stengel; Köpfchen
stets einzeln; Flügel so lang wie das Schiffchen.
var. pedicellatum Knaf, Stielblütiger Wiesenklee,
Blütchen länger gestielt, blass-rosenrot.
. Die vier oberen Kelchzähne sind anderthalbmal so lang wie
die Kronenröhre. Köpfchen einzeln, von dem obersten Blatt-
paar behüllt. Stengel und Blätter abstehend-zottig. —
Blättchen umgekehrt-eiförmig, klein-gesägt. Blumenkrone
gelblich-weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm. ©.
Auf Wiesen ım Gebiet des Adriatischen Meeres; selten.
T. pallidum Waldstein-Kitaibel, Bleicher Klee.
2. Der freie Teil der Nebenblätter ist lanzettlich bis pfriemlich-
a. Kelch 20-nervig. Blumenkrone rot. — Blättchen länglich-
lanzettlich, ziemlich spitz, sehr fein gezähnelt. Köpfchen
eirund, kugelig, an ihrem Grunde behüllt, meist paarweise.
Blütezeit Juni, August. Blumenröhre 14 mm lang, dem
Besuch von Faltern angepasst. Höhe 15 bis 30 cm. 2%. In
trockenen Wäldern, namentlich der Gebirge; nicht selten.
T. alpestre L. (Alpenklee), Waldklee.
. Kelch 10-nervig. Blumenkrone weiss oder gelblich-weiss.
a. Kelchschlund durch einen schwieligen Ring verengt.
a. Köpfchen kugelig, meistens behüllt.. Blumenkrone
gelblich-weiss. — Blättchen länglich-elliptisch, behaart,
unterste ausgerandet, die übrigen ganzrandig. Blüte-
zeit Juni, Jul. Höhe 36 cm. #. In Waldwiesen
und Gebüschen; im mittleren und südlichen Teile des
*, Tafel 357. Trifolium pratense L. A blühende Pflanze. 1 und 2 Blüten;
3 Blüte nach Entfernung des Stempels halbiert; 4 Staubblatt; 5 Stempel; 6 Frucht-
kelch; 7 Hülse; 8 Same. 1 bis 8 vergrössert.
140
Leguminosae.
Gebietes zerstreut, im nördlichen sehr selten. Trifolium
ochroleucum L., Blassgelber Klee.
b. Köpfchen eirund-länglich, langgestielt. Blumenkrone
weiss. — Blättchen länglich-lanzettlich, behaart, unterste
ausgerandet. Blütezeit Juli, August. Höhe etwa 30 cm.
2. Krain. T. pannonicum Jacquin, Ungarischer
Klee.
£. Kelchschlund mit vorspringendem, behaartem Ring. —
Blättehen umgekehrt -eiförmig bis länglich, schwach-
gezähnelt. Köpfchen zuletzt länglich, oft behüllt. Blumen-
krone weiss-gelblich. Blütezeit Juni, Juli. Im Gebiete
des Adriatischen Meeres; selten. T. alexandrinum L.,
Ägyptischer Klee.
II. Kelch länger als die halbe Blumenkrone.
A. Köpfehen von dem obersten Blatte oder Blattpaare behüllt.
1. Kelch 20-nervig, rauhhaarig, die Krone überragend. — Blättchen
umgekehrt-herzförmig, vorne schwach-kleingesägt. Köpfchen
kugelig. Blüten weisslich. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 8 bis
15cm. ®. Istrien. T. Cherleri L., Cherleris Klee.
2. Kelch 10-nervig.
a.
Fruchtkelch bauchig aufgebläht, mit lanzettlich-pfriemlichen,
gerade abstehenden Zähnen. — Untere Blätter ziemlich
langgestielt, mit umgekehrt-herz-eiförmigen Blättchen; obere
sehr kurzgestielt, mit länglich-keiligen Blättchen; alle Blätt-
chen mit geraden Seitennerven und vorne klein - gesägt.
Köpfchen eiförmig, zuletzt fast walzenförmig. Blumenkrone
rosenrot. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 8 bis 20 cm. ©
(auch ®?). Auf trockenen, sonnigen Hügeln und Triften;
zerstreut. T. striatum L., Gestreifter Klee.
. Fruchtkeleh walzenförmig, nicht bauchig erweitert. — Blätt-
chen umgekehrt-herz-eiförmig oder länglich-keilig, mit am
Rande verdickten, bogigen Seitennerven, klein-gesägt. Köpf-
chen eiförmig. Kelch länger als die weisse oder blassrote
Krone. Zähne des Fruchtkelches lanzettlich, starr, zurück-
gekrümmt. Blütezeit Mai bis Juli. Höhe 3 bis 15 cm. ©.
Auf trockenen, steinigen Triften; sehr selten. T. seabrum L.,
Rauher Klee.
B. Köpfchen länger gestielt, daher von den obersten Blättern entfernt
und nıcht hüllenartig gestützt.
Leguminosae. 141
1. Blättchen umgekehrt-herzförmig oder (wenigstens die unteren)
umgekehrt-eiförmig.
a. Fruchtkelch am Schlunde offen, haarig, mit abstehenden,
meist dreinervigen Zähnen. Kelchzähne kürzer als die Krone,
lanzettlich-pfriemlich, sehr spitz. — Blättchen umgekehrt-
eiförmig, gestutzt, nebst dem Stengel zottig. Ährchen einzeln,
endständig, eiförmig, zuletzt walzenförmig. Blumenkrone
blutrot-purpurn. Blütezeit Juni, Juli. Klappvorrichtung.
Aus Südeuropa, wild noch in Südtirol; angebaut und zu-
weilen verwildert. Trifolium incarnatum L., Inkarnatklee.
b. Fruchtkelech am Schlunde geschlossen. Kelchzähne so lang
oder länger wie die Krone.
a. Fruchtkelch am Schlunde von Haaren geschlossen. Kelch-
zähne so lang wie die Krone, aufrecht, pfriemlich. Blätt-
chen der unteren Blätter umgekehrt-eiförmig, der oberen
länglich-keilig, alle fast aderlos, tief ausgerandet, stumpf-
gezähnelt. Köpfchen rundlich, einzelstehend. Blumen-
krone weisslich. Blütezeit Juli, August. Höhe 8 bis
15 cm. # Auf den höchsten Alpen, in der Nähe der
Gletscher. T. saxatile Allioni, Felsenklee.
8. Fruchtkelch am Schlunde durch einen schwieligen Ring
und filzige Haare geschlossen. Kelchzähne länger wie
die Krone, zur Fruchtzeit sternförmig ausgebreitet. —
Blättchen umgekehrt-herzförmig, vorne gezähnelt. Köpf-
chen einzeln, kugelig, zuletzt eirund. Blumenkrone weiss-
lich. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 20 bis 25 cm. ©.
Im österreichischen Küstengebiete.. T. stellatum L.,
Sternklee.
2. Blättchen linealisch oder lineal-länglich bis länglıch.
a. Blättchen lineal-länglich. Ährchen eiförmig, zuletzt walzlich,
sehr zottig. Kelch weichzottig, seine Zähne pfriemlich-
borstenförmig, länger als die Blumenkrone, etwas abstehend.
— DBilumenkrone weisslich oder rosa. Blütezeit Juli bis
September. Höhe 8 bis 30 cm. ©. Auf Äckern und Sand-
feldern; gemein. T. arvense L., Ackerklee, Katzenklee.*)
Bei der Abart mierocephalum Uechtritz, Klein-
köpfiger Ackerklee sind die Kelchzähne schwarzviolett, ist
*) Tafel 358 A. Trifolium arvense L. A Teil der blühenden Pflanze.
A 1 Blüte vergrössert.
142 Leguminosae.
die Blumenkrone erst rein weiss, später tiefrosa. In Schlesien;
selten.
b. Blättchen der oberen Blätter linealisch. Ährchen länglich-
kegelförmig. Kelch borstig-rauhhaarig, der untere Zahn
länger als die Krone, die übrigen etwas kürzer. — Blumen-
krone blassrot. Blütezeit Juni, Jul. Höhe 20 bis 30 em.
®. Im österreichischen Küstengebiete Trifolium angusti-
folium L., Schmalblätteriger Klee.
2. Stamm: Triehocephalum.
Dem Weissklee ähnliche Pflanze. Blättchen umgekehrt - herzförmig.
Köpfchen end- und seitenständig, gestielt, hüllenlos. In jedem Köpfchen
finden sich 3 bis 5 sehr kurzgestielte, während des Blühens aufrechte, nach
dem Verblühen zurückgeschlagene, fruchtbare Blüten. Die unfruchtbaren,
in demselben Köpfchen später heranwachsenden Blüten sind kugelig zu-
sammengehäuft und bedecken die fruchtbaren Blüten. Kelch auch im
Schlunde kahl, offen, mit fünf fädlichen, rauhhaarıgen, einander gleichen
- Zähnen; letztere sınd kürzer als die Krone. Blumenkrone weisslich. Blüte-
zeit April, Mai. Durch Drehung des gemeinsamen Blütenstiels sollen die
reifen Hülsen in die Erde gebohrt werden. An der Küste des Adriatischen
Meeres; selten. T. subterraneum L., Erdklee.
3. Stamm: Fragifera.
A. Köpfchen von einer vielteiligen Hülle von der Länge des Kelches um-
geben, ausdauernd. — Stengel kriechend, ästig, fast kahl. — Blättchen
elliptisch oder breit-umgekehrt-eiförmig. Nebenblätter lanzettlich-pfriem-
lich. Köpfchen langgestielt, kugelig. Kelchschlund innen kahl. Frucht-
kelch häutig, netzaderig, behaart; dessen Oberlippe aufgeblasen, deren
beiden Zähne gerade vorgestreckt. Blumenkrone fleischfarben. Blütezeit
Juni bis September. Stengel 8 bis 15 cm lang. An Flussufern, auf
feuchten, namentlich salzhaltigen Wiesen; zerstreut. T. fragiferum L.,
Erdbeer-Klee.
B. Köpfchen mit einer 10- bis 12lappigen, sehr kurzen Hülle. Einjährig.
1. Köpfchenstiel etwa so lang wie der des Blattes, in dessen Achsel er
entspringt. Die beiden oberen Kelchzähne länger als das Kelchrohr
doppelt so lang wie die unteren. — Der vorigen sehr ähnlich, nament-
lich auch bezüglich der Bildung des Fruchtkelches. Blättchen eiförmig
oder umgekehrt-eiförmig, feingesägt. Blume klein, purpurm, um-
gewendet, d. h. die Fahne nach unten. Blütezeit Juni, Juli. Höhe
Leguminosae. 143
15 bis 20 cm. ©. Im Gebiete des Adriatischen Meeres; selten.
Trifolium resupinatum L. (T. bicorne Forskal), Umgewendeter Klee.
2. Köpfchenstiel kürzer wıe der des Blattes, in dessen Achsel er ent-
springt. Kelchzähne sehr kurz, fast ganz von Filz verdeckt. — Der
vorigen sehr ähnlich, doch in allem kleiner und nur wenig Centimeter
hoch. Blumenkrone rot. Blütezeit Mai, Juni. Südspitze Istriens und
benachbarte Inseln. Trifolium tomentosum L., Filziger Klee.
4. Stamm: Vesicastrum.
Blättchen umgekehrt-eiförmig oder länglich, geschärft-gesägt, mit etwas
verdiekten Adern. Ährchen oval, ohne Hülle. Kelchschlund inwendig nackt.
Kelch 24-nervig; dessen Röhre nach dem Verblühen gleichmässig bauchig-
aufgeblasen, zwischen den beiden oberen Zähnen gespalten. Kelchzähne
einander gleich. Kelch mit einem Deckblättchen, von der Länge der Kelch-
röhre. Blumenkrone weiss, nach dem Verblühen trockenhäutig, braun.
Blütezeit August. ©. In der Nähe des Strandes des Adriatischen Meeres (?).
T. multistriatum Koch, Vielstreifiger Klee.
9. Stamm: Lupinaster.
1. Blätter dreizählig. Doldenstiele lang, grundständig, hüllenlos. —
Vielköpfig, stengellos.. Blättchen lanzettlich, an beiden Enden ziem-
lich spitz, schwach-kleingesägt, kahl. Blüten kurzgestielt, eine lockere
Dolde bildend, nach dem Verblühen herabgeschlagen, bis 2 cm gross,
rot, sehr selten gelblichweiss. Blütezeit Juni. Höhe 5 bis 10 cm. 2.
Auf hochgelegenen Alpenwiesen. T. alpinum Alpenklee.
2. Blätter fünfzählig, ohne gemeinsamen Stiel. Dolden kopfförmig, am
Stengel end- und achselständig, kurz, einseitig. — Stengel aufrecht.
Blättehen kurz-gestielt, lineal-lanzettlich, dicht- und scharf-gesägt,
stachelspitzig. Kelchzähne fast gleichlang. Blume rot oder gelblich-
weiss, grösser als bei allen übrigen Arten. Blütezeit Juni. Hülse
ein- bis sechssamig. Höhe 30 cm. Auf trockenen, sonnigen Wald-
plätzen in Ost- und Westpreussen. %. T. Lupinaster L., Lupinen-
blätteriger Klee. |
6. Stamm: Trifoliastrum.
A. Blüten sitzend. — Stengel sehr kurz, niederliegend. Blätter langgestielt.
Blättehen umgekehrt-herzförmig. Köpfchen achselständig, daher dem
Boden angedrückt. Kelch doppelt so lang wie die kleine, weisse Krone.
Blütezeit April, Mai. ©. An sonnigen Abhängen Südistriens. T. suffo-
catum L., Erstickter Klee, Hexenklee.
144 Leguminosae.
B. Blüten gestielt, wenn auch kurz gestielt.
I. Kelch etwas zottig oder haarig.
a. Fruchtkelch an seiner Unterseite bis zum Grunde gespalten. Ein-
jährige Pflanze. Stengel meist ausgebreitet-ästig. — Blättchen
umgekehrt-eiförmig. Nebenblätter häutig, eiförmig, haarspitzig,
Dolden kugelig, ziemlich lang gestielt, ohne Hülle. Kelch etwas
länger als die Blumenkrone, gestreift. Blumenkrone weiss. Blüte-
zeit Mai, Juni. Höhe 3 bis 10 cm. An sonnigen, berasten Ab-
hängen, auf Triften; im mittleren Teile des Gebietes; selten. Tri-
folium parviflorum Ehrhart, Kleinblütiger Klee.
b. Fruchtkelch an seiner Unterseite nicht bis zum Grunde gespalten.
Ausdauernde Pflanze. Stengel fast aufrecht. — Blättchen länglich-
lanzettlich, unterseits behaart. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai
bis Juli. Höhe 15 bis 40 cm. Auf trockenen Wiesen in Berg-
wäldern; durch das ganze Gebiet und vielerorts häufig. T. mon-
tanum L., Bergklee.
II. Kelch kahl.
a. Blüten- und Fruchtstielchen kürzer als die Kelchröhre.
1. Dolden sitzend, kopfförmig, end- und seitenständig. — Kahl.
Blättchen umgekehrt-eiförmig, scharf-gezähnelt. Blumenkrone
purpurn. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 25 cm. ©. An
grasigen, sonnigen Orten im Gebiet des Adriatischen Meeres.
T. glomeratum L., Knäuelblätteriger Klee.
2. Dolden gestielt.
a. Nebenblätter an ihrem Grunde weit trichterförmig verwachsen,
deren freiere Teile sehr breit-eiförmig, drüsig-ausgebissen-
gezähnelt. — Stengel aufrecht. Blättchen der unteren Blätter
umgekehrt-eiförmig-länglich, stumpf; der oberen Blätter lanzett-
lich-spitz; alle scharf-drüsig-gezähnt. Dolden kopfförmig,
eirund oder fast kugelig, an ihrem Grunde mit einem kurzen
Hüllchen. Blumenkrone purpurn. Blütezeit Mai, Juni. Höhe
15 bis 20 cm. Auf feuchten Triften Istriens. T. strietum
Waldstein-Kitaibel, Steifer Klee.
ß. Nebenblätter an ihrem Grunde breit, am Ende lanzettlich,
zugespitzt. — Stengel kurz, rasig, aufstrebend. Blättchen
umgekehrt-eiförmig, klein-gesägt. Dolde kopfförmig, rundlich.
Blumenkrone weiss, später rötlich. _ Blütezeit Juli, August.
Höhe 15 bis 25 cm. Auf steinigen Alpenwiesen. (T. caespi-
tosum Regnier) T. Thalii Villars, Thals Klee.
DE ee a u cn Du nn a
Leguminosae. 145
b. Fruchtstielchen der inneren Blüten der Dolden so lang oder länger
als die Kelchröhre,
1. Fruchtstielehen der inneren Blüten so lang wie die Kelchröhre,
«. Stengel niederliegend, wurzelnd. Nebenblätter breit-lanzettlich,
plötzlich in eine Granne zugespitzt, trockenhäutig. — Blätt-
chen keilig-umgekehrt-herz-eiförmig. Dolden langgestielt,
kopfförmig, kugelig. Blütenstielehen nach dem Blühen herab-
gebogen. Kelch kahl, halb so lang wie die Krone. Blumen-
krone weiss oder rötlich-weiss. Blütezeit Mai bis Herbst.
Wohlriechend, Klappvorrichtung. Stengel 25 bis 50 cm lang.
4. Auf Wiesen, Triften, an Wegen gemein; auch im grossen
angebaut. Trifolium repens L., Weissklee, Lämmerklee.*)
ß. Stengel aufstrebend oder niederliegend, aber nicht wurzelnd.
a. Vielköpfig. Stengel rasig, liegend und aufstrebend. Krone
dreimal so lang als der Kelch. — Der vorigen sehr ähn-
lich. Blumenkrone gelblich-weiss. Blütezeit Juli, September.
Höhe 10 bis 20 cm. 9. Auf den Granitalpen; selten.
T. pallescens Schreber, Bleichwerdender Klee.
Die Abart albiflorum Koch (T. glareosum Schleicher),
Weissblühender Klee in Tirol hat rein weisse Blüten.
b. Stengel ästig, aufstrebend. Krone doppelt so lang wie der
Kelch. — Blättchen umgekehrt-eiförmig, vom Grunde bis
zur Mitte ganzrandig, vorne klein-gesägt. Dolden kopf-
artig, rundlich. Blüte nach dem Verblühen herabgebogen.
Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis
20 cm. ©. Auf Wiesen in Istrien. T. nigrescens
Vivıani, Istrischer Klee.
2. Fruchtstielchen weit länger als die Kelchröhre.
a. Stengel aufsteigend, ganz kahl, hohl, weich. — Blättchen
umgekehrt-eiförmig oder elliptisch. Nebenblätter länglich-
lanzettlich. Dolde rundlich, gedrungen, auf langen Stielen.
Blumenkrone erst weiss, dann rosenrot, sodass die Dolde
beim Aufblühen der inneren Blüten innen weiss, aussen rosen-
rot erscheint. Blütezeit Mai bis Oktober. Höhe 30 bis
50cm. 2. Auf feuchten Wiesen, vielfach häufig; mitunter
auch im grossen angebaut. T. hybridum L., Bastard-Klee.
*) Tafel 359. Trifolium repens L, A Teil der blühenden Pflanze. 1 Blatt;
2 und 3 Blüten; 4 Kelch; 5 Fruchtdolde; 6 einzelne Hülse; 7 Same durchschnitten.
2 bis 4, 6, und 7 vergrössert.
Thomd, Flora. III. Bd. II. Aufl, 10
146 Leguminosae,
ß. Stengel in einen Kreis niedergestreckt, oberwärts weichhaarig,
nicht hohl, hart, — Blättchen umgekehrt-eiförmig, geschärft-
klein-gesägt. Dolde rundlich gedrungen. Blumenkrone röt-
lich. Stengel bis 50 cm lang. #. Auf trockenen Triften
und Höhen, namentlich auf Kalkboden; zerstreut. (T. hybri-
dum var. minor Willkomm.) Trifolium elegans Savi,
Zierlicher Klee.
7. Sramm: Chronosemium.
A. Fahne fast glatt, nicht gefurcht, zusammengefaltet, kaum länger wie die
Hülse.
1. Nebenblätter eiförmig. Dolden 10- bis 20 blütig. — Stengel aus-
gebreitet. Blättchen keilförmig. Blumenkrone blassgelb. Blütezeit
Mai bis September. Stengel 10 bis 30 cm lang. ©. Auf Wiesen
und Triften, namentlich auf Sand; gemein. (T. filiforme Autorum,
nicht L) T. minus Smith, Kleiner Klee.
2. Nebenblätter länglich, an ihrem Grunde nicht breiter. — Blättchen
umgekehrt-eiförmig, gezähnelt. Döldchen zwei- bis sechsblütig, seiten-
ständig. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 3 bis 8 cm.
© (?). Im österreichischen Küstengebiete. T. mieranthum Viviani,
Kleinblütiger Klee.
B. Fahne gefurcht, doppelt so lang wie die Hülse.
a. Fahne an ihrem Grunde zusammengedrückt, an ihrer Spitze löffel-
förmig.
1. Hülse viermal so lang wie der Griffel. — Stengel aufrecht oder
niederliegend. Blättchen umgekehrt-eiförmig, das mittlere länger
gestielt. Nebenblätter eiförmig. Dolden kopfförmig, seiten-
ständig, bis 40 blütig. Blüten zuletzt herabgebogen. Blumenkrone
gelb. Blütezeit Juni bis September. Höhe 15 bis 20 cm. ©.
Auf Wiesen, Äckern, an Triften, auf Wegen; gemein. (T. agra-
rıum Schreber.) T. procumbens L., Liegender Klee.*)
Ändert ab: mit kleineren, schwefelgelben, und mit grösseren
dunkelgelben Köpfen T. eampestre Schreber, Feld-Klee;
T. filiforme De Candolle (T. procumbens Schreber; var. minus
Koch), Fadenförmiger Klee, hat niederliegende bis 30 em
lange, T. nanum Willkomm, Kleiner Klee, 5 bis 8 cm
hohe, aufrechte Stengel.
2. Hülse so lang wie der Griffel.
*) Tafel 358B. Trifolium procumbensL. (T. campestre.) B ganze Pflanze.
Leguminosae. 147
a. Nebenblätter länglich-lanzettlicb, am Grunde nicht breiter. —
Stengel einfach, aufrecht. Blättchen länglich-lanzettlich, alle
sitzend. Dolde kopfförmig, eirund, achselständig. Blumenkrone
goldgelb. Blütezeit Juni, Jul. Höhe 40 cm. ©. In trockenen
Wäldern und Wiesen, namentlich der Gebirgsgegenden; stellen-
weise. (T. aureum Pollich.) Trifolium agrarium L., Gold-
Klee.
8. Nebenblätter herzförmig. — Dem Liegenden Klee sehr ähnlich.
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni bis August. Höhe 5 bis
8 cm. ©. Auf Wiesen im südlichen Krain, Steiermark, Tirol,
bei Triest. T. patens Schreber, Triftenklee.
b. Fahne vom Grunde an eiförmig-gewölbt. Flügel gerade-vorgestreckt.
1. Dolde endständig, zuletzt walzlich. Nebenblätter länglich-lanzett-
lich. — Stengel aufrecht. Blättchen umgekehrt-herzförmig bis
länglich-lanzettlich. Blütenstielchen nach der Blüte herabgebogen.
Blumenkrone anfangs goldgelb, bald dunkelkastanienbraun werdend.
Blütezeit Juli, August. Höhe 25 bis 40 cm. ©. Auf sumpfigen
Waldwiesen; im mittleren und südlichen Teile des Gebietes, nament-
lich im Gebirge, verbreitet; im nördlichen zerstreut und selten.
T. spadiceum L., Brauner Klee, Hopfenklee.
2. Dolde endständig, kugelis; untere Blütenstielehen herabhängend.
Obere Nebenblätter fast eiförmig. — Stengel aufsteigend. Blättchen
länglich, am Ende abgerundet oder ausgerandet, nach dem Grunde
keilig. Blumenkrone erst goldgelb, dann lederbraun. Blütezeit
Juli, August. Höhe 10 bis 15 cm. %#. Auf feuchten Triften der
Kalkalpen, verbreitet. T. badium Schreber, Lederbrauner Klee.
Gattung 424: Dorycnium Tournefort, Backenklee. (XVII, 3.)
Kräuter oder Halbsträucher mit dreizähligen Blättern und mit Neben-
blättern, welche den Blättchen gleichgestaltet sind, so dass die Blätter
scheinbar fünfzählig sind. Kelch fünfzähnig, fast zweilippig. Blumenkrone
abfällig. Schiffchen stumpf. Flügel an der Spitze zusammenhängend und
wie Backen aufgeblasen. Staubblätter nicht mit der Blumenkrone verwachsen,
abwechselnd gegen die Spitze verbreitert. Griffel kahl. Hülse kugelig, ein-
bis zweisamig.
1. Halbstrauch mit lineal-keilförmigen, graugrünen, wie der Stengel an-
liegend - seidenhaarigen Blättern. — Blüten in kugeligen Köpfchen,
meist zu 12 beisammen, klein, weiss oder die Fahne etwas rötlich,
das Schiffehen an der Spitze violettschwarz. Blütezeit Mai bis Juli.
10*
148 Leguminosae.
Höhe 30 bis 60 cm. %. Auf grasigen, felsigen Kalkabhängen in
Bergwäldern; in Südbayern, Tirol, Krain, Österreich. Doryenium
suffruticosum Villars, Halbstrauchiger Backenklee.
2. Krautpflanze; oberwärts, wie auch Blattstiele und Blattunterseiten ab-
stehend-behaart. Blättchen länglich-keilig. — Im übrigen der vorigen
gleich und auch als Abart derselben angesehen. Blütezeit Mai bis
Juli. Höhe 30 bis 60 em. #. Auf sonnigen Triften bei Wien, in
Südtirol, Tessin. D. herbaceum Villars, Krautiger Backenklee.
Gattung 425: Bonjeania Reichenbach, Bonjeania. (XVII, 3.)
Ausdauerndes, aufrechtes oder aufsteigendes Kraut mit gestielten, drei-
zähligen Blättern und den Teilblättchen gleichenden Nebenblättern, sodass
die Blätter scheinbar gefiedert sind. Ganze Pflanze zottig-filzig- behaart.
Blüten in kopfigen Dolden. Blumenkrone gross, rötlich, weiss; Schiffehen
an der Spitze violett-schwarz, kurzgeschnäbelt. Flügel an ihrer Spitze nicht
miteinander verwachsen. Hülsen kahl, etwas gedunsen; im Innern mit sehr
dünnen Scheidewänden. Blütezeit Mai, Juni. Auf unfruchtbaren Felsen in
Südtirol und dem Gebiete des Adriatischen Meeres. #. (Lotus hirsutus L.,
Doryenium hirsutum De Candolle) B. hirsuta Reichenbach, Rauh-
haarige Bonjeania.
Gattung 426: Melilotus Tournefort, Steinklee, Honigklee. (XVII, 3.)
Eigentümlich aromatisch riechende, bitter-scharfe Kräuter oder Stauden
mit gedreiten Blättern und mit Nebenblättern, welche am Grunde dem Blatt-
stiele angewachsen sind. Kelch fünfzähnig. Blumenkrone abfällig. Schiff-
chen stumpf, den Flügeln etwas anhaftend. Staubfäden gegen die Spitze
nicht verbreitert, auch nieht mit der Blumenkrone verwachsen. Griffel kahl.
Hülse gedunsen, nicht aufspringend, ein- bis viersamig.
A. Blumen gelb oder weiss, in lockeren, zuletzt verlängerten, gestielten
Trauben.
I. Hülse netzförmig-runzelig.
A. Hülse klein, fast kugelig. — Stengel aufrecht. Blättchen an den
unteren Blättern umgekehrt-eilänglich, an den oberen länglich-
keilig, alle etwas gestutzt, vorne gezähnt. Nebenblätter aus ge-
zähntem Grunde pfriemlich. Flügel kürzer als die Fahne, so lang
wie das Schiffehen. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 50 em. ©.
Auf Grasplätzen in Südtirol und im Gebiete des Adriatischen
Meeres, zuweilen auch mit Samen eingeführt. (Trifolium Meli-
lotus indica var. d. L.) M. parviflorus Desfontaines, Klein-
blütiger Steinklee.
Leguminosae. 149
B. Hülse eiförmig.
a. Hülse kurz-flaumhaarig, kurz -zugespitzt. — Stengel aufrecht.
Blättehen der unteren Blätter umgekehrt-eiförmig, der oberen
länglich-linealisch, alle etwas gestutzt, schwach-gesägt. Neben-
blätter pfriemlich-borstig, ganzrandig. Flügel und Schiffchen
so lang wie die Fahne, goldgelb. Blütezeit Juli bis September.
Klappvorrichtung. Höhe 100 bis 125 cm. ©. Das Kraut,
Herba Meliloti, ist offizinell. An Ufern und Gräben, auf
Wiesen, durch das ganze Gebiet verbreitet. (Trifolium Meli-
lotus officinalis var. ec. L.; M. macrorrhizon Persoon; M. offici-
nalis Willdenow.) Melilotus altissimus Thuillier, Sehr
hoher Steinklee.
b. Hülse kahl.
1. Nebenblätter an ihrem Grunde gezähnelt, am Ende pfriemlich.
Blumenkrone sehr klein. — Stengel meist aufsteigend. Blätt-
chen länglich oder länglich-lanzettlich, stumpf, geschärft-,
fast dornig-ungleich - gesägt. Flügel kürzer als die Fahne,
länger als das Schiffehen. Blütezeit Juli bis September.
Höhe 15 bis 50cm. ©. An salzhaltigen Orten; sehr zer-
streut. (Trifolium Kochianum Hayne; T. dentatum Wald-
stein-Kitaibel) M. dentatus Persoon, Gezähnter Stein-
klee.
. Nebenblätter an ihrem Grunde ganzrandig.
LD
a. Flügel so lang wie die Fahne, länger als das Schiffchen.
Blumenkrone hellgoldgelb. Reife Hülsen gelbbraun, mehr
quer- als netzrunzelig. — Stengel aufsteigend. Blättchen
gesägt, an den unteren Blättern umgekehrt-eiförmig, an
den oberen breit-lanzettlich. Blütezeit Juli bis September.
Hellgoldgelb, Klappvorrichtung. Höhe 30 bis 100 cm. ®.
Das Kraut, Herba Meliloti, ist offizinell. An Rainen,
Hecken, Wegen, auf Schutt verbreitet; indes nicht
überall. (M. arvensis Wallroth; M. Petitpierreanus Will-
denow.) M. offieinalis Desrousseaux ‚ Gebräuchlicher
Steinklee.*)
*) Tafel 360. Melilotus offieinalis Desrousseaux. A Teil der blühenden
Pflanze. 1 Blüte; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Kronenblätter; 4 Blüte ohne die Kronen-
blätter; 5 junge Hülse; 6 reife Hülse; 7 und 8 einsamige Hülsen im Längs- und Quer-
schnitt; 9 Same. 1 bis 9 vergrössert,
150 Leguminosae.
ß. Flügel kürzer als die Fahne, so lang wie das Schiffchen.
Blumenkrone weiss. Reife Hülsen lichtgelbbraun, netzig-
runzelig. — Stengel aufrecht. Blättehen gesägt, stumpf,
an den unteren Blättern umgekehrt-eiförmig, an den oberen
länglich-lanzettlich. Blütezeit Juli bis September. Klapp-
vorrichtung. Höhe 30 bis 125 cm. An Wegen, un-
bebauten Orten, durch das ganze Gebiet, ziemlich
verbreitet. (Trifolium Melilotus offieinalis var. b. L.;
M. vulgaris Willdenow; M. leucanthus Koch.) Melilotus
albus Desrousseaux, Weisser Steinklee, Riesen-
klee, Pferdeklee.
II. Hülsen mit parallellaufenden, bogigen Riefen, oder grubig-runzelig,
rundlich-kugelig.
1. Nebenblätter ganzrandig, aus breitem Grunde gebogen, pfriemlich.
Hülse kugelig, zugespitzt-geschnäbelt, grubig-runzelig. — Stengel
aufrecht oder aufsteigend, sehr ästig. Blättchen vorne gezähnelt,
länglich-umgekehrt-eiförmig, die oberen mehr keilförmig. Fahne,
Flügel und Schiffehen gleichlang. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 60
bis 125 em. ©. Aus Südeuropa stammend, mit Samen ein-
geschleppt, unsicher und zerstreut. M. graeilis De Candolle,
Schlanker Steinklee. |
. Nebenblätter am Grunde gezähnt, aus breitem Grunde lang zu-
gespitzt. Hülse rundlich, sehr stumpf, parallel-bogig-gerieft. —
Stengel aufrecht. Blättehen gestutzt, geschärft-gezähnt, an den
unteren Blättern umgekehrt-eiförmig, an den oberen länglich-keilig.
Fahne und Schiffehen einander gleichlang, länger als die Flügel.
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 20 cm. ©. Im Gebiete des
Adriatischen Meeres. M. sulecatus Desfontaines, Geriefter
Steinklee.
B. Blumen hellblau, aufrecht; Blüten und Hülsen zu kopfigen Trauben zu-
sammengedrängt. — Stengel aufrecht. Blättchen der untersten Blätter
rundlich-rautenförmig, der oberen eirund-länglich oder länglich-lanzett-
lich, alle fein- und scharf-gesägt. Nebenblätter eiförmig-pfriemlich, die
der unteren Blätter am Grunde stark verbreitert. Flügel kürzer als die
Fahne, aber länger als das Schiffehen. Hülse nur an der Bauchseite
aufspringend. Blütezeit Juni, Juli. Klappvorrichtung. Höhe 30 bis
60 cm. ©. Auf Wiesen in Krain, Istrien; sonst, namentlich in der
Schweiz, angebaut und verwildert. (T. Melilotus coerulea L.) M. coe-
ruleus Desrousseaux, Blauer Steinklee, Schabziegerklee, Motten-
kraut.
D
Lieguminosae. 151
Gattung 427: Trigonella L., Bockshorn. (XVII, 3.)
Einjährige, meist stark riechende Krautpflanzen mit dreizählig-gefiederten
Blättern und kleinen, dem Blattstiele angewachsenen Nebenblättern. Kelch
fünfspaltig oder fünfzähnig. Blumenkrone abfällig. Schiffehen sehr kurz
und stumpf. Staubfäden nicht mit der Blumenkrone verwachsen, auch nicht
gegen die Spitze verbreitert. Fruchtknoten nach dem Verblühen von der
Fahne entfernt. Griffel kahl. Hülse lineal, vier- bis vielsamig.
A. Blüten einzeln oder zu zweien, fast sitzend.
1. Hülse schwach gebogen, kahl. Blättchen länglich-keilig. — Stengel
aufrecht. Blumenkrone gelblich-weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe
30 bis 50 cm. ®. Ganze Pflanze nach Cumarin duftend; Samen,
Semina Foeni Graeei, offizinell. Hier und da (Baden, Thüringen,
namentlich Mähren) angebaut und verwildert. Trigonella foenum
graecum L., Griechisches Heu, Siebenzeiten.”)
. Hülse sichelförmig, flaumig. Blättehen umgekehrt-eiförmig. — Stengel
aufrecht. Blüten blassgelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 50 em.
®. Auf den Istrischen Inseln. T. gladiata Steven, Schwert-
früchtiges Bockshorn.
B. Blüten zu mehreren in Dolden oder Trauben.
1. Blüten fast sitzend, in blattwinkelständigen Dolden. Hülsen flaumig.
— Stengel am Boden ausgebreitet. Blättchen eirund-rautenförmig,
oft fast kreisrund, vorn spitz-gezähnelt. Blüten klein, hellgelb.
Blütezeit Juni, Juli. Länge 8 bis 80 cm. ©. An sonnigen Orten,
namentlich auf Kulturland; in Böhmen, Mähren, Österreich, Tirol,
Istrien, der Schweiz, selten. T. monspeliaca L., Französisches
Bockshorn, Bocksklee von Montpellier.
. Blüten in langgestielten Trauben. Hülsen kahl. — Stengel aufrecht.
Blättehen umgekehrt-eilänglich, stachelspitzig-gezähnt. Blumenkrone
ziemlich gross, gelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 20 cm. ©.
Bei Fiume. T. eornieulata L., Hornklee.
DD
D
Gattung 428: Medicago L., Schneokenklee. (XVII, 3.)
Zum sicheren Bestimmen hat man Blüten und Früchte nötig.
Kräuter und Stauden mit dreizähligen Blättern. Kelch fünfzähnig oder
fünfspaltig. Blumenkrone abfällig. Schiffchen stumpf; an seinem Grunde,
oberhalb des Nagels, mit einem in die Flügel eindringenden Höcker. Staub-
*) Tafel 361. Trigonella foenum graecum L. A blühende Pflanze.
1 Kelch; 2 Schiffchen; 3 reife Früchte; 4 Same; 5 derselbe im Längsschnitt. 1, 2,
4, 5 vergrössert.
152 Leguminosae.
fäden nicht mit der Blumenkrone verwachsen, auch an ihrer Spitze nicht
verbreitert. Fruchtknoten nach dem Verblühen an die Fahne angedrückt,
Griffel kahl. Hülse verschieden gestaltet, am äusseren Rande oder nicht
aufspringend, ein- bis vielsamig.
A. Hülsen wehrlos, d. h. nicht mit Dormen oder Zähnen besetzt.
I. Hülsen nieren-, sichel- oder schneckenförmig; in letzterem Falle
höchstens mit drei Windungen.
4A. Hülsen nierenförmig, gedunsen, an ihrer Spitze eingerollt, im
Mittelpunkte geschlossen. — Stengel in der Regel ausgebreitet.
Blättehen umgekehrt - eiförmig - keilig, die der obersten Blätter
schmäler; mitunter schwach ausgerandet; im oberen Teile schwach
gezähnelt. Nebenblätter eiförmig, fast ganzrandig. Blütentrauben
reichblütig, ährig - kopfförmig. Blüten klein (1! bis 3 mm lang),
goldgelb. Hülsen kahl oder angedrückt-flaumig. Blütezeit April bis
Herbst. Mit Explosionsvorrichtung. Stengel 15 bis 60 cm lang.
© und ©, oft auch #. Auf Wiesen, Feldern, an Wegrändern,
durch das ganze Gebiet; selten auch als Futterkraut kultiviert.
Medicago lupulina L., Hopfenklee.”)
In Gestalt der Blättehen und Nebenblätter, der Blütenfarbe
und der Behaarung sehr veränderliche Pflanze. Bemerkenswerte .
Formen sind:
1. Nebenblätter breit-eiförmig, gezähnt: var. stipularis Wall-
roth, Nebenblätteriger Hopfenklee.
2. Hülsen drüsig-behaart. M. Willdenowii Bönninghausen,
Willdenows Hopfenklee.
Abweichende Formen sind:
3. Blütenstand doldig-traubig. var. corymbosa Seringe (M. co-
rymbifera Schmidt), Doldentraubiger Hopfenklee.
4. Blüten vergrünt; Hülsen sichelförmig. var. unguieulata
Seringe, Genagelter Hopfenklee.
B. Hülse sichelförmig oder schneckenförmig und dann in ihrer Mitte
ffen.
a. Blumenkrone stets gelb oder stets vergrünt.
1. Hülse schneckenförmig, mit 2 bis 3 Windungen.
a. Trauben reichblütig. Fruchtstiele aufrecht. Hülse ab-
stehend-drüsig-behaart, meist mit 2 Windungen. — Der
Luzerne nicht unähnlich. Blumenkrone gelb. Blütezeit
*) Tafel 363A. Medicago lupulina L A Blütenzweig. Al junge, A 2 reife
Frucht, vergrössert.
eu Be A en ED ne
Leguminosae. 153
Juni bis August. 4. Höhe 30 bis 75 cm. Im Gebiete
des Adriatischen Meeres. Medicago glomerata Balbis,
Knäuelblütiger Schneckenklee.
b. Trauben fünf- bis zehnblütig. Fruchtstiele zurückge-
schlagen. Hülsen etwas flaumig oder kahl. — Stengel
aufsteigend. Blättehen klein, umgekehrt-eiförmig-keilig,
am Ende ausgerandet, stachelspitzig; die der unteren
Blätter am Ende schwach-gezähnt, der oberen ganzrandig.
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni bis August. Höhe
15 bis 20 cm. #. In Mähren, Niederösterreich, Krain und
im Gebiete des Adriatischen Meeres. M. prostrata Jac-
quin, Niedergestreckter Schneckenklee.
2. Hülse sichel- oder kreisförmig.
a. Blüten vergrünt. Hülsen sichelförmig. Siehe oben
M. lupulina L. var. unguiculata Seringe, Genagelter
Hopfenklee.
b. Blüten rein-gelb. Hülse sichel- oder kreisförmig mit einer
Windung.
ac. Stengel niederliegend oder aufsteigend, angedrückt-
behaart; Blüten in reichblütigen, fast kopfigen Trauben.
— Blättchen ziemlich schmal; an den oberen Blättern
länglich-keilig; am oberen Ende gestutzt, gezähnt und
mit mittlerem Stachelspitzchen. Blütezeit Juni bis
September. Explosionsvorrichtung. Höhe 20 bis
50 em, in Hecken wuchernd selbst bis 2 m. # Auf
trockenen Grasplätzen und Abhängen, namentlich auf
Kalkboden. M. faleata L., Gelbe oder Schwedische
Luzerne, Sichelklee.
Eine Form mit verlängerten, liegenden Stengeln,
grösseren, mehr gezähnten Nebenblättern und grösseren
Blüten ist die mitunter angebaute (M. intermedia
Schultes) M. proeumbens Besser, Niederliegender
Schneckenklee, Sandluzerne. |
8ß. Stengel liegend, sehr ästig, kahl. Trauben zwei- bis
dreiblütig. — Blütezeit Mai, Juni. Stengellänge 5 bis
10 cm. ©. Insel Sylt; selten. M. ornithopodioides
Fries, Vogelfuss-Schneckenklee.
ß. Blüten stets oder doch zuletzt bläulich oder violett.
1. Blumenkrone stets heller oder dunkler bläulich oder violett.
Hülse mit 2 bis 3 Windungen; in der Mitte offen. — Stengel
154 Leguminosae.
aufrecht. Blättchen der unteren Blätter länglich-umgekehrt-
eiförmig, der oberen linealisch-keilig; alle am Ende gezähnt
und in der Mitte mit kleinen Stachelspitzchen. Blütentraube
reichblütig, länglich. Blüten 7 bis 11 mm lang, mit
Explosionsvorrichtung. Blütezeit Juni bis September. Höhe
30 bis 80 cm. %#. Aus Südeuropa, im grossen gebaut und
oft verwildert. Medicago sativa L., Luzerne.*)
2. Blumenkrone erst gelb, dann grün, zuletzt bläulich oder
violett. Hülse mit !/; bis 21/;, Windungen. — Blütezeit
Juni bis September. Höhe 30 bis 80 cm. #. An Wegen,
auf Grasplätzen; bisweilen auch gebaut. (M. varıa Martyn;
M. media Persoon.) M. faleato x sativa Reichenbach,
Sandluzerne, Bastardluzerne.
II. Hülsen mit 6 bis 8 Windungen, die in der Mitte, ohne eine Öffnung
zu lassen, aneinanderstossen. Blüten gelb, zu 1 bis 3 stehend. (Vergl.
noch marina und tuberculata.)
A. Stengel und Blattunterseite drüsig-behaart. Hülsen an der Stiel-
seite flach, nach oben gewölbt, schief-netzaderig.. — Stengel auf-
recht, fast einfach, 15 bis 20 em hoch. Blättchen der unteren
Blätter umgekehrt-eiförmig, die der oberen schmäler. Blumen-
krone gelb. Blütezeit Mai, Juni. ©. Im Küstengebiete des Adria-
tischen Meeres und im Elsass. M. seutellata Allıoni, Schild-
Schneckenklee.
B. Ganze Pflanze kahl. Hülsen linsenförmig-zusammengepresst, quer-
netzaderig.
1. Hülse beiderseits flach. — Blättehen umgekehrt - eiförmig.
Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. ©. Auf unbebauten
Orten ım Küstengebiete des Adriatischen Meeres. M. marginata
Allioni, Flügel-Schneckenklee.
. Hülse beiderseits gewölbt. — Blättchen der unteren Blätter
umgekehrt - herzförmig, die der oberen Blätter umgekehrt-
eiförmig. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 20 bis
30 cm. ©. Auf bebautem Boden und an Wegen in Südtirol,
im Küstengebiete des Adriatischen Meeres. M. orbicularis L.,
Kugelfrüchtiger Schneckenklee.
B. Hülsen mit Stacheln oder Zähnen besetzt.
I. Hülsen nierenförmig.
DEE y
*) Tafel 362. Medicago sativaL. A Blütenzweig. 1 Blütenknospe; 2 Blüte
3 Blütenlängsschnitt; 4 und 5 Flügel; 5 Staubblätter; 6 Fruchttraube; 7 einzelne
Hülse; 8 Same; 9 desgl. geöffnet. 1 bis 5 und 7 bis 9 vergrössert.
D
Leguminosae. 155
a. Blütenstiele meist zweiblütig. Hülse kahl, deren Aussenrand mit
kurzen, gezähnten Dormen besetzt, deren Innenrand fransig-aus-
geschnitten. — Blätter eirund-rhombisch, am Grunde ganzrandig,
nach vornezu gezähnt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August.
Höhe 15 bis 20 cm. ©. Istrien. Medicago radiata L., Strahl-
früchtiger Schneckenklee.
b. Blütenstiele meist vierblütig. Hülse langhaarig, blattartig-Hach-
gedrückt, am Aussenrande mit gespaltenen Zähnchen besetzt, am
Innenrande glatt. — Blättchen länglich-lanzettlich; Nebenblätter
den unteren Blättchen gleich, sodass das Blatt unpaar-gefiedert er-
scheint. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni, Jul. Höhe 5 bis
10 cm. ©. Auf der Südspitze Istriens. M. eireinata L., Kreis-
runder Schneckenklee.
II. Hülsen schneckenförmig gewunden.
a. Windungen der Hülse im Mittelpunkte offen, netzaderig, wollig-
filzig,; am Rande entfernt-dornentragend, zuweilen wehrlos. —
Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm. 2.
Am Strand des Adriatischen Meeres. M. marina L., Strand-
Schneckenklee.
b. Windungen der Hülse im Mittelpunkte geschlossen.
1. Hülse zu beiden Seiten des Kiels in der Jugend mit kurzen
Stacheln, bei der Reife mit zizenartigen Buckeln besetzt; mit-
unter wehrlos. — DBlumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni.
Höhe 20 bis 30 em. ©. Istrien. M. tubereulata Waldstein-
Kitaibel, Höcker-Schneckenklee.
2. Hülse dornig.
a. Stacheln der Hülse an ihrem Grunde fast stielrund, nicht ge-
furcht, auf den Rand der Windungen aufgesetzt; Windungen
der Hülse meist dicht aufeinanderliegend.
a. Blättchen an ihrem Grunde herzförmig. Fahne und Schiff-
chen gleichlang.
aa. Hülse an ihrer Spitze und an ihrem Grunde netz-
aderig, kahl; meist fünfmal gewunden, walzenförmig.
— Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe
10 bis 15 cm. ©. Am Ufer des Adriatischen Meeres.
M. littoralis Rohde, Ufer-Schneckenklee.
bb. Hülsen zuletzt fast aderlos, filzig-behaart; sechs bis
siebenmal gewunden, eirund-walzenförmig. — Blumen-
krone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm.
©. Aus Südeuropa, an der belgischen Grenze ver-
156
Leguminosae.
wildert. (M. Gerardi Waldstein-Kitaibel) Medicago
rigidula Desrousseaux, Steifer Schneckenklee.
b. Blättchen an ihrem Grunde abgerundet, nicht herzförmig.
Fahne doppelt so lang als das Schiffehen. — Hülsen mit
5 bis 6 dieken, in der Mitte des sehr stumpfen, dornen-
tragenden Randes bekielten Windungen, aderlos, filzig-
behaart. — Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. ©.
Im Küstengebiet des Adriatischen Meeres. M. tribuloides
Lamarck, Erdsternartiger Schneckenklee.
ß. Stacheln an ihrem Grunde zusammengedrückt, beiderseits
mit einer deutlichen Furche und so gleichsam zweischenkelig.
Windungen der Frucht meist locker aufeinanderliegend oder
abstehend.
a. Der hintere Schenkel der Fruchtdornen entspringt aus
dem Fruchtrande selbst.
aa. Blättchen meist mit einigen dunkeln Flecken. Hülse
rundlich, abgeplattet, deren Windungen aderig. Adern
unter einer dünnen Haut halb verborgen. Rücken-
naht gefurcht; ganzer Rand dreifach-gefurcht. — Von
Gliederhaaren etwas rauh. Blättchen breit-umgekehrt-
eiförmig, oberseits kahl. Nebenblätter tief-gezähnt.
Schiffehen länger als die Flügel. Blumenkrone gelb.
Blütezeit Mai, Juni. Stengel 20 bis 50 cm lang. ©.
Im Gebiet des Adriatischen Meeres; sonst hier und da
namentlich mit Wolle eingeschleppt und verwildert,
so in Rheinland und Westfalen. (M. polymorpha, var.
arabica L.; M. arabica Allioni) M. maculata Will-
denow, Gefleckter oder Arabischer Schnecken-
klee.*)
bb. Blättchen ohne dunkle Flecke. Hülse flach walzen-
förmig, deren Windungen ganz glatt oder wenigstens
nach dem Rande zu glatt; oberste Windung wehrlos,
die übrigen zweizeilig mit etwas gekrümmten Dornen
besetzt. — Blättchen dreieckig oder umgekehrt-eiförmig,
spitz gezähnelt, zottig-faumig. Blumenkrone gelb.
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 20 bis 30 cm. ©. Auf
den Istrischen Inseln. M. diseiformis De Candolle,
Scheibenfrüchtiger Schneckenklee.
*) Tafel 363 BB Medicago maculata Willdenow. B Blütenzweig.
Leguminosae, 157
b. Der hintere Schenkel der Dornen der Hülse entspringt
aus einer erhöhten, dem Fruchtrande parallelen und von
ihm entfernten Linie.
aa. Windungen der Hülse glatt oder mit einfachen, bogigen
Adern, nicht netzaderig.
aa. Blütenstiele vielblütig.. Hülse mit 2 Windungen,
schwach-grau-weichhaarig, kurz-walzenförmig. —
Blättehen fast herzförmig. Blumenkrone gelb.
Blütezeit Mai, Juni. ©. Medicago ceoronata
Lamarek, Kronfrüchtiger Schneckenklee.
Blumenstiele meist ein- bis zweiblütig. Hülse
mit 3 bis 5 Windungen.
bb.
aa. Nebenblätter ganzrandig oder nur am Grunde
PP.
gezähnelt. Kelchzähne so lang wie die Kelch-
röhre. — Blättchen umgekehrt-eirund-keil-
förmig oder die der unteren Blätter fast kreis-
förmig, beiderseits behaart. Hülsen mit 4 bis
5 spärlich und sehr fein geaderten Windungen;
Rand zu beiden Seiten der Rückennaht mit
breiter, tiefer Furche. Blütenstiele ein- bis
achtblütig. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai
bis Juni. Stengel 10 bis 30 cm lang. ©.
Auf trockenen, sandigen und kalkhaltigen Ab-
hängen und Triften; durch das ganze Gebiet,
doch stellenweise selten oder fehlend. (M.poly-
morpha var. minimaL.) M.minima Lamarck,
Kleinster Schneckenklee.
Nebenblätter gezähnt. Kelchzähne kürzer als
die Kelchröhre. — Blättchen umgekehrt-herz-
förmig-keilig. Blütentraube ein- bis zweiblütig.
Windungen der Hülse deutlich geadert.
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni, Juli. ©.
Mit Wolle vom Kap eingeführt und hier und da,
so in der Rheinprovinz, verwildert. (M. Schim-
periana Hochstetter.) M. Aschersoniana
Urban, Aschersons Schneckenklee.
bb. Windungen der Hülse netzaderig.
aa. Hülse mit 1'/, bis 3'/;, Windungen.
158
Leguminosae.
ac. Dormen der Hülse sehr kurz, ziemlich gerade. Stiele der
PP.
Blütenköpfehen kürzer als das Blatt. — Blättehen um-
gekehrt-ei-, fast herzförmig. Hülse 2 bis 3 mal ge-
wunden; Windungen am Rande klaffend, auf der Ober-
fläche quer-grubig-aderig. Blumenkrone gelb. Blütezeit
Mai, Juni. Höhe bis 30 em. ©. Sehr selten und nur
mit fremden Samen oder Wolle eingeführt und verwildert,
so in Schlesien, Rheinprovinz, Elsass, Hessen. Medicago
apieulata Willdenow, Spitzenfrüchtiger Schnecken-
klee.
Dornen der Hülse so lang oder länger als der halbe
Durchmesser der Windungen, an ihrer Spitze hakig.
Stiele der Blütenköpfehen meist länger als das Blatt. —
Blättchen umgekehrt ei-herzförmig, stumpf-gezähnelt.
Hülse 2 bis 3 mal gewunden, kahl; die Windungen am
Rande klaffend, auf der Oberfläche quer-grubig-aderig,
zweizeilig mit pfriemlichen, an der Spitze hakigen Dornen
besetzt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. Stengel
15 bis 60 cm lang. ©. Unter der Saat; Schweiz, Rhein-
gebiet, Thüringen, Hessen; selten. M. dentieulata Will-
denow, Gezähnter Schneckenklee.
bb. Hülse mit 4 bis 6 Windungen.
[0402
Dornen der Hülse so lang oder kaum länger als die Dicke
einer Windung, gerade, sehr stark spreizend. — Blätt-
chen umgekehrt-ei-, fast herzförmig. Blumenkrone gelb.
Blütezeit Juni, Jul. ©. An der belgischen Grenze,
durch spanische Wolle eingeschleppt. M. Terebellum
Willdenow, Spanischer Schneckenklee.
. Dornen länger als der halbe Durchmesser der Hülsen.
a. Nebenblätter fiederspaltig-eingeschnitten. Flügel länger
als der Kiel. — Blättchen umgekehrt-eiförmig. Blumen-
krone gelb. Blütezeit Mai bis August. ©. An der
belgischen Grenze, durch Wolle eingeschleppt. M. nigra
Willdenow, Schwarzer Schneckenklee.
b. Nebenblätter spitz-gezähnt. Flügel kürzer als der Kiel.
— Blättchen länglich oder umgekehrt-eiförmig, am
Ende gestutzt oder schwach ausgerandet. Hülsen er-
haben geadert. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai,
Juni. Höhe 20 bis 30 em. %. Auf schattigen,
trockenen Gebirgsabhängen in Krain, Untersteiermark,
Dun Zu
TEE eh
ne m ar
Leguminosae. 159
im Küstengebiet des Adriatischen Meeres. Medicago
carstiensis Jacquin, Karst-Schneckenklee.
Gattung 429: Tetragonobolus Scopoli, Spargelerbse, Spargelbohne, Schotenklee.
(XVII, 3)
Kräuter mit gedreiten Blättern. Kelch fünfspaltig. Blumenkrone ab-
fallend. Schiffehen geschnäbelt. Staubfäden nicht mit der Blumenkrone
verwachsen, gegen die Spitze abwechselnd verbreitert. Griffel kahl, an der
Spitze verdickt. Hülse vierkantig, Kanten geflügelt, vielsamig.
1. Flügel der Hülse wellig, so breit wie die Hülse. Blumenkrone pur-
purn. — Stengel meist aufrecht bis 50 em hoch. Blättchen ganz-
randig, länglich, kurz-zugespitzt. Blüten einzeln oder paarweise.
Blütezeit Juli, August. ©. Aus Südeuropa, an manchen Orten der
geniessbaren Hülsen bez. Samen halber angebaut. (Lotus Tetragono-
bolus L) T. purpureus Mönch, Rote, Essbare Spargelerbse.
2. Flügel der Hülse gerade, höchstens !/, so breit wie diese. Blumen-
krone gelb. — Stengel liegend oder aufsteigend. 10 bis 30 cm lang.
Blättehen umgekehrt-ei-keilförmig. Blüten einzeln, sehr selten paar-
weise; mit Nudelpumpeneinrichtung. Blütezeit Mai, Juni. #. Auf
feuchten Wiesen und Triften, an Gräben; durch das ganze Gebiet
zerstreut; mancherorts fehlend, in Österreich stellenweise gemein.
(Lotus siliguosus L) T. siliquosus Roth, Gemeine, Schoten-
tragende Spargelerbse.
Gatiung 430: Lotus Tournefort, Hornklee, Schotenklee. (XVII, 3.)
Kräuter mit gedreiten Blättern. Kelch fünfspaltig oder fünfzähnig.
Blumenkrone abfallend. Schiffehen in einen Schnabel zugespitzt. Staub-
fäden nicht mit der Blumenkrone verwachsen, abwechselnd gegen die Spitze
etwas verbreitert. Griffel kahl, an der Spitze verschmälert. Hülse stiel-
rund, vielsamig, mit beim Aufspringen sich spiralig um ihre Längsachse
drehenden Klappen.
A. Blüten einzeln oder paarweis. Blütenstiele doppelt so lang wie ihr
Stützblatt. Stengel abstehend-rauhhaarig.
1. Hülse länglich, gedunsen, gekrümmt. Kelchzähne lanzettlich, rauh-
haarig, dreimal so lang wie die glockige Röhre. — Blumenkrone
gelb. Blütezeit Mai, Juni. Höhe etwa 20 cm. ©. Auf den Istrischen
Inseln; im Gebiete des Mittelmeeres mitunter der geniessbaren Hülsen
halber angebaut. L. edulis L., Essbarer Schotenklee.
2. Hülse sehr schlank, gerade. Kelchzähne gewimpert, aus breiterem
Grunde fädlich, nur wenig länger als die nach dem Grunde kreisel-
160
Leguminosae.
förmig verschmälerte Kelchröhre. — Blumenkrone gelb. Blütezeit
Juni, Juli. Höhe 5 bis 10 cm. @®. In Süd-Istrien und auf den
istrischen Inseln. Lotus angustissimus L., Kleinster Schotenklee.
B. Blüten in drei- bis zwölfzähligen Köpfchen.
1. Hülse gekrümmt, linealisch, flachgedrückt, zwischen den Samen ein-
gezogen und dadurch holperig, fast gegliedert. — Blumenkrone gelb.
Blütezeit April bis Juni. Höhe 15 bis 20 cm. ©. Im österreichischen
Küstengebiete.e L. ornithopodioides L., Vogelklauenfrüchtiger
Schotenklee.
2. Hülse gerade, stielrund.
a.
Köpfchen zehn- und mehrblütig. Stengel meist hohl und kahl.
Kelchzähne vor dem Aufblühen zurückgebogen. — Stengel ziemlich
aufrecht; meist kahl. Schiffchen allmählich aus eiförmigem Grunde
in den Schnabel verschmälert. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni,
Juli. Mit Nudelpumpeneinrichtung. Höhe bis 60 cm. %# Auf
feuchten Plätzen, in sumpfigen Wiesen; nicht selten. (L. major
Scopoli.) L. uliginosus Schkuhr, Sumpf-Hornklee.
. Köpfchen drei- bis fünfblütig. Stengel solide. Kelchzähne vor
dem Aufblühen zusammenschliessend.
a. Blättehen schmal-lanzettlich. — Blumenkrone gelb. Blütezeit
Juni bis Oktober. Höhe 30 bis 50 em. 2%. Besonders auf
Salzboden. Dem Gemeinen Hornklee ähnlich und auch als Abart
desselben angesehen. L. tenuifolius Reichenbach, Schmal-
blätteriger Hornklee.
ß. Blättchen rundlich-eiförmig oder keil-eiförmig.
a. Kahl, seltener abstehend-rauhhaarig. Kelchzähne aus drei-
eckigem Grunde pfriemlich, einander fast gleich, so lang wie
die Kelchröhre. — Stengel ausgebreitet, aufsteigend. Köpt-
chen meist fünfblütig. Schiffchen fast rautenförmig, recht-
winkelig-aufsteigend. Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai bis
September. Mit Nudelpumpeneinrichtung. Höhe bis 30 em.
Auf Wiesen und Triften durch das ganze Gebiet verbreitet.
L. corniculatus L., @emeiner Hornklee.*)
Abarten sind:
vulgaris Koch, Hauptform. Kahl oder zerstreut-
behaart.
*) Tafel 364. Lotus corniculatus L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 2 desgl. ge-
öffnet; 3 Stempel; 4 Früchte, geschlossen und aufgerollt. 1 bis 3 vergrössert.
i
Leguminosae. 161
eiliatus Koch. Blättchen kahl, am Rande gewimpert,
hirsutus Koch (L. hirsutus Thuillier). Ganze Pflanze
mehr oder weniger rauhhaarig.
b. Blätter unterseits grauhaarig. Kelchzähne länglich-lanzettlich,
spitz; die beiden seitenständigen kürzer als die übrigen. —
Köpfehen meist fünfblütig. Blumenkrone gelb. Blütezeit
Mai, Juni. 4. In Süd-Istrien und den istrischen Inseln. Lotus
eytisoides L., Geiskleeähnlicher Hornklee.
4. Sippe: Galegeae, Geisrautengewächse.
A. Staubblätter einbrüderig miteinander verwachsen. Gattung 431: Galega
Tournefort, Geisraute, Geisklee.
B. Staubblätter zweibrüderig.
a. Griffel wenigstens an der Fahnenseite bärtig.
1. Kelch fast zweilippig. Hülse fast sitzend, linealisch, flach-zusammen-
gedrückt. Gattung 432: Robinia L., Robinie (Akazie).
2. Kelch glockig, fünfzähnig. Hülse gestielt, stark aufgeblasen.
Gattung 433: Colutea L., Blasenstrauch.
b. Griffel kahl.
1. Hülsen im Kelche ungestielt. Blumen violett. Gattung 434:
Glyeyrhiza Tournefort, Süssholz.
2. Hülsen im Kelche auf einem Stiele (Fruchtträger), der etwa so
lang wie die Kelchröhre ist. Blume gelb oder weisslich-gelb.
Gattung 435: Phaca L. (zum Teil), Berglinse.
Gattung 431: Galega Tournefort, Geisraute, Geisklee. (XVI, 3.)
Staude mit mehrköpfiger Wurzel. Stengel aufrecht, einfach, ästig, wie
die Blätter kahl oder spärlich behaart. Blätter unpaar-gefiedert. Blättchen
länglich oder länglich-lanzettlich, ganzrandig, stumpf oder ausgerandet,
stachelspitzig; Nebenblätter breit-lanzettlich, halbpfeilförmig. Blüten in
achselständigen, etwas gedrungenen Trauben. Blumenkrone hellviolett;
Fahne dunkler. Hülsen stielrundlich, holperig, längs-aderig-gefurcht. Blüte-
zeit Juli, August. Mit Klappvorrichtung. Höhe 60 bis 125 cm. %#. An
Bächen, Gräben, auf sumpfigen Wiesen; im südöstlichen Teile des Gebietes;
sonst vielfach als Zierpflanze angepflanzt und zuweilen verwildert. G. offi-
einalis L., Gebräuchliche Geisraute.*)
*) Tafel 365. Galega officinalis L. A Teil der blühenden Pflanze. 1 Blüten-
knospe; 2 Blüte; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Flügel; 5 Staubblattbündel und Stempel;
6 Fruchttraube; 7 Same; 8 desgl. im Längsschnitte. 1 bis 5 und 8 vergrössert.
Thome, Flora, III. Bd. II. Aufl. Lt
162 Leguminosae.
Gattung 432: Robinia L., Robinie (Akazie). (XVII, 3.)
Strauch oder bis 25 m hoher Baum, domig. Blätter unpaar-gefiedert,
anfangs feinbehaart, später kahl. Blättchen kurzgestielt, eiförmig bis läng-
lich, ganzrandig, stachelspitzig. Blüten in reichblütigen, blattwinkelständigen
Trauben, sehr wohlriechend, nektarreich, weiss, mit grünem Saftmal. Kelch
fast zweilippig. Griffel feinbehaart. Blütezeit Mai, Juni. Mit Griffelbürsten-
einrichtung. Hülse fast sitzend, linealisch, flach. Aus Nordamerika stammend,
jetzt überall angepflanzt, mancherorts verwildert. R. Pseud-Acaecia L,,
Wilde Robinie; heisst allgemein, aber fälschlich, Akazie.
Gattung 433: Colutea L., Blasenstrauch, Blasenschote. (XVII, 3.)
Sträucher. Kelch glockig, fünfzähnig. Griffel halbstielrund, dicht-
bewimpert, an der Spitze hakig gebogen. Hülse gestielt (in dem Kelche
auf einem stielförmigen Fruchtträger), stark aufgeblasen, lange geschlossen
bleibend oder endlich an der Spitze der Bauchnaht klaffend.
1. Hülsen geschlossen (sie zerreissen, wenn sie zusammengedrückt werden,
mit einem Knalle). Blättchen länglıich, gestutzt. Blumenkrone gelb. —
Blütezeit Mai, Juni. Mit Griffelbürsteneinrichtung. Höhe 3 bis 5 m.
Giftig. Wild im südlichen Teile des Gebietes; sonst vielfach in An-
lagen angepflanzt und verwildert. C. arborescens L., Baumartiger
Blasenstrauch.*)
2. Hülsen an der Spitze klaffend. Blättchen umgekehrt - herzförmig.
Blumenkrone orange. — Blütezeit Mai, Juni. Höhe 1 bis 1!/, m.
Südeuropäisch, viel angepflanzt und mitunter verwildert. (C. orientalis
Lamarck.) €. eruenta Aiton, Roter Blasenstrauch.
Gattung 434: Glycyrrhiza Tournefort, Süssholz. (XVI, 3.)
Stauden mit unpaar-gefiederten, vieljochigen Blättern. Blüten in achsel-
ständigen, vielblütigen, ährenförmigen Trauben. Kelch walzenförmig, fünf-
spaltig. Griffel kahl. Hülse eiförmig oder länglich, zusammengepresst.
1. Wurzelstock horizontal, kriechend. Nebenblätter sehr klein, hinfällig.
Blätter scheinbar nebenblattlos. Blätter unterseits etwas klebrig.
Hülse lanzettlich, kahl. — Blättchen eirund, stumpf oder etwas gestutzt,
ganzrandig. Blumen hellviolett. Blütezeit Juni, August. Höhe bis
etwa 1 m. Südeuropäische, der offizinellen Wurzeln und Wurzel-
»
*) Tafel 366 A. Colutea arborescens L. A1 Hülse; A2 Same; A3 und
A 4 desgl. in verschiedener Weise durchschnitten, 3 und 4 vergrössert.
a a nn UL _
Leguminosae, 163
stöcke, Süssholz, Radix Liquiritiae, halber mitunter im grossen,
z. B. um Bamberg, angebaute Stauden. Glyceyrrhiza glabra L.,
Gemeines Süssholz.*) i
2. Wurzel senkrecht hinabsteigend. Nebenblätter gross, stehenbleibend.
Blätter nicht klebrig. Hülse elliptisch, zugespitzt, igelborstig. —
Blumen hellviolett. Blütezeit Juli, August. Höhe 1 bis 11/; m. Selten
angepflanzt. G. echinata L., Igelfrüchtiges Süssholz.
Gattung 435: Phaca L., (zum Teil) Berglinse. (XVII, 3.)
Ausdauernde, meist Kalkboden in Gebirgsgegenden bewohnende Kräuter.
Kelch fünfzähnig. Blumenkrone gelb oder gelblich-weiss. Schiffchen stumpf.
Griffel fädlich, kahl. Hülse im Kelche auf einem stielartigen Fruchtträger,
länglich, aufgeblasen.
1. Nebenblätter gross, blattartig, eirund. Blätter vier- bis fünfpaarig.
Stengel einfach, kahl. — Blättchen länglich, stumpf. Blumen gelb-
lich-weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 10 bis 15 cm. 2. Auf
Triften höherer Alpen. P. frigida L., Gletscher-Berglinse.**)
2. Nebenblätter lineal-lanzettlich. Blätter neun- bis elfpaarig. Stengel
ästig, wie die ganze Pflanze flaumhaarig. — Blättchen eirund-länglich.
Blume gelb. Blütezeit Juli, August. — Höhe 15 bis 50 cm. 2.
Auf Abhängen der Alpen. P. alpina Wulfen, Alpen-Berglinse.
5. Sippe: Astragaleae, Traganthgewächse.
1. Schiffehen unterhalb seines stumpfen Endes ohne Stachel. Hülse
durch die nach Innen tretende, nicht die Samen tragende Rückennaht
mehr oder weniger zweifächerig. Gattung 436: Astragalus L.,
Traganth.
2. Schiffehen unterhalb seines stumpfen Endes mit einem geraden, grannen-
artigen, weichen Stachel. Die Hülse ist durch die nach innen tretende,
die Samen tragende Bauchnaht mehr oder weniger zweifächerig.
Gattung 437: Oxytropis De Candolle, Fahnenwicke.
Gattung 436: Astragalus L., Traganth. (XVII, 3.)
Kräuter‘ und Stauden mit meist unpaar-gefiederten, selten durch Ver-
kümmern des Endblättchens paarig-gefiederten Blättern. Schiffehen stumpf,
unterhalb seines stumpfen Endes ohne Stachel. Hülse durch die nach Innen
*) Tafel 367. Glyeyrrhiza glabra L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 2 desgl im
Längsschnitte; 3 Staubblätter und Stempel; 4 Staubblätter; 5 Hülse; 6 desgl. geöffnet.
1 bis 4 vergrössert.
**) Tafel 368. Phaca frigida L. Blühende Pflanze,
123
164 Leguminosae.
tretende, nicht die Samen tragende Rückennaht mehr oder weniger zwei-
fächerig; oft auf besonderem Fruchtträger im Kelche sitzend.
A. Nebenblätter ganz frei oder der Blattspindel nur oben anhängend (nicht
derselben bis fast zur Mitte angewachsen). Blätter unpaar-gefiedert.
1. Stamm: Glyeyrrhizi.
I. Blume ganz oder teilweise rot, blau oder violett, nicht ganz gelblich-
weiss oder hellgelb.
A.Die beiden Nebenblätter sind zu einem dem Blatte gegenüber-
stehenden Blättehen miteinander verwachsen.
a. Blätter mit 3 bis 4 Blattpaaren. Fahne ein und ein halb mal
so lang als der Flügel. — Stengel ästig aufsteigend, wie auch
die Blätter angedrückt-grauhaarig. Blättchen linealisch oder
schmal-Iinealisch. Blumen in vier- bis achtblütigen Trauben,
blassviolett oder mehr oder weniger fleischfarbig. Hülse auf
kurzem Fruchtträger. Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis 30 cm. 2.
Auf sandigen Hügeln und in Kieferwaldungen; im nördlichen
Teile des Gebietes; seltener im mittleren Teile. Astragalus
arenarius L., Sand-Traganth.
b. Blätter sechs- bis zwölfpaarig.
1. Hülse ohne besonderen Fruchtträger.
a. Fahne ein und ein halb mal so lang wie die Flügel. —
Wurzelstock vielköpfig. Stengel ausgebreitet, wie Blätter
und Blattstiele angedrückt-behaart. Blättchen länglich-
eiförmig. Blütenähren kopfig. Blumenkrone violett, nach
dem Grunde zu weiss. Blütezeit Juli, August. Länge
der Stengel etwa 15 cm. #. Alpen in der Schweiz, Tirol,
Steiermark, Krain. A. leontinus Wulfen, Tiroler
Traganth.
ß. Fahne dreimal so lang wie die Flügel. — Stengel aus-
gebreitet, wie die Blätter und Blattstiele behaart. Blätter
acht- bis zwölfpaarig. Blättchen lanzettlich; unterste breiter
und kürzer als die oberen. Blumenkrone bläulich-rot. Auf
trockenen Grasplätzen im Gebiet der Alpen und Voralpen;
mitunter als Zierpflanze angebaut. A. Onobrychis L.,
Esparsette-Traganth.
2. Fruchtknoten und Hülse im Kelche auf besonderem Frucht-
träger. — Fahne etwa ein- und ein halb mal so lang wie die
Flügel. s
a. Stiel des Fruchtknotens in der Blüte klein, nur etwa ein
sechstel so lang wie der Fruchtknoten.
Leguminosae. 165
a. Blättchen eirund-lanzettlich, an ihrer Spitze zweizähnig
ausgerandet; Zähnchen spitz. — Stengel liegend und
aufstrebend, wie die zehn- bis zwölfpaarigen Blätter
behaart. Blütentraube kopfig. Blumenkrone purpur-
violett. Blütezeit Juli, August. Länge des Stengels
15 bis 20 cm. #. Auf Felsen der Alpen Südtirols.
Astragalus purpureus Lamarck, Purpurblütiger
Traganth.
b. Blättchen länglich-lanzettlich oder eiförmig, an ihrer
Spitze nicht zweizähnig-ausgeschnitten. — Stengel auf-
strebend. Blätter sechs- bis achtpaarig. Blütentraube
kopfig. Blumenkrone violett. Blütezeit Juli, August.
Höhe 30 bis 50 cm. %. Auf österreichischen Hoch-
alpen; sehr selten. (Phaca oroboides De Candolle.)
A. oroboides Hornemann, Walderven-Traganth.
ß. Stiel des Fruchtknotens in der Blüte etwa ein drittel bis
halb so lang wie der Fruchtknoten. — Blätter acht- bis
zwölfpaarig.
a. Schiffehen ungefähr so lang wie die Fahne. — Stengel
niederliegend, wie die Blätter flaumhaarig. Blättchen
länglich-lanzettlich bis eiförmig. Blüten zu etwa 10
in Trauben. Fahne blau; Flügel weiss; Schiffchen weiss,
vorn violett. Blütezeit Juli, August. Stengel 10 bis
30 cm lang. 4. Schweizer und österreischische Alpen.
(Phaca astragalina De Candolle.) A. alpinus L., Alpen-
Traganth.
b. Schiffehen von den Flügeln bedeckt und diese nur halb
so lang wie die Fahne. — Stengel hingebreitet und
wie die ganze Pflanze anliegend-behaart. Blüten in
kopfig-eiförmigen Ähren. Fahne violett, in ihrer Mitte
weiss- und lilastreifig. Flügel und Schiffehen purpur-
violett. Blütezeit Mai, Juni. Stengel 6 bis 12 cm
lang. #4. Trockene Wiesen und Triften im mittleren
Gebiete; fehlt in den Alpen. (A. hypoglottis Auctorum.)
A. danieus Retzius, Dänischer Traganth.
B.Die oberen Nebenblätter sind nicht miteinander verwachsen (doch
sind bei austriacus, sesameus und sulcatus die untersten Neben-
blätter der nicht blühenden Stengel miteinander verwachsen).
a. Stengel kahl. Blätter sechs- bis elfpaarig. Blüten in lockeren
Trauben.
166
Leguminosae.
1. Stengel ausgebreitet, glatt. Deckblätter kürzer als das Blüten-
stielchen. Flügel zweispaltig. — Blätter sieben- bis zehn-
paarig. Obere Blättchen linealisch, ausgerandet, untere um-
gekehrt-ei-herzförmig. Blumen unansehnlich, lila. Hülse ohne
besonderen Fruchtträger, dichtflaumig. Blütezeit Mai bis Juli.
Stengel bis 15 em lang. 4. Auf trockenen Wiesen und Ab-
hängen in Niederösterreich, Böhmen, Mähren und Krain. Astra-
galus austriacus Jacquin, Österreichischer Traganth.
. Stengel aufrecht, gefurcht. Deckblätter länger als das Blüten-
stielchen. Flügel nicht zweispaltig - ausgerandet. — Blätter
sieben- bis elfpaarig. DBlättchen lineal-lanzettlich. Blumen
violett. Hülse kurzgestielt, ziemlich kahl. Blütezeit Juni,
August. Höhe 30 bis 60 cm. #4. Auf feuchten Wiesen und
im Gebüsch in Nieder-Österreich. A. suleatus L., Gefurchter
Traganth.
b. Stengel behaart.
1. Blätter fünf- bis siebenpaarig.
a. Hülse auf ihrem Fruchtträger über den Kelch hervortretend.
— Stengel aufsteigend -ausgebreitet, nach oben fein-zottel-
haarıg. Blätter meist fünfpaarig. Blättchen länglich-lanzett-
lich bis eiförmig. Blüten in lockeren Trauben. Blumen-:
krone weiss; Schiffehen an der Spitze violett. Blütezeit Juli,
August. Höhe 5 bis 30 cm. #. Auf den höchsten Alpen-
weiden. (Phaca australis L) A. australis Lamarck, Süd-
licher Traganth.
ß. Hülse ohne Fruchtträger im Kelch sitzend.
a. Blättchen der oberen Blätter lineal-lanzettlich, der unteren
Blätter oft eirund, wie der Stengel weisslich-grau-behaart.
Blüten in lockeren Trauben. Hülse doppelt so lang wie
der Kelch. — Blumenkrone blau. Blütezeit Mai. Höhe
20 bis 25 cm. 4. Auf den istrischen Inseln. A. argen-
teus Visiani, Silber-Traganth.
b. Blättchen länglich, wie der Stengel grau-behaart. Blüten
in gedrängten, kopfförmigen Ähren. Hülse nur wenig
länger wie der Kelch. — Blumenkrone violett, weiss oder
gelblich. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 10 bis 15 cm. 2%.
Vintschgau, Krain und Karst. A. vesicarius L., Blasen-
Traganth. ;
2. Blätter neun- bis zehnpaarig. — Stengel verästelt, ausgebreitet,
wie die Blätter zottig. Blättchen länglich. Blüten m sitzendem
Leguminosae. 167
oder kurzgestieltem Köpfchen. Hülse sitzend, auf dem Rücken
tiefgefurcht. Blumenkrone bläulich. Blütezeit Mai, Juni. Stengel
5 bis 10 cm lang. %. Istrien. Astragalus sesameus L., Sesam-
Traganth.
II. Blumen gelblich-weiss oder weiss.
A. Die beiden Nebenblätter (wenigstens die oberen) sind zu einem, dem
Blatte gegenüberstehenden Blättehen miteinander verwachsen. —
Stengel nach allen Seiten ausgebreitet, bis 50 cm lang, wie die ganze
Pflanze dicht-anliegend-behaart. Blätter 6- bis 13-paarig. Blättchen
länglich-lanzettlich oder eiförmig, stachelspitzig. Blüten in eiförmigen
Ähren, gelblich. Hülsen fast sitzend, aufgeblasen, rauhhaarig. Blütezeit
Juni, Juli. #. Auf Weiden, an Wegerändern, besonders auf Kalk; zer-
streut. A. Cicer L., Kicher-Traganth.
B. Die Nebenblättchen sind nicht miteinander zu einem einzigen Blätt-
chen verwachsen.
a. Blättchen umgekehrt-eiförmig, an ihrem Grunde mehr oder weniger
keilförmig. Hülse ganz oder fast stielrund; jung flaumig, zur
Reifezeit kahl; im Kelche sitzend.
1. Ganze Hülse angelhakenförmig-gebogen, an ihrem Ende pfriem-
lich. Blätter meist 12-paarig. — Stengel liegend. Blättchen
ausgerandet, oberseits kahl, unterseits, wie auch der Stengel,
angedrückt-flaumig. Blüten in meist sechsblütigen Ähren, fast
kugelig-kopfig. Blumenkrone weisslich. Blütezeit Mai, Juni.
Höhe 30 bis 50 em. ©. Istrien. A. hamosus L., Haken-
früchtiger Traganth.
2. Hülse gerade. Blätter 9- bis 13-paarig, — Stengel nieder-
liegend. Blättchen rundlich-eiförmig, ausgerandet bis umgekehrt-
herzförmig, oberseits kahl, unterseits angedrückt-flaumhaarig,
etwas grau. Blüten in kugelig-kopfigen Ähren. Blumenkrone
gelblich-weiss, Schiffehen an der Spitze mit violetten Flecken.
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 5 bis 10 cm. #. Auf Felsen der
Walliser und Südtiroler Alpen. A. depressus L., Nieder-
gedrückter Traganth.
b. Blättehen eiförmig bis lanzettlich und linealisch, pfriemlich, zu-
gespitzt oder stachelspitzig.
1. Blätter fünf- bis siebenpaarig. Blüten in eirund-länglichen
bis kopfigen Ähren.
a. Hülse kahl, 3 bis 4 cm lang, mehrere mal länger als der
Kelch, kurz-gestielt. — Stengel liegend, nach allen Seiten
ausgebreitet, !/; bis 1!/, m lang. Blättchen eiförmig, zu-
168 Leguminosae.
gespitzt oder stachelspitzig. Blumenkrone gelblich-weiss, zuletzt
russfarben. Blütezeit Juni, Juli. Mit Klappvorrichtung. #. Auf
Waldwiesen, an Waldrändern, namentlich der Gebirgsgegenden;
verbreitet. Astragalus glyeyphyllos L., Süsser Traganth.*)
$. Hülse rauhhaarig, etwa 1 cm lang, etwas länger als der Kelch.
Hier kann gesucht werden: A. vesicarius L., Blasen-Traganth.
(Siehe Seite 166.)
2. Blätter 9- bis 15-paarig. Blüten in verlängerten, gedrängten
Trauben oder Ahren.
a. Blüten in sehr lang gestielten, sehr reichblütigen Ähren. Hülse
länglich. Blumenkrone hellgelb. Stengel aufrecht, bis 150 cm
hoch, wie die ganze Pflanze angedrückt-rauhhaarig. — Blättchen
lanzettlich bis linealisch. Hülse im Kelche nur kurzgestielt,
etwa 2 cm lang. Blütezeit Mai, Juni. # Auf Wiesen und
Triften in Nieder-Österreich und Mähren. A. asper Jacquin,
Rauher Traganth.
$. Blüten in gedrungenen, 5- bis 15-blütigen Trauben, mit einem
Stiele, der höchstens so lang wie die Blätter ist. Hülse länglich,
mit einem hakig gebogenen Schnabel. Blumenkrone citronen-
gelb. Stengel aufrecht, bis 120 cm hoch, wie die ganze Pflanze
abstehend weichhaarig. — Blättchen länglich, ausgerandet. Hülse
kurzgestielt, 4 und mehr cm lang. Blütezeit Mai, Juni. 2.
Aus Südeuropa, mancherorts als Kaffeesurrogat gebaut. A. bae-
tieus.L., Andalusischer Traganth, Kaffee-Traganth, Stragel-
kaffee.
y. Blüten in zahlreichen, Rispen bildenden Trauben. Hülse halb-
eirund, in einen Stiel verschmälert, hängend. Blumenkrone
weisslich. Ganze Pflanze kahl, 30 bis 60 em hoch. — Blätt-
chen länglich. Blütezeit Juni, Juli. # Aus Westasien, öfter
als Zierpflanze angebaut. A. galegiformis L., Geisrauten-
förmiger Traganth.
B. Nebenblätter fast bis zur Mitte an der Blattspindel angewachsen.
I. Blätter paarig gefiedert. Blattspindel bleibend und sich zu Dornen
umbildend. 2. Stamm: Tragacanthae.
Zottig behaarter Zwergstrauch. Blätter sechs- bis achtpaarig.
Blättchen länglich, stachelspitzig. Ähren fünf- bis achtblütig, achsel-
ständig, kopfig. Blumenkrone weiss und violett. Hülse nicht gestielt.
*) Tafel 369. Astragalus glycyphyllosL. A Blütenzweig. 1 Blütenknospe;
2 Blüte; 3 Fruchttraube, eine Frucht im Querschnitte; 4 Same. 1, 2 und 4 vergrössert.
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Leguminosae. 169
Blütezeit Mai, Juni. Auf felsigen Abhängen der Schweizer Alpen und
Voralpen. Astragalus aristatus L’Heritier, Stachel-Traganth.
II. Blätter unpaarig-gefiedert. Blattspindel krautig bleibend und abfallend.
— Hülse im Kelche sitzend. 3. Stamm: Podochreati.
a. Krone blassgelb. Hülse eiförmig, zugespitzt, stachelspitzig, wie die
ganze Pflanze zottig-behaart. — Stengel kaum entwickelt; Wurzel-
stock dagegen !/ bis 1 Meter in den Boden eindringend. Blätter
12- bis 20-paarig. Blättchen eirund. Blütezeit Mai, Juni. 2%.
Auf sandigen, sonnigen Wiesen und Abhängen im mittleren und
südlichen Teile des Gebietes; selten. A. exscapus L., Stengel-
loser Traganth.
b. Krone purpurrot-violett. Hülse länglich oder länglich-lineal.
1. Hülse lineal, stielrund, etwas gebogen, mit der Spitze aufwärts
gerichtet, 12- bis 20-samig, zuletzt fast kahl. Stiel der kugeligen
Blütenähre länger als das Blatt, in dessen Achsel er entspringt.
— Blättehen eiförmig oder lanzettlich. Blumen veilchenblau
bis purpurrot. Blütezeit April, Mai. Höhe wenige Centimeter.
Auf Bergwiesen der Schweiz und im südlichen Tyrol. A. mons-
pessulanus L., Mömpelgarder Traganth.
2. Hülse länglich-lineal, oberwärts etwas gebogen, mit abwärts
gerichteter Spitze, 24- bis 30-samig, von angedrückten Haaren
etwas weissgrau. Stiel der kopfigen bis eiförmigen Ähre so lang
als das Blatt, in dessen Achsel er entspringt. — Blättchen ei-
lanzettlich. Blume purpum. Blütezeit Mai. Höhe wenige
Centimeter. 4. An steinigen Orten, im Gebiet des Adriatischen
Meeres. A. incurvus Desfontaines, Sichelfrüchtiger
Traganth.
Besondere Formen sind:
A. Wulfeni Koch, Wulfens Traganth. Blätter 11- bis
14-paarig; Blättchen unterseits angedrückt-flaumhaarig. Hülse
an beiden Nähten erhaben gekielt; rauh.
A. incanus W ulfen, Grauer Sichelfrüchtiger Traganth.
Blätter sieben- bis neunpaarig, beiderseits wie die ganze Pflanze
grauseidenhaarig. Hülse an der Rückennaht gekielt, an der
Bauchnaht gefurcht; glatt.
Gattung 437: Oxytropis De Candolle, Fahnenwicke, Spitzkiel. (XVII, 3.)
Meist kleine Stauden ohne entwickelten Stengel mit unpaar-gefiederten
Blättern und achselständigen, vielblumigen Blütenähren. Kelch fünfzähnig.
Schiffehen an dem stumpfen Ende stachelspitzig. Hülse durch das nach
170 Leguminosae.
Innentreten der oberen, der Fahne zugewendeten, die Samen tragenden
Naht ganz oder halb zweifächerig, an der Bauchnaht aufspringend.
A. Hülse vollständig zweifächerig.
1. Blumenkrone violett. Wurzelstock ausdauernd, ein- bis mehrköpfig,
stengellos. — Blätter etwa 12-paarig, wie die ganze Pflanze zottig-
seidenhaarig. Nebenblätter fast bis zur Mitte mit dem Blattstiel ver-
wachsen. Hülse im Kelche sitzend. Blütezeit Juli, August. Auf
Kiesboden in den Alpen; selten. (O. uralensis Jacquin.) Oxytropis
Halleri Bunge, Hallers Fahnenwicke.
Besondere Formen sind:
a. 0. velutina Sieber, Sammetartige Fahnenwicke; wollig-zottig.
ß. O0. intricans Thomas, Verwirrte Fahnenwicke; schwächer be-
haart, bis fast kahl.
2. Blumenkrone und Kelch gelblich. Wurzelstock ausdauernd, einen
25 bis 35 em hohen, aufrechten Stengel treibend. — Blätter etwa
zehnpaarig; wie die Stengel langhaarig. Nebenblätter frei. Hülse
im Kelche sitzend. Blütezeit Juni, Juli. Auf steinigen, sonnigen
Orten; zerstreut. 0. pilosa De Candolle, Behaarte Fahnenwicke.
B. Hülse unvollständig zweifächerig.
I. Hülse ohne besonderen Fruchtträger im Kelche sitzend. Nebenblätter
bis fast zur Mitte mit dem Blattstiele verwachsen.
1. Blätter meist zwölfpaarig. Pflanze drüsenlos, Wurzelstock viel-
köpfig, stengellos. Blumenkrone gelblich. Blütezeit Juni bis August.
2. Auf Geröll und Triften der Alpen. 0. campestris De Can-
dolle, Alpen-Fahnenwicke.
Die Abart sordida Gaudin, Schmutzige Fahnenwicke, hat
eine schmutzig-blassgelbe Krone; Fahne und Schiffehen sind vorn
violett.
Die Abart eaerulea Koch, Blaue Fahnenwicke, hat eine
ganz blaue Krone, deren Fahne einen grünlich-gelben Flecken.
2. Blätter meist 20-paarig. Pflanze drüsig-klebrig, etwas behaart. —
Stengellos.. Blumenkrone gelblich. Blütezeit Juni bis August. 2.
Auf den Hochalpen der Südschweiz. 0. foetida De Candolle,
Hochalpen-Fahnenwicke.
II. Hülse im Kelche auf einem besonderen Fruchtträger sitzend. Neben-
blätter nur an ihrem Grunde mit dem Blattstiele verwachsen.
a. Fahne etwa 1!/, mal so lang als das Schiffehen. Fruchtträger so
lang wie die Kelchröhre. — Stengellos oder kurzstengelig. Blätter
bis etwa 16-paarig, fast seidig-grau- oder zerstreut-behaart bis fast
kahl. Blumenkrone purpurrot. Blütezeit Juli, August. 4 Auf
Leguminosae.. 171
Alpenweiden; verbreitet. (O. carinthiaca Fisch. Astragalus mon-
tanus L.) Oxytropis montana De Candolle, Berg-Fahnen-
wicke.*)
b. Fahne doppelt so lang wie das Schiffehen. Fruchtträger etwa halb
so lang wie die Kelchröhre.
1. Hülse hängend, lang walzenförmig. — Wurzelstock vielköpfig
kurzstengelig., Blätter etwa zehnpaarig. Blumenkrone hell-
violett. Blütezeit Juli. # Auf Geröll der höchsten Alpen.
0. lapponica Gay, Lappländische Fahnenwicke.
2. Hülse aufrecht-länglich. — Wurzelstock ein- bis mehrköpfig.
a. Kurzstengelige, meist stengellose, grau-seidenhaarig-zottige
Pflanze. Blütentraube sechs- bis zwölfblütig. Blütendeck-
blättchen länglich, reichlich halb so lang wie die Kelchröhre.
Blätter sieben- bis elfpaarig. Blumenkrone dunkelblau. Blüte-
zeit Juli, August. 4 Auf Triften der höchsten Alpen.
(OÖ. cyanea Gaudin; O. Gaudini Reuter) 0. negleeta Gay,
Vernachlässigte Fahnenwicke.
ß. Stengellose, etwas behaarte Pflanze. Blütentraube dreiblütig.
Blütendeckblättchen sehr kurz und schmal. — Blätter sechs-
bis achtpaarig. Blumenkrone dunkelblau. Blütezeit Juli,
August. %. An kiesigen Orten und Felsen der höchsten
Alpen; sehr selten. Vielfach als Abart der vorigen angesehen.
0. triflora Hoppe, Dreiblütige Fahnenwicke.
2. Stamm: Hedysaroideae, Süssklee-artige.
Hierher zwei Sippen:
1. Blüten in achselständigen, kopfigen Dolden. 6. Sippe: Coronilleae,
Kronwickengewächse. |
2. Blüten in achselständigen Trauben. 7. Sippe: Hedysareae, Süssklee-
gewächse.
6. Sippe: Coronilleae, Kronwickengewächse.
A. Schiffehen zugespitzt-geschnäbelt. Kelch kurz-glockenförmig.
I. Alle Blätter einfach. Frucht aufgerollt, in 3 bis 6 einsamige Glieder
zerfallend. Gattung 438: Scorpiurus L., Skorpionsschwanz, Raupen-
klee.
II. Blätter unpaarig-gefiedert (bei Coronilla scorpioides sind die unteren
Blätter einfach, die oberen dreizählig).
*) Tafel 370 A. Oxytropis montana De Candolle, Berg - Fahnenwicke.
A blühende Pflanze. A 1 Fruchtstand etwas vergrössert.
172 Leguminosae.
a. Hülse stielrund oder vier- bis sechskantig, zwischen den einzelnen
Gliedern rosenkranzförmig eingeschnürt und bei der Reife in ein-
samige Glieder quer-zerfallend. Gattung 439: Coronilla L.,
Kronwicke.
b. Hülse zusammengedrückt, nicht stielrund oder vierkantig.
a. Hülse mit zahlreichen, je einem Hufeisen ähnlichen Gliedern, bei
der Reife in diese Glieder zerfallend. Gattung 440: Hippo-
erepis L., Hufeisenklee.
ß. Hülsen linealisch, fast gerade, bei der Reife nicht in Glieder
zerfallend. Gattung 441: Bonaveria Scopoli, (Seite 175).
B. Schiffehen stumpf, abgerundet. Kelch langröhrig. Gattung 442: Orni-
thopus L., Klauenhülse, Vogelklaue.
Gattung 438: Scorpiurus L., Skorpionsschwanz, Raupenklee. (XVII, 3.)
20 bis 50 cm hohes Kraut mit aufsteigendem oder aufrechtem Stengel.
Blätter spatelförmig, ganzrandig, wie die ganze Pflanze kurzborstig. Blüten
auf langen Stielen einzeln oder in armblütigen Trauben. Kelch kurzglockig,
fünfzähnig, fast zweilippig., Blumenkrone weissgelb. Staubblätter ab-
wechselnd kürzer und länger. Hülse aufgerollt, auf ihrer inneren Seite glatt,
auf der äusseren steife, zum Teil hakige Dornen tragend, in 3 bis 6 ein-
samige Glieder zerfallend. Blütezeit Mai, Juni. @©. An Wegen und Acker-
rändern in Istrien und auf den istrischen Inseln. S. subvillosa L., Halb-
wolliger Skorpionsschwanz.*)
Gattung 439: Coronilla L., Kronwicke. (XVII, 3.)
Kräuter, seltener Sträucher oder Halbsträucher, mit unpaargefiederten
Blättern. Kelch fünfzähnig; die beiden oberen Zähne indes weniger tiet
von einander gespalten wie die übrigen, und daher fast zweilippig. Schiff-
chen geschnäbelt. Staubblätter zweibrüderig, abwechselnd gegen die Spitze
verbreitert. Griffel kahl. Hülse stielrund oder vier- bis sechskantig, rosen-
kranzartig-eingeschnürt, bei der Reife der Quere nach in einsamige Glieder
zerfallend.
A. Sträucher oder Halbsträucher.
I. Strauch. Kronenblätter langgenagelt; Nagel zwei- bis dreimal so lang
wie der Kelch. — Blätter drei- bis vierpaarig. Blättchen umgekehrt-
eiförmig, an ihrer Spitze abgerundet oder ausgerandet, kahl. Blüten
in zwei- bis drei-, selten mehrblütigen Dolden. Blumenkrone goldgelb,
*) Tafel 370 B. Scorpiurus subvillosa L. B kleine blühende Pflanze.
B 1 Hülse, etwas vergrössert.
Leguminosae. 173
Fahne oft etwas rotgestreift. Hülsen drei- bis zwölfgliederig. Blüte-
zeit April bis Juni. Höhe 1 bis 2 m. Stark giftig. In Laub-
waldungen und an Bergabhängen; im Elsass, in Baden, auf den Alpen
und Voralpen; vielfach in Gärten angepflanzt. Coronilla Emerus L.,
Strauchige Kronwicke.*)
II. Halbsträucher. Nagel der Kronenblätter so lang wie der Kelch.
1. Nebenblätter der oberen Blätter in eine abfallende, häutige, ei-
förmige, stengelumfassende Scheide verwachsen. Hülse drei- bis
achtgliederig, vierflügelig, rosenkranzartig. — Stengel ausgebreitet,
hingestreckt. Blätter drei- bis vierpaarig, bläulich-grün. Blättchen
umgekehrt-eiförmig. Dolden sechs- bis zehnblütig. Blumenkrone
gelb. Blütezeit Mai bis Juli. Stengellänge 10 bis 25 cm. Auf
Heiden und Triften der Alpen und Voralpen; im mittleren Teile
des Gebietes, auf Kalkhügeln und in Kieferwäldern; nicht häufig.
C. vaginalis Lamarck, Scheidenblätterige Kronenwicke.
2. Nebenblätter zu einem kleinen, blattgegenständigen Blatte ver-
wachsen. Hülse ein- bis viergliederig, vierkantig, nicht geflügelt. —
Wurzelstock vielästig. Stengel niederliegend, 15 bis 25 em lang.
Blätter drei- bis vierpaarig. Blättchen länglich-keilförmig oder
umgekehrt-eiförmig. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August.
Auf rauhen Abhängen der Schweiz und Südtirols; sehr selten.
C. minima L., Kleinste Kronwicke.
B. Kräuter.
I. Blüten gelb. Wenigstens die unteren Nebenblätter in ein einziges
blattgegenständiges Blatt verwachsen.
1. Blätter meist fünfpaarig. Hülse gerade, ein- bis viergliederig, in
eine lange Spitze endend. — Stengel aufrecht, 30 bis 50 cm hoch.
Blättchen eiförmig oder umgekehrt-eiförmig, stachelspitzig. Neben-
blätter klein, fädlich; die unteren verwachsen, die oberen getrennt.
Dolde fünfzehn- bis zwanzigblütig. Blütezeit Juni, Juli. 4. Auf
Kalkboden in Gebirgswaldungen namentlich der Alpen und Vor-
alpen; im mittleren Gebiete selten, auf Kalkbergen. Ü. montana
Scopoli, Berg-Kronwicke.
2. Blätter sitzend, dreizählig. Hülse gebogen, sechs- bis achtgliederig,
in eine kurze Spitze endend. — Stengel zart, 20 bis 25 em hoch.
Blättchen eirund, das Endblättchen viel grösser als die seitlichen.
Tafel 366B. Coronilla Emerus L. B Blütenzweig. B1 Blütenlängsschnitt;
B2 Staubblattbündel und Stempel; B3 und B4 Flügel und Schiffchen; B5 Stempel.
1 bis 5 vergrössert.
174 Leguminosae.
Blütezeit Mai, Juni. ©. Auf Äckern, in Weinbergen von Krain.
(Ornithopus scorpioides L.) Coronilla scorpioides Koch,
Skorpionsschwanzfrüchtige Kronenwicke.
II. Blüten rot oder weiss, nicht gelb. Nebenblätter nicht miteinander
verwachsen, lanzettlich.
1. Dolden acht- bis zwanzigblütig, auf einem Stiele, der so lang oder
länger als das Blatt ist, in dessen Achsel er entspringt. Blüten-
stielchen länger als der Kelch. — Stengel niederliegend. Blätter
acht- bis zehnpaarig. Blättchen länglich oder umgekehrt-eiförmig.
Hülsen rosenkranzförmig, drei- bis zwölfgliederig. Blütezeit Juni
bis August. Mit Pumpeneinrichtung. Stengel 30 bis 125 cm lang.
4. Giftig. An sonnigen Rainen, Wiesen und Waldrändern; zer-
streut. €. varia L., Bunte Kronwicke.*)
2. Dolden drei- bis sechsblütig, auf einem Stiele, der kürzer als das
Blatt ist, in dessen Achsel er entspringt. Blütenstielchen etwa
so lang, nicht länger als der Kelch. — Stengel aufrecht, 20 bis
30 cm hoch. Blätter sechs- bis achtpaarig; Blättchen länglich-um-
gekehrt-eiförmig, gestutzt oder schwach ausgerandet. Hülsen drei-
bis achtgliederig. Blütezeit Mai, Juni. ©. An grasigen Orten
in Istrien und auf den istrischen Inseln. €. eretica L., Kretische
Kronwicke.
Gattung 440: Hippocrepis L., Hufeisenklee. (XVII, 3.)
Stengel halbstrauchig, rasig, niedergestreckt oder aufsteigend, 8 bis
25 cm lang. Blätter fünf- bis siebenpaarig. Blätter der oberen Blätter
länglich, die unteren umgekehrt-eiförmig. Dolden vier- bis achtblütig, lang-
gestielt. Blumenkronenblätter langgenagelt, gelb; Fahne oft etwas rötlich.
Hülsen abstehend oder herabgeschlagen, ein- bis sechsgliederig, schlängelig,
mit hufeisenförmigen Gliedern und etwas eingedrückten Gelenken, bei der
Reife in einsamige Glieder zerfallend. Blütezeit Mai bis Juli. Mit Nudel-
pumpeneinrichtung. #. Auf sonnigen Kalkbergen im mittleren und süd-
lichen Teile des Gebietes; zerstreut. H. comosa L., Schopfiger Huf-
eisenklee.**)
*) Tafel 371. Coronilla varia L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Fahne;
2 Flügel; 3 Schiffehen; 4 Hülse aufgeschnitten; 5 Same.‘ 1 bis 5 vergrössert.
**) Tafel 372. Hippocrepis comosa L. A blühende, B fruchtende Pflanze.
1 Blüte; 2 Staubblätter und Ende des Griffels, 1 und 2 vergrössert.
Leguminosae. 175
Gattung 441: Bonaveria Scopoli, Bonaveria. (XVII, 3.)
Aufrechtes oder aufstrebendes, 20 bis 50 cm hohes Kraut. Blätter
meist fünfpaarig. Blättchen länglich-keilig, fast dreieckig, am Ende gestutzt
oder schwach ausgerandet. Dolden langgestielt, drei- bis fünfblütig. Blumen-
krone gelb. Hülse flach-zusammengedrückt, mit unechten Scheidewänden
zwischen den Samen, aber bei der Reife nicht zerfallend. Blütezeit Mai,
Jun. ©. Auf Äckern in Istrien und auf den istrischen Inseln. (Coronilla
Securidaca L.; Securigera Coronilla De Candolle) Bonaveria Securidaca
Scopoli, Schwertfrüchtige Bonaveria.
Gattung 442: Ornithopus L., Klauenhülse, Vogelklaue.. (XVII, 3)
Krautpflanzen. Kelch fünfzähnig. Schiffehen stumpf. Hülse in tonnen-
förmige Glieder abgeschnürt, etwas gebogen, bei der Reife in die Glieder
zerfallend.
1. Kelchrohr dreimal so lang als die eiförmigen Kelchzähne. Blumen-
krone 2 bis 3 mm lang, weiss oder rot, mit gelblichem Schiffehen. —
Stengel aufrecht oder liegend und aufsteigend, wie die ganze Pflanze
weichhaarig. Blätter sieben- bis zwölfpaarig; Blättchen elliptisch.
Dolde zwei- bis fünfblütig, an ihrem Grunde von einem sitzenden,
gefiederten Blatte gestützt. Blütezeit Mai bis Jul. ©. Auf Sand-
boden, in Nadelwäldern; zerstreut. 0. perpusillus L., Kleine Klauen-
schote.*)
2. Kelchrohr so lang als die pfriemlichen Kelchzähne. Blumenkrone
gegen 1 cm lang, rosa. — Stengel aufstrebend, einfach, 30 bis 60 cm
hoch, in der Jugend fast graugrün, zottig, später verkahlend und gelb-
grün. Blätter zwölf- bis dreizehnpaarig; Blättchen länglich-lanzettlich.
Dolden kopfartig, zwei- bis fünfblütig. Hülse oft gerade. Blütezeit
Juni, Juli. Mit jKlappvorrichtung. ©. Aus Portugal; wird als
Futterpflanze gebaut. 0. sativus Brotero, Seradella.
Unter der Seradella finden sich zuweilen die gelbblühende 0. com-
pressus L., Zusammengedrückte Klauenschote und die blass-
gelbliche O0. ebracteatus Brotero, Deckblattlose Klauenschote.
7. Sippe: Hedysareae, Süsskleegewächse.
1. Hülse mehrgliederig, mehrsamig, bei der Reife in ihre Glieder zer-
fallend. Gattung 443: Hedysarum L., Süssklee.
*) Tafel 373. Ornithopus perpusillus L. A blühende und fruchtende
Pflanze. 1 Fruchtstand, vergrössert.
176 Leguminosae.
2. Hülse eingliederig, einsamig, nicht aufspringend. Gattung 444: Ono-
bryehis Tournefort, Esparsette.
Gattung 443: Hedysarum L., Süssklee, Hahnenkopf. (XVII, 3.)
Wurzelstock kriechend. Stengel aufrecht oder aufsteigend, 18 bis 25 cm
lang. Blätter fünf- bis neunpaarig; Blättehen ei-länglich oder elliptisch.
Nebenblätter in ein einziges, blattgegenständiges, zweizähniges oder zwei-
spaltiges Blättchen zusammengewachsen. Blumen in vielblütigen, fast ähren-
förmigen Trauben; purpurn. Hülse in 1 bis 6 eirundliche, etwas flach-
gedrückte, einsamige Glieder zerfallend. Blütezeit Juli, August. 4. Auf
nassen Gebirgstriften Schlesiens und der Alpen. H. obscurum L., Dunkler
Süssklee.*)
Gattung 444: Onobrychis Tournefort, Esparsette. (XVII, 3.)
Kräuter und Stauden mit unpaar-gefiederten Blättern. Kelch fünf-
spaltig. Schiffehen stumpf. Hülse rundlich, eingliederig, einsamig, nicht
aufspringend.
A. Krone den Kelch weit überragend. Flügel höchstens halb so lang als
das Schiffchen.
A. Die Zähne des unteren, gekielten Randes der Hülse sind etwa halb
so lang wie der Kiel breit ist.
1. Stengel aufrecht oder aufsteigend, 20 bis 50 cm hoch. Blättchen
linealisch-länglich. — Blätter neun- bis zwölfpaarig. Blüten in
anfänglich gedrungenen, später verlängerten, fast linealischen
Trauben. Blumen rosenrot mit dunkleren Streifen; Schiffehen oft
heller als die Fahne. Die Flügel sind kleine, nur die Nägel des
Schiffehens deckende Blättchen. Hülse schief-eiförmig, auf dem
Mittelfelde erhaben-netzig, mit oft stacheligen Adern. Blütezeit
Mai, Juli. Mit Klappvorrichtung. #4. Auf Hügeln und Thriften
mit kalkigem Boden; stellenweise; häufig als Futterkraut angebaut.
(Hedysarum Onobrychis L.; O. viciaefolia Scopoli.) 0. sativa
Lamarck, Gemeine Esparsette.**)
2. Stengel niederliegend oder aufsteigend, 10 bis 20 cm hoch. Blätt-
chen oval, kürzer und breiter, Blumen dunkler als an voriger. —
*) Tafel 374. Hedysarum obscurum De Candolle. A blühende Pflanze.
1 Kelch; 2 Hülse. 1 und 2 vergrössert.
**) Tafel 375. Onobrychis sativa Lamarck. A Blütenzweig. 1 Blüte; 2 desgl.
halbiert; 3 f der kleine, nur den Nagel des Schiffehens s deckende Flügel; 4 Staub-
blätter; 5 bis 7 Hülse; 8 Frucht halbiert; 9 Same, 1 bis 8 vergrössert.
A.
B.
Leguminosae. 177
Im übrigen der vorigen ähnlich und auch als Abart derselben an-
gesehen, doch ganze Pflanze grau-flaumhaarig. Blütezeit Mai bis
Juli. 2. Auf Wiesen der Kalkalpen und Bergen der Rheinlande.
Onobrychis montana De Candolle, Berg-Esparsette.
B. Die mittleren Zähne des unteren, gekielten Randes der Hülse sind
so lang wie der Kiel breit ist. — Stengel hingestreckt. Der Gemeinen
Esparsette sehr ähnlich und auch als Abart derselben angesehen.
Blütezeit Juni. # Auf kalkigen, sandigen Abhängen der Südschweiz,
bei Triest, und im Ostpreussen. 0. arenaria De Candolle, Sand-
Esparsette.
. Krone den Kelch kaum oder nicht überragend. Flügel so lang wie das
Schiffehen. — Stengel aufsteigend. Blätter fünf- bis siebenpaarig. Blätt-
chen breit-lanzettlich, ziemlich stumpf, mit feiner Stachelspitze.. Blumen
in langgestielten, wenigblütigen Trauben, rosarot. Hülse auf dem Mittel-
feld erhaben-netzig und dornig, am vorderen Rande flügelig-gekielt; Kiel
in pfriemliche, hakige Dornen gespalten. Höhe 15 bis 25 cm. 4. Auf
den istrischen Inseln. ©. Caput Galli Lamarck, Hahnenkopf-Esparsette.
3. Stamm: Vieioideae, Wicken-artige.
Hierher nur:
8. Sippe: Vicieae, Wickengewächse.
Blätter unpaarig-gefiedert. Griffel kahl. Hülse stark aufgeblasen.
Gattung 445: Cieer Tournefort, Kichererbse.
Blätter paarig-gefiedert. Griffel an seinem Ende behaart.
a. Staubfadenröhre an ihrem Ende schief abgeschnitten, d. h. an ihrer
Unterseite weit länger als an ihrer Oberseite, sodass der freie Teil
der oberen Staubfäden oft länger ist als an der unteren. (Ervoideae.)
a. Griffel fadenförmig.
1. Griffel unterhalb seiner Spitze ringsum oder nur einseitig-
behaart, aber stets auf der äusseren Seite bärtig. Blumen
meist mässig (12 bis 25 mm) gross. Gattung 446: Vieia L.,
Wicke.
2. Griffel unterhalb seiner Spitze ringsum gleichmässig-fein-behaart
(fast kahl bei E. hirsutum.) Blumen meist klein (3 bis 10 mm).
Gattung 447: Ervum Tournefort, Erve.
ß. Griffel flach; unterhalb seiner Spitze auf der inneren Seite be-
haart, auf der äusseren kahl. Gattung 448: Lens Tournefort,
Linse.
Thome, Flora. III. Bd. II. Aufl. ‚ 12
178 Leguminosae.
b. Staubfadenröhre an ihrem Ende rechtwinkelig-abgeschnitten, d. h. an
ihrer Unterseite so lang wie an ihrer Oberseite, sodass der freie Teil
aller Staubfäden meist gleichlang ist. (Lathyroideae.)
a. Griffel flach, auf der inneren Seite mit einer Haarlinie.
1. Die Blattspindel endigt in eine Stachelspitze. Gattung 449:
Orobus L., Walderve.
2. Die Blattspindel endigt in eine Wickelranke. Gattung 450:
Lathyrus L. (zum Teil), Platterbse.
ß. Griffel zu einer nach unten offenen Rinne zusammengefaltet; an
seiner Spitze auf der oberen Seite bärtig. Gattung 451: Pisum
Tournefort, Erbse.
Gattung 445: Cicer Tournefort, Kichererbse. (XVII, 3.)
Einjähriges, bis 30 cm hohes, drüsenhaariges Kraut mit aufsteigendem
Stengel. Blätter unpaar-gefiedert, sechs- bis achtpaarıg. Blättchen eirund,
scharf-gesägt. Blumen einzeln, achselständig. Kelch an seinem Grunde
oberseits buckelig. Krone purpurn, blassviolett, blassblau oder weiss. Hülse
hängend, eiförmig, einfächerig, aufgeblasen, zweisamig, Blütezeit Juni, Juli.
®©. Aus Südeuropa stammend, zuweilen angebaut und verwildert. €. arie-
tinum L., Gemeine Kichererbse.
Gattung 446: Vicia L., Wicke. (XVIII, 3.)
Kräuter mit paarig-gefiederten Blättern. Blättchen in der Jugend zu-
sammengefaltet. Kelch fünfspaltig oder fünfzähnig. Griffel fädlich unter
der Narbe ringsum oder nur einseitig behaart, stets auf der äusseren Seite
bärtig. Blumen mässig (12 bis 25 mm) gross.
A. Blüten in langgestielten, achselständigen, reichblumigen (nur bei dume-
torum meist fünfblütigen) Trauben. — Blätter mit Winkelranke endend.
I. Blättchen eiförmig, stumpf, mit aufgesetzten Stachelspitzchen. Trauben
meist fünfblütig. — Stengel klimmend, 125 bis 300 em lang. Blätter
vier bis- fünfpaarig. Nebenblätter mit vielen, verlängert-stachel-
spitzigen Zähnen, halbmondförmig. Blumenkrone rot-violett. Blüte-
zeit Juli, August. Mit Griffelbürstee #4 An Waldrändern und in
Gebüschen gebirgiger und kalkreicher Gegenden. V. dumetorum L.,
Hainwicke.
II. Blättehen schmal, lanzettlich, länglich oder linealisch. Trauben viel-
blütig (mehr als fünfblütig).
Leguminosae. 179
4A.Platte der Fahne so lang oder länger wie ihr Nagel.
#:
DD
Platte der Fahne doppelt so lang wie ihr Nagel. — Stengel
klimmend, 50 bis 125 cm lang. Blätter 8- bis 14-paarig.
Blättchen lanzettlich, fast linealisch, stachelspitzig. Nebenblätter
halb-spiessförmig. Blumenkrone violett oder hellblau, Flügel
weisslich. Blütezeit Mai bis August. Schwach wohlriechend. 2.
In Gebüschen, auf Bergwiesen und Äckern; sehr zerstreut.
(Cracca tenuifolia Godron und Grenier) Vieia tenuifolia
Roth, Feinblätterige Wicke.
. Platte der Fahne nicht doppelt so lang wie ihr Nagel.
a. Fahne in ihrer Mitte oder in ihrem unteren Drittel jederseits
mit einer Einkerbung. Hülse im Kelche auf besonderem
Fruchtträger.
a. Fruchtträger kürzer als die Kelchröhre. Stiel der Blüten-
traube länger als das Blatt.
ac. Blatt 3- bis 6-paarig. Blättchen lanzettlich-stachel-
spitzig, abwechselnd und entfernt stehend. — Blumen-
krone weiss, mit violetter Fahne. Hülse länglich, hell-
braun. 100 bis 130 cm lang. Blütezeit Juni, Juli. ©.
Stammt aus Russland, an einigen Orten als Futter-,
auch als Zierpflanze angebaut. V. biennis L., Zwei-
Jährige Wicke.
#8. Blatt 10- bis 12-paarig. Blättchen lanzettlich oder
länglich-Iinealisch. — Stengel 30 bis 125 cm lang,
liegend oder kletternd, fast geflügelt kantig, angedrückt-
weichhaarig. Blumenkrone hellviolett, blauviolett oder
dunkelblau. Blütezeit Juni, August. Mit Griffelbürste.
Auf Wiesen, Zäunen, Hecken, in Gebüschen; gemein.
(Cracca major Godron und Grenier.) V. Cracca L.,
Vogel-Wicke.
b. Fruchtträger länger als die Kelchröhre. — Im übrigen
der vorigen sehr ähnlich und auch als Abart derselben
angesehen. Blütezeit Juni, Juli. # In Gebüschen in
der Schweiz und bei Triest; selten. V. Gerardi De Can-
dolle, &erards Wicke.
8. Fahne ohne die beiderseitigen Einkerbungen. — Stengel
30 bis 60 cm hoch, niederliegend, aufsteigend oder kletternd.
Blätter 5- bis 7-paarig; Blättchen lineal-lanzettlich, unter-
128
180 Leguminosae.
seits weichhaarig, stachelspitzig. Blumenkrone blau, an ihrem
Grunde weisslich. Blütezeit Mai bis Juli. ©. Unter der
Saat, auf Buschhügeln, Schweiz, Istrien. Vieia enobry-
chioides L., Esparsett-Wicke.
B. Platte der Fahne nur halb so lang wie ihr Nagel. — Stengel
30 bis 125 cm lang, niederliegend, seltener klimmend, wie die
ganze Pflanze zottig. Blätter meist achtpaarig. Blättchen lineal-
lanzettlich. Nebenblätter länglich-lanzettlich, halb-spiessförmig.
Die 3 unteren Kelchzähne pfriemlich-fädlich, so lang wie die Kelch-
röhre, die oberen viel kürzer lanzettlich-pfriemlich. Fahne violett,
mit dunkelpurpurnen Saftmalstreifen; Flügel hellblau, Schiffchen
violett. Blütezeit Mai bis Juli. Mit Griffelbürste.e ©. Unter der
Saat, sehr zerstreut. (Oracca villosa @odron und Grenier.) V. villosa
Roth, Zottige Wicke.
Eine spärlich behaarte, dem mittleren Gebiete angehörende
Abart mit fast kahlem Stengel, kürzer gestielten Blütentrauben,
die drei unteren Kelchzähne aus breitem Grunde lanzettlich, kürzer
als die Kelchröhre, die oberen kurz dreieckig, ist (V. varıa Host)
var. glabrescens Koch, Kahle Wicke.
B. Trauben armblumig, sehr kurz gestielt, oder die Blüten einzeln oder‘
paarweise. Blättchen gross, mehrere Centimeter lang und nicht selten
auch breit.
I. Blätter mit einer einfachen Stachelspitze endigend; ein- bis dreipaarig.
1. Blumenkrone mit blauer bis hellvioletter Fahne, Flügel purpurrot,
Schiffchen weisslich oder dunkelrot gefleckt. Hier kann, aber selten,
gesucht werden (s. unten) V. sativa L., Saat-Wicke.
2. Blumenkrone gelb. Hülse kahl. — Stengel aufrecht, 30 bis 45 cm
hoch. Blätter zweipaarig, in eine Stachelspitze endend; Blättchen
eiförmig, zugespitzt, in ein Stachelspitzchen endend. Blütezeit
Juni, Juli. 4 In Waldgebirgen Krains, Steiermarks, Kärntens.
V. oroboides Wulfen, Waldervenartige Wicke.
3. Blumenkrone weiss; Flügel mit einem sammetschwarzen Fleck.
Hülse Aaumig, gedunsen, mit schwammigen Querscheidewänden. —
Stengel dick, aufrecht. Blätter zwei- bis dreipaarig, in eine Stachel-
spitze endigend. Blättchen fleischig, elliptisch oder länglich, mehr
oder weniger blaugrün, meist stachelspitzig. Blütezeit Juni, Juli.
Höhe 60 bis 125 cm. Mit Griffelbürste. ©. Aus Asien stammend,
der essbaren Samen halber im grossen angebaut. (Faba vulgaris
Leguminosae. 181
Mönch). Vieia Faba L., Dicke, Buff-, Pferde- oder Sau-
Bohne.*)
Il. Blätter (wenigstens die oberen) mit einer Wickelranke, selten mit
einem unpaarigen Endblättchen endigend (V. sativa).
A. Blätter ein- bis dreipaarig. Blumen rot bis purpurn.
1. Untere Blätter dreipaarig, obere meist nur zweipaarig. — Stengel
aufsteigend, vierkantig, dick, 30 bis 60 cm hoch. Blättchen
gross, umgekehrt-eiförmig, buchtig-gezähnt oder ganzrandig
Nebenblätter halbherzförmig, mit grossen und scharfen Zähnen.
Blumenkrone pfirsichblütrot bis schmutzig-violett. Blütezeit
Mai, Juni. ®. Mitunter an Stelle der Pferdebohne angebaut;
in Niederösterreich verwildert. V. narbonensis L., Französische
Bohne.
Eine Abart mit scharf gezähnten Blättchen ist V. serrati-
folia Jacquin, Gezähntblätterige Französische Bohne.
. Untere Blätter einpaarig, obere zwei- bis dreipaarig.
a. Blättchen mehrere Centimeter lang, länglich, bis breit lan-
zettlich. Hülse zottig. — Stengel aufrecht, eckig, bis 30 cm
hoch. Blumenkrone weisslich, mit hellrot schattiert, Fahne
violett. Blütezeit Mai, Jun. ©. In dem österreichischen
Küstengebiete. V. bithyniea L., Bithynische Wicke.
ß. Blättchen klein, selten 1 cm lang. Hülse kahl. — Stengel
liegend-aufstrebend, 8 bis 25 cm lang. Unterste Blätter ein-
paarig, mit umgekehrt-herzförmigen, ganz kleinen Blättchen.
Folgende Blätter unpaarig gefiedert, mit elliptischen Blätt-
chen; dann folgende zwei- bis dreipaarig, umgekehrt-eiförmig,
bis lineal-länglich, untere mit kleiner Stachelspitze, obere
meist mit einfacher Wickelranke endigend. Blumen klein,
einzeln achselständig, hellviolett. Blütezeit April bis Juni.
Höhe 8 bis 25 cm. ©. Auf Thriften, an Rainen; sehr zer-
streut. (Wiggersia lathyroides Flora der Wetterau.) V. lathy-
roides L., Platterbsenartige Wicke.
B.Blätter mehr als dreipaarig.
1. Fahne behaart. — Hülse hinabgeschlagen, länglich, rauhhaarig.
a. Haare der Hülse auf einem feinen Knötchen sitzend. Blume
ockerfarben. — Stengel eckig, aufrecht, bis 30 em hoch.
18)
*) Tafel 376. Vicia Faba L. A Blütenzweig. 1 Blüte geöffnet; 2 Griffel-
Ende mit Griffelbürste; 3 Hülse; 4 Same; 5 und 6 desgl. der Länge und der Quere
nach durchschnitten; 7 der von dem fleischigen Samenlappen losgelöste Keimling.
1, 2 und 7 vergrössert.
182
Leguminosae.
Blätter fünf- bis siebenpaarig. Blättchen umgekehrt-ei-herzförmig.
Blütezeit Mai, Jun. ©. Auf Kulturland und Grasplätzen im
österreichischen Küstengebiete; selten in der Schweiz. Vieia
hybrida L., Bastard-Wicke.
3. Haare der Hülse nicht auf einem Knötchen sitzend. Blume weiss-
lich oder bleich-gelblich, grün mit olivengrün gestreifter Fahne.
— Stengel liegend, aufsteigend oder klimmend, 30 bis 60 cm lang.
Blätter fünf- bis achtpaarig. Blättchen länglich oder umgekehrt-
eiförmig, in ein Stachelspitzchen endend. Blütezeit Maı bis Juli.
©. Auf Äckern, in Bayern, Österreich, Mähren, Steiermark, Istrien;
selten. V. pannonica Jacquin, Ungarische Wicke.
Eine Abart mit purpurroter oder rötlicher dunkler geaderter
Fahne ist V. purpurascens De Candolle, Rötliche Ungarische
Wicke.
23. Fahne kahl.
a. Hülse zur Reifezeit kahl, selten (angustifolia) mit einzelnen Härchen.
a. Nebenblätter halbspiessförmig, spitz-zugespitzt, spitz- und un-
gleich-gezähnt, die obersten auch wohl ganzrandig; häufig mit
einem dunklen Fleck und immer mit einer kleinen, ovalen, fein-
behaarten Vertiefung auf der Unterseite. — Kelchzähne ungleich,
die beiden oberen kürzer. Stengel aufsteigend, vierkantig,
30 bis 60 cm lang. Blätter drei- bis sechspaarig. Blättchen
breit-eiförmig oder eilänglich. Blumenkrone trüb-violett, die
Fahne mit dunkleren Adern, selten gelblich-weiss, weiss oder
rot. Hülse bei der Reife schwarz; Samen lichtbraun. Traube
meist fünfblütig. Blütezeit April bis Herbst. Mit Griffelbürste.
4. An Zäunen, auf Wiesen; gemein. (Wiggersia sepıum Flora
der Wetterau.) V. sepium L., Zaun-Wicke.
b. Nebenblätter anders gestaltet. Kelchzähne einander fast oder
ganz gleich.
aa. Blume mittelgross, gleichfarben purpurn. — Stengel kletternd,
10 bis 100 cm lang. Blätter meist fünfpaarig. Blättchen
lineal oder lineal-länglich, die der unteren Blätter mitunter
umgekehrt-eiförmig. Nebenblätter halb-nierenförmig, un-
gleich-eingeschnitten-gezähnt. Hülse abstehend, linealisch,
schwarz, ganz oder doch fast kahl. Samen schwarz (stets?).
Blütezeit Mai, Juni. Manche Pflanzen besitzen an weissen,
mit Niederblättern besetzten Ausläufern noch unterirdische
kleistogame Blüten. ©. Auf Wiesen, buschigen Grasplätzen
und Äckern; zerstreut. Wahrscheinlich die Stammart der
Leguminosae. 183
Saat-Wicke. Vieia angustifolia Roth, Sehmalblätterige
Wicke, Wilde Saat-Wicke.
Besondere Formen sind:
cc. var. segetalis Thuillier, Saat-Schmalblätterige Wicke;
Blätter fünf- bis achtpaarıg. Blättchen länglich, abgestutzt,
Nebenblätter viereckig, eingeschlitzt. Blumen tief-pfirsich-
blütrot. Samen schwarz.
ßß. var. Bobartii Forster, Bobartis Schmalblätterige
Wicke; zarte Form. Blätter zwei- bis fünfpaarig. Neben-
blätter pfeilförmig. Blumen hell-pfirsichblütrot. Samen
schwarz oder graubraun-marmoriert, bis hellbraun.
bb. Blumen mehrere Öentimeter gross, weiss-gelblich, Fahne russ-
farben überlaufen, schwärzlich-gestreift. — Stengel liegend,
aufsteigend oder klimmend. Blätter vier- bis siebenpaarig.
Blättchen umgekehrt-eiförmig oder länglich-linealisch, etwas
ausgerandet. Nebenblätter umgekehrt - eiförmig, ganzrandig,
seltener ein- bis zweizähnig und dann annähernd halbspiess-
förmig. Hülse lineal-länglich, aufrecht abstehend, schwarz,
kurzflaumig, zuletzt kahl. Blütezeit Mai, Juni. ® und ©.
Auf Äckern und Grasplätzen in Österreich, Kärnten, Krain und
dem Küstengebiet des Adriatischen Meeres. V. grandiflora
Scopoli, Grossblütige Wicke.
Eine Abart, bei der die oberen Blättchen länglich keil-
förmig sind, ist V. sordida Waldstein-Kitaibel.
ß. Hülse behaart.
a. Hülse bei der Reife hinabgeschlagen.
aa. Blumenkrone gelb. Kelchzähne ungleich, die beiden oberen
halb so lang wie die beiden unteren, zusammenneigend, der
unterste länger als die Kelchröhre. Hülse rauhhaarig, die
Haare auf einem starken Knötchen sitzend. — Kahl oder
spärlich behaart oder rauhhaarig (V. hirta Balbis). Stengel
aufrecht, 30 bis 60 em hoch. Blätter fünf- bis achtpaarig.
Blättehen linealisch bis länglich-lanzettlich. Blütezeit Juni,
Juli. ©. Unter der Saat im mittleren und südlichen Gebiet;
zerstreut. V. lutea L., Gelbe Wicke.
bb. Blumenkrone hellrötlich, dunkler gestreift. Kelchzähne ein-
ander fast gleich, die 4 oberen aufwärts gekrümmt. Hülse
flaumhaarıg. — Stengel aufrecht, kletternd, bis 50 cm hoch.
Blätter vier- bis siebenpaarig. Blättchen schmal-linealisch,
184 Leguminosae.
gestutzt. Blütezeit Mai, Juni. ©. Auf Kulturland in Istrien
und den istrischen Inseln. Vieia peregrina L., Fremde
Wicke.
b. Hülse bei der Reife abstehend oder aufrecht.
aa. Blättehen an ihrer Spitze tief-ausgerandet. Blättchen der
untersten Blätter umgekehrt-herzförmig, der oberen lineal-keilig,
zweilappig-ausgerandet. — Stengel 30 bis 60 cm hoch, vier-
eckig. Blätter meist siebenpaarig. Fahne bläulichrot; Flügel
hellrot mit weissen Nägeln; Schiffehen weiss, mit bläulicher
Spitze. Blütezeit Mai, Juni. Unter der Saat; in Krain und
dem österreichischen Küstengebietee V. cordata Wulfen,
Herzblätterige Wicke.
bb. Blättehen an ihrer Spitze abgestutzt oder etwas (aber nicht
herzförmig) ausgerandet.
ac. Blätter meist fünfpaarıg. Hülse abstehend, limealisch, zu-
letzt kahl. Hier könnte man suchen (siehe oben): V. grandi-
flora Scopoli, Grossblütige Wicke.
$ß. Blätter meist siebenpaarig. Hülse aufrecht, länglich, flaumig,
gelbbraun. — Stengel 30 bis 50 cm lang, liegend oder
kletternd. Blättchen der unteren Blätter umgekehrt-ei- .
förmig, ausgerandet, die der oberen länglich-umgekehrt-ei-
förmig, oder länglich-linealisch, ausgerandet-gestutzt, alle
stachelspitzig. Kelchzähne einander gleich, etwa so lang
wie die Kelchröhre. Krone ungleichfarbig; Fahne meist
bläulicher als die Flügel; Schiffchen hell, oft weiss, mitunter
purpurgefleckt, selten die ganze Krone weiss. Blütezeit
Juni, Juli. Mit Griffelbürste. ©. In mehrfachen Kultur-
varietäten vielfach angebaut; mitunter verwildert.
V.sativa L., Saat-Wicke.*)
Gattung 447: Ervum Tournefort, Erve. (XVII, 3.)
Kräuter mit paarig-gefiederten Blättern, welche in eine Wickelranke
(bei Ervilia und Orobus in eine Stachelspitze) endigen. Blumen klein
(3 bis 10 mm gross), in langgestielten, achselständigen Trauben. Kelch
fast regelmässig fünfteilig. Griffel fädlich, unterhalb seiner Spitze ringsum
*) Tafel 377. Vicia sativa L. A Blütenzweig. 1 Blüte; 2 Kelch; 3 Flügel;
4 Schiffehen mit Flügel; 5 Staubblattröhre mit Stempel, Griffelbürste; 6 reife Hülsen,
geschlossen und geöffnet; 7 Same; 8 derselbe im Längsschnitte. 1 bis 5, 7 und 8
vergrössert.
Leguminosae. 185
gleichmässig-fein behaart (fast kahl bei hirsutum). Hülse einfächerig, meist
zusammengedrückt.
A. Traube reichblütig. Blättchen eiförmig oder eilänglich (länglich bei
cassubicum).
I. Blätter. mit einfacher, stachelspitziger, gerader Ranke. — Stengel
kletternd, 30 bis 60 cm lang. Blätter vielpaarig, Blättchen länglich.
Nebenblätter halbpfeilförmig, am Grunde etwas gezähnt. Blumen-
krone weiss. Hülse lineal-länglich. Blütezeit Mai, Juni. 4 Auf
Wiesen und in Gebüschen im Spessart und in Schleswig. (Orobus
silvatieus L.; Vieia Orobus De Candolle) Ervum Orobus Kittel,
Wiekelrankenlose Erve.
Il. Blätter mit geteilter Wickelranke.
4A. Blätter drei- bis sechspaarig. Nebenblätter gross, halbpfeilförmig,
gezähnt. — Stengel kletternd und rankend, bis 2 Meter lang, wie
die ganze Pflanze kahl. Blättchen breit, eirund. Blumenkrone
gelblich-weiss. Hülse breit-linealisch-länglich. Blütezeit Juni,
Juli. # Auf Kalkboden in bergigen Laubwäldern; sehr zerstreut.
(Vicia pisiformis L.) E. pisiforme Petermann, Erbsen-Erve.
B. Blätter sieben- und mehrpaarig.
1. Kahl. Blätter sieben- bis neunpaarig. Nebenblätter halbmond-
förmig, eingeschnitten - vielzähnig. — Stengel kletternd, bis
2 Meter lang. Blättchen eiförmig, fast sitzend, mit Stachel-
spitzchen. Blumenkrone weisslich. Hülse lineal-länglich, fast
stielrund. Blütezeit Juli, August. #4 In Wäldern und Ge-
büschen gebirgiger Gegenden. (Vicia silvatica L.) E. silvati-
cum Petermann, Wald-Erve.
2. Weichhaarig oder zottig. Blätter 9- bis 13-paarig. Neben-
blätter halbpfeilförmig, ganzrandig. — Stengel liegend und
kletternd. Blättchen länglich, mit feiner Stachelspitze. Flügel
und Schiffehen weiss. Fahne violett-rot. Hülse fast rauten-
förmig. Blütezeit Juni, Juli. #. In trockenen Wäldern und
Gebüschen gebirgiger Gegenden. (Vicia cassubica L.; Vicia
multiflora Pollich.) E. eassubicum Petermann, Kassubische
Erve.
B. Blüten einzeln oder in wenigblütigen Trauben. Blättchen linealisch
oder länglich, dann gestutzt.
A. Nebenblätter einander ungleich, das eine linealisch sitzend, das andere
halbmondförmig, borstenförmig-gezähnt, gestielt. — Stengel etwas
klimmend, 30 bis 60 cm lang. Blätter meist siebenpaarig. Blüten
Leguminosae.
einzeln, selten zu mehreren. Hülse breit-länglich, meist dreisamig,
kahl.
Blütezeit Juli bis August. ©. Auf Ackerrändern; in Rhein-
provinz und Bayern, sehr zerstreut; bisweilen angebaut und daher
verwildert. (Vieia monantha Koch; V. articulata Willdenow; Cracca
monanthos Godron und Grenier.) Ervum monanthos L., Einblütige
Erve.
B. Nebenblätter einander gleich, halbpfeilförmig.
1. Blätter zwei- bis vierpaarig.
dl.
Blütenstiel an seiner Spitze in eine Granne vorgezogen. Hülse
meist sechssamig, linealisch, kahl. — Stengel klimmend, 15 bis
30 cm hoch. Blätter zwei- bis vierpaarig. Blütenstiele ein- bis
vierblütig. Blütezeit Juni, Juli. ©. Auf Kulturland und grasigen
Hügeln im mittleren Teile des Gebietes; zerstreut. (Vicia graci-
lis Loiseleur; E. gracile De Candolle) E. tenuissimum Mar-
schall von Bieberstein, Schlanke Erve.
Eine Abart mit kleinem Blütenstiel ist E. brevepedun-
eulatum Willkomm. (Vicia agrestis Scheele.)
. Blütenstiel an seiner Spitze nicht in eine Granne vorgezogen.
Hülse meist viersamig, etwas breit-linealisch, kahl. — Stengel
klimmend, 15 bis 60 cm hoch. Blätter drei- bis vierpaarig..
Blütenstiele ein- bis dreiblütig. Blumen kleiner als an voriger;
Fahne lila, Flügel hellblau, Schiffchen weiss mit einem dunkel-
blauen Fleck an der Spitze. Blütezeit Juni, Jul. ®. Auf
Sandfeldern, in Gebüschen, an Waldrändern; verbreitet. E. tetra-
spermum L., Viersamige Erve.
2. Blätter mehr als vierpaarig.
Üü.
Blätter mit Wickelranke, meist sechspaarig. Hülse zweisamig,
länglich, weichhaarig. — Stengel kletternd, 15 bis 60 cm lang,
wie die Blätter etwas behaart. Blüten zu 2 bis 6, traubig.
Blumenkrone weiss oder bläulich-weiss. Blütezeit Juni, Juli.
Mit Klappvorrichtung. Griffelbürste bis auf wenige Haare ver-
kümmert. ®. Auf Äckern, in Gebüschen, an sandigen Ufern;
gemein. E. hirsutum L., Behaartfruchtige Erve, Wilde
Linse, Zitter-Linse.
. Blätter mit einer einfachen Stachelspitze endigend, meist zehn-
paarig. Hülsen meist viersamig, buchtig-holperig, fast perl-
schnurförmig. — Stengel aufrecht oder aufsteigend, 30 bis 60 cm
hoch. Blüten meist paarweise. Blumenkrone weisslich. Blüte-
zeit Juni. ©. Unter der Saat; im südlichen Teile des Gebietes,
Leguminosae. 187
am Mittelrhein und in dessen Seitenthälern, Böhmen, Schweiz.
(Vieia Ervilia Willdenow.) Ervum Ervilia L., Knotenfrüchtige
Erve.
Gattung 448: Lens Tournefort, Linse. (XVII, 3.)
Der vorigen Gattung nahe verwandt und oft mit ihr zur Gattung
Ervum L. verschmolzen. Von ihr unterschieden durch den flachen, unter-
halb seiner Spitze auf der inneren Seite behaarten, auf der äusseren Seite
kahlen Griffel.
I. Wenigstens die oberen Blätter endigen in eine Wickelranke. — Stengel
im ganzen aufrecht, 15 bis 30 cm hoch. Obere Blätter meist sechs-
paarig. Blättchen länglich-lanzettlich bis lineal-lanzettlich. Neben-
blätter lanzettlich, ganzrandig. Blütenstiele ein- bis zweiblütig, an
ihrem Ende begrannt. Blumenkrone weisslich; Fahne mit blauen
Saftmallinien. Hülse fast rautenförmig, meist zweisamig, kahl. Blüte-
zeit Juni, Juli. Angebaut und verwildert. (Ervum Lens L.; Lathyrus
Ervum Kittel). L. eseulenta Mönch, Essbare Linse.*)
II. Blätter in eine einfache, sehr kurze, borstenförmige Stachelspitze
endigend.
1. Nebenblätter halbspiessförmig, ganzrandig. Kelch kürzer als die
Blumenkrone. — Stengel aufrecht. Obere Blätter dreipaarig.
Blättchen lineal-lanzettlich. Blütenstiele einblütig, ohne Endgranne.
Blüten bläulich-weiss. Hülse fast rautenförmig, behaart, meist
zweisamig. Blütezeit Juni, Jul. Höhe etwa 15 cm. ©. Auf
Äckern in Kämten, Krain, Istrien. (Lathyrus Lenticula Kittel;
Ervum Lenticula L) L. Lentieula Schreber, Zwerg-Linse.
D
. Nebenblätter halbspiessförmig, gezähnelt. Kelch so lang wie die
Blumenkrone — Stengel aufrecht. Obere Blätter dreipaarig.
Blättchen länglich-Iineal. Blütenstiele ein- bis zweiblütig, in eine
Granne endigend. Blüte bläulich-weiss. Hülse fast rautenförmig,
zweisamig, kahl. Blütezeit April, Mai. ©. An unbebauten Orten
und auf Äckern in Istrien und Südkrain. (Ervum nigricans
Marschall von Bieberstein). L. nigriecans Godron, Schwärzliche
Linse.
*) Tafel 378. Lens esculenta Mönch. AB blühende und fruchtende Pflanze.
1 Schiffehen; 2 Staubblätter und Stempel; 3 Griffelende mit einseitiger Griffelbürste;
4 Hülse; 5 Samen; 6 Same durchschnitten. 1 bis 3 und 6 vergrössert.
188 Leguminosae.
Gattung 449: Orobus L., Wald-Erve. (XVII, 3.)
Griffel flach, auf der inneren Seite mit einer Haarlinie. Blattstiel in
eine Stachelspitze endigend; im übrigen der folgenden Gattung Lathyrus
nahe verwandt und mit derselben zu der Gattung Lathyrus L. vereinigt.
A. Blätter ohne Blättchen. Blattstiel lanzettlich, blattartig. Nebenblätter
sehr klein, pfriemlich, an ihrem Grunde halbspiessförmig. Blüten einzeln
oder paarweise an langen Stielen, anfangs aufrecht, später nickend, pur-
purrot. Blütezeit Mai bis Juli. Hülsen langgestreckt, in der Jugend
dicht-seidenhaarig, später kahl. Höhe 30 bis 50 cm. ©. In Gebüschen,
an Acker- und Wiesenrändern, im mittleren Teil des Gebietes; zerstreut.
(Lathyrus Nissolia L.) 0. Nissolia Döll, Blattlose Wald-Erve.*)
Die Abart gramineus (Lathyrus gramineus Kerner), Grasblätterige
Wald-Erve, hat angedrückt-behaarte Hülsen.
B. Blattstiele mit Blättchen.
I. Stengel deutlich-geflügelt (nicht nur oberwärts schmal-geflügelt). —
Wurzel weitkriechend, an den Gelenken mit Knollen. Stengel nieder-
liegend und aufsteigend, 15 bis 30 cm lang. Blätter zwei- bis drei-
paarig. Blättchen länglich-lanzettlich, unterseits blau-grün. Neben-
blätter halbpfeilförmig. Blumen wohlriechend, in drei- bis achtblütigen
Trauben, anfangs rosenrot, dann purpurviolett, zuletzt schmutzig-blau.
Hülsen lineal-länglich. Blütezeit April bis Juli. Mit Griffelbürste.
4. In trockenen Waldungen. (Lathyrus macrorrhizus Wimmer;
OÖ. tuberosus L.) O0. montanus Bernhardi, Berg-Wald-Erve.
Eine Abart mit schmal-linealen Blättern ist 0. tenuifolius Roth,
Schmalblätterige Wald-Erve.
II. Stengel nicht oder nur oberwärts schmal-geflügelt.
A. Blumenkrone weiss, gelblich-weiss oder gelb (Fahne auf dem Rücken
oft rötlich, selten ganz rot). (Vergl. auch OÖ. vernus L.)
1. Wurzelstock büschelig, mit keulig-verdickten Wurzeln. Stengel
niederliegend und aufsteigend. Blätter zwei- bis fünfpaarig.
Blättehen schmal-lanzettlich oder linealisch, kahl, etwas lederig.
Nebenblätter ziemlich gross, schmal-lanzettlich, mit halbpfeil-
förmigem Grunde. Blumenkrone weiss, Fahne auf dem Rücken
rosenrot-angelaufen. Blütezeit Mai, Juni. Höhe bis etwa 30 cm
4. Auf Bergwiesen in Böhmen, Mähren, Österreich, im Küsten-
gebiete des Adriatischen Meeres; selten in Württemberg.
(Lathyrus pannonicus Garcke) 0. albus L. Weisse
Wald-Erve.
*, Tafel 330. Orobus Nissolia Döll. B kleine Pflanze,
DD
Leguminosae. 189
Abarten sind:
Kleinknollige Wald-Erve, mierorrhizus Neilreich,
(O. pannonicus Jacquin) mit 2 bis 2,5 em langen Wurzelknollen;
Grosswurzelige Wald-Erve maecrorrhizus Neilreich
(0. versicolor Gmelin) mit 8 bis 20 cm langen Wurzelknollen
und hellgelben Schiffehen und Flügeln. Böhmen.
. Wurzelstock nicht büschelig. Stengel aufrecht. Blätter meist
vierpaarig. Blättchen länglich, ziemlich spitz, unterseits blau-
grün, glanzlos. Nebenblätter halbpfeilföürmig bis ganzrandig
und nur an ihrem Grunde etwas gezähnelt. Blumenkrone erst
hellgelb, beim Welken gelbbraun. Blütezeit Mai, Juli. Höhe
50 bis 130 cm. 4. In Bergwäldern der Alpen und Voralpen
in der Schweiz, Tirol, Salzburg, Krain; im nördlichen Teile des
Gebietes, sehr selten. (Lathyrus luteus Grenier, Lathyrus
ochraceus Kittel.) Orobus luteus L., Gelbe Wald-Erve.
B. Blumen purpurn.
Y;
Blätter, wenigstens die oberen, eiförmig bis länglich, zugespitzt.
a. Blätter unterseits-glänzend.
a. Frucht kahl, lineal-länglich, zusammengedrückt. Blättchen
eiförmig, lang-zugespitzt bis lanzettlich, flaumig-gewimpert,
sonst kahl. — Wurzelstock knotig. Stengel einfach,
scharfkantig, bis 30 cm hoch. Blätter zwei- bis dreipaarig.
Blumen erst purpurn, dann blau, schliesslich ins grüne
spielend, selten ganz weiss, in vier- bis sechsblütiger
Traube. Blütezeit April, Mai. #. In schattigen, feuchten
Laubwäldern, namentlich häufig in den Gebirgsgegenden
des mittleren und südlichen Teiles des Gebietes. (Lathyrus
vernus Bernhardi) 0. vernus L., Frühlings- Wald-
Erve.”)
Eine Abart mit sehr schmalen, linealischen Blättern
ist O0. graeilis Gaudin, Schmalblätterige Frühlings-
Wald-Erve.
db. Frucht in der Jugend fein-drüsig-rauh. Blätter an ihrem
Grunde schief-abgerundet. Blüten kleiner als bei voriger.
Flügel und Schiffehen rosenrot, schwachgestreift; Fahne
*) Tafel 379. Orobus vernus L. A blühende Pflanze. 1 Büte; 2 Kelch;
3 Schiffchen; 4 Staubblätter, Stempel und Griffelbürste; 5 Hülse; 6 Same. 2, 4, 6
vergrössert.
190 Leguminosae.
purpurn, dicht mit dunkleren Linien gezeichnet. Im übrigen
der vorigen ähnlich, auch als Abart derselben angesehen.
Blütezeit Mai, Juni. 2%. In Bergwäldern, in Südkrain,
Südtirol und im österreichischen Küstengebiete. Orobus
variegatus Tenore, Bunte Wald-Erve.
b. Blätter unterseits blaugrün, glanzlos. — Stengel aufrecht,
zweischneidig-kantig, 30 bis 100 cm hoch. Blätter fünf- bis
sechspaarig, beim Trocknen schwarz werdend. Blättchen
schmal-lanzettlich oder umgekehrt-eilanzettlich, stachelspitzig.
Blumen in einseitswendiger, vier- bis achtblütiger Traube,
purpurrot, zuletzt blau. Blütezeit Juni, Juli. #. In trockenen
Laubwäldern, auf Kalkboden; verbreitet, aber nicht überall.
(Lathyrus niger Bernhardi.) 0. niger L., Schwarzwerdende
Wald-Erve.
2. Blättchen linealisch.
a. Nebenblätter die Ansatzstellen der untersten Blättchen über-
ragend. — Stengel aufrecht, kantig. Blätter zwei- bis drei-
paarig. Blumenkrone purpurn. Blütezeit Juni. 4. Schweiz;
sehr selten (Lathyrus canescens Grenier und Godron.) 0. ensi-
folius Gay, Schwertblätterige Wald-Erve.
b. Nebenblätter die Ansatzstellen der untersten Blättchen nicht.
erreichend.
a. Blätter unterseits glänzend. Hierher (s. oben) 0. vernus
var. gracilis, Schmalblätterige Frühlings-Wald-Erve.
ß. Blätter unterseits blaugrün, glanzlos. Wurzelstock kurz-
kriechend, faserig. Stengel kantig, nicht geflügelt. Blätter
zwei- bis dreipaarig. Blättchen linealisch, zart-parallel-
nervig. Blumen, in lockerer, vier- bis sechsblütiger
Traube, ansehnlich gross, purpurn bis dunkelblau. Blüte-
zeit Juni, Juli. %. Auf Bergwiesen in Hohenzollern und
Untersteiermark. 0. alpestris Waldstein-Kitaibel,
Alpen-Wald-Erve.
Gattung 450: Lathyrus L. (zum Teil), Platterbse. (XVII, 3.)
Von der vorigen Gattung dadurch unterschieden, dass die Blattspindel
in eme Wickelranke endigt.
A. Blättehen sind nuran den untersten Blattstielen und zwar zul bis 2 Paaren
vorhanden; sie fehlen den oberen Blättern ganz, sodass das ganze Blatt
durch die rankenartigen Blattstiele ersetzt ist; doch sind die Nebenblätter
sehr gross, eiförmig, zugespitzt, mit spiessförmigem Grunde. — Stengel
Leguminosae. 191
kleiternd, 15 bis 30 cm hoch. Blütenstiele achselständig, ein- bis zwei-
blütig. Blumenkrone gelb. Hülsen länglich. Blütezeit Juni. Auf
Äckern, an Hecken, im mittleren, westlichen und südlichen Deutschland;
zerstreut. (Orobus Aphaca Döll; Aphaca vulgaris Presl) L. Aphaca
L., Nebenblätterige, Ranken-Platterbse.*)
B. Die oberen Blattstiele tragen Blättchen.
I. Blattstiele sehr breit-geflügelt und dadurch blattartig; die unteren
hinablaufend, lanzettlich oder länglich, blattlos, die oberen mit 1 bis
2 Paaren Blättchen. — Blüten einzeln, achselständig, gelblich- weiss.
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 25 bis 40 em. ©. In Istrien; mitunter
kultiviert. (Pisum Ochrus L) L. Ochrus De Candolle, Ochrus-
Platterbse.
II. Alle Blattstiele tragen Blättchen.
A. Blütenstiele ein- bis zweiblütig. © oder ©.
1. Samen glatt, nicht höckerig-rauh.
a. Hülse acht- bis zehnsamig, verlängert bis linealisch.
a. Hülse flaumig. — Niederige Pflanze. Blätter einpaarig.
Blütenstiele einblütig. Blumen sehr klein, bläulich. Frucht-
knoten seidig-zottig. Blütezeit Juni, Juli. ©. Am Meeres-
strand in Süd-Istrien. (L. parviflorus Roth.) L. incon-
spicuus L., Unansehnliche Platterbse.
ß. Hülse kahl.
a. Fruchtknoten fein-drüsig-punktiert. Hülse gestreift-
aderig. — Blätter einpaarig. Blumenkrone lila. Blüte-
zeit Juni. ©. Unter der Saat. Im österreichischen
Küstengebiete; selten. L. stans Visiani, Aufrechte
Platterbse.
b. Fruchtknoten kahl. Hülse nervig und vorspringend-
gestreift-aderig. — Blätter einpaarig. Blumenkrone
ziegelrot, mit purpur-geaderter Fahne und weisslichem
Schiffehen. Blütezeit Mai, Juni. ©. Auf Äckern und
Grasplätzen in der Südschweiz, Südtirol und im öster-
reichischen Küstengebietee L. sphaerieus Retzius,
Kugeligsamige Platterbse.
b. Hülse meist viersamig, länglich.
a. Oberer Rand der Hülse auswärts-gekrümmt, zweiflügelig. —
Stengel aufstrebend, geflügelt, 25 bis 50 cm hoch. Blätter
einpaarig. Blättchen lanzettlich oder lineal-lanzettlich,
*) Tafel 3830 A. Lathyrus Aphaca L. A blühende Pflanze.
Leguminosae.
sehr spitz. Blüten einzeln, gross, bläulich, rötlich oder
weiss. Schiffchen sehr unsymmetrisch: Spitze des rechten
Blattes nach aussen gewölbt, die des linken vor der Spitze
mit tiefer Falte. Hülse länglich, flach zusammengedrückt,
netzig-geadert. Samen kantig. Blütezeit Mai, Juni.
Griffel nach oben verbreitert und mit Bürste versehen.
©. Aus Südeuropa, hin und wieder als Hülsenfrucht und als
Futter angebaut und in den südlicheren Teilen des Ge-
bietes verwildert. Lathyrus sativus L., Essbare Platt-
erbse.
ß. Oberer Rand der Hülse gerade, rinnig (sehr schmal-zwei-
flügelig).
aa. Blättchen lineal-länglich. — Der vorigen ähnlich und
auch als deren Abart angesehen. Blumenkrone rot.
Blütezeit Mai, Juni. Hülsen kahl wie die ganze
Pflanze. ®. In der Schweiz, Krain und dem Küsten-
gebiete des Adriatischen Meeres hier und da ange-
baut. (L. sativus 8; Lamarck) L. Cicera L., Spa-
nische, Kicher-Platterbse.
#ß. Blättchen eiförmig, stumpf, stachelspitzig. Hülse kahl. .
Blumenkrone purpurrot. Blütezeit Juli, August. ©.
Aus Nordafrika stammend, öfter als Zierpflanze
angebaut. L. tingitanus L., Afrikanische Platt-
erbse.
Blättchen eiförmig, stachelspitzig. Hülse behaart.
Blumenkrone sehr wohlriechend und gross, Fahne
pfirsichblüten- oder rosenrot, Flügel dunkelviolett oder
weiss. Blütezeit Juni, Jul. ©. Häufig als Zier-
pflanze angebaut. L. odoratus L., Wohlriechende
Platterbse, Garten-Wicke.
2. Samen höckerig-rauh.
a. Blütenstiele zweiblütig. — Stengel aufsteigend, geflügelt, 30
bis 100 cm lang. Blätter einpaarig. Blättchen lanzettlich
oder länglich-linealisch, spitz. Blumenkrone gross, violett-
rot, beim Welken blau. Hülse lineal-länglich, rauhhaarıg;
die Haare an ihrem Grunde knotig-verdickt. Blütezeit
Juni, Juli. © und ©. Auf Äckern; im mittleren und süd-
lichen Teile des Gebietes zerstreut. L. hirsutus L., Rauh-
haarige Platterbse.
n
Zr:
Leguminosae. 193
b. Blütenstiele einblütig.
a. Samen kugelig.
a. Hülse länglich, zwei- bis dreisamig. — Blätter ein-
paarig. Blumenkrone purpurn. Blütezeit April bis Juni.
©. Tirol, Istrien. Lathyrus setifolius L., Borsten-
blätterige Platterbse.
b. Hülse lineal-länglich, sechssamig. — Blätter einpaarig.
Blumenkrone gelb. Blütezeit Mai, Juni. ©. Auf den
istrischen Inseln. L. annuus L., Einjährige Platterbse.
8. Samen würfelförmig-kantig, knotig-rauh. — Blätter ein-
paarig. Blumenkrone purpurn. Hülse schmal-lineal, glatt,
aderlos. Blütezeit Mai, Juni. ©. Unter Saaten, in Wein-
bergen in Tirol, Krain und im österreichischen Küsten-
gebiete. L. angulatus L, Würfelsamige Platterlse.
B. Blütenstiele vielblumig. Ausdauernde Pflanzen.
1. Stengel ungeflügelt, kantig.
a. Blätter vier- bis fünfpaarig. Stengel liegend, 15 bis 50 cm
lang, zerstreut-kurzhaarig. Blättchen eirund-länglich, ganz-
randig. Nebenblätter meist pfeilförmig, mit spitzen Ährchen.
Trauben achselständig, vielblütig. Fahne purpurrot, Flügel
bläulich-rosenrot. Blütezeit Juni, August. #. Am Meeres-
ufer, namentlich auf den Dünen, an Nord- und Ostsee und
am Adriatischen Meere; zerstreut. (Pısum maritimum L.;
Orobus maritimus Reichenbach) L. maritimus Bigelow,
Strand-Platterbse.
b. Blätter einpaarig.
«. Nebenblätter halbpfeilförmig, linealischh Wurzelstock
fadenförmig, an den Gelenken mit Knollen. — Kahl.
Stengel liegend und aufsteigend, 30 bis 100 cm lang.
Blättchen stachelspitzig, eiförmig, nach beiden Seiten zu-
gespitzt, oder umgekehrt-eiförmig, mit fast keiligem
Grunde. Blütentrauben achselständig, mehr- bis reichblütig.
Blumenkrone purpurrot. Hülse lineal-länglich. Blütezeit
Juli. %#. Aufschwerem, namentlich kalkhaltigem Boden,
besonders im mittleren und südlichen Teile des Gebietes,
als Unkraut im Getreide. Knollen: Erdnuss, Erdmandel,
Erdeichel, Erdmaus, süss, geniessbar. L. tuberosus I
Knollige Platterbse.
ß. Nebenblätter meist pfeilförmig, breit-lanzettlich. — Weich-
haarig. Stengel kletternd, 30 bis 100 cm lang. Blätt-
Thome, Flora. III. Bd. II. Aufl. e 13
194
Leguminosae.
chen lanzettlich. Blütenstiele achselständig, reichblütig.
Blumen gelb. Blütezeit Juni, Juli. Hülsen lineal-länglich.
#4. Auf Wiesen, an Hecken und Gräben; durch das ganze
Gebiet verbreitet. (Orobus pratensis Döll.) Lathyrus
pratensis L., Wiesen-Platterbse.
Eine kahle Abart mit einseitswendigen Blüten ist
L. sepium Scopoli, Hecken-Platterbse.
2. Stengel geflügelt.
a. Blätter einpaarig.
a. Flügel der Blattstiele so breit wie die des Stengels.
a. Nabel die Hälfte der kugeligen oder länglichen, etwas
höckerig-rauhen Samen umgebend. — Stengel kriechend
oder kletternd, 125 bis 130 cm lang. Blättchen läng-
lich-lanzettlich, stumpf, stachelspitzig. Blütentraube
achselständig, reichblütig. Fahne innen rosenrot; Flügel
an ihrer Spitze violett; Schiffehen schmutzig-gelb.
Hülse länglich-Iineal. Samen aschgrau # In Ge-
büschen, an Waldrändern;, sehr zerstreut. (L. inter-
medius Wallroth.) L. platyphyllos Retzius, Flach-
blätterige Platterbse.
b. Nabel kaum ein Drittel des runzeligen Samens um-
gebend. — Stengel kletternd, 1 bis 3 m lang. Sehr
selten sind die oberen Blätter zweipaarig. Blättchen
eiförmig, länglich oder lanzettlich, stachelspitzig. Blumen
in achselständigen, gedrängten, meist mehr als acht-
blütigen Trauben, rosenrot, wohlriechend. Blütezeit
Juli, August. %#. In Hecken, Gebüschen und lichten
Waldungen, in der Schweiz, Mähren, Niederösterreich,
Krain, Südtirol; vielfach in Gärten angepflanzt und
mitunter verwildert. L. latifolius L., Breitblätterige
Platterbse.
ß. Flügel der Blattstiele halb so breit wie die des Stengels.
a. Blättehen lanzettlich-zugespitzt. Nabel die Hälfte des
knotig-runzeligen Samens umgebend. — Stengel klet-
ternd, 1 bis 2 m lang. Nebenblätter halbpfeilförmig,
linealisch-pfriemlich. Blüten in reichblütiger, achsel-
ständiger Traube. Fahne auf‘ dem Rücken rötlich-grün,
inwendig am Grunde purpurrot, im übrigen fleisch-
farben; Flügel und Schiffchen fleischfarben, an der
Leguminosae. 195
Spitze purpum. Blütezeit Juli, August. #4. In Wäl-
dern, auf buschigen Bergabhängen; durch das ganze
Gebiet; in Gebirgsgegenden häufiger als in der Ebene.
Lathyrus silvester L., Wald-Platterbse.
b. Blättchen länglich, blaugrün. Nabel nur ein Drittel
der kleinen, mit rundlichen Knötchen besetzten Samen
umgebend. Hierher L. heterophylius L. (Siehe die
folgende Art.) var. unijugus Koch, Einblätterige
Verschiedenblätterige Platterbse.
b. Wenigstens die oberen Blätter sind zwei- oder mehrpaarig.
a. Untere Blätter einpaarig, obere zwei- bis dreipaarig, alle
blaugrün.
@. Knötehen der Samen rundlich. — Stengel kletternd,
1 bis 3 m hoch. Blättchen länglich, oberste lineal-
lanzettlich. Blumenkrone purpurrot bis blau; Nägel
gelb. Blütezeit Juli, August. # In Gebirgswäldern
und Gebüschen; sehr zerstreut und selten. L. hetero-
phyllus L., Verschiedenblätterige Platterbse.
b. Knötchen der Samen länglich, ineinanderfliessend. Sehr
selten gehört hierher (siehe oben) L. latifolius L.,
Breitblätterige Platterbse.
ß. Alle Blätter zwei- bis mehrpaarig.
a. Nebenblätter mehreremal kleiner als die Blättchen,
halbpfeilförmig, lineal-lanzettlich. — Stengel klimmend,
30 bis 100 cm lang. Blättchen länglich -lanzettlich.
Blütentraube achselständig, reichblütig. Blumenkrone
blau. Blütezeit Juli, August. %#. Auf sumpfigen
Wiesen; durch das ganze Gebiet zerstreut, aber nicht
häufig. (Orobus paluster Reichenbach.) L. paluster
L., Sumpf-Platterbse.
b. Nebenblätter fast grösser als die Blättchen, ei-halb-
pfeilförmig. — Blättchen eiförmig-länglich, stumpf,
stachelspitzig. Kelchzähne eilanzettlich, gewimpert,
einander ungleich. Blumen in mehrblütigen Trauben,
trüb-dunkelrot. Hülsen zusammengedrückt, schmal.
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 bis 75 cm. 2%. An
Waldrändern und in Gebüschen in Böhmen und West-
preussen. (L. mutabilis Klinggraeff; Orobus pisi-
formis A. Braun) L. pisiformis L., Erbsenartige
Platterbse.
13*
196 Leguminosae,
Gattung 451: Pisum Tournefort, Erbse. (XVII, 3.)
A. Stengel aufrecht, liegend oder kletternd, kahl, wie die ganze Pflanze.
Blätter ein- bis dreipaarig-gefiedert, in eine vielteilige Wickelranke
endend. Blättchen eiförmig, stumpf, ganzrandig. Nebenblätter halb-
herzförmig, am Grunde gezähnt, so gross oder grösser wie die Blättchen.
Blütenstiele achselständig, ein- bis zweiblütig; Kelchzipfel bedeutend länger
als die Kelchröhre. Blumenkrone meist weiss, öfters die Fahne hellrosa
oder bläulich und die Flügel purpurn. Griffel zu einer nach unten offenen
Rinne zusammengefaltet, gegen die Spitze verwachsen und hakig-ge-
krümmt, auf der oberen Kante mit Bürste. Blütezeit Mai bis Juli.
Höhe 30 bis 100 em. © Im grossen gebaut. P. sativum L., Ge-
meine Erbse.*)
Man unterscheidet gegen 100 Kulturformen; mehrere derselben
mit bunten Blüten und graugrünen, braunpunktierten Samen wurden
auch als besondere Art P. arvense L., Acker-Erbse, Wilde Eri;se,
Stockerbse betrachtet.
I. Unterart: Zucker-Erbse, saccharatum Reichenbach. Hülse so
zart, dass sie unreif essbar ist und bei der Reife um die Samen
einschrumpft.
1. Formen-Gruppe: Schwert-Zuckererbsen, flexuosum Willdenow
(P. leptolobum Camerarius). Hülsen schwertförmig, weit breiter
als die Samen es erforderten.
2. Formen-Gruppe: Gemeine Zuckererbsen, saccharatum Host.
Hülsen nicht schwertförmig.
II. Unterart: Kern-Erbse, Pflückerbse, pachylobum Dierbach. Innen-
schicht der Hülse pergamentartig; daher die Hülse so wenig zart,
dass sie selbst unreif nicht geniessbar ist, auch bei der Reife nicht
zusammenschrumpft.
3. Formen-Gruppe: Buntblütige Kernerbse, variegatum Alefeld
Blüten bunt, d. h. nicht weiss.
4. Formen-Gruppe: Markerbsen, medullare Alefeld (P. quadratum
Miller). Blüten weiss, Samen eingeschrumpft, faltig.
5. Formen-Gruppe: Grüne Rollerbsen, glaucospermum Alefeld.
Blüten weiss; Samen kugelig oder fast kugelig, grün oder blau.
*) Tafel 381. Pisum sativum L. A Blüten-, BFruchtzweig. 1 Blütenlängs-
schnitt; 2 oberes Ende des Staubfadenbündels nebst Griffel; 3 vorderes Ende des
Fruchtknotens nebst Griffel und Griffelbürste; 4 junge, 5 ausgewachsene Hülse; 6 und
7 Same in verschiedenen Richtungen durchschnitten. 1 bis 3, 6 und 7 vergrössert.
Leguminosae. 197
6. Formen-Gruppe: Helle Zwergerbsen, humile Poiret. Blüten
weiss. Samen kugelig, selten etwas eckig, erbsengelb, selten mit
etwas grünlichem Schimmer. Pflanze 20 bis 60 cm hoch.
7. Formen-Gruppe: Helle Rollerbsen, vulgare Alefeld. Blüten
weiss. Samen kugelig, erbsfarben bis dottergelb. Pflanze bis
über 1 m hoch.
B.Die Türkische oder Traubenerbse, P. umbellatum Miller, mit weissen
oder purpurnen Blüten, die an vier- bis siebenblütigen Stielen in ein-
facher Doldentraube stehen, wird mitunter als Zierpflanze angebaut.
4. Stamm: Phaseoloideae, Bohnenartige.
Hierher nur:
9 Sippe: Phaseoleae, Bohnengewächse.
Hierher nur:
Gattung 452: Phaseolus Tournefort, Bohne. (XVII, 3.)
Kräuter mit gedreiten Blättern. Blüten in achselständiger Traube.
Kelch zweilippig-fünfzähnig. Staubblätter zweibrüderig, samt dem Griffel
und dem Schiffehen schraubenförmig-gewunden. Hülse durch ein schwammig-
lockeres Gewebe zwischen den Samen unecht-querfächerig, der Länge nach
zweiklappig-aufspringend. Samenlappen dick-fleischig, nicht zu laubigen
Blättern auswachsend.
A. Narbe auf der Aussenseite des Griffels herablaufend. Blütentraube oft
länger als das Blatt, in dessen Achsel sie entspringt. Hülsen rauh, etwas
sichelförmig. Samenlappen bei der Krümmung unter der Erde bleibend.
— Stengel windend, 2 bis 3!/, m lang, wie die Blätter flaumig oder fast
kahl und von feinen Knötchen rauh. Blättchen gross, ganzrandig, spitz
oder zugespitzt, das mittlere eiförmig, die beiden seitlichen schief-eiför-
mig. Nebenblätter lanzettlich, sehr klein. Blumen scharlachrot, selten
weiss. Samen buntgescheckt. Blütezeit Juni bis August. Mit Griffel-
bürste und Explosionsvorrichtung. © Aus Südamerika (?) stammend,
vielfach angebaut. (Ph. multiflorus Lamarck; Lipusa Alefeld.) P. cocei-
neus L., Scharlachrote oder Feuer-Bohne.“)
Sie wird in mehreren Sorten angebaut:
a. eoceineus Lamarck, Scharlachrote Schminkbohne. Blüte scharlach-
rot, Samen hellviolett, dichtschwarz marmoriert.
*) Tafel 332. Phaseolus coceineus L. A Blüten- und Fruchtzweig. 1 Blüte
nach Wegnahme der Fahne und eines Flügels; 2 Same; 3 desgl. im Längsschnitte;
4 Keimling aus den Samenlappen herausgelöst. 1 und 4 vergrössert.
198 Leguminosae.
8. bicolor Arrabida), Zweifarbige Schminkbohne. Fahne scharlach-
rot, Flügel und Schiffehen weiss; Samen gelblichrot, braun marmoriert.
y. niger Martius. Schwarze Schminkbohne Blüte dunkelrot;
Samen kohlschwarz.
d. albiflorus Lamarck. Weissblütige Schminkbohne. Blüte und
Samen weiss.
B. Narbe auf der Innenseite des Griffels herablaufend. Traube kürzer als
das Blatt, in dessen Achsel sie entspringt. Hülse glatt, ziemlich gerade.
Samenlappen sich bei der Krümmung über den Boden erhebend, welkend
und bald abfallend. — Stengel aufrecht oder windend, wie auch die Blätter
flaumig oder fast kahl und von feinen Knötchen rauh. Blättchen gross,
ganzrandig, das mittelste eiförmig, die beiden seitlichen schief-eiförmig.
Nebenblätter lanzettlich oder borstlich, sehr klein. Blumen weiss, seltener
gelblich, rötlich oder violett. Samen meist weiss, aber auch verschieden-
artig gefärbt und gefleckt. Blütezeit je nach der Kultur Juni bis Sep-
tember. Sie können sich mit vollem Erfolg selbst bestäuben. © Aus
Östindien (?) stammend, vielfach angebaut. Phaseolus vulgaris L.,
Gemeine oder Schminkbohne.
Die zahlreichen, weit über 100 Kulturformen lassen sich zunächst ein-
teilen in:
a. Stangenbohnen; Stengel windend, über Manneshöhe.
b. Pfahl- oder Reiserbohnen; Stengel windend, 30 bis 125 em hoch.
c. Busch-, Krup-, Stock- oder Strauchbohnen (Ph. nanus L.); Stengel
ohne windende Spitze.
Man unterscheidet 6 Varietäten-Gruppen.
1. Halbflache Bohnen, subeompressus Alefeld. Meist Pfahl-, seltener
Stangen-, ganz selten Buschbohnen. Same etwas flach, länglich
nierenförmig, nicht eckig, nicht scharf-gekielt.
. Speck- und Schwertbohnen, compressus Martius. Hohe Stangen-
bohnen, mit grossen, breiten Hülsen und sehr flachen, nierenförmigen,
DD
grossen Bohnen.
3. Eckbohnen, gonospermus Savi. Mässig hohe Stangenbohnen mit
kleinen, kurzen Hülsen. Bohnen meist klein, etwas flach, durch gegen-
seitigen Druck stumpf-viereckig: die Endbohnen dreieckig.
4. Dattelbohnen, oblongus Savi. Buschbohnen. Hülsen walzenförmig,
gerade, lang zugespitzt. Bohnen nierenförmig, walzlich, ziemlich
doppelt so lang als breit.
5. Eierbohnen, ellipticus Martius. Busch- oder niedere Reiserbohnen.
Hülsen gerade, knotig. Samen ellipsoidisch oder eiförmig, etwas
rollend; frühreif.
Leguminosae. 199
6. Kugelbohnen, sphaericus Savi. Niedere Reiser- bis Stangenbohnen.
Hülsen gerade, auffallend knotig. Samen fast kugelig, nicht klein.
2. Unterfamilie: Caesalpinieae, Cäsalpiniengewächse.
Hierher nur 2 dem Süden des Gebietes angehörende Gattungen mit je
einer Pflanze:
l. Blätter paarig gefiedert. Blumenkrone fehlt. Blüten polygamisch.
Hülse nicht aufspringend, durch fleischiges Mark querfächerig. Gat-
tung 453: Geratonia L., Karube.
2, Blätter einfach. Blumenkrone schmetterlingsblütig. Hülse einfächerig.
Gattung 454: Cereis L., Judasbaum.
Gattung 453: Ceratonia L., Karube. V, 1 (XXIII, 3).
Immergrüner, wehrloser Strauch oder Baum, der im Gebiete nur etwa
Mannesgrösse erreicht, im Oriente aber ein sehr grosser Baum wird. Blätter
paarig-gefiedert, lederig. Blättchen eiförmig, abgestutzt. Blüten vielehig,
klein, in achselständigen, einzelnen oder gebüschelten Trauben. Den Kelch
bilden 5 kurze, in der Knospe dachige, abfällige Zähne. Eine Krone fehlt. Der
Blütenboden ist flach-kreiselförmig und von einem scheibenförmigen, drüsigen
Diskus gekrönt. Staubfäden sind 5 vorhanden. Stengel kurzgestielt; Frucht-
knoten vieleiig, mit kurzem Griffel und schildförmiger Narbe. Hülse (Johannis-
brod) bis 25 em lang und 2, bis 3 cm breit, zusammengedrückt, mit
verdickten Kanten jederseits neben einer tiefen Längsfurche, dunkelbraun,
die äussere Schicht und die Innenwand der einsamigen Fruchtfächer ist
pergamentartig; die übrige Masse besteht aus einem markigen, rotbraun-
marmorierten, süssen, wohlschmeckenden Fleische. Blütezeit September,
Oktober. In Istrien und auf den istrischen Inseln an sterilen Orten ein-
gebürgert; in den Mittelmeerländern, namentlich den östlichen, heimisch
und vielfach angebaut. (. Siliqua L., Johannisbrodbaum, Karube.*)
Gattung 454: Cercis L., Judasbaum. (X, 1.)
Sommergrüner, wehrloser, 3 bis 4 Meter hoher Baum. ° Blätter einfach,
herzförmig, ganzrandig. Blüten in gebüschelten Trauben, die in der Achsel
der Narben der vorigjäbrigen Blätter erscheinen, oft auch aus dem alten
Holze hervorbrechen. Kelch fünfzähnig. Blumenkrone schmetterlingsförmig,
*) Tafel 383. Ceratonia Siliqua L. A Blütenzweig. 1 Blüte, deren Kelch
abgefallen ist; 2 desgl im Längsschnitte; 3 Stempel im Längsschnitte; 4 Hülse zum
Teil geöffnet; 5 bis 7 Same in verschiedener Weise durchschnitten. 1 bis 3, 5 bis
7 vergrössert.
300 Geraniaceae.
gross, lebhaft rosenrot, selten weiss. Staubfäden 10, frei, abwechselnd
kürzer und länger. Hülse einfächerig, zusammengedrückt, vielsamig. Blüte-
zeit April, Mai. An steinigen, feuchten Abhängen, in Südtirol; im südlichen
Teile des Gebietes und in den Rheingegenden vielfach angepflanzt. Cereis
Siliquastrum L., Schotenfrüchtiger Judasbaum.
Hier reiht Sch Gleditschia triacanthos, die Dreitellig.dorulen
Gleditschia, die Christusakazie mit einfach- bis doppeltpaarig gefiederten
Blättern und geraden, einfachen oder dreiteiligen Stacheln an; sie stammt
aus Nordamerika und wird häufig als Zierbaum angepflanzt.
65. Familie: Keraniaceae, Keraniengewächse.
Einjährige oder ausdauernde Kräuter mit meist handförmigen, seltener
fiederschnittigen Blättern. Blüten regelmässig, in trugdoldigen oder wickel-
artigen Blütenständen. Kelch fünfblätterig oder mit 5, an ihrem Grunde
ein wenig vereinigten Abschnitten, in der Knospenlage dachig, nicht ab-
fallend. Blumenkrone mit gedrehter oder dachiger Knospenlage und 5
freien, genagelten Blättern. Staubblätter 10; deren Fäden an ihrem Grunde
ein wenig miteinander verwachsen oder frei; in 2 fünfzähligen Kreisen
derart angeordnet, dass die äusseren vor den Blumenkronen, die inneren
vor den Kelchblättern stehn; letztere länger und aussen an ihrem Grunde.
mit je einer Drüse; meist sind alle fruchtbar, mitunter ist der äussere
Kreis unfruchtbar. Der oberständige, fünfblätterige Fruchtknoten wächst
zu einer Spaltfrucht heran, bei welcher sich die Fruchtblätter als einsamige,
geschnäbelte Teilfrüchte von einer stehenbleibenden Mittelsäule ablösen.
Die Samen sind eiweisslos; der gekrümmte Keimling hat gefaltete
Samenlappen.
Hierher 2 Gattungen:
. Der Fruchtschnabel ist an seiner Innenseite kahl, bei der Reife rollt er
sich spiralig auf. Die Staubblätter sind, mit Ausnahme von G. pusillum L.,
alle 10 fruchtbar. Gattung 455: Geranium L., Storchschnabel.
2. Der Fruchtschnabel ist an seiner Innenseite behaart, bei der Reife windet
er sich in seiner Mitte schraubenzieherartig. Nur 5 Staubblätter sind
fruchtbar. Gattung 456: Erodium L’H£ritier, Reiherschnabel.
eu
Gattung 455: Geranium L., Storchschnabel, Kranichschnabel. (XVI, 3 oder X, 1.)
A. Blätter drei- bis fünfzählig mit fiederschnittigen, fast gestielten Ab-
schnitten. — Stengel fast blutrot, aufrecht, wie die Blätter, mit roten
Drüsenhaaren besetzt, und wie diese widerlich nach Bock duftend. Blumen-
kronenblätter umgekehrt-eiförmig, ungeteilt, rosa mit 3 helleren Streifen,
Geraniaceae. 201
selten weiss, länger als die zusammenneigenden, begrannten Kelchblätter.
Fruchtlappen netzig-rundlich. Samen glatt. Blütezeit Juni bis Oktober.
Blüten mit reichlicher Honigabsonderung; Zwitterblüten ausgesprochen
erstmännlich, mit eingeschlechtlichen untermischt. Höhe 25 bis 50 cm.
©. Auf fruchtbarem Boden, in feuchten, schattigen Gebüschen und
Orten, auf Mauern u. s. w. häufig. Geranium Robertianum L.,
Ruprechtskraut, Gemeiner, Stinkender Storchschnabel.*)
. Blätter handförmig-, fünf- bis neunteilig, gespalten bis geteilt, mit nicht
gestielten Abschnitten.
A. Ausdauernd; Kopf des Wurzelstocks von Blütenstiel- und Blattresten
des Vorjahrs bedeckt; mit ansehnlichen Blüten, deren Kronenblätter
meist weit grösser als die Kelchblätter sind. (Kleine Blüten besitzen
G. sibiricum L. und G. ruthenicum Uechtritz; Einjährig ist @. bohemi-
cum L.)
I. Klappen der Frucht querrunzelig, nicht glatt. Stengel und Blätter
zottig.
a. Klappen der Frucht behaart; Kronenblätter rotbraun bis dunkel-
violett. — Wurzelstock mehr oder weniger wagerecht, einige,
40 bis 60 em hohe, ästige Stengel treibend. Blätter handförmig-
sieben- bis fünfspaltig. Kelch stachelspitzig, zur Blütezeit aus-
gebreitet, etwas kürzer als die rundlich - verkehrt - eiförmigen,
flachen, etwas zurückgebogenen Kronenblätter. Blütezeit Mai,
Juni; vorstäubend. %. In schattigen Gebüschen und auf Wiesen
der Gebirge und Voralpen; öfter als Zierpflanze kultiviert.
G. phaeum L., Rotbrauner Storchschnabel.**)
Eine Abart mit schmutzig-violetten, an ihrem Grunde oft
mit dunkelviolettem Saftmal versehenen Blumenblättern ist livi-
dum L., Bleifarbiger Storchschnabel.
b. Stengel und Blätter kahl und flaumig. Klappen der Frucht
kahl. Blumenkrone blutrot. — Vielstengelig. Blätter hand-
förmig, sieben- bis fünfteilig. Kelch zur Blütezeit fast kugelig.
Kronenblätter spatelförmig, langgenagelt, doppelt so lang als die
Kelchblätter. Frucht halb so lang wie die Staubblätter. Blüte-
*) Tafel 3834 A. Geranium Robertianum L. A1 reife, aufgesprungene
Frucht; A2 Same; A3 und A4 desgl. im Längs- und Querschnitt. Vergrössert.
**) Tafel 3834 BB Geranium phaeum L. B Teile der blühenden Pflanze.
B1 Staubblätter, männlicher Zustand der Blüte; B 2 inneres Staubblatt mit den
Drüsen; B3 Stempel; B 4 die Befruchtungsorgane in dem Kelche, im weiblichen
Zustande. 1 bis 4 vergrössert.
02 Geraniaceae.
zeit Juni. Höhe 30 bis 60 cm. #. An felsigen Orten Krains,
Oberkärmntens, Tirols (fehlt in der Schweiz); aus Gärten bis-
weilen verwildert. Geranium maecrorrhizum L., Gross-
wurzeliger Storchschnabel.
II. Klappen der Frucht glatt. Stengel und Blätter kahl oder behaart.
a. Kronenblätter umgekehrt-eiförmig, stumpf oder gestutzt, nicht
ausgerandet.
a. Blütenstiele drüsig- behaart. Klappen und Schnabel der
Frucht abstehend drüsig-behaart.
1. Blätter sieben- bis fünflappig, mit eingeschnitten-gezähnten
Abschnitten. Blütenstielchen aufrecht. Staubfäden lanzett-
lich. — Stengel aufrecht, im oberen Teil drüsig-behaart.
Kronenblätter purpurviolett, selten weiss, über ihrem Nagel
und am Rande bärtig. Blütezeit Juni, Juli. Gynodiözisch,
mit Neigung zu Diözie; Zwitterblüten vorstäubend, mit
Übergängen zu Homogamie. Höhe 30 bis 60 cm. 4. Auf
Waldwiesen zerstreut, im mittleren und südlichen Teile
des Gebietes, namentlich in den Alpen häufiger. G@. sil-
vaticum L., Wald-Storchschnabel.
Bei der Abart parvifloerum Knaf, Kleinblütiger
Wald-Storchschnabel sind die Blumenblätter nur wenig
längeralsder Kelch;beider Abart denudatum Celakowsky,
(G. aconitifoium Knaf) sind die Fruchtlappen fast kahl.
2. Blätter sieben- bis fünflappig, mit fast fiederspaltigen
Abschnitten. Blütenstielchen nach der Blüte abwärts ge-
bogen, zur Fruchtreife oft wieder aufrecht. Staubfäden
an ihrem Grunde zu einer kreisförmigen Platte erweitert.
— Stengel aufrecht, im oberen Teil drüsig und langhaarig.
Kronenblätter nur am Rande des Stengels bärtig-gewimpert,
violettblau, selten weiss. Blütezeit Juni bis August. Vor-
stäubend. Höhe 30 bis 60 cm. * Auf feuchten Wiesen
und in lichtem Gebüsch; im mittleren und südlichen Teile
des Gebietes häufig, im nördlichen sehr zerstreut.
G. pratense L., Wiesen-Storchschnabel.
8. Blütenstiele und Fruchtklappen mit drüsenlosen Haaren. —
Stengel ausgebreitet, oder fast niederliegend, nebst den Blüten-
stielen durch rückwärts-gerichtete, drüsenlose Haare rauh.
Blütenstiele nach dem Blühen abwärts gerichtet, Kelch in-
dessen aufwärts-gerichtet. Kronenblätter purpurrot, doppelt
so lang wie die begrannten Kelchblätter. Staubfäden lanzett-
Geraniaceae. 208
lich. Fruchtschnabel fast kahl. Blütezeit Juni bis August.
Ausgeprägt vorstäubend. Höhe 25 bis 100 cm. #. An
Gräben, in Sümpfen, auf sumpfigen Wiesen; verbreitet, aber
nicht überall. @eranium palustre L., Sumpf-Storch-
schnabel.
b. Kronenblätter ausgerandet bis umgekehrt-herzförmig.
«. Kronenblätter schwach ausgerandet, weiss, zuweilen mit pur-
purnen Adern oder blassrot mit dunkleren Adern.
1. Blüten klein. Blätter handförmig-fünfspaltig; deren Ab-
schnitte mit grob-eingeschnitten-gesägtem Rande. Blüten-
stiele einblütig.
a. Blumenkrone blassrot mit dunkleren Adern. Staub-
beutel rosenrot; Kelchblätter bei der Fruchtreife zu-
rückgeschlagen. Fruchtklappen zerstreut-behaart. —
Stengel niederliegend, rauhhaarıg. Blütezeit Juli,
August. Samen sehr fein punktiert. 4. Auf unbe-
bauten Orten und in Gärten; selten und nur verwildert.
G. sibirieum L., Sibirischer Storchschnabel.
b. Blumenkrone weisslich. Staubbeutel schwarz-violett;
Kelchblätter bei der Fruchtreife angedrückt. Frucht-
klappen ganz behaart. — Stengel niederliegend. Blüte-
zeit Juni. #. In Gärten bei Tilsit, eingeschleppt.
G. rutheniecum Uechtritz, Ruthenischer Storch-
schnabel.
2, Blüten ansehnlich. Blätter handförmig, siebenteilig, mit
fast fiederspaltigen Abschnitten. Blütenstiele zweiblütig.
_ Blütezeit Juli. Höhe 15 bis 25 cm. %#. Auf Triften
der Granitalpen; selten. (G. aconitifolum L’Heritier.)
G. rivulare Villars, Bach-Storchschnabel.
8. Kronenblätter umgekehrt-herzförmig.
1. Blätter fünf- bis siebenteilig-eingeschnitten mit linealen
Abschnitten letzter Ordnung. ’
a. Blätter oberseits glänzend-dunkelgrün, schwach behaart.
Blütenstiele meist einblütig. — Stengel ausgebreitet,
nebst den Blütenstielen rauhhaarig. Blumenkrone blut-
rot. Blütezeit Juni bis August. Samen sehr fein
punktiert. Höhe 15 bis 50 cm. Vorstäubend, aber
bei ausbleibendem Insektenbesuche selbstfruchtbar. +.
Auf sonnigen, steinigen Hügeln, namentlich auf Kalk;
204
Geraniaceae.
verbreitet; im nördlichen Teile des Gebietes selten.
Geranium sanguineum L., Blutroter Storchschnabel.
. Stengel und Blätter grau-seidenhaarig. — Blütenstiele
zweiblütig. — Blumenkrone blassrot. Blütezeit Juli, August.
Höhe 10 bis 15 cm. # Auf hochgelegenen Triften und
Abhängen der Alpen Krains und Tirols; selten. @. argen-
teum L., Silber-Storchschnabel.
2. Blätter fünf- bis siebenspaltig.
a. Einjährig. Fruchtklappen abstehend - drüsig - behaart. —
Stengel ausgebreitet, nebst den Blütenstielen zottig drüsig
behaart. Blätter im Umrisse eckig. Blumenkronenblätter
blau-violett, mit dunkleren Adern, an ihrem Grunde ge-
wimpert und bärtig. Blütezeit Juni, Juli. ©. Höhe 25 bis
100 cm. In Waldungen und auf Heiden; sehr selten.
G. bohemieum L., Böhmischer Storcehschnabel.
. Ausdauernd. Fruchtklappen flaumhaarig.
aa. Blätter ungleich-grob-gezähnt; Grundständige fünf-
spaltig, im Umrisse eckig; alle oder doch die oberen
Stengelblätter dreispaltig. Blütenstiele nach dem
Blühen aufrecht. — Stengel flaumig. Blumenkrone
hellpurpurn. Blütezeit Juni, Juli. 4. In Alpenwäldern
der Schweiz, Krains, im österreichischen Küstengebiet;
zerstreut. 6. nodosum L., Knoten-Storchschnabel.
bb. Blätter im Umrisse nierenförmig; untere 7- bis 9-,
selbst 11spaltig, mit vorn eingeschnittenen Abschnitten,
stumpf-gekerbt; oberste Stengelblätter dreispaltig.
Blütenstiele nach dem Blühen zurückgebrochen. —
Stengel weichhaarig, fast zottig. Blumenkrone purpur-
violett, selten weiss, am Grunde oberhalb des Nagels
jederseits bärtig. Blütezeit Mai bis September. Höhe
25 bis 60 cm. 4. Auf Waldwiesen, an Hecken und
in schattigem Gebüsch, wild sehr zerstreut; aber auf
Grasplätzen und in Baumgärten öfters verwildert.
6. pyrenaicum L., Pyrenäen-Storchschnabel.
b. Einjährig. Blüten klein; mit Kronenblättern, welche meist nicht
oder nur wenig grösser als die Kelchblätter sind. (Einjährig mit an-
sehnlicher Blumenkrone ist @. bohemicum L., Ausdauernd mit kleiner
Blumenkrone sind: G. sibiricum L. und G. ruthenicum Uechtritz.)
I. Klappen der Frucht runzelig, nicht glatt.
Geraniaceae. 205
a. Kronenblätter umgekehrt-eiförmig. — Stengel aufrecht, fast kahl,
weissrot angelaufen, zerbrechlich. Blätter fünf- bis siebenspaltig,
stumpf-kerbig-gezähnt. Blumenkrone purpurrot. Fruchtklappen
netzig-runzelig, klein, gekerbt-gestreift, oberwärts weichhaarig.
Blütezeit Mai bis August. Höhe 15 bis 30 cm. ©. Auf Felsen,
in schattigen Gebirgswäldern; zerstreut. Geranium lucidum L.,
Glänzender Storchschnabel.
b. Kronenblätter umgekehrt-herzförmig.
1. Fruchtklappen kahl. Blätter sieben- bis neunspaltig, im Um-
risse rundlich-nierenförmig. Stengel ausgebreitet, von kürzeren
Haaren weich und von längeren zottig. — Blumenkrone rosa-
rot. Blütezeit Mai bis Herbst. Schwach vorstäubend. Höhe
8 bis 30 cm. ©. Auf Grasplätzen, an Wegen, Ackerrändern;
verbreitet, doch sehr ungleich verteilt. &. molle L., Weicher
Storchschnabel.
. Fruchtklappen kurzhaarig-flaumig. Blätter handförmig-fünf-
spaltig, oberste dreispaltig, im Umrisse eckig. Stengel schlaff,
meist niederliegend, abstehend kurzhaarız. — Blumenkrone
hellrot. Blütezeit Juli, August. Höhe 25 bis 40 cm. ©. In
Gebüschen, an Wegrändern, sonnigen Bergabhängen; selten.
6. divaricatum Ehrhardt, Spreizender Storchschnabel.
II. Klappen der Frucht glatt, nicht runzelig.
a. Blätter fünf- bis siebenteilig; Abschnitte letzter Ordnung, wenigstens
DD
der oberen Blätter, lıneal.
1. Blattteile dreispaltig. Klappen und Schnäbel der Frucht mit
abstehenden Drüsenhaaren besetzt. — Stengel ausgebreitet,
wie die Blätter kurzbehaart. _Blumenblätter umgekehrt-herz-
förmig, über dem Nagel bärtig, hellpurpurrot, etwa so lang
wie der Kelch. Blütezeit Mai bis Herbst. Nachstäubend. Höhe
8 bis 25 em. ©. Auf Äckern, Schutt, an Hecken; ver-
breitet und mancherorts häufig. G. disseetum L., Schlitz-
blätteriger Storchschnabel.
2. Blattstiele fiederspaltig. Klappen der Frucht kahl; Schnäbel
mit kurzen, drüsenlosen Haaren. — Stengel ausgebreitet,
wie die Blütenstiele kurz und sparsam behaart. Blätter fast
kahl. Blumenblätter umgekehrt-herzförmig, am Grunde bärtig,
rosenrot, mit drei dunklen Adern, so lang als der Kelch;
letzterer lang begrannt. Blütezeit Mai bis Herbst. Höhe 10 bıs
50 cm. ©. Auf Äckern, Schutt, in Gebüsch, an steinigen
206 (Geraniaceae.
Abhängen, durch das ganze Gebiet und vielerorts nicht selten,
Geranium columbinum L., Tauben-Storchschnabel.
b. Blätter fünf- bis siebenspaltig.
1. Kronenblätter umgekehrt-herzförmig.
a. Blüten ansehnlich. Fruchtklappen abstehend -drüsig-be-
haart. 6. bohemicum L., Böhmischer Storchschnabel
(s. Seite 204).
ß. Blüten klein. Krone kaum so lang wie der Kelch.
Frucht angedrückt-flaumhaarig. — Stengel aufrecht bis
fast liegend, kurz-drüsenhaarig. Blätter beiderseits weich-
und fein-behaart. Blumenkronenblätter klein, blassviolett,
am Nagel fein gewimpert. Blütezeit Mai bis August.
Höhe 15 bis 25 em. Nachstäubend. ©. Auf Äckern,
Schutt, an Wegen, Zäunen u. s. w. verbreitet, aber nicht
bäufig. G@. pusillum L., Kleiner Storchschnabel.
2. Kronenblätter an ihrer Spitze nicht herzförmig-ausgeschnitten,
höchstens ganz schwach ausgerandet.
a. ©. Stengel flaumig; Blätter weichhaarig. Nach oben durch
Drüsenhaare schmierig. Samen wabig punktiert. —
Stengel ausgebreitet. Blätter im Umriss nierenförmig.
Kronenblätter länglich-keilförmig, über dem Nagel kahl,
rötlich-violett. Blütezeit Juni bis Herbst. Homogam mit
Selbstbestäubung. Höhe 8 bis 25 em. In Weinbergen,
Äckern, Gärten, an steinigen Orten; selten und oft un-
beständig, am häufigsten im südlichen Teile des Gebiets.
6. rotundifolium L., Rundblätteriger Storchschnabel.
ß. #4. Stengel und Blütenstiele rauhhaarig, Samen sehr
schwach punktiert. @. sibiricum L., Sibirischer Storch-
schnabel (vergl. S. 203).
Gattung 456: Erodium L’H£ritier, Reiherschnabel, Hirtennadel. (XVI, 1 oder V, 1.)
Blätter fiederschnittig. Fäden der 5 fruchtbaren Staubblätter an ihrem
Grunde zu einer kleinen Platte verbreitert.
1. Platte der Staubfäden an ihrer Spitze zweizähnig. — Stengel auf-
steigend. Blattabschnitte oft kurz gestielt, etwas entfernt voneinander
sitzend, eingeschnitten-ungleich-doppelt-gesägt. Kraut nach Bisam
duftend. Blüten in vielblütiger Dolde. ‚Blumenkrone purpurrot.
Staubfäden kahl. Blütezeit Mai bis Juli. Höhe 10 bis 35 cm. ©.
Auf Äckern, Schutt, an Wegen, im südlichen Teile des Gebietes; im
Geraniaceae. 207
mittleren sehr selten und wohl nur verwildert. Erodium moschatum
L’Heritier, Bisamduftender Reiherschnabel.
2. Platte der Staubfäden an ihrer Spitze nicht zweizähnig.
A.Platte der Staubfäden nicht gewimpert. Blumenkrone rosen- bis
purpurrot, oft gefleckt, selten weiss. Blätter nicht herablaufend-
fiederschnittig; Fiedern sitzend-fiederspaltig mit eingeschnitten-
gezähnten Zipfeln. — Im Frühling fast stengellos, später mit
15 bis 50 cm langem, niederliegendem bis aufrechtem Stengel, der
wie die Blätter mehr oder weniger rauhhaarig und infolge davon
mehr oder weniger grau bis grün ist. Blüten in einfacher, zwei-
bis achtblütiger Dolde. Kelchblätter begrannt. Staubfäden am
Grunde verbreitert und mit einer Nektardrüse. Blütezeit März bis
Herbst. ©. Auf sandigen Feldern, unbebautem Boden, Schutt u. s. w.,
gemein. (Geranium cieutarıum L.) E. eieutarium L’Heritier,
Schierlingsblätteriger Reiherschnabel.*)
Sehr formenreiche Pflanze:
a. Blattabschnitte letzter Ordnung spitz. Erodium eicutarium
senuinum. Hauptform.
aa. Kronenblätter ungefleckt.
a. Blattabschnitte verhältnismässig wenig fiederteilig. var.
immaculatum Koch, Ungefleckter Reiherschnabel
(s. d. Tafel).
b. Blattabschnitte tiefer gespalten, mit spitzen, linealischen
Abschnitten letzter Ordnung. var. chaerophyllum De
Candolle, Kälberkropf-Reiherschnabel.
?ß. Kronenblätter an ihrem Grunde mit einem gelben, braun-
punktierten Saftmal. var. maculatum Koch, Gefleckter
Reiherschnabel.
8. Blattabschnitte letzter Ordnung gröber und stumpf. var. pim-
pinellifolium Willdenow, Biebernellblätteriger Reiher-
schnabel.
Eine niedrige, sehr rauhhaarige Form wurde als E. pilosu
Thuillier, Behaarter Reiherschnabel unterschieden.
Die Hauptform kommt zunächst mit kleinen, regelmässigen, ein-
farbigen Blüten ohne Saftmal, sowie mit einem oder mehreren, grauweissen,
auch rot gestrichelten Flecken an den beiden oberen, in diesem Falle
*) Tafel 385. Erodium cicutarium L’Heritier. A Teil der blühenden Pflanze.
1 Blüte nach Entfernung der vorderen Kronenblätter; 2 Staubblätter; 3 Stempel;
4 noch nicht völlig reife Frucht; 5 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 6 Teil-
frucht. 1 bis 6 vergrössert.
208 Oxalidaceae.
kleineren Blumenblättern vor; diese Form ist fast immer homogam und
auf Selbstbestäubung angewiesen. Neben dieser kleinblumigen Form findet
sich eine grossblumige (12—15 mm), mit seitlich symmetrischen, strahlen-
den Blüten; diese haben mitunter ein Saftmal, sind ausgeprägt vorstäubend
und schliessen Selbstbestäubung aus. — Bei der Abart pimpinellifolium
herrschen Pflanzen mit mittelgrossen, in der Regel seitlich symmetrischen
und mit Saftmal ausgestatteten, seltener regelmässigen, oft saftmallosen
Blüten vor; diese sind fast immer vorstäubend, strichweise auch homogam;
Selbstbestäubung ist bei ihnen ohne Frfolg.
B. Platte der Staubfäden gewimpert. Kronenblätter blau mit 3 dunkleren
Adern, ansehnlich. Blätter herablaufend-tief-fiederschnittig. Blüte-
zeit Mai bis Juli. Höhe 30 bis 60 cm. — An unfruchtbaren, rasigen
Plätzen im österreichischen Küstengebiete.e Erodium ciconium
Willdenow, Blauer Reiherschnabel.
66. Familie: Oxalidaceae, Sauerkleegewächse.
Kräuter mit langgestrecktem, kriechendem, fleischig-schuppige Blätter
tragendem Wurzelstock (ausländische oft mit Knollen). Laubblätter wendel-
ständig, langgestielt, mit fingerschnittiger, bei den einheimischen dreizähliger
Spreite, sehr reizbar. Blüten regelmässig, zwitterig. Kelch nnd Blumen-
krone 5blätterig; letztere meist am Grunde ein wenig verwachsen und mit-
unter etwas unsymmetrisch, Die 10 Staubblätter sind in 2 Kreisen an-
geordnet und an ihrem Grunde vereint; ihre Staubbeutel öffnen sich nach
innen. Fruchtknoten 5Sfächerig, aus 5 vor den Kronenblättern stehenden
Fruchtblättern gebildet. Griffel sind 5 vorhanden. (X, 5; XVI, 4.) Frucht
eine krautig-häutige, fünffächerige, fachspaltige Kapsel. Die Samen haben
eine fleischige Aussenhaut, welche sich auf dem Rücken öffnet und durch
ihr elastisches Zusammenziehen den von einer spröden Innenhaut umgebenen
Kern fortschnellt. Keimling gerade, in der Mitte des reichlichen, fleischigen
Eiweisses. Viele Arten schmecken infolge ihres Oxalsäure-Gehaltes sauer.
Unsere Arten haben nur je eine Blütenform, zahlreiche ausländische sind
di- oder trimorph.
Gattung 457: Oxalis L., Sauerklee.
1. Ein oberirdischer Stengel ist nicht vorhanden. -—- Wurzelstock kriechend,
durch fleischige Schuppenblättchen gezähnt. Laubblätter dreizählig, mit
mit umgekehrt-herzförmigen Abschnitten. Blütenstiele etwas über ihrer
Tropaeolaceae. 209
Mitte mit 2 Deckblättchen, einblütig. Blumenkrone weiss oder rötlich-
weiss, purpur-geadert, mit einem gelben Fleck am Grunde. Kleistogame,
blumenkronenlose Blüten, die einer Blumenknospe ähnlich sehen, sich
nicht öffnen, sind im Sommer nicht selten. Blütezeit April, Mai. Höhe
8 bis 15 cm. %. In schattigen, feuchten Wäldern; durch das ganze
Gebiet; häufig. Oxalis Acetosella L., Gemeiner Sauerklee.*)
2 Pflanzen mit oberirdischem Stengel.
a. Am Grunde des Blattstiels finden sich 2 längliche, mit demselben
verwachsene Nebenblättchen. — Ein Wurzelstock fehlt. Stengel auf-
steigend, am Grunde ästig und wurzelnd. Blätter dreizählig, Ab-
schnitte umgekehrt-herzförmig. Blütenstiele 2- bis 5blütig. Blüten-
stielehen an ihrem Grunde von einem Deckblättchen gestützt. Blumen-
krone gelb. Blütezeit Juni bis Oktober. Stengel 25 bis 30 cm lang.
©. Auf gutem Boden, in Gärten u. s. w.; aus Südeuropa, verwildert;
häufig. 0. cornieulata L., Gehörnter Sauerklee.
b. Nebenblättchen fehlen. — Wurzelstock Ausläufer treibend. Stengel
einzeln, aufrecht. Blätter dreizählig, Abschnitte umgekehrt-herzförmig.
Blütenstiele 2- bis Sblütig. Blütenstielchen an ihrem Grunde von
einem Deckblättchen gestützt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juni
bis Oktober. Höhe 15 bis 30 cm. %#. Auf bebautem Boden; aus
Nordamerika, verwildert; häufig. 0. strieta L., Steifer Sauerklee.
67. Familie: Tropaeolaceae, Kapuzinerkresse-&ewächse.
Gattung 458: Tropaeolum L., Kapuzinerkresse.
Hierher die bekannte, vielfach kultivierte, aus Peru stammende Kapu-
zinerkresse. Pflanze kahl, windend, scharf schmeckend, ©; Blütenknospen
und junge Früchte oft wie Kapern verwendet.
1. Blätter schildförmig, 7 nervig, fast 7seitig, am Rande etwas ausgeschweift.
Kronenblätter orange, selten braungelb. Blütezeit Juli bis Oktober.
T. majus L., Grössere Kapuzinerkresse.
2. Blätter schildförmig, fast kreisrund, nicht ausgeschweift; Nervenenden
weichstachelig über den Blattrand hinausragend. Kronenblätter borstlich-
*) Tafel 386. Oxalis AcetosellaL. A blühende Pflanze. 1 Blütenlängsschnitt;
2 Blumenkrone; 3 Staubblatt; 4 Staubblätter und Stempel; 5 Frucht; 6 dieselbe im
Längsschnitt, die Samen sind entlassen, deren Aussenhaut ist zurückgeblieben; 7 Frucht,
die Samen entlassend; 8 Same. 1 bis 4 und 6 bis 8 vergrössert.
Thome, Flora. III. Bd. II. Aufl. 14
’
210 Linaceae.
zugespitzt, gelb. Blütezeit Juli bis Oktober. Tropaeolum minus L.,
Kleinere Kapuzinerkresse.
3. Blätter handförmig-gelappt, mit umgekehrt-eiförmigen, ganzrandigen,
stahlspitzigen Lappen. Blumenkrone goldgelb, mit gefransten Blättern;
Blütezeit Juli bis September. T. peregrinum Jaequin, Gelbe Kapu-
zinerkresse.
68. Familie: Linaceae, Leingewächse,
Kräuter oder Stauden mit wechsel- oder gegenständigen, einfachen,
ganzrandigen, sitzenden Blättern. Nebenblätter fehlen. Blüten regelmässig,
bei Linum fünf-, bei Radiola viergliederig, gestielt, mit gut entwickelten
Vorblättern, in traubigen oder rispigen Blütenständen. Kelchblätter mit
dachiger Knospenlage. Blumenkronenblätter in der Knospe gedreht, hin-
fällig. Die Staubfäden sind an ihrem Grunde kurz-einbrüderig verwachsen;
sie stehen vor den Kelchblättern. Griffel sind eben so viele wie Frucht-
blätter vorhanden. Die Samen enthalten einen geraden, fleischigen Keim-
ling mit nach oben gekehrtem Würzelchen und etwas Sameneiweiss.
Hierher 2 Gattungen:
a. Blüten fünfzählig. Gattung 459: Linum L., Lein, Flachs.
b. Blüten vierzählig. Gattung 460: Radiola Dillenius, Zwerg-Lein.
Gattung 459: Linum L., Lein, Flachs. (V, 5.)
Kelchblätter 5, ungeteilt. Blumenblätter 5. Zwischen den 5 vor den
Kelchblättern stehenden, an ihrem Grunde ringförmig-verwachsenen Staub-
blättern finden sich kleine Zähnchen, welche, wie die Entwicklungsgeschichte
lehrt, als zweiter, unfruchtbarer Kreis von Staubblättern aufzufassen sind.
Der fünfgliederige Fruchtknoten ist bisweilen durch von der Mitte der
Fruchtblätter ausgehende, falsche Scheidewände mehr oder weniger voll-
kommen zehnfächerig. — Sehr viele Arten dieser Gattung finden sich in
zweierlei Formen vor; von diesen hat die langgriffelige einen den
Kelch und die Staubblätter weit überragenden Griffel, während die Staub-
blätter nur etwa so lang wie der Kelch sind; bei der kurzgriffeligen
überragt in umgekehrter Weise der Griffel den Kelch nicht und sind die
Staubblätter fast doppelt so lang wie der Kelch.
A. Alle Blätter gegenständig. — Stengel fädlich, oberwärts gabelästig.
Untere Blätter verkehrt-eiförmig, stumpflich, obere lanzettlich, spitz; alle
am Rande etwas scharf. Kelchblätter länglich, zugespitzt, am Rande
schwach drüsig-gewimpert, etwa so lang wie die Kapsel. Blumenkrone
Linaceae. 211
klein, weiss, doppelt so lang wie der Kelch. Blütezeit Juni bis August.
Homogam. Höhe 8 bis 30 em. ©. Auf Wiesen und Triften; verbreitet
und vielerorts gemein. Linum cathartieum L., Purgier-Lein, Wiesen-
flachs.
B. Alle oder doch wenigstens die mittleren Blätter der blühenden Stengel
sind wechselständig.
A. Kelchblätter mit drüsig-gewimpertem Rande.
I. Blüten gelb.
a. Stengel nach oben zu scharfkantig. — Blätter wechselständig,
dreinervig, ganz- und kahlrandig, an ihrem Grunde jederseits
eine Drüse; untere annähernd spatelförmig, obere mehr lanzett-
lich. Blüten in endständiger Trugdolde. Kelchblätter gezähnelt,
länger als die Kapsel. Blumenblätter ansehnlich, eitrongelb, mit
dunkleren Adern, an ihrem Grunde schwach miteinander ver-
einigt. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 60 em. %. Auf
Gebirgstriften und trockenen Hügeln im südöstlichen Teile des
Gebietes; ziemlich selten. L. flavum L., Gelber Lein.
b. Stengel nach oben zu nicht scharfkantig.
a. Fruchtstiele weit kürzer als der Kelch, letzterer doppelt so
lang wie die Frucht. — Blätter lineal-lanzettlich, am Rande
rauh. Blüten in armblütigen, achselständigen Trugdolden,
klein, blassgelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 10 bis 30 cm.
®. An der Meeresküste in Istrien. L. strietum L.,
Steifer Lein.
ß. Fruchtstiele so lang oder länger als der Kelch.
%. Kelch so lang wie die Kapsel. Kelchblätter eiförmig.
Blätter am Rande nicht rauh. — Wurzelstock ausdauernd,
mit fruchtbaren und unfruchtbaren Stengeln; erstere am
Grunde mit annähernd spatelförmigen, nach oben zu mit
lanzettlichen, spitzen Blättern besetzt; letztere nur mit
spateligen Blättern. Blüten in trugdoldiger Rispe, ansehn-
lich, sattgelb. Blütezeit August, September. Höhe bis
50 em. An der Küste des Adriatischen Meeres. L. mari-
timum L., Strand-Lein.
®. Kelch länger als die Kapsel. Kelchblätter lineal -lanzett-
lich. Blätter am Rande rauh.
1. Kelch 1!/, mal so lang wie die Kapsel; Rispenzweige
kahl. — Blätter lanzettlich bis lineal-lanzettlich. Blüten
klein, an den verlängerten Asten end- und achselständig.
Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis etwa 50 em. ©. An
14*
212
Linaceae.
unfruchtbaren Orten, bei Triest und Fiume Linum
gallieum L., Französischer Lein.
2. Kelch 2mal so lang wie die Kapsel. Rispenzweige an
ihrem Grunde auf der Innenseite flaumig. — Blätter
schmal-lanzettlich bis lineal-lanzettlich, sehr spitz.
Blüten klein, in lockerer, annähernd fächerartiger Trug-
dolde. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 cm. ©. Auf
trockenen Abhängen bei Triest. L. corymbulosum
Reichenbach, Trugdoldiger oder Fächer-Lein.
II. Blüten nicht gelb, sondern blau, rot oder weisslich.
A.
Blätter einnervig, am Rande wimperig-rauh, wie der Stengel
kahl. Blumenkrone hellrötlich-hla, ansehnlich. — Blätter
schmal-linealisch. Kelchblätter elliptisch bis länglich-lanzett-
lich mit pfriemlicher Spitze, etwas länger als die Kapsel.
Blütezeit Juni, Juli. 4 Auf trockenen, felsigen Abhängen,
namentlich auf Kalkboden; im mittleren und südlichen Teile
des Gebietes; sehr zerstreut. L. tenuifolium L, Dünn-
blätteriger Lein.
. Blätter drei- oder fünfnervig, mehr oder weniger zottig; Stengel
behaart. Blüten sehr ansehnlich, bis 3 cm und mehr im Durch-
messer.
a. Untere Blätter breit-lanzettlich, stumpf, obere mehr eiförmig
und spitz; alle zottig. Blumenkrone lila, am Grunde weiss. —
Stengel filzig-zottig. Blüten an den Ästen end- und blatt-
winkelständig. Kelchblätter zottig, lanzettlich, zugespitzt,
länger als die Kapsel. Blütezeit Juni, Jul. Höhe 50 bis
60 cm. 4. Auf Triften und Abhängen in Mähren, Nieder-
österreich, Steiermark. L. hirsutum L., Rauhhaariger Lein.
ß. Blätter lanzettlich; obere zugespitzt, wie auch die Deck-
blätter drüsig-bewimpert und auf ihren Flächen fast kahl;
untere beiderseits zottig-weichhaarig. Blumenkrone hellrot,
am Grunde weisslich, mit dunkleren Adern. — Stengel ab-
stehend zottig. Kelchblätter fast kahl, lanzettlich, zugespitzt,
länger als die Kapsel. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis
60 cm. 4. Auf Wiesen, Heiden und Triften der Alpen
und Voralpen; selten; fehlt in der Schweiz. L. viscosum L.,
Klebriger Lein.
B. Kelchblätter an ihrem Rande nicht drüsig-gewimpert.
I. Blumenkrone gelb, ansehnlich. — Untere Blätter länglich-spatelig
bis verkehrt-eiförmig, stumpf, obere lanzettlich-spitz, alle am Rande
II.
Linaceae. 213
sehr rauh, an ihrem Grunde (stets?) jederseits mit einer Drüse.
Kelchblätter linealisch, kurz-zugespitzt, feingesägt-rauh, 2 bis 3 mal
so lang wie die Kapsel. Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis 50 em.
©, © und #4. Auf Äckern, in Weinbergen, in Istrien und an der
Küste des Adriatischen Meeres. (L. liburnicum Scopol.) Linum
nodiflorum L., Knoten-Lein.
Blumenkrone nicht gelb, meist blau, selten weiss oder violett ins
rötliche.
a. Kelchblätter doppelt so lang wie die Kapsel. — Stengel büschelig.
Blätter lanzettlich oder lineal-lanzettlich, sehr spitz, kahl, am
Rande etwas rauh. Trugdolde armblütig. Blüten sehr ansehn-
lich, 21/, bis 3 cm im Durchmesser haltend. Kelchblätter lan-
zettlich, zugespitzt. Blumenkrone himmelblau. Blütezeit Juni,
Juli. Höhe bis 100 cm. #. Auf rasigen und steinigen Abhängen
in Krain und dem österreichischen Küstengebiete. L. narbonense
L., Krainer Lein.
8. Kelchblätter höchstens etwas länger wie die Kapsel.
a. Stengel niederliegend, nur zur Blütezeit an seinen Enden
aufrecht, zur Fruchtzeit wieder ganz niederliegend. Blumen-
krone violett, ins Blaue oder Rötliche. — Blätter lineal-lanzett-
lich, spitz. Blüten langgestielt, end- und achselständig. Kelch-
blätter mit drei, nicht auslaufenden Nerven, am Rande etwas
trockenhäutig, nur 1/, so lang wie die Kronenblätter und 1/,
so lang wie die kugelige Kapsel. Blütezeit Juli, August. Länge
bis 50 cm. Vielleicht nur eine Abart von L. perenne L.
Auf trockenen Abhängen in Lothringen. L. Leonii Schultz,
Lothringischer Lein.
b. Stengel aufrecht oder aus liegendem ‚Grunde aufstrebend.
Blumenkrone blau, mitunter ins Weisse, oder ganz weiss.
1. Fruchtstiele hängend. — Wurzelstock zahlreiche fruchtbare
und unfruchtbare Stengel treibend. Blätter lineal-lanzett-
lich, 1- bis 3nervig, kahl; die der fruchtbaren Stengel
lockerer und länger als der unfruchtbaren. Blütenrispe
ausgebreitet. Kelchblätter eiförmig, kahl, kürzer als die
kugelige Kapsel. Blumenkrone ansehnlich, tief-himmelblau.
Blütezeit Juni bis August. Höhe 30 bis 100 cm. Auf
Heiden, unfruchtbaren, unbebauten Orten, namentlich im
südöstlichen Teile des Gebietes; zerstreut; bisweilen ver-
wildert. L. austriacum L., Oesterreichischer Lein.
2. Fruchtstiele aufrecht.
214 Linaceae.
a. Stengel einfach. Einjährig. — Kahl. Blätter wechsel-
ständig, lineal-lanzettlich, spitz, ungewimpert, -drei-
nervig. Blüten langgestielt, in lockerer Rispe, vor
der Blüte überhängend. Kelchblätter eiförmig, zu-
gespitzt, häutig berandet und fein-gewimpert. Blumen-
blätter himmelblau, selten weiss, breit-spatelförmig
bis verkehrt-eiförmig, am oberen Rande wellig-gekerbt.
Staubbeutel und Griffel blau. Kapsel fast kugelig.
Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 60 cm. ©. Die
Samen, Semen Lini, sind offizinell. Allgemein ange-
baut; Vaterland unbekannt. Linum usitatissimum L.,
Flachs, Lein.*)
Man unterscheidet 2 Hauptformen:
var. vulgare Schübler und Martens, Dresch-Lein,
Schliess-Lein. Kelch so lang wie die Kapsel (7 mm).
Kapseln innen glattwandig, geschlossen bleibend, so
dass der Same ausgedroschen werden muss. Samen
kastanienbraun.
var. erepitans Schübler und Martens (var. humile
Miller), Klang-Lein, Spring-Lein. Stengel niedriger
und ästiger, Blüten und Kapsel (8 mm) grösser als bei
voriger. Kelchblätter kürzer wie die Kapseln. Letz-
tere sind innen gewimpert und springen elastisch und
mit Geräusch auf. Samen hellbraun.
b. Stengel büschelig. Ausdauernd.
aa. Kelchblätter etwa so lang wie die Kapsel. Blätter
schmal- bis lineal-lanzettlich. Blüten langgestielt
in weitläufiger Rispe. Kelchblätter eiförmig-zu-
gespitzt; innere schwach gewimpert. Blumenkrone
mittelgross, blassblau. Blütezeit Juni, Juli. Höhe
15 bis 25 cm. 2. Auf steinigen Abhängen im
südlichen Krain, im österreichischen Küstengebiet
und Istrien. L. angustifolium Hudson, Schmal-
blätteriger Lein.
*) Tafel 387. Linum usitatissimum L. A Teil der blühenden Pflanze.
1 Knospenlage der Blumenkrone; 2 Kelchblatt; 3 Blumenkronenblatt; 4 Blüte nach
Entfernung von Kelch und Blumenkrone; 5 Staubblätter; 6 Längsschnitt durch die
Befruchtungsorgane; 7 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 8 Frucht im Kelche;
9 aufgesprungene Kapsel des Spring-Leins; 10 Same; 11 Längsschnitt durch denselben.
A und 9 natürl. Grösse; die übrigen Figuren vergrössert.
Zygophyllaceae. 215
bb. Kelchblätter nur halb bis ein Drittel so lang wie
die Kapsel.
aa. Kapsel fast kugelig-eiförmig. Die Blumen-
kronenblätter decken sich mit ihren ganzen Seiten-
rändern. — Wurzelstock vielstengelig. Blätter
lineal-lanzettlich, nicht bewimpert. Blüten lang-
gestielt, stark honigduftend. Kelchblätter ei-
förmig; innere sehr stumpf. Blumenkrone sehr
ansehnlich, 21/, em und darüber im Durch-
messer, hellblau. Narben kopfig, zweilappig.
Blütezeit Juni bis August. Höhe 30 bis 100 cm.
4. Auf sonnigen, sandigen Hügeln in West-
und Süddeutschland; sehr selten. Linum
perenne L., Ausdauernder Lein.
bb. Kapsel eiförmig. DieBlumenkronenblätter decken
sich nur in ihrer unteren Hälfte mit den Seiten-
rändern. — Wurzelstock vielstengelig. Blätter
lineal-lanzettlich, zugespitzt, kahl. Kelchblätter
eiförmig, kahl; die inneren sehr stumpf und
hautrandig. Blumenkrone blau, ansehnlich, ge-
ruchlos. Narbe kopfförmig. Blütezeit Juni, Juli.
Höhe je nach der Meereshöhe des Standortes
40 bis 10 em. %. Auf Triften der Alpen und
Voralpen. L. alpinum Jacquin, Alpen-Lein.
Eine Abart mit dunkler gefärbter Blumen-
krone ist L. montanum Schleicher, Berg-Lein.
Gattung 460: Radiola Dillenius, Zwerg-Lein, Zwerg-Flachs. (IV, 4.)
Stengel fadenförmig, ausgebreitet, gabelästig. Blätter gegenständig,
eiförmig. Blüten klein, einzeln, fast knäuelig-beisammenstehend. Kelch vier-
teilig, mit zwei- bis dreiteiligen Abschnitten. Blumenkrone weiss, den Kelch
nicht überragend. Blütezeit Juli, August. Höhe 2 bis 5 cm. ©. Auf
feuchten sandigen Plätzen und Triften; zerstreut; in der Schweiz sehr selten.
(R. Millegrana Smith ; multiflora Ascherson; Linum Radiola L.). R. linoides
Gmelin, Tausendkörniger Zwerg-Lein.
69. Familie: Zygophyllaceae, Jochblattgewächse.
Von dieser den wärmeren und heisseren Gegenden angehörenden, nicht
unbedeutenden Familie findet sich nur ein Vertreter im Gebiete.
216 Rutaceae.
Gattung 461: Tribulus L., Dreispitz.
Hierher T. terrestris L., Burzeldorn, Erdsternchen. Wurzelstock
kriechend. Stengel 10 bis 20 cm lang. Blätter gegenständig, paarig-
gefiedert, mit eiförmigen Blättchen. Blüten einzeln. Kelch fünfblätterig,
abfallend. Blumenkrone fünfblätterig, hellgelb. Staubfäden 10. (X, 1.)
Fruchtknoten oberständig, bei der Reife in 5 nussartige Schliessfrüchtchen,
deren jedes 2- bis 4-, meist 3dornig ist, zerfallend. Blütezeit Juni bis
Herbst. ©. An Wegen, auf Kulturland; Südkrain und Istrien.
70. Familie: Rutaceae, Rautengewächse.
Diese grosse, in 8 Unterfamilien zerfallende Familie ist im Gebiete nur
spärlich durch die Unterfamilie Ruteae, Eigentliche Rautengewächse ver-
treten. — Bekannt ist die Unterfamilie Aurantieae, Orangengewächse;
von ihnen liefert Citrus Limonum Risso die Limone, die Citrone des
Handels; Citrus medica-Bajoura Bonavia die echte Citrone oder Cedrate;
Aurantium Sinensis Gallesio die Apfelsine; Aurantium amara L. die
Pomeranze.
Unterfamilie Ruteae, Eigentliche Rautengewächse.
Ausdauernde aromatische Kräuter und Halbsträucher, mit abwechseln-
den, fiederschnittigen oder gefiederten, seltener dreizähligen bis einfachen
Blättern. Kelch und Blumenkrone 4- oder 5zählig. Staubblätter in 2 vier-
oder fünfzähligen Kreisen angeordnet. Staubbeutel nach innen mit Längs-
spalten aufspringend. Der Fruchtknoten besteht aus 4 oder 5, an ihrem
Grunde miteinander verwachsenen Fruchtblättern; letztere sind an ihrer
Spitze etwas frei, und so sind denn auch die 5 Griffel an ihrem Grunde
von einander getrennt (der Längsschnitt ist mit der Lupe zu untersuchen),
verschmelzen aber bald zu einem Ganzen. Bei der Fruchtreife trennen
sich die Fruchthlätter mehr oder minder voneinander und springen
auf der Innenseite auf. Der Keimling liegt in einem fleischigen Samen-
eiweiss.
1. Bei der Reife trennen sich die einzelnen Fruchtschichten nicht von
einander. Keimling gekrümmt. Frucht eine 4- bis Sfächerige Kapsel.
Blumenkronenblätter einander gleich gestaltet, gelb. Kelch bleibend.
Gattung 462: Ruta L., Raute.
2. Bei der Reife trennt sich die äussere Schicht der Frucht elastisch
von der inneren. Keimling gerade. Die Frucht besteht aus 5, an
ihrem Grunde miteinander vereinigten, kapselartigen, auf der Innen-
Rutaceae. 917
seite fachspaltig-aufspringenden Knöpfen. Blumenblätter verschieden
gestaltet, rötlich-weiss mit purpurroten Adern, selten ganz weiss.
Gattung 463: Dietamnus L., Diptam.
Gattung 462: Ruta L., Raute.
A. Untere Blätter zwei-, fast dreifach-fiederschnittig, obere einfacher.
I. Blätter gestielt; Klappen der Kapsel stumpf.
1. Blattabschnitte letzter Ordnung spatelförmig. — Bis 1 Meter hoher
Halbstrauch. Blätter etwas fleischig, kahl, matt-graugrün. Blüten
trugdoldig. Die endständigen Blüten der Hauptverzweigungen sind
fünfzählig (X, 5), die übrigen vierzählig (VIII, 4). Kronenblätter an
ihren fransig-ausgefressenen Rändern schuhförmig aufwärts-gebogen,
plötzlich in den Nagel verschmälert, grünlich-gelb. Blütezeit Juni,
Juli. Ganze Pflanze stark aromatisch riechend. Vorstäubende, nament-
lich von Fäulnis liebenden Fliegen besuchte Ekelblume. 4. Blätter
und Samen waren früher officinell. Giftig. In Südeuropa einheimisch,
in Gärten vielfach angebaut, ist sie mancherorts an felsigen Abhängen,
in Weinbergen an Ruinen u. s. w. verwildert. Ruta graveolens L.,
Weinraute.*)
2. Blattabschnitte letzter Ordnung länglich-linealisch bis linealisch. —
Im übrigen der vorigen ähnlich, aber sparriger und zierlicher.
Kronenblätter oft ganzrandig. Blütezeit Juni, Juli. 4 Auf son-
nigen Hügeln und Wiesen im Küstengebiete des Adriatischen
Meeres. (R. crithmifolia Moricand) R. divaricata Tenore,
Sparrige Raute.
II. Blätter fast sitzend, infolge davon erscheinen die untersten Blattab-
schnitte fast wie Nebenblätter. Fiedern letzter Ordnung lineal-läng-
lich. Oberste Blätter ungeteilt, fast eiförmig. Klappen der Kapsel
zugespitzt. — Im übrigen den vorigen ähnlich. Blütezeit Juni, Juli.
4, Auf felsigen, sonnigen Abhängen in Istrien, bei Fiume und auf
den Inseln des Adriatischen Meeres. Ruta braeteosa De Candolle,
Deckblatt-Raute.
B. Blätter dreizählig.. Klappen der Kapsel stumpf. Blumenkronenblätter
ganzrandig. Blütenstielchen und Kelch zottig. — Im übrigen den vorigen
ähnlich. Blütezeit Juni. %#. Auf steinigen Äckern in Istrien. (Haplo-
phyllum patavinum A. Jussieu.) R. patavina L., Dreizählige Raute.
*) Tafel 388. Ruta graveolens L. A blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 Staub-
blatt; 3 Fruchtknoten im Längsschnitte; 4 desgl. im Querschnitte; 5 junge Frucht;
6 reife Frucht; 7 desgl im Längschnitte; 8 Same; 9 und 10 desgl. im Längs- und
Querschnitte. 1 bis 10 vergrössert.
218 Polygalaceae.
Gattung 463: Dietamnus L., Diptam.
Hierher nur D. albus L. (D. Fraxinella Persoon), Eschenblätteriger
Diptam. Stengel bis meterhoch. Blätter nebenblattlos, unpaar- und drei-
bis fünfjochig-gefiedert. Blättchen eiförmig bis lanzettlich, feingesägt, wenig-
drüsig bis fast kahl. Blüten traubig angeordnet, auf drüsigen Stengeln und
selbst drüsig. Kelch abfällig, fünfteilig.. Kronenblätter 5, genagelt, etwas
ungleich; 4 aufstrebend, das fünfte abwärtsgeneigt; rötlich-weiss mit pur-
purnen Adern. Staubblätter 10, die 5 äusseren länger. Staubfäden ge-
bogen, drüsig, die Beutel auf ihrer Spitze tragend, letztere mit seitlichen
Längsschnitten aufspringend. Fruchtknoten fünffächerig; Fächer mit 3 bis 4
Samenknospen. Frucht aus 5, an ihrem unteren Ende freien, an ihrem
oberen Ende vereinigten zweiklappig-fachspaltig-aufspringenden, drüsig- und
borstig-rauhen Knöpfen zusammengesetzt, zwei- bis dreisamig. Same mit
geradem Keimling in fleischigem Eiweiss. Blütezeit Mai, Juni. Vor-
stäubend. Höhe bis 100 cm. %#. Auf Kalkboden sonniger Bergwiesen
und Gebirgswaldungen, in Mittel- und Süddeutschland zerstreut; auch als
Zierpflanze angebaut.*)
71. Familie: Polygalaceae, Kreuzblumengewächse.
Kräuter oder Sträucher mit wechselständigen, einfachen, ganzrandigen,
nebenblattlosen Blättern. Blüten seitlich symmetrisch, in endständigen
Trauben, seltner paarweis oder einzeln, von Vorblättern gestützt. Von den
5 Blättern des Kelches sind die beiden innersten, seitlichen blumenblattartig
und viel grösser wie die übrigen; sie werden Flügel genannt. Die Blumen-
krone ist dreiblätterig. Das vorderste, grösste Blatt ist kiel-, oft helmartig
gestaltet, oft zwei- bis dreilappig und an seinem Ende mit einem mehr-
spaltigen oder mehrlappigen Anhängsel versehen; es wird Kiel genannt.
Die beiden übrigen Kronenblätter sind oft an ihrem Grunde mit dem Kiele
verwachsen. Ein Diskus fehlt. Staubblätter sind 8 vorhanden; ihre Fäden
sind ganz oder teilweise miteinander zu einer nach hinten und oben offenen
Rinne verwachsen; oft sind sie auch mit den Kronenblättern mehr oder weniger
vereinigt. Die beiden Fruchtblätter sind oberständig; sie bilden einen von
der Seite zusammengedrückten Fruchtknoten, der in jedem seiner beiden
Fächer eine hängende Samenknospe enthält. Der Griffel trägt eine zwei-
*) Tafel 389. Dietamnus albus A. AB Teile der blühenden Pflanze. 1 die
Staubblätter im Kelche; 2 einzelne Staubblätter; 3 Kelch und Stempel; 4 Querschnitt
durch den Fruchtknoten; 5 aufgesprungene Frucht; 6 Same; 7 desgl. im Längsschitte.
2 bis 7 vergrössert.
Polygalaceae. 219
lappige oder hakenförmige Narbe. Die Frucht ist eine flache, an ihren
Rändern fachspaltig-aufspringende Kapsel. Der Same besitzt oft einen
Samenmantel. Hierher:
Gattung 464: Polygala L., Kreuzblume. (XVII, 2.)
(Der Nervenverlauf auf den Flügeln ist an Blüten zu untersuchen,
deren Frucht bereits ziemlich entwickelt ist.) .
A. Blätter lederartig, immergrün. Blüten zu 1 bis 2 in den Blattwinkeln.
Blumenkrone gelb, mitunter mehr oder weniger rot angelaufen. Der
Kiel der Blumenkrone trägt an seiner Spitze einen kleinen, vierlappigen
Kamm. Die Staubfäden sind nur an ihrem Grunde etwas vereinigt.
l. Stamm Chamaebuxus De Candolle. — 10 bis 30 cm hoher Halb-
strauch. Blätter verkehrt-eilänglich, stachelspitzig. Kelch weisslich.
Blumenkrone gelb, bisweilen, so namentlich am südlichen Abhange der
Alpen, mehr oder weniger rot überlaufen (var. rhodoptera). Blütezeit April,
Mai. Blüten mit Ptlaumenduft; Selbstbestäubung zweifelhaft. In Wäldern
und auf Heiden, namentlich im südlicheren Teile des Gebietes. (Chamae-
buxus alpina Spach) P. Chamaebuxus L., Buchsbaumblätterige
Kreuzblume, Zwergbüchs.
B. Pflanzen nicht immergrün. Blüten in Trauben, blau, rosenrot oder weiss,
Der Kiel der Blumenkrone trägt an seinem Ende einen vielspaltigen
Kamm. 2. Stamm: Polygalon De Candolle.
I. Traube meist fünfblütig, locker, zwar endständig, aber schliesslich
durch Auswachsen seitlicher Knospen übergipfelt und dadurch schein-
bar seitenständig, Unterste Blätter meist gegenständig. Stengel
niederliegend, fädlıch. Blätter lederig, untere elliptisch, obere lanzett-
lich. Blüte hellblau. Flügel elliptisch, mit 3 an der Spitze mit-
einander verbundenen Nerven. Seitennerven an der Aussenseite mit
netzigverbundenen Ästen. Blütezeit Mai bis Herbst. Länge 10 bis
15 cm. 2. Auf torfigem Boden und Sumpfwiesen; durch das ganze
Gebiet zerstreut und selten. (P. serpyllacea Weihe) P. depressa
Wenderoth, Niederliegende oder Moor-Kreuzblume.
I. Trauben meist 10 und mehr-blütig, endständig. Blätter alle wechsel-
ständig oder die unteren rosettig.
A.Die Seitennerven der Flügel sind verästelt und mehr oder weniger
netzig mit einander verbunden. Kraut nicht bitter.
1. Die unter dem Ursprunge der blütentragenden Stengel sitzenden
Blätter sind etwas rosettig zusammengedrängt und bedeutend
grösser als die übrigen; sie sind verkehrt-eiförmig; die oberen
sind lanzettlich -Iinealisch; alle sind etwas derb. — Mittelnerv
220
Polygalaceae.
der Flügel fast von seiner Mitte an ästig; Seitennerven nach
ihrer Aussenseite hin verzweigt. Blütezeit Mai bis Juli. Blüte
meist blau, seltener rot oder weiss. 4. Höhe 10 bis 20 cm.
Auf Kalkhügeln, im westlichen Teile des Gebietes zerstreut.
Polygala calearea F. W. Schultz, Kalkliebende Kreuz-
blume.
2. Die unteren Blätter sind nicht rosettig zusammengedrängt;
sie sind verhältnismässig breiter, aber kürzer wie die oberen.
a.
Der Fruchtknoten hat einen innerhalb der Blüte befindlichen
Stiel (Stempelträger), der während des Aufblühens 3- bis
4 mal so lang als der Fruchtknoten ist; auch der Griffel
ist 2- bis 3mal so lang wie der Fruchtknoten. — Ganze
Pflanze kurzflaumig. Unterste Blätter sehr klein, rundlich-
eiförmig, zur Blütezeit oft schon abgefallen; darauf folgende
spatelförmig, oberste schmal-lanzettlich, spitz. Blüten
pfirsichblütrot, selten blau; sehr gross, sodass die ausge-
wachsenen Flügel 12 bis 15 mm lang sind. Blütezeit
Mai, Jun. %#. Höhe 30 bıs 40 em. Auf Kalkboden in
Niederösterreich und Mähren. P. maior Jacquin, Gross-
blütige oder Ungarische Kreuzblume.
Man unterscheidet die Formen:
. vulgaris Koch, Gemeine Grossblütige Kreuzblume.
Die Deckblätter sind kürzer als die noch nicht geöff-
neten Blüten.
comosa Koch, Schopfige Grossblütige Kreuzblume.
Die Deckblätter sind länger als die noch nicht geöffneten
Blüten und treten am Ende der Blütentraube schopfig
hervor.
b. Der Stempelträger der im Aufblühen begriffenen Blüte ist
höchstens so lang wie der Fruchtknoten; auch der Griffel ist
meist nicht viel länger.
a. Blütenstiele, Deckblätter, alle Kelchblätter und Kapsel
bewimpert. — Flügelartige Kelchblätter breit umgekehrt-
eiförmig. Blumenkrone weisslich oder bläulich. Blütezeit
Juni bis August. #. Rügen. (P. blepharoptera Borbas).
P. eiliata Lebel, Wimperblütige Kreuzblume.
. Blütenstiele, Deckblätter, alle Kelchblätter und Kapseln
nicht alle gleichzeitig gewimpert.,
a. Blüten gross, deren Flügel in ausgewachsenem Zustande
gegen 10 mm lang, breit-eiförmig; Frucht nur 1 Drittel
Polygalaceae. 291
so lang. Deckblätter so lang wie der Blütenstiel.
Blütezeit Mai, Jun. Blumen rosa oder blau. +.
Höhe 25 bis 30 cm. Auf Grashügeln in Tessin.
Polygala nicaeensis Risso, Nizzaer Kreuzblume.
Vielleicht nur eine Abart mit rundlich -eiförmigen
Flügeln ist die auf der Südseite des Simplon aufge-
fundene P. eorsiea Boreau, Corsikanische Kreuz-
hlume.
b. Blüten beträchtlich kleiner, mit 5 bis 6 mm langen,
elliptischen Flügeln.
«a. Das mittlere Deckblatt ist länger als der Stiel der
eben geöffneten Blüte; es ragt vor der völligen
Entwickelung der Traube über die Blütenknospe
hervor, so dass die Spitze der jungen Traube kegel-
förmig verschmälert und schopfig erscheint. —
Blütezeit Mai, Juni. Blume blassrot oder blau,
seltener weiss, vorn purpurn. 2%. Höhe 15 bis
25 em. Auf Triften, an trockenen Waldrändern;
sehr zerstreut. P. comosa Schkuhr, Schopfige
Kreuzblume.
88. Das mittlere Deckblatt ist kaum so lang als der
Stiel der eben geöffneten Blüte; es überragt die
Blütenknospen nicht; die Spitze der Traube er-
scheint daher schopflos. — Blütezeit Mai, Juni.
Blume dunkel- bis hellblau, lila, rosenrot, seltener
weis. %. Höhe 15 bıs 25 cm. Auf trockenem,
grasigem Boden; gemein. P. vulgaris L., Ge-
meine Kreuzblume.*)
Bei der Abart oxyptera Reichenbach, Spitz-
flügelige Kreuzblume, sind die Flügel schmäler
als die Kapsel und spitz.
Bei pseudoalpestris Grenier, Falsche Ge-
birgs- Kreuzblume, ist die Traube sehr kurz
und dicht.
Tafel 390. Polygala vulgaris L. A blühende Pflanze. 1 Blüte. k viel-
spaltiger Kamm des Kiels der Blumenkrone; 2 Flügel; 3 Blüte von der Unterseite;
4 Blüte ohne Flügel; 5 Blütenlängsschnitt; 6 oberes Ende des Staubblattbündels;
7 Stempel; 8 zum Teil geöffnete Frucht; 9 Same; 10 Längsschnitt durch den Samen.
1 bis 10 vergrössert.
222 Polygalaceae.
B.Die Seitennerven der Flügel sind schwach verästelt und nicht
netzig mit einander verbunden. Kraut bei einigen Arten bitter.
1. Untere Blätter kürzer als die übrigen; nicht rosettig angeordnet.
— Kraut nicht bitter. Blüten klein, meist blau; deren Flügel
4 bis 5 mm lang. Blütezeit Juni. #. Namentlich auf Kalk-
boden der Alpen und Voralpen. Polygala alpestris Reichen-
bach, Gebirgs-Kreuzblume.
2. Untere Blätter viel grösser als die übrigen, umgekehrt-eiförmig,
stumpf, rosettig-zusammengedrängt.
a. Blüten ziemlich gross; ausgewachsene Flügel 5 bis 7 mm
lang, so breit oder breiter und meist länger als die Kapsel.
— Kraut bitter. Obere Blätter länglich-keilförmig. Blütezeit
Mai, Juni. Blume blau, violett, rosenrot, weiss oder ge-
streift. #%. Höhe 5 bis 15 cm. Auf torfigem und sumpfigem
Kalkboden; zerstreut; fehlt in der Schweiz. P. amara L,,
Bittere Kreuzblume.
Eine schön purpurrote Form ist var. rubriflora Wiesb,.,
Purpurblütige Kreuzblume, in Niederösterreich.
Eine grossblumige Form (Flügel gegen 7 mm lang) hat
man als P. amarella Crantz, Bitterliche Kreuzblume.
abgesondert.
Bei amblyptera Reichenbach, Stumpfflügelige Kreuz-
blume, sind die Flügel nur eben so lang, mitunter sogar
kürzer als die Frucht.
b. Blüten kleiner; ausgewachsene Flügel 3 bis 4 mm lang.
Flügel schmäler als die Kapsel.
a. Traube sehr reichblütig, verlängert. Die Achsen der
Blattrosetten enden in blühende Zweige. Kraut meist
bitter.
a. Kapsel an ihrem Grunde abgerundet. — Traube viel-
blütig, mehr oder weniger verlängert. Blume weiss
oder blau. Sonst wie vorige und auch als Abart der-
selben angesehen. Blütezeit Mai, Juni. Auf nassen
Wiesen mit Kalkboden, im mittleren Teile des Gebietes;
sehr zerstreut. P. austriaca Crantz, Österreichische
Kreuzblume.
b. Kapsel an ihrem Grunde keilförmig-verschmälert. —
Sonst wie vorige, ebenfalls als Abart von amara be-
trachtet. P. uliginosa Reichenbach, Sumpf-Kreuz-
blume.
Euphorbiaceae. 223
8. Traube arm- bis 10blütig, locker.
a. Blume blau. Die Achse jeder Blattrosette endet in
einen nicht blühenden Zweig. Kraut nicht bitter.
— Kleine, vielstengelige, ausgebreitete Pflanze. Blüte-
zeit Juni. Auf den Hochalpen der Schweiz; selten.
Polygala alpina Songeon, Alpen-Kreuzblume.
b. Blume rosenrot. Stengel wenig cm lang, aufsteigend.
Rosettenblätter meist kleiner als die Stengelblätter;
diese lineal-lanzettlich. %. Blütezeit Juni. Auf
Galmeiboden bei Aachen. P. Lejeunii Boreau,
Lejeunes Kreuzblume.
72. Familie: Euphorbiaceae, Wolfsmilchgewächse.
Diese grosse, sehr vielgestaltige, in 10 Unterfamilien geteilte Familie
ist im Gebiete nur durch 3 Gattungen vertreten, und diese sind derart
verschieden, dass es besser scheint, dieselben eingehend zu kennzeichnen
und auf eine ausführlichere Darlegung der Eigentümlichkeiten der Familie
zu verzichten. Das Gemeinsame liegt in der Bildung der Frucht; diese ist
kapselartig, mit 3, seltener 2, zweiklappigen, sich elastisch von einer blei-
benden Mittelsäule ablösenden Fächern.
A. Fruchtknoten und Frucht dreiteilig: Blüten einhäusig (meist scheinbar
zwitterig), nicht zweihäusig.
1. In einer mehr oder weniger glockenförmigen, mehrzipfeligen Hülle
finden sich viele Staubblätter mit gegliederten Stielen und ein ge-
stielter Fruchtknoten. Erstere sieht man als ebenso viele männliche,
letzteren als weibliche Blüte an, so dass die scheinbare Zwitterblüte
einen kleinen Blütenstand, ein Cyathium, vorstellt. Gattung 465:
Euphorbia L., Wolfsmilch.
2. Die Pflanze trägt, völlig von einander getrennt, männliche und weib-
liche Blüten; beide haben einen fünfteiligen Kelch, erstere eine fünf-
blätterige, letztere keine Blumenkrone. Gattung 466: Andrachne L.,
Myrtenkraut.
B. Fruchtknoten und Frucht zwei-, selten dreiteilig. Blüten zweihäusig.
Gattung 467: Mereurialis Tournefort, Bingelkraut.
Gattung 465: Euphorbia L. (Tithymalus Tournefort), Wolfsmilch. (XXI, 1,
scheinbar XI, 3.)
Die einheimischen Arten sind einjährige oder ausdauernde, durch einen
meist giftigen, scharfen, auf der Haut Blasen ziehenden Milchsaft ausge-
224 Euphorbiaceae.
zeichnete Kräuter, mit abwechselnden oder gegenständigen einfachen, ganzen,
meist ganzrandigen Blättern. Nebenblätter sind vorhanden oder fehlen.
In einer glockenförmigen, kreiselförmigen oder halbkugeligen, mehrzipfeligen
Hülle finden sich viele (10 bis 20) Staubblätter mit gegliederten Stielen
und ein gestielter Fruchtknoten; namentlich auch mit Rücksicht auf aus-
wärtige Arten sieht man erstere als ebenso viele männliche, letzteren als
eine weibliche Blüte an, so dass die scheinbare Zwitterblüte (XI, 3) einen
kleinen Blütenstand, ein Cyathium (XXI, 1), vorstellt. Diese, biologisch
einer Einzelblüte entsprechenden Blütenstände sind nachstäubend und werden
fast ausschliesslich von Fliegen besucht. Die glockenförmige Hülle ist an
ihrem Rande in 8 bis 14 Läppchen geteilt und diese Läppchen sind ab-
wechselnd einwärtsgeschlagen oder nach aussen gebogen. Die einwärts
geschlagenen Läppchen sind häutig, die nach aussen gebogenen von je
einer fleischigen Randdrüse bedeckt; letztere ist bald rundlich, bald halb-
mondförmig (Tafel 391, Figur A4, bez. B). Neben den männlichen Blüten
finden sich linealische oder lanzettliche, oft gewimperte Deckblätter; die
Staubgefässe öffnen sich durch Längsspalten und fallen nach dem Ver-
stäuben ab. Die weiblichen Blüten sind länger gestielt als die männlichen;
sie neigen sich meist frühzeitig abwärts. Der Fruchtknoten ist dreifächerig;
Griffel sind 3 vorhanden; die Narbe findet sich an der inneren Seite der
zweiteiligen Spitze der Griffel. Die Frucht ist dreiknöpfig; die Knöpfe
trennen sich bei der Reife von einer stehenbleibenden Mittelsäule und
öffnen sich dann zweiteilig., Der Same hat eine krustige Schale und ent-
hält in der Achse eines ölig-fleischigen Eiweisses einen grossen, geraden
Keimling. Die Cyathien stehen selten einzeln in den Blattachseln; meist
finden sie sich in endständigen, zwei- bis vielstrahligen, zuweilen kopfartig-
zusammengezogenen Trugdolden. Die Vor- beziehungsweise Deckblätter
der ganzen Trugdolde werden Hülle, die der weiteren Verzweigungen
Hüllchen genannt.
A. Cyathien einzeln in den Blattachseln. Blätter mit kleinen, pfriemlichen
Nebenblättchen.
1. Same querrunzelig — Einjährige, niederige, fast am Boden verzweigte
und auf demselben ausgebreitete, kahle Pflanze mit etwa 20 cm
langen Ästen. Blätter gegenständig, eirundlich. Randdrüsen der
Cyathien rot. Fruchtklappen glatt, gekielt. Blütezeit Juni bis August.
Giftig. Auf Äckern, dürren Orten u. s. w. an der Küste des Adriatischen
Meeres. E. Chamaesyce L., Zwerg-Wolfsmilch.
Eine besondere, zottig behaarte Form ist E. ceanescens L.,
Graue Wolfsmilch.
Euphorbiaceae. 225
2. Samen glatt. — Der vorigen sehr ähnlich, doch kräftiger. Blätter
gegenständig, kurz-gestielt, länglich-stumpf, mit fast herzförmigem
Grunde. Randdrüsen der Cyathien rot. Blütezeit Juli, August. Giftig.
Am Strande des Adriatischen Meeres bei Triest. Euphorbia Peplis L.,
Strand-Wolfsmilch.
B. Cyathien auf trugdoldig angeordneten Zweigen, gestützt von quirl- oder
gegenständigen Hüllen und Hüllchen. Nebenblätter fehlen.
I. Randdrüsen der Cyathien rundlich oder eiförmig, weder halbmond-
förmig, noch zweihörnig.
A. Kapsel glatt oder mit feinen Knötchen besetzt, nicht warzig.
a. Samen grubig. — Blätter umgekehrt-eiförmig, allmählig in den
Blattstiel verschmälert, etwa von ihrer Mitte an ungleich-gesägt.
Trugdolde fünfstrahlig, mit grosser fünfzähliger Hülle; Strahlen
drei- (seltener zwei-) gabelig, mit drei- (seltener zwei-) blätterigen
Hüllchen, deren äussere Blätter grösser sind. Strahlenästchen
gabel-spaltig, mit ungleich-zweiblätterigen Hüllchen. Hüll-
und Hüllchenblätter umgekehrt- bis rundlich-eiförmig. Rand-
drüsen der Cyathien grünlich. Kapsel glatt. Blütezeit Juni
bis Herbst. Höhe 15 bis 30 cm. ®. Giftig. Auf bebautem
Boden, Schutt, an Mauern und Wegen; häufig. (Tithymalus
helioscopius Scopoli.) E. helioscopia L., Sonnenwendige
Wolfsmilch.*)
ß. Samen glatt.
1. Blätter länglich-lanzettlich, wenigstens an ihrem Vorderrande
klein-gesägt oder schwach-gekerbt.
a. Hüll- und Hüllchenblätter oval, stumpf. Blätter fast
immer beiderseits, namentlich aber unterseits dicht und
kurz behaart. — Blätter sitzend, abwechselnd, länglich-
lanzettlich, klein-gesägt. Randdrüsen der Cyathien grün.
Kapsel glatt oder mit kleinen Knötchen bestreut, kahl
oder lang-behaart. Blütezeit Juni. Höhe 50 bis 80 cm.
2. Giftig. Auf feuchten Waldplätzen Süddeutschlands.
*) Tafel 391 A. Euphorbia helioscopiaL. A Kleine, wenig verzweigte Pflanze.
A 1 Halbierter Strahl der Trugdolde, das mittelste Cyathium befindet sich im weib-
lichen Zustande, die beiden seitlichen im männlichen; A 2 äusseres Blatt einer Hülle;
A 3 Cyathium im männlichen Zustande; A 4 dessen Hülle ausgebreitet; A 5 halbiertes
Cyathium; A6 männliche Blüten; A7 Frucht; A8 junge Frucht im Querschnitte;
A9 Samen, 1 bis 7 vergrössert; 8 und 9 natürl. Grösse und vergrössert.
Thome&, Flora, III. Bd. II. Aufl. . 15
226
Euphorbiaceae.
(Tithymalus procerus Klotzsch und Garcke; E. pilosa L.
zum Teil) Euphorbia procera Marschall v. Bieber-
stein, Hohe Wolfsmilch.
Besondere Formen sind:
a. Kapsel glatt.
aa. Kapsel kahl. E. villosa Waldstein-Kitaibel,
(var. leiocarpa Maly) Behaarte Wolfsmilch.
bb. Kapsel lang-behaart. (E. mollis Gmelin, E. coral-
loides L. [?]) E. triehocarpa Koch, Behaart-
früchtige Wolfsmilch.
b. Kapsel mit einzelnen Knötchen bestreut.
aa. Kapsel kahl. (E. villosa Willdenow.) E. tuber-
eulata Koch, Höckerige Wolfsmilch.
bb. Kapsel lang-behaart. (E. pilosa Rochel.) E. lasio-
earpa Koch, Zottenfrüchtige Wolfsmilch.
b. Hüllchenblätter breit-lanzettlich bis länglich, stumpf mit
aufgesetztem Stachelspitzchen. Blätter kahl, steif, lederig. —
Wurzelstock vielköpfig. Stengel dicht beblättert. Blätter
wechselständig, sitzend, blaugrün. Trugdolde vielstrahlig:
mit zweispaltigen Strahlen. Hüllblätter den oberen Laub-
blättern gleichgestaltet. Randdrüsen der Cyathien grün-
lich. Kapsel vor der Reife dicht mit gegliederten Haaren
bedeckt. Blütezeit Juni. Höhe 30 bis 60 cm. 2%. Giftig.
An Feldern und auf Wiesen bei Wien. E. pannonica
Host, Ungarische Wolfsmilch.
Eine schmalblätterige Form mit lanzettlichen Hüll-
blättern ist E. pulverulenta Kitaibel, Bestaubte
Wolfsmilch.
2. Blätter lineal-lanzettlich, ganzrandig, zugespitzt-stachelspitzig,
kahl, bläulich-grün. Blätter der Hüllchen an der Gabelung
der Trugdoldenstrahlen breit und herzförmig, nahezu drei-
eckig, stachelspitzig, oberseits gelblich, unterseits blaugrün. —
Wurzelstock ausdauernd und vielköpfig, dicht-beblättert.
Dolde vielstrahlig, mit wiederholt gabelig-geteilten Ästen.
Hüllblätter länglich-lanzettlich. Randdrüsen der Cyathien
gelblich, zuweilen halbmondförmig. ‘ Kapseln glatt oder sehr
fein-rauh-punktiert. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 50 cm.
4. Giftig. Auf Kalk- und Sandboden; zerstreut, namentlich
Euphorbiaceae. 227
im Westen des Gebietes. (Tithymalus Gerardianus Klotzsch
und Garcke) Euphorbia Gerardiana Jacquin, Gerards
Wolfsmilch.
B.Kapsel warzig (mit grösseren, halbkugeligen, kegel-, walzen- oder
fadenförmigen Warzen, nicht nur mit feinen Knötchen besetzt).
a. Blätter (wenigstens die oberen) mit herzförmigem Grunde, sitzend;
von der Mitte bis zur Spitze ungleich-klein-gesägt. ©.
1. Frucht 3 bis 4 mm breit, mit niederigen, fast halbkugeligen
Warzen. Blätter abstehend. — Wurzel kahl oder schwach-
flaumhaarig. Blätter entfernt-stehend, abwechselnd; untere
lanzettlich oder länglich, nach dem Grunde verschmälert, fast
kurz-gestielt; mittlere und obere länglich-spitz, mit herz-
förmigem Grunde, sitzend. Trugdolde drei- bis fünfstrahlig,
mit dreispaltigen Asten und gabelspaltigen Astchen. Hüll-
blätter wie die Laubblätter. Hüllchenblätter fast dreieckig-
eiförmig, stachelspitzig, klein-gesägt, gelb-grün. Randdrüsen
gelb. Samen glatt. Blütezeit Juli bis September. Höhe
25 bis 60 cm. ©. Giftig. Auf bebautem und wüstem
Boden; zerstreut, mancherorts häufig. (Tithymalus platyphyllus
Scopoli.) E. platyphylla L., Breitblätterige Wolfsmilch.
Eine Abart mit unterseits dicht-zottigen Blättern, von
denen die ersten mit einem purpurnen oder braunen Fleck
gezeichnet sind, ist literata Jacquin, Gebrandmarkte
Wolfsmilch.
2. Frucht 2 mm breit, mit kurz-walzenförmigen Warzen. Blätter
häufig herabgebogen. — Unterste Blätter umgekehrt-ei-
förmig, sehr stumpf, in den Blattstiel verschmälert; mittlere
und obere umgekehrt-lanzettförmig, mit herzförmigem Grunde,
sitzend. Hüllblätter umgekehrt-lanzettlich, spitz; Hüllchen-
blätter fast dreieckig-eiförmig, fein-gesägt. Trugdolde drei-
bis fünfstrahlig; Strahlen dreispaltig, mit gabelteiligen Ästen,
gelblich. Blütezeit Juni bis September. Höhe 30 bis 50 cm.
© (?). An feuchten Orten in Gebüschen, an Ufern; stellen-
weise, namentlich im südlichen Teile des Gebietes, am Mittel-
und Niederrhein und in Schlesien. (Tithymalus strietus
Klotzsch und Garcke; E. foetida Hoppe.) E. strieta L.,
Steife Wolfsmilch.
ß. Blätter kurz-gestielt oder sitzend, in letzterem Falle an ihrem
Grunde verschmälert und nicht herzförmig; ganzrandig oder
nach der Spitze zu klein-gesägt. 2.
15*
228 Euphorbiaceae.
1. Warzen der kugeligen Frucht fadenförmig-verlängert, schliess-
lich rot.
a. Randdrüsen der glockenförmigen Hülle des Cyathiums
gross, fast so breit wie das ungeteilte Stück der Hülle;
rot. — Stengel vielköpfig, zottig oder kahl. Blätter läng-
lich oder lanzettlich. Dolde fünfstrahlig, mit gabel-
spaltigen Ästen. Hüll- und Hüllchenblätter rundlich-ei-
förmig, mit abgerundetem Grunde, ganzrandig oder klein-
gesägt. Blütezeit April, Mai. Höhe 15 bis 25 cm. 2%.
Giftig. An Gebirgsabhängen im südlichen Krain, Steier-
mark und dem österreichischen Küstengebiete. (E. spinosa
Wulfen; Tithymalus Pityusa Scopoli.) Euphorbia fragi-
fera Jan, Erdbeerfrüchtige Wolfsmilch.
b. Randdrüsen der glockenförmigen Hülle des Cyathiums
kleiner, deren Breite etwa ein Drittel von der Länge des
ungeteilten Stücks der Hülle. — Vielköpfig. Stengel
flockig-weichhaarig, meist rötlich-angelaufen. Blätter läng-
lich, sitzend, stumpf, ganzrandig, auf der Unterseite flockig-
behaart. Hüllblätter gross, länglich-eiförmig, stumpf,
ganzrandig oder etwas ausgerandet und sehr fein-säge-:
zähnig; gelb; Hüllchenblätter ähnlich, doch weit kleiner.
Randdrüsen erst hell-, später rötlich-gelb. Fruchtknoten
und Frucht mit roten Stachelwarzen bedeckt. Blütezeit
Mai, Juni. Höhe 30 bis 50 cm. 4. Giftig. An rauben,
waldigen Abhängen in Krain, Steiermark, Niederösterreich
und Mähren. (E. polychroma Kerner) E. epithyoides
Jacquin (nicht L.), Rotfrüchtige oder Gelbhüllige
Wolfsmilch.
2. Warzen der Frucht kurz, verschieden gestaltet, indes nicht
fadenförmig-verlängert.
a. Trugdolde vielstrahlig; der Stengel trägt an seinem oberen
Teile auch nichtblühende Äste. — Ansehnliche, 1 bis
1!/; Meter hohe, einem jungen Weidenstrauche nicht un-
ähnliche Pflanze. Stengel stielrund, hohl, etwas beduftet.
Blätter lanzettlich, sitzend, ganzrandig oder etwas ge-
zähnelt, hellgrün, wie der Stengel kahl; grössere 6 bis
9 em lang und 1 bis 21/, cm breit. Dolde vielstrahlig,
mit dreispaltigen, nochmals gabelspaltigen Ästen. Blätter
von Hülle und Hüllchen gelblich, länglich-elliptisch, stumpf,
sitzend und nach dem Grunde hin verschmälert. Rand-
Euphorbiaceae. 229
drüsen des Cyathiums braungelb. Blütezeit Mai, Juni.
Höhe 30 bis 50 cm. Kapseln gross, dicht mit Warzen
bedeckt. Samen glatt, glänzend-schwarzbraun. 4. Giftig.
Auf feuchten Wiesen, an Ufern; zerstreut. (Tithymalus
paluster Klotzsch und Garcke) Euphorbia palustris L.,
Sumpf-Wolfsmilch.
. Trugdolde wenig-, drei- bis fünfstrahlig. Nichtblühende
Äste kommen im oberen Teile des Stengels nicht vor.
a. Stengel scharfkantig-gestreift. — Wurzelstock kriechend.
Blätter fast sitzend, eilänglich, stumpf, an ihrer Spitze
fein-gesägt, kahl. Dolde mit 5 zwei- oder dreigabeligen
Strahlen. Hüllblätter eirund, Hüllchenblätter dreieckig-
rundlich, fein-gesägt, gelblich. Randdrüsen desCyathiums
erst grünlich, bei der Fruchtreife rotgelb. Kapsel mit
stumpfen, fast halbkugeligen Warzen zerstreut besetzt.
Same glatt. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis 50 cm.
4. Giftig. In Gebirgswaldungen von Mähren, Öster-
reich, Steiermark und Südtirol. E. angulata Jacquin,
Scharfkantige Wolfsmilch.
b. Stengel mehr oder weniger rund, nicht scharfkantig-
gestreift; in trockenem Zustande indess oft fein-gerillt.
aa. Blätter der Hüllchen klein-gestielt.
aa. Blätter der Hüllchen fein-gesägt. — Wurzel-
stock vielköpfig. Stengel am Grunde liegend,
aufsteigend. Blätter länglich -eiförmig, fast
sitzend, stumpf, kleingesägt. Trugdolde fünf-
strahlig, mit dreistrahligen Ästen und zwei-
strahligen Ästchen. Blätter von Hülle und
Hüllchen eiförmig, stumpf; beide, wie auch die
Drüsen des Cyathiums, gelblich. Kapsel mit
kurzen, walzenförmigen Warzen bedeckt. Samen
glatt. Blütezeit Mai, Juni. . Höhe 30 bis
60 cm. #4. Sehr giftig. Auf Schutt, an Wegen,
im Gebüsch, namentlich auf Kalkboden; im süd-
lichen Teile des Gebietes nicht selten, in Nord-
deutschland fehlend. (Tithymalus verrucosus
Scopoli.) E. verrucosa Lamarck, Warzige
Wolfsmilch.
bb. Blätter der Hüllchen ganzrandig. — Im Wuchs
der vorigen ähnlich, doch im ganzen etwas
230
Euphorbiaceae.
grösser. Blätter länglich-lanzettlich, stumpf.
Trugdolde fünfspaltig, mit zweispaltigen, über-
hängenden Ästen. Blätter der Hülle länglich,
der Hüllchen länglich-eirund. Hülle des Cya-
thiums lang-behaart. Kapsel mit fast halb-
kugeligen Warzen. Samen glatt. Blütezeit
April, Mai. Höhe 50 bis 70 cm. 2. Giftie.
An sonnigen Abhängen in Krain und Steier-
mark. Euphorkia carniolica Jacquin,
Krainer Wolfsmilch.
bb. Blätter der Hüllchen nicht gestielt. — Wurzelstock
ein- bis mehrstengelig. Blätter länglich-lanzettlich,
nach ihrem Grunde hin verschmälert, sehr kurz-
gestielt, stumpf, ganzrandig oder an ihrem oberen
Ende klein-gesägt. Trugdolde drei- bis fünfspaltig,
mit zweispaltigen Ästen. Blätter der Hülle breit-
lanzettlich, sitzend. Hüllchenblätter mit ab-
geschnittenem Grunde, dreieckig-eiförmig, fein-gesägt.
Randdrüsen des Cyathiums erst grünlich, später
schwarz-purpurrot, selten immer grünlich (var. chlo-
radenia Boissier). Kapsel in der Jugend meist
weissfilzig, später kahl; mit ungleichen, stumpfen
Warzen. Stengel in trockenem Zustande fein-gerillt.
Giftig. Blütezeit April, Mai. Höhe 25 bis 50 cm.
4. In schattigen Laubwäldern, namentlich auf Kalk-
boden der Gebirge Mitteldeutschlands bis in die
Alpen, verbreitet; in Norddeutschland fast fehlend.
(Tithymalus duleis Scopoli; E. solisequa Reichen-
bach; E. purpurata Bertoloni; E. alpigena Kerner),
E. duleis L., Süsse oder Hain-Wolfsmilch.
II. Randdrüsen der Cyathien halbmondförmig oder zweihörnig.
A.Blätter der Hüllchen miteinander verwachsen, ein Scheibchen oder
eine Tute bildend.
1. Kapseln kahl, fein-rauh-punktiert, nicht zottig. — Untere Stengel-
teile nebst ihren Blättern überwinternd, zweijährig. Blätter
umgekehrt -eiförmig -länglich, in den Blattstiel verschmälert;
obere weichhaarig, kleiner als die kablen unteren. Trugdolde
vielspaltig, mit wiederholt zweispaltigen Ästen; unterhalb der-
selben zahlreiche, achselständige Seitendolden. Hülle eirund;
Hüllchen in ein flaches Scheibchen verwachsen. Same glatt.
Euphorbiaceae. 251
Blütezeit April, Mai. Höhe 30 bis 60 cm. 4. Giftig. Auf
Waldplätzen; selten, doch im Süden häufiger als im Norden.
(E. silvatica Jacquin; Tithymalus amygdaloides Klotzsch und
Garcke.) Euphorbia amygdaloides L., Mandelblätterige
Wolfsmilch.
. Kapseln dicht-zottig. — Stengel bis 1 Meter hoch, mit wendel-
ständigen, sitzenden, lanzettlich-linealen, ganzrandigen, auf beiden
Seiten sammetfilzigen Blättern dicht besetzt. Trugdolde viel-
spaltig, mit wiederholt-zweispaltigen Ästen; unterhalb derselben
zahlreiche, achselständige Seitendolden. Hüllblätter umgekehrt-
eiförmig -länglich. Hüllchenblätter tutenförmig verwachsen.
Randdrüsen des Cyathiums gelblich-grün. Blütezeit April, Mai. 2.
Giftig. Auf Felsabhängen im österreichischen Küstengebiete.
(E. Characias Wulfen.) E. Wulfeni Hoppe. Wulfens Wolfs-
milch.
B. Blätter der Hüllchen nicht miteinander verwachsen.
a. Same runzelig oder grubig. Drüsen der Hülle des Cyathiums
selb oder grünlich-gelb.
1. Blätter kreuzweise gegenständig, sitzend. — Wurzelstock bis
fingerdick, ausläuferartig-kriechend. Stengel bis meterhoch.
Blätter länglich-linealisch, mit breitem, bei den oberen herz-
förmigem Grunde, kahl, dunkelgrün mit weisslichen Adern
und Nerven. Trugdolde vierstrahlig mit wiederholt - zwei-
spaltigen Strahlen, sehr ausgebreitet. Hüll- und Hüllchen-
blätter den Laubblättern ähnlich. Randdrüsen der Oyathien
gelb. Kapseln, so gross wie kleine Kirschen, schwammig,
später runzelig, Samen runzelig. Blütezeit Juni, Juli. 2.
Sehr giftig. Auf unbebauten Orten im österreichischen
Küstengebiet, in Südtirol, ausserdem zuweilen angepflanzt
und verwildert. Die Samen, Springkörner, Purgierkörner,
waren officinell. (Tithymalus LathyrisScopol.) E. Lathyris L.,
Kreuzblätterige Wolfsmilch, Springkörnerkraut.
. Blätter wechselständig.
a. Trugdolde fünf- oder mehrspaltig.
a. Blätter umgekehrt - eiförmig - länglich, zugespitzt, am
Rande rauh, blaugrau, fleischig, kahl; Äste der fünf-
bis achtstrahligen Trugdolde einmal-gabelig. — Wurzel-
stock vielköpfig, Stengel fleischig, dicht beblättert.
Hüllblätter steif, fleischig, rundlich, zugespitzt. Hüllchen-
blätter nierenförmig, stachelspitzig. Kapsel trocken,
18)
|)
232
Euphorbiaceae.
runzelig, mit auf dem Rücken stumpf-gekielten Knöpfen.
Samen grubig-runzelig., Blütezeit Juni, Juli. Höhe
20 bis 30 cm. #. Giftig. Auf Inseln des Adriatischen
Meeres. Euphorbia Myrsinites L., Myrten- oder Aloe-
blätterige Wolfsmilch.
b. Blätter linealisch oder schmal-lanzettlich, die obersten
breiter; fein-zugespitzt, stachelspitzig, sitzend, kahl,
bläulich-grün. Äste der fünfstrahligen Trugdolde wieder-
holt-gabelig. Hüllblätter eiförmig; Hüllchenblätter
nieren- bis fast rautenförmig, stachelspitzig, kurz-
zugespitzt. Randdrüsen des Cyathiums pomeranzenfarben,
zweihörnig. Knöpfe der Kapsel auf dem Rücken mit
einem fein-punktiert-rauhen Streifen. Samen grubig-
netzig. Blütezeit Juni bis August. Höhe bis 30 cm. ©.
Giftig. Auf Äckern in der Südschweiz, Steiermark,
Österreich. (Tithymalus segetalis Klotzsch und Garcke.)
E. segetalis L., Saat-Wolfsmilch.
b. Trugdolde drei- bis vierspaltig.
a. Kapseln durch kleine Knötchen rauh. Samen auf der
Innenseite mit 2 Längsfurchen.
ad.
bb.
Same auf der Aussenseite grubig - punktiert; die
beiden mittelsten Rückenlinien zählen je 4 Grüb-
chen. — Blätter umgekehrt-eiförmig, sehr stumpf,
in den Blattstiel vorgezogen, ganzrandig. Trug-
dolde dreispaltig, mit wiederholt- (oft drei- bis vier-
mal) zweispaltigen Ästen. Hüll- und Hüllchen-
blätter den Laubblättern fast gleichgestaltet, doch
die obersten fast sitzend. Randdrüsen der Cyathien
lang-zweihörnig, gelb. Kapsel lang-gestielt, auf
dem Rücken mit 2 schmalen ein wenig welligen
und schwach-geflügelten Kielen. Samen grau-weiss.
Blütezeit Juli bis Oktober. Höhe 10 bis 25 cm. ©.
Giftig. Auf Kulturland gemein. (Tithymalus
Peplus Gaertner) E. Peplus L., Garten-Wolfs-
milch.
Samen auf der Aussenseite grubig-punktiert; die
beiden mittelsten Rückenlinien zählen je 3 Grüb-
chen. — Der vorigen überaus ähnlich, doch in allem
kleiner. Blütezeit Mai. Giftig. Unter Gebüsch in
Euphorbiaceae. 233
Istrien. (E. rotundifolia Loiseleur.) Euphorbia
peploides Gouan, Schutt-Wolfsmilch.
b. Kapseln glatt.
aa. Blätter lanzettlich, am Grunde verschmälert, spitz
oder zugespitzt, unterste spatelig, Hüll- und
Hüllchenblätter eiförmig oder elliptisch, stachel-
spitzig. — Trugdolde dreispaltig, mit wiederholt-
zweispaltigen Ästen. Randdrüsen des Cyathiums
kurz-zweihörnig, gelb. Samen mit vier Reihen von
Querlinien. Blütezeit Juli bis Oktober. Höhe 8 bis
20 cm. ®. Giftig. Unter der Saat; im südlichen
Teile des Gebietes; selten und mitunter unbeständig.
(Tithymalus falcatus Klotzsch und Garcke.) E. fal-
cata L., Sichelförmige Wolfsmilch.
bb. Blätter lineal. Hüll- und Hüllchenblätter aus
herzförmigem Grunde linealisch, spitz. — Trugdolde
dreistrahlig, mit wiederholt-zweistrahligen Ästen.
Randdrüsen der Cyathien gelb. Samen dreikantig,
braun, mit stumpfen Warzen bedeckt. Blütezeit
Juni bis Oktober. Höhe 10 bis 20cm. ©. Sehr
giftig. Auf Ackern, namentlich Kalkboden; zer-
streut; mancherorts häufig. (Tithymalus exiguus
Mönch.) E. exigua L., Kleine Wolfsmilch.
Eine Abart mit breit-linealischen, abgestutzten,
ausgerandeten-stachelspitzigen Blättern ist truncata
Koch, Abgestutztblätterige Wolfsmilch.
8. Samen glatt.
1. Dolde drei- bis fünfspaltig.
a. Knöpfe der Kapsel fein-punktiert, auf dem Rücken mit
einem dünnen Kiel. — Stengel zur Blütezeit in seinem
unteren Teile kahl, unter der Trugdolde dicht beblättert.
Untere Blätter lineal-länglich, stumpf oder ausgerandet
und mit einer kleinen Stachelspitze in der Ausrandung;
obere länglich. Alle Blätter blaugrün, kahl, ganzrandig.
Dolde fünfstrahlig, mit zweispaltigen Ästen. Hüll- und-
Hüllchenblätter herzförmig, stumpf, letztere fast nieren-
föormig und kurz-stachelspitzig. Drüsen des Cyathiums
gelb, kurz-zweihörnig. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 8 bis
12 cm. 2. Giftig. Auf Felsenabhängen der öster-
Euphorbiaceae.
reichischen Alpen. Euphorbia saxatilis Jacquin, Felsen-
Wolfsmilch.
b. Knöpfe der Kapsel auf dem Rücken von einer Furche
durchzogen, im trockenem Zustande runzelig. — Wurzel-
stock vielköpfig. Blätter länglich-linealisch oder lanzett-
lich-linealisch, spitz oder stumpflich, ganzrandig, bläulich-
grün. Trugdolde fünf-, seltener drei- bis vierstrahlig, mit
zweistrahligen Ästen. Hüllblätter länglich-stumpf; Hüllchen-
blätter breit-eiförmig, fast tutenförmig-hohl, mitunter kurz-
zugespitz. Randdrüsen des Oyathiums halbmondförmig,
gelblich-grün. Blütezeit Juni. Höhe bis 50 cm. 4. Giftig.
Am Strande des Adriatischen Meeres. E. Paralias L.,
Adriatische Wolfsmilch.
2. Trugdolde mehr als fünfspaltig.
a. Blätter lineal-lanzettlich unter ihrer Mitte am breitesten
und gegen die Spitze allmählich verschmälert.
a. Stengel und Blätter dicht - flaumig. — Wurzelstock
kriechend. Blätter ganzrandig. Trugdolde vielstrahlig,
mit langen, wiederholt-zweigabeligen Ästen. Hüllblätter
breit - lanzettlich; Hüllchenblätter dreieckig - eiförmig..
Randdrüsen der Cyathien dunkel- wachsgelb. Kapsel
kahl, auf dem Rücken der Knöpfe rauh-punktiert. Blüte-
zeit Mai bis Juli. Höhe 30 bis 50 cm. 4 Giftig.
An Wegen, auf Wiesen in Niederösterreich und Mähren.
E. salieifolia Host, Weidenblätterige Wolfsmilch.
b. Stengel und Blätter kahl.
aa. Blätter glanzlos. Die Seitennerven der Blätter
zweigen sich vom Hauptnerv unter sehr spitzen
Winkeln ab. — Trugdolde vielstrahlig, mit wieder-
holt-zweistrahligen Ästen. Hüllblätter länglich-
lanzettlich. Hüllchenblätter breiter als lang, herz-
förmig bis fast dreieckig-eiförmig. Randdrüsen der
Cyathien zweihömig, grünlich-gelb. Knöpfe der
Kapsel auf dem Rücken rauh-punktiert. Blütezeit
Mai, Juni. Höhe 30 bis 60 cm. #4 Giftig. Auf
Wiesen, an Wege- und Ackerrändern; im südöst-
lichen Teile des Gebietes; sonst nur verschleppt.
(Tithymalus virgatus Klotzsch und Garcke; E. uralensis
Fischer.) E. virgata Waldstein-Kitaibel,
Rutenförmige Wolfsmilch.
Euphorbiaceae. 235
bb. Blätter glänzend. Die Seitennerven der Blätter
zweigen sich von dem Hauptnerv unter Winkeln
ab, deren Grösse ein halber bis fast ein ganzer
Rechter ist. — Trugdolde vielstrahlig mit langen,
wiederholt-zweispaltigen Ästen. Hüllblätter länglich;
Hüllchenblätter breiter als lang, rautenförmig oder
fast dreieckig-ei-herzförmig. Randdrüsen der Cya-
thien mondförmig, honiggelb. Knöpfe der Kapsel
auf dem Rücken rauh-punktiert. Blütezeit Juli,
August. Höhe 30 bis über 100 cm. 4. Giftig.
Auf sumpfigen Wiesen, an Flussufern zwischen
Weidengebüsch, sehr zerstreut. (Tithymalus lucidus
Klotzsch und Garcke.) Euphorbia lucida Wald-
stein-Kitaibel, Glänzende Wolfsmilch.
Nach den Blattformen unterscheidet man:
aa. Blätter länglich-lanzettlich, abgerundet, stumpf.
Stengel oft über 100 em hoch; var latifolia
Koch, Breitblätterige Glänzende Wolfs-
milch.
bb. Blätter lineal-lanzettlich, spitzlich. Stengel etwa
50 cm hoch; var. salieifolia Koch, Weiden-
blätterige Glänzende Wolfsmilch.
cc. Blätter schmal-lineal, spitzlich. Stengel kaum
30 cm hoch; var. linearifolia Koch, Lineal-
blätterige Glänzende Wolfsmilch.
In Posen und Schlesien finden sich die
Bastarde: E. lueida x Cyparissias und E.
lueida x Esula.
b. Blätter lineal bis fast borstlich, oder lineal-lanzettlich, dann
aber über ihrer Mitte am breitesten und gegen den Grund
hin verschmälert.
a. Blätter schmal-lineal bis fast borstlich, ganzrandig, kahl.
— Wurzelstock kriechend, fruchtbare und unfruchtbare
Stengel treibend. Trugdolde vielspaltig, mit wiederholt-
zweispaltigen Ästen. Hüllblätter lineal-lanzettlich;
Hüllchenblätter rautenförmig bis dreieckig-eiförmig,
breiter als lang, kurz-zugespitzt, ganzrandig. Drüsen
der Cyathien zweihörnig, wachsgelb. Knöpfe der Kapsel
auf dem Rücken fein-punktiert-rauh. Samen glatt.
Blütezeit April, Mai, im August und September oft zum
236
Euphorbiaceae.
zweiten Male. Höhe 15 bis 30 cm. 2. Giftig. An
sonnigen, trockenen Orten; gemein. (Tithymalus
Cyparissias Scopoli.) Euphorbia Cyparissias L.,
Cypressen-Wolfsmilch.
b. Blätter lineal-lanzettlich.
aa. Kapseln glatt oder fein-punktiert-rauh; deren Knöpfe
auf dem Rücken nicht gekielt. Blätter 3 bis 5 mm
breit, an den Ästen schmäler.
ad.
Wurzelstock absteigend, nicht kriechend. Alle
Blätter sitzend, ganzrandig, nach der Spitze zu
nicht rauh. Samen ohne mützenförmigen
Samenträger. Zuweilen gehört hierher E.
Gerardiana Jacquin, Gerards Wolfsmilch
#8. 8.227):
bb.
Wurzelstock kriechend. Blätter am Rande nach
der Spitze zu etwas rauh, untere kurz-gestielt
Samen mit einem breiten, zweilappigen, mützen-
artig auf dem Samen liegenden Samenträger.
— Trugdolde vielstrahlig, mit wiederholt-zwei-
spaltigen Ästen. Hüllblätter lanzettlich; Hüll-
chenblätter breiter als lang, rautenförmig oder
dreieckig-eiförmig, stumpf, stachelspitzig oder
kurz-zugespitzt. Drüsen der Cyathien honig-
gelb, oft etwas rötlich. Kapselknöpfe auf dem
Rücken fein-punktiert-rauh. Blütezeit Mai bis
Juli; im Herbst oft zum zweiten Male. Höhe
30 bis 60 cm. 4 Giftig. Auf feuchten
Wiesen, Triften, an Hecken, stellenweise häufig;
fehlt aber mancherorts, z. B. in der Schweiz.
(Tithymalus Esula Scopoli.) E. Esula L,
Gemeine, Schmalblätterige Wolfsmilch.*)
bb. Kapselknöpfe auf dem Rücken mit einem feinen
Kiel, trocken-runzelig. Blätter 6 bis 8 mm breit.
— Blätter stumpf, kurz-zugespitzt und kurz-stachel-
spitzig, sitzend, ganzrandig, bläulich-grün. Dolde
vielstrahlig mit zweispaltigen Ästen. Hüllblätter
länglich -stumpf; Hüllchenblätter herz - eiförmig,
*) Tafel 391 B. Euphorbia Esula L. B Cyathium, im männlichen Zustande,
vergrössert,
Euphorbiaceae. 237
stumpf, kurz-stachelspitzig, gelblich. Drüsen der
Cyathien wachsgelb. Blütezeit Juli, August. Höhe
20 bis 50 cm. %. Giftig. In Südtirol, Krain, dem
österreichischen Küstenlande Euphorbia Nicae-
ensis Allioni, Nizzaer Wolfsmilch.
Besondere aus Ungarn in Österreich vorgedrungene
Formen sind:
ac. Hüllchenblätter herzförmig-dreieckig. E. sero-
tina Host, Spätblühende Wolfsmilch.
88. Hüllchenblätter schmal, länglich oder lanzettlich.
E. pulverulenta Kitaibel, Bestaubte Wolfs-
milch.
Gattung 466: Andrachne L., Myrtenkraut.
Stengel dicht über dem Boden in zahlreiche hand- bis spannenhohe,
rutenförmige, liegende Zweige zerteilt. Blätter klein, kurz-gestielt, eirund,
zugespitzt, ganzrandig, kahl. Blüten kurz-gestielt, einzeln in den Blatt-
achseln, einhäusig. Männliche Blüte mit fünfteiligem Kelch, 5 Kronen- und
5 Staubblättern; weibliche mit fünfteiligem Kelch, kronenlos; Fruchtknoten
dreifächerig, mit dreiteiligem Griffel. Frucht eine dreifächerige, sechssamige
Kapsel. Blütezeit Mai, Juni. ©. Auf Inseln des Adriatischen Meeres.
A. telephioides L., Fetthenneartiges Myrtenkraut.
Gattung 467: Mercurialis Tournefort, Bingelkraut.
Kahle Kräuter mit gegenständigen, lanzettlichen oder eilänglichen, ge-
sägten oder gekerbten Blättern und kleinen Nebenblättern. Blüten klein,
grünlich, zweihäusig. XXII, 8. Männliche Blüten in ährenförmigen Blüten-
ständen; weibliche einzeln oder zu mehreren auf langen Stielen. Blüten-
hülle dreiteilig, kelchartig; Blumenkrone fehlt. Staubblätter 9 bis 12.
Fruchtknoten zweifächerig mit kurzem Griffel und zwei langen Narben.
Frucht eine meist zwei-, selten dreiknöpfige Kapsel mit einsamigen Fächern.
Samen mit Nabelwulst. Die Pflanzen werden beim Trocknen bläulich bis
dunkelblau und violett. Windblütig.
A. Stengel stielrund, meist unverästelt, mit dünnem, kriechendem Wurzel-
stock; ausdauernd. Weibliche Blüten zu mehreren auf langen Stielen.
Frucht rauhhaarig.
1. Blätter langgestielt, eilänglich bis lanzettlich, am oberen Ende des
Stengels zusammengedrängt, rauh-kurzhaarig. Fruchtknoten grösser
als die Blütenhülle, mit ausgespreizten Narben. Blütezeit April, Mai.
Höhe 15 bis 30 em. 24. Giftig. In Laubwäldern, namentlich der
238 Callitrichaceae.
Gebirgsgegenden, häufig. Mercurialis perennis L., Ausdauerndes
Bingelkraut.*)
2. Blätter eiförmig, sitzend oder die unteren sehr kurz-gestielt. — Im
übrigen wie vorige, so dass sie auch als Abart derselben angesehen
wird. Blütezeit April, Mai. Höhe 15 bis 30 em. 4 Giftig. Auf
Bergen unter Gebüsch, im Südosten des Gebietes. M. ovata Stern-
berg und Hoppe, Eiblätteriges Bingelkraut.
B. Stengel vierkantig, meist verästelt; Zweige gegenständig; eimjährig; ein
kriechender Wurzelstock ist nicht vorhanden. Weibliche Blüten einzeln
oder zu 2 bis 3 beisammen, kurz-gestielt. Frucht mit spitzen, je eine
Borste tragenden Haaren. — Blätter gestielt, aus breitem Grunde läng-
lich oder länglich-lanzettlich, grob-gesägt und am Rande gewimpert.
Blütezeit Juni bis Herbst. Höhe 25 bis 50 und mehr cm. Giftig. Auf
bebautem Boden, Schutt, in Gärten; zerstreut und mancherorts gemein.
M. annua L., Einjähriges Bingelkraut.
73. Familie: Callitrichaceae, Wassersterngewächse.
Zarte, ganz untergetaucht wachsende und blühende, oder mit den
blühenden Spitzen auf dem Wasser schwimmende, auf dem Boden an den
Stengelknoten wurzelnde Pflanzen. Stengel fadenförmig. Blätter kreuz-
ständig, lineal, verkehrt-eiförmig oder spatelig, ganzrandig. Blüten ein-
häusig; meist einzeln; untere weiblich, obere männlich (XXI, 1); selten zu
2 bis 3 in der Blattachsel; in einer Achsel beisammenstehende männliche
und weibliche Blüten hat man oft, indes fälschlich, als Zwitterblüten ange-
sehen (I, 1 oder I, 2). Die Blüte der meisten Arten hat 2 seitlich stehende,
sichelförmige, nervenlose, hohle Vorblätter; die männliche besteht aus einem
Staubblatte, die weibliche aus einem Stempel. Die Staubbeutel sind zwei-
fächerig und öffnen sich mit 2 seitlichen, auf dem Scheitel sich vereinigen-
den Längsspalten. Der sitzende oder kurzgestielte Fruchtknoten hat 2 seit-
liche Fächer und 2 lange, fadenförmige Narben. Jedes Fach enthält 2
hängende Samenknospen. Bei der Fruchtreife teilt sich jedes Fruchtknoten-
fach durch eine falsche Scheidewand; so wird die Frucht vierlappig und
zerfällt in 4 einsamige Nüsschen, ohne dass eine Mittelsäule stehen bliebe.
*) Tafel 392. Mercurialis perennis L. A weibliche Pflanze. 1 Ähre männ-
licher Blüten; 2 deren Blütenhülle; 3 Staubblätter; 4 weibliche Blüte; 5 desgl. im
Längsschnitte; 6 geöffnete, dreiknöpfige Frucht; 7 Frucht im Querschnitte; 8 Same;
9 desgl, im Längsschnitte, oben von dem Nabelwulst bedeckt. 1 bis 9 vergrössert,
Callitrichaceae. 239
Der Same enthält in fleischigem, öligem Eiweiss einen walzenförmigen,
schwach gebogenen Keimling.
"Gattung 468: Callitriche L., Wasserstern.
Wie weit die angeführten Pflanzen Arten oder Varietäten sind, ist
noch nicht sichergestellt. Man fasst sogar alle als ©. aquatica Smith,
Gemeiner Wasserstern zusammen,
A. Blätter an ihrem Grunde schmäler als an der Spitze; an verschiedenen
Teilen der Pflanze oft verschiedengestaltig; unterste untergetauchte oft
linealisch; oberste oft verkehrt-eiförmig bis spatelig und eine schwimmende
Rosette bildend; wenigstens die oberen Blätter dreinervig. Amphibische,
bald im Wasser, bald auf feuchtem Boden wachsende, an der Luft
blühende Pflanzen. An allen grünen Organen mit Sternhaaren und Spalt-
öffnungen versehen. Weibliche Blüte mit sichelförmigen Vorblättern.
Windblütig. Untergattung: Eueallitriche Hegelmaier.
Hierher die in viele Arten gespaltene, verbreitete und häufige
C. verna L., Frühlings-Wasserstern.
Man unterscheidet unter anderem:
1. Teilfrüchtchen fast kreisrund, auf ihrem Rücken geflügelt. — Blätter
umgekehrt eiförmig. Narben vier- und mehr mal so lang wie der
Fruchtknoten, bleibend. Blütezeit Mai bis Oktober. Länge 5 bis
25 cm. %. In Bächen, Gräben und Pfützen; häufig. C. stagnalis
Scopoli, Teich-Wasserstern.*)
Abarten, bei denen die unteren Blätter Iinealisch sind:
a. Früchte an den Kanten-schmal geflügelt; Griffel abfallend.
C. eophocarpa Sendtner, Stumpffrüchtiger Wasserstern.
b. Früchte an den Kanten abgerundet; Griffel stehenbleibend.
C. platyecarpa Kützing, Breitfrüchtiger Wasserstern.
2. Teilfrüchtehen auf ihrem Rücken nur schwach gekielt, nicht geflügelt.
a. Frucht länger als breit; Narbe etwa doppelt so lang wie der
Fruchtknoten, aufrecht, fast bis zur Reife bleibend. — Untere
Blätter linealisch, obere umgekehrt-eiförmig. Blütezeit Mai bis
Oktober. Länge 5 bis 30 cm. %. In Bächen, Gräben und
Pfützen; häufig. C. verna (vernalis) Kützing, Frühlings-
Wasserstern.”*)
*) Tafel 393 A. Callitriche stagnalis Earl A1 Frucht; A2 Teilfrücht-
chen im Längsschnitte; vergrössert.
**) Tafel 393B. Callitriche verna Kützing. B 1 Hauptform; B2C. cae-
spitosa Schultz; B3 C. minima Hoppe. Natürliche Grösse.
240 Buxaceae.
Landformen aus feuchten Waldungen sind Callitriche minima
Hoppe, Kleinster Wasserstern mit schmäleren, C, eaespitosa
Schultz, Rasenförmiger Wasserstern mit etwas breiteren Blättern.
Wasserformen sind: C.angustifoliaH oppe,Schmalblätteriger
Wasserstern mit nur linealischen Blättern; C. intermedia Hoppe
und (. stellulata Hoppe, bei denen die oberen Blätter eiförmig
und bei ersterer deutlich ausgerandet, bei letzterer nicht ausge-
randet sind.
b. Frucht kreisrund oder mehr breit als lang; Narben vier- und mehr-
mal so lang wie der Fruchtknoten, zurückgebogen, bald abfallend.
In Gräben und Tümpeln; ziemlich selten. C. hamulata Kützing,
Hakenförmiger Wasserstern.*)
B. Blätter wenig über ihrem Grunde am breitesten, linealisch, mit ausge-
randeter, zweizähniger Spitze, einnervig, nie eine Rosette bildend. Ganze
Pflanze auch zur Blütezeit vollständig untergetaucht; ohne Sternhaare
und ohne Spaltöffnungen. Weibliche Blüten ohne Vorblätter. \Wasser-
blütig; der entleerte, ölhaltige Blütenstaub schwimmt auf dem Wasser
und wird so den Narben zugeführt. Untergattung: Pseudocallitriche
Hegelmaier.
Kanten der Frucht geflügelt. Blütezeit Juli bis Oktober. 4. In
stehendem und langsam fliessendem Gewässer; selten und nur im nörd-
lichen Gebiete, von Hannover bis Preussen. (C. decussata Link; C.
virens Goldbach; C. truncata Auct) €C. autumnalis L., Herbst-
Wasserstern.
74. Familie: Buxaceae, Buchsbaumgewächse.
Hierher nur:
Gattung 469: Buxus Tournefort, Buchsbaum.
Holzpflanzen mit gegenständigen, einfachen, ganzrandigen, kahlen, leder-
artigen, immergrünen, nebenblattlosen Blättern. Blüten unscheinbar, ein-
häusig, mit Vorblättern, in kleinen, blattachselständigen Knäueln, in welchen
mehrere männliche Blüten die weibliche Gipfelblüte umgeben. Männliche
Blüten mit 4 Blütenhüllblättern, vor welchen 4 Staubblätter stehen, und
einem kleinen, unfruchtbaren Fruchtknotenreste. Weibliche Blüten mit
2 dreigliederigen Blütenhüllkreisen und einem dreifächerigen Fruchtknoten.
*) 3930. Callitriche hamulata Kützing. C 1 männliche, C 2 weibliche
“
Blüte; vergrössert.
Empetraceae. 241
Jedes Fruchtknotenfach enthält 2 hängende Samenknospen. Die 3 dicken,
fleischigen Griffel tragen zweilappige Narben. Die Frucht ist eine Kapsel,
deren äussere Hautschicht fachspaltig aufspringt, während die innere sich
scheidewandspaltig, zweiklappig öffnet. Samen eiweisshaltig, mit grossem
Keimlinge.
Ästchen oft fast vierkantig. Blätter eiförmig bis eilänglich. Blatt-
stiele gewimpert. Blüten grünlich-gelb, sitzend. Blütezeit März, April.
Die weibliche Blüte entwickelt ihre Narbe vor der Öffnung der männlichen
Blüten desselben Knäuels. Höhe 15 bis 300 cm. &#. XXI, 4. Giftig. In
Gebirgsgegenden des westlichen Teiles des Gebietes von der Mosel bis zum
Jura; sehr häufig in Gärten als Wegeeinfassung angepflanzt. Buxus
sempervirens L., Immergrüner Buchsbaum.*)
Besondere Abarten sind:
a. arborescens Lamarck, Baumartiger Buchsbaum, 1 bis 3 m hoch;
Blätter anfangs meist bläulich beduftet, stark aromatisch riechend. Im
westlichen Teile des Gebietes, in Oberösterreich, Krain.
ß. suffruticosa Lamarck (humilis Koch), Strauchartiger Buchsbaum,
60 bis 100 cm hoch; Blätter stets grün; geruchlos. Südtirol.
75. Familie: Empetraceae, Krähenbeerengewächse.
Hierher nur:
Gattung 470: Empetrum Tournefort, Krähenbeere, Rauschbeere.
Heidekrautartige Pflanze mit dicht-gedrängt bis fast quirlig stehenden,
lineal-länglichen, nebenblattlosen, immergrünen Blättern. Blüten klein, meist
einzeln in den Blattachseln stehend; in der Regel zweihäusig, nicht selten
mit zwitterigen untermischt, sehr selten alle zwitterig, von schuppigen Vor-
blättern umgeben. Kelch dreiteilig.. Blumenkrone dreiblätterig, mit den
Kelchzipfeln wechselnd, bei den männlichen Blüten aufrecht, bei den weib-
lichen und zwitterigen zurückgeschlagen. Staubfäden drei. Fruchtknoten
sechs- bis neunfächerig, in jedem Fache mit einer aufspringenden Samen-
anlage; Narbe sechs- bis neunstrahlig, scheibenförmig; Frucht eine sechs-
bis neunsteinige Beere. Windblütig.
Stengel rotbraun, niederliegend, wurzelnd, 30 bis 50 em lang. Blumen-
krone rosenrot, selten weiss. Staubblätter purpurn. Beere glänzend-schwarz.
*) Tafel 394. Buxus sempervirens L. A blühender Zweig. 1 Blütenknäuel;
2 männliche Blüte mit ihrem kleinen Vorblatte; 3 desgl von oben gesehen; 4 weib-
liche Blüte; 5 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 6 aufgesprungene Frucht; 7 Same;
8 Längsschnitt durch denselben. 1 bis 8 vergrössert.
Thorme, Flora. III. Bd. If. Aufl. 16
342 Anacardiaceae.
Blütezeit April, Mai. Im nördlichen Teile des Gebietes, in Torfmooren, sehr
zerstreut; im südlichen auf Gebirgswiesen; auf den Hochalpen und im
Jura nicht selten. Empetrum nigrum L., Schwarze Krähenbeere,
Schwarze Rauschbeere.*)
76. Familie: Anacardiaceae, Balsamgewächse.
Bäume oder Sträucher mit harzigen oder gummiartigen, oft balsamischen,
oft giftigen Säften; mit einfachen oder unpaarig gefiederten, wechselständigen
Blättern. Blüten regelmässig, meist unvollkommen zweihäusig, seltener
zwitterig, in rispigen Blütenständen. Kelch und Blumenkrone drei- bis
sieben-, meist fünfzählig; letztere oft fehlend. Blumenkrone und Staub-
blätter einem ringförmigen Diskus eingefügt und dadurch schwach-umständig.
Staubblätter so viele wie Kronenblätter. Fruchtknoten einfächerig, mit
einer grundständigen Samenanlage und einem tief-dreispaltigen Griffel.
Frucht eine trockene Steinfrucht. Sameneiweiss ist nicht vorhanden. Die
grosse, nach den einheimischen Arten gekennzeichnete Familie gehört fast
ausschliesslich den Tropen an.
1. Blüten mit Blumenkrone. Narben einfach, kopfig. Die Samenanlage
hängt an einem fadenförmigen, vom Grunde des Fachs aufsteigenden
Nabelstrange. Gattung 471: Rhus L., Sumach.
2. Blüten ohne Blumenkrone Die Narben sitzen auf der Innenfläche
der zurückgekrümmten Griffel. Die Samenanlage sitzt aufrecht auf
dem Boden des Faches. Gattung 472: Pistacia L., Pistazie.
Gattung 471: Rhus L., Sumach.
A. Blüten zwitterig, mit männlichen und weiblichen Blüten untermischt, in
lockeren Rispen. Die Verzweigungen der Spindel und die zahlreichen
unfruchtbaren Blütenstiele wachsen nach dem Blühen zu langen, ab-
stehend-behaarten Fäden, perückenartig aus. Blätter einfach gefiedert,
kahl. (V, 1.) — Blumenkrone klein, weisslich. Blütezeit Mai, Juni.
Giftig. 1 bis 3 Meter hoher, dem südlichsten Teile des Gebietes an-
gehörender, vielfach in Gärten angepflanzter Baum oder Strauch. Rh.
eotinus L., Perückenstrauch.
*) Tafel 395. Empetrum nigrum L. A blühender, B fruchtender Zweig.
1 männliche Blüte; 2 Staubblatt; 3 weibliche Blüte; 4 Stempel; 5 Zwitterblüte;
6 desgl. im Längsschnitte; 7 Beere; 8 desgl. im Längsschnitte; 9 Stein der Beere,
1 bis 9 vergrössert.
Anacardiaceae. 243
B. Blüten durch Fehlschlagen zweigeschlechtlich und zweihäusig. Blätter
drei- bis vielzählig-unpaar-gefiedert. (XXII, 5.)
1. Blätter dreizählig-gefiedert, oberseits dunkel-, unterseits hellgrün.
Blumenkrone grünlich-weiss, dunkler geadert. Blütezeit Juni, Juli.
Sehr giftiger, aus Nordamerika stammender, zuweilen (weil früher
offizinell) angepflanzter und mancherorts verwilderter Strauch. Rhus
Toxicodendron L., Giftsumach.”)
Man unterscheidet:
a. Blätter ganzrandig und kahl; var. vulgare Michaux, Gemeiner
Giftsumach.
b. Blätter gekerbt-gezähnt bis buchtig, unterseits behaart; var.
quereifolium Michaux, Eichenblätteriger Giftsumach.
. Blätter acht- bis zehnjochig-unpaarig-gefiedert.
a. Blattspindel ungeflügelt, Blättchen unterseits weichhaarig, ober-
seits dunkelgrün. Jüngere Zweige klebrig- weich - braun -wollig.
Blüten unschembar, männliche grünlich-gelb, weibliche dunkel-
purpurn. Fruchtkolben rauhhaarig, purpurrot. Blütezeit Juni,
Juli. Aus Nordamerika stammender, vielfach angepflanzter und
mitunter verwilderter Strauch. Rh. typhina L., Hirschkolben-
Sumach, Essigbaum, Geweih-Sumach.
b. Blattspindel geflügelt. Blättchen unterseits zottig. Zweige gelb-
wollig. Blüten gelbgrün in kurzen Trauben. Blütezeit Juli,
August. Aus Südeuropa stammend, im südlichen Tessin vielfach
angebauter Strauch. Rh. coriaria L., Gerber-Sumach, Schmack.
ID
Gattung 472: Pistacia L., Pistazie. (XXII, 5.)
A. Sommergrüner Strauch oder Baum mit viel- (7- bis 9-)jochigen, unpaar-
gefiederten Blättern; Blattstiel und Blattspindel nicht geflügelt. — Blüten
unscheinbar, grünlich, in vielblütigen, rispigen Trauben. Blütezeit April,
Mai. Auf Gebirgsabhängen im südlichen Tirol und österreichischen
Küstengebiete. P. Terebinthus L., Terebinthe.
B. Immergrüner Strauch oder Baum mit drei- bis fünf-jochig-gefiederten
Blättern; Blattstiele und Blattspindel geflügelt. Blütezeit April, Mai.
Auf Felsen in Istrien und den Inseln des Adriatischen Meeres. Liefert
Mastix. P. Lentiscus L., Mastixbaum.
*) Tafel 396. Rhus Toxicodendron L. A Zweig mit männlichen, B mit
weiblichen Blüten; 1 männliche Blüte; 2 desgl. im Längsschnitte; 3 weibliche Blüte;
4 desgl. im Längsschnitte; 5 Fruchtzweig; 6 einzelne Frucht; 7 dieselbe nach Ent-
fernung der äusseren Fruchtschicht. 1 bis 7 vergrössert.
16*
D44 Aquifoliaceae. Celastraceae.
77. Familie: Aquifoliaceae, Stechpalmengewächse.
Immergrüne Holzpflanzen mit glänzenden, einfachen, domig-gezähnten
oder ganzrandigen, nebenblattlosen, abwechselnden Blättern. Blüten ın
achselständigen, trugdoldigen Knäueln; zwitterig, mit eingeschlechtlichen
untermischt; meist 4-, seltener 5zählig. Kelch bleibend; Krone abfallend,
mit radförmig-verwachsenen Zipfeln. Staubblätter mit den Kronenblättern
abwechselnd und diesen anhaftend. Fruchtknoten oberständig, mit 4 bis 6
ein- bis zweisamigen Fächern und scheibenförmiger Narbe. Frucht eine
kugelige, vielsteinige Steinfrucht. Same mit grossem Eiweis, in dessen
Scheitel der kleine Keimling mit nach dem Fruchtscheitel gewendetem
Würzelchen eingebettet liegt.
Gattung 473: Ilex L., Stechpalme, Hülsen.
Hierher nur I. aquifolium L., Gemeine Stechpalme, Hülsdorn,
ein 1 bis 7 Meter hoher, immergrüner Strauch oder Baum, dessen jüngere
Zweige glänzend-grün sind. Blätter lederig, kahl, oberseits glänzend, eiförmig,
spitz, dornig-gezäbnt, bei älteren Pflanzen oft mehr oder weniger, bis voll-
ständig ganzrandig, aber in einen Dorn endigend. Blüten in den Blatt-
achseln zahlreich, geknäuelt, durch Fehlschlagen eingeschlechtlich, mitunter
selbst zweihäusig, seltener zwitterig. Beere kugelig, rot. Blütezeit Mai, -
Juni. In Wäldern und auf Bergtriften, von Mecklenburg und Rügen durch
Holstein, Nordhannover und im Rheingebiet bis in die Alpen; meist häufig.
In vielen mehr oder weniger dornigen, buntblätterigen Abarten angepflanzt.*)
78. Familie: Celastraceae, Celastergewächse.
Holzgewächse mit einfachen, gegenständigen, gestielten Blättern und
kleinen, hinfälligen Nebenblättern. Blüten in achselständigen, zweispaltigen
Trugdolden, 'klein, zwitterig, mitunter fast zweihäusig. Kelch vier- bis fünt-
spaltig; Blumenkrone ebensoviel hlätterig. Staubblätter 4 bis 5, nebst dem
Stempel ‘einem polsterförmigen Diskus eingefügt. Fruchtknoten drei- bis
fünffächerig, in jedem Fache mit 2 Samenanlagen, mit kurzem Griffel und
drei-.bis fünflappiger Narbe. Frucht eine drei- bis fünfklappig-fachspaltig-
aufspringende Kapsel, deren Klappen auf ihrer Mitte die Scheidewände tragen.
Samen mit einem fleischigen, roten oder gelben Samenmantel.
*) Tafel’397. Tlexaquifolium L. A Blütenzweig; 1 männliche Blüte; 2 Längs-
schnitt durch dieselbe; 3 weibliche Blüte; 4 Längsschnitt durch den Stempel; 5 Frucht:
6 Längs-, 7 Querschnitt durch dieselbe; 8 Same. 1 bis 8 vergrössert.
Staphyleaceae. 245
Gattung 474: Evonymus Tournefort, Spindelbaum, Pfaffenkäppchen.
(V, 1; seltener IV, 1.)
A. Zweige vierkantig, glatt. Blumenkronenblätter länglich. — Blätter läng-
lich bis breit-lanzettlich, kleingesägt, kahl. Blumen klein, grünlich,
triöcisch, mit vorstäubenden Zwitterblüten. Kapseln meist vierlappig,
stumpfkantig, nicht geflügelt, glatt, purpurrot. Samen weiss, von dem
gelbroten Samenmantel völlig eingehüllt. Blütezeit Mai, Juni. Früchte
giftig. Ein 3 bis 4 Meter hoher, an Waldrändern, in Hecken und Ge-
büschen nicht seltener Strauch. E. europaea L., Europäisches
Pfaffenkäppchen, Pfaffenmützchen.*)
B. Zweige stielrund oder etwas zusammengedrückt. Blumenkronenblätter
rundlich.
l. Zweige glatt, etwas zusammengedrückt. Kapsel fünflappig, fünfkantig-
geflügelt. — An Wuchs und Grösse der vorigen sehr ähnlich. Blätter
länglich, zugespitzt, fein-gesägt, kahl. Blumenkronenblätter grünlich,
rot berandet. Kapsel purpurrot, Samenmantel pomeranzengelb, Samen
weiss. Blütezeit Mai, Juni. In Gebirgswäldern im südlichen Teile
des Gebietes zerstreut; im nördlichen Gebiete mitunter angepflanzt.
E. latifolia Scopoli, Breitblätteriges Pfaffenkäppchen.**)
2. Zweige ganz stielrund, über und über mit schwärzlichen Warzen be-
deckt. Kapseln meist vierlappig, stumpf vierkantig, flügellos. — An
Wuchs und Grösse den vorigen ähnlich. Blätter elliptisch-lanzettlich,
kleingesägt. Blumenkronenblätter grün, mit feinen, blutroten Punkten.
Kapsel wachsgelb. Samenmantel blutrot, den schwarzen Samen zur
Hälfte bedeckend. Giftig. In Laubwaldungen gebirgiger oder hüge-
liger Gegenden im Osten des Gebietes von Östpreussen bis zum
Adriatischen Meere; fehlt in der Schweiz. E. verrucosa Scopoli,
Warziges Pfaffenkäppchen.
79. Familie: Staphyleaceae, Pimpernussgewächse.
Holzgewächse mit gegenständigen, unpaar-gefiederten oder dreizähligen
Blättern; mit Nebenblättern. Blüten in endständigen Trauben, regelmässig.
*) Tafel 398 A. Evonymus europaea L. A Blütenzweig. A 1 Blütenknospe;
A2 und A3 Blüten; A4 Blütenlängsschnitt, die Staubblätter sind dem polsterförmigen
Diskus eingefügt; A5 reife Kapseln, welche die von dem Samenmantel umhüllten
Samen entlassen; A 6 Same, dessen Mantel zum Teil geöffnet ist; A7 Längsschnitt
durch den Samen; A 8 Längsschnitt durch Samenmantel und Same, den Samenlappen
gleichlaufend. 1 bis 8 vergrössert.
**) Tafel 398B. Evonymus latifolia Scopoli. B1 reife Kapsel; B2 dieselbe
im Querschnitte; beide etwas vergrössert.
246 Aceraceae.
Kelch fünfblätterig, abfallend. Blumenkrone fünfblätterig. Staubblätter 5,
mit den Kronenblättern abwechselnd, am Grunde der Aussenseite des Diskus
eingefügt. Fruchtknoten tief zwei- bis dreiteilig, mit 3 fadenförmigen
Griffen. Frucht eine häutige, aufgeblasene, wenigsamige, in den Nähten
nach der Innenseite aufspringende Kapsel. Samen kugelig, mit harter,
glänzender Schale und grossem Nabel. Keimling mit blattförmigen Samen-
lappen in wenig Eiweiss.
Gattung 475: Staphylea L., Pimpernuss.
Hierher nur St. pinnata L., Fiederblätterige Pimpernuss, ein 2 bis
6 Meter hoher, buschiger Strauch, selten ein kleiner Baum. Blätter unpaar-
gefiedert, mit 2 bis 3 Paaren länglich-lanzettlicher, kahler Blättchen. Blüten
honig- und duftlos, traubig, mit weisslicher, aussen meist rötlich an-
gelaufener, glockiger Blumenkrone. Blütezeit Mai, Juni. Giftig. In Ge-
birgswaldungen, im südlichen Teile des Gebietes zerstreut; im nördlichen
vielfach angepflanzt und mehrfach verwildert.*)
80. Familie: Aceraceae, Ahorngewächse.
Bäume oder Sträucher mit gegenständigen, meist handförmig-gelappten,
selten unpaar-fiederschnittigen, nebenblattlosen Blättern. Blüten unscheinbar,
meist grünlich. Kelch meist fünfteilig, getrennt- oder verwachsenblätterig,
abfallend. Blumenkronenblätter den Kelchabschnitten gleichzählig und mit
ihnen abwechselnd. Staubblätter 5 bis 10, meist 8, langgestielt. Die Staub-
beutel springen nach innen auf. Der Diskus ist in der Regel eine fleischige,
honigabsondernde Scheibe, selten ist er undeutlich. Der Fruchtknoten wird
aus zwei oberständigen Fruchtblättern gebildet; er ist zweifächerig und ent-
hält im Innenwinkel eines jeden Faches! zwei absteigende Samenanlagen.
Griffel sind zwei vorhanden; sie sind an ihrem oberen Ende zurückgekrümmt
und tragen die Narben auf der Innenseite. Die Blüten sind sehr selten
alle zwitterig, vielmehr meist in der Weise polygam, dass zwitterige, männ-
liche und weibliche Blüten, oder aber zwitterige und eine Art der ein-
geschlechtlichen Blüten auf derselben Pflanze zu finden sind. Die Frucht
ist eine trockene, sich in zwei geschlossen bleibende Stücke teilende Flügel-
*) Tafel 399. Staphylea pinnata L. A Blütenzweig; 1 Blüte, deren Kelch
bereits abgefallen; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Staubblätter; 4 Stempel und Staubblatt;
5 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 6 Frucht; 7 Same; 8 und 9 Längsschnitte
durch den Samen (8 den Samenlappen gleichlaufend, 9 durch die Samenlappen);
10 Querschnitt durch den Samen. 1 bis 9 vergrössert.
Aceraceae. 247
frucht; jedes dieser Stücke ist geflügelt, einfächerig, ein- bis zweisamig
Der Same ist eiweisslos; der Keimling besitzt laubige, unregelmässig ge-
faltete, zungenförmige Samenlappen, welche bei der Keimung hoch über
dem Boden emporgehoben werden.
Hierher 2 Gattungen:
1. Blätter handförmig gelappt, seltener dreilappig., Blüten polygam.
Diskus dick, ringförmig. Gattung 476: Acer L., Ahorn.
2. Blätter unpaar fiederschnittig. Blüten zweihäusig. Diskus undeutlich.
Gattung 477: Negundo Mönch, Eschen-Ahorn.
Gattung 476: Acer L., Ahorn.
A. Blüten grün oder grünlich-gelb, nicht rot.
I. Fruchtflügel stark aufwärts-gerichtet.
a. Die Blüten entwickeln sich nach völliger Entfaltung der Blätter.
Blütenstand eine Traube.
a. Blütentraube hängend. Blätter handförmig, drei- bis fünfteilig;
oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün und, namentlich in
den Nervenwinkeln, spinnwebig-filzig. Blattabschnitte zugespitzt,
ungleich und grob-abgerundet-sägezähnig. Blüten zwitterig
oder mit männlichen gemischt. Kelch und Blumenkrone je
fünfblätterig, grünlich-gelb. Männliche Blüten mit 8 Staub-
blättern; statt des Stempels ein Haarbüschel. Zwitterblüten
meist mit 8, oft mit 10 Staubblättern und weichhaarigem Frucht-
knoten. Griffel zweispaltig. Blütezeit Mai, Juni. Fruchtflügel
rötlich-braun. Hoher, den Gebirgswaldungen angehörender,
häufig kultivierter Baum. A. Pseudoplatanus L., Berg-Ahorn.
ß. Blütentraube aufrecht. Blätter eiförmig, am Grunde schwach-
herzförmig, unregelmässig-doppelt-gesägt. — Blüten blass-grün-
lich-gelb, selten etwas rot angelaufen. Blütezeit Mai. Frucht
purpurbraun, mit fast völlıg aufrechten, gegen einander ge-
neigten Flügeln. Niedriger, aus dem nördlichen Asien stammen-
der, oft angepflanzter Baum. (A. cordifolium manch) A. tatari-
cum L., Russischer Ahorn.
b. Die Blüten entwickeln sich kurz nach dem Ausbruche der Blätter;
sie sitzen zu 6 bis 8 in Doldentrauben. Blätter dreilappig, mit
gleichen, meist ganzrandigen Lappen, glänzend-dunkelgrün, auf der
Unterseite in den Nervenwinkeln büschelig-behaart. — Die Blüten
der einzelnen Doldentrauben sind meist teils männlich, teils zwitterig,
und acht-, seltener neun- oder zehnmännig. Kelch und Blumen-
krone sind vierblätterig, blassgelb. Frucht glatt, mit ziemlich ge-
248 Aceracene.
näherten Flügeln. Blütezeit April. Kleiner, kaum bis 10 Meter
hoher, im südlichen und westlichen Teile des Gebietes vorkommender,
seltener Baum. (A. trilobum Mönch.) Acer monspessulanum L.,
Ahorn von Montpellier, Französischer Ahorn, Dreilappiger
Ahorn.
II. Fruchtflügel wagerecht oder wenig aufwärts-geneigt. Die Blüten ent-
wickeln sich mit den Blättern oder etwas vorher.
a. Blütentraube aufrecht.
1. Blätter papierartig dünn, mit in eine längere Spitze aus-
gezogenen, durch runde Buchten getrennten, drei- bis fünf-
zähnigen Abschnitten, hellgrün, auf der Unterseite in den
Nervenwinkeln filzig, ebenso wie die jüngsten Zweigenden einen
weisslichen Milchsaft führend. — Blüten hellgrün, teils ein-
geschlechtlich, teils zwitterig, die weiblichen Blüten haben ganz
das Aussehen von zwitterigen, doch öffnen sich ihre Staubbeutel
nicht. Staubblätter sind 8 vorhanden; sie entspringen in kleinen
Gruben des Diskus. Stengel kahl. Blütezeit April, Mai, kurz
vor dem Laubausbruch. Frucht hängend, mit braunen, einen
sehr stumpfen Winkel bildenden, fast wagerecht ausgespreizten
Flügeln. 10 bis 20 Meter hoher, den Gebirgswaldungen des
mittleren und südlichen Teils des Gebiets angehörender, oft
angepflanzter Baum. A. platanoides L., Spitzahorn.*)
2, Blätter derber, mit stumpfen, nicht in eine längere Spitze aus-
gezogenen Abschnitten; mittlerer Abschnitt mit drei stumpfen
Läppchen, seitliche mit 2 bis 3 stumpfen Läppchen oder ganz-
randıg. Blattstiele kahl oder weichhaarig. — Blüten gelbgrün,
mit linealischen Kelch- und Blumenkronenblättern. Erstere
zottig-behaart. Staubblätter 8, in kleinen Grübchen des Diskus
entspringend. Die Blüten zeigen sich im Mai, gleichzeitig mit
den Blättern. Fruchtflügel fast wagerecht ausgespreizt. Rinde
bald glatt, bald korkig. Meist niedriger, durch das ganze Ge-
biet verbreiteter, namentlich in Gebirgswaldungen vorkommen-
der Baum; oft angebaut. A. ecampestre L., Massholder, Feld-
Ahorn.
b. Blütentraube wenigstens zuletzt hängend.
1. Blätter derb, auf der Oberseite glänzend-dunkelgrün, auf der
Unterseite in den Nervenwinkeln behaart; handförmig, drei- bis
*) Tafel 400. Acer platanoides L. A Blütenzweig, B Fruchtzweig. 1 männ-
liche Blüte von oben; 2 desgl. von unten; 3 Staubblatt; 4 Zwitterblüte; 5 Befruchteter,
wachsender Stempel auf halbiertem Fruchtboden; 6 Same, geöffnet. 1 bis 6 vergrössert.
Hippocastanaceae. 249
fünflappig, mit spitzen, ungleich-, grob- und stumpf-gezähnten
Abschnitten. Fruchtknoten ziemlich kahl. Fruchtflügel etwas
aufwärts-gerichtet. Blütezeit April. In der westlichen und süd-
westlichen Schweiz; zuweilen angepflanzt. (A. opulus Aiton.)
Acer opulifolium Villars, Schneeballblätteriger Ahorn.
. Blätter dünnhäutig, fünflappig mit zugespitzten, ganzrandigen
Abschnitten; oberseits glänzend-dunkelgrün, unterseits blaugrün-
— Die Blüten erscheinen vor dem Laubausbruche Frucht
langgestielt. Einheimisch in Nordamerika, woselbst aus seinem
Safte Zucker gewonnen wird; mitunter angebaut. A. saccha-
rinum Michaux, Zuckerahorn.
B. Blüten rot, lange vor Entfaltung der Blätter erschemend.
1. Blüte kronenlos. Blätter fünflappig, mit buchtigen Ausschnitten und
am Grunde etwas verschmälerten Lappen; oberseits dunkelgrün, unter-
seits silbergrau. Blütezeit März. Fruchtknoten und Frucht zottig,
letztere kurzgestielt. — Stammt aus Nordamerika, ist in Anlagen
öfters angepflanzt. (A. saccharinum L.?) A. dasycarpum Ehr-
hart, Rauhfrüchtiger Ahorn, Silberahorn.
2. Blüte mit Kelch und Blumenkrone. Blätter mit 3 grösseren und
2 kleineren Abschnitten; oberseits dunkelgrün, unten weisslich. Frucht-
knoten kahl. Zwitterige und weibliche Blüten erscheinen auf ge-
trennten Stämmen, im März und April, etwa 14 Tage vor dem
Laubausbruche. Mittelgrosser, zuweilen angepflanzter, aus Nord-
amerika stammender Baum. A. rubrum L., Rotblühender Ahorn.
1)
Gattung 477: Negundo Mönch, Eschen-Ahorn.
Hierher nur N. fraxinifolium Nuttall (Acer negundo L.; N. aceroides
Mönch), Eschen-Ahorn. Blätter hellgrün; unpaar-gefiedert, mit 3 bis
5 Blättehen; seitliche eirund, grob- und entfernt-gezähnt; endständiges
häufiger dreilappig als einfach. Blüten im April mit den Blättern er-
scheinend, gelblichgrün, blumenkronenlos, zweihäusig. Männliche Blüten
auf fädlichen Stielen, gebüschelt, mit 4 bis 5 sitzenden Staubbeuteln; weib-
liche in Trauben. Fruchtflügel aufrecht, braun. Mittelgrosser, aus Nord-
amerika stammender, zuweilen angepflanzter Baum.
81. Familie: Hippocastanaceae, Rosskastaniengewächse.
Holzpflanzen mit gegenständigen, fünf- bis neunzähligen, fingerförmig-
zusammengesetzten, nebenblattlosen Blättern. Blüten seitlich symmetrisch,
ansehnlich, in endständigen Trauben oder Rispen. Kelch fünfzähnig, glocken-
250 Hippocastanaceae.
oder röhrenförmig. Blumenkrone mit 5 oder 4 genagelten Blättern. Staub-
blätter 5 bis 8, meist 7. Fruchtknoten dreifächerig, mit einfachem Griffel;
in jedem Fache finden sich 2 übereinanderstehende, eine auf-, eine absteigende
Samenanlage. Frucht eine lederige, fachspaltige, meist nur ein- bis zwei-
fächerige und ebensoviel samige Kapsel. Der Keimling hat grosse, fleischige
Samenlappen. Hierher 2 Gattungen:
1. Schuppen der Knospen harzig-balsamisch. Teilblättchen nicht gestielt.
Kelch glockenförmig. Kronenblätter 5. Staubfäden gebogen. Kapsel
stachelig. Gattung 478: Aesculus L., Rosskastanie.
. Knospenschuppen behaart. Teilblättchen gestielt. Kelch röhrenförmig.
Kronenblätter 4. Staubfäden gerade. Kapsel nicht stachelig. Gattung 479:
Pavia Boerhave, Pavia.
DD
Gattung 478: Aeculus L., Rosskastanie. (VII, 1.)
Hierher nur: A. Hippocastanum L., Gemeine Rosskastanie, ein aus
Asien stammender, seit 300 Jahren kultivierter und überall angepflanzter
Baum. Blätter fünf- bis siebenzählig, fingerförmig-zusammengesetzt, mit
umgekehrt-ei-keilförmigen, gezähnelten Abschnitten, stark-gerippt. Blüten
in pyramidenförmigen Sträussen; untere zwitterig, obere oft nur einge-
schlechtlich; männliche vorstäubend. Blumenkrone seitlich symmetrisch,
fünf-, seltener vierblätterig, weiss, an ihrem Grunde mit einem anfangs
gelben, später karminroten Saftmal. Blütezeit Mai, Juni. Fruchtknoten
feinhaarig. Frucht stachelig, dreiklappig.”)
Gattung 479: Pavia Boerhave, Pavia. (VII, 1.)
Nordamerikanische, oft angepflanzte Bäume. Sie sind der Rosskastanie
sehr ähnlich, doch im allgemeinen kleiner. Die Blätter sind auf der Unter-
seite in den Nervenwinkeln behaart. Der röhrenförmige Kelch gibt der
Blüte eine von der der Rosskastanie abweichende Form.
1. Blumenkrone bräunlich-rot. Blütezeit Mai, Juni. (Aesculus Pavia L.)
P. rubra Lamarck, @emeine oder Rote Pavia.
2. Blumenkrone gelb. Blütezeit April, Mai. (Aesculus flava Aiton.) P. flava
De Candolle, Gelbe Pavia.
3. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. Pavia macrostachya
Michaux, Grossrispige Pavia.
=
*) Tafel 401. Aesculus Hippocastanum L. A Blütenzweig. 1 Blütenlängs-
schnitt; 2 oberes Blumenkronenblatt; 3 Staubblätter; 4 Kelch und Stempel; 5 Frucht-
knoten im Längsschnitte; 6 aufgesprungene Frucht; 7 Same. 1, 3 bis 5 vergrössert.
Balsaminaceae. 251
82. Familie: Balsaminaceae, Balsaminengewächse,
Einjährige, saftstrotzende Kräuter mit wechselständigen, einfachen,
nebenblattlosen Blättern. Blüten seitlich symmetrisch, zwitterig. Kelch
fünf-, oft nur dreiblätterig, das hinterste Blatt in einen Sporn ausgezogen,
blumenkronenartig. Blumenkrone der Anlage nach fünfblätterig, doch ver-
wachsen bei Impatiens beiderseits je ein hinteres und ein seitliches Blatt
zu einem zweispaltigen Doppelblättchen. Staubblätter sind 5 vorhanden;
die Staubfäden sind am Grunde etwas verwachsen, die nach innen auf-
springenden Staubbeutel zu einer Röhre vereinigt. (XIX; V,1.) 5 Frucht-
hlätter bilden einen unvollständig-fünffächerigen Fruchtknoten. Die Frucht
ist eine fleischige, vielsamige, elastisch-fachspaltig-aufspringende Kapsel
mit bleibender Mittelsäule. Der Same ist eiweisslos, der Keimling gerade.
Hierher:
Gattung 480: Impatiens L., Springkraut.
1. Sporn an seiner Spitze zurückgebogen. Blüten in drei- bis vierblütigen,
traubigen, hängenden, nicht über die Blätter emporragenden Trugdolden.
-— Blätter lanzettlich, grob-gekerbt-gesägt. Blüten ansehnlich. Kronen-
blätter und gesporntes Kelchblatt eitronengelb, innen rotpunktiert. Blüte-
zeit Juli, August. Vorstäubend. Nicht selten finden sich kleine zur
Selbstbestäubung eingerichtete, kronenlose, kleistogame Blüten. Höhe
30 bis 60 cm. ©. An feuchten, quelligen Orten, in Laubwäldern, an
Gräben; verbreitet. I. noli tangere L.. Gemeines Springkraut,
Wilde Balsamine.*)
2. Sporn gerade. Blüten aufrecht, in lockeren, armblütigen Trauben. —
Blätter länglich, kurz-zugespitzt, gesägt. Blüten klein, blassgelb, rot-
punktiert. Blütezeit Juli bis August. Höhe 15 bis 60 cm. ®. Stammt
aus der Mongolei, mancherorts verwildert und eingebürgert. 1. parviflora
De Candolle, Kleinblütiges Springkraut.
Hierher auch die in Gärten vielfach kultivierte, aus Ostindien stam-
mende Balsamine, Balsamina hortensis Desportes, (Impatiens
balsamina L.)
83. Familie: Rhamnaceae, Kreuzdorngewächse.
Holzgewächse mit einfachen, wechsel- oder gegenständigen Blättern.
Nebenblätter klein und hinfällig oder in Dornen umgewandelt- Blüten
einzeln oder büschelig in den Blattachseln; klein, zwitterig oder zweihäusig.
*, Tafel 402. Impatiens noli tangere L. A blühende Pflanze. 1 Blüten-
längsschnitt; 2 Staubblattbündel; 3 einzelne Staubblätter; 4 Staubblattbündel mit auf-
gesprungenen Staubbeuteln; 5 aufspringende Frucht; 6 Same mit 2 Längsschnitten.
1 bis 6 vergrössert.
2359 Rhamnaceae.
Kelch mit glockiger oder radförmiger Röhre und 4- bis 5lappigem Saume.
Krone 4- bis 5blätterig, die dem Kelchrande eingefügten Staubblätter oft
dachartig beschützend. Der Diskus kleidet die Kelchröhre, beziehungsweise
den Grund des Kelches aus und umgibt so oft den Fruchtknoten ring-
oder becherförmig, oder bewirkt ein Verwachsen des Kelches mit dem ober-
bis unterständigen Fruchtknoten. Letzterer ist 3-, selten 2fächerig und
besitzt in jedem Fache eine grundständige, aufrechte Samenanlage. Griffel
oder Narbenlappen sind so viele wie Fruchtfächer vorhanden. Die Frucht
ist eine trockene oder fleischige Steinfrucht mit einem mehrfächerigen Steine
oder mit mehreren einfächerigen Steinen.
A. Kelchröhre glockig; Nebenblätter hinfällig.
1. Blüten zweigeschlechtlich. Kronenblätter genagelt. Griffel mit
kopfiger Narbe. Fruchtknoten oberständig. Gattung 481: Frangula
Tournefort, Faulbaum.
2. Blüten unvollständig-zweihäusig. Kronenblätter nicht genagelt. Griffel
2- bis 5spaltig. Fruchtknoten oberständig. Gattung 482: Rhamnus
Tournefort, Kreuzdorn.
B. Kelchröhre radförmig, fast flach. Nebenblätter in Dornen umgewandelt.
1. Fruchtknoten unterständig. Frucht trocken, von einem breiten Flügel
umzogen. Gattung 483: Paliurus Tournefort, Stechdorn.
2. Fruchtknoten oberständig. Frucht saftig, flügellos.. Gattung 484:
Zizyphus Tournefort, Judendorn.
Gattung 481: Frangula Tournefort, Faulbaum. (VI, 1.)
W ehrlose Sträucher mit wechselständigen, bogig-randläufig-fiedernervigen,
kahlen Blättern und hinfälligen Nebenblättern. Blüten zwitterig; Kelch,
Blumenkrone und Staubblätter fünfzählig; Fruchtknoten oberständig, drei-
teilig, mit einfachem Griffel und kopfförmiger Narbe. Kelchröhre glockig.
Kronenblätter genagelt, die Staubblätter umfangend. Frucht eine mehrkernige
Steinbeere, mit flachen Samen. Keimblätter fleischig, bei der Keimung in
der Samenschale bleibend.
1. Blätter ganzrandig, kurz-gestielt, länglich, kurz-zugespitzt. — Zweige
braun, mit weissen Korkwarzen. Blüten grünlich-weiss, zu mehreren
(etwa bis 5) in den Blattachseln; vorstäubend. Frucht erst rot, reif
schwarzbraun, 2- bis 3kernig. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 2 bis 3
Meter. Die Rinde, Cortex Frangulae, ist offizinell. In Wäldern
Rhamnaceae. 253
und Gebüschen häufig. (Rhamnus Frangula L.) F. Alnus Miller,
Faulbaum, Pulverholz.*)
2. Blätter kerbig-gesägt, herz-eiförmig oder rundlich, kurz-gestielt, stumpf,
oberseits glänzend. — Blüten grünlich, innen und am Rande weiss,
zu 2 bis 6 achselständig. Frucht rot, später schwarz. Blütezeit Juni,
Juli. Höhe 1!/;, bis 2 Meter. In den Alpen Kärnthens, Krains,
Istriens und Ilyriens. (Rhamnus rupestris Scopoli; Rhamnus pumila
Wulfen; Frangula Wulfeni Reichenbach.) Frangula rupestris
Brogniart, Felsen-Faulbaum.
Gattung 482: Rhamnus Tournefort, Kreuzdorn.
Meist dornige Sträucher oder kleine Bäume mit kleinen, unvollständig-
zweihäusigen, vier- oder fünfgliederigen Blüten. Kelchröhre krugförmig,
mit vierzähnigem, abfallendem Saume. Kronenblätter sitzend, nicht genagelt,
mitunter fehlend. Stempel oberständig. Griffel 2- bis 5spaltig. Steinbeere
1- bis 5-, meist 4kernig. Samen auf dem Rücken mit einer mehr oder
minder tiefen Furche oder Spalte. Keimblätter dünn, bei der Keimung
laubartig über den Boden hervortretend.
A. Mit sommergrünen Blättern. Blüten vierzählig, zweihäusig.
I. Äste und Blätter gegenständig; erstere in einen Dorn endigend.
1. Stamm: Cervispina.
A. Blattstiel 2- bis 3mal so lang als die hinfälligen Nebenblätter.
Blätter eiförmig oder elliptisch, mit abgerundetem oder etwas herz-
förmigem Grunde; fein-kerbzähnig; kahl oder behaart. — 2 bis
3 Meter hoher Strauch. Kelchzipfel so lang als der röhrenförmige
Teil des Kelches und in der Regel länger als die grünlich-gelben,
verkümmerten, pfriemenförmigen Kronenblätter. Von den Befruch-
tungsorganen ist eine in der Regel verkümmert, und infolge
davon sind die Blüten meist unvollständig-zweihäusig. Die Frucht
ist eine schwarze, kugelige Steinbeere; an ihrem Grunde ist sie
von einem scheibenförmigen Reste des Kelches umgeben; sie ent-
hält 1 bis 4, oben stumpfe, unten spitze, braune Samen. Die
Ränder der Samen sind nach rückwärts gebogen und bilden so
auf dem Rücken eine nach innen erweiterte, nach aussen ge-
schlossene Längsfurche; auf dem Querschnitte erscheinen die
*) Tafel 403. Frangula Alnus Miller. AZweig mit Blüten und Früchten.
1 Blütenknospe; 2 Blüte; 3 desgl. von oben; 4 Blütenlängsschnitt; 5 Blumenkronen-
und Staubblatt; 6 Staubblatt; 7 Stempel; 8 Frucht geöffnet; 9 und 10 Steinkern
in verschiedener Richtung durchschnitten; 11 und 12 Keimling von verschiedenen
Seiten. 1 bis 12 vergrössert.
Rhamnaceae.
Samen daher hufeisenförmig und die flach aufeinanderliegenden
Samenlappen mondsichelartig. Blütezeit Mai, Juni. Die Beeren,
Fructus Rhamni catharticae, sind offizinell. In Laub-
wäldern und Gebüschen; häufig. Rhamnus eathartica L., Gemeiner
Kreuzdorn.
b. Blattssiele so lang oder nur wenig länger als die Nebenblätter.
1. Der Kelchgrund, auf welchem die Steinbeere aufsitzt, ist halb-
kugelig und gefurcht. Same mit einer klaffenden Längsfurche.
— Blätter länglich, stumpf, kurzgestielt, feingesägt; im übrigen
dem Gemeinen Kreuzdorn ziemlich ähnlich. Höhe 1 bis 1!',
Meter. Blütezeit Mai. Auf Bergtriften und Abhängen im
östlichen Teile Niederösterreichs. Die Beeren, G@elbbeeren,
liefern schöne Farben, Saftgrün und Schüttgelb. (Rh.
saxatilis var. erectus Maly.) Rh. tinetoria L., Maler-Kreuzdorn.
2. Der Kelchgrund, auf welchem die Steinbeere aufsitzt, ist flach
oder schwach-gewölbt.
a. Kelchgrund zur Fruchtzeit sanft gewölbt; Same mit einer
klaffenden Längsspalte. — Meist kleiner, selten bis etwa
3 Meter hoher, oft niederliegender Strauch. Blätter länglich- .
lanzettlich, mitunter umgekehrt-eiförmig, feingesägt. Blüten
grünlich-gelb, zu 1 bis 3 in den Blattachseln stehend; zwei-
häusig oder vielehig. Kelchabschnitte lanzettlich, länger als
die Kelehröhre. Männliche Blüten mit sehr schmalen Kronen-
blättern, weibliche meist ohne solche. Steinbeeren schwarz.
Blütezeit Mai, Juni. Auf felsigen Abhängen im südlichen,
namentlich südöstlichen Teile des Gebietes. Die Beeren,
Gelbbeeren, liefern eine gelbe Farbe. Rh. saxatilis L.,
Felsen-Kreuzdorn.
ß. Kelchgrund zur Fruchtzeit ganz flach. Samenspalte nicht
klaffend. — Dorniger, kaum bis 1!/; Meter hoher Strauch.
Blätter länglich-lanzettlich oder länglich-rund, fest, fast lederig,
klein-gesägt. Nebenblätter meist so lang wie der Blattstiel.
Blüten grünlich-gelb. Kelchabschnitte nur wenig länger als
die glockenförmige Röhre. Steinbeere zwei- bis viersteinig;
Samenspalte etwas klaffend; deren Rand in der Mitte wenig,
an den beiden Enden stärker knorpelig-wulstig. Blütezeit
Mai. An Felsenabhängen Istriens. Die Beeren sind die
Französischen Gelbbeeren oder Avignonkörner. Rh.
infeetoria L., Färber-Kreuzdorn.
Rhamnaceae. 5
in
II. Äste und Blätter wechselständig. 2. Stamm: Eurhamnus.
1. Aufrechter, dornenloser Strauch. Blätter zu beiden Seiten des
Mittelnervs mit 9 bis 15, geraden Seitennerven; länglich, zugespitzt,
mit stumpfem, abgerundetem oder fast herzförmigem Grunde, klein-
gesägt. — Blüten zu 1 bis 3 in den Blattachseln; zweihäusig;
vierzählig. Kronenblätter fädlich, klein. Beeren blau -schwarz.
Blütezeit Mai, Juni. Auf sonnigen, felsigen Abhängen der Alpen,
Voralpen und des Jura. Rhamnus alpina L., Alpen-Kreuzdorn.
2. Niederliegender Strauch. Blätter zu beiden Seiten des Mittelnervs
mit 4 bis 6 etwas gekrümmten Seitennerven, länglich oder rund-
lich, klein-gesägt. — Blüten weisslich, zweihäusig, vierzählig:
Blütezeit Juni. Kleiner Strauch mit fest den Felsen angeschmiegten
Asten. Auf Kalkboden der Alpen und Voralpen; ziemlich selten.
Rh. pumila L., Niedriger Kreuzdorn.
B. Blätter lederig, immergrün. 3. Stamm: Alaternus.
Wehrloser Strauch, Blätter eiförmig-länglich, selten lanzettlich,
entfernt-sägezähnig. Blüten blattwinkelständig, zweihäusig, grüngelh.
Griffel 2- bis 3spaltig. Blütezeit März, April. Auf Felsen Istriens.
Rh. alaternus L., Immergrüner Kreuzdorn.
Gattung 483: Paliurus Tournefort, Stechdorn.
Ausgebreiteter Strauch mit rutenförmigen, bogigen, weichbehaarten
Zweigen. Blätter gestielt, eiförmig, kurz-zugespitzt, fein-gezähnelt, dreifach-
nervig, wechselständig, mit dornigen Nebenblättern. Blüten in gedrängten
blattwinkelständigen Trauben, fünfzählig, gelblich, zwitterig. Fruchtknoten
unterständig, mit 3 Griffeln. Der Diskus, dessen Rand die Blumen- und
die Staubblätter eingefügt sind, wächst zu einem fein-gekerbten, roten,
2 cm im Durchmesser haltenden Flügel aus, welcher die erbsengrosse, ab-
- geplattete Frucht, eine trockene, nicht aufspringende, dreifächerige, drei-
samige Steinbeere umgibt. Blütezeit Juni bis August. Höhe 1 bis 2
Meter. Am Südabhange der Alpen und im Küstengebiete des Adriatischen
Meeres. (Paliurus aculeatus Lamarck; Rhamnus Paliurus L.; Zizyphys
Paliurus Willdenow.) P. australis Gärtner, Südlicher Stechdorn.
Gattung 484: Zizyphus Tournefort, Judendorn.
Dorniger Strauch mit rutenförmigen Ästen und fast zweizeiligen,
wechselständigen, dreifachnervigen, kahlen, eiförmigen, ausgerandeten, klein-
gesägten Blättern und zuletzt dornigen Nebenblättern. Blüten fünfzählig,
zwitterig, in achselständigen Knäueln. Fruchtknoten oberständig, 2- bis
3fächerig, mit 2 bis 3, meist freien Griffen. Frucht eine pflaumenähnliche,
2,
_
56 Vitaceae.
einsteinige, glänzend-scharlachrote, trocken-hraunrote Steinbeere; Stein ein-
bis dreifächerig; Fächer einsamig. Blütezeit Juni, Juli. In den Mittelmeer-
ländern der Früchte, Brustbeeren, halber kultiviert und im südlichsten
Teile des Gebietes bisweilen verwildert. (Rhamnus Zizyphus L.) Zizyphus
vulgaris Lamarck, Brustbeerenstrauch.
84. Familie: Vitaceae, Rebengewächse.
Durch Ranken kletternde Holzpflanzen mit einfachen, rundlich-herz-
förmigen, handförmig-buchtigen, drei- bis fünflappigen, ungleich grob-ge-
sägten Blättern und kleinen, eiförmigen, hinfälligen Nebenblättern. Blüten
in rispigen oder doldenrispigen, blattgegenständigen Sträussen; klein,
zwitterig oder vielehig, vier- bis fünfzählig, regelmässig. Kelch unschein-
bar, vier- bis fünfzähnig oder ganzrandig und scheibenförmig. Kronen-
blätter frei oder an ihrer Spitze mützenförmig verbunden und gemeinsam
abfallend. Staubblätter frei, unterhalb des den Fruchtknoten an seinem
Grunde ringförmig umgebenden und zwischen den Staubblättern drüsig-ge-
lappten Diskus angeheftet. Fruchtknoten oberständig, mit zwei je zwei
aufrechte Samenanlagen enthaltenden Fächern und einer kopf- oder
scheibenförmigen Narbe. Frucht eine Beere. Same mit harter Schale und
ölig-knorpeligem Eiweiss, das den Keimling umschliesst.
Hierher 2 Gattungen:
1. Kelch schwach 5zähnig. Kronenblätter an ihrem Grunde getrennt,
an ihrer Spitze mützenförmig-verbunden. Gattung 485: Vitis L.
Weinstock.
2. Kelch fast ganzrandig. Kronenblätter an ihrem Grunde ringförmig-ver-
bunden, an ihrer Spitze nicht vereint. Gattung 486: Ampelopsis
Michaux, Jungfernrebe, Wilder Wein.
Gattung 485: Vitis L., Weinstock. (V, 1.)
Hierher nur Vitis vinifera L.. Weinstock, Weinrebe. 5 bis 10 und
mehr Meter hohe, durch Ranken klimmende, seit den ältesten Zeiten von
Westasien aus über Europa in zahlreichen Formen, die wahrscheinlich durch
Kreuzung mehrerer Stammarten entstanden sind, verbreitete Kulturpflanze.
Ältere Stämme und Zweige bedecken sich mit einer faserig-zerreissenden,
abblätternden Borke. Blätter lang-gestielt, in Umrisse rundlich-herzförmig;
ganz oder buchtig-handförmig, drei- bis fünflappig ‘oder drei- bis fünfteilig
seltener fingerschnittig oder mehrfach fiederschnittig; grob-gesägt; Unter-
seite kahl bis dicht-filzig-behaart. Nebenblätter eiförmig, hinfällig. Blüten
Vitaceae. 257
klein, grünlich, in aufrechten Rispen; zwitterig, oder durch Fehlschlagen
vielehig: gynodiöcisch und androdiöcisch; homogam, herrlich duftend.
Kelch schwach-fünfzähnig. Blumenkrone mützenförmig. Blütezeit Juni,
Juli. Frucht eine ein- bis zweisteinige, seltener steinlose, längliche, ei-
förmige oder kugelige, grüne, gelblich-rote, blaue bis fast schwarze, saftige
oder fleischige, süsse, oder aromatisch-süsse Beere, welche den Wein, offi-
zinell Vinum, die Rosinen und die Korinthen liefert.*)
Eine kleinblätterige, kleinbeerige, im Süden des Gebietes wild wachsende
Form var. silvestris Döll (V. silvestris Gmelin), die Wildwachsende
Weinrebe, ist wohl die Stammart.
Von den zahlreichen Abänderungen (die Verzeichnisse zählen über
2000 Sorten, die sich vielleicht auf 250 zurückführen lassen), werden in
Deutschland meist zwitterblütige, in Ungarn neben zwitterblütigen Sorten
solche mit vorwiegend weiblichen Blüten angepflanzt; die wichtigsten des
Gebietes sind folgende:
A. Beeren kugelig.
I. Blätter unterseits filzig, dick, weiss, wenig eingeschnitten-dreilappig.
A. Blätter lederig; Blattstiel dünn, etwas borstig, rot; Traube klein,
dicht, wenig ästig; Beeren klein. var. xanthocarpa Dierbach,
Ortlieber.
a. Beeren gelbgrün, braun punktiert. Elsass. Gute Keltertraube.
Gelber Ortlieber, Königsperle.
8. Beeren blau. Steiermark, Keltertraube. Blauer Ortlieber.
B. Blätter steif, Blütenstiel dick, Traube gross, locker, oben ästig;
Beere mittelgross, gelbgrün, dunkel punktiert oder dunkelblau,
mit dünner, feiner Haut. Steiermark. Keltertraube. var. misera
Dierbach, Tokayer, Furmint, Putzscheere.
II. Blätter unterseits wollig.
a. Blätter gross, dünn, etwas schlaf.
a. Blätter wenig eingeschnitten. Trauben mittelgross, dicht, auf
sehr dickem, kurzem Stiele. Beere klein, gelbgrün, fein schwarz
punktiert, dickhäutig. Tafeltraube. var. nicarina Dierbach,
Fütterer.
*, Tafel 404. Vitis vinifera L. A Blüten-, BFruchtzweig. 1 Blütenknospe;
2 Blüte mit mützenförmig-abfallender Blumenkrone; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Blüte
nach Wegnahme der Blumenkrone; zwischen den Staubblättern die drüsigen Lappen
des Diskus; 5 Staubblatt; 6 Fruchtknotenlängsschnitt; 7 Same; 8 desgl. im Längs-
schnitte; 1 bis 8 vergrössert.
Thom& Flora. III. Bd. II. Aufl. i 17
58 Vitaceae.
ß. Blätter tief eingeschnitten. Traube sehr gross, ästig, auf
langem, rötlichem Stiele. Beere gross, dickhäutig, schwarzblau.
Tafeltraube. var. hispanica Martens, Pommer, Grübler.
b. Blätter mittelgross, dick.
a. Blätter tief-eingeschnitten, oft blasig, oberseits kahl. Traube
klein, dicht, auf kurzem, dickem Stiele. Beeren dünnhäutig,
mittelgross. var. pusilla Dierbach, Riesling.
1. Beeren hellgelb, schwarz punktiert. Beste Rheinweintraube.
Rheinriesling, Kleinriesling, Pfefferl.
2. Beerenschwarzblau oder hellrot. Keltertraube. Roter Riesling.
$. Blätter wenig eingeschnitten, meist dreilappig, mit dickem
meist rotem Stiel. Traube gross, auf kurzem, dickem, steifem
Stiele; Beeren gross, dünnhäutig, hellgrün, schwarz punktiert,
Keltertraube. var. eathartica Dierbach, Heunsch.
III. Blätter fast ganz kahl.
A. Blätter wenig eingeschnitten, oft dreilappig, scharf-gezähnt. Blatt-
stiel lang, Traube gross, dicht, meist walzenförmig, auf kurzem,
dickem Stiele. Beeren dickhäutig, hartfleischig, mit Muskat-
geschmack. var. apiana Schübler und Martens, Muskateller.
1. Beere hellrot. Tafeltraube Roter Muskateller.
2. Beere schwarzblau. Tafeltraube Blauer Muskateller.
3. Beere grünlichgelb. Tafel- und Keltertraube. Gelber oder
Grüner Muskateller, Kümmeltraube, Katzendreckler.
B. Blätter tief oder ziemlich tief eingeschnitten, nicht dreilappig.
a. Blätter lederig, gross und dick.
1. Blätter untereinander ungleich. Traube sehr gross, ästig,
pyramidal, auf langem, dünnem Stiele; Beere sehr gross, etwas
diekhäutig, dunkel schwarzblau. Kelter- und Tafeltraube. var.
macrocarpa Dierbach, Trollinger, Blaue oder Schwarze
Fleischtraube, Frankenthaler, Schwarzwelscher.
. Blätter sehr glatt, glänzend. Traube gross, lang, walzen-
DD
förmig, auf langem, dickem Stiele; Beere mittelgross, dick-
häutig, schwarz. Tafeltraube. var. chenopodia Dierbach,
Gänsefüssler.
8. Blätter dünn, klein, seltener mittelgross.
1. Blätter steif, glänzend. Traube einfach, klein, auf langem,
dünnem Stiele. Beere mittelgross, dünnhäutig, dunkelblau.
Keltertraube. var. franconiea Schübler und Martens,
Franken, Blaufränkische, Limberger.
2. Traube ästig, gross. locker, auf langem Stiele.
Vitaceae. 2359
a. Blätter mittelgross. Beeren gross, dünnhäutig. Tafeltraube.
var. aminea Schübler und Martens, Gutedel.
aa. Blätter ziemlich tief eingeschnitten.
aa. Beeren grünlichgelb, punktiert. Früher, Weisser
Gutedel, Diamanttraube, Perltraube, Weisser
Krach-Gutedel, Weisser Muskat.
bb. Beeren hellrot oder schwarzblau. Auch Keiter-
traube Roter Gutedel.
83. Blätterzerschlitztoderzerrissen. @eschlitztblätteriger
Grüner Gutedel, Spanische Traube, Petersilien-
traube.
b. Blätter und Beeren mittelgross, letztere dünnhäutig, schwarz-
blau. var. pendula Dierbach, Häussler.
B. Beeren mehr oder weniger länglich.
I. Blätter unterseits filzig; Beeren fast kugelig.
A. Blätter mittelgross, steif, lederig, nicht tief eingeschnitten; in der
Jugend auch oberseits weiss-wollig. Blattstiel kurz, dick; Traube
mittelgross, kurz, ziemlich dicht, mit langem, dickem Stiele; Beere
mittelgross, dickhäutig, schwarz. Keltertraube. var. pulverulenta
Dierbach, Müllerrebe.
B. Blätter gross, dünn, sehr tief eingeschnitten, Blattstiel lang, dünn.
Traube gross, locker, einfach; Beeren gross, dickhäutig, dunkel-
rot. Kelter- und Tafeltraube; Steiermark. var. lanata Martens,
Rohrtraube, Früher, Blauer Welscher, Wullenwelscher.
II. Blätter unterseits wollig.
A. Blätter wenig eingeschnitten, meist dreilappig.
a. Blätter unterseits oft spinnwebig oder wenig wollig, gross, länglich,
ganz oder wenig eingeschnitten, meist dreilappig. Traube klein,
dicht, walzenförmig, auf kurzem, dickem Stiele; Beere länglich-
rund, klein, dünnhäutig. var. clavennensis Dierbach, Kläfner.
1. Beeren dunkel-schwarzblau. Kelter- und Tafeltraube. Blauer
oder Schwarzer Kläfner, Blauer Burgunder, August-
traube, Jakobitraube, Laurenzitraube.
2. Beeren hellgelb. Keltertraube. Weisser Kläfner, Weisser,
Eehter Burgunder.
3. Beeren hell- oder graurot. Keltertraube. Grauer und
Roter Kläfner, Ruländer.
8. Blätter unterseits mehr dichtwollig.
260
Vitaceae.
1. Blattstiele lang.
aa. Traube gross, ziemlich dicht, wenig ästig, auf langem,
dünnem Stiele. Beere gross, eiförmig, gegen die Spitze
dünner, dünnhäutig, meist grünlichgelb. Keltertraube.
var. peloponnesiaca Martens, Malvasier.
ß#. Traube mittelgross, locker, meist walzenförmig, mit
langem, dünnem Stiel. Beeren länglichrund, mittel-
gross, dünnhäutig, hellrot oder schwarzblau. Keltertraube.
Saneti Urbani Gok, Urbantraube.
2. Blattstiele kurz.
ac. Blätter rundlich, dunkelgrün, Endzahn der Lappen ab-
gerundet. Traube klein, meist dicht, pyramidal. Beeren
länglich, ins Kugelige übergehend, dickhäutig, hellrot.
Keltertraube. var. tiroliensis Dierbach, Traminer.
#8. Blätter gross, dünn, oft blasıg. Traube gross, dicht,
pyramidal, mit ziemlich langem, biegsamem Stiele. Beeren
länglich, kugelig, gross, sehr dünnhäutig. Ergiebige
Keltertraube. var. albuelis Schübler, Elben, Elbling,
Weissalbe.
B. Blätter tief oder doch ziemlich tief eingeschnitten, nicht dreilappig.
a. Blätter gross, dünn, weich, Blattstiel lang und dünn, Traube
gross, ästig, pyramidal, dicht, mit sehrdickem, kurzem Stiele; Beeren
mittelgross, elliptisch, dickhäutig, hellrot. Kelter- und Tafel-
traube; Niederösterreich. var. rhaetica Schübler, Veltliner,
Rote Babotraube, Früher Roter Malvasier.
. Blätter ziemlich klein, steif, unterseits fast filzig. Blattstiel
ziemlich lang, dick; Traube mittelgross, dicht, pyramidal, mit
sehr dickem, kurzem, rotem Stiel; Beere mittelgross, wenig läng-
lich, vorn etwas eingedrückt, diekhäutig, schwarzblau mit
blutrotem Safte. Keltertraube. var. tinetoria Dierbach,
Färber.
ll. Blätter unterseits ganz oder fast kahl.
A. Blätter mittelgross, dünn, wenig eingeschnitten, hellgrün, glatt
und glänzend; Blattstiel kurz und dick; Traube mittelgross, sehr
dicht, mit kurzem, dickem, steifem Stiele; Beeren länglichrund,
mittelgross, dünnhäutig. Beeren gelbgrün, schwarzpunktiert oder
rot. Kelter- und Tafeltraube. var. austriaca Dierbach, Syl-
vaner, Grüner Sylvaner, Grüner Muskat, Schönfeilner; Weisser
Sylvaner, Feigentraube, Weisser Muskat, Österreicher.
Tiliaceae. 361
B. Blätter gross, glänzend, nicht tief eingeschnitten; Blattstiel lang
und dünn; Traube gross, ästig, mit kurzem Stiele; Beeren länglich-
rund, ziemlich diekhäutig, schwarz mit rotem Safte. Kelter- und
Tafeltraube. var. lusitaniea Martens, Portugieser; Blauer
Portugieser, Portweintraube; Roter Portugieser, Kralovina.
Einige ausländische, namentlich nordamerikanische Arten der Reben,
werden als Zierpflanzen gezogen, so die Fuchsrebe, Vitis Labrusca L.,
mit herzförmigen, tief drei- bis fünflappigen, unterseits grau- bis rostfarben-
filzigen Blättern und die Büffel- oder Winterrebe, Vitis rotundifolia
Michaux, mit herz-eiförmigen, oft schwach drei- bis fünflappigen, ungleich-
grob-gezähnten, kahlen, besonders unterseits glänzenden Blättern.
Gattung 486: Ampelopsis Michaux, Jungfernrebe, Wilder Wein.
Hierher der aus Amerika stammende, zur Bekleidung von Mauern
und Lauben vielfach angepflanzte, durch die schöne rote, herbstliche
Färbung seiner Blätter ausgezeichnete Wilde Wein (A. hederacea Michaux;
Hedera quinquefolia L., Vitis hederacea Willdenow; Cissus hederacea Per-
soon), A. quinquefolia Roemer und Schultes.
85. Familie: Tiliaceae, Lindengewächse.
Hierher von einheimischen Pflanzen nur
Gattung 487: Tilia L., Linde,
daher hier deren Kennzeichnung folgen mag. Bäume der nördlichen ge-
mässigten Zone. Blätter abwechselnd, rundlich-herzförmig, am Grunde
vielfach ungleichmässig ausgebildet, zugespitzt, gesägt, mit hinfälligen
Nebenblättern. Blüten in zwei- oder mehrblütigen Trugdolden. Der Stiel
dieser Trugdolden ist mit einem langen, lanzettlichen, bleichen Vorblatt
mehr oder minder verwachsen und dadurch zum Teil geflügelt. Die Blüte
ist regelmässig, zwitterig, duftend. Kelch und Blumenkrone sind fünf-
blätterig, erstere hat eine klappige, letztere eine dachige Knospenlage.
Staubblätter sind viele vorhanden; sie sind frei oder nur ganz an ihrem
Grunde zu fünf Gruppen miteinander verbunden (zu XIII, 1 gerechnet, aber
bisweilen XVII, 1). Bei manchen Arten ist das innerste Staubblatt einer
jeden dieser Gruppen zu einem blumenblattartigen Nebenstaubblatt umgebildet.
Der Fruchtknoten hat fünf Fächer mit je zwei aufsteigenden Samenanlagen;
der Griffel ist einfach, die Narbe fünflappig. Die Frucht, eine mehr oder
minder kugelige, nicht aufspringende Nuss, ist durch Fehlschlagen ein-
fächerig und ein- bis zweisamig.
262 Tiliaceae.
A. Nebenstaubblätter fehlen. Blumenkrone radförmig ausgebreitet. Staub-
blätter 20 bis 40. Griffel nach der Blüte nicht oder nur wenig ver-
längert. Die Behaarung der Blätter (wo solche vorhanden ist) besteht
aus einfachen Haaren (Untergattung: Fünfblätterige, Pentapetalae).
1. Blätter beiderseits kahl, unterseits blaugrün in den Nervenwinkeln
mit rotfarbenen Bärtehen, schief-rundlich-herzförmig, zugespitzt, am
Grunde ganzrandig, sonst scharf gesägt. Die Trugdolden sind wieder-
holt gabelteilig, vielblütig (fünf- bis elfblütig), die Blüten gelblich-
weiss, klein, sehr wohlriechend, nektarreich, vorstäubend. Die eben-
falls kleinen Früchte haben eine dünne, rostbraune Schale mit vier
bis fünf undeutlichen Kanten. Blütezeit Juni, Juli. Bis 25 m hoher,
durch ganz Europa verbreiteter Baunı, der etwa bis 1200 m Meeres-
höhe hinaufsteigt. „Innerhalb des Gebietes ist sie in dessen nord-
östlicher Hälfte häufiger als in der südwestlichen. In ersterer kommt
sie vorzugsweise als wirklicher Waldbaum, einzeln eingesprengt in
Laub- und Mischwäldern und an Waldrändern; ın letzterer häufigerer
angepflanzt (in Parken, Alleen, um Dörfer) als im Walde vor. Auch
kommt sie in den Ebenen und Hügelländern Nord- und Mitteldeutsch-
lands (hier namentlich in Auen und Mittelwäldern, wo sie am besten
gedeiht) häufiger vor, als in Gebirgen.“ Die Blüten, Flores (Herba)
Tiliae, sind offizinell. (Tilia europaea var. c. L.; T. parvifolia
Ehrhart) T. ulmifolia Scopoli, Winterlinde, Kleinblätterige,
Ulmenblätterige oder Rüsterblätterige Linde, Stein-Linde, Spät-
linde.*)
2. Blätter unterseits mehr oder minder weichhaarig, gleichfarbig oder
etwas heller grün, in den Nervenwinkeln mit weisslichem Bärtchen,
sonst wie bei voriger, indes meist grösser. Trugdolden zwei- bis
fünfblütig. Blüten starkduftend, nektarreich, vorstäubend. Blumen-
krone hellgelb. Nüsse mit holziger, stark-fünfkantiger Schale. In
Laubausbruch, Blüte und Laubfall eilt sie der Spätlinde um 14 Tage
vor. Höhe bis 30 m. „Sie ist in unserem Gebiete kaum heimisch,
höchstens in dessen südlichsten Gegenden. Sie kommt fast nur an-
gepflanzt und verwildert vor, denn als wirklich wild dürften höchstens
die an Waldrändern stehenden oder vereinzelt in Laub- und Misch-
wäldern eingesprengten Sommerlinden der südlichen Rheingegenden,
Süddeutschlands, der Alpenländer und der südöstlichen Kronländer
Österreichs zu betrachten sein. In den Alpen ist die Sommerlinde
*) Tafel 405. Tilia parvifola Ehrhart: A Blütenzweig. 1 Blütenlängsschnitt;
2 Staubblätter; 3 Stempel; 4 Fruchtstand; 5 Same.
Malvaceae. 263
schon häufiger als die Winterlinde, steigt dort auch höher empor als
diese. Die Riesenlinden (Kirchhofs-, Dorfplatz-Linden) unseres Gebiets
dürften fast alle dieser Art angehören.“ (T. europaea var. b,d,e,L;
Tilia grandifolia Ehrhart.) Die Blüten, Flores (Herba) Tiliae, sind
offizinell. T. platyphyllos Scopoli, @ross- oder Breitblätterige
Linde, Sommerlinde, Wasserlinde, Spätlinde.
Der Bastard platyphyllos x ulmifolia (T. vulgarıs Hayne, T.
intermedia De Candolle) hat ungleich scharfgesägte, unterseits
blassgrüne, in den Nervenwinkeln bärtige Blätter. Zerstreut in Wäldern
und angepflanzt.
B. Die Blüte hat eine sogenannte innere Blumenkrone oder an ihrer Stelle
fünf Staubblätter mit breiteren, blumenblattartigen Staubfäden; die
Blumenkrone ist nicht völlig ausgebreitet; Staubblätter sind 50 bis 70
vorhanden; der Griffel verlängert sich nach der Blütezeit. Die Be-
haarung der Blätter, wenn solche vorhanden, wird aus sternförmigen
Haaren gebildet. (Untergattung: Zehnblätterige, Decapetalae.)
Hierher einige ausländische, häufig als Zierbäume angepflanzte
Arten.
a. Frucht kugelig, dünnschalig. Blätter fast kahl, unterseits grün, noch
grösser als die der Sommerlinde. Blütezeit Juli. Aus Nord-Amerika.
T. americana L-, Amerikanische oder Schwarze Linde.
b. Frucht nicht kugelig, holzig. Blätter mehr oder minder behaart.
1. Frucht fünfkantig; Blattstiele und Blattunterseite dicht- weiss-stern-
haarig-filzig. Blütezeit Juli. Homogam. Aus Ungarn. (T. argentea
Desfontaines.. T. tomentosa Mönch, Silberlinde.
2. Blätter schwach filzig, deren Stiele endlich kahl; Frucht von oben
her zusammengedrückt, fünffurchig. Baum mit rutenförmig-hängen-
den Zweigen. Blütezeit August. T. alba Aiton, Weisse Linde.
3. Blätter schwach behaart; junge Blätter rotbraun. Nuss holzig,
unten und oben zugespitzt. Aus Nord-Amerika. T. pubescens
Aiton, Flaumhaarige oder Weichhaarige Linde.
4. Blätter kahl. Nuss an beiden Enden zugespitzt. Aus dem ÖOriente.
T. euchlora Koch, Grüne Linde.
86. Familie: Malvaceae, Malvengewächse.
Kräuter oder Sträucher, seltner (in den Tropen) Bäume, deren jüngere
Teile oft mit Sternhaaren mehr oder minder dicht bedeckt sind. Blätter
mit freien, kleinen und hinfälligen Nebenblättern, einfach, meist handnervig,
ganz, handförmig-eingeschnitten oder gelappt, selten fingerförmig. Blüten
264 Malvaceae.
regelmässig, zwitterig, einzeln oder geknäuelt in den Blattachseln oder in
endständigen, traubigen oder trugdoldigen Blütenständen. Unter jeder Blüte
oft ein Aussenkelch. Kelch fünfzählig, mehr oder minder verwachsen-
blätterig, in der Knospe klappig, bleibend. Die Blumenkrone ist unter-
ständig und fünfblätterig, doch sind ihre Blätter an ihrem Grunde sowohl
untereinander als auch mit der Staubfadenröhre verwachsen, ihre Blätter
sind in der Knospenlage teils rechts, teils links gedreht. Die Staubfäden
sind an ihrem Grunde zu einer den Griffel umgebenden Röhre (Staubfaden-
röhre, XVI, 4), welche gleichzeitig mit der Blumenkrone abfällt, vereint.
Der Fruchtknoten ist frei, meist aus fünf bis zahlreichen, im Kreise ange-
ordneten Fruchtblättern zusammengesetzt und so vielfächerig und viel-
griffelig, als Fruchtblätter vorhanden sind. Die Frucht ist eine nach ihren
Fächern zerfallende Spaltfrucht oder eine fünfspaltige Kapsel. Die Samen
besitzen einen meist geraden Keim, gefaltene Samenlappen und wenig oder
gar kein Eiweiss.
Hierher fünf Gattungen:
A. Blüten mit Aussenkelch.
A. Fruchtknoten vielfächerig; Frucht eine nach ihren Fächern in ein-
samige Teilfrüchtchen zerfallende Spaltfrucht.
1. Aussenkelch dreiblätterig. Gattung 488: Malva L., Malve, Käse-
pappel. .
2. Aussenkelch einblätterig, mehrspaltig.
c.. Aussenkelch sechs- bis neunspaltig. Gattung 489: Althaea L.,
Eibisch, Althäe.
3. Aussenkelch dreispaltig. Gattung 490: Lavatera L., Lavatere,
Pappelrose.
B. Fruchtknoten drei- bis fünffächerig; Frucht eine fachspaltige Kapsel.
Gattung 491: Hibiscus L., Ibisch (Eibisch).
B. Blüten ohne Aussenkelch. Gattung 492: Abutilon Gaertner, Abutilon,
Lindenmalve.
Gattung 488: Malva L., Malve, Käsepappel. (XVI, 4.)
A. Blüten im den Blattachseln einzeln oder nur oberwärts in armblütigen
Büscheln, oder, durch Verkümmerung der Tragblätter, in endständigen
Trauben oder Doldentrauben. (Bismalva Mediceus.) Alle Arten sind
ausgeprägt vorstäubend.
1. Stengel aufrecht, oberwärts nebst den Blättern und Kelchen mit an-
gedrückten Sternhaaren besetzt, daher rauh nd graugrün. — Grund-
ständige Blätter herzförmig-kreisrundlich, gelappt; untere Stengel-
blätter meist handförmig-fünfteilig, mit eingeschnittenen, fiederspaltigen
Malvaceae. 365
Lappen; obere dreiteilig, mit im Umriss fast rhombischen, dreispaltigen,
gezähnten Lappen. Kraut geruchlos. Blättchen des Aussenkelches
länglich-eiförmig, etwas zugespitzt. Blumenblätter vorn ausgeschweift,
2 bis 31/, cm lang und 2 bis 3 cm breit, rosenrot. Blütezeit Juli
bis Herbst. Früchtchen kahl, oder oben kurz-steifhaarig. Frucht-
achse verlängert, dick, kegelförmig; 4. Höhe 50 bis 125 em. Auf
sonnigen Abhängen und unkultivierten Orten, an Wegen und Rainen;
zerstreut, aber im allgemeinen nicht selten. Malva Alcea L., Sigmars-
wurz, Spitzblätterige Malve.
Formenreiche Pflanze: Stengelblätter bis zur Mitte handförmig
gelappt: Gelappte Malve, lobata Döll; mittlere Blattzipfel lang
vorgestreckt, doppelt dreilappig, Läppchen mehrmals gezähnt: Viel-
zähnige Malve, multidentata Koch; obere Blüten in den Blatt-
achseln büschelig, mittlere Stengelblätter fünfspaltig, obere dreispaltig,
mit länglich gezähnten Lappen: Ebensträussige Malve; fastigiata
Cavaniılles; Blumenblätter tief, bis zu einem Drittel ausgerandet,
Lappen der Stengelblätter Iimealisch oder lanzettlich, eingeschnitten-
gezähnt: Eingeschnittene Malve, exeisa Reichenbach.
. Stengel aufrecht, nebst 'den Blättern von abstehenden, meist einfachen
Haaren rauh; Kelch mit langen, abstehenden, einfachen und mit
Sternhaaren etwas struppig besetzt. — Grundständige Blätter herz-
förmig, rundlich, gelappt. Stengelblätter handförmig-fünfteilig mit
fiederspaltigen bis doppelt-fiederspaltigen Lappen, die oberen mit
linealischen, eingeschnittenen Lappen. Das Kraut riecht frisch und
trocken nach Moschus. Blättehen des Aussenkelches länglich -linea-
lisch. Blumenblätter vorn ausgeschweift, rosenrot, 1!/s bis 2 cm lang.
Blütezeit Juli bis September. Fruchtachse kurzkegelig, zugespitzt.
Früchtchen dicht-rauhhaarıg; #4. Höhe 30 bis 50 cm. An Wiesen-,
Wald-, Wegerändern, Flussufern und auf unbebauten Orten, in Berg-
gegenden, namentlich im westlichen Teile des Gebietes. M. moschata
L., Moschus- oder Bisam-Malve.
B. Blüten in den Blattachseln büschelig gehäuft. (Fasciculatae De Candolle).
A. Stiele der reifen Frucht mehreremal länger als der Kelch.
a. Stiele der reifen Frucht seitlich abstehend oder aufwärts gerichtet
(nicht abwärts gebogen).
a. Blüte gross (Kronenblätter etwa drei- bis viermal so lang als
der Kelch); Teilfrüchtehen mit scharfem Rande, netzförmig-
runzelig oder mit Querleisten, kahl. Stengel aufrecht.
aa. Blätter mit spitzen, gekerbt-gesägten Lappen, herzförmig-
kreisrundlich, fünf- bis siebenlappig. Stengel-, Blatt- und
18)
Malvaceae.
Blütenstiele abstehend-rauhhaarıg. Blumenblätter 11/, bis
2 cm lang, tief ausgerandet, am Nagel dichtbärtig, hell-
purpurn, mit drei dunkleren Längsstreifen. Blütezeit Juli
bis September. Höhe 30 bis 80 em; #4 An Wegen, auf
Wiesen, Mauern, Schutt u. s. w.; gemein. Blätter und Blüten,
Folia und Flores Malvae, sind offizinell. Malva silvestris
L., Wilde Maive, Käsepappel, Rosspappel.
bb. Blätter mit fünf stumpfen, kerbig-gesägten Lappen, am Grunde
herzförmig oder abgestutzt. Stengel zerstreut-behaart, fast
kahl. Blattstiele oberseits behaart. Blütenstiele kahl, kaum
so lang als die Blüte. Blumenblätter nur wenig aus-
geschweift, rosa oder purpurn mit drei dunkleren Streifen.
Blütezeit Juli bis September. 4. Höhe 30 bis 80 cm.
Vielfach in Gärten gezogen und in deren Nähe oft ver-
wildert. M. mauritiana L., Mauritianische Malve,
Zebramalve.
ce. Blätter mit drei bis fünf, ungleich grobgekerbten, kurzen
Lappen; herzeiförmig. Blumenblätter 5 cm breit, lila. Blüte-
zeit Juli, August. #. In Südtirol und Krain. M. Bismalva
Bernhardi, Lilafarbene Malve.
b. Blüte ziemlich klein, Blumenblätter etwa zweimal so gross als
der Kelch, tief ausgerandet, am Nagel mit schwachem Barte,
bleichrosenrot. Teilfrüchtehen scharf berandet, grubig-runzelig.
Stengel niederliegend, aufstrebend. Blütezeit Juli, August. ©.
Istrien. M. nicaeensis Allioni, Nizzaer Malve.
ß. Stiele der reifen Frucht abwärts gebogen.
a. Blumenblätter zwei- bis dreimal so lang als der Kelch, tief aus-
gerandet, hellrosenrot oder fast weiss. Stengel niederliegend
oder kurz-aufrecht, ausgebreitet ästig, nebst Blatt- und Blüte-
stielen zerstreut-kurzhaarig; Blätter herzförmig-kreisrundlich,
seicht - fünf- bis siebenlappig, mit kerbig - gesägten, stumpfen
Lappen. Teilfrüchtchen mit abgerundeten Rücken, kahl oder
flaumig behaart. Blütezeit Juli bis September. Höhe 30 bis
60 cm. %. Auf Schutt und Mauern, an Wegen, in Dörfern;
gemein. Blätter und Blüten, Folia und Flores Malvae, sind
offizinell. (M. rotundifolia L. z. Teil; M. vulgaris Fries.)
M. negleeta Wallroth, Vernachlässigte, Übersehene, Ge-
meine Malve. ;
b. Blumenblätter so lang oder kürzer als der Kelch, nur wenig
ausgerandet, hellrosenrot, fast weiss. Stengel gestreckt, auf-
Malvaceae. 2367
strebend. Blätter herzförmig-rundlich, fünf- bis siebenlappig.
Teilfrüchtehen scharf berandet, netzförmig-grubig-runzelig. Blüte-
zeit Juni bis September. Höhe 10 bis 30 cm. ® und 4. An
sandigen Ackerrändern und Wegen, auf Schutt; im nördlichen
und mittleren Gebiete; zerstreut. (M. borealis Wallmann;
M. pusilla Withering; M. Henningii Goldbach; Althaea borealis
Alefeld.) Malva rotundifolia L., Rundblätterige Malve.
B. Stiele der reifen Frucht höchstens doppelt so lang als der Kelch. —
Stengel aufrecht, oberwärts nebst Blättern und Blütenstielen zer-
streut-behaart. Blätter fünflappıg, am Grunde herzförmig, klein
gekerbt-gezähnt, am Rande kraus. Blüten sitzend oder sehr kurz
gestielt. Kelch rauhhaarig. Blumenblätter so lang als die Kelch-
blätter, hellrosenrot bis weiss. Blütezeit Juli bis Herbst. Teil-
früchtchen am Rande abgerundet, querrunzelig. Höhe 50 bis 150 em.
©. Aus Südeuropa; von Landleuten oft als Vieharzneimittel an-
gebaut und verwildert. M. erispa L., Krause Malve.
Gattung 489: Althaea L., Eibisch, Altnäe. (XVI, 4.)
Aussenkelch sechs- bis neunspaltig.
A. Teilfrüchte mit abgerundeten Rücken.
1. Die Blüten stehen in blattachselständigen, reichblütigen Büscheln.
Die Blütenstiele sınd viel kürzer als das Stützblatt. — Stengel nebst
den Blättern weich-filzig-zottig. Blätter eiförmig-spitz; die untersten
mit herzförmigem Grunde, fünflappig, die oberen dreilappig, doppelt
gekerbt-gesägt. Blumen 3 bis 4 cm Durchmesser; Kronenblätter so
lang als breit, seicht ausgerandet, weiss ins Rötliche. Blütezeit Juli,
August. #. Höhe 30 bis 100 cm. Auf feuchten, besonders salzigen
Wiesen; zerstreut. Blätter und Wurzel, Folia und Radix Althaeae
sind offizinell. A. offieinalis L., Gebräuchlicher Eibisch.*)
2. Die Blüten stehen ın den Blattachseln nur zu 1 bis 2: die Blüten-
stiele sind länger als das Stützblatt.
a. Zipfel des (inneren) Kelches eiförmig-spitz. Pflanze rauhfilzig.
Unterste Blätter handförmig, mittlere gefingert, oberste drei-
schnittig, gesägt-gezähnt. Kronenblätter rosenrot mit purpurnem
Nagel. Blütezeit Juli, August. #: Auf feuchten Wiesen, an Graben-
*, Tafel 406. Althaea officinalisL. A Teil der blühenden Pflanze. 1 Blüten-
knospe mit ihrem Aussenkelche; 2 Blumenblatt; 3 Staubblattröhre; infolge der Prote-
randrie sind Griffel und Narbe wenig entwickelt und überragen die Staubblätter noch
nicht; 4 Staubblatt; 5 Stempel; 6 Frucht; 7 Teilfrüchtchen; 8 Same, 1 bis 8 ver-
grössert.
68 Malvaceae.
rändern u.s.w. Unterösterreich, Littorale. Althaea cannabina L.,
Hanfblätteriger Eibisch.
3. Zipfel des (inneren) Kelches lineal-lanzettlich, Pflanze abstehend-
rauhhaarig. Unterste Blätter nierenförmig-fünflappig, obere hand-
förmig, oberste tief-dreiteilig. Blumen rosenrot oder lila. Blüte-
zeit Juli, August. ©. In Äckern und Weinbergen, vorzüglich auf
kalkigem Boden; im mittleren und südlichen Teil des Gebietes;
sehr zerstreut. A. hirsuta L., Rauhhaariger Eibisch.
B. Teilfrüchte mit scharf-berandetem, tiefrinnigem Rücken. — Pflanze rauh-
D
büschelig-behaart. Untere Blätter herzförmig-rundlich-fünflappig, obere
dreilappig; alle gekerbt. Blüten einzeln oder zu zwei bis drei in den
Blattachseln. Aussenkelch so lang als der innere Kelch. Kronenblätter
ausgerandet-zweilappig, länger als breit, hellrosa oder lila, am Grunde
gelb. Blütezeit Juli, August. Höhe bis 1 Meter. ©. Auf Wiesen im
Mähren und bei Wien. A. pallida Waldstein und Kitaibel, Bleicher
Eibisch.
Die etwas kräfterige, der vorigen ähnliche, aus dem Orient stammende
Stockrose, A. rosea Cavanilles, wird in zahlreichen, prächtig ge-
färbten und gefüllten Varietäten kultiviert.
Gattung 490: Lavatera L., Lavaiere, Pappelrose. (XVI, 4.)
. Stengel aufrecht, nebst Blättern, Kelch, Blatt- und Blütenstielen stern-
haarig-zartfilzig. Untere Blätter fünflappig, eckig, ungleich-gekerbt,
obere dreilappig. Blüten in den Blattachseln einzeln, das Stützblatt
überragend, am Stengelende traubig, 6 em Durchmesser, Kronenblätter
verkehrt-herzförmig, blassrosenrot. Fruchtträger spitz. Blütezeit Juli,
August. # Höhe 50 bis 125 cm. An trockenen, sonnigen Wegen,
Rainen, unbebauten Orten, in Weinbergen, im mittleren und südlichen
Gebiete. L. thuringiaca L., Thüringische Lavatere.
. Stengel aufsteigend oder niederliegend, 30 bis 60 em lang, wie die ganze
Pflanze sternhaarig. Untere Blätter herzförmig-rundlich, stumpfeckig,
obere dreilappig. Blumenkrone rosenrot. Fruchtträger scheibenförmig.
Blütezeit Juni bis September. ©. Aus Südeuropa, als Zierpflanze ge-
zogen und mitunter verwildert. L. trimestris L., Gartenpappelrose.
Gattung 491: Hibiscus L, Ibisch (Eibisch). (XVI, 4.)
Hierher nur H. Trionum L., Stunden-Ibisch. Einjähriges, bis 50 cm
hohes Kraut. Aussenkelch vielblätterig; Kelch häutig, blasig- vergrössert.
Untere Blätter fast ganz, obere dreiteilig, mit sehr langen Mittellappen.
Blumenkrone schwefelgelb mit schwarzpurpurnem oder sammetschwarzem
Guttiferae. 269
Grunde. Blütezeit Juli, August. In Unterösterreich, Mähren, Steiermark,
Littorale; vielfach in Gärten gezogen.
Hibiscus syriacus L., Syrischer Eibisch, ein aus dem Orient stam-
mender, bis 2m hoher Strauch mit grossen ausgebreiteten Blüten, wird in zahl-
reichen weissen, gelben, roten, blauen, einfarbigen und gestreiften Varietäten
in Gärten kultiviert, ist in Südtirol verwildert.
Gattung 492: Abutilon Gärtner, Abutilon, Lindenmalve.
Hierher nur Abutilon Avicennae Gärtner, Bastard-Eibisch. 50 bis
150 cm hohes, einjähriges Kraut. Blätter rundlich-herzförmig, zugespitzt,
gekerbt, filzig. Blütezeit Juli, August. Blumenkrone gelb. Auf feuchtem
Boden der Insel Veglia.
87. Familie: Guttiferae (Hypericaceae) Hartheugewächse.
Kräuter oder Sträucher (ausländische auch Bäume), mit mehr oder
weniger harzigem, in besonderen Gefässen oder Drüsen, durch welche die
Blätter oft durchscheinend punktiert aussehen, enthaltenem Safte. Die Blätter
stehen gegen-, selten quirlständig; sie sind nebenblattlos. Die Blüten sind
regelmässig, zwitterig und meist in endständigen, kreuzständig-ästigen Rispen
angeordnet. Kelch und Blumenkrone sind fast immer fünfblätterig, die
Blätter des ersteren haben eine dachige, die der letzteren eine gewundene
Knospenlage, jene bleiben, diese fallen ab. Die Staubblätter sind zahlreich,
bodenständig und in drei oder fünf Bündel (XVII, 1) vereint. Der Frucht-
knoten besteht aus drei bis fünf mit den Rändern einwärts geschlagenen
Fruchtblättern und ist dadurch, zumal auch die an den Rändern befestigten
Samenträger in die Höhle hineinragen, mehr oder weniger vollkommen drei-
bis fünffächerig. Griffel sind so viele als Fruchtblätter vorhanden, sie sind
fadenförmig, ganz frei oder am Grunde miteinander verwachsen. Die Frucht
ist eine meist scheidewandspaltig-aufspringende Kapsel, zuweilen ıst sie
beerenartig. Die Samen sind zahlreich und eiweisslos.
Hierher drei Gattungen:
A. Frucht vor der Reife beerenartig-fleischig, später trocken, geschlossen
bleibend oder in unregelmässige Stücke zerfallend; Staubblätter meist
fünfbrüderig. Gattung 493: Androsaemum Allioni, Mannsblut.
B. Frucht eine Kapsel, Staubblätter dreibrüderig.
1. Staubblätter sind nur 15 vorhanden; dieselben sind vom Grunde an
bis über die Mitte verwachsen; die drei Staubfadenbündel wechseln
mit drei Nektarien ab. Die Kapsel ist einfächerig. Gattung 494:
Elodes Spach, Elode.
270 Guttiferae.
2. Staubblätter zahlreich, nur am Grunde miteinander verwachsen.
Zwischen den Staubfadenbündeln finden sich keine Naktarien. Die
Kapsel ist dreifächerig. Gattung 495: Hyperieum L., Hartheu,
Johanniskraut.
Gattung 493: Androsaemum Allioni, Mannsblut. (XVII, 1.)
Hierher nur (Hypericum androsaemum L.) Androsaemum offieinale
Allioni, Gebräuchliches Mannsblut, Blutheil, Grundheil, Konrads-
kraut; bis 1 Meter hoher, vollständig an unsere Hartheuarten erinnernder Halb-
strauch Südeuropas, der bis zum Fusse der Alpen vordringt. Blumenkrone
gelb, Blütezeit Juni.
Gattung 494: Elodes Spach, Elode. (XVIII, 1.)
Hierher nur Elodes palustris Spach (Hypericum helodes L.; Tripen-
tas helodes Ascherson), Sumpf-Elode, ein rauhhaarıges, ausdauerndes
Kraut, mit niederliegendem, oder aufstrebendem, 10 bis 40 cm langem
Stengel. Blätter durchscheinend punktiert. Blüte vollständig an unsere Hart-
heuarten erinnernd und daher, wie auch die vorige, oft mit denselben zu
einer Gattung (Hypericum) vereinigt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli,
August. In Torfmooren und sumpfigen Wiesen am Niederrhein, in West- _
falen, Hannover, im Spessart und in den Vogesen.
Gattung 495: Hypericum L., Hartheu, Johanniskraut. (XVIIL, 1.)
Blumenkrone gelb. Unsere Arten haben homogame, durch ihren
Blütenstaub Insekten anlockende Blumen, doch ist bei den kleinblütigen
der Insektenbesuch sehr spärlich.
A. Kelehblätter am Rande drüsig-gewimpert oder mit drüsenlosen Fransen.
A. Kelch drüsig-gewimpert.
I. Blätter gegenständig.
a. Stengel stielrund.
a. Kelchblätter verkehrt-eiförmig, sehr stumpf, fein-drüsig-gesägt.
— Stengel aufrecht und, wie die herzeiförmigen, sitzenden,
unterseits graugünen, durchscheinend - punktierten Blätter
kahl. Blütezeit Juli, August. Samen sehr fein punktiert. #.
Oft ist die ganze Pflanze rot überlaufen. 30 bis 60 em hoch.
In Gebirgswäldern und Heiden, namentlich im Westen und
Südwesten des Gebietes. H. puwlchrum L., Schönes
Hartheu.
3. Kelchblätter lanzettlich, spitz, drüsig-gewimpert.
Guttiferae. 371
1. Pflanze kahl; Blätter sitzend, aus herzförmigem Grunde
eiförmig bis länglich, spitz, nur die oberen durchscheinend
punktiert. — Blütenstand gedrängt, fast kopfig. Blüte-
zeit Juli bis September. Samen fein punktiert. 4. 25 bis
50 cm hoch. In Wäldern, Gebüschen, an trockenen Berg-
abhängen; zerstreut. Hypericum montanum L., Berg-
Hartheu.
. Pflanze zottig-rauhhaarig; Blätter kurzgestielt, oval oder
länglich, mit etwas stumpfer Spitze, durchscheinend-punk-
tiert. Die Wimperdrüsen der Kelchblätter sind sehr kurz.
Blütenstand pyramidal, ziemlich locker. Blütezeit Juli,
August. Samen sammtartig behaart. Stengel 30 bis 60 cm.
hoch. # In Laubwäldern und Gebüschen, namentlich in
Gebirgsgegenden, zerstreut; in Norddeutschland; selten.
H. hirsutum L., Raubhaariges Hartheu.
b. Stengel durch zwei aufgesetzte Leisten fast zweikantig.
a. Blätter auf dem Mittelfelde durchscheinend-punktiert.
a. Stengel aufrecht. — Blätter aus herzförmigem Grunde lan-
zettlich oder eiförmig, durchscheinend punktiert, am Rande
zurückgerollt und mit schwarzen Drüsen besetzt. Kelch-
blätter lanzettlich spitz, am Rande mit drüsentragenden
Fransen. Same feinpunktiert. Blütezeit Juni, Juli. 2.
Höhe 15 bis 30 cm. Auf Kalk- und Sandsteinfelsen im
mittleren Teile des Gebietes; selten. (H. Kohlianum
Sprengel). H. elegans Stephan, Zierliches Hartheu.
b. Stengel niederliegend, fadenförmig. — Zuweilen (wie es
scheint je nach den Fundorten mehr oder minder häufig,
in der Rheinprovinz wenigstens in der Regel) gehört das
Niederliegende Hartheu (H. humifusum L.), das sonst
nacktrandige Kelchblätter hat, hierher (siehe unter B).
3. Blätter auf dem Mittelfelde nicht durchscheinend punktiert. —
Stengel aufrecht und, wie die Blätter, kahl. Blätter eiförmig,
unterseits netzaderig, am Rande dicht-klein-dunkelschwarz-
drüsig. Deckblätter und Kelchblätter gefranst-gewimpert;
Fransen an der Spitze etwas keulig verdickt. Samen der
Länge nach wellig gestreift. Blütezeit Juli, August. .
Höchste Gipfel der Schweiz und des Jura, Krain. H. Richeri
Vıllars, Richers Hartheu.
II. Blätter zu drei oder vier quirlständig, linear, stumpf mit zurück-
gerollten Rändern, durchscheinend-punktiert. — Kelchblätter drüsig-
IV
DD
=]
DD
Guttiferae.
gewimpert. Blütezeit Juli, August. Halbstrauch, an steinigen Ab-
hängen in Südtirol und der Schweiz; zerstreut. Hypericum
Coris L., Coris-Hartheu.
B. Die lanzettlichen, spitzen Kelchblätter, sowie die schmal-lanzett-
formigen Deckblätter sind von langen, borstenartigen, drüsenlosen
Fransen gewimpert, sonst ist die Pflanze kahl; die Fransen sind zwei-
bis dreimal so lang als die Deckblätter breit. — Blätter länglich-
lanzettförmig, unterseits blaugrün, zerstreut-schwarz-drüsig-punktiert.
Blütezeit Mai, Juni. Samen der Länge nach gestreift. #4 Auf Wald-
wiesen unter Gebüsch, in Niederösterreich und Steiermark. H. bar-
batum Jacquin, Bärtiges Hartheu.
B. Kelchblätter nacktrandig, d.h. am Rande weder drüsig gewimpert noch
gefranst.
A. Stengel stielrund oder durch zwei aufgesetzte Leisten fast: zweikantig.
Blätter durchscheinend-punktiert.
I. Stengel aufrecht (nicht fadenförmig niederliegend).
a. Kelehblätter doppelt so lang als der Fruchtknoten, lanzettlich,
spitz, auf der Oberseite zuweilen mit einzelnen Drüsen. —
Stengel ästig, rund und zweikantig; Blätter elliptisch bis lineal.
Blütezeit Ende Juni bis Herbst. Höhe 30 bis 60 cm. # An.
trockenen Orten, Wegerändern, Triften, in Gebüschen; gemein.
H. perforatum L., Durchstochenblätteriges Hartheu,
Johanniskraut.”)
Abarten sind:
. Stengel rund. Blätter eiförmig-länglich. Kelchabschnitte
lineal-lanzettlich, sehr spitz. var. vulgare Maly, &emeines
Johanniskraut.
. Stengel rund. Blätter länglich oder breit lineal. Kelch-
abschnitte lineal-lanzettlich, sehr spitz. var. angustifolium
Koch (H. veronense Schrank), Schmalblätteriges
Johanniskraut.
. Stengel zusanımengedrückt, fast vierkantig, mit 2 stärkeren
und 2 schwächeren Kanten. Blätter elliptisch oder eiförmig.
Kelchabschnitte breit-lanzettlich. H. latifolium Koch
(H. medium Petermann), Breitblätteriges Johanniskraut.
*) Tafel 407. Hypericum perforatum L. AB Pflanze. 1 Blütenknospe;
2 Blüte; 3 desgl. im Längsschnitte; 4 Staubblattbündel; 5 einzelne Staubblätter;
6 Fruchtknoten im Querschnitte; 7 Frucht; 8 Same; 9 desgl. im Längsschnitte. 1 bis
9 vergrössert.
Elatinaceae. 373
b. Kelchblätter so lang als der Fruchtknoten, lanzettlich spitz. —
Stengel aufrecht oder aufstrebend, zweischneidig. Blätter läng-
lich-linealisch. Blütezeit Juli, August. #. Höhe 20 bis 50 em.
An trockenen, unfruchtbaren Orten; sehr zerstreut und selten.
Wird oft nur als Abart des vorigen angesehen. Hypericum
veronense Schrank, Veroneser Hartheu.
Il. Stengel niederliegend, fadenförmig, am Grunde meist sehr ästig,
fast zweikantig. — Blätter länglich-stumpf, nur die oberen durch-
scheinend punktiert. Kelchblätter doppelt so lang als der Frucht-
knoten, länglich-stumpf, kurz-stachelspitzig, mit einzelnen schwarzen
Drüsen, ganzrandig oder auch fein drüsig-gefranst (siehe unter A).
Blumenkrone klein. Blütezeit Juni bis August. Kelch und Blumen-
krone bisweilen vierzählig. Länge 5 bis 20 cm. # und ©. Auf
Äckern, Heiden, Triften, auf feuchtem Sand- und Moorboden;
stellenweise. H. humifusum L., Niederliegendes Harthenu.
B. Stengel vierkantig, hohl.
1. Kelchblätter lanzettlich, zugespitzt, unterseits drüsenlos. — Stengel
kahl, ästig, aufrecht, deutlich geflügelt, vierkantig. Blätter oval
stumpf, dicht durchscheimend-punktiert. Blumenkrone ziemlich
klein. Blütezeit Juli, August. Höhe 20 bis 50 cm. An torfig-
sumpfigen Stellen, an Waldbächen und Teichen, in feuchten Ge-
büschen, zerstreut. (H. quadrangulare Smith.) H. tetrapterum
Fries, Vierflügeliges Hartheu.
2. Kelchblätter elliptisch oder oval, stumpf, unterseits schwarz-drüsig-
punktiert. — Stengel kahl, einfach oder ästig, hohl, vierkantig.
Blätter breit-oval, stumpf, wenig oder gar nicht durchscheinend-
punktiert. Kelchabschnitte und Blumenblätter schwarz-drüsig-
punktiert. Blütezeit Juli, August. Höhe 20 bis 50 cm. #. Auf
Waldwiesen und Triften. (H. dubium Leers.) H. quadrangulum L.,
Vierkantiges Hartheu.
Bei der Abart impunetatum Waldstein-Kitaibel (H.
commutatum Nolte) sind die Kelchabschnitte und die Blumenblätter
nicht drüsig-punktiert.
88. Familie: Elatinaceae, Elatine- oder Tännelgewächse.
Meist kleine, kriechende, einjährige Krautpflanzen mit gegenständigen
oder quirlförmigen, an Landexemplaren sitzenden, an Wasserexemplaren
' meist, wenn auch nur kurz gestielten, ganzen und ganzrandigen, seltner
gesägten, mit Nebenblättern versehenen Blättern. Blüten regelmässig, bei
‘den einheimischen Arten einzeln und achselständig. Die einzelnen Blüten-
Thome, Flora. III. Bd. II. Aufl. 18
974 Elatinaceae.
kreise sind zwei- bis fünfzählig und haben fast immer gleich viel, mitein-
ander abwechselnde Glieder. Der Fruchtknoten ist oberständig, drei- bis
fünffächerig; die Samenträger sind mit dem Mittelsäulchen verwachsen;
die Frucht ist eine vielsamige Kapsel; die Samen sind eiweisslos. Hierher:
Gattung 496: Elatine L., Tännel.
A. Blätter quirlständig. — Blüte vierzählig, achtmännig (VII, 4). Blüte-
zeit Juli, August; Stengel der Landform aufrecht, 1 bis 10 cm hoch,
der der Wasserform flutend, 20 bis 50 cm lang. Blüte fast sitzend;
Blumenkrone grünlich-weiss. Blütezeit Juli, August. Samen fast gerade.
® oder 4. An Teichrändern und in Sümpfen zerstreut. Gleicht einiger-
massen dem Tannenwedel (Hippuris vulgaris L.). E. Alsinastrum L.,
Wirtelblätteriger Tännel.*)
B. Blätter gegenständig. Die Stengel der einheimischen Arten bilden oft
grosse, wirre Rasen, welche kleinen Landexemplaren des Frühlings-
Wassersterns (Callitriche vernalis Kützing) ähneln, aber als Tännel an
ihren weichen Stengeln, in welchen man die Gefässbündel durchschimmern
sieht, erkannt werden können.
1. Blüte dreizählig, dreimännig (III, 3), sitzend; Blätter länglich-spatel-
förmig; Kelch zweispaltig; Blumenkrone rötlich. Blütezeit Juni bis
August. Samen nur wenig gekrümmt. ©. Nur wenige Centimeter
gross (1 bis 5; 15°). An Sumpf- und Teichrändern; sehr selten.
E. triandra Schkuhr, Dreimänniger Tännel.
Die Abart eallitrichioides Ruprecht, Wassersternähnlicher
Tännel hat durchscheinende, fast lineale Blätter.
2. Blüte dreizählig, sechsmännig (VI, 3), kurzgestielt. Blumenblätter
rötlich. Blütezeit Juni bis September. Samen schwach gekrümmt. ©.
Aufsteigende Stengel fadenförmig. 3 bis 8cm lang. In Sümpfen,
auf dem Schlamm ausgetrockneter Gewässer; zerstreut. E. hexandra
De Candolle, Sechsmänniger Tännel.“*)
3. Blüte vierzählig, achtmännig (VII, 4), sitzend oder kurz gestielt.
Blumenkrone rötlich. Blütezeit Juni bis September. Same ungleich-
schenkelig-hufeisenförnug gekrümmt, mit gerippten Längsstreifen.
Stengel 2bis10 cm lang. ©. An überschwemmten, feuchten Orten; selten.
E. Hydropiper L., Pfefferblütiger (Pfefferfrüchtiger) Tännel.***)
*, Tafel 408A. Elatine Alsinastrum L. Blühende Pflanze.
**) Tafel 408B. Elatine hexandra De Candolle., B Pflanze. B1 Blüte. Beide
vergrössert.
***) Tafel 408C. Elatine hydropiper L. C Pflanze. C 1 Frucht; C2 Same;
beide im Lngsschnitte und vergrössert.
Tamaricaceae. Cistaceae. 275
89. Familie: Tamaricaceae, Tamariskengewächse,
Strauchartige Gewächse mit rutenförmigen Zweigen und sehr kleinen,
gedrängtstehenden, nadel- oder schuppenförmigen Blättern. Blüten regel-
mässig; an den Zweigenden in Ähren zusammengedrängt; Kelch und Blumen-
krone fünf-, selten viergliederig, frei, unterständig, in der Knospe dach-
ziegelig, die reife Frucht einhüllend; Staubblätter fünf oder zehn, frei, oder
am Grunde miteinander verwachsen; Fruchtknoten aus meist drei Frucht-
blättern gebildet, einfächerig, mit zahlreichen, an wandständigen Samen-
trägern sitzenden Samenanlagen. Hierher nur
Gattung 497: Myricaria, Desvaux, Myrikarie
mit einer Art, Myricaria germanica Desvaux, Deutsche Myrikarie.
Halbstrauch, mit linealisch-lanzettlichen, schuppenförmigen Blättern. Blüten
blassrot, mit zehn, schwach vorstäubenden Staubblättern, die am Grunde
einbrüderig miteinander verwachsen sind. Blütezeit Juli, August. Frucht
eine Kapsel, Samen mit weissem Haarschopf. Höhe 1 bis 21/, Meter.
An kiesigen Ufern der Alpenflüsse und mit diesen in die Ebene hinab-
steigend.*)
90. Familie: Cistaceae, Cistgewächse oder Sonnenrosengewächse.
Kräuter oder Sträucher mit regelmässiger Blüte. Der Kelch hat fünf
Blätter; die beiden äusseren sind sehr oft kleiner als die drei inneren, oder
fehlen auch wohl ganz. Die Blumenkrone ist fünfblätterig; die Staubblätter
sind unterweibig und zahlreich, in unbestimmter Anzahl vorhanden. Die
Frucht ist eine dreiklappige, einfächerige Kapsel, sie enthält zahlreiche,
eiweisshaltige Samen.
Hierher zwei Gattungen.
A. Kapsel fünf- oder zehnklappig. Gattung 498: Cistus L., Cistrose.
B. Kapsel dreiklappig. Gattung 499: Helianthemum Tournefort,
Sonnenröschen.
Gattung 498: Cistus L., Cistrose. (XIII, 1.)
A. Griffel so lang wie die Staubblätter; Blumenkrone gross (31/, cm Durch-
messer), lebhaft rot, mit gelbem Schlunde. — Sehr ästiger, gegen
*) Tafel 409. Myricarıia Germanica Desvaux. AB Teil der blühenden, C
der fruchtenden Pflanze. 1 Blüte; 2 desgl. im Längsschnitt; 3 desgl. nach Entfernung
von Kelch und Blumenkrone; 4 aufgesprungene Kapsel; 5 Same; 6 Same durchschnitten.
1 bis 6 vergrössert.
18*
276 Cistaceae,
1!/; Meter hoher Strauch, mit gegenständigen, eirunden, beiderseits
filzig-kurzhaarigen Blättern. Blüten einzeln oder fast doldentraubig am
Ende der Zweige. Blütezeit Juni, Juli. Sie und einige verwandte Arten
schwitzen das früher offizinelle, wohlriechende Gummiharz Ladanum aus,
Auf Gebirgsabhängen der Inseln Cherso und Ösero in der Adria; mit-
unter als Zierpflanze gezogen. Cistus eretieus L., Kretensisches oder
Klebriges Ciströschen.”)
. Griffel sehr kurz; Blumenkrone weiss mit gelbem Schlund.
1. Blätter lineal-lanzettlich, nicht gestielt. Blüten im kurzen, einseits-
wendigen, endständigen Trauben (Durchmesser 21/3 bis 3 cm). Blüte-
zeit Mai, Juni. Sehr ästiger, bis 1 m hoher Strauch. Auf felsigen,
sonnigen Hügeln in Istrien. ©. Monspeliensis L., Gallisches Cist-
röschen.**)
2. Blätter eiförmig-stumpf, gestielt. Blüten einzeln oder zu zweien an
der Spitze der Ästehen (Durchmesser bis 4 em). Blütezeit Mai, Juni.
Ziemlich ästiger, bis 1 m hoher Strauch. An steinigen, sonnigen Ah-
hängen und wüsten Plätzen bei Triest: und in Istrien. €. salvi-
folius L., Salbeiblätterige Cistrose.***)
Gattung 499: Helianthemum Tournefort, Sonnenröschen.
Kräuter oder Sträucher. Der Kelch ist bleibend, fünfblätterig, doch
sind die beiden äusseren Blätter meist kleiner oder nicht vorhanden. Die
Blumenkrone ist fünfblätterig, hinfällig. Die Frucht, eine einfächerige,
dreiklappige Kapsel, trägt die Samen auf einer unvollständigen Scheidewand
oder auf einer vorspringenden Rippe.
A. Blätter mit Nebenblättern.
A. Griffel kürzer als der Fruchtknoten; Kräuter.
1. Blätter stark behaart, lanzettlich; untere Eee ohne Neben-
blätter; obere wechselständig, oft mit Nebenblättern. Blüten in
lockeren Trauben, ohne Deckblätter. Blumenkrone ceitronengelb,
oft am Grunde dunkelbraun gefleckt. Blütezeit Juni bis September.
An kultivierten Pflanzen wurden auch kleistogame Blüten ge-
funden. Höhe 15 bis 30 em. Auf sandigen, unfruchtbaren Ab-
hängen; zerstreut und selten. (Tuberaria guttata Spach, Cistus
guttatus L.) H. guttatum Miller, Getüpfeltes Sonnen-
röschen.
*) Tafel 440A. Cistus Creticus L. Blütenzweig.
**) Tafel 440 B. Cistus Monspeliensis L. Blütenzweig.
**) Tafel 410C. Cistus salvifolius L. Blütenzweig.
Cistaceae. 277
2. Blätter länglich, gegenständig, alle mit Nebenblättern; Blüten in
Trauben, mit Deckblättern. Blumenkrone gelb. Blütezeit April,
Mai. Höhe bis 10 em. Auf unfruchtbaren, sonnigen Orten; ın
Wallis und Istrien. Helianthemum salieifolium Persoon,
Weidenblätteriges Sonnenröschen.
B. Griffel zwei- bis dreimal länger als der Fruchtknoten. Halbstrauch.
— Blätter gegenständig, oval oder lanzettförmig‘, gewimpert, rauh,
unterseits oft filzig, flach oder mit zurückgerolltem Rande. Innere
Kelchblätter stumpf mit kleiner Spitze. Blumenblätter breit, ver-
kehrt-herzförmig, in einen kurzen Nagel verschmälert, eitronen- oder
schwefelgelb, seltner weissgelb, sehr selten weiss. Blütezeit Juni bis
Herbst. Homogame, nektarlose Pollenblume. Aste 20 bis 50 cm
lang, an trockenen, sonnigen Orten, auf Heiden, an Waldrändern ;
meist häufig, bis in die Alpen, woselbst die Blüten grösser. (Cistus
Helianthemum L., H. vulgare Gärtner), H. Chamaeeistus Miller,
Gemeines Sonnenröschen.*)
Formenreiche Pflanze:
a. Filziges Sonnenröschen, tomentosum Koch: Blätter rückseits
weiss- oder graufilzig, oberseits mit einfachen Haaren oder mit
Sternhaaren.
3. Struppiges Sonnenröschen, hirsutum Koch: Blätter rückseits
nur spärlich behaart, daher grün.
y. Kahles Sonnenröschen, glabrum Koch: Blätter kahl, nur am
Rande und rückseits auf dem Mittelnery gewimpert, lebhaft grün.
d. Grossblumiges Sonnenröschen, grandiflorum Koch: Blätter
grasgrün, mit büscheligen, abstehenden Haaren bestreut; Blüten
oft 21/, bis 3 cm Durchmesser.
. Weissblumiges Sonnenröschen, albiflorum K och (apenninum L.):
Blüten weiss.
£. Kleinblütiges Sonnenröschen, leptocephalum Koch: Kronen-
blätter lanzettlich.
Hierher wohl auch das auf sonnigen Sandhügeln des süd-
westlichen Teiles des Gebietes seltene, vielfach als besondere Arten
angesehene Poleiblätterige Sonnenröschen (H. pulverulentum
De Candolle), H. polifoliüm L., mit weisslichem, mit Gruppen von
Sternhaaren bestreutem Kelche, sehr stumpfen, hinteren Kelch-
blättern und weissen, mit gelbem Mittelfleck gezeichneten Blumen.
©
n
*, Tafel 411. Helianthemum Chamaeeistus Miller. A blühende Pflanze;
1 Längssehnitt durch die Blüte; 2 aufgesprungene Frucht von der Seite, 3 desgl. von
oben gesehen; 4 Längsschnitt durch den Samen. 1 bis 4 vergrössert.
278 Violaceae.
B. Ohne Nebenblätter.
A. Griffel dreimal länger als der Fruchtknoten; die drei grösseren Kelch-
blätter stehen vor den Klappen der Kapsel. — Halbstrauch. Blätter
wechselständig, linealisch, fein stachelspitzig (fast nadelförmig), etwas
rauh, schwach gewimpert. Blüten seitenständig, einzeln; Blumenkrone
goldgelb. Blütezeit Juni bis Oktober. Höhe 10 bis 20 em. Auf
sonnigen Hügeln; selten. (Fumana procumbens Grenier u. Godron.)
Helianthemum Fumana Miller, Heideröschen, Zwerg- oder
Schmalblätteriges Sonnenröschen.
Hierher als Abart wohl auch H. glutinosum Persoon, Kleb-
riges Sonnenröschen, dessen Zweige nur im unteren Teile mit
kleinen, fast nadelförmigen, drüsig-klebrigen Blättchen dicht besetzt,
im oberen aber armblätterig sind. An sonnigen Abhängen Istriens.
B. Griffel kürzer als der Fruchtknoten; die drei grösseren Kelchblätter
wechseln mit den Klappen der Kapsel ab. — Blätter länglich-eiförmig,
keilförmig, stumpf. Blütentraube kurz. Blumenkrone gelb. Blüte-
zeit Juli, August. Homogam. 7 bis 15 cm hoher, viele unfrucht-
bare Stämmchen und so einen Rasen bildender Halbstrauch. Auf
sonnigem, steinigem Boden. H. montanum Viriani, Berg-Sonnen-
röschen.
Abarten:
«. Blätter beiderseits grün; oberer Teil des Stengels, Blütenstiele und
Kelch fein-filzig. var. viride Waldstein und Kitaibel, Grünes
Berg-Sonnenröschen.
I. Blätter kahl, nur am Rande borstig-gewimpert und am Mittelnerv
steifhaarig. H. oelandieum Wahlenberg, Ölandisches Sonnen-
röschen.
2. Blätter beiderseits striegelhaarig-rauh; Kelch und Blütenstiele steif-
haarıg. Alpen. H. alpestre Reichenbach, Alpen - Sonnen-
röschen.
8. Blätter oberseits mattgrün, unterseits grau- bis weissfilzig, Auf
trockenen, sonnigen Hügeln; zerstreut, namentlich im mittleren Teile
des Gebietes. var. incanum Waldstein und Kitaibel (H. vineale
Persoon, H. canım Dunal), Graues Berg-Sonnenröschen.
91. Familie: Violaceae, Veilchengewächse.
Bei uns ist die Familie nur durch die Gattung:
Gattung 500: Viola Tournefort, Veilchen (V, 1)
vertreten, daher hier deren Kennzeichnung folgen mag. Die Veilchen sind
einjährige, zweijährige oder ausdauernde Kräuter; ihr Stengel ist oft ver-
Violaceae. 279
kürzt, sodass Blätter und Blüten aus dem Wurzelstocke entspringen (so-
genannte stengellose Pflanzen); mitunter treibt er Ausläufer. Die Blüten
stehen meist einzeln und haben an ihrem Stiele zwei kleine, bald mehr,
bald weniger in dessen Mitte stehende Blätteben (Vorblätter). Oft trägt
die Pflanze zweierlei Blüten, grössere unfruchtbare und kleinere frucht-
bare, kleistogame, d. h. sich nicht öffnende aber selbst befruchtende. Kelch
fünfblätterig; seine Blätter haben an ihrem Grunde ein rück-, d.h. stiel-
wärts gerichtetes Anhängsel (Kelchanhängsel). Die Blumenkrone besteht
aus fünf, ungleich grossen und verschieden gestalteten Blättern, das unterste
hat einen hohlen Sporn. Die fünf Staubblätter stehen dicht aneinander
gedrängt (aber nicht miteinander verwachsen) um den Stempel; die Staub-
beutel sind fast sitzend; die Staubfäden sind über die den Blütenstaub ent-
haltenen Fächer hinaus in einen grossen, häutigen, mehr oder minder
blumenblattartigen Fortsatz verlängert; jeder der beiden vorderen (unteren)
Staubfäden trägt auf seiner Aussenseite einen spornartigen Honigbehälter;
beide Honigbehälter ragen in den Sporn des vorderen (untern) Blumenblattes
hinein. Der Fruchtknoten hat zahlreiche Samenknospen. Die Frucht ist
eine dreiklappig aufspringende Kapsel.
Die Tieflandveilchen sind Bienenblumen, die Alpenveilchen mit ihren
langen Spornen zum Teil Faltern angepasst. Man sammle die Veilchen
mit Wurzelstock, mit Frühlings- und Sommerblüten und mit Kapselır.
Die Gattung zerfällt in zwei Untergattungen: Nominium Gingins,
Eehte oder Eigentliche Veilchen und Grammeionium Reichenbach,
Stiefmütterchen.
Bei den Echten Veilchen sind von den 5 Blumenblättern 2 aui-
wärts und 3 abwärts gerichtet, oder es stehen 2 nach oben, 2 seitwärts,
1 abwärts. Die mittleren sind oft am Grunde bärtig, das untere ist kahl;
der Griffel ist ziemlich gerade, und nach oben zu gar nicht oder doch nur
wenig verdickt; die Narbe ist entweder in ein herabgebogenes Schnäbelchen
verlängert, sodass der Griffel hakenförmig erscheint (Tafel 412 I Fig. 4),
oder sie ist ein schief auf den trompetenförmig aussehenden Griffel auf-
gesetztes Scheibchen (Tafel 412 1l Fig. A1). Die zuerst erscheinenden Blüten
mit entwickelten Blumenblättern sind oft unfruchtbar, die späteren, oft blumen-
blattlosen Blüten hingegen fruchtbar.
Bei den Stiefmütterchen sind vier Kronenblätter nach aufwärts,
eins abwärts gerichtet; dieses letztere sowie die beiden äuseren der nach
oben gerichteten Kronenblätter sind an ihrem Grunde bärtig; der Griffel
ist nach obenzu keulenförmig verdiekt und besitzt eine grosse hohlkugelige,
oder eine fast zweilappige Narbe. (Tafel 413 Fig. 6 bez. Tafel 412 I
Fig. B2) Es muss hervorgehoben werden, dass die Stellung der Kronen-
280
Violaceae.
blätter, namentlich bei bereits länger geöffneten Blüten sowie an kultivierten
Pflanzen, oft verwischt ist, sodass die Veilchen-, beziehungsweise Stief-
mütterchenform nicht recht zum Ausdrucke kommt.
1. Untergattung: Nominium Gingins, Echte Veilchen.
A. Ohne deutlich entwickelten, oberirdischen Stengel, sogenannte stengellose
Pflanzen, deren Blätter und Blütenstiele direkt aus dem Wurzelstocke
entspringen.
Il. Der Griffel ist trompetenförmig, die Narbe ist in ein schiefstehendes
Scheibehen ausgebreitet (Tafel 412], Fig. A 1); die Fruchtstiele stehen
aufrecht, sind nicht, wie bei anderen, auf dem Boden hingestreckt
(vergl. Tafel 4121B).
a. Blätter (Ganze Pflanze) kahl.
a. Blätter tief-fingerig-vielteilig mit rundlichem Umriss; Nebenblätter
länglich-lanzettlich, ganzrandig oder gezähnelt. Blütezeit Juni,
Juli. Blumenkrone blau-violett mit hellerem Grunde. 2. Höhe
6 bis 8Scm. Aufhohen Alpentriften zerstreut. Viola pinnata L.,
Fiederblätteriges Veilchen.
$. Blätter ganz (nicht geteilt).
*) Tafel 412 II. A. Viola uliginosa Schrader. Ablühende Pflanze. A 1 Stempel
d:
DD
vergrössert.
Blätter herz-eiförmig, mit braunen Drüsen dicht besetzt; der
Blattstiel ist durch die an ihm herablaufende Blattfläche deutlich
geflügelt. Die Nebenblätter sind lanzettlich, bis über ihre
Mitte dem Blattstiele angewachsen und am Rande mit un-
regelmässigen, in kleine Drüsen endigenden Zähnchen besetzt. —
Blütezeit März bis Mai. Blumenkrone violett, unterstes Kronen-
blatt mit fünf, seitliche mit je drei dunklen Längsstreifen. 2.
Höhe 10 bis 15 cm. Auf sumpfigen Moorwiesen im nörd-
lichen Teile des Gebietes; selten. V. uliginosa Schrader,
Moor-Veilchen.*)
Bei der Abart V. seaturiginosa Wallroth, ist die
Blumenkrone grösser (bis 24 mm Durchmesser) und meist
dunkelviolett.
. Blätter nieren-herzförmig, ohne Drüsen und ohne geflügelten
Stiel. Nebenblätter frei, eiförmig, zugespitzt, kurz gezähnelt
oder ganzrandig. — Blütezeit Mai, Juni. Blumenkrone ver-
hältnismässig klein (ausgebreitet 12 mm Durchmesser) und
blasslila; das untere Blatt violett gestreift. 8 bis 15 cm hoch;
10
. Blätter unterseits kurz-behaart, netzaderig; nieren-herzförmi
Violaceae. 281
4. In Torfsümpfen; nicht selten. Viola palustris L., Sumpf-
Veilchen.
Auf Torfwiesen bei Oppeln wurde der Bastard V. palus-
tris x uliginosa Grabowski gefunden.
g; Pflanze
meist nur zweiblätterig. Blattstiel am oberen Ende schwach ge-
flügelt. Nebenblätter frei, eiförmig -spitz. Blütezeit Mai, Juni.
Blumenkrone hellviolett, ohne dunklere Adern, Höhe 8 bis 15 cm.
24. Auf Sumpfwiesen und in lichten Waldsümpfen; zerstreut.
V. epipsila Ledebour, Torf-Veilchen.
Der Griffel scheint hakenförmig, da die Narbe in ein herabgebogenes
Schnäbelchen verlängert ist. Die Stiele der Frucht liegen auf dem
Boden hingestreckt. Die nach der Blütezeit auftretenden Blätter sind
weit grösser als die früheren. (Vergl. 4121, Fig. 4 u. 8.)
Üü.
Pflanzen ohne Ausläufer. Die Nebenblätter sind an ihrem Rande
gefranst.
1. Der Rand der Nebenblätter und ihrer Fransen ist fein-rauh-
haarig. — Die Blätter sind kurz und breit, eiförmig, am Grunde
tief-herzförmig. Die Nebenblätter sind schmal; sie laufen spitz
zu. — Blütezeit April, Mai. Blumenkrone hellblau, zuweilen
weiss. Sehr wohlriechend. Die Frucht ist weichhaarig-flaumig.
Höhe 10 cm. #. In Gebüschen, an Hecken, Wald- und Wege-
rändern, namentlich auf Kalkboden; zerstreut. (V. umbrosa
Hoppe.) V. collina Besser, Hügel-Veilchen.
2. Die Nebenblätter sind an ihrem Rande kahl (nicht rauhhaarig).
a. Blätter tief-herzförmig-länglich. Blume nicht duftend. —
Blätter, Blatt- und Blütenstiele kurz-behaart, Kapsel flaumig
(Loupe!). Die Nebenblätter sind spitz, die unteren ei-lanzett-
förmig, die oberen lanzettförmig. — Blumenkrone violett,
zuweilen blau, selten weiss. Blütezeit März bis Mai. Duftet
nicht. Höhe 10 em. %. In Gebüschen, Hecken, Wiesen,
an Wald- und Wegerändern; gemein. V. hirta L., Rauh-
haariges Veilchen.
Der Bastard hirta x odorata (V. sepincola und per-
mixta Jordan) fand sich in Mittel- und Westdeutschland.
b. Blätter wenig oder kaum herzförmig. Blume duftend.
aa. Fruchtknoten und Kapsel mehr oder weniger flaumhaariıg.
%. Innere Blätter länglich-eiförmig, äussere nieren-herz-
föormig; schwach behaart. — Nebenblätter schmal-
lanzettlich haarspitzig, langfransig, an der Spitze mit-
>
Violaceae.
unter fein gewimpert. Blumen hellviolett mit weissem
Grunde. Blütezeit April, Mai. Kapsel flaumhaarig-
Höhe 8 bis 10 cm. #. Auf Alpentriften; sehr selten.
(V. Thomasiana Perrier und Songern.) Viola ambi-
gua Waldstein und Kitaibel, Zweifelhaftes
Veilchen.
#9. Blätter breit-eiförmig, schwach-herzförmig; meist kahl;
Blattstiele zerstreut-kurzhaarig. — Die Nebenblätter
sind lanzettlich, zugespitzt; ihre Fransen etwa so lang
als die Breite der Nebenblätter. Blumen hell-blau-
violett, am Grunde weisslich. Blütezeit April, Maı.
Kapsel dünn-kurzhaarig. Höhe 6 bis 10 cm. #. An
schattigen Bergen in Schlesien; sehr selten. V. por-
phyrea Uechtritz, Porphyrbewohnendes Veilchen.
bb. Fruchtknoten ganz kahl. Blätter breit-eiförmig, schwach
herzförmig, sehr wenig behaart. — Nebenblätter lanzett-
lich, zugespitzt; Fransen länger als die Breite der Neben-
blätter. Blütezeit April, Mai. Höhe 6 bis 10 cm. 4.
An schattigen Orten der Berge und Voralpen. V. seia-
phila Koch (Auctorum?), Schattenliebendes Veilchen.
ß. Pflanzen mit Ausläufern.
1.
ID
Die Ausläufer sind unterirdisch. — Blätter ziemlich kahl, hell-
grün, herzeiförmig. Blumenkrone blau, mit weissem Schlund;
das gespornte Blumenblatt violett gestreift. Kelchanhängsel
kurz, dem Blütenstiel anliegend. Blütezeit April. An schattigen
Orten im unteren Rheinthal. (V. odorata Steven und Koch;
V. Steveni Besser). V.Beraudii Boreau, Berauds Veilchen.
. Die Ausläufer sind oberirdisch.
a. Die Ausläufer blühen schon gleich im ersten Jahre, gleich-
zeitig mit der Hauptpflanze, wurzeln aber erst später. —
Blätter fast dreieckig, herz-nierenförmig, weichhaarig. Neben-
blätter schmal-lanzettlich, lang-zugespitzt, drüsig-gefranst.
Blütezeit April, Mai. Blume weiss, dufterd. Fruchtknoten
weichhaarig. #4. An Rainen, Hecken und im Gebüsch, auf
Kalkbergen. V. alba Besser, Weisses Veilchen.
Die Form virescens Jordan hat einen grünlichen Sporn
und hellgrüne, fast kahle Blätter; bei seotophylla Jordan
sind das unterste Kronenblatt sowie‘ der Sporn violett; auch
sind die dunkelgrünen Blätter oft violett überlaufen; diese
sowie die Bastarde alba x austriaca (V. Kalksburgensis
Violaceae. 283
Wiesb.) in Niederösterreich alba x odorata Gmelin (Viola
multicaulis Jordan) finden sich mit V. alba zusammen.
b. Die Ausläufer wurzeln gleich, blühen aber erst im zweiten
Jahre.
A. Fruchtknoten und Kapsel flaumhaarig.
aa. Nebenblätter ei-lanzettlich, spitz, am Rande nebst
den Fransen kahl, an der Spitze fein gewimpert; die
Fransen sind kürzer als die Breite der Nebenblätter.
— Kelchblätter stumpf. Blätter wenig und kurz be-
haart, daher dunkelgrün; die des Hauptstockes sind
breit-eiförmig, ziemlich stumpf, mit tief-herzförmigem
Grunde, die der Sommerausläufer hingegen nieren-
herzförmig; Blattstiel behaart; Blume dunkelviolett,
in der Mitte weisslich gefärbt; mit dunklen Adern als
Saftmal; seltener hellviolett, weiss, rosa oder dunkel-
purpurn; duftend. Blütezeit März, April. 4. Besitzt
auch, etwa im August auftretende kleistogame Blüten.
Höhe 6 bis 8 cm. Enthält scharfe, giftig wirkende
Stoffe. An Waldrändern und Hecken, unter Gebüsch,
auf Triften u. s. w.; häufig; vielfach kultiviert.
Viola odorata L., Wohlriechendes Veilchen.*)
Das Schwer zu erkennende Veilchen, Viola
perplexa Gremli, vielleicht nur eine Abart der
vorigen, hat spitze Kelchblätter und unbehaarte Blatt-
stiele; es findet sich selten an lichten Waldstellen in
der Schweiz.
bb. Nebenblätter lanzettlich, am Rande mit vielen Fransen
besetzt; die in der Mitte des Blattes stehenden Fransen
sind etwa halb so lang als das Blatt breit ist; die
Fransen und der obere Teil des Nebenblattes sind mit
kurzen, steifen Haaren bedeckt. Sonst wie das Wohl-
riechende Veilchen. Blütezeit März, April. Blumen
*) Tafel 4121. Viola odorataL. A Pflanze mit unfruchtbaren, ansehnlichen
Blüten und mit blühendem Ausläufer. B Pflanze mit kleinen, fruchtbaren (kleistogamen)
Blüten und mit Früchten. 1 Blütenlängsschnitt; 2 die Staubblätter, aus denen die
Narbe hervorragt, die vorderen Staubblätter tragen einen Honigbehälter; 3 hinteres
Staubblatt ohne Honigbehälter; 4 Stempel; 5 kleistogame Blüte, hier sind die Vor-
blätter besonders deutlich; 6 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 7 Frucht, hier
sind die Kelchanhängsel besonders gut zu erkennen; 8 aufgesprungene Frucht; 9 Same ;
10 Querschnitt durch denselben. 1 bis 7, 9 und 10 vergrössert.
284 Violaceae.
hellviolett mit weissem Grunde. #. Höhe 8 bis 10 cm.
Soll bei Frankfurt an der Oder vorkommen. Viola
suavis Marschall Bieberstein, Süssduftendes
Veilchen.
B.Fruchtknoten und Kapsel sind ganz kahl. — Die Aus-
läufer sind kurz. Blätter breit-herz-eiförmig, zur Blütezeit
lebhaft glänzend grün. Nebenblätter lanzettlich, lang zu-
gespitzt, nebst den kurzen Fransen fast kahl; Blütezeit
März, April. Blumenkrone kornblumenblau mit weissem
Grunde 2%. Auf Wiesen und an Zäunen, in Böhmen,
Mähren, Schlesien; selten. V. eyanea Celakowski,
Kornblumenblaues Veilchen.
Sehr nahe verwandt (Standortsform) ist (V. suavis
Auctorum) V. austriaca Kerner, mit violetter, in der
Mitte hellerer Blumenkrone.
B. Die Pflanzen besitzen einen deutlichen, wenn auch zuweilen kurzen,
oberirdischen Stengel. Der Griffel erscheint hakenförmig, da die Narbe
in ein herabgezogenes Schnäbelchen verlängert ist. Die Fruchtstiele
stehen aufrecht, sie sind nicht auf den Boden hingestreckt, unter der
Kapsel sind sie übergebogen. Die Frühlingspflanzen haben langgestielte .
Blätter, grosse Nebenblätter und Blüten mit wohlentwickelten Blumen-
kronen; die Herbstpflanzen dagegen kurzgestielte Blätter, kleine Neben-
blätter und kleistogame Blüten.
A. Die Nebenblätter sind ganzrandig oder ausgeschweift, die oberen
kurz gewimpert. Die Stengel sind (und das ist das Wunderbare
woher der Name stammt) anfangs sehr kurzgliederig, sodass die
wohlriechenden, aber unfruchtbaren Frühlingsblüten aus den Achseln
grundständiger Blätter entspringen; dann verlängern sie sich auf
10 bis 30 cm, und tragen nun scheinbar blumenkronenlose (Blumen-
blätter sehr klein und bleich) fruchtbare Blüten. Die Blätter sind
anfangs tutenförmig zusammengerollt; die unteren sind fast nieren-
förmig, die oberen breit-herzförmig, kurz zugespitzt. Blüte blass-
lila; Blütezeit April, Mai. # Im Wäldern und Gebüsch zerstreut,
namentlich auf Kalkbergen im mittleren und südlichen Teile des Ge-
bietes. V. mirabilis L., Wunderveilchen.
Der Bastard mirabilis x silvestris (V. spuria Celakowsky) fand
sich im mittleren Teile des Gebietes. \
B. Die Nebenblätter sind gezähnt oder gefranst. Die Blüten erscheinen
nicht in den Achseln grundständiger Blätter, sondern an oberirdischen
Violaceae. 285
Stengeln; sie sind geruchlos und werden daher vielfach insgesamt
Hundsveilchen genannt.
l. Der Wurzelstock treibt eine grundständige Rosette langgestielter
Blätter und aus deren Achseln beblätterte Stengel, welche in ihren
Blattachseln die Blüten tragen.
«a. Blätter nierenförmig-stumpf, klein, nur 1, selten bis 2 cm lang
und breit, meist ganz feinhaarig, selten kahl, graugrünlich,
unterseits oft bleifarben oder rötlich angelaufen. Nebenblätter
eiförmig-länglich, kammförmig gesägt. — Die Pflanze bildet
kleine, dichte Rasen, deren Stengel am Boden liegen und nur
an ihrer Spitze schief aufsteigen. Die Blumenkrone ist bleich-
violett oder weiss. Blütezeit Mai, Juni. Kapsel eiförmig, zu-
gespitzt. % Höhe 3 bis 8Scm. In trockenen Nadelwäldern
und auf Sandfeldern zerstreut. (V. Allioni Pio.) Viola
arenaria De Candolle, Sand-Veilchen.
ß. Die mittleren und oberen Blätter sind herz-eiförmig, kurz zu-
gespitzt; wohl ausgebildete sind 4 bis 5 cm lang und 31/, bis
41/, cm breit. Die Nebenblätter sind lanzettlich, häutig. Der
Stengel ist aufsteigend, ästig, die Kapsel länglich, zugespitzt.
a. Die höchstens 2 cm Durchmesser besitzende Blumenkrone ist
tiefblau ins Rötliche; Sporn blau oder violett, 5 bis 6 mm
lang. Nebenblätter gefranst-gesägt, mehreremal kürzer als
der Blattstiel. — Blütezeit April, Mai. Geruchlos. Höhe
bis 20 cm. # In Wäldern, Hainen und Hecken; häufig.
(V. silvestris Lamarck) V. silvatica Fries, Wald-Veilchen.
Eine Abart mit blass-Ila Blumenkrone ist V. lilacina
Gelakowsky, Lila-Waldveilchen.
b. Die meist gegen 21/; em Durchmesser besitzende Blumen-
krone, deren Blätter sich mit ıhren Rändern decken, ist
blassblau bis weisslich; Sporn gelblich-weiss, 3 mm lang.
Nebenblätter in feine Fransen gespalten, kürzer als der
Blattstiel. — Blütezeit April, Mai (etwas später als vorige).
Höhe 10 bis 15 cm. #. In Gebüschen und Hecken; häufig,
gewöhnlich mit der vorigen, doch findet sich in manchen
Gegenden nur eine der beiden Arten vor, selten mit V. canina.
V. Riviniana Reichenbach, Rivins Veilchen.
Eine kleinblätterige Abart mit lila oder weisslichem
Sporn ist fallax Celakowsky, Trügerisches Rivin-
Veilchen.
286 Violaceae.
ll. Eine Frühlingsblattrosette ist nicht vorhanden, die jungen Stengel
entwickeln sich in den Achseln der Herbstblätter.
a. Kapsel abgestutzt, stumpf, mit stumpfem Spitzchen; Stengel auf-
strebend oder niederliegend (aufrecht bei der grossblumigen und
grossblätterigen Varietät V. montana L.). — Blätter länglich-
eiförmig, am Grunde herzförmig oder fast abgestutzt, in eine
stumpfe Spitze verschmälert, hellgrün, ganz kahl. Nebenblätter
krautig, gefranst-gesägt, die der mittleren Stengelblätter sind
nicht halb so lang als der Blattstiel. Blumenkrone verhältnis-
mässig klein, tiefblau, selten hellbau oder weiss, mit weiss-
lichem Schlund und weissem oder gelblichem Sporn. Blütezeit
April bis Juni. #. Auf Wiesen und Triften, m Wäldern;
meist häufig. Viola eanina L., Hunds-Veilchen.
Sehr formenreiche Pflanze: Der Stengel ist sehr kurz (2 bis
5 cm) bei den Varietäten: Heide-Hunds-Veilchen, ericetorum
Schrader, mit weissem Sporn und mehr länglichen Blättern,
und Gelbsporniges Hunds-Veilchen, flavicornis Smith, mit
gelbem Sporne und herzförmigen Blättern; er ist 15 bis 30 cm
lang bei der grossblumigen Varietät, Hain-Hunds-Veilchen,
lucorum Reichenbach; bei dem Lanzettblätterigen Veil- -
chen, V. laneifolia Thore (V. lactea Smith), sind die unteren
Blätter herzförmig, die übrigen eiförmig-lanzettlich, fast lanzett-
lich. Die oben erwähnte Varietät Berg- Hunds-Veilchen,
montana L., ist von dem Pfirsichblätterigen Veilchen (V. persi-
cifolia Schkuhr) namentlich durch die Form der Kapsel unter-
schieden.
Von Bastarden fand man: eanina x pratensis in Schle-
sien; canina > pumila (V. strieta Auctorum) in Westdeutsch-
land; eanina x stagnina (V. nemoralis Kützing) in Mittel-
deutschland.
8. Kapsel zugespitzt; Stengel aufrecht. — Nebenblätter lanzettlich,
gezähnt, krautig. Blütezeit Mai, Juni. #. Höhe 15 bis 50 cm.
In Gebüschen, an Waldrändern, auf Wiesen. (V. recta Garcke)
V. persieifolia Schkuhr (erweitert), Pfirsichblätteriges
Veilchen.
Sehr formenreiche, vielfach in besondere Arten und Varıie-
täten zerspaltene Pflanze. \
«a. Stengel behaart, bis 40 em hoch; Blätter seicht herzförmig;
Blumenkrone hellviolett. Auf feuchten Wiesen und Wald-
Violaceae. 287
plätzen; zerstreut. Viola elatior Fries, Hochwüchsiges
Veilchen.
b. Stengel kahl.
aa. Blätter am Grunde herzförmig, in den Stiel herablaufend.
%W. Der Sporn ist so lang wie die Anhängsel der Kelch-
blätter; Blume hellblau. An nassen Orten und Bächen;
nicht häufig. V. stagnina Kitaibel, Graben-
veilchen.
3. Der Sporn ist etwas länger als die Anhängsel der
Kelchblätter; Blume gross, hellblau mit weissem
Grunde. In schattigen Gebüschen und Hainen; stellen-
weise. V, strieta Hornemann, Hainveilchen.
&. Der Sporn ist zwei- bis dreimal länger als die An-
hängsel der Kelchblätter; er ist erst grünlich, dann
gelblich. Blumenkrone vor dem Aufblühen gelb-
lich, später milchweiss. Ostfriesländische Geest. V.
Sehultzii Billot, Schultz’ Veilchen.
bb. Blätter lanzettförmig, am Grunde in den Blattstiel ver-
schmälert; mittlere Nebenblätter so lang oder länger als
der Blattstiel.
U. Blätter in den Blattstiel zugeschweift oder am Grunde
keilförmig verschmälert; Blumenkrone schmutzig-
violett, hellblau oder milchweiss.. Auf Wiesen und
grasigen Waldplätzen: ungleich verteilt. V. pratensis
Mertens und Koch, Wiesen-Veilchen.
9. Blätter am Grunde gestutzt oder etwas keilförmig;
Blume hellblau. Stengel nur bis etwa 10 cm hoch.
Schweiz. V. pumila Chaix, Niedriges Veilchen.
2. Untergattung: Grammeionium Reichenbach, Stiefmütterchen.
A. Griffel keulenförmig, mit fast zweilappiger Narbe, Dischidium Gingins
(Tafel 412 1I Fig. B2.)
Hierher nur Viola biflora L., Zweiblütiges Veilchen (Stief-
mütterchen). Die Ptlanze vereinigt die Tracht der Echten Veilchen
mit der Blütenform der Stiefmütterchen; sie besitzt meist einen, weniger
oft einige zarte Stengel mit zwei grundständigen Blättern, zwei Stengel-
blättern und zwei kleinen, citronengelben Blüten. Die Blätter sind
nierenförmig, sehr stumpf, gekerbt; die Nebenblätter eiförmig, ganz-
288 Violaceae.
randıg. Blütezeit Mai bis August. Höhe 8 bis 15 cm. # An feuchten
Felsrändern und in schattigen Thälern; selten.*)
. Griffel keulenförmig, mit fast kugelförmiger, hohler, eine seitliche Öffnung
besitzender Narbe, Melanium De Candolle (Tafel 413, Fig. 6).
A. Sogenannte stengellose Pflanze, deren Blätter und Blüten direkt aus
dem unterirdischen Wurzelstocke entspringen. Blätterrundlich-eiförmig-
gekerbt; Nebenblätter länglich, bis über die Mitte mit dem Blattstiel
verbunden, an der Spitze gespalten; dunkelblau. Blütezeit Juli, August.
#4. Auf hohen Triften der Österreichischen Alpen. Viola alpina
Jacquin, Alpen-Stiefmütterchen.
B. Mit oberirdischem Stengel.
I. Blätter ganzrandig. — Stengel dünn, aufsteigend. Blätter eiförmig,
obere länglich-eiförmig. Nebenblätter ganz oder am Grunde mit
kleinen Zähnchen. Blume violett. Blütezeit Juli, August. 4. Auf
Geröll der höheren Alpen. V. cenisia L., Mont-Cenis-Veilchen,
Glanzblätteriges Stiefmütterchen.
Die Form V. valderia Allioni hat geteilte Nebenblätter;
V. Comollia Massara hat geschweifte, rundliche oder eiförmige
Blätter.
II. Blattrand gekerbt (hierher 1 bis 93).
1. Die Nebenblätter sind leierförmig-fiederspaltig, ihre mittleren
Zipfel sind verlängert und gekerbt. Bei mastigen Pflanzen
werden die Nebenblätter stets sehr gross und blattartig, bei
Pflanzen auf Hungerboden bleiben sie dagegen klein und wenig
hervortretend, wie denn das hierher gehörende Stiefmütterchen
auf Äckern, Brachen und Wiesen eine der gemeinsten, aber
auch eine der veränderlichsten Pflanzen ist. — Der Stengel ist
einfach oder ästig, niederliegend, aufsteigend oder aufrecht,
nebst den Blättern kahl oder kurzhaarig, selten abstehend rauh-
haarig (var. rothomagensis Thuillier, Stiefmütterchen von
- Rouen). Die unteren Blätter sind ziemlich langgestielt (1 bis
4 cm), eiförmig mit herzförmigem oder keilförmigem Grunde,
oder sie sind eiförmig-länglich, oder sie sind lanzettlich bis
linealisch; die oberen Blätter sind kurzgestielt, länglich-eiförmig
bis lanzettlich und linealisch. Die Verschiedenheit der Blumen
wurde zur Aufstellung zahlreicher Formen benutzt. Der Durch-
y
*) Tafel 412 IIB. Viola biflora L. BBlühende Pflanze; B1 Kelch und
Stempel; B2 Stempel vergrössert.
Violaceae. | 289
messer der Blüte beträgt von unter 1 cm (var. arvensis
Murray, Acker-Stiefmütterchen) bis 2!/, cm (var. vulgaris
Koch, Gemeines Stiefmütterchen). Die Blumenblätter sind
bald länger, bald kürzer als der Kelch; die beiden oberen sind
violett, die mittleren hellviolett, das untere gelb mit violetten
Streifen und violetter Spitze; oder auch die mittleren sind gelb
mit violetter Spitze; oder die mittleren sind ganz gelb; oder
die vier oberen sind gelb und das untere ist gelblichweiss; oder
alle sind ganz gelb; oder das oberste ist tiefviolett, die seit-
lichen weiss, das untere gelb, an der Spitze violett gestreift;
oder alle sind gelblichweiss, das untere aber dunkler; mitunter
findet man auch an demselben Stocke gelbe und dreifarbige
Blüten, so namentlich an der Alpenform saxatilis Koch,
oder doppelte Blumenkronen (var. bella Grenier und Godron,
Schönes Stiefmütterchen) u. s. w. Dieser Veränderlichkeit
haben sich die Gärtner bemächtigt und zahlreiche, indes nur
durch sorgsamste Kultur zu erhaltende Spielarten mit pracht-
vollen, zum Teil 5 bis 6cm grossen Blüten erzogen; doch
sollen jene zum Teil auch von Viola lutea abstammen.
Blütezeit Mai bis Herbst; Höhe 10 bis 20 em. ©, ©, selten 2%.
Das Kraut, Herba Violae trieoloris ist offizinell. V. trieo-
lor L., Dreifarbiges Stiefmütterchen, Je länger je lieber,
Freisamkraut.*)
. Die Nebenblätter sind fingerig-vielteilig.
a. Obere Blätter eiförmig-länglich; Mittelzipfel der Nebenblätter
bedeutend breiter als die Seitenzipfel. — Aus dem ästigen,
kriechenden, ausdauernden Wurzelstock entwickeln sich ein-
fache, niederliegende oder aufstrebende Stengel. Die unteren
Blätter sind ei-herzförmig, die oberen lanzettlich. Der Sporn
ist so lang oder etwas länger als die Anhängsel des Kelches.
Die Blumenkrone ist meist grösser als die des Gemeinen Stief-
mütterchens; ihre Blätter sind in der Regel alle gelb, mit-
unter sind die beiden obersten violett, seltener ist die ganze
*) Tafel 413. Viola tricolor L. ABC Teile blühender Pflanzen. 1 Blüten-
längsschnitt; 2 Blüte nach Entfernung von Kelch und Blumenkrone; 3 eines der
vorderen Staubblätter mit dem grünen, spornartigen Honigbehälter; 4 und 5 hintere
Staubblätter, der blumenblattartige Fortsatz der Staubblätter ist bräunlich; 6 oberes
Ende des Stempels; 7 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 8 aufgesprungene Frucht;
9 Same; 10 desgl. der Länge nach durchschnitten. Figur 3 bis 7, 9 und 10 ver-
Thom, Flora, III. Bd. II. Aufl. x 19
290
Violaceae.
Blume violett. Blütezeit Mai bis Juli. Höhe 10 bis 25 cm.
Auf Wiesen hoher Gebirge. (V. grandiflora Hudson, V. sude-
tica Haenke) Viola lutea Smith, Gelbes Stiefmütterchen.
Formenreiche Pflanze:
a. Grossblumiges Stiefmütterchen, grandiflora Villars
(V. elegans Spach), niedrige Pflanze mit grossen Blumen;
Kronenblätter nach aussen gerade abgeschnitten, das
unterste mitunter tief ausgerandet, aber nur sehr selten
eingeschnitten. Vogesen.
£. Sudeten-Stiefmütterchen, sudetica Willdenow,
Stengel aufrecht; Blumen gross, oft mit geschweift-ge-
kerbten Kronenblättern.
y. Vielstengeliges oder @almei-Stiefmütterchen, multi-
caulis Koch (V. calaminaria Lejeune), mit zahlreichen
niederliegenden Stengeln und Ästen und verhältnismässig
kleinen Blüten (höchstens 2 bis 21/, cm Durchmesser).
Auf Galmeiboden bei Aachen.
b. Obere Blätter lineal-lanzettlich; Mittelzipfel der Nebenblätter
nur wenig breiter als die Seitenzipfel. Im übrigen der
V. lutes sehr ähnlich. Blumenkrone blau-violett; die seit-
lichen Blätter haben drei dunkle Längsstreifen und sind an
dem Grunde weisslich behaart; das untere Kronenblatt hat
einen gelben Grund, sieben dunkle Längsstreifen und einen
blaugrünen Sporn. Blütezeit Juli, August. 4. Bis 30 cm
hoch. In Felsspalten der Kalkalpen von Österreich und Süd-
tirol. V. heterophylla Bertoloni, Verschieden- oder
Schmalblätteriges Stiefmütterchen.
3. Die Nebenblätter sind ganz oder dreispaltig oder gezähnt. —
Der ausdauernde Wurzelstock treibt einen oder einige wenige,
meist kurze, fadenförmige, mitunter kriechende Stengel. Die
Blätter sind eiförmig, die oberen oft länglich oder gekerbt. Die
Blumenkrone hat bis 4 em Durchmesser; sie ist meist dunkel-
violett; die seitlichen und das unterste Blatt besitzen einen
gelben Grund und sind dunkel geadert; selten sind alle Kronen-
blätter gelb (V. flava Koch, V. Zoysii Wulfen). Der Sporn
ist 21/, bis 3 cm lang. Blütezeit Juli, August. Auf Alpen-
triften, besonders auf Kalkboden. V. ealearata, Sporn-Stief-
mütterchen.
Cactaceae, Thymelaeaceae. 291
92. Familie: Cactaceae, Kaktusgewächse.
Diese grosse, fast ausschliesslich dem wärmeren Amerika angehörende
Familie ist im Gebiete ursprünglich nicht vertreten. Angepflanzt und
verwildert findet sich:
Gattung 501: Opuntia Tournefort, Opuntie.
Hierher nur 0. vulgaris Miller, Feigenkaktus. Der 1 Meter und
länger werdende, sehr ästige Stamm und dessen ausgebreitete Äste liegen
nieder und bestehen aus flachen, dick-fleischigen, bis handgrossen Gliedern,
welche mit kurzen, feinen, in vielzähligen Büscheln zusammensitzenden
Dornen besetzt sind. Die Blüten finden sich am oberen Teil der obersten
Glieder; sie sind zwitterig, regelmässig, besitzen zahlreiche, ineinander
übergehende Kelch- und Blumenkronenblätter, zahlreiche freie Staubblätter,
einen unterständigen Fruchtknoten und einen an seinem Grunde einge-
schnürten Griffel mit vielstrahliger Narbe. Die Frucht ist eine auf dem
Scheitel genabelte, essbare Beere. Die fast eiweisslosen Samen enthalten
einen gekrümmten Keimling. Blumenkrone schwefelgelb. Blütezeit Juni.
Honiglose, sich regelmässig selbst bestäubende Pollenblume. %. Aus
Amerika; auf sonnigen Felsen in der Südschweiz und Südtirol eingebürgert.*)
93. Familie: Thymelaeaceae, Spatzenzunge- oder Seidelbastgewächse.
Sträucher, selten Kräuter mit nebenblattlosen, wechselständigen, ein-
fachen und ganzrandigen Blättern. Blüten regelmässig, vierzählig, zwitterig,
umständig. Blütenhülle meist blumenkronenartig. Staubblätter 8, in 2
Reihen angeordnet, VIII, 1. Fruchtknoten aus einem Fruchtblatte gebildet,
einfächerig, mit einer nahe dem Gipfel entspringenden, hängenden Samen-
anlage.
Hierher zwei Gattungen:
1. Halbsträucher oder Kräuter mit bleibender Blütenhülle. Frucht nuss-
artig. Gattung 502: Thymelaea Tournefort, Spatzenzunge.
2. Sträucher mit abfallender Blütenhülle.e. Frucht eine Steinbeere,
Gattung 503: Daphne L., Kellerhals.
Gattung 502: Thymelaea Tournefort, Spatzenzunge.
1. Einjähriges, kahles Kraut mit lineal-lanzettlichen Blättern. — Stengel
dünn, aufrecht, einfach oder ästig, 15 bis 30 em hoch. Blätter zer-
*) Tafel 414. Opuntia vulgaris Miller. A zwei Glieder einer blühenden
Pflanze. 1 Blütenlängsschnitt; 2 Staubblätter; 3 Griffel mit Narbe; 4 Narbe von oben
gesehen; 5 Frucht; 6 Samen; 7 desgl. im Längsschnitte. 2 bis 4, 6 und 7 vergrössert.
19*
292
Thymelaeaceae.
streut, linealisch bis lineal-lanzettlich, etwas lederig, spitz. Blüten
einzeln oder gebüschelt in den Blattacheln sitzend, flaumhaarig, grün-
lich-gelb. Blütezeit Juli, August. Frucht ein von der Blütenhülle
umschlossenes, fast umgekehrt-birnförmiges, schwärzliches Nüsschen.
Im mittleren und südlichen Teile des Gebietes; zerstreut; namentlich
auf sonnigem Kalkboden. (Stellera Passerina L., Passerina annua
Wickstroem.) Thymelaea Passerina Cosson und Germain,
Einjährige Spatzenzunge.
. Ausdauernder Halbstrauch; Blätter fast dachig-gedrängt, fleischig,
eiförmig, oberseits, wie auch der Stengel, filzig, unterseits kahl.
Blütenhülle filzig; gelblich-grün. Blütezeit Mai. Auf Abhängen
Istriens und der benachbarten Inseln. Th. hirsuta L., Sperlings-
strauch, Rauhaarige Spatzenzunge.
Gattung 503: Daphne L., Kellerhals, Seidelbast, Zeiland.
Meist immergrüne Sträucher mit brennendscharfer, die Haut rötender
oder auf ihr Blasen ziehender Rinde. Blüten regelmässig, zwitterig,
mit abfallender, vierzähliger Blütenhülle, mit 8 in 2 Kreisen angeordneten
Staubblättern mit fast sitzenden Staubbeuteln und einem nicht oder nur
kurz gestielten Fruchtknoten. Griffel kurz oder fehlend; Narbe gross, |
kopfig. Frucht eine Beere.
A. Blüten in deutlich seiten-, nicht in scheinbar endständigen Büscheln
oder Trauben.
1. Die Blüten erscheinen vor der Belaubung im oberen Teile der Äste
in den Achseln der vorigjährigen, nunmehr abgefallenen Blätter, in
2- bis 4blütigen Büscheln. Blütenhülle hellpurpurn, seltener weiss.
— Blätter, im Herbste abfallend, lanzettlich, keilig, in den kurzen
Stiel verschmälert, kahl, in der Jugend mitunter gewimpert. Blüten
sitzend, wohlriechend; homogam. Blütenhüllzipfel eiförmig; deren
Röhre aussen seidenhaarig, rot, selten weiss. Beere eiförmig, bei
rotblütigen scharlachrot, bei weissblütigen gelblich. Blütezeit März,
April. Höhe 50 bis 125 cm. In schattigen Laubwäldern; zerstreut.
Stark giftig. D. Mezereum L., Gemeiner Seidelbast.*)
. Immergrün. Die wohlriechenden Blüten erscheinen in blattwinkel-
ständigen, nickenden Trauben. Blütenhülle gelblich-grün. — Blätter
*) Tafel 415. Daphne Mezereum L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüte
mit aufgeschnittener Hülle; 2 Staubblätter; 3 Stempel; 4 desgl. im Längsschnitte;
5 Beere im Längsschnitte; 6 Same. 1 bis 6 vergrössert.
Thymelaeaceae. 293
lanzettlich, mit keilförmig-verschmälertem Grunde, kahl. DBeere
schwärzlich. Blütezeit März, April. 60 bis 120 cm hoch. In schat-
tigen Bergwäldern, namentlich in der Schweiz, Österreich, Südtirol.
Stark giftig. Daphne laureola L., Lorberblätteriger Kellerhals.
B. Blüten in wenigstens scheinbar endständigen, doldenförmigen Büscheln.
1. Blütenhülle weiss oder gelblich-weiss. Blätter abfallend.
a. Blüten sitzend, wohlriechend. Blütenhülle weiss; Aussenseite ganz
zottig-behaart. Blätter anfangs flaumhaarig, zuletzt kahl. —
Blätter länglich-verkehrt-eiförmig, an den Zweigenden zusammen-
gedrängt. Blütenhüllzipfel zugespitzt. Fruchtknoten fein behaart.
Blütezeit Mai, Juli. Höhe 25 bis 125 em. Auf Felsen der Alpen.
Giftig. D. alpina L., Alpen-Kellerhals.
b. Blüten kurz-gestielt, wohlriechend (?). Blütenhülle gelblich-weiss;
deren Röhre mit wenig Haaren bestreut. Blätter kahl. — Etwas
stärker und grossblütiger als die vorige. Blütenhüllzipfel abge-
rundet. Blütezeit Mai. In Bergwäldern Krains und Steiermarks:
selten. D. Blagayana Freyer, Blagayanischer Kellerhals.
2. Blütenhülle rot oder violettrot.
a. Blätter am Rande wulstig verdickt, oben abgerundet, klein, kahl,
lineal-keilig. Blütenhülle auswendig weichhaarig, rosenrot. Blüte-
zeit Juni, Juli. Strauch der Alpen Südtirols. D. petraea Ley-
boldt, Felsen-Kellerhals.
b. Blätter am Rande nicht wulstig verdickt, etwas ausgerandet;
immergrün.
a. Blätter oberseits rauhhaarig. Blütenhülle aussen filzig-zottig.
— Blätter sitzend, länglich-umgekehrt-eiförmig, nach dem Grunde
zu stark verschmälert. Blütenhülle mit eiförmigen Zipfeln,
violettrot. Blütezeit März, April. Geruchlos. Giftig. Auf Felsen
in Südtirol. D. eollina Smith, Hügel-Kellerhals.
8. Blätter kahl.
ca. Blütenhülle und Zweige kahl. Blüten geruchlos. — Blätter
lineal-lanzettlich, nach dem Grunde zu keilig-zusammenge-
zogen, stumpf und ausgerandet, kurz-stachelspitzig. Blüten-
hülle rot. Blütenhüllzipfel länglich, stumpf. Blütezeit Juli,
August. Höhe 20 bis 80 cm. Beere gelbrot. Auf Felsen
der Alpen. Giftig. D. striata Trattinick, Gestreifter
Kellerhals.
88. Blütenhülle, Blütendeckblätter und junge Zweige flaumig.
Wohlriechend. — Blätter linealisch-keilförmig, kahl. Blüten-
294 Elaeagnaceae.
hülle rot. Beere rotgelb. Blütezeit Mai bis Juni. Höhe
30 bis 50 cm. Auf den Kalkalpen; in Böhmen. Stark giftig.
Daphne Cneorum L., Wohlriechender Kellerhals, Stein-
röschen.
94. Familie: Elaeagnaceae, Ölweidengewächse.
Holzpflanzen, deren junge Zweige und Blätter von silberweissen bis
bräunlichen Schuppen überzogen sind. Blätter abwechselnd, nebenblattlos,
kurz-gestielt, einfach, ganzrandig. Blüten regelmässig 2- bis 6zählig.
Blumenkrone fehlt. Stempel oberständig. Fruchtknoten mit einer grund-
ständigen, aufrechten Samenanlage. Frucht eine Nuss, scheinbar eine
Beere oder Steinbeere, weil sie von dem fleischig werdenden röhrigen Teile
der Blütenhülle umgeben wird.
1. Blüten meist zwitterig. Frucht zweisamig. Blätter beiderseits mit
silberweissen Schuppen besetzt. Gattung 504: Elaeagnus Tourne-
fort, Ölweide.
2. Blüten zweihäusig. Frucht einsamig. Blätter auf der Oberseite
mattgrün, auf der Unterseite mit silberweissen Schuppen besetzt.
Gattung 505: Hippopha@ L., Seedorn.
Gattung 504: Elaeagnus Tournefort, Olweide,
Strauch oder Baum von 3 bis 6 Meter Höhe. Blätter lanzettlich,
spitz, ganzrandig, beiderseits mit silberweissen Schuppen besetzt. Blüten
einzeln, in kleinen, doldenförmigen Büscheln in den Blattachseln, zwitterig
oder durch Verkümmern des Stempels männlich, 4- bis 6zählig, wohl-
riechend. Blütenhülle trichterförmig, mit langer, fleischiger Röhre und
glockenförmigem, 4- bis 6teiligem, innen eitronengelbem Saume; Staubblätter
mit sehr kurzen Fäden, dessen Grund angeheftet. Frucht eine Nuss, welche,
von der fleischig und rotbraun gewordenen Kelchröhre umgeben, eine Stein-
nuss darstellt. Blütezeit Mai, Juni. In Südeuropa einheimisch, aber häuüg
angepflanzt und zuweilen verwildert. E. angustifolia L., Schmalblät-
terige Ölweide, Balsamweide.
Gattung 505: Hippopha® L., Seedorn.
Weidenartiger, meist dorniger, bis etwa 4 Meter hoher Strauch oder
Baum. Blätter lineal-lanzettlich, fast sitzend, ganzrandig, oberseits matt-
grün, unterseits dieht mit silberweissen und bräunlichen Schuppen besetzt.
Blüten zweihäusig, rostgelb. Männliche sehr klein, meist zu mehreren in
den Blattachseln, zwischen dem ausbrechenden Laube versteckt; mit gelb-
licher, zweiblätteriger Blütenhülle, deren Blätter an ihrer Spitze verwachsen
Lythraceae. 295
sind, und mit 4 auf dem Blütenboden sitzenden Staubblättern. Weibliche
Blüten meist einzeln in jeder Blattachsel. Blütenhülle röhrig, mit zwei-
spaltigem Saume, den Fruchtknoten umhüllend, die verlängerte Narbe her-
vortreten lassend. Blütezeit März bis Mai. Frucht eine glänzende, glatte,
auf einer Seite gefurchte Nuss, welche von der fleischig gewordenen,
erbsengrossen, orangefarbenen Blütenhülle umgeben wird. Am Östsee-
strande; im Kies der Alpenflüsse und mit diesen in die Ebenen hinab-
steigend. Hippopha® rhamnoides L., Weidenblätteriger Seedorn.*)
95. Familie: Lythraceae, Weiderichgewächse.
Kräuter mit ungeteilten, gegen- oder quirlständigen, nebenblattlosen
Blättern. Blüten regelmässig, oft dreifach-verschiedengriffelig. Kelch,
Blumenkrone und Staubblätter umständig. Kelch mit klappiger, Blumen-
krone mit dachiger Knospenlage; beide 6-, selten 5zählig. Ersterer mit
ein- bis zweireihig-gezähntem Saume; Kronenblätter, bei zweireihig-
gezähntem Kelche, vor den äusseren Kelchzipfeln stehend. Staubblätter
so viel oder doppelt so viel, selten weniger, wie Kronenblätter, mit nach
innen sich öffnenden Staubbeuteln. Stempel frei auf dem Grunde der
Blüte. Fruchtknoten aus 2 Fruchtblättern gebildet, zweifächerig, zuweilen,
durch Verkümmern der Scheidewand, an seinem Grunde oder an seiner
Spitze einfächerig. Narbe kopfig. Frucht eine vielsamige Kapsel. Samen
zahlreich, klein, eiweisslos, mit geradem Keimling.
1. Kelch walzenförmig. Blumenkrone ansehnlich, rot. Kapsel zwei-
klappig-wandspaltig. Gattung 506: Lythrum L., Weiderich.
2. Kelch glockenförmig. Blumenkrone klein und hinfällig, weiss-rötlich
oder ganz fehlend. Kapsel nicht oder unregelmässig aufspringend.
Gattung 507: Peplis L., Bachburgel.
Gattung 506: Lythrum L., Weiderich.
Kräuter mit abwechselnden oder quirligen Blättern und regelmässigen
Blüten. Der Kelch ist röhrig; die Zähne seines Saumes (meist 12) sind
in 2 Reihen angeordnet; die Kronenblätter (meist 6) sind in dem Kelch-
schlunde eingefügt, ansehnlich und rot. Die Kapsel ist zweiklappig-
wandspaltig.
*) Tafel 446. Hippopha& rhamnoidesL. A Zweig mit ausbrechendem, die
kleinen Blüten verhüllendem Laube; B Frucht-, C Blattzweig. 1 geöffnete männliche,
2 halbierte weibliche Blüte; 3 Längsschnitt durch die Frucht; 4 Same; 5 Keimling;
6 Schuppen vom Blatte. 1, 2, 3, 6 vergrössert.
296 Lythraceae.,
Der hierher gehörende Gemeine Weiderich (Tafel 417) ist dreifach-
verschiedengriffelig (heterostyl-trimorph) und homogam. Seine Staub-
blätter zerfallen in 2 Gruppen, 6 haben längere, 6 kürzere Fäden. Bezüglich
seines Griffels gibt es 3 Formen, die man als lang-, mittel- und
kurzgriffelig bezeichnen kann; bei der ersten dieser Formen ragt die
Narbe über die längeren Staubblätter hinaus (Fig. 7); bei der zweiten
nimmt sie die Mitte zwischen den beiden Staubbeutelgruppen ein (Fig. 5);
bei den letzten steht sie etwas niedriger als die Beutel der kleineren
Staubblätter (Fig. 3). Dabei findet noch die Beziehung statt, dass sich in
gleicher Höhe mit der Narbe einer jeden dieser Formen in den anderen
Formen Staubbeutel vorfinden; die Narbe der langgriffeligen Form steht
z. B. so hoch über dem Blütenboden, wie in den beiden anderen Formen
die Beutel der grösseren Staubblätter. Die Narbe der langgriffeligen Form
ist dicker als die der übrigen; dagegen erzeugen diese in ihren oberen
Staubbeuteln grünen Blütenstaub, während die übrigen 4 Gruppen von
Staubbeuteln gelben Staub bilden; endlich sind auch die Blütenstaub-
körnchen der oberen Gruppen grösser als die der übrigen. Nach den von
Darwin angestellten Versuchen bilden sich zahlreiche und vollkommene
Samen nur durch Befruchtungen zwischen Stempeln und Staubblättern
von gleicher Länge: nur die längsten Staubblätter befruchten den
längsten Stempel vollständig, nur die mittleren Staubblätter den mittleren
Stempel, nur die kürzesten Staubblätter den kürzesten Stempel, und je
grösser die Ungleichheit von Stempel und Staubblättern ist, um so unvoll-
kommener ist deren Einfluss aufeinander. Die hierzu notwendige Über-
tragung des Blütenstaubes aus einer Blüte in die andere ist honigsuchen-
den Insekten übertragen, und wenn ein solches aus einer Form in eine
andere schlüpft, dann wird notwendigerweise deren Narbe gerade an die-
jenige Stelle des Insektenkörpers gerieben, welche vorher mit Blütenstaub
bepudert wurde. Die Blüten ein und derselben Pflanze gehören stets einer
Form an. Lythrum Hyssopifolia und virgatum hingegen sind ein-
gestaltig.
A. Blüten (wenigstens die unteren) 12 männig, in geknäuelten, blattachsel-
ständigen Trugdolden, eine Scheinähre bildend.
I. Blätter herz-lanzettlich, unten am breitesten. Kelchzähne abwechelnd
länger. — Stengel schwach verästelt. Blumenkrone purpurrot. Blüte-
zeit Juli bis September. XI, 1. Höhe 50 bis 120 cm. %# An
Bächen, in Gräben, feuchtem Gebüsch, häufig; nicht in den Alpen.
L. Salicaria L., Gemeiner Weiderich.*)
*) Tafel 417. Lythbrum Salicaria L. A Blütenzweig. 1 Blütenknospe; 2 Blüte;
3 desgl. aufgeschnitten und ausgebreitet, kleingriffelige Form; 4 deren Narbe; 5 mittel-
Lythraceae. 297
Sehr veränderlich; Abarten sind:
1. Stengel und Blätter kahl oder flaumhaarig.
a. Blätter gegenständig.
a. Deckblätter nicht länger als die dichten, walzlichen Blüten-
quirle. var. genuinum Wirtgen, Hauptform; ändert
auch ab mit grossen und mit kleinen Blüten, auch findet
sich der Trimorphismus hauptsächlich bei ihr
ß. Deckblätter länger als die von ihnen gestützten Blüten;
die einzelnen Quirle stehen von einander entfernt. var.
bracteosum Wirtgen, Durchblätterter Weiderich.
b. Blätter abwechselnd; ganze Pflanze kahl. var. alternifolium
Wirtgen, Abwechselndblätteriger Weiderich.
c. Blätter zu 3 quirlständig; ganze Pflanze kahl. var. tri-
phyllum Wirtgen, Dreiquirliger Weiderich.
d. Blätter zu 4 quirlständig. var. tetraphyllum Wirtgen,
Vierquirliger Weiderich.
2. Stengel, Unterseite der Blätter und Kelch graufilzig. var. canes-
cens Koch, (Maly; L. tomentosum Reichenbach), Filziger
Weiderich.
Il. Blätter lanzettlich, am Grunde abgerundet; wenigstens die oberen an
ihrem Grunde verschmälert. Kelchzähne gleichlang. Obere Blüten
wechselständig. — Blumenkrone purpurrot. Blütezeit Juni, Juli.
XI, 1. Höhe 100 bis 125 em. % An feuchten Orten und in
Gräben, mehr im mittleren und südöstlichen Teile des Gebietes; zer-
streut und selten. L. virgatum L., Rutenförmiger Weiderich.
B. Blüten 2- bis 6männig, einzeln in den Blattachseln. Blätter lineal-
lanzettlich. — Blumenkrone klein, violettrot. Blütezeit Juli bis September.
Höhe 10 bis 30 cm. ®. Auf feuchten Triften und Äckem, in Gräben;
‚sehr zerstreut. L. Hyssopifolia L., Ysopblätteriger Weiderich.
Gattung 507: Peplis L., Bachburgel.
Einjähriges, niederliegendes, rasenartiges Pflänzchen, mit vielen, 8, bis
20 cm langen, an den Knoten wurzelnden, oft rot angelaufenen Ästen.
Blättehen gegenständig, umgekehrt-eiförmig, in den kurzen Blattstiel keil-
förmig-verschmälert, abgerundet. Blüten einzeln in den Blattachseln. Kelch
glockig, faltig, mit 12, abwechelnd kürzeren, Zähnen. Blumenkrone mit
6 sehr kleinen, oft fehlenden, hinfälligen, rötlich-weissen Blättchen. Staub-
griffelige Form, Blütenlängsschnitt; 6 deren Griffel; 7 langgriffelige Form; 8 deren
Narbe; 9 oberes und unteres Staubblatt einer kurzgriffeligen Blüte; 10 aufgesprungene
Kapsel. 1 bis 10 vergrössert.
298 Punicaceae, Myrtaceae.
blätter 6, den grösseren Kelchzähnen eingefügt. Griffel sehr kurz, mit
kugeliger Narbe. Kapsel zweifächerig, vielsamig, nicht oder unregelmässig
aufspringend. Blütezeit Juli bis September. An feuchten, zeitweise über-
schwemmten Orten; nicht selten, aber zerstreut. Peplis Portula L.
Wasserportulak, Gemeine Bachburgel.
Eine Abart mit aufrechtem Stengel und schmäleren, oft spatelförmigen
Blättern ist subereeta Uechtritz, Aufrechte Bachburgel.
96. Familie: Punicaceae, Granatgewächse.
Hierher gehört nur 1 Gattung mit 2 Arten, von denen nur eine im
Gebiete vorkommt.
Gattung 508: Punica L., Granate.
Bei uns die im Orient heimische, vielfach kultivierte, in Südtirol ver-
wilderte P. @Granatum L., Granate, Granatapfel, ein Strauch oder kleiner,
unregelmässig verzweigter, oft dornig bewehrter Baum. Blätter gegen-
ständig, au verkürzten Trieben büschelig, schwach-lederig, kurz-gestielt,
länglich-lanzettlich bis umgekehrt-eiförmig, ganzrandig, kurz-zugespitzt, bis
stumpf und fast ausgerandet. Blüten regelmässig, zwitterig, einzeln, end-
ständig und in den Achseln den obersten Blätter, honig- und geruchlos,
homogam oder vorstäubend. Kelch, Blumenkrone und Blütenboden rot.
Letzterer über den Fruchtknoten hinaus in eine unten fleischige Röhre
vorgezogen. Kelch und Blumenkrone 5- bis 8-, meist 6zählig; Staubblätter
in unbestimmter Anzahl ın vielen Kreisen; XII, 1. Blütezeit Juni, Juli.
Frucht eme apfelförmige, bis über 10 cm dicke, vom Kelche gekrönte Beere,
mit dicker, lederartiger, blutroter, brauner, grünlicher oder gelblicher Schale.
Ihr Inneres enthält, durch häutige Scheidewände getrennt, zahlreiche Samen,
deren Aussenschicht saftig, durchsichtig, rosenrot ist und ihres erfrischen-
den Geschmackes halber genossen wird.) Die Wurzelrinde, Cortex Granati,
ist offizinell.
97. Familie: Myrtaceae, Myrtengewächse.
Diese grosse, vielgestaltige Familie ist im Gebiete nur durch eine
Gattung vertreten.
*) Tafel 418. Punica Granatum L. A Blütenzweig. 1 Blütenlängsschnitt;
2 Querschnitt durch den unteren Teil, 3 durch den oberen Teil des Fruchtknotens;
4 Frucht; 5 Längsschnitt durch die Frucht; 6 Same; 7 und 8 desgl. im Längs- und
im Querschnitte: 9 Keimling. 2, ?, 7, 8 vergrössert; 5 verkleinert.
Onagraceae. 399
Gattung 509: Myrtus L., Myrte.
Bei uns nur die im südlichsten Tirol an sonnigen Felsen verwilderte
im übrigen vielfach als Topfpflanze kultivierte und zu Brautschmuck dienen-
de M. communis L., Gemeine Myrte, ein niedriger, selten mehrere
Meter hoher Strauch. Blätter immergrün, wechselständig, sehr kurz-gestielt,
eirund bis lanzettlich und lineal-lanzettlich, mehr oder weniger zugespitzt,
ganzrandig, lederig, oberseits dunkel-, unterseits hellgrün, beiderseits glänzend,
kahl. Blüten einzeln in den Achseln der oberen Blätter; langgestielt, regel-
mässig, zwitterig. Kelch 4- bis 5spaltig, Blumenkrone mit eben so vielen
Blättern, weiss. Staubblätter in grosser, unbestimmter Anzahl. (XII, 1.)
Blütezeit Juli, August. Frucht eine schwammig-fleischige, schwarz-bläuliche,
vom Kelche gekrönte, 2- bis Sfächerige Beere. Samen nierenförmig ge-
bogen.*)
98. Familie: Onagraceae, Nachtkerzengewächse.
Kräuter mit nebenblattlosen, ungeteilten Blättern. Blüten regelmässig,
zwitterig, 4- bis 5zählig. Kelch klappig, wie die Blumenkrone oberständig
und meist einzählig. Samenanlagen meist zahlreich, selten 1, im Innen-
winkel des Fruchtknotens sitzend. Staubblätter so viele, oder doppelt so
viele als Kronenblätter.
Diese ziemlich grosse, unter andern die als Zierpflanzen bekannten
amerikanischen Gattungen Fuchsia, Gaura und Clarkia enthaltende
Familie ist in Deutschland nur durch 5 Gattungen, die zu 4 verschiedenen
Unterfamilien gehören, vertreten.
A. Land- oder Sumpfpflanzen mit nur einerlei Art von Blättern.
I. 4 Kelchblätter, 4 Kronenblätter und 8 Staubblätter sind dem Saume
einer mehr oder minder langen, über den Fruchtknoten hinausragenden
Röhre eingefügt und fallen mit dieser ab. Frucht eine fachspaltige
Kapsel. 1. Unterfamilie: Onagreae, Eigentliche Nachtkerzenge-
wächse.
1. Röhre ziemlich kurz. Blumenkrone rot oder weisslich. Kapseln
lineal. Same mit Haarschopf. Gattung 510: Epilobium L.,
Weidenröschen, Schotenweiderich.
*) Tafel 419. Myrtus communis L. A Blütenzweig. 1 Blumenkronen-,
2 Staubblätter; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Stempel mit Kelch; 5 Querschnitt durch den
Früchtknoten; 6 Frucht; 7 Same; 8 Längsschnitt durch denselben. 1 bis 8 ver-
grössert.
300 Onagraceae.
2. Röhre lang. Blumenkrone gelb. Kapsel länglich. Samen ohne
Haarschopf. Gattung 511: Oenothera L., Nachtkerze.
II. Kelch-, Kronen- (beziehungsweise Blütenhüllblätter) und Staubblätter
sitzen dem Fruchtknoten unmittelbar auf.
1. Kelch-, Kronen- und Staubblätter sind zu je 2 vorhanden. Kelch
abfallend. Frucht eine nussartige Schliessfrucht. 2. Unterfamilie:
Circaeeae, Hexenkrautgewächse.
Hierher Gattung 512: Cireaea Tournefort, Hexenkraut.
2. Eine Blumenkrone fehlt. Blütenhüll- und Staubblätter sind je 4
vorhanden; erstere nicht abfallend.. Frucht eine wandspaltige
Kapsel. 3. Unterfamilie: Jussieueae, Jussieugewächse.
Hierher Gattung 513: Isnardia L., Isnardia.
B. Wasserpflanzen mit rautenförmigen, rosettig-angeordneten, schwimmenden
und mit linealischen oder länglichen, gegenständigen, abfälligen unter-
getauchten Blättern; in den Achseln der letzten finden sich oft zahlreiche
einfache und je eine kammförmige Wurzel. Frucht eine vielsamige,
vierhörnige, knöcherne Nuss. 4. Unterfamilie: Trapeae, Wassernuss-
gewächse.
Hierher Gattung 514: Trapa L., Wassernuss.
1. Unterfamilie: Onagreae, Eigentliche Nachtkerzengewächse.
Gattung 510: Epilobium L., Weidenröschen, Schotenweiderich. (VIII, 1.)
Aufrechte, ästige Kräuter mit gegen- oder wechselständigen, einfachen,
ganzen Blättern und in eine endständige Traube angeordneten Blüten.
Kelchsaum meist bis fast zum Fruchtknoten geteilt. Kapseln linealisch.
Samen mit Haarschopf.
A. Alle Blätter wendelständig. Blumenkrone flach ausgebreitet, mit un-
geteilten oder ausgerandeten Blättern, etwas unregelmässig. Staubfäden
und Griffel an ihrem Ende zurückgebogen, abwärts geneigt. Stamm 1:
Chamaenerion.
1. Blätter lanzettlich, aderig, unterseits blassbläulich-grün, ganzrandig oder
drüsig-schwach-gezähnelt. — Blumenkronenblätter genagelt, umge-
kehrt-eiförmig, purpurrot, selten weiss. Blütezeit Juli, August. Aus-
geprägt vorstäubend. Höhe 60 bis 120 cm. 2. In Waldlichtungen
und an Waldrändern, in Steinbrüchen, auf Felsen; verbreitet. (E.
spicatum Lamarck; Chamaenerion angustifolium Scopoli.) E. angusti-
folium L., Schmalblätteriges Weidenröschen.*)
*) Tafel 420. Epilobium angustifolium L. A blühender, B fruchtender Zweig.
1 Längsschnitt durch eine Blüte im männlichen Zustande; 2 Staubblätter; 3 Narbe,
ÖOnagraceae. 301
2. Blätter lineal oder lineal-lanzettlich, aderlos, fast gleichfarbig.
a. Griffel nur an seinem Grunde behaart; etwa so lang wie die Staub-
blätter. — Kronenblätter eiförmig, länglich, am Grunde ver-
schmälert; purpurrot. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 100 cm.
#4. Kiesige und sandige Ufer der Gebirgsgegenden und Voralpen;
zerstreut. (E. angustissimum Aıton; E. rosmarinifolum Haenke;
Chamaenerion palustre Scopoli; Chamaenerion Dodonaei Villars.)
Epilobium Dodonaei Villars, Rosmarinblätteriges Weiden-
röschen.
b. Griffel bis über die Mitte hinauf behaart, halb so lang wie die
Staubblätter. — Stengel buschig-ästig. Kelch braunrot. Blumen-
kronenblätter purpurrot, länglich-eiförmig. Blütezeit Juli, August.
Im Gerölle der Alpenströme und mit diesen zuweilen in das Vor-
land hinabsteigend. (E. crassifolium auct.) E. Fleischeri Hoch-
stetter, Fleischers Weidenröschen.
B. Untere Blätter gegenständig, selten zu 3 oder 4 quirlig. Blumenkrone
meist trichterig, seltener flach, mit herzförmigen oder zweispaltigen
Blättern, regelmässig. Staubfäden und Griffel gerade. 2. Stamm
Lysimachion.
A. Die vier Narben sind von einander getrennt und abstehend; sie sind
nicht keulig-vereinigt. Stengel stielrund, ohne erhabene, leistenartige
Linien.
1. Die jungen Blütenzweige stehen aufrecht (nicht nickend). Blätter
fast gleichbreit-lanzettlich, sitzend oder die untersten sehr kurz
gestielt.
a. Blüten gross, 16 bis 20 mm lang. Blätter den Stengel zum
Teil umfassend, an den Rändern etwas geöhrt-herablaufend.
Stengel vielästig, zottig von langen, abstehenden und kürzeren,
meist drüsentragenden Haaren (letztere fehlen mitunter). —
An dem Wurzelstocke entstehen im Herbste fleischige Triebe,
die sich mit Nahrungsreservestoffen für die spätere Entwicke-
lung füllen. Blätter länglich-lanzettlich. Blumenkrone purpur-
rot. Blütezeit Juni bis September. Ausgeprägt vorstäubend.
Höhe 100 bis 125 cm. %#. An Gräben, Ufern, in feuchten
Gebüschen; häufig, doch mancherorts fehlend. (E. grandiflorum
Weber; E. amplexicaule Lamarck; E. aquaticum Thuillier.)
E. hirsutum L. (z. Teil), Rauhhaariges Weidenröschen.
noch geschlossen; 4 Längsschnitt durch den Stempel, Narbe ausgebreitet; 5 auf-
gesprungene Kapsel; 6 Same mit Haarschopf; 7 Samenlängsschnitt. 1 bis 7 vergrössert.
B.
Onagraceae.
Blüten viel kleiner, etwa 10 mm lang. Blätter nicht stengel-
umfassend und nicht herablaufend; lanzettlich; gezähnt. Stengel
einfach oder wenig-ästig, von abstehenden Haaren zottig oder
weichhaarig, seltener fast kahl. — Wurzelstock nach der Frucht-
reife Blattrosetten bildend. Blumenkrone hellviolett. Blüte-
zeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 60 cm. %# An Gräben, Ufern,
in Weidengebüschen; gemein. (E. hirsutum var. b. L.; Chamae-
nerion parviflorum Schreber) Epilobium parviflorum
Retzius, Kleinblütiges Weidenröschen.
2. Junge Blütenzweige und Stengelspitzen niekend. Blätter, wenig-
stens die unteren, deutlich gestielt.
0.
Wurzelstock mit fleischigen, nach der Fruchtreife Blattrosetten
bildenden Ausläufern. Kelchzipfel spitz. — Stengel nieder-
liegend, am Grunde wurzelnd, dann aufsteigend, einfach, ange-
drückt-behaart bis fast kahl. Blätter kurzgestielt, eiförmig bis
eilanzettlich, gezähnt. Kelchröhre kurz. Blumenkrone gross,
purpurn. Blütezeit Juli. Höhe 10 bis 30 cm. 4. Vogesen,
Jura, Berner Hochland; selten. E. Duriei Gay, Durieu’s
Weidenröschen.
. Wurzelstock nicht fleischig, mit gestielten Blattrosetten. Kelch-
zipfel stumpf.
a. Blätter gesägt-gezähnt, nicht ganzrandig.
aa. Blätter breit-eiförmig oder eilanzettlich, unregelmässig-
gesägt-gezähnt. Stengel kurz-angedrückt-behaart.
aa. Stengel einfach oder wenig-ästig. Blätter eilänglich,
etwas entfernt. — Blumenkrone rosenrot oder weiss.
Blütezeit Juni bis September. Homogam. Höhe
30 bis 100 cm. In Wäldern und Gebüschen; in
Deutschland nicht selten; in der Schweiz gemein.
E. montanum L. Berg-Weidenröschen.
Eine seltene Form mit zu dreien quirlig-stehen-
den Blättern ist E. vertieillatum Koch, Quirl-
blätteriges Weidenröschen.
bb. Stengel meist vom Grunde an vielästig. Blätter sehr
kurz-gestielt, genähert, verhältnismässig breiter und
weniger zugespitzt als an voriger. — Ganze Pflanze
in allen Teilen kleiner wie vorige. Blumenkrone
rosenrot oder weiss. Blütezeit Juni. 4. Auf Felsen
namentlich den Granitalpen. E. collinum Gmelin
Hügel-Weidenröschen.
ÖOnagraceae. 303
bb. Blätter lanzettlich, entfernt-gesägt-gezähnt, am Grunde
keilförmig und ganzrandig; untere ziemlich lang-gestielt.
Stengel weichhaarig. — Blumenkrone klein, fleischrot.
Blütezeit Juni bis August. Höhe 30 bis 60 cm. #. In
Bergwäldern zerstreut; namentlich häufig im Gebiete
des Rheins; fehlt in der Schweiz. Epilobium lanceo-
latum Sebastiani und Mauri, Lanzettblätteriges
Weidenröschen.
b. Blätter ganzrandig, eiförmig, zugespitzt, auf den Adern und
am Rande weichhaarig; untere gegenständig, gestielt. —
Stengel weichhaarig. Blumenkrone erst weiss, dann rosen-
rot. Blütezeit Juni, Jul. %# Nur in Böhmen und dort
äusserst selten. E. hyperieifolium Tausch, Hartheu-
blätteriges Weidenröschen.
B. Die 4 Narben sind keulenförmig-vereinigt, an der Spitze etwas ab-
stehend. Stengel meist mit erhabenen, linienförmigen Leisten.
1. Stengel kurz-behaart, ohne erhabene Linien oder nur mit 2 von
den Blatträndern herablaufenden dichtbehaarten Streifen. Samen
nach beiden Enden zu verschmälert. — Wurzelstock mit verlängerten,
fadenförmigen Ausläufern. Blätter schmal-lanzettlich oder lineal,
stumpflich, ganzrandig oder gezähnelt, mit keilförmigem Grunde
sitzend. Blumenkrone fleischrot, Blütezeit Juli, August. Höhe
15 bis 50 cm. %. Auf torfigem, sumpfigem Boden; zerstreut;
in der Schweiz nicht selten. E. palustre L., Sumpf-Weiden-
röschen.
Eine Form mit breiten, länglich-lanzettlichen oder lanzett-
lichen, etwas glänzenden, deutlich gezähnelten Blättern ist: var.
Schmidtianum Rostkovius (var. scaturigenum Wimmer),
Schmidts Weidenröschen.
Eine schmalblätterige Form, mit verzweigtem, nur wenig oder
gar nicht nickendem Stengel ist: var. simplex Trattinik, Ein-
faches Weidenröschen.
Eine schmalblätterige Form, mit einfachem Stengel und ver-
längerten Stengelgliedern ist: var. lineare Krause, Linien-
blätteriges Weidenröschen.
2. Stengel mit 2 bis 4 von den Blatträndern oder Blattstielen herab-
laufenden, oft behaarten Linien. Samen umgekehrt-eiförmig oder
umgekehrt-eiförmig-länglich.
304
ÖOnagraceae.
a. Blätter deutlich und ziemlich lang gestielt, dünnlaubig, läng-
lich, nach beiden Seiten zugespitzt, dicht-ungleich-gezähnelt. —
Stengel sehr ästig, Blumenkrone klein, rosenrot oder fast weiss.
Blütezeit Juli bis September. Homogam. Höhe 15 bis 60 cm.
4. An Gräben und Bächen; nicht selten. (Chamaenerion
roseum Schreber.) Epilobium roseum Schreber, Rosenrotes
Weidenröschen.
Die Abart angustifolium Uechtritz, Schmalblätteriges
Rosenrotes Weidenröschen hat schmal-lineal-lanzettliche,
in den Stiel lang verschmälerte Blätter.
. Blätter sitzend oder sehr kurz gestielt.
a. Untere und mittlere Blätter zu 3 bis 4 quirlständig, zu-
gespitzt; alle lanzettlich, am Rande und auf den Adern
flaumig. Blumenkrone hellpurpurrot. Blütezeit Juli, August.
4. Stengel-15—60 cm hoch, mit 2 bis 4 erhabenen Linien,
oft fast dreikantig. Auf feuchten Triften in den Alpen
und höheren Gebirgen im Süden des Gebietes. E. trigonum
Schrank, Dreikantiges Weidenröschen.
b. Untere Blätter gegen-, obere wechselständig.
aa. Junge Blüten und Astspitzen aufrecht. Stengel meist
vielblütig, 30 bis 100 und mehr em hoch. Blätter her-
ablaufend.
aa. Wurzelstock zur Blütezeit ohne verlängerte Ausläufer.
aa. Blätter angewachsen, nicht gestielt; mittlere mit
jedem ihrer Ränder bis zum nächsten Blattpaare
herablaufend. — Stengel aufrecht, ästig, fast
kahl, vierkantig. Blätter hellglänzend-grün,
lanzettlich, gezähnelt-gesägt, untere sehr kurz-
gestielt. Blumenkrone klein, rosenrot. Blütezeit
Juli, August. 30 bis 120 cm hoch. 4. An
feuchten Orten; zerstreut. E. adnatum Grise-
bach, Herablaufendes Weidenröschen.
ßß. Blätter kurz-gestielt, mit schwach-herablaufenden
Rändern. — Stengel oberwärts dicht-flaumhaarig.
Der vorigen sehr ähnlich; doch sind die Blätter
mehr lanzettlich und blaugrün, auch viel ent-
fernter und seichter gezähnelt. Blumenkrone
ziemlich gross, rosenrot. Blütezeit Juni bis
August. Höhe 30 bis 60 cm. 2%. In Wäldern,
Thome&, Flora.
Onagraceae. 305
auf Hügeln. (Diese Art bildet zusammen mit
Epilobium obscurum Reichenbach und E.
roseum Schreber die Sammelform E. tetra-
gonum L.) E. Lamyi E. W. Schultz, Lamys
Weidenröschen.
bb. Wurzelstock schon zur Blütezeit mit verlängerten,
entfernt beblätterten Ausläufern. — Stengel oberwärts
weichhaarig, sehr ästig. Blätter lineal-lanzettlich,
sitzend, matt-dunkelgrün; die beiden von den Blättern
herablaufenden Ränder vereinigen sich meist zu einer
Linie. Blumenkrone klein, trüb-rosenrot. Die Klappen
der Frucht rollen sich kreisförmig zurück. Blütezeit
Juni bis Herbst. Höhe 60 bis 100 cm. # An
feuchten Orten und in Torfsümpfen. (Chamaenerion
obscurum Schreber, E. virgatum Fries; E. chordo-
rhizum Fries.) E. obseurum Reichenbach,
Dunkelgrünes Weidenröschen.
bb. Junge Blüter und Astspitzen nickend. Stengel wenig-
(1- bis 5-) blütig, 5 bis 25 cm hoch.
aa. Ausläufer unterirdisch mit Schuppen besetzt. —
Stengel einfach, Blätter glänzend, kurz-gestielt,
eiförmig-lanzettlich, kurz-zugespitzt, geschweift- und
etwas entfernt-gezähnelt, kahl. Blumenkrone rosen-
rot. Blütezeit Juli, August. Höhe 10 bis 25 cm.
An Quellen und Bächen der Alpen und Hoch-
gebirge. (E. origanifolum Lamarck.) E. alsini-
folium Villars, Mierblätteriges Weidenrös-
chen.
bb. Ausläufer oberirdisch, mit Blättern besetzt.
ac. Blätter kurz-gestielt, länglich oder länglich-
lanzettlich, stumpf, ganzrandig, oder kaum ge-
zähnelt, am Grunde verschmälert. — Blumen-
krone hellrot. Blütezeit Juli, August. Höhe
5 bis 15 cm. An Quellen und Bächen höherer
Gebirge und der Alpen. (E. alpinum Auct.)
E. anagallidifolium Lamarck, Gauchheil-
blätteriges Weidenröschen.
#8. Blätter sitzend, lanzettlich, abgerundet stumpf.
— Der vorigen sehr ähnlich und vielleicht nur
II. Bd. I. Aufl. i 20
306 Onagraceae.
eine Abart davon. Blumenkrone rosenrot. Blüte-
zeit Juli, August. Höhe 5 bis 15 cm. Im säch-
sischen Erzgebirge. Epilobium nutans Schmidt,
Nickendes Weidenröschen.
Neben den vorhin aufgezählten, keineswegs nach allen Seiten scharf
begrenzten Arten, finden sich noch zahlreiche, zum Teil indes seltene Bastarde,
wodurch die Unterscheidung der Arten noch schwieriger wird; die be-
merkenswertesten Bastarde sind:
. alsinifolium X tetragonum = E. Winkleri Kerner; Tirol.
. adnatum > palustre—E. semiadnatum Celakowsky; Böhmen.
. adnatum X parviflorum; Schweiz.
. anagallidifolium x origanifolum; zerstreut.
. hirsutum x parviflorium = E. intermedium Merat; Schweiz.
. Lamyi x montanum = E. aggregatum Celakowsky; Böhmen,
Schlesien.
E. montanum > obscurum —= E. limosum Schrad; E. crassicaule
Gremli; Böhmen.
E. montanum x roseum =E. glanduliferum Knaf; verbreitet.
E. montanum X trigonum = E. Freynii Celakowsky; Böhmen.
E. obscurum x palustre —E. ligulatum Bakhausen; E. phyllonema
Knaf; Böhmen.
E. origanifolium x roseum = E. gemmiferum Borbas; E. Winkleri
Kerner; Tirol.
E. palustre x montanum = E. montaniforme Knaf; Böhmen.
E. palustre X parviflorum = E. rivulare Wahlberg; E. virgatum
Reuter; E. sarmentosum Celakowsky; Böhmen.
E. parviflorum x roseum —E. persicinum Reichenbach; E. opacum
Petermann; E. Knafii Celakowsky; Sachsen, Schlesien.
geesbS ms
E. roseum X virgatum — E. brachiatum Celakowsky; Böhmen,
Schlesien.
E. rosmarinifolium X spicatum; Schweiz.
Gattung 5ll: Oenothera L., Nachtkerze. (VIII, 1.)
Kräuter mit wechselständigen Blättern. Blüten gelb, achselständig, in
langer, endständiger Ähre; sich namentlich am Abende öffnend, wohl-
riechend. Kelchröhre hoch über den Fruchtknoten verlängert, mit 4 langen
Saumzipfeln. Blumenblätter 4, nebst den 8 Staubblättern dem Rande der
Kelehröhre eingefügt und mit dieser abfallend. Griffel mit 4lappiger Narbe.
Frucht eine vielsamige, 4klappige Kapsel. Samen ohne Haarschopf. —
Onagraceae. 307
Von den zahlreichen, Nordamerika angehörenden Arten sind einige bei uns
verwildert.
1. Blätter der im ersten Jahre sich bildenden Blattrosette länglich-um-
gekehrt-eiförmig, stumpf, mit weichem Spitzchen. Kronenblätter länger
als die Staubblätter. — Stengel mit kurzen, weichen Haaren dicht
besetzt und mit längeren, auf Knötchen sitzenden Haaren bestreut.
Blätter geschweift-gezähnelt. Blumenkrone hellgelb. Blütezeit Juni
bis August. Wohlriechend, vorstäubend, der Bestäubung durch Falter
angepasst. Höhe 60 bis 100 cm. ©. Aus Nordamerika. Auf feuchtem
Sand- und Kiesboden, an Ufern; häufig. Zuweilen als Rapontica
angebaut, da die Wurzel durch Kultur fleischig und zuckerreich wird.
Oenothera biennis L., Gemeine Nachtkerze.*)
2. Blätter der sich im ersten Jahre bildenden Blattrosette verlängert-
spatelförmig oder lanzettlich, spitz. Kronenblätter so lang oder nur
wenig länger wie die Staubblätter. — Der vorigen ähnlich und viel-
leicht nur eine Abart derselben. Blumenkrone gelb, etwa halb so
gross wie bei voriger. Blütezeit Juni bis September. Höhe 60 bis
100 em. ©. An Flussufern, namentlich an der Elbe. ©. muricata L.,
Stachelige Nachtkerze.
Ein seltener Bastard zwischen beiden ist: 0. biennis x muricata,
OÖ. Braunu Döll.
2. Unterfamilie: Circaeeae, Hexenkrautgewächse.|
Gattung 512: Circaea Tournefort, Hexenkraut. (II, 1.)
Stengel meist einfach. Blätter gegenständig, gestielt; einfach, gezähnt.
Blumen klein, in lockeren, zuweilen ästigen, end- und achselständigen
Trauben. Kelchzipfel, Kronen- und Staubblätter zu je 2. Frucht nuss-
artig, mit Borsten besetzt.
A. Narben ausgerandet-zweilappig. Frucht mit 2 einsamigen Fächern.
Kronenblätter so lang als der Kelch. Stengel aufrecht.
1. Blüten ohne Deckblätter. Blätter matt, nicht hellglänzend, eiförmig,
oder länglich-eiförmig, am Grunde abgerundet bis schwach-herzförmig,
gezähnelt. Frucht umgekehrt-eiförmig. — Blumenkrone erst rötlich,
dann weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 25 bis 50 cm. #4. In
*) Tafel 421. Oenothera biennis L. A Blüten-, B Fruchtzweig. 1 Blüten-
längsschnitt; 2 Ende eines Kelchzipfels; 3 Staubblatt, 4 junger Griffel mit Narbe;
5 Kapselquerschnitt; 6 und 7 Schnitte durch den Samen. 2 bis 7 vergrössert.
’ 20*
308
ÖOnagraceae.
schattigen, feuchten Laubwäldern; zerstreut; in den Alpen selten.
Circaea lutetiana L., @emeines Hexenkraut.*)
Besondere Formen sind:
a. var. cordifolia Lasch (decipiens Ascherson), Herzblätteriges
Hexenkraut, kurz-behaart; Blätter herzförmig, geschweift-gezähnt;
obere Blätter oft eiförmig.
ß. var. glaberrima Lasch, Kahles Hexenkraut, ganz kahl; Blätter
am Grunde abgerundet, oder doch nur schwach-herzförmig.
y. var. glabrescens Celakowsky, Flaumhaariges Hexenkraut,
angedrückt, feinflaumig.
ö. var. mollis Celakowsky, Weichhaariges Hexenkraut, ab-
stehend weichhaarig behaart.
. Blüten mit kleinen, borstlichen, hinfälligen Deckblättchen. Blätter
fettglänzend, mit etwas herzförmigem Grunde, geschweift-gezähnt.
Frucht umgekehrt-eiförmig, fast kugelig. — Blumenkrone rötlich oder
weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 15 bis 30 cm. %. In schattigen,
feuchten Laubwäldern; selten; an den Orten seines Vorkommens
indes gesellig.. Wird auch, zumal da die Frucht meist fehlschlägt
oder ungleich-grosse Fächer entwickelt, für einen Bastard zwischen
den beiden anderen Arten gehalten und in eine grossblütige Form
C. alpino X lutetiana und eine kleinblütige €. lutetiano x alpina
getrennt. C. intermedia Ehrhart, Mittleres Hexenkraut.
B. Narbe nur schwach ausgerandet. Frucht schief-birnförmig, einfächerig,
einsamig. Kronenblätter kürzer als der Kelch. Stengel aufsteigend. —
Kahl. Blumenkrone erst rötlich, dann weiss. Blütezeit Juni bis August.
Bestäubt sich selbst durch Anlegen der Staubbeutel an die Narbe.
Höhe 5 bis 20 cm. 4. In schattigen, feuchten Wäldern, namentlich
der Gebirge, in der Ebene selten. C. alpina L., Alpen-Hexenkraut.
8. Unterfamilie: Jussieueae, Jussieu-Gewächse.
Gattung 513: Isnardia L., Isnardia. (IV, 1.)
Kleines Kraut mit am Grunde wurzelndem, im Schlamme kriechendem
oder im Wasser flutendem Stengel. Blätter gegenständig, eiförmig, ganz-
randig. Blüten einzeln in den Blattachseln, an ihrem Grunde mit 2 Vor-
blättehen; klein und unscheinbar, ohne Blumenkrone. Blütenhülle kelch-
*) Tafel 422. Circaea lutetianaL. AB blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 desgl.,
ohne Kronenblätter; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Staubblatt; 5 Frucht; 6 und 7 desgl., im
Längs- und im Querschnitte; 8 Samen. 1 bis 8 vergrössert.
Halorrhagidaceae. 309
artig, vierteilig; die 4 Staubblätter stehen vor deren Abschnitten. Griffel
fädlich, kurz, Narbe kopfig. Frucht eine wandspaltige, umgekehrt-eirunde,
schwach-vierkantige Kapsel. Blütezeit Juli, August. Stengel 15 bis 30 em
lang. In Gräben, langsam fliessenden Wässern, in Torfsümpfen; sehr zer-
streut, am häufigsten im nordwestlichen Teile des Gebietes. (Dantia 'palustris
Karsch; Ludwigia palustris Elliot.) Isnardia palustris L., Sumpf-Isnardia.
Eine seltene Form (?) mit einhäusigen Blüten ist I. paludosa Raben-
horst.
4. Unterfamilie: Trapeae, Wassernussgewächse.
Gattung 514: Trapa L., Wassernuss. (IV, 1)
Wasserpflanze. Der lange, zarte Stengel trägt an seinem Ende eine
schwimmende Rosette rautenförmiger bis dreiseitiger Blätter. Diese sind
an den oberen Seiten gezähnt-gesägt, an den unteren ganzrandig; ihre
langen Stiele sind zur Blütezeit etwa oberhalb ihrer Mitte bauchig-erweitert.
Unter dem Wasser entwickeln sich aus den Stengelknoten gegenständige,
hinfällige, linealische Blätter und an deren Grund 2 oder mehr haarförmig-
gefiederte, früher fälschlich für Blätter gehaltene Wurzeln, sowie ausserdem
noch zahlreiche, einfache, fadenförmige Wurzeln. Kelch mit vierteiligem
Saume. Kronenblätter 4, klein, weiss, nebst den mit ihnen abwechselnden
4 Staubblättern dem Rande eines fleischigen, ringförmigen Diskus eingefüst.
Fruchtknoten zweifächerig, mit 2 Samenanlagen; zur Blütezeit etwa zu
zwei Drittel oberständig. Frucht eine vom bleibenden Diskus gekrönte
und durch die zu Dornen umgewandelten Kelchzipfel bewehrte, schwarze
Nuss mit einem essbaren Samen. Blütezeit Juni, Jul. ©. In stehenden
und langsam fliessenden Wassern zerstreut. T. natans L., Schwimmende
Wassernuss.*)
99. Familie: Halorrhagidaceae, Meerbeerengewächse.
Hierher gehören nur zwei, so sehr von einander abweichende Gat-
tungen, dass man sie auch wohl zu besonderen Familien erhoben hat.
1. Blätter kammartig-fiederschnittig, mit haarförmigen Zipfeln. Staub-
blätter sind 8 vorhanden. Gattung 515: Myriophyllum L., Tausend-
blatt.
*) Tafel 423. Trapa natans L. A blühende Pflanze. Längsschnitt durch die
Blüte nach Entfernung der Blumenkrone; 2 Staubblätter; 3 Griffel und Narbe; 4 Nuss;
5 dieselbe im Längsschnitte. 1 bis 3 vergrössert.
310 Halorrhagidaceae.
2. Blätter schmal-lineal. Blüten mit einem Staubblatte. Gattung 516:
Hippuris L., Tannenwedel.
Gattung 515: Myriophylium L., Tausendblatt. (XXI, 5.)
Krautartige, untergetauchte, kahle Wasserpflanzen mit schwimmenden
Ästen und aus dem Wasser hervorragenden Blütenähren. Blätter quirl-
ständig, kammartig-fiederschnittig, mit haarförmigen Zipfeln. Blüten in
den Blattachseln einzeln, klein, grünlich; untere weiblich, obere männlich;
Zwitterblüten finden sich am meisten noch ın der Mitte des Blütenstandes,
im ganzen aber selten. Die Blüten sind vierzählig; die männlichen haben
einen vierteiligen Kelch, 4 hinfällige Kronenblätter und 8 Staubblätter;
bei den weiblichen ist der Kelch durch 4 kleine, den vierkantigen Frucht-
knoten krönende Zähnchen angedeutet, bei ihnen sind auch die
Kronenblätter klein-zahnförmig und zurückgebogen; bei beiden Arten von
Blüten kommt die Blumenkrone bisweilen nicht zur Entwickelung. Der
Fruchtknoten ist vier-, selten zweifächerig; die eben so vielen Narben sind
gross und zottig. Die Frucht ist eine in vier (selten zwei) einsamige
Nüsschen zerfallende Spaltfrucht. Der Same enthält im der Achse des
fleischigen, meist reichlichen Eiweisses einen walzenförmigen Keimling.
Windblütig.
1. Männliche und weibliche Blüten in Quirlen. Blattzipfel nicht haar-
fein. Ähren vor dem Aufblühen aufrecht.
a. Blütenstengel bis oben hinauf mit kammförmig-fiederteiligen,
quirlig-angeordneten Blättern, in deren Achseln die Blüten stehen;
die Blätter nach der Spitze zu werden auch als die Deckblätter der
Blüten angesehen. — Blütezeit Juni bis August. Länge 10 bis
25 cm. In Gräben und stehenden Wässern; häufig. M. verticil-
latum L., Quirlblütiges Tausendblatt.
Abarten sind:
a. pinnatifidum Koch, Fiederteiliges Tausendblatt; Deck-
blätter viel länger als die Blüten, sodass der Stengel bis zur
Spitze beblättert erscheint.
8. intermedium Koch, Mittleres Tausendblatt; Deckblätter
zwar 2 bis 3 mal länger als die Blüten, aber doch kleiner als
die Stengelblätter.
d. peetinatum Koch, Kammförmiges Tausendblatt; Deck-
blätter ungefähr so lang wie die Blüten, unterste mitunter
länger, kammförmig eingeschnitten oder oberste gezähnt.
b. Die unteren Blüten stehen in der Achsel fiederig-eingeschnittener
Blätter, welche so lang oder länger wie jene sind; die Deckblätter
Halorrhagidaceae. 311
der oberen Blüten sind ganzrandig. Blütezeit Juni bis August.
Länge oft 1 bis 2m. %. In stehenden und fliessenden Wässern;
gemein. Myriophyllum spicatum L., Ährenblütiges Tausend-
blatt.*)
2. Die männlichen Blüten stehen einzeln und abwechselnd am oberen
Ende der langen, nicht beblätterten Ährenspindel; die weiblichen
sitzen darunter in den Blattachseln, meist zu je zwei in einem Quirle.
Blattzipfel haarfein. Ähren vor dem Aufblühen überhängend. —
Blütezeit Juni bis August. Länge 15 bis 25 cm. %#. In klaren,
stehenden Gewässern; selten. M. alternifloerum De Candolle,
Wechselblütiges Tausendblatt.
Gattung 516: Hippuris L., Tannenwedel. (I, 1.)
Hierher nur Hippuris vulgaris L., Gemeiner Tannenwedel. Ein-
faches, selten verzweigtes Sumpfkraut. Wurzelstock langgegliedert und
verzweigt, Stengel ziemlich dick. Blätter zu 4 bis 12 in gedrängtstehenden
Wirteln, lIinealisch, ganzrandig; in der Jugend aufwärts gerichtet, später
abstehend bis hängend. Blüten klein, grünlich, in den Blattachseln. Der
Kelch ist durch einen schmalen, ganzrandigen, mitunter schwach-zweilappigen
oder gezähnelten Saum am oberen Ende |des Fruchtknotens angedeutet.
Eine Blumenkrone fehlt. Das eine Staubblatt umfasst mit seinen beiden
Hälften den fadenförmigen Griffel. Der einfächerige Fruchtknoten bildet
sich zur einsamigen Steinfrucht aus. Der Same liegt in der Achse des
fleischigen, reichlichen Eiweisses. Blütezeit Juni bis August. Der Blüten-
staub gelangt unmittelbar auf die Narbe. Höhe 30 bis 50 cm. #4. An
und in langsam fliessenden Gewässern; gesellig; zerstreut; im südlichen
Teile des Gebietes häufiger.**)
Besondere Formen sind:
1. fluviatilis Ruthe, Flutender Tannenwedel. Stengel flutend und
öfter verzweigt, mitunter 1 bis 2 m lang; Blätter länger und zarter
als an der gewöhnlichen Form.
2. rhaetica Zschokke, Rhätischer Tannenwedel. Kleine, nur 15
bis 20 cm hohe Form mit fadenförmigen, nur !/, mm breiten Blättern.
In Graubünden.
*) Tafel 424. Myriophyllumspicatum L. A blühende Pflanze. 1 männliche,
2 weibliche Blüte, jede mit einigen Deckblättern; 3 Längsschnitt durch die weibliche
Blüte; 4 desgl. durch die Frucht. 1 bis 4 vergrössert.
**) Tafel 425. Hippuris vulgaris L. A blühende Pflanze. 1 Blüte; 2 desgl.
halbiert; 3 desgl. ohne Staubblatt; 4 Staubblatt; 5 Frucht; 6 dieselbe im TE:
7 Blütengrundriss. 1 bis 7 ir
312 Araliacese, Umbelliferae.
100. Familie: Araliaceae, Araliengewächse.
Hierher nur:
Gattung 517: Hedera L., Efeu Epheu. (V, 1.)
Stengel kriechend oder mittelst kleiner Klammerwurzeln kletternd.
Blätter lederig, kahl, glänzend, immergrün, oft helladerig; die der nicht
blühenden Zweige aus herzförmigem Grunde eckig-fünflappig, mit stumpfen
oder spitzen Lappen, dunkelgrün; die der blühenden Zweige ei- oder rauten-
förmig, bis lanzettlich, ganzrandig, lang-zugespitzt, heller grün. Blüten in
einfachen Dolden. Dolden und Blütenstiele weichhaarig. Blüten regel-
mässig, zwitterig. Kelchsaum klein, fünfzähnig; oberständig. Kronenblätter
fünf, grünlich-gelb. Staubblätter fünf. Fruchtknoten fünfzähnig, von einem
fleischigen Diskus gekrönt. Griffel fünf, zusammenneigend oder in einen
einzigen verwachsen. Beere schwarz, bläulich-bereift, erst im Frühjahre
reifend; giftig. Blütezeit August bis Oktober Homogam; die breite
Scheibe auf dem Fruchtknoten (Fig. 3) sondert reichlich insektenanlocken-
den Nektar ab. %. In Wäldern, an Felsen und Mauern häufig, aber nur
im westlichen und südlichen Teile des Gebietes häufiger blühend. H. Helix
L., Gemeiner Efeu, Epheu.”)
101. Familie: Umbelliferae, Doldenträger.
Kräuter mit rundem, gefurchtem, knotigem, vielfach hohlem Stengel
und mit meist mehrfach-fiederschnittigen oder fiederteiligen, seltener unge-
teilten oder handförmig-gelappten, fast immer wechselständigen Blättern.
Der Blattstiel ist an seinem Grunde scheidenartig, und oft sind die oberen
Blätter nahezu gänzlich durch diese Scheide vertreten. Nebenblätter fehlen
fast immer. Die Blüten stehen in Dolden; diese sind unentwickelt, mit
büschelig, kopfförmig, selbst quirlig angeordneten Blüten, oder aber unvoll-
kommen zusammengesetzt; meist sind sie zweifach -zusammengesetzt; in
diesem Falle nennt man den ganzen Blütenstand Dolde und die an seinem
Grunde stehenden Deckblätter Hülle; die einzelnen, eine solche Dolde
zusammensetzenden kleineren Dolden heissen Döldehen und die an deren
Grunde stehenden Deckblätter Hüllchen. Hülle oder Hüllchen oder aber
beide fehlen oft; auch haben die Hüllchen in der Regel weniger Blättchen
als Blüten in ihrer Mitte entspringen, da meist nur die äusseren Blüten
*) Tafel 426. Hedera Helix L. A nichtblühender, B blühender, C fruchten-
der Zweig. 1 Blüte; 2 desgl. im Längsschnitte; 3 Stempel; 4 und 5 Frucht im Längs-
und im Querschnitte; 6 Same; 7 desgl. im Längsschnitte, 1 bis 7 vergrössert.
Umbbelliferae. 313
‚der Döldehen ein Deckblatt besitzen. Die Blüten einer Dolde sind sehr
häufig einander ungleich; oft ist die äussere Seite der am Rande der Dolde
stehenden Blütchen stärker entwickelt als die innere, so dass diese Blütchen
nicht wie die inneren, ganz oder fast regelmässig, sondern seitlich symmetrisch
erscheinen; dann heisst die Dolde strahlend. Bei manchen Arten ist die
die Mitte der Dolde einnehmende Blüte eigentümlich gestaltet: sie hat einen
kurzen und dicken Stiel, ist anders gefärbt, selbst anders gebaut wie die
übrigen Blüten. Die Blüten sind durchweg klein und weiss oder rötlich-
weiss, selten gelb». Kelch, Blumenkrone und Staubblätter sind fünfzählig;
der Fruchtknoten ist zweiteilig und unterständig. Der Kelch ist meist durch
kleine Zähne, oft kaum, selten durch krautige Blätter vertreten (man sagt
auch wohl, seine Röhre sei dem Fruchtknoten angewachsen). Die Kronen-
blätter sind ungeteilt, ausgerandet oder zweilappig, oder sie haben eine ein-
wärtsgebogene Spitze, so dass sie dadurch ausgerandet oder herzförmig, selbst
zweilappig aussehen. Die Staubblätter wechseln mit den Kronenblättern
ab; ihre Beutel öffnen sich, einer nach dem andern, nach innen durch eine
Längsspalte, und zwar meist ausgeprägt vorstäubend. Der aus 2 Blättern
gebildete Fruchtknoten ist zweifächerig; jedes Fach enthält eine aus der
Spitze herabhängende, umgewendete, gerade Samenanlage. Griffel sind 2
vorhanden; sie haben kopfige Narben; an seinem Grunde ist jeder von ihnen
zu einem fleischigen, honigabsondernden Polster, Griffelpolster (Griffel-
fuss, Stempelpolster, Diskus, Drüsenscheibe), verdickt; selten haben beide
Griffel ein gemeinsames Polster. Anfänglich gerade und aufrecht, spreizen
sich die Griffel nicht selten später auseinander oder biegen sich um. Die
Blüten sind meist zwitterig (V, 2), doch auch nicht selten durch Fehl-
schlagen eingeschlechtlich; im letzteren Falle finden sich die männlichen
Blüten oft im Rande der Dolden oder in den seitlichen, jüngeren Dolden,
während die weiblichen und zwitterigen Blüten in der Mitte der Dolden
oder in den endständigen Dolden zu suchen sind; sehr selten sind die
Blüten zweihäusig. Die Frucht ist eine Doppelschalfrucht; sie ist oft
von dem stehenbleibenden Kelche und den Griffeln gekrönt, selten über
ihren Fruchtfächern in einen Schnabel verlängert. Bei der Reife trennen
sich die beiden Fruchthälften, deren jede einem Fruchtblatte entspricht, in
ihrer Verwachsungsfläche von unten nach oben in 2 einsamige Teil-
früchte oder Früchtehen. Die Teilfrüchte hängen meist an der Spitze
eines zwischen ihnen befindlichen, fadenförmigen Fruchtträgers; dieser
ist entweder einfach (Apium), oder an seiner Spitze mehr oder weniger,
oder bis zu seinem Grunde (Petroselinum) geteilt; zuweilen fehlt er, dann
spaltet sich die Frucht von oben nach unten (Sanicula).. Die Verwachsungs-
fläche der Teilfrüchtehen kann die ganze Breite der Früchtchen einnehmen
314 Umbelliferae.
(Peucedanum) oder auf einen mehr oder minder kleinen Teil dieser Seite,
der Fugenseite, beschränkt sein (Heracleum). Jedes Teilfrüchtehen be-
sitzt 5(zuweilen undeutliche), je ein Gefässbündel in sich führende Haupt-
rıppen oder Riefen; 3 derselben, die Rückenrippen, stehen auf der
Aussenseite, dem Rücken, des Früchtchens; die mittlere derselben heisst
auch wohl Kiel, die seitlichen Mittelrippen; zu beiden Seiten derselben
findet sich je eine Rand-, Seiten- oder Nahtrippe; letztere stehen oft
am Rande der Fugenseite, sie sind randend, ja bei geflügelten, linsen-
förmigen Früchtchen finden sie sich nicht selten auf dem Flügelrande
Die vier Räume zwischen den Hauptrippen heissen Thälchen; in ihnen
finden sich häufig Nebenrippen vor. Diese sind oft stärker als die Haupt-
rıppen, enthalten jedoch kein Gefässbündel; auch ist ohne Zuhülfenahme
dieses Merkmals, selbst wenn Rippen auf die Fugenseite rücken, die Unter-
scheidung nur selten schwierig, da jedes Teilfrüchtchen 5 Hauptrippen und,
wenn überhaupt, doch nur 4 Nebenrippen hat, und die mittelste Rippe
stets eine Hauptrippe, der Kiel, ist. Namentlich unter den Thälchen, aber
auch auf der Fugenseite finden sich meist einfache, der Länge nach ver-
laufende, ein ätherisches Öl führende Gänge, Ölstriemen oder Striemen;
je nach ihrer Lage werden sie in Rücken- und Fugenstriemen unter-
schieden. Der Same enthält in der Spitze der Achse des grossen, knorpeligen
Eiweisses einen meist kleinen Keim.
Die Doldenträger bilden eine wohlbegrenzte Familie; dennoch ist ihre
Gruppierung noch keineswegs abgeschlossen; speziell dürfte die ältere Ein-
teilung nach der Gestaltung des Eiweisses (Orthospermae: Eiweiss auf
der Fugenseite flach oder gewölbt; Campylospermae: Eiweiss auf der
Fugenseite von einer tiefen Längsfurche durchzogen; Coelospermae: Ei-
weiss auf der Fugenseite uhrglasartig ausgehöhlt) als Hauptmerkmal der
Einteilung zu verlassen sein.
Die einheimischen Arten gehören 13 verschiedenen Unterfamilien an:
A. Dolde einfach und armblütig oder unentwickelt, mit büschelig, kopfförmig,
selbst quirlig angeordneten Blüten, oder aber unvollkommen zusammen-
gesetzt. Thälchen der Frucht ohne Ölgänge. Früchtehen ohne Frucht-
träger. 1. Stamm: Heteroseiadiae, Unvollkommen-doldige.
1. Frucht stark von der Seite zusammengedrückt, mit schmaler Fugen-
fläche. Blumenblätter mit gerader oder kaum umgebogener Spitze.
Einheimische mit schildförmigen Blättern. 1. Unterfamilie: Hydroco-
tyleae, Wassernabelgewächse. :
2. Frucht fast stielrund. Blumenblätter mit langer, einwärtsgebogener,
Spitze. 2 Unterfamilie: Sanieuleae, Sanikelgewächse.
Umbelliferae. 315
B. Dolde vollkommen zusammengesetzt.
I. Früchtehen nur mit 5 Hauptrippen, ohne Nebenrippen. Thälchen
mit Ölgängen. 2. Stamm: Haplozygiae, Einfachrippige.
4.Eiweiss auf der Fugenseite flach oder gewölbt, nicht von einer
Längsfurche durchzogen. (Orthospermae.)
1. Frucht ganz oder nahezu stielrund (im Querschnitte ganz oder
fast kreisrund). Rippen fädlich oder geflügelt, oder die Rand-
rippen etwas breiter. 3. Unterfamilie: Seselineae, Sesel-
gewächse.
2. Frucht zusammengedrückt. (Frucht auf dem Querschnitte nicht
ganz oder fast kreisrund.)
a.
Frucht von der Seite, d.h. in der Weise zusammengedrückt,
dass der Durchmesser der Fugenseite der kleinste ist; oft
auch an der Fugenseite eingeschnürt und daher zweiknotig.
Rippen ungeflügelt, einander gleich. 4. Unterfamilie: Ammieae
(Ammineae), Ammigewächse.
. Frucht vom Rücken her, d. h. in der Weise zusammen-
gedrückt, dass der Durchmesser der Fugenseite der grösste ist.
«. Früchtehen nur m der Mittellinie verwachsen. Die Seiten-
rıppen sind flügelartig verbreitert und stehen an ihrem
äusseren Rande voneinander ab; die Frucht ıst daher
innen niemals hohl. 5. Unterfamilie: Angeliceae, Brust-
wurzgewächse.
. Früchtehen oft in ihrer ganzen Breite, oft auch nur mit
einem Teile der Fugenseite miteinander verwachsen; an
ihrem Rande mit Flügeln, die an ihrer Aussenseite an-
einander schliessen, so dass die Frucht innen oft zum Teil
hohl ist. Die Seitenrippen gehen in die Flügel über, oder
liegen auf diesen. 6. Unterfamilie: Peucedaneae, Haar-
stranggewächse.
B. Das Eiweiss eines jeden Früchtchens ist auf seiner Fugenseite von
einer tiefen Längsfurche durchzogen, da seine Ränder einwärts-
gebogen oder eingerollt sind. (Campylospermae.) Rippen oft
sehr undeutlich.
1. Frucht langgestreckt, oft geschnäbelt. 7. Unterfamilie: Scan-
diceae, Nadelkerbelgewächse.
2. Frucht fast kugelig, seltener eiförmig, nicht geschnäbelt. 8. Unter-
familie: Smyrneae, Smyrniumgewächse.
II. Früchtehen mit 5 Haupt- und mit 4 Nebenrippen. 3 Stamm:
Diplozygiae, Doppelrippige.
316 Umbelliferae.
4. Eiweiss auf der Fugenseite flach oder nach aussen gewölbt.
(Orthospermae.)
1. Die seitlichen Hauptrippen sind nach innen, auf die Fugenseite,
gerückt.
a. Alle oder doch wenigstens die äusseren Nebenrippen sind
geflügelt. 9. Unterfamilie: Thapsieae, Thapsiagewächse.
$. Die Nebenrippen sind mit freien oder an ihrem Grunde
flügelartig-verbundenen Stacheln besetzt. 10. Unterfamilie:
Daueineae, Möhrengewächse.
2. Die seitlichen Hauptrippen bilden einen einfachen Rand. Frucht
linsenförmig. 11. Unterfamilie: Silerineae, Rosskümmel-
gewächse.
B. Eiweiss auf der Fugenseite von einer tiefen Längsfurche durch-
zogen (Campylospermae) oder uhrglasartig ausgehöhlt (Coelo-
spermae).
1. Hauptrippen mit Borsten oder Stacheln besetzt; Nebenrippen
oder die Thälchen mit meist mehrreihig angeordneten Stacheln
besetzt. 12. Unterfamilie: Caucalineae, Haftdoldengewächse.
2. Hauptrippen flach oder eingesenkt; Nebenrippen schwach vor-
ragend; alle weder borstig noch stachelig. Frucht innen hohl.
13. Unterfamilie: Coriandreae, Koriandergewächse.
1. Unterfamilie: Hydrocotyleae, Wassernabelgewächse.
Gattung 518: Hydrocotyle Tournefort, Wassernabel.
Kahle Sumpfpflanze mit kriechendem, schlaffem oder flutendem Stengel,
der an seinen Knoten Wurzeln, Blätter und Blüten entwickelt. Blätter
schildförmig, kreisrund, gekerbt oder etwas gelappt. Blüten zu wenigen
in einem köpfchen- oder einem einfach-traubenartigen Blütenstande; sehr
klein; weiss oder rötlich. Blütezeit Mai bis Juli. Schwach vorstäubend.
4. Giftig. In Torf- und Moorsümpfen; zerstreut; im südlichen Teile des
Gebietes seltener. H. vulgaris L, G@emeiner Wassernabel.*)
2. Unterfamilie: Saniculeae, Sanikelgewächse.
1. Frucht rippenlos.
a. Frucht mit weichen, hakigen Stacheln dicht besetzt. Hüllblätter
wenig ansehnlich. Gattung 519: Sanieula Tournefort, Sanikel.
*, Tafel 427. Hydrocotyle vulgaris L. A blühende Pflanze. 1 Blüten- und
Fruchtstand; 2 einzelne Blüte; 3 Frucht; 4 Querschnitt durch dieselbe. 1 bis 4
vergrössert.
Umbbelliferae. 317
b. Frucht mit Schuppen oder Höckern besetzt. Hüllblätter gross,
stechend. Pflanze distelartig, wenigstens die Stengelblätter sind
dornig-gezähnt. Gattung 520: Eryngium Tournefort, Männer-
treu.
2. Frucht mit 5 Rippen. Hüllen grossblätterig.
a. Rippen faltig, wie mit einer Reihe von Schuppen besetzt. Gattung 521:
Astrantia Tournefort, Sterndolde.
b. Rippen fädlich. Gattung 522: Hacquetia Necker, Hacquetia.
Gattung 519: Sanicula Tournefort, Sanikel.
Wurzelstock ausdauernd. Grundständige Blätter lang-gestielt, tief-hand-
förmig, fünflappig, eingeschnitten-gesägt; Sägezähne fein zugespitzt und oft
am Rande gewimpert; sonst ist die Pflanze meist kahl. Blütenstengel 25
bis 50 cm hoch, blattlos oder mit 1 bis 2 sitzenden, dreiteiligen Blättchen.
Blüten in kleinen Köpfchen zu einer gipfelständigen Dolde vereinigt.
Blüten zwitterig-vorstäubend, oder männlich, klein, rötlich-weiss. Blütezeit
Mai, Juni. Früchtchen mit hakenförmigen Borsten. In schattigen Berg-
wäldern zerstreut. 8. europaea L., Europäischer Sanikel.*)
Gattung 520: Eryngium Tournefort, Männertreu.
Distelartige, harte und steife Kräuter mit dornigen, stechenden Blättern
und Hüllblättern. Blüten in dichte Ähren oder Köpfchen zusammengedrängt,
fast nur zwitterig; jede von einem oft schuppenförmigen Deckblättchen ge-
stützt. Die Kronenblätter haben eine lange, einwärts-gekrümmte Spitze.
Die Frucht ist eirundlich, schuppig oder höckerig, vielstriemig oder
rippenlos.
A. Alle Grundblätter ungeteilt.
1. Hüllblätter des Köpfchens fast dreilappig, dornig-gezähnt, im Umrisse
eiförmig. — Wurzelstock lang-kriechend. Grundblätter gestielt, herz-
eiförmig; Stengelblätter dreispaltig; alle ausgeschweift und dornig-
gezähnt. Blumenkrone amethystblau oder weisslich. Blütezeit Juni,
August. Höhe 15 bis 50 cm. 4. Pflanze weiss-meergrün; junge
Stengel und Zähne der jüngeren Blätter amethystfarben-angelaufen.
**) Tafel 428. Sanicula europaea L. A blühende Pflanze. 1 Zwitterblüte;
2 männliche Blüte; in beiden haben sich einzelne Staub- und die Kronenblätter noch
nicht gestreckt; 3 völlig geöffnete Blüte; 4 und 5 Kronenblätter von der Seite und
von vorn; 6 Frucht, in ihren beide Teilfrüchtchen aufgesprungen; 7 Fruchtquer-
schnitt. 1 bis 7 vergrössert.
318
Umbelliferae.
Am Strande der Nordsee, Ostsee und des Adriatischen Meeres.
Eryngium maritimum L., Meerstrands-Männertreu.*)
2. Hüllblätter der Köpfchen im Umriss lanzettlich oder lineal-lanzettlich.
a. Hüllblätter lanzettlich, vielspaltig-fiederteilig, dornig-gesägt. —
Grundblätter herzförmig, eingeschnitten-gesägt; Stengelblätter drei-
lappig, alle starr und stechend. Köpfchen länglich, wie auch das
Kraut amethystblau-überlaufen. Blumenkrone weiss. Blütezeit
Juli, August. 4. Höhe 30 bis 60 em. Auf Triften der Alpen.
E. alpinum L., Alpen-Männertreu.
ß. Hüllblätter lineal-lanzettlich, entfernt-dornig-gezähnt. — Grund-
blätter gestielt, stumpf-ei-herzförmig; Stengelblätter sitzend, untere
nicht geteilt, obere fünfteilig. Blüten amethystfarben. Blütezeit
Juli, August. Höhe 15 bis 50 cm. #4. Ganze Pflanze weisslich-
grau, häufig oberwärts amethystfarben-angelaufen. An trockenen,
sandigen Orten in der östlichen Hälfte des Gebietes. E. planum L.,
Flachblätteriger Männertreu.
B. Grundblätter, wenigstens die späteren, inneren, doppelt- oder dreifach-
fiederspaltig.
if.
Hüllblätter der Köpfchen lanzettlich-lineal, ganzrandig, selten dornig-
gezähnt, das Köpfchen überragend. — Erste, äusserste Grundblätter
länglich-ungeteilt. Stengelblätter stengelumfassend, drei- bis fünf-
spaltig. Blumenkrone weiss oder graugrün. Blütezeit Juli, August.
Vorstäubende Zwitterblüten sind mit männlichen Blüten untermischt.
Höhe 15 bis 50 cm. 2. Pflanze weisslich-grau. An trockenen,
namentlich sandigen Orten; im nordöstlichen Teile des Gebietes sehr
selten. E. eampestre L., Feld-Männertreu.
‚ Neben aufrechten, lanzettlich-linealen, das Köpfchen überragenden
Hüllblättern finden sich am Grunde des Köpfchens kleine, pfriemliche,
dornig-gezähnte, zurückgeschlagene Hüllblättehen vor. — Der vorigen
sehr ähnlich, doch Blüten, Hüllblätter und die Stengel unter den
Knoten amethystfarben überlaufen. Blütezeit August. Höhe 20
bis 50 em. %#. Auf trockenen Plätzen in Südtirol und Krain.
E. amethystinum L., Amethystfarbene Männertreu.
*) Tafel 429. Eryngium maritimum L. A Teil der blühenden Pflanze.
1 Fruchtköpfehen nach Entfernung der Früchte halbiert,'um die Deckblättchen zu
zeigen; 2 zwitterige, 3 und 4 weibliche Blüte von verschiedenen Seiten gesehen;
5 Teilfrüchtehen von der Fugenseite gesehen; 6 Querschnitt durch ein Teilfrüchtchen.
1 bis
6 vergrössert.
Umbelliferae. 319
Gattung 521: Astrantia Tournefort, Sterndolde. (Strenze, Astränze.)
Wurzelstock ausdauernd. Blätter meist grundständig. Dolden kopf-
förmig-zusammengezogen. Blüten vielehig. Frucht mit 5, schuppigen Rippen.
A. Grundständige Blätter in 3 bis zum Grunde freie Abschnitte geteilt; seit-
liche Abschnitte mehr oder weniger tief zweispaltig.
1. Hüllblätter der Döldchen etwas länger als die Blumen. — Grund-
blätter langgestielt; Stengelblätter 1 bis 2, kürzer gestielt. Döldchen
zu einer unregelmässigen Trugdolde vereinigt. In der Mitte und am
Rande der Dolden stehen männliche Blüten, ihre Zahl ist grösser
als die der zwitterigen. Hüllblätter der Döldchen lanzettlich oder
zugespitzt, weiss oder rötlich. Blumen klein, weiss, grünlich oder
rötlich. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 60 cm. 2. Giftig.
Auf Waldwiesen und im Gebüsch; im südlichen Teile des Gebietes
häufiger, im nördlichen zerstreut. A. major L., Grosse Stern-
dolde.”)
Bei der Abart involuerata Koch sind die Hüllblätter 1'/; bis
2 mal so lang wie die Blüten.
2. Hüllblätter der Döldchen viel kürzer als die Blumen. — Der vorigen
sehr ähnlich, doch kleiner; auch als Abart derselben angesehen.
Blütezeit Juli, August. Höhe 20 bis 30 cm. #. Auf Alpen und
Voralpen in Steiermark, Kärnten, Krain. A. earniolica Wulfen,
Krainer Sterndolde.
B. Grundständige Blätter in 5 oder 7 bis 9 bis zum Grunde freie Ab-
schnitte geteilt.
a. Blätter 7- bis 9teilig, mit lanzettlichen, spitzen, eingeschnitten- und
stachelspitzig-gezähnten Abschnitten. Blätter unterseits weiss-grün.
Döldchen klein; deren Hüllblätter etwas grösser als die weissen
Blumen. Blütezeit Juli, August, Höhe 15 bis 30 cm. 2%. Auf
Grasplätzen der Alpen in der Schweiz und Südtirol. A. minor L,,
Kleine Sterndolde.
b. Blätter Steilig.
1. Hüllblätter der Döldchen so lang wie die Blumen. Beide weiss-
lich, erstere mit rötlichen Spitzen. Im übrigen der vorigen sehr
ähnlich und auch als deren Abart angesehen. Blütezeit Juli,
August. Höhe 15 bis 20 cm. %#. In den Kalkvoralpen. (A. alpina
F. Schultz) A. graeilis Bartling, Zierliche Sterndolde.
*, Tafel 430. Astrantia maior L. A blühende Pflanze. 1 männliche,
2 zwitterige Blüte; 3 Querschnitt durch ein Teilfrüchtchen. 1 bis 3 vergrössert.
320 Umbelliferae.
2. Hüllblätter etwa 1!/, mal so lang wie die Blumen. Beide weiss.
Der Grossen Sterndolde ziemlich ähnlich und als deren Abart an-
gesehen, doch zarter und kleiner. Blütezeit Juli, August. Höhe
20 bis 30 cm. %. Auf waldigen Gebirgen Südbayerns. Astrantia
bavarica F. Schultz, Bayerische Sterndolde.
Gattung 522: Hacquetia Necker, Hacquetia.
Kahles Kraut mit blattlosem, eine einfache Dolde tragendem Stengel.
Grundblätter langgestielt, dreischnittig, mit zwei- bis vielspaltigen oder
-teiligen, scharf-doppelt-gesägten Abschnitten. Hüllblätter der Dolde 5 bis 6,
umgekehrt-eiförmig, an ihrer Spitze grob-gesägt, grünlich-gelb, etwa dreimal
so lang wie die kleinen, oft eingeschlechtlichen Blüten. Kronenblätter um-
gekehrt-herzförmig, gelb-grün. Blütezeit April, Mai. Höhe 10 bis 15 cm.
4. Schattige Laubwälder im südöstlichen Teile des Gebietes. (Astrantia
Epipactis L. fil; Dondia Epipactis Sprengel.) H. Epipactis De Candolle,
Gelbgrüne Hacquetia.
3. Unterfamilie: Seselineae, Seselgewächse.
A. Kelchsaum fünfzähnig.
I. Thälchen striemenlos. Gattung 523: Pachypleurum Ledebour,
Dickrippe.
II. Thälchen ein- oder mehrstriemig.
a. Thälchen einstriemig.
1. Fruchtträger zweiteilig, den Teilfrüchtchen angewachsen. Griffel
stets aufrecht. Gattung 524: Oenanthe L., Rebendolde.
2. Fruchtträger zweiteilig, frei. Griffel später zurückgebogen.
a. Kelchzähne dreieckig, bleibend. Gattung 525: Seseli L.,
Sesel (meist ausgenommen S. Gouani, siehe B.)
ß. Kelchzähne pfriemenförmig, abfallend. Gattung 526: Liba-
notis Crantz, Heilwurz.
b. Thälchen mehrstriemig.
1. Griffel stets aufrecht. Gattung 527: Athamanta L. Augen-
wurZz.
2. Griffel später zurückgebogen.
«. Kronenblätter sitzend, umgekehrt-herzförmig, mit kurzem,
einwärtsgebogenem Spitzchen.
a. Thälchen 2- bis 3striemig. Seseli Gouani Koch (siehe
vorhin). a
b. Thälchen vielstriemig. Gattung 528: Ligusticum L.,
Blasensamen (Liebesstöckel).
Umbelliferae. 391
8. Kronenblätter langgenagelt, spatelig, umgekehrt-herzförmig.
Thälchen 4- bis 5striemig. Gattung 529: Trochiscanthes
Koch, Rädchenblüte.
B. Kelchsaum undeutlich, nicht gezähnt.
A. Thälchen striemenlos, statt der Striemen enthält die mittlere Frucht-
schicht eine Reihe von ölführenden Zellen (zusammenfliessende
Striemen?) Gattung 530: Silaus Besser, Silau.
B. Thälchen ein- oder einstriemig.
I. Thälchen mehrstriemig.
a. Fruchtträger zweiteilig.
a. Rippen scharf-gekielt. Gattung 531: Aethusa L., Gleisse.
8. Rippen stumpf- oder gar nicht gekielt.
1. Blumenkrone gelb. Gattung 532: Foeniculum Adanson,
Fenchel.
2. Blumenkrone weiss oder rötlich. Gattung 525: Seseli L.,
Sesel (siehe unter A).
b. Ein Fruchtträger ist nicht vorhanden.
a. Rippen schwach-geflügelt; innen aufgeblasen-hohl. Frucht
länglich-eiförmig. Gattung 533: Cenolophium Koch, Hohl-
rippe.
8. Rippen nicht geflügelt, nicht aufgeblasen-hohl. Frucht rund-
lich-eiförmig. Gattung 534: Cnidium Cusson, Brennsaat.
II. Thälchen mehrstriemig.
a. Samen an die Wand des Fruchtgehäuses angewachsen.
a. Rippen scharf-gekielt, alle einander gleich hoch. Gattung 535:
Meum Tournefort, Bärwurz.
3. Rippen geflügelt, die randständigen noch einmal so breit
wie die rückenständigen. Gattung 536: Conioselinum
Fischer, Schierlingssilje.
b. Samen frei in dem Fruchtgehäuse liegend. Rippen scharf-ge-
flügelt. Gattung 537: Crithmum L., Bazille.
Gattung 523: Pachypleurum Ledebour, Diekrippe.
Wurzelstock ausdauernd, mehrköpfig. Grundblätter stengelumfassend,
dreifach-fiederschnittig mit länglich-linealen Abschnitten. Stengel 30 bis
120 em hoch, nicht verzweigt, blattlos oder mit 1 bis 2 kleinen Blättern.
Dolde vielstrahlig. Hülle 7- bis 10blätterig, Hüllchen vielblätterig; Blätter
der ersteren an ihrer Spitze gespalten. Frucht eiförmig, mit einander gleich
breit geflügelten Rippen, striemenlos, oft violett-schwarz-überlaufen. Kronen-
blätter erst rötlich, dann weiss. Blütezeit Juli, August. Auf feuchten Triften
Thome, Flora. III. Bd. II. Aufl. \ 21
3223 Umbelliferae.
der Urgebirgs- und Schieferalpen. (Laserpitium simplex L.; Ligusticum
simplex Allioni; Gaya simplex Gaudin; Neogaya simplex Meissner). Pachy-
pleurum simplex Reichenbach, Einfache Dickrippe.
Gattung 524: Oenanthe L., Rebendolde, Pferdesaat.
Kahle, ausdauernde Pflanzen mit mehrfach-fiederschnittigen Blättern.
Hülle meist fehlend, Hüllchen vielblätterig. Die Randblüten der Dolden
sind meist unfruchtbar, aber länger gestielt und mit grösserer Blumenkrone
strahlend; innere Blüten sitzend oder kurz- und dick-gestielt, zwitterig.
Kronenblätter umgekehrt-herzförmig mit eingebogenem Läppchen. Frucht
länglich, eirund bis kreiselförmig, von den vergrösserten fünf Kelchzähnen
gekrönt, mit stumpfen Rippen, einstriemigen Thälchen, zweistriemiger Fugen-
fläche und zweiteiligem, den Teilfrüchtchen angewachsenem Fruchtträger.
A. Wurzel faserig. Zipfel aller Stengelblätter fiederspaltig-eingeschnitten.
(1. Stamm: Phellandrium).
Stengel an seinem Grunde kriechend, wurzelnd und öfter Ausläufer
treibend, stielrund, gerillt, röhrig wie auch die unteren Blattstiele. Blätter
zwei- bis dreifach-fiederschnittig, kahl wie auch der Stengel. Abschnitte
erster Ordnung eiförmig, letzter Ordnung bei den untergetauchten
Blättern haarförmig, bei den anderen lineal-lanzettlich. Dolden viel-
strahlig, fruchtbar, am Rande nicht strahlend. Hülle fehlend oder aus
wenigen, hinfälligen Blättchen bestehend. Hüllchen vielblätterig.
Blumenkrone weiss. Einzelne Exemplare sind ganz männlich. Zwitter-
blüten vorstäubend. Früchte länglich-eiförmig. Blütezeit Juni, August.
Höhe 50 bis 150 cm. ©. (#?) Giftige. An Bächen, Gräben und
Sümpfen, häufig. (0. Phellandrium Lamarck; Phellandrium aquaticum
L.) ©. aquatica Lamarck, Wasserfenchel, Pferde- oder Ross-
kümmel.*)
B. Wurzelfasern büschelig, d.h. mehr oder weniger rübenförmig verdickt.
Zipfel, wenigstens der oberen Stengelblätter linealisch. (2. Stamm:
Oenanthe.)
I. Stengel an den unteren Knoten wurzelnde Ausläufer treibend und wie
die Blattstiele röhrig, hohl. — Stengel gerillt, kahl und bleichsee-
grün wie die ganze Pflanze. Untere Blätter zwei- bis dreifach-fieder-
schnittig, oben in einfach-fiederschnittige übergehend. Blattabschnitte
linealisch-keilig oder lineal, die der unteren Blätter breiter; die der
-
*) Tafel 431. Oenanthe aquatica Lamarck. A Blütenzweig. 1 Blütenknospe;
2 Blüte; 3 Stempel; 4 junge Frucht; 5 desgl. im Längsschnitte; 6 und 7 erwachsene
Teilfrüchtehen; 8 Frucht im Querschnitte. 1 bis 8 vergrössert.
Umbelliferae. 323
' untergetauchten in borstliche Zipfel vielfach geteilt. Endständige
Dolde 1- bis 3strahlig, fruchtbar; deren Döldchen bei der Fruchtreife
kugelig zusammengezogen. Seitenständige Dolden 3- bis 7strahlig,
mit ziemlich flachen Döldchen. Randblumen strahlend. Hülle fehlend
oder einblätterig. Hüllchen vielblätterig; deren Blättchen lanzettlich.
Früchte kantig-kreiselförmig. Kronenblätter weiss. Blütezeit Juni,
Juli. Andromonöcisch, einzelne Pflanzen sind ganz männlich. Höhe
30 bis 60 cm. 4. Giftig. In Gräben und Sümpfen niedriger Gegen-
den, hier und da; ziemlich selten. Oenanthe fistulosa L., Röhrige
Pferdesaat.*)
il. Stengel ohne Ausläufer, röhrig oder hohl.
a. Frucht unter dem Kelche zusammengeschnürt. Blattstiele nicht hohl.
1. Untere und mittlere Blätter mit ei- oder keilförmigen, stumpf-
gekerbten Fiedern, obere einfach-fiederteilig, mit linealen Zipfeln.
Hülle meist 4- bis 6blätterig. Frucht länglich, am Grunde ver-
schmälert. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe. 50
bis 60 cm. %#. Auf sumpfigen Wiesen, namentlich im west-
lichen Teile des Gebietes; doch sehr zerstreut. (OÖ. megapolitana
Willdenow.) ©. Lachenalii Gmelin, Lachenals Pferdesaat.
2. Zipfel aller Blätter linealisch. Kronenblätter zweilappig-herz-
förmig, strahlend. Frucht umgekehrt-eiförmig, stumpfrippig.
Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 100 cm.
4. Auf Sumpfwiesen, namentlich im westlichen Teile des Ge-
bietes; sehr zerstreut. 0. peucedanifolia Pollich, Haar-
strangblätterige Pferdesaat.
b. Frucht unter dem Kelche nicht zusammengeschnürt. Blattstiele hohl.
1. Abschnitte letzter Ordnung bei den unteren Blättern lanzettlich. —
Untere Blätter dreifach-, obere doppelt- und einfach-fieder-
schnittig; alle wie der Stengel kahl. Endständige Dolde frucht-
bar, seitenständige ganz oder teilweise fehlschlagend. Rand-
blüten strahlend. Hülle fehlend oder einblätterig. Hüllchen
vielblätterig, mit lanzettlichen Blättchen. Randständige Früchte
kantig-kurz-walzenförmig, abgestutzt; die inneren mehr oder
minder kreiselförmig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni,
Juli. Höhe 30 bis 60 cm. 2%. Auf sumpfigen Wiesen und
feuchten Triften der Ebenen; Niederösterreich, Tirol, Krain.
0. silaifolia Marschall v. Bieberstein, Silaublätterige
Pferdesaat.
*), Tafel 432 A. Oenanthe fistulosa L. A Teile der Pflanze, natürl. Grösse.
A 1 Blüte; A 2 Frucht. 1 und 2 vergrössert.
21*
324 Umbelliferae.
2. Abschnitte letzter Ordnung bei den unteren Blättern rauten-
eiförmig, eingeschnitten-stumpf-gekerbt. — Wurzelfasern fädlich,
an der Spitze fast kugelig verdickt. Hülle ein- bis sechsblätterig.
Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 40 cm. 2%.
Sumpfwiesen in Niederösterreich und Istrien. Oenanthe pim-
pinelloides L, Bibernellähnliche Pferdesaat.
Gattung 525: Seseli L., Sesel.
Blüten zwitterig. Kelch fünfzähnig, bleibend die Frucht krönend.
Blumenblätter umgekehrt-eirund, durch den einwärtsgeschlagenen Endzipfel
mehr oder weniger herzförmig-ausgerandet; einander gleich. Riefen des
Früchtchens 7, hervortretend oder dickflügelig, die seitenständigen randend.
Thälehen 1striemig, nur bei S. Gouani meist 3striemig; Fugenfläche 2- bis
4striemig. Fruchtträger frei, zweiteilig.
A. Blätter des Hülichens zu einer gezähnten, beckenförmigen Scheide ver-
einigt. — Stengel stielrund, feingerillt, wie die Blätter bläulich-bereift
und wie die ganze Pflanze kahl; oben ästig, fast blattlos. Blätter zwei-
bis mehrfach-fiederschnittig, mit linealen Abschnitten. Hülle fehlend
oder hinfällig-einblätterig. Früchte oval, mehlig-bestaubt. Blumenkrone
weiss oder rötlich. Blüten alle zwitterig. Blütezeit Juli, August. Höhe
30 bis 50 cm. #. Auf Felsen und sonnigen Hügeln, namentlich auf
Kalkboden im mittleren und südlichen Teile des Gebietes. $. Hippo-
marathrum L., Pferde-Sesel.
B. Hüllchen getrenntblätterig.
I. Blattstiele, besonders der Wurzelblätter, oberwärts rinnig.
a. Döldchenstiele stielrund, kahl wie die ganze Pflanze. Fruchtknoten
kahl. — Blätter 2- bis mehrfach-fiederschnittig, mit lineal-lanzett-
lichen oder linealen Abschnitten. Dolden 15- bis 25strahlig. Hülle
fehlend oder einblätterig. Hüllchen mehrblätterig. Früchte lineal-
länglich, glatt, bleich-gelblich, Thälchen olivengrün. Fruchtkelch-
zähne oft fast unmerklich. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli,
August. Höhe 60 bis 125 cm. ©. Auf sandigen Grasplätzen
hügeliger Gegenden im südöstlichen Teile des Gebietes; selten.
S. varium Treviranus, Bunter Sesel.
ß. Döldchenstielekantig,aufihrerOberseite flaumig. Fruchtknoten behaart.
1. Hüllblättehen zur Blütezeit kürzer als das Döldchen, sehr schmal-
häutig-berandet. — Blätter dreifach-fiederschnittig. Dolden 6-
bis 12strahlig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Auf
Kalkbergen in Elsass und der Schweiz. (S. multicaule Jacquin.)
S. montanum L., Berg-Sesel.
Umbelliferae. 335
2. Hüllblättchen zur Blütezeit so lang oder breiter als das Döld-
chen, breit-häutig-berandet.
a. Stengel fast einfach. Hauptdolde 20- bis 30strahlig. Hüll-
chenblätter länger als das Döldchen. — Stengel und Blätter
feinflaumig. Blätter zwei- und mehrfach-fiederschnittig, mit
linealen Abschnitten, trübgrün. Im Alter, wie die ganze
Pflanze, oft trübpurpurn überlaufen. Früchte braun, mit
helleren Riefen. Blume weiss oder rötlich. Blütezeit Juli,
September. Höhe 15 bis 60 cm, auf trockenem Boden oft
nur wenig Öentimeter hoch und mit scheinbar grundständigen
Dolden. ©, ©, #. Auf Weiden und Triften, namentlich
hügeliger Gegenden; zerstreut aber nicht häufig. (S. colora-
tum Ehrhart.) Seseli annuum L., Jähriger Sesel.
b. Stengel stark-spreizend verästelt. Hauptdolde 5- bis 10strahlig.
Hüllchenblätter so lang wie das Döldchen. Blätter- drei bis
vierfach-fiederschnittig mit gespreizten Abschnitten und drei-
teiligen oder dreispaltigen Endabschnitten. Blumenkrone weiss.
Blütezeit Juli, August. #4. Auf trockenen, felsigen Abhängen
in Südtirol; selten. 8. tortuosum L., Krauser Sesel.
Il. Blattstiele stielrund oder seitlich - zusammengedrückt, nicht rinnig.
Döldchenstiele stielrund.
a. Hauptdolde 10- bis 25strahlig. Fruchtstielchen so lang oder länger
wie das Früchtchen. Hüllchenblätter lanzettlich. Thälchen vier-
striemig. — Ganze Pflanze bläulich-weiss-bereift. Grundständige
Blätter dreieckig, dreifach drer- bis fiederschnittig. Blumenkrone
weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe bis 100 cm. ©. Auf gra-
sigen Hügeln, namentlich Kalk, im Südosten des Gebietes; zerstreut.
S. glaucum Jacquin, Blaugrüner Sesel.
ß. Hauptdolde 3- bis 6strahlig. Fruchtstielchen kürzer als das Frücht-
chen. Hüllchenblätter pfriemlich. Thälchen meist dreistriemig,
selten vierstriemig. — Grundständige Blätter dreieckig, dreifach-drei-
schnittig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe bis
50 cm. ©. Auf felsigen Abhängen, in Istrien, Südtirol, Südkrain.
S. Gouani Koch, &ouans Sesel.
Gattung 526: Libanotis Crantz, Heilwurz.
Dolde vielstrahlig, reichblumig, mit vielblätteriger Hülle. Kelchzähne
pfriemlich, abfallend. Frucht auf dem Querschnitte fast kreisrund. Thälchen
einstriemig. Fugenfläche 2- bis 4striemig. Fruchtträger frei, zweiteilig.
336 Umbelliferae.
1." Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig, unterseits blaugrün. 'Blättchen
fiederspaltig-eingeschnitten, mit lanzettlich-stachelspitzigen Zipfeln, die
untersten Paare der Blättchen an der Hauptspindel meistens kreuzständig,
unterstes herablaufend. — Stengel tiefgefurcht. Hülle und Hüllchen fehlend
bis vielblätterig. Blumenkrone weiss, auf alpinen Höhen auf der Unter-
‘seite rotviolett. Blütezeit Juli, August. Früchtchen kurzhaarig. Höhe
100 bis 125 em. ©. Auf Felsen, an waldigen oder buschigen Stellen,
namentlich auf Kalkboden im mittleren und südlichen Teile des Ge-
bietes. (Athamanta Libanotis L.; Seseli Libanotis Koch.) Libanotis
montana Crantz, Berg-Heilwurz.
Bei der Abart L. athamantoides De Candolle, Weihrauchwurz
in Krain erscheint die Frucht dem unbewaffneten Auge kahl.
Bei L. daueifolia De Candolle, Möhrenblätterige Heilwurz
in der Schweiz sind die Blätter mehr zerteilt und deren Abschnitte
schmäler.
vv.
. Blätter einfach-fiederschnittig mit tiefeingeschnitten-gesägten Fiedern. —
Im übrigen der vorigen sehr ähnlich und auch als Abart derselben an-
gesehen. Im nordöstlichen Teile des Gebietes. (Athamanta sibirica L.)
L. sibirica Koch, Sibirische Heilwurz.
Gattung 527: Athamanta L., Augenwurz.
Kelch 5zähnig. Blumenblätter einander ziemlich gleich, durch das
eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig. Frucht länglich, in
einen Hals verschmälert, auf dem Querschnitte ziemlich kreisrund. Riefen
der Früchtchen flach oder sehr fein, seitliche strahlend. Thälchen ein-
bis dreistriemig, Fugenflächen zwei- bis vierstriemig. Fruchtträger frei,
zweiteilig. |
1. Blätter drei- bis vierfach-fiederschnittig, mit linealen, zugespitzten Ab-
schnitten, von denen einzelne zwei- bis dreispaltig sind. Hauptdolde
sechs- bis neunstrahlig. Hülle armblätterig, hinfällig oder fehlend.
Hüllchen mehrblätterig; deren Blättchen haarspitzig, häutig mit krautigen
Rückenstreifen. Früchte mit kurzen, abstehenden Haaren dichtbesetzt,
wie die ganze Pflanze stark-gewürzhaft riechend. Blumenkrone weiss.
Blütezeit Juni bis August. Höhe 10 bis 25 cm. 4. Auf Kalkfelsen
der Alpen, Voralpen, des Jura und im Schwarzwalde verbreitet. (Liba-
notis eretensis Scopoli.) A. eretensis L., Kretische Augenwurz.
. Blätter einfach-fiederschnittig, mit fädlichen, spreizenden Abschnitten.
Hauptdolde 15- bis 25strahlig. Im übrigen der vorigen ähnlich. Blüte-
‘zeit Juli, August. ©. Auf trockenen Gebirgsabhängen in Steiermark,
DD
Umbelliferae. 3937
Tırol und Krain. (A. Turbith Karsten.) Athamanta Matthioli
Wulfen, Matthiolis Augenwurz.
Gattung 528: Ligusticum L., Blasensamen (Liebstock).
Stengel gestreift. Blätter vielfach-fiederschnittig, mit linealen, zu-
gespitzt-stachelspitzigen Abschnitten letzter Ordnung. Hüllchen vielblätterig.
Kronenblätter durch ein einwärtsgeschlagenes Zipfelchen herzförmig-aus-
gerandet. Teilfrüchtchen mit 5 gleichen, scharfen, fast flügelartigen Rippen.
Thälehen und Fugenflächen vielstriemig. Griffel zurückgebogen. Frucht-
träger zweiteilig.
1. Hüllchen vielblätterig; Blättchen an der Spitze fiederspaltig. —
Blumenkrone weiss. Blütezeit Jul. %#. Höhe 30 bis 50 cm. Im
Felsenschutt des Jura und der Schweizer Alpen; selten. L. ferula-
ceum Allioni, Liebstock, Alpenrübe.
2. Hüllchen fehlend bis dreiblätterig; Blättchen ungespalten. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Juli. #4 Höhe 100 und mehr cm. Auf
Bergen und Voralpen in Südtirol, Krain und Tessin. (Selinum
Seguieri L.) L. Seguieri Koch, Seguiers Liebstock.
Gattung 529: Trochiscanthes Koch, Rädchenblüte.
Blätter mehrfach dreizählig zerschnitten; Abschnitte gross, eilanzettlich,
ungleich-gezähnt. Blütentragende Äste gegen- oder quirlständig, mit zahl-
reichen, kleinen Dolden. Kronenblätter langgenagelt, grünlich-gelb, mit
dreieckigem, einwärtsgebogenem Mittelzahn. Teilfrüchtehen mit 5 gleichen,
scharfen, fast geflügelten Rippen, deren seitliche randend. Thälchen 4- bis
5striemig. Griffel zurückgebogen. Fruchtträger zweiteilig. Blütezeit Juli.
Höhe bis etwa 50 cm. #2. An waldigen Orten im unteren Rhonethal.
T. nodiflorus Koch, Knotenblütige Rädchenblüte.
Gattung 530: Silaus Besser, Silau.
Kahles, bis 1 m hohes, grasgrünes Kraut. Stengel: rillig, oberwärts
kantig. Blätter 2- bis Sfach-fiederschnittig; deren Abschnitte fiederspaltig
oder 2- bis 3spaltig, mit lineal-lanzettlichen Zipfeln. Hülle fehlend oder
1- bis 2blätterig. Hüllchen vielblätterig, mit lineal-lanzettlichen Blättchen.
Blumenkrone bleich-gelb. Alle Blüten zwitterig. Frucht oval, mit scharf-
gekielten Rippen, deren seitliche randend; striemenlos, statt der Striemen
mit einer die Mittelfruchtschicht erfüllenden Balsamzellenschicht. Blütezeit
Juni bis August. #. In Wiesen und Gebüsch im südlichen und mittleren
Teile des Gebietes verbreitet, im nördlichen sehr selten. (Peucedanum
328 Umbelliferae.
Silaus L., Cnidium Silaus Sprengel.) Silaus pratensis Besser, Wiesen-
Silau.*)
Gattung 531: Aethusa L., Gleisse.
Kahles, ästiges, aufrechtes, 10 bis 120 cm hohes Kraut. Wurzel spindelig.
Stengel stielrund, feingerillt. Blätter 2- bis 3fach-fiederschnittig; Abschnitte
im Umrisse eiförmig, fiederspaltig, mit lanzettlichen oder lineal-borstlichen
Zipfeln; stark glänzend, besonders auf der unteren, helleren Seite. Hülle
fehlend. Hüllchen halbiert, aus 3 linealen Blättchen bestehend. Dolden
mit Gipfelblüte. Blüten zwitterig. Kelchrand verwischt. Blumenblätter
durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig, ungleich, die
äusseren, am Rande der Döldchen, grösser. Frucht kugelig-eirund, auf
dem Querschnitte kreisrund. Riefen des Früchtchens 5, erhaben, dick, ge-
schärft-gekielt, die seitenständigen randend, etwas breiter. Thälchen ein-
striemig; Fugenflächen zweistriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Juni bis Oktober. ®. Auf Äckern und Schutt
gemein. Sehr giftig. A.Cynapium L., Hundsgleisse, Hundspetersilie.**)
Ändert ab:
a. Stengel bis 20 em hoch; von seinem Grunde an in Äste aufgelöst.
Äussere Blütenstiele im Döldchen nur so lang wie die Frucht; Döld-
chen daher gedrungen. Hüllchen so lang oder etwas länger als das
Döldehen, abstehend oder herabhängend. var. agrestis Wallroth,
Acker-Hundspetersilie.
ß. Stengel 15 bis 60 cm hoch, oberwärts ästig. Äussere Blütenstielchen
im Döldchen doppelt so lang wie die Frucht; Döldchen daher etwas
locker. Hüllchen länger als das Döldchen, herabhängend. var. do-
mestica Wallroth, Garten-Hundspetersilie.
y. Stengel 90 bis 120 cm hoch; in allen Teilen grösser und stärker.
Hüllchen verhältnismässig kürzer, abstehend oder herabhängend; Früchte
kleiner. var. elatior Döll, Grosse Hundspetersilie.
Gattung 532: Foeniculum Adanson, Fenchel.
Stengel aufrecht, stielrund, feingerillt, samt den Blättern bläulich-
bereift, kahl wie die ganze Pflanze. Blattfiedern lang, an der Spitze mit
*) Tafel 433. Silaus pratensis Besser. AB Teile der Pflanze in natürl. Grösse.
**) Tafel 434. Aethusa CynapiumL. AB blühende’Pflanze; C Fruchtdöldchen.
1 Blütenknospe; 2 Blüte; 3 Blütenlängsschnitt; 4 Stempel; 5 reife Frucht; 6 Frücht-
chen von der Rückenseite gesehen; 7 Frucht im Querschnitte; 8 Halbfrüchtehen im
Längsschnitte. 1 bis 8 vergrössert.
Umbelliferae. 329
einem mützenförmigen Öhrchen. Blätter drei- bis vierfach-fiederschnittig.
Zipfel lineal-pfriemlich oder borstlich; die oberen Blätter länger. Hülle
und Hüllchen fehlend. Dolden gross, 10- bis 20strablig. Kelchrand ver-
wischt. Kronenblätter sattgelb, rundlich, abgestutzt, eingerollt, einander
gleich. Frucht süss gewürzig schmeckend und angenehm riechend, läng-
lich, auf dem Querschnitte fast kreisrund; Riefen 5, hervortretend, stumpf-
gekielt, die seitenständigen randend und breiter. Thälchen einstriemig,
Fugenfläche zweistriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Blütezeit Juli,
August. Höhe 1 bis 2m. © und # Aus Südeuropa stammend, als
Küchengewächs und der offizinellen Früchte, Fruetus Foenieuli, halber
gebaut und öfter verwildert. (F. capillaceum Gilibert; Anethum Foenieu-
lum L.) Foenieulum offieinale Allioni, Gebräuchlicher Fenchel.*)
Gattung 533: Cenolophium Koch, Hohlrippe.
Kahles Kraut. Blätter 3- bis 5fach-fiederschnittig, mit 3teiligen End-
zipfeln und ganzrandigen oder 2teiligen Seitenzipfeln; Zipfel und Abschnitte
gespreizt. Hülle meist einblätterig, selten fehlend. Hüllchen vielblätterig.
Kelchsaum undeutlich. Kronenblätter umgekehrt-eiförmig, mit einwärts-
geschlagener Spitze, weiss. Frucht mit fast kreisförmigem Querschnitte.
Fruchtträger fehlend. Rippen gleichstark, scharf, fast geflügelt, innen hohl,
seitliche randend. Thälchen einstriemig. Bei der Reife löst sich die mittlere
Fruchtschicht völlig auf, sodass der von der inneren Fruchtschicht um-
gebene Same frei in der äusseren Fruchtschicht liegt. Blütezeit Juli,
August. Höhe 100 bis 125 cm. Aus Russland in das Gebiet der Memel
eingewandert. C. Fischeri Koch, Fischers Hohlrippe.
Gattung 534: Cnidium Cusson, Brennsaat.
Blätter 2- bis 3fach-fiederschnittig. Hülle und Hüllchen aus zahl-
reichen, borsten- und pfriemenförmigen Blättchen zusammengesetzt. Kelch-
saum undeutlich. Kronenblätter meist umgekehrt-eiförmig, durch die ein-
wärts geschlagene Spitze ausgerandet. Frucht eiförmig, fast kugelig.
Rippen einander gleich, geflügelt. Fruchtträger fehlend. Thälchen ein-
striemig.
a. Blätter doppelt-fiederschnittig.
1. Stengel stielrund, sehr zart-gerillt. Hüllchenblättchen pfriemlich,
kahl. — Blattscheiden lang, die oberen dem Stengel straff-anliegend.
*) Tafel 435. Foeniculum officinale Allioni. A Blüten und Früchte
tragender Zweig. 1 Blüte; 2 Blütenlängsschnitt; 3 Stempel; 4 Frucht; 5 reife Frucht,
ein Teilfrüchtehen im Längsschnitte; 6 Frucht im Querschnitte; 7 Teilfrüchtchen ohne
Stempelpolster im Längsschnitte. 1 bis 7 vergrössert.
330 Umbbelliferae.
Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 60 cm. ©. In sumpfigen Wiesen,
namentlich Waldwiesen im nördlichen und mittleren Teile des Gebietes;
selten. Cnidium venosum Koch, Aderige Brennsasat.
2. Stengel kantig-gerillt, von Grund aus ästig. Hüllchenblättchen borst-
lich, borstig-rauh, so lang wie das Döldchen. Blütezeit Juni, Juli. ©.
In Gebüschen Südkrains. €. Monnieri Cusson, Monniers Brenn-
saat.
b. Blätter dreifach-fiederschnittig. Alle Blattscheiden locker abstehend.
Stengel kantig-gerillt. Blütezeit Juni, Juli. Höhe etwa 50 cm. 2.
Auf Felsen in Tessin, Krain, dem österreichischen Küstengebiete. (Ligus-
ticum silaifollum Gaudin.) @. apioides Sprengel, Sellerieartige
Brennsaat.
Gattung 535: Meum Tournefort, Bärwurz.
Blüten zwitterig und männlich. Kelchrand verwischt. Blumenblätter
einander gleich, elliptisch, spitz, mit der Spitze einwärts-gebogen. Frucht
länglich, auf dem Querschnitte fast kreisrund. Riefen des Früchtchens 5,
geschärft-gekielt, einander gleich, seitenständige randend. Thälchen 3- bis
4striemig. Fugenfläche 4- bis 8striemig. Fruchtträger frei, zweiteilig.
1. Blattabschnitte haarförmig-fein. Blumenkrone hinfällig, weiss, seltener
etwas rötlich angeflogen. — Wurzel mehrköpfig. Stengel stielrund, kahl
wie die ganze Pflanze, armblätterig. Blätter 2- bis 3fach-fiederschnittig,
dunkelgrün. Hülle fehlend, oder ein- bis mehrblätterig, so lang oder
etwas länger als das Döldchen. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 30 cm.
4. Auf Gebirgswiesen, im Süden häufiger. (Athamanta Meum L.)
M. athamanticum Jacquin, Haarblätterige Bärwurz.*)
2. Blattabschnitte lineal-länglich. Blumenkrone rötlich, vor dem Aufblühen
purpurrot. — Wurzel mehrköpfig. Stengel kahl wie die ganze Pflanze,
einfach und blattlos, oder oben in 2 bis 3 Äste geteilt und dann 1- bis
2blätterig. Blätter 2- bis 3fach-fiederschnittig. Hülle 1blätterig oder
fehlend. Hüllchen 2- bis 3blätterig, so lang oder etwas länger als das
Döldehen. Honigduftend. Dolden mit einer mittleren Zone von schein-
zwitterigen Pollenblüten. Blütezeit Juni, August. Höhe 30 bis 50 em.
4. Auf Triften und Wiesen der Alpen, seiten anderer höherer Gebirge.
(Phellandrium Mutellina L) M. Mutellina Gärtner, Alpen-Bärwurz,
Köpernikel.
-
*, Tafel 436. Meum athamanticum Jacquin. AB blühende Pflanze, 1 Blüte;
2 reife Frucht; 3 Teilfrüchtehen vom Rücken; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 ver-
grössert.
Umbelliferae. 331
Gattung 536: Conioselinum Fischer, Schierlingssilje.
Stengel stielrund, bereift, mit gefurchten Ästen. Blattscheiden auf-
geblasen. Blätter dreifach-fiederteilig, mit länglichen Zipfeln. Hülle fehlend
oder armblätterig.. Hüllchenblätter 5 bis 7, pfriemlich, so lang oder länger
als das Döldchen. Kelchsaum undeutlich. Kronenblätter umgekehrt-eiförmig,
mit einwärts gebogenem Zipfelchen, weiss. Frucht vom Rücken her schwach
zusammengedrückt. Rippen geflügelt, randständige doppelt so breit wie die
übrigen. Thälchen und Fugenfläche vielstriemig. Blütezeit August. Höhe
60 bis 150 cm. %. Auf w aldigenund steinigen Gebirgsabhängen in Schle-
sien; sehr selten. (C. Fischeri Wimmer und Grabowski.) (C. tataricum
Fischer, Tatarische Schierlingssilje.
Gattung 537:, Crithmum L., Bazille.
Kahles, bis 30 cm hohes, oft halbstrauchartiges Kraut, mit fleischigen
Trieben und Blättern. Blätter 2- bis 3fach drei- oder fiederschnittig, mit
meist eilanzettlichen, ganzrandigen Abschnitten. Dolden vielstrahlig. Hülle
und Hüllchen vielblätterig. Kelchsaum undeutlich. Kronenblätter sehr
klein, rundlich, eingerollt, weiss, mitunter fehlend. Frucht oval; Rippen
geflügelt, einander gleich breit, wenig vorspringend. Same von zahlreichen
Ölstriemen ganz umgeben. Blütezeit Juli, August. %#. Auf Felsenabhängen
am Adriatischen Meere. (C. maritimum L., Seestrands-Bazille.
4. Unterfamilie: Ammieae (Ammineae), Ammigewächse,
A. Kelchsaum undeutlich.
I. Blumenkronenblätter an der Spitze ganz, nicht herzförmig - aus-
geschnitten.
A. Fruchtträger ungeteilt. Kronenblätter sternförmig - ausgebreitet,
nicht oder doch nur mit einem kleinen Spitzchen einwärts-ge-
bogen.
1. Blumenkronenblätter eiförmig, mit einem kleinen, geraden oder
einwärts-gebogenen Spitzchen. Gattung 538: Heloseiadium
Koch, Sumpfschirm, Scheiberich. |
2. Blumenkronenblätter rundlich, mit einem dicht-eingerollten
Spitzchen. Gattung 539: Apium L., Sellerie.
B.Fruchtträger gabelig, bis tief-zweiteilig. Kronenblätter alle, oder
wenigstens bei den männlichen Blüten einwärts-gebogen.
1. Unter jeder Rippe findet sich eine Ölstrieme (Rippe von einem
Kanale durchzogen). Kronenblätter der männlichen Blüten
lanzettlich und einwärts-gebogen; der weiblichen und zwitte-
3 Umbbelliferae.
rigen Blüten eiförmig, kurz-zugespitzt. Blüten oft völlig zwei-
häusig. Gattung 540: Trinia Hoffmann, Trinie.
2. Rippen ohne Ölstriemen. Kronenblätter der verschiedenen
Blüten einander gleich (abgesehen von strahlenden Blüten).
a. Blätter dreifach-fiederschnittig. Kronenblätter rundlich, in
ein einwärts-gebogenes Läppchen verschmälert. Gattung 541:
Petroselinum Hoffmann, Petersilie.
8. Blätter ungeteilt, ganzrandig. Kronenblätter an der Spitze
abgestutzt und eingerollt. Gattung 542: Bupleurum
Tournefort, Hasenohr.,
II. Blumenkronenblätter an ihrer Spitze herzförmig-ausgeschnitten.
a. Fruchtträger nur an ihrer Spitze gabelig-geteilt.
1. Thälchen striemenlos. Blätter.doppelt-dreischnittig. Gattung 543:
Aegopodium L., Giersch, Geissfuss.
2. Thälchen 1- bis 3striemig. Blätter fiederschnittig.
a. Thälchen 1striemig. Gattung 544: Carum L., Kümmel.
ß. Thälchen 3striemig. Gattung 545: Bunium L., Erdnuss,
Knollenkümmel.
b. Fruchtträger tief-zweiteilig.
a. Thälchen 1striemig. Hülle und Hüllchen sind vorhanden.
a. Striemen fadenförmig, so lang wie die länglich-eiförmige
Frucht. Hülle und Hüllchen vielblätterig. Gattung 546:
Ammi Tournefort, Ammi.
b. Striemen keulenförmig, von der Spitze bis zur Mitte der
breit-eiförmigen Frucht herablaufend.. Hülle und Hüllchen
armblätterig. Gattung 547: Sison L., Sison.
ß. Thälchen vielstriemig. Hülle und Hüllchen fehlen. Gattung 548:
Pimpinella L., Bibernelle.
B. Kelchsaum deutlich fünfzähnig.
a. Thälchen 1striemig.
1. Eiweiss auf der Fugenseite flach.
a. Hüllchen vielblätterig. Gattung 549: Falearia Rivin, Sichel-
möhre.
8. Hüllchen fehlt oder durch 1 bis 3, hinfällige, borstliche Blätt-
chen vertreten. Gattung 550: Ptychotis Koch, Faltenohr.
2. Eiweiss auf der Fugenseite gewölbt. Hüllchen fast fehlend. Gat-
tung 551: Cieuta L., Wasserschierling.
b. Thälchen mehr-, meist 3striemig. ö
1. Eiweiss auf der Fugenseite flach. Striemen oberflächlich. Gat-
tung 552: Sium L., Merk.
Umbelliferae. 333
2. Eiweiss auf der Fugenseite gewölbt. Striemen im Fruchtknoten-
gewebe verborgen. Gattung 553: Berula L., Berle.
Gattung 538; Helosciadium Koch, Scheiberich, Sumpfschirm.
Kahle, kriechende Kräuter. Blüten zwitterig. Hülle und Hüllchen meist
armblätterig, selten fehlend. Blumenblätter eilanzettlich, einander gleich,
sternförmig ausgebreitet. Frucht eiförmig oder länglich, von der Seite zu-
sammengedrückt. Riefen 5, fädlich, einander gleich, die seitlichen randend.
Thälchen 1striemig, Fugenfläche striemenlos. Fruchtträger frei, ungeteilt.
A. Dolden zweistrahlig; untergetauchte Blätter haarfein-geteilt; obere, selten
alle, einfach-fiederschnittig, mit keilförmigen, oft dreilappigen Blättchen.
Blüten klein, 2 mm Durchmesser, schwach vorstäubend. Blumenkrone
grünlich-weiss. Blütezeit Juni, Juli. Länge 10 bis 50 cm. 4. In
Sümpfen und Gräben Norddeutschlands. (Sison inundatum L.) H. inun-
datum Koch, Schwimmender Sumpfschirm.
B. Dolden vielstrahlig. Alle Blätter einfach-fiederschnittig, mit rundlich-
eiförmigen bis lanzettlichen Abschnitten.
1. Stengel nur am Grunde liegend und wurzelnd. Dolden von den
stärker entwickelten Seitenzweigen zur Seite gedrängt und daher
scheinbar blattgegenständig.
a. Hülle 1- bis 2blätterig. Blattabschnitte eilanzettlich, gleichmässig-
stumpf-gesägt. Hüllchen vielhlätterig. Blumenkrone grünlich-weiss.
Blütezeit Juli, August. Länge 15 bis 50 cm. %. In Gräben
und Teichen im Rheingebiete, Württemberg und der Schweiz.
(Sium nodiflorum L)) H. nodiflorum Koch, Knotenblütiger
Sumpfschirm.
b. Hülle 3- bis 5blätterig. Blattabschnitte bald gleichmässig, bald
ungleichmässig spitz-gezähnt-gesägt bis gelappt. Blumenkrone
weisslich. Blütezeit Juli, August. Im übrigen wie vorige; doch
wohl keine Abart derselben. In der baierischen Pfalz und Nassau
gefunden. H. palatinum F. Schultz, Pfälzer Sumpfschirm.
2. Dolden durch die stärker entwickelten Seitenzweige zur Seite gedrängt
und daher scheinbar blattgegenständig. Die so entstehende Schein-
achse niederliegend und an allen Knoten wurzelnd. Blattfiedern
rundlich-eiförmig, ungleich-gezähnt oder gelappt. Blumenkrone weiss.
Blütezeit Juli bis September. Länge 10 bis 30 cm. 24 An
sumpfigen, überschwemmten Stellen; im westlichen und südlichen
*) Tafel 432 B. Helosciadum inundatum Koch. Pflanze in nat. Grösse.
334 Umbelliferae.
Teile des Gebietes selten und zerstreut. (Sium repens Koch.)
Heloseiadium repens Koch, Kriechender Sumpfschirm.
Gattung 539: Alpium L., Sellerie.
Wurzel spindelig-ästig. Stengel kantig-gefurcht, sehr ästig, oft quirl-
ästig, kahl und stark riechend wie die ganze Pflanze. Blätter glänzend.
Untere Blätter fiederschnittig; deren Abschnitte dreilappig bis dreischnittig,
mit fast rautenförmigen, 2- bis 3spaltigen, ungleich-eingeschnitten-gesägten
Lappen. Obere Blätter dreischnittig; deren Abschnitte dreilappig oder,
dreispaltig, mit keiligen, grob-eingeschnitten-gesägten Zipfeln. Zipfel der
blütenastständigen Blätter viel kleiner, manchmal ungeteilt, lanzettlich,
ganzrandig. Hülle und Hüllchen fehlend. Blüten zwitterig. Kelchrand
verwischt. Blumenblätter einander gleich, mit der Spitze eingerollt. Frucht
rundlich, an den Seiten etwas zusammengezogen. Riefen 5, fädlich, ein-
ander gleich, seitenständige randend. Thälchen 2- bis 3striemig. Fugen-
fläche 2striemig. Fruchtträger frei, ungeteilt. Blumenkrone klein, weiss.
Blütezeit Juli bis September. Höhe 30 bis 100 cm. ©. Auf Salzboden,
namentlich am Nord- und Ostseestrande; im südlichen Teile des Gebietes,
sehr zerstreut und selten; als Küchenpflanze vielfach angebaut und dann
mit diek-knolligen, fleischigen Wurzeln und grösseren, mehr geteilten
Blättern. A. graveolens L., Gemeiner Sellerie.*)
Gattung 540: Trinia Hoffmann, Trinie.
Blüten zweihäusig. Kelchrand verwischt. Blumenblätter einander
gleich, mit eingerollter Spitze; die der männlichen Blüten lanzettlich,
gelblich-weiss, unterseits rötlich; der weiblichen eiförmig, weiss, sehr klein
und sehr hinfällig. Frucht eiförmig, von der Seite zusammengedrückt.
Riefen des Früchtchens 5, einander gleich, fädlich, die seitenständigen
randend. Thälchen meist 1striemig, seltener striemenlos; zudem unter
jeder Rippe eine Ölstrieme. Fugenfläche 2striemig. Fruchtträger frei,
zweiteilig.
1. Hüllchen fehlend, selten 1blätterig und hinfällig. Griffel purpurn.
Frucht stumpfrippig. Blütezeit April, Mai. Höhe 8 bis 30 cm. Auf
trockenen, grasigen, kalkigen Abhängen; im südlichen Gebiete, am
Rhein und am Main. (T. vulgaris De Candolle; Pimpinella glauca L.)
T. glauca Dumortier, Blaugrüne Trinie.
*) Tafel 437. Apium graveolens L. AB blühende Pflanze. 1 und 2 zum
Teil und ganz geöffnete Blüte von oben; 3 Staubblatt; 4 Längsschnitt durch den
Stempel; 5 Früchtehen; 6 Früchtchen im Längsschnitte; 7 Fruchtträger; 8 Halb-
früchtchen im Querschnitte. 1 bis 8 vergrössert.
Umbelliferae. 335
2. Hüllchen 3- bis 6blätterig. Im übrigen der vorigen sehr ähnlich
und vielleicht eine Abart derselben, doch kräftiger und bis 75 cm
hoch. Auf trockenen Grasplätzen in Mähren. (Seseli pusillum L.,
Pımpinella glauca Waldstein-Kitaibel.) Trinia Kitaibelii Marschall
v. Bieberstein, Kitaibels Trinie. |
Gattung 541: Petroselinum Hoffmann, Petersilie.
Wurzel spindelig. Stengel stielrund, feingerillt, kahl wie die ganze
Pflanze. Blätter glänzend; untere 2- bis 3fach-fiederschnittig; deren Ab-
schnitte dreispaltig oder fiederspaltig mit ungleich-eingeschnittenen Zipfeln.
Obere Blätter 1- bis 2fach-fiederschnittig; oberste dreischnittig; deren Ab-
schnitte lineal-lanzettlich oder lineal, ganzrandig. Hülle fehlend oder 1- bis
2blätterig. Hüllchen 6 bis 8 kleine, pfriemliche Blättchen. Blüten zwitterig
und männlich. Kelchrand verwischt. Kronenblätter eirund, durch das
eingeschlagene Endläppchen mehr oder weniger ausgerandet, einander gleich.
Frucht eiförmig, an den Seiten zusammengezogen, fast zweiknotig. Riefen 5,
fädlich, einander gleich, die seitenständigen randend. Thälchen einstriemig,
Fugenfläche zweistriemig. Dolden mit Gipfelblüte. Blumenkrone grünlich-
gelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 bis 100 cm. ©. Ganze Pflanze ge-
würzhaft riechend. Aus Südeuropa; überall angebaut und vielfach ver-
wildert. Die Früchte waren offizinell. (Apium Petroselinum L.) P. sati-
vum Hoffmann, Gemeine Petersilie.*)
Bei der Abart erispum Miller, Krause Petersilie haben die unteren
Blätter krause Blattabschnitte.
Gattung 542: Bupleurum Tournefort, Hasenohr.
Blüten zwitterig. Kelchrand verwischt. Blumenblätter einander gleich,
rundlich, abgestutzt, eingerollt. Frucht eiförmig, fast: zweiknotig an den
Seiten zusammengezogen. Riefen 5, einander gleich, fädlich oder verwischt,
die seitenständigen randend. Thälchen meist vielstriemig. Fruchtträger
zweiteilig.
A. Wenigstens die oberen Blätter durchwachsen. Hülle fehlend.
1. Thälchen gerillt. Blätter eirund, unten am Grunde etwas verschmälert,
mittlere und obere Blätter durchwachsen. Dolden 5- bis 7 strahlig.
Hüllchen 2- bis 5blätterig, doppelt so lang wie das Döldchen; stern-
förmig, gelbgrün. Blumenkrone sattgelb. Blütezeit Juni, Juli. Höhe
*) Tafel 438. Petroselinum Hoffmann. AB blühende Pflanze. 1 Blüte im
männlichen Zustande; 2 Stempel im weiblichen Zustande; 3 Frucht mit in der Los-
lösung begriffenen Teilfrüchtchen; 4 Fruchtquerschnitt; 5 Früchtchen im Längsschnitt.
1 bis 5 vergrössert.
336
Umbelliferae.
15 bis 50 cm. ©. Unter der Saat, auf Thon- und Kalkboden; zer-
streut; in Norddeutschland selten und unbeständig. (B. perfoliatum
Lamarck.) Bupleurum rotundifoiium L.,, Rundblätteriges
Hasenohr.*)
. Thälchen feinkörmig. Untere Blätter eirund-länglich. Sonst wie
vorige. Blütezeit Juni, Juli. ©. Im Südkrain und Istrien. P. pro-
tractum Lamarck, Verlängertes Hasenohr.
B. Blätter nicht durchwachsen.
I.
Il.
Frucht körnig-rauh.
a. Früchtehen deutlich fünfrıppig. Blätter schmal-lineal, lanzettlich,
zugespitzt, ganzrandig, dreinervig, sitzend. Riefen des Früchtchens
samt den striemenlosen Thälchen dichtwarzig. Blumen klein, gelb-
lich oder rötlich, von den Hüllchen verdeckt. Blütezeit Juli,
August. Höhe 8 bis 25 cm. ©. Auf trockenen Triften und
Weiden, an salzigen Stellen im mittleren und nördlichen Teile des
Gebietes; sehr zerstreut. B. tenuissimum L., Feinstengeliges
Hasenohr.
b. Fruchtrippen undeutlich. Blätter lanzettlich, stachelspitzig, untere
stumpf; sonst wie vorige. Blütezeit Juli, August. Höhe 15 bis .
20 cm. ®. Istrien. B. semicompositum L., Afrikanisches
Hasenohr.
Fruchtthälchen glatt oder gerillt, nicht feinkömig-rauh.
A. Blätter des Hüllchens scheibenförmig, bis zur Mitte miteinander
verwachsen, hellgrüngelb Grundblätter lineal-lanzettlich; stengel-
ständige eilanzettlich, fast stengelumfassend. Blumenkrone gelb.
Blütezeit Juli, August. Höhe bis 20 cm. Alpen Kärntens, Krains,
der Schweiz. B. stellatum L., Sternhülliges Hasenohr.
B. Blätter des Hüllchens nicht miteinander verwachsen.
1. Untere Blätter lineal bis lineal-lanzettlich.
a. Obere Blätter aus herz- oder eiförmigem, ganz oder fast
stengelumfassendem Grunde, spitz zulaufend; an ihrem Grunde
etwa drei- bis viermal so breit wie die unteren Blätter. —
Hülle aus drei elliptischen Blättern bestehend. Hüllchen
breit-elliptisch, zugespitzt, länger als das Döldchen. Blumen-
krone gelb. Blütezeit Juli. Höhe meist nur bis 20 cm. 4.
Auf Felsen und Alpenweiden; sehr- selten. B. ranuncu-
loides L., Hahnenfussartiges Hasenohr.
*) Tafel 439 A. Bupleurum rotundifolium L. Blütenzweig.
Umbelliferae. 337
ß. Obere Stengelblätter lineal, an ihrem Grunde nicht wesent-
lich breiter als die unteren.
a. Blütenstengel nur ein einziges, lanzettliches Blatt tragend,
seltener blattlos, Hülle aus 5 lanzettlichen Blättern ge-
bildet. Hüllchenblätter eilanzettlich. Blumenkrone gelb.
Blütezeit Juli, August. Höhe bis 20 cm. 2. Auf felsigen
Abhängen in Kärnten, Krain, Tirol, Steiermark. Bupleu-
rum graminifolium Vahl, Grasblätteriges Hasenohr.
b. Blütenstengel mehr- bis reichblätterig.
a. Hüllchen kürzer als die Fruchtdolde.
aa. Blätter siebennervig, schmal-lineal-lanzettlich, Hüll-
chen lineal-lanzettlich. Blumenkrone gelb. —
Blütezeit Juli, August. Höhe bis 50 cm. ©. Felsen
in Niederösterreich, Südtirol, bei Triest. B. junc-
eum L., Binsenähnliches Hasenohr.
bb. Blätter fünfnervig, schmal-lineal-lanzettlich. Blätter
des Hüllchens borstlich. Blumenkrone gelb. Blüte-
zeit Juli, August. Höhe bis 100 cm. 2%. Auf
Gebirgsabhängen Krains. B. exaltatum Marschall
v. Bieberstein, Hohes Hasenohr.
b. Hüllchen länger als die Fruchtdolde.
aa. Fruchtstielchen so lang wie die Frucht. Blätter
bis 5 cm lang, 1 bis 2 mm breit. Hüllchenblätter
schmal-lanzettlich. Blumenkrone gelb. Blütezeit
Juli, August. ©. Trockene Abhänge und Wein-
berge in Österreich. B. Gerardi Jacquin,
Gerardis Hasenohr.
Bei der Abart longifolium Waldstein-
Kitaibel (B. Scheffleri Hampe) Langblätteriges
Hasenohr sind die Blätter bis 16 cm lang und
5 mm breit.
bb. Fruchtstielchen halb so lang wie die Frucht.
aa. Blätter des Hüllchens nur wenig länger als die
Fruchtdolde Stengel rutenförmig, mit vom
Grunde an aufrechten, fast anliegenden Ästen. —
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August.
Höhe 30 bis 60 cm. ©. Bei Wien. (B. Gerardi,
ß. virgatum Reichenbach.) B. affine Sadler,
Verwandtes Hasenohr.
Thome, Flora. III. Bd. U. Auil. 22
338
Umbelliferae.
bb. Blätter des Hüllchens fast noch einmal so lang
wie die Fruchtdolde. Aste mehr ausgebreitet,
nicht rutenförmig anliegend.
ac. Blätter des Hüllchens eilanzettlich, begrannt-
haarspitzig. Mittelblumen des Döldchens
halb so lang gestielt wie die randständigen.
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August.
Höhe etwa bis 30 cm. ©. Trockene Ab-
hänge in Südtirol, Steiermark, Krain.
Bupleurum aristatum Bartling, Be-
granntes Hasenohr.
ßB. Blätter der Hüllchen lineal-lanzettlich, zu-
gespitzt. Mittelblume länger gestielt als
die Randblumen. Blumenkrone gelb. Blüte-
zeit Juli, August. Höhe bis etwa 80 cm.
®. Krain und Südtirol. B. Odontites L.,
Zahn-Hasenohr.
2. Untere Blätter elliptisch bis eilänglich, nicht linealisch oder
lineal-lanzettlich.
0.
Untere Blätter elliptisch oder länglich, in den langen Blatt-
stiel verschmälert, zugespitzt; obere lanzettlich oder lineal-
lanzettlich, an den beiden Enden spitz, öfter sichelförmig.
Blumenkrone trübgelb. Blütezeit Juli bis Oktober. Höhe
60 bis 100 em. 4. Auf Kalkboden sehr zerstreut, fehlt im
südöstlichen Teil des Gebietes. B. faleatum L., Sichel-
blätteriges Hasenohr.*)
. Untere Blätter eilänglich, in den Blattstiel verschmälert,
mittlere und obere länglich bis eiförmig, mit tief-herz-
förmigem, stengelumfassendem Grunde sitzend. Hüllchen
gross, oft violett überlaufen. Blumenkrone gelb. Blütezeit
Juli, August. Höhe 60 bis 100 cm. %. In waldigen Gebirgs-
gegenden; zerstreut; in den Alpen selten. B. longifolium L.,
Langblätteriges Hasenohr.
Gattung 543: Aegopodium L., Giersch, Geissfuss.
Stengel gefurcht, hohl, ästig, kahl wie die ganze Pflanze. Blätter meist
doppelt-dreischnittig; deren Abschnitte eilänglich, an ihrem Grunde schief
*) Tafel 439B. Bupleurum falcatumL. B blühende Pflanze. Bi undB2
Blumenblätter; B 3 Fruchtdöldchen.
Umbelliferae. 339
oder etwas herzförmig, gesägt, spitz oder zugespitzt; der Endabschnitt öfter
dreispaltig oder dreischnittig. Hülle und Hüllchen fehlend. Dolde mit
Gipfelblüte. Blüten zwitterig und männlich. Kelchrand verwischt. Kronen-
blätter meist durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig,
einander gleich. Frucht länglich, von der Seite zusammengedrückt. Riefen 5,
fädlich, die seitenständigen randend. Thälchen und Fugenfläche striemenlos.
Fruchtträger frei, an der Spitze gabelig. Blütezeit Mai bis Juli. Höhe
40 bis 100 cm. #. An feuchten, schattigen Orten, namentlich in Baum-
gärten, gemein. Aegopodium Podagraria L., Gemeiner Geissfuss.*)
Gattung 544: Carum L., Kümmel.
Blüten zwitterig und männlich. Kelchsaum verwischt. Blumenblätter
einander gleich, durch den umgeschlagenen Endzipfel umgekehrt-herzförmig.
Fruchtträger gabelig bis zweiteilig. Früchtehen mit 5 fädlichen Rippen, die
seitenständigen randend. Thälchen einstriemig; Striemen so lang wie die
Frucht.
A. Hülle und Hüllchen mehrblätterig.
1. Zipfel der Blätter fadenförmig, quirlig-gestellt. Wurzelstock büschelig,
mit keulenförmigen Fasern. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August,
Höhe 30 bis 100 em. #. Auf trockenen, fetten Wiesen bei Aachen.
C. vertieillatum Koch, Quirlblätteriger Kümmel.
2. Zipfel der Blätter linealisch, nicht quirlig-gestellt. Wurzelstock
kugelig.
a. Hülle und Hüllchen reichblätterig. Fruchtstiele aufrecht; Frücht-
chen daher aneinanderliegend.. — Blätter fast dreifach-fieder-
schnittig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 50 bis
60 cm. #4. Auf Äckern mit thonigem und kalkigem Boden, im
Gebiete des Rheins, in der Schweiz und in Krain; zerstreut aber
stellenweise gemein. Die Knollen sind geniessbar. (Bunium bul-
bocastanum L.) €. bulbocastanum Koch, Knollentragender
Kümmel, Erdkastanie, Erdeichel.
b. Hülle armblätterig, abfallend. Hüllchen drei- bis sechsblätterig.
Fruchtstiele gespreizt, Früchtchen daher abstehend. Im übrigen
der vorigen ähnlich. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai. Höhe
30 bis 50 cm. %. Bei Triest. C. divarieatum Koch, Gespreizter
Kümmel.
B. Hülle fehlend. Hüllchen fehlend oder borstlich und armblätterig. —
Stengel kantig, kahl wie die ganze Pflanze. Blätter doppelt-fieder-
*) Tafel 440. Aegopodium PodagrariaL. AB Teile der blühenden Pflanze.
1 Blüte; 2 Stempel; 3 Frucht; 4 Querschnitt durch die Frucht. 1 bis 4 vergrössert.
232°
340 Umbelliferae.
schnittig; deren Abschnitte fiederspaltig oder fiederteilig, mit linealen,
spitzen Zipfeln; die untersten Paare an der Hauptspindel kreuzständig.
Dolde mit Gipfelblüte. Blumen weiss, mitunter rosenrot. Blütezeit
Mai, Juni. Höhe 30 bis 100 cm. # und ©. Auf Wiesen und Acker-
rainen häufig, auch der gewürzhaften, offizinellen Früchte, Fruetus
Carvi, halber angebaut. Carum Carvi L., Gemeiner Kümmel.*)
Gattung 545: Bunium L., Erdnuss, Knollenkümmel.
Wurzelstock knollig. Grundständige Blätter dreifach-fiederschnittig.
Stengel nur an den Verzweigungen mit kleinen, verhältnismässig gross-
scheidigen Blättehen. Hülle und Hüllchen fünf- bis sechsblätterig. Blumen-
krone weiss. Früchte länglich, mit gabeligem Fruchtträger und drei-
striemigem Thälchen. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm. %. Unter
der Saat und auf Felsen in Istrien. B. montanum Koch, Berg-Erdnuss.
Gattung 546: Ammi Tournefort, Ammi,
Ganze Pflanze kahl. Stengel gerillt. Blätter ein- bis zweifach drei-
schnittig oder dreischnittig-fiederförmig; im übrigen recht veränderlich,
gras- oder blaugrün. Hülle und Hüllchen vielblätterig; Blätter der ersteren .
dreiteilig mit feinlinealen Zipfeln, der letzteren lanzettlich-pfriemlich. Blüten
zwitterig. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter weiss, durch das einge-
schlagene Endläppchen unregelmässig zweilappig, die äusseren am Rande
der Döldchen meist grösser. Frucht eilänglich, von der Seite zusammen-
gedrückt. Riefen des Früchtchens 5, fädlich, die seitenständigen randend.
Thälchen einstriemig. Fugenfläche zweistriemig. Fruchtträger frei, zwei-
teilig. Blütezeit August bis Oktober. Höhe 30 bis 100 cm. ©. Aus
dem Süden stammend, in Feldern und Gärten; wohl nur verwildert. A.
majus L., Grosses Ammi.
Gattung 547: Sison L., Sison.
Kahles, oberwärts rutenförmig-ästiges Kraut. Blätter fiederschnittig.
Abschnitte der unteren Blätter eiförmig; der oberen fiederspaltig, mit
linealen Zipfeln. Döldchen wenigblütig; Hülle und Hüllchen armblätterig.
Blumenkrone weiss. Fruchtträger zweiteilig. Thälchen einstriemig. Striemen
keulenförmig von der Spitze bis zur Mitte der breit-eiförmigen Frucht
herablaufend. Blütezeit Juli, August. Höhe bis etwa 50 em. ©. An
*) Tafel 441. Carum Carvi L. AB Teile der blühenden Pflanze. 1 Blüte;
2 Stempel; 3 desgl. im Längsschnitt; 4 Fruchtdöldchen; 5 Früchtchen mit Träger;
6 Teilfrüchtehen im Längsschnitt; 7 Fruchtquerschnitt. 1 bis 7 vergrössert.
Umboelliferae. 341
schattigen Orten, in Hecken; Kärnten, Krain, Genf. Sison Amomum L.,
Gewürzsison.
Gattung 548: Pimpinella L., Bibernelle.
Blätter fiederschnittig. Hülle und Hüllchen fehlend. Blüten zwitterig
und männlich. Kelchsaum undeutlich. Frucht eiförmig, mit gabeligem bis
zweispaltigem Fruchtträger. Thälchen vielstriemig.
A. Früchte kahl.
a. Stengel tief-kantig-gefurcht, beblättert. Griffel schon während der
Blüte länger als der Fruchtknoten. — Blätter einfach-fiederschnittig;
deren Abschnitte sehr verschiedengestaltig von eiförmig und lanzett-
lich und fast ungeteilt (var. indivisa Celakowsky) bis einfach
fiederspaltig (var. laciniata Wallroth, P. media Hoffmann) sogar
zweifach-fiederspaltig (var. disseeta Koch). Blumenkrone weiss, auf
den Voralpen häufig rosenrot (var. rosea Koch, P. rubra Hoppe).
Blütezeit Juli bis in den Herbst. In Deutschland wurden nur andro-
monöcische Pflanzen gefunden. Höhe 30 bis 100 cm. 4. Die Wurzel,
Radix Pimpinellae ist offizinell. In Waldwiesen und Gebüschen,
insbesondere der Gebirgsgegenden. P. magna L., Grosse Bibernelle.
b. Stengel stielrund, zartgerillt, oberwärts fast blattlos. Griffel zur Blüte-
zeit kürzer als der Fruchtknoten.
1. Stengel oberwärts kahl und fast blattlos, unterwärts kahl oder
schwach-feinhaarig. Milchsaft der Wurzel an der Luft nicht blau
werdend. Blätter einfach-fiederschnittig. Abschnitte der Stengel-
blätter fiederspaltig oder drei- bis zweispaltig, manchmal auch
lanzettlich und ungeteilt. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli bis
in den Herbst. In Deutschland wurden nur andromonöecische
Pflanzen beobachtet. #4 Höhe 15 bis 50 em. Die Wurzel,
Radix Pimpinellae, ist offizinell. Auf Hügeltriften und Wiesen
gemein. P. Saxifraga L., Gemeine Bibernelle.
Die Abart calva Neilreich ist ganz kahl; bei disseecta
Retzius sind alle Blattabschnitte fiederteilig; bei alpestris
Sprengel sind die grundständigen Blätter handförmig einge-
schnitten.
2. Stengel, Zweige, bisweilen auch die Blütenstiele kurz-grauhaarig.
Milchsaft der Wurzel an der Luft rasch blauschwarz werdend. Im
übrigen der vorigen ähnlich und auch als Abart derselben an-
gesehen. Blütezeit Juli bis September. #4. In Waldwiesen und
Gebüsch Norddeutschland. P, nigra Willdenow, Schwarze
Bibernelle.
342
Umbelliferae.
B. Früchte nicht kahl.
a. Früchte borstig. Pflanzen zweijährig und ausdauernd; rauhhaarig. —
Blätter fiederschnittig. Abschnitte der unteren Blätter eiförmig oder
herzförmig gezähnt, untere dieser Abschnitte tief-zweispaltig, obere
geteilt oder eingeschnitten-gesägt. Abschnitte der oberen Blätter
linealisch, ganzrandig. Kronenblätter weiss. Blütezeit Juni, Juli.
Höhe bis 100 cm. Auf unfruchtbaren Abhängen an der Küste des
Adriatischen Meeres. Pimpinella peregrina L., Fremdländische
Bibernelle.
. Früchte weichhaarig. Pflanze einjährig, kurz-weichhaarig. Stengel
stielrund, zart gerillt. Unterste Blätter ungeteilt, herzförmig-rundlich,
eingeschnitten-gesägt; folgende dreischnittig; mittlere fiederschnittig,
mit keilförmigen und gelappten oder lanzettlichen Zipfeln; oberste
dreispaltig oder ungeteilt. Hülle und Hüllchen meist fehlend. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 50 cm. Stammt
aus dem Orient und wird der offızinellen Früchte, Fruetus
Anisi, halber in einigen Gegenden angebaut. P. Anisum L.,
Anis.*)
Gattung 549: Falcaria Rivin, Sichelmöhre.
Kelchsaum fünfzähnig. Kronenblätter durch das eingeschlagene End-
läppchen umgekehrt-herzförmig. Frucht länglich-eiförmig. Fruchtträger
zweispaltig. Riefen 5, fädlich. Thälchen einstriemig. Eiweissquerschnitt
halbkreisförmig.
1;
Blattabschnitte der einfachen oder dreischnittigen grundständigen Blätter
lineal-lanzettlich, häufig sichelförmig gebogen, scharfdornig-gesägt;
Abschnitte der ebenfalls dreischnittigen Stengelblätter drei- und zwei-
spaltig. Hülle und Hüllchen vielblätterig, linealisch. Blüten klein,
weiss. Blütezeit Juli bis Oktober. Andromonöecisch, mit ausgeprägt
vorstäubenden Zwitterblüten. Höhe 30 bis 60 cm. Auf Äckern und
Wiesen zerstreut, doch stellenweise, namentlich auf Kalk und Sand,
häufig. (F. Rivini Host; Sium Falcarıa L) F. vulgaris Bern-
hardi, Gemeine Sichelmöhre.
2. Untere Blätter drei-, obere fiederschnittig; Abschnitte aller Blätter
eiförmig oder umgekehrt-eiförmig, ungleich-gesägt. Blumenkrone weiss.
Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis etwa 30 em. Kalkberge in Krain.
F. latifolia Koch, Breitblätterige Sichelmöhre.
*) Tafel 442. Pimpinella Anisum L. AB Teile der blühenden Pflanze,
1 Blüte im männlichen, 2 Stempel im weiblichen Zustande; 3 junge Frucht; 4 Frucht-
knoten im Querschnitte; 5 Frucht im Längsschnitte. 1 bis 5 vergrössert.
Umbelliferae. 343
Gattung 550: Ptychotis Koch, Faltenohr.
Stengel vom Grunde an ästig. Grundständige Blätter einfach-fieder-
spaltig. Stengelblätter klein, linealisch-geschlitzt. Dolden rispig. Hülle
fehlend oder 1 bis 3 borstliche, hinfällige Blättchen. Hüllchen vielblätterig.
Kelchsaum fünfzähnig. Kronenblätter weiss, tief-zweilappig, mit einem aus
einer Querfalte des Abschnittes entspringenden, einwärtsgebogenen Öhr-
chen. Frucht eiförmig oder länglich. Fruchtträger zweiteilig. Thälchen
einstriemig. Eiweissquerschnitt halbkreisrund.
1. Hüllchenblätter alle borstlich. Blütezeit Juli, August. Höhe bis 1 m.
©. Südtirol, am Genfer See. (P. saxifraga Karsten; Seseli saxifragum
L.) P. heterophylla Koch, Verschiedenblätteriges Faltenohr.
2. Zwei Hüllchenblätter sind spatelig und haarspitzig, drei lineal-pfriem-
lich. Blütezeit Mai. Höhe bis etwa 25 cm. ©. Istrien. P. ammoides
Koch, Zwergpetersilie.
Gattung 551: Cicuta L., Wasserschierling.
Wurzelstock gross, knollig, inwendig hohl und durch Querwände in
Fächer geteilt, auswendig geringelt. Stengel samt den unteren Blattstielen
stielrund, röhrig, feingerillt, kahl wie die ganze Pflanze. Äste zuweilen
gegenständig. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig, mit zwei- bis drei-
teilligen Abschnitten und lineal-lanzettlichen, spitz- und scharf-gesägten,
spitzen Zipfeln. Hülle fehlend oder ein- bis zweiblätterig. Hüllchen viel-
blätterig; dessen Blättchen pfriemlich, zurückgeschlagen. Blüten zwitterig
und männlich. Kelch fünfzähnig. Blumenblätter weiss, eirund, durch das
zurückgeschlagene Endläppchen ausgerandet, einander gleich. Frucht rund-
lich-eiförmig. Fruchtträger zweiteilig. Thälchen einstriemig. Eiweiss-
querschnitt breit-elliptisch. Blütezeit Juli, August. Höhe 50 bis 150 cm.
%4. In Sümpfen und Teichen; nicht in den Boden eindringende Wasser-
wurzeln bleiben fadenförmig und erhalten in ihrer Rinde sehr grosse Luft-
lücken. Zerstreut. In allen Teilen sehr giftig. C. virosa L., Giftiger
Wasserschierling.*)
Bei der kleinen Abart tenuifolia Froelich, Zartblätteriger Wasser-
schierling sind Wurzelstock und Stengel dünn; die Blattzipfel linealisch,
spärlich-gesägt oder ganzrandig.
Gattung 552: Sium L., Merk.
Blüten zwitterig. Blumenblätter durch das eingeschlagene Endläppchen
umgekehrt-herzförmig, einander gleich. Riefen 5, einander gleich, fädlıch,
*) Tafel 443. Cicuta virosaL. ABC Teile der blühenden Pflanze. 1 Stempel;
2, 3 Teilfrüchtehen von verschiedenen Seiten; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4 vergrössert.
344 Umbelliferae.
die seitenständigen randend. Striemen oberflächlich. Thälchen drei- bis
vierstriemig, Eiweiss an der Fugenfläche abgeplattet.
1. Wurzel knollig-büschelig. Fruchtträger zweiteilig, frei. — Untere
Blätter fiederschnittig, mit eiförmig-länglichen, obere dreischnittig,
mit lineal-länglichen Abschnitten. Hülle und Hüllchen meist fünf-
blätterig, zurückgeschlagen. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli,
August. Höhe 30 bis 60 cm. 2% Aus Asien stammend, der süss
und aromatisch schmeckenden Wurzel halber angebaut. Sium Sisarum
L., Zucekerwurz.*)
2. Wurzel faserig, ausläufertreibend. Fruchtträger zweiteilig, den Teil-
früchtehen angewachsen. — Stengel kantig-gefurcht. Blätter fieder-
schnittig; deren Abschnitte lanzettlich, scharf-gesägt, am Grunde der
inneren Seite schmäler. Untergetauchte Blätter vielfach - geschlitzt.
Blumenkrone weiss. Die Dolden höherer Ordnung sind vorwiegend
oder ganz männlich. Blütezeit Juli, August. Höhe 100 bis 125 em.
4. Giftig. An Gräben und Teichen; zerstreut; am häufigsten in
Norddeutschland. 8. latifolium L., Breitblätteriger Merk.
Gattung 553: Berula Koch, Berle.
Wurzel büschelig-faserig, ausläufertreibend. Stengel stielrund, fein-
gerillt, kahl wie die ganze Pflanze. Blätter einfach - fiederschnittig, mit
eilanzettlichen oder lanzettlichen, spitzen, ungleich-eingeschnitten -gesägten
oder gelappten Abschnitten. Hülle und Hüllchen vielblätterig, deren Blätt-
chen lanzettlich, ganzrandig bis fiederspaltig. Blüten zwitterig. Kelch
fünfzähnig. Blumenblätter weiss, durch das eingeschlagene Endläppchen
umgekehrt-herzförmig, einander gleich. Riefen 5, fädlich, einander gleich.
Striemen, von dem dicken Gewebe des Fruchtgehäuses bedeckt, zahlreich
das in dem Querschnitte fast kreisförmige Eiweiss umgebend. Fruchträger
zweiteilig, mit den Teilfrüchtchen verwachsen. Blütezeit Juli, August.
Höhe 30 bis 100 cm. An Gräben und Bächen häufig, vielerorts gemein.
(Sium angustifolium L.) B. angustifolia Koch, Schmalblätterige Berle.**)
5. Unterfamilie: Angeliceae, Brustwurzgewächse,
A. Kelchsaum undeutlich.
l. Alle Rippen geflügelt; Seitenrippen doppelt so breit wie die Rücken-
rippen.
*) Tafel 444. Sium Sisarum L. ABC Teile der blühenden Pflanze. 1 Blüte;
2 Döldchen; 3 Früchtehen mit Fruchtträger. 1 bis 3 vergrössert.
**) Tafel 445. Berula angustifolia Koch. AB Teile der blühenden Pflanze,
1 Teilfrüchtehen vom Rücken; 2 desgl. von der Seite gesehen; 3 Querschnitt eines
Teilfrüchtehens. 1 bis 3 vergrössert,
Umbbelliferae. 345
a. Kronenblätter eirundlich, einwärts-gerollt, grünlich-gelb. Hülle
vielblätterig. Gattung 554: Levisticum Koch, Liebstöckel.
b. Kronenblätter umgekehrt-herzförmig, in ein einwärts-geschlagenes
Zipfelchen zugespitzt, weiss. Hülle fehlt oder bis dreiblätterig.
Gattung 555: Selinum L., Silje.
2. Randrippen breit-geflügelt; Rückenrippen fadenförmig. Gattung 556:
Angelica L., Brustwurz.
B. Kelehsaum deutlich fünfzähnig.
1. Thälchen und Fugenflächen vielstriemig. Gattung 557: Archangelica
Hoffmann, Engelwurz.
2. Thälchen einstriemig, Fugenfläche zweistriemig., Gattung 558:
Ostericum Hoffmann, Mutterwurz.
Gattung 554: Levisticum Koch, Liebstöckel.
Stengel stielrund, röhrig, feingerillt, wie die ganze Pflanze haarlos.
Blätter glänzend, lederartig, meist dreifach-fiederschnittig; Abschnitte letzter
Ordnung umgekehrt-ei-keilförmig, eingeschnitten-gesägt. Hülle und Hüll-
chen vielblätterig. Kelchsaum undeutlich. Kronenblätter grünlich-gelb,
rundlich-eiförmig, einwärtsgerollt. Frucht oval; alle Riefen breit, scharf,
fast geflügelt; randständige von fast doppelter Breite. Thälchen einstriemig;
Fugenfläche zwei- bis vierstriemig. Blütezeit Juli, August. Höhe bis 2 m.
4. In Südeuropa heimisch; im Gebiete, namentlich in Gebirgsdörfern, hin
und wieder angebaut. Die Wurzeln, Radix Levistiei, sind offizinell,
auch Kraut und Früchte waren es. (Ligusticum Levisticum L.) L. offieinale
Koch, Gebräuchlicher Liebstöckel.*)
Gattung 555: Selinum L., Silje.
Stengel kantig-gefurcht; Kanten oft flügelartig-geschärft; kahl wie die
ganze Pflanze. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig, mit fiederspaltigen
oder fiederteiligen Abschnitten und lanzettlichen oder linealen Zipfeln.
Hülle fehlend oder 1 bis 2 hinfällige Blättchen. Hüllchen vielblätterig;
Blättchen lineal-pfriemlich. Blüten meist zwitterig, mitunter mit männlichen
untermischt. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter weiss, durch den ein-
geschlagenen Endzipfel umgekehrt-herzförmig, einander gleich. Andromo-
nöcisch, mit stark vorstäubenden Zwitterblüten. Frucht oval, vom Rücken
her flachgedrückt, zweiflügelig. Riefen 5, häutig-geflügelt; Flügel der
Seitenriefen von doppelter Breite, ungefähr so breit wie das Früchtchen.
*) Tafel 446, Levisticum officinale Koch. AB Teile der blühenden Pflanze.
1 Blüte; 2 Längsschnitt durch den Stempel; 3 Querschnitt durch denselben; 4 Frücht-
chen und Fruchtträger; 5 Querschnitt durch die Frucht. 1 bis 5 vergrössert.
346 Umbbelliferae.
Thälchen einstriemig, die seitlichen meist zweistriemig, Fugenfläche zwei-
bis vierstriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Blütezeit Juli, August.
Höhe 60 bis 100 em. 2%. Auf feuchten Wiesen, zwischen Gebüsch; ver-
breitet, aber nicht überall. (Angelica Carvifolia Sprengel.) Selinum Carvi-
folia L., Kümmelblätterige Silje.
Gattung 556: Angelica L., Brustwurz.
Blüten zwitterig. Kelchsaum undeutlich. Kronenblätter lanzettlich,
mitunter mit eingebogener Spitze, einander gleich. Frucht oval, vom
Rücken her flachgedrückt, zweiflügelig. Rückenriefen fädlıch oder schwach-
geflügelt; Seitenriefen mit einem Flügel, der ungefähr so breit wie das
Früchtchen ist. Thälchen einstriemig; Fugenfläche zwei- bis vierstriemig.
Fruchtträger frei, zweiteilig, Same mit der Fruchtschale eng verwachsen.
a. Blattabschnitte letzter Ordnung eiförmig bis lanzettlich, scharf-ungleich-
gesägt. Stengel schwach -gerillt. Blätter dreischnittig-fiederförmig
oder zwei- bis dreifach -fiederschnittig, mit bauchig - aufgeblasenen
Blattscheiden. — Hülle fehlend oder 1 bis 3 hinfällige Blättchen.
Hüllchen lineal-borstlich-vielblätterig. Blumenkrone weiss mit grün-
lichem oder rötlichem Anstrich. Blütezeit Juli bis September. Höhe
1 bis 21, m. ©. An DBächen in Wäldern und Wiesen häufig. .
(var. latiseeta Maly.) A. silvestris L., Wald-Brustwurz.*)
Bei der auf höheren Gebirgen vorkommenden, seltenen Abart
angustiseeta Maly (a. montana Schleicher), Berg- Brustwurz sind
die obersten Blattabschnitte an ihrem Grunde herablaufend.
b. Blattabschnitte letzter Ordnung lineal - lanzettlich oder lanzettlich,
ganz oder zwei- bis dreispaltig. Stengel gefurcht, meist einblätterig.
Blätter doppelt - fiederschnitlig. — Blumenkrone gelblich. Blütezeit
Juni bis September. Höhe 10 bis 40 cm. ©. Auf feuchten Triften
der Hochvogesen. (Seseli pyrenaeum L.)) A. pyrenaea Sprengel,
Pyrenäen-Brustwurz.
Gattung 557: Archangelica Hoffmann, Engelwurz.
Wurzelstock kurz, dick, schwammig, fast abgebissen; aussen gelbbraun,
innen gelblich-weiss, gelblich-milchend. Stengel röhrig, gefurcht. Aste
unter der Dolde, samt den Doldenstrahlen feinflaumig, sonst ganze
Pflanze kahl. Blätter gross, zwei- bis dreifach-fiederschnittig; deren Ab-
schnitte letzter Ordnung eiförmig oder eilanzettlich, spitz, ungleich- oder
eingeschnitten-gesägt; der endständige ganz oder dreispaltig; seitenständige
*) Tafel 447. Angelica silvestris L. A und B Teile der Pflanze. 1 Frucht-
träger mit Früchtehen; 2 Querschnitt durch die Frucht.
N
Umbelliferae. 347
an ihrem Grunde schief, mitunter ein- bis zweilappig. Blattscheiden gross,
häutig-schlaff, bauchig-aufgeblasen. Hülle fehlend oder einige hinfällige
Blättchen. Hüllchen vielblätterig; deren Blättchen lineal-borstlich, nach
der Blüte abfallend. Blüten zwitterig. Kelch undeutlich fünfzähnig.
Blumenblätter elliptisch, zugespitzt, mit einwärtsgebogener Spitze, einander
gleich. Frucht oval, vom Rücken her zusammengedrückt; Rückenriefen
gekielt; Seitenriefen geflügelt, Flügel etwa von der halben Breite des
Früchtchens. Thälchen und Fugenfläche vielstriemig, aber die Striemen im
Innenfruchtschalgewebe. Da das Mittelfruchtschalgewebe sich auflöst, liegt
der reife Same, von zahlreichen Ölstriemen bedeckt, frei in der Höhlung
der Aussenfruchtschicht. Fruchtträger frei, zweiteilig.. Blumenkrone grün-
lich. Blütezeit Juli, August. Andromonöcisch, die Zwitterblüten stark
vorstäubend. Höhe 125 bis 200 cm. Die Wurzel, Radix Angelicae,
ist offizinell. An buschigen, sumpfigen Stellen längs der Küste der
Nord- und Ostsee, sowie in Schluchten höherer Gebirge; sehr zerstreut;
in der Schweiz mitunter angebaut und an Ufern verwildert. (Angelica
Archangelica L.) Archangelica offieinalis Hoffmann, &ebräuchliche
Engelwurz.*)
Gattung 558: Ostericum Hoffmann, Mutterwurz.
Stengel hohl, kantig-gefurcht, armblätterig. Blätter zwei- bis mehrfach-
fiederschnittig, deren Abschnitte gespreizt stehend, aus schiefherzförmigem
Grunde eiförmig, spitz, grob-gekerbt-gesägt; seitliche ungleichseitig. Hülle
wenig-, Hüllchen vielblätterig; Blättchen lanzettlich-pfriemlich. Kelchsaum
fünfzähnig. Kronenblätter weiss, ziemlich lang-genagelt, durch den linealen,
eingeschlagenen Endzipfel umgekehrt-herzförmig. Frucht eiförmig, etwas
vom Rücken zusammengedrückt, mit 3 fädlichen, hohlen Rückenrippen
und 2 sehr breiten, häutig-geflügelten Randrippen. Die Mittelfruchtschicht
löst sich unter den Rippen fast gänzlich auf, sodass der Same nur in den
einstriemigen Thälchen und der zweistriemigen Fugenfläche mit der
Aussenfruchtschicht zusammenhängt. Blütezeit Juli, August. Andromonö-
cisch. Höhe 50 bis 125 cm. *% oder ©(?). Auf feuchten Wiesen im
mittleren und nördlichen Gebiete zerstreut. (Angelica pratensis Marschall
v. Bieberstein; ©. pratense Hoffmann.) ©. palustre Besser, Sumpf-
Mutterwurz.
*) Tafel 448. Archangelica officinalis Hoffmann. AB Teile der blühenden
Pflanze, verkleinert. 1 Blüte; 2 Fruchtträger mit Früchtchen; 3 Frucht im Quer-
schnitt; 4 Teilfrüchtehen im Längsschnitt. 1 bis 4 vergrössert.
348 Umbelliferae.
6. Uuterfamilie: Peucedaneae, Haarstranggewächse.
A. Kelchsaum undeutlich.
1. Kronenblätter umgekehrt-herzförmig, weiss. Gattung 559: Imperatoria
L., Meisterwurz.
2. Kronenblätter rundlich, gelb.
a. Rippen gleich weit von einander entfernt; die mittleren gekielt,
die seitlichen auf dem Rande des Flügels und fädlich. Gattung 560:
Anethum Tournefort, Dill.
b. Die Seitenrippen stehen in der Mitte des Flügelrandes und von den
Rückenrippen viel weiter ab als diese von einander. Gattung 561:
Pastinaca Tournefort, Pastinak.
B. Kelchsaum deutlich fünfzähnig.
1, Rückenrippen undeutlich.
a. Frucht mit dünnem, flachem Rande. Gattung 562: Heracleum
L., Bärenklau.
b. Frucht mit schwielig- verdicktem, runzeligem, weissem Rande.
Gattung 563: Tordylium Tournefort, Zirmet.
2. Rückenrippen deutlich gekielt-hervortretend.
a. Striemen auf der Fugenseite oberflächlich gelegen und sichtbar.
a. Kronenblätter flach oder einwärts-geschlagen.
a. Früchtehen mit der ganzen Fugenseite verwachsen. Gat-
tung 564: Peucedanum L., Haarstrang.
b. Früchtchen nur mit ihrer Mittellinie verwachsen. Gattung 565:
Ferulago Koch, Birkwurz.
ß. Kronenblätter einwärts - gerollt. Gattung 566: Tommasinia
Bertolini, Tommasinie.
b. Striemen auf der Fugenseite im Fruchtgewebe verborgen, nicht
sichtbar. Gattung 567: Thysselinum Hoffmann, Opfersilje,
Olsenich.
Gattung 559: Imperatoria L., Meisterwurz.
Kronenblätter umgekehrt-herzförmig, weiss oder rötlich. Hülle fehlend.
Frucht breit-geflügelt. Thälchen einstriemig; Fugenfläche zwei- bis vier-
striemig.
l. Blätter ein- bis zweifach-dreischnittig, kahl oder unterseits flaum-
haarig; deren Abschnitte breit-ei-herzförmig, oft schief, deren end-
ständige dreispaltig, die seitlichen zweispaltig; selten alle dreispaltig,
doppelt-gesägt. Blattscheiden bauchig. Stengel röhrig, stielrund,
kahl oder unter den Dolden flaumhaarig. Hüllchen aus einigen borst-
lichen Blättchen gebildet, hinfällig. Blütezeit Juli, August. Andro-
Umbelliferae. 349
monöcisch. Höhe 30 bis 100 cm. 2% Wurzel und Wurzelstock
sind offizinell. Auf Gebirgswiesen des’ mittleren und südlichen Teiles
des Gebietes. (Peucedanum Ostruthium Koch.) Imperatoria Ost-
ruthium L., Gemeine Meisterwurz.
2. Blätter zweifach-dreischnittig, denen Abschnitte umgekehrt-eiförmig,
mit keiligem Grunde, zugespitzt, ungleich- bis eingeschnitten-scharf-
und doppelt-gesägt. Im übrigen der vorigen ähnlich. Blütezeit Juli,
August. 2. Südseite der Alpen; selten. I. angustifolia Schleicher,
Schmalblätterige Meisterwurz.
Gattung 560: Anethum Tournefort, Dill.
Stengel stielrund, feingerillt, kahl wie die ganze Pflanze, wie die Blätter
bläulich-bereift. Blätter drei- bis vielfach-fiederschnittig. Zipfel lineal-
pfriemlich oder borstlich. Blattscheiden weiss berandet, kurz, an der Spitze
beiderseits Öhrchen bildend. Hülle und Hüllchen fehlend. Blüten zwitterig.
Kelchsaum verwischt oder schwach -fünfzähnig. Blumenblätter sattgelb,
rundlich-viereckig, abgestutzt, eingerollt, einander gleich. Frucht elliptisch,
vom Rücken her ziemlich flach gedrückt, von einem breiten, abgeflachten,
glatten Rande umzogen. Riefen 5, fädlich; die 3 des Rückens geschärft-
gekielt, die seitenständigen mit dem Rande zusammenfliessend. Thälchen
einstriemig; Fugenfläche zweistriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Blüte-
zeit Juli bis Herbst. Höhe 60 bis 125 cm. ©. In Südeuropa einheimisch;
zum Küchengebrauche gebaut und verwildert. A. graveolens L., Gemeiner
Dill.*)
Gattung 561: Pastinaca Tournefort, Pastinak.
Blüten zwitterig. Kelchrand schwach-fünfzähnig bis undeutlich.
Kronenblätter rundlich-viereckig, abgestutzt, eingerollt, einander gleich.
Frucht eiförmig, vom Rücken her flachgedrückt, von einem breiten, flachen,
glatten Rande umzogen. Riefen 5, sehr fein. Thälchen einstriemig, Fugen-
fläche zwei- bis vierstriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig.
A. Blätter einfach-fiederschnittig, wenigstens unterseits behaart.
1. Blätter oberseits kahl, glänzend, unterseits weichhaarig, grasgrün; deren
Abschnitte eilänglich oder länglich, stumpflich, grob-gesägt, seiten-
ständige ungeteilt oder am Grunde ein- bis zweilappig, der endständige
oft dreispaltig. Stengel kantig-gefurcht. Dolde acht- bis zehnstrahlig.
Hülle und Hüllchen fehlend oder 1 bis 2 hinfällige Blättchen. Blumen-
*) Tafel 449. Anethum graveolens L. A Teil der blühenden Pflanze.
1 Blüte; 2 Stempel; 3 Querschnitt durch den Fruchtknoten; 4 Fruchtträger mit
den Früchtchen; 5 Querschnitt durch die Frucht. 1 bis 5 vergrössert.
350 Umbpelliferae.
krone gelb. Blütezeit Juli bis Herbst. Andromonöcisch, mit vor-
stäubenden Zwitterblüten. Höhe 30 bis 100 em. ©. Auf Wiesen,
Hügeln, an Rainen, namentlich auf Kalk und Sand, verbreitet; der
gewürzigen Wurzel halber mitunter kultiviert. Pastinaca sativa L.,
Gemeiner Pastinak.*)
Bei der Abart urens Requien, Nesselartiger Pastinak, ist
der Stengel fast stielrund, gestreift, und wie die Blätter dicht-grau-
haarıg. Böhmen.
2. Blätter beiderseits flaumig, mattgrün; deren Abschnitte eiförmig, spitz;
eingeschnitten oder geteilt, doppelt gesägt. Stengel stielrund, gerieft.
Dolde fünf- bis sechsstrahlig. Blumenkrone gelb. Blütezeit August.
Höhe 100 bis 150 cm. ©. Auf Weiden; Schweiz, Istrien. (P. sil-
vestris Wallroth?) P. opaca Bernhardi, Flaumiger Pastinak.
B. Blätter doppelt-fiederschnittig, kahl; deren Abschnitte lanzettlich, ein-
geschnitten-gesägt. Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August. ©. Auf
Gebirgsabhängen in Krain und Istrien. P. Fleischmanni Hladnik,
Fleischmanns Pastinak.
Gattung 562: Heracleum L., Bärenklau.
Blüten zwitterig und männlich. Kelch fünfzähnig. Kronenblätter durch
das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig; meistens ungleich;
die äusseren am Rande der Döldchen grösser, tief-zweispaltig und öfter
strahlend. Frucht oval, vom Rücken zusammengedrückt, von einem breiten,
abgeflachten glatten Rande umgeben. Riefen 5, sehr fein. Thälchen ein-
striemig; Fugenfläche zwei- bis vierstriemig oder striemenlos; Striemen keulen-
förmig verkürzt. Fruchtträger zweiteilig, frei.
A. Blätter, wenigstens die unteren, fiederteilig.
1. Fugenfläche mit 2 bis etwa zur Mitte herablaufenden Striemen. —
Stengel gefurcht, röhrig, steifhaarig, wie die ganze Pflanze. Blätter
dreischnittig oder zwei- bis dreipaarig-fiederschnittig. Blattscheiden
aufgeblasen. Hülle fehlend oder ein- bis sechsblätterig, Hüllchen viel-
blätterig. Fruchtknoten kurz-behaart oder fast kahl; Früchte meist
ganz kahl. Blumenkrone weiss, Dolden strahlend; seltener Krone
grünlich, gelblich oder rötlich oder nicht strahlend. Blüten alle
zwitterig. Blütezeit Juli bis Herbst. Höhe 60 bis 150 cm. ©. In
*, Tafel 450. Pastinaca sativa L. AB Teile der blühenden Pflanze.
1 Stempel im Längsschnitte; 2 Fruchtträger mit Früchtchen; 3 Querschnitt der
Frucht. 1 bis 3 vergrössert.
Umbelliferae. anl
Wiesen und Gebüsch, verbreitet. Heracleum Spondylium L.,
Gemeine Bärenklau.*)
Formenreiche Pflanze:
a. Scheiden weisshäutig. Kronenblätter fast gleichgross, nicht strahlend,
grünlich-weiss. Frucht kahl. Im nordöstlichen Teile des Gebietes
und auf Gebirgen. H. sibiricum L., Sibirische Bärenklau.
ß. Blattabschnitte lang und schmal. Gebirgsform. H. elegans
Jacquin, Schöne Bärenklau.
y. Blattabschnitte fiederspaltig, mit lanzettlichen oder linealen, spitzen
Zipfeln. Auf Kalkboden. H. angustifolium L., Schmalblätterige
Bärenklau.
2. Fugenfläche mit 2 sehr kurzen, oft ohne Striemen. Blattscheiden
enge anliegend. Blattfläche drei- oder fiederschnittig; deren Abschnitte
sitzend, gesägt, die seitlichen ungeteilt, die der Grundblätter eiförmig,
der Stengelblätter lanzettlich zugespitzt; Endabschnitt dreispaltig.
Fruchtknoten weichhaarig; Frucht kahl. Blumenkrone weiss. Blüte-
zeit Juni, Juli. Höhe 30 bis 100 cm. 2%. Auf Wiesen der Alpen
und Voralpen Österreichs, in Bayern. H. austriacum Jacquin,
Österreichische Bärenklau.
Bei der Abart H. siifolium Reichenbach, Merkblätterige
Bärenklau sind die Kronenblätter rosa, die Früchte steifhaarig; Ober-
österreich, Krain.
B. Blätter, wenigstens die grundständigen, einfach, herzförmig, handförmig-
gelappt oder gespalten.
l. Untere Blätter herzförmig-rundlich, gelappt, mit abgerundeten oder
stumpfen Lappen; am Rande und unterseits auf den Adern flaumig,
zuletzt fast kahl. Blumenkrone weiss, strahlend. Blütezeit Juli,
August. Höhe 1 bis 2 m. 4. In Gebirgswaldungen der West-
schweiz, in Salzkammergut. H. alpinum L., Alpen-Bärenklau.
2. Untere Blätter handförmig - gespalten, mit zugespitzten oder fein-
spitzigen Lappen; unterseits ganz oder nur auf den Adern kurzhaarig.
Blumenkrone weiss, strahlend. Blütezeit Juli, August. Fruchtknoten
kurzhaarig, rauh. Höhe 11/; bis 2m. ©®. In Waldungen der Vor-
alpen. (H. Panaces Bertoloni, Koch?; H. pyrenaicum Lamarck;
H. montanum Schleicher.) H. asperum Marschall von Bieber-
stein, Rauhhaarige Bärenklau.
*) Tafel 451. Heracleum Spondylium L. A Teil der Pflanze. 1 Stempel;
2 halbreife Frucht; 3 Fruchtträger mit den Früchtchen; 4 Fruchtquerschnitt. 1 bis 4
vergrössert.
352 Umbelliferae.
Gattung 563: Tordylium Tournefort, Zirmet.
Blüten zwitterig und männlich. Kelch fünfzähnig. Blumenblätter
durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig; die äusseren
am Rande der Döldchen grösser, tief-zweispaltig, strahlend. Frucht vom
Rücken her flachgedrückt, von einem schwielig-verdickten, runzelig-knotigen
Rande umzogen. Riefen undeutlich. Striemen fadenförmig, so lang als
das Thälchen.
1. Tälchen einstriemig; Fugenfläche vielstriemig. — Stengel rückwärts-
steifhaarig. Blätter fiederschnittig; Abschnitte gegenständig, ei-lanzett-
lich, gesägt, grasgrün, rauh, spröde. Hülle und Hüllchen mehrblätterig,
linealisch-borstig. Blätter des Hüllchens kürzer als das Döldchen.
Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 100 cm. ©.
Auf Ackern, an Zäunen, Wegen, namentlich im mittleren und süd-
lichen Teile des Gebietes; sehr zerstreut. T. maximum L., Grösster
Zirmet.
2. Thälchen und Fugenfläche vielstriemig. — Stengel unterwärts-zottig.
Blätter einfach-fiederschnittig, mit bis 5 Paaren, gegenständiger, fast
herz-eiförmiger Abschnitte. Hüllchenblätter vielmal länger als die
Doldenstrahlen. Blumenkrone weiss. Blütezeit April, Mai. Höhe bis
50 cm. ©. Unfruchtbare Orteam Adriatischen Meere T. Apulum L.,
Apulischer Zirmet.
Gattung 564: Peucedanum L., Haarstrang.
Blüten zwitterig. Kelchsaum fünfzähnig. Blumenkrone umgekehrt-
eiförmig, flach oder mit einwärts-geschlagener Spitze. Frucht vom Rücken
zusammengedrückt. Rippen fädlich. Thälchen ein- bis dreistriemig, die der
Fugenfläche oberflächlich, sichtbar.
A. Früchtchen von einem dünnen Rande (Flügel) umzogen, der so breit als
das ganze Früchtchen ist. Stengel glänzend, weissgestreift, gefurcht.
1. Blattzipfel lineal-lanzettlich. Blätter dreifach-fiederschnittig; Abschnitte
letzter Ordnung eiförmig, fiederteilig oder fiederspaltig. Zipfel lineal-
lanzettlich, stachelspitzig. Hülle und Hüllchen vielblätterig. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Juni, August. # Auf trockenen Abhängen,
unter Gebüsch; in den Alpen. P. austriacum Koch, Öster-
reichischer Haarstrang.
2. Blattzipfel schmal-lineal. — Im übrigen der vorigen sehr ähnlich und
auch als Abart derselben angesehen. Südabhang der Österreichischen
und Schweizer Alpen. (P. leptophyllum Willkomm; Ferula Raiblensis
Wulfen). P. Raiblense Koch, Raibelthaler Haarstrang.
Umbelliferae. 353
B. Rand der Früchtehen schmal, höchstens halb so breit wie das Früchtchen.
I. Hülle fehlend oder wenig-, ein- bis dreiblätterig.
4. Blätter einfach-fiederschnittig; Abschnitte letzter Ordnung sitzend,
fiederspaltig, mit linealen bis lanzettlichen Zipfeln.
1. Stengel gefurcht. Blätter beiderseits glänzend-grasgrün. Thäl-
chen ein- bis vierstriemig. Doldenstrahlen oberseits kurzhaarig.
Blüten gelblich- oder grünlich-weiss. Blütezeit Juli, August.
Höhe 60 bis 100 em. 2%. Auf fruchtbaren Wiesen; selten.
Peucedanum Chabraei Reichenbach; Chabräis Kümmel-
blätteriger Haarstrang.
2. Stengel stielrund, gerillt. Blätter beiderseits matt-meergrün;
deren Abschnitte lanzettlich, ganz bis vielspaltig oder vielteilig.
Thälchen einstriemig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli,
August. %. In Südkrain. P. Schottii Besser, Schotts
Haarstrang.
Bei der Abart petraeum No&, Fels-Haarstrang sind die
Endabschnitte der grundständigen Blätter drei- bis vielspaltig,
die der Stengelblätter ungeteilt.
B. Blätter mehrfach-fiederschnittig oder mehrfach-dreischnittig.
1. Blätter fünffach-dreischnittig.
a. Blumen gelb. Frucht halb so lang wie ihr Stiel. — Blätter
bis fünffach-dreischnittig; Abschnitte lineal. Blütezeit Juli,
August. Höhe 125 bis 200 cm. %#. Auf Waldwiesen im
mittleren Teile des Gebietes; sehr zerstreut. P. offieinale L.,
Gebräuchlicher Haarstrang, Saufenchel.
ß. Blumen weiss. Frucht so lang wie ihr Stiel. Der vorigen
sehr ähnlich und vielleicht nur eine Abart derselben. In
Südkrain. P. parisiense De Candolle, Pariser Haarstrang.
2. Blätter dreifach-fiederschnittig, wie der Stengel bläulich-grün.
Blumenkrone gelb. Blütezeit Juli, August. # (?). An sandigen
Orten Niederösterreichs (?). P. arenarium Waldstein-
Kitaibel, Sand-Haarstrang. |
II. Hülle vier- und mehrblätterig. Blätter zwei- bis dreifach-fieder-
schnittig.
A. Hüll- und Hüllchenblätter zurückgeschlagen. Stengel stielrund,
gerillt.
1. Blattabschnitte zurückgeschlagen, spreizend. Blätter grasgrün-
glänzend. Striemen der Fugenfläche bogenförmig, dem Rande
des Früchtchens gleichlaufend. — Blattabschnitte eiförmig, ein-
geschnitten oder fast fiederspaltig-gezähnt. Blumenkrone weiss.
Thome, Flora. III.Bd. II. Aufl. 23
354 Umbelliferae.
Blütezeit Juli, August. Höhe 30 bis 100 cm. 2%. Auf Wiesen,
grasigen Anhöhen, an Waldrändern, namentlich auf Kalkboden;
zerstreut. (Athamanta Oreoselinum L.) Peucedanum Oreose-
linum Mönch, Berg-Haarstrang, Grundheil.
2. Blattabschnitte abstehend. Blätter blaugrün, nicht glänzend.
Striemen der Fugenfläche einander parallel. — Blattabschnitte
eiförmig, fast dornig-gesägt. Andromonöcisch, mit vorstäubenden
Zwitterblüten. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August.
Höhe 50 bis 125 cm. 2%. Bergwälder, Waldwiesen, namentlich
auf Kalkboden; zerstreut. (Athamanta cervarıia L.; Cervaria
Rivini Gärtner) P. Cervaria Cusson, Hirschwurz.
B. Blätter von Hülle und Hüllchen aufrecht. Stengel kantig-gefurcht.
1. Blumenkrone weiss. Doldenstrahlen innen flaumig-rauh. Griffel
der reifen Frucht doppelt so lang und länger als die Höhe des
Stempelpolsters. — Blätter zweifach-fiederschnittig. Abschnitte
letzter Ordnung eiförmig, fiederteilig oder fiederschnittig. Blüte-
zeit Juli, August. Höhe bis 100 cm. %#. In Südtirol, Krain,
bei Triest. P. venetum Koch, Venetianischer Haarstrang.
2. Blumenkrone gelblich. Doldenstrahlen kahl. Griffel der reifen
Frucht etwas länger als die Höhe des Stempelpolsters.. —
Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig. Abschnitte letzter
Ordnung fiederteilig oder fiederspaltig. Blütezeit Juli, August.
Höhe bis 100 cm, %. Auf sonnigen Gebirgswiesen, namentlich
des mittleren, weniger des südlichen Teiles des Gebietes.
P. alsaticum L., Elsässer Haarstrang.
Gattung 565: Ferulago Koch, Birkwurz.
Stengel kantig-gefurcht. Blätter vielfach-fiederteilig, mit sparrigen,
lineal-lanzettlichen Abschnitten. Hüllchen vielblätterig. Kronenblätter zurück-
gekrümmt. Frucht gross, umgekehrt-eiförmig, Griffel lang, herabgebogen.
Rippen fädlich. Striemen zahlreich. Fruchtträger zweiteilig. Blumenkrone
gelb. Blütezeit Juni, Jul. Höhe 1 bis 2 m und höher. #. Auf trockenen
Wiesen in Südkrain, Südtirol und im österreichischen Küstenlande. (Ferula
Ferulago L.) F. galbanifera Koch, Birkwurz.
Gattung 566: Tommasinia Bertoloni, Tommasinie.
Stengel stielrund, röhrig. Blühende Äste quirlständig. Blattscheiden
weit aufgeblasen. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig; deren Abschnitte
eiförmig, zwei- bis dreilappig, ungleich-grobgesägt. Hülle und Hüllchen
fehlen. Blumenkrone grünlich-gelb; einwärts-gerollt. Frucht breit-flügel-
Umbelliferae. 355:
randig; Thälchen einstriemig. Blütezeit Juni, Jul. Höhe bis 21/;, m. 2%.
Am Südabhange der Österreichischen und Schweizer Alpen; selten. (Peuce-
danum verticillare Koch; Angelica verticillaris L.; Imperatoria verticillaris
De Candolle.) Tommasinia vertieillaris Bertoloni, Quirlästige
Tommasinie.
Gattung 567: Thysselinum Hoffmann, Opfersilje, Olsenich.
Stengel röhrig, kantig-gefurcht, unterwärts oft behaart, oft purpurrot,
in der Jugend samt den Wurzeln milchend. Blätter drei- bis vierfach-
fiederschnittig. Fiedern tief-fiederspaltig, mit lineal-lanzettlichen, zugespitzten
Zipfeln. Hülle und Hüllchen vielblätterig, häutig-berandet. Frucht vom
Rücken zusammengedrückt, schmalrandig. Striemen der Fugenseite nicht
sichtbar, im Fruchtgewebe verborgen. Blume weiss. Blütezeit Juli, August.
Höhe 100 bis 125 cm. Auf Sumpfwiesen, an Teichrändern; verbreitet.
(Selinum palustre L.; Peucedanum palustre Mönch.) T. palustre Hoff-
mann, Sumpf-Opfersilje.
7. Unterfamilie: Scandicineae, Nadelkerbelgewäehse,
A. Frucht geschnäbelt.
1. Schnabel kürzer als die Frucht. Rippen und Striemen fehlen. Gat-
tung 568: Anthrisecus Hoffmann, Kerbel.
2. Schnabel mehreremal länger als die Frucht. Thälchen einstriemig.
Gattung 569: Scandix L., Nadelkerbel.
B. Frucht ungeschnäbelt.
1. Thälchen striemenlos; Rippen stark, gekielt, mit weiter Strieme.
Gattung 570: Myrrhis Scopoli, Süss-Dolde.
2. Thälchen einstriemig.
a. Griffel lang, fadenförmig.
a. Die Rippen werden erst nach dem Trocknen der reifen Frucht
sichtbar. Gattung 571: Chaerophyllum L., Kälberkropf.
ß. Die Rippen sind gekielt, fast geflügelt. Gattung 572: Biaso-
lettia Koch, Biasolettie.
b. Griffel fehlt. Gattung 573: Physocaulus Tausch, Blasen-
stengel.
Gattung 568: Anthriscus Hoffmann, Kerbel.
Blüten zwitterig und männlich. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter
umgekehrt-eirund, die äusseren am Rande der Döldchen oft grösser. Frucht
lineal- bis eiförmig, länger als der Schnabel in den sie ausläuft, rippen-
und striemenlos; Schnabel mit 5 fädlichen Rippen.
23*
356 Umbbelliferae.
A. Dolden wenigstrahlig, teils gestielt, teils sitzend.
1. Stengel kahl oder namentlich über den Knoten weichhaarig. Dolden-
strahlen meist fein-behaart. Griffel länger als das Stempelpolster.
Kraut gewürzhaft-riechend. — Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig,
oberseits kahl, unterseits, samt den Blattstielen und Blattscheiden,
zerstreut-behaart; Blattabschnitte fiederspaltig, mit lanzettlichen
Zipfeln. Hülle fehlend. Hüllchen halbiert, 2 bis 3 lanzettliche Blätt-
chen. Frucht lineal, kahl (var. sativa Endlicher) oder steifhaarig
(var. trichosperma Endlicher), zwei- bis dreimal so lang wie ihr
Schnabel. Blumenkrone weiss, Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis
60 cm. ©. Wild nur im südlichsten Teile des Gebietes; vielfach
zum Küchengebrauche angebaut und hin und wieder verwildert.
(Scandix Cerefolium L.) Anthriscus Cerefolium Hoffmann,
Küchen-Kerbel.*)
2. Stengel kahl. Doldenstrahlen kahl. Griffel kürzer als das Stempel-
polster. Geruchlos. — Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig, ober-
seits kahl, unterseits, samt den Blattscheiden und Stielen, zerstreut-
behaart, in der Jugend fast zottig. Blattabschnitte fiederschnittig,
mit lanzettlichen Zipfeln. Hülle fehlend.. Hüllchen 2 bis 5 lanzett-.
liche Blättchen. Frucht eiförmig, mit kleinen, einwärts-gekrümmten
Stachelchen dicht-besetzt, etwa drei- bis viermal so lang wie ihr
Schnabel. Blumenkrone weiss. Blütezeit Maı, Juni. Höhe 15 bis
50 cm. ®. An wüsten Orten, hier und da; nicht häufig. (Scandix
anthriscus L.) A. vulgaris Persoon, Gemeiner Kerhel.
B. Dolden vielstrahlig, alle gestielt.
I. Stengel und Blätter kurz-sammethaarig, zwei- bis dreifach-fieder-
schnittig; Abschnitte klein, deren Zipfel linealisch. Frucht lineal-
länglich, knotig-weichstachelig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai,
Juni. #. Auf Voralpen in Krain, Istrien. A. fumarioides Sprengel,
Erdrauchblätteriger Kerbel.
II. Stengel ganz kahl oder unterwärts rauhhaarig und nach oben zu kahl.
a. Abschnitte letzter Ordnung in entfernt-stehende lineale Zipfel zer-
schnitten. Blätter zweifach-fiederschnittig. Blumenkrone weiss.
Blütezeit Juni. Schattige, felsige Orte im Berner Jura. (A. sil-
vestris var. tenuifolia De Candolle) A. alpina Jordan, Alpen-
Kerbel. ü
*) Tafel 452. Anthriscus Cerefolium Hoffmann. AB blühende Pflanze.
1 Blüte; 2 reife Frucht; 3 Querschnitt durch ein Halbfrüchtchen. 1 bis 3 vergrössert.
Umbelliferae. 357
b. Abschnitte letzter Ordnung länglich-eiförmig oder länglich-lanzett-
lich, mehr oder weniger tief eingeschnitten.
a. Früchte knotig; die Knötchen durch eine kleine Borste weich-
stachelig. Dem Waldkerbel sehr ähnlich und wohl nur eine
Abart desselben. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai, Juni. Höhe
100 bis 125 cm. Bei Frankfurt an der Oder. Anthriscus
nemorosa Marschall v. Bieberstein, Hain-Kerbel.
ß. Früchte glatt oder zerstreut-knotig; die Knoten nicht weich-
stachelig.
1. Bei den Blättern sind die beiden unteren Abschnitte erster
Ordnung jeder fast so gross wie der übrige Teil des Blattes. —
Blätter dreizählig. Blättchen fiederspaltig oder doppelt-fieder-
schnittig. Mittlere Blüten der Döldchen mehr männlich,
kleiner als die randständigen, zwitterigen. Frucht oft klein-
warzig, kaum so lang als der Stiel; Schnabel kaum länger
als das Stempelpolster. Blütezeit Juni, August. 4. Höhe
100 bis 150 cm. In Schluchten höherer Gebirge. (A. sil-
vestris var. nıtida Hazslinsky; A. humilis Besser; A. alpestris
Wimmer und Grabowski; A. dubius Kabath; A. abortivus
Jordan.) A. nitida Garcke, Glänzender Kerbel.
2. Bei den Blättern sind die beiden unteren Abschnitte erster
Ordnung jeder kleiner wie der übrige Teil des Blattes. —
Blätter zwei- bis dreifach-fiederteilig, mit fiederspaltigen Ab-
schnitten und länglich-lanzettlichen, spitzen Zipfeln, glänzend.
Hülle fehlend oder ein- bis zweiblätterig. Hüllchen fünf-
blätterig. Randblüten nur wenig grösser als die inneren;
in jedem Döldehen sind nur die äusseren Blüten zwitterig,
die andern männlich. Frucht länglich, etwa 5mal länger
als ihr Schnabel, glatt oder zerstreut-knotig. Schnabel etwa
1?/,- bis 2mal so lang als das Stempelpolster. Blumenkrone
weiss, selten gelblich. Blütezeit April, Juli. Höhe 100 bis
125 cm. %#. Giftig. An Wald- und Wiesenrändern, Zäunen,
Ufern; häufig. (Chaerophyllum silvestre L.) A. silvestris
Hoffmann, Waldkerbel, Wilder Kerbel.
Gattung 569: Scandix L., Nadelkerbel.
Blüten zwitterig und männlich. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter
umgekehrt-eiförmig, mit einwärtsgebogener Spitze. Frucht lineal-länglich,
mehreremal kürzer als ihr Schnabel. Riefen 5, seitenständige randend; die
‘358 Umbelliferae.
des Schnabels undeutlich. Thälchen striemenlos oder schwach-einstriemig.
Fruchthalter frei, an der Spitze zweispaltig.
1. Fruchtschnabel vom Rücken her zusammengedrückt, zweireihig-steif-
haarig; mit der Frucht etwa 4 cm lang. — Stengel stielrund, fein-
gerillt, kahl oder kurzhaarig, wie die ganze Pflanze. Blätter zwei-
bis dreifach-fiederschnittig; deren Abschnitte fiederspaltig, mit linealen
Zipfeln. Dolden ein- bis dreistrahlig. Hülle fehlend. Hüllchen viel-
blätterig, dessen Blättehen ganz oder zwei- bis dreispaltig. Andro-
monöcisch. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni bis Herbst. Höhe
15 bis 25 cm. ©. Unter der Saat, namentlich auf Kalk; zerstreut;
mancherorts häufig, an anderen Orten fast fehlend. (Chaerophyllum
rostratum Lamarck.) Scandix Peeten Veneris L.,. Kammförmiger
Nadelkerbel, Venuskamm.*)
2. Fruchtschnabel von der Seite zusammengedrückt, überall bärtig. Hüll-
blättehen meist zweizähnig. Kahl. Blumenkrone weiss. Blütezeit
Mai, Juni. Höhe 20 bis 25 cm. Unter der Saat; auf den adriatischen
Inseln. 8. australis L., Südlicher Nadelkerbel.
Gattung 570: Myrrhis Scopoli, Süssdolde, Myrrhenkerbel.
Blätter dreizählig bis dreifach-fiederschnittig, zottig-weichhaarig. Ab-
schnitte letzter Ordnung fiederig-eingeschnitten-gesägt. Hülle fehlt. Hüllchen
vielblätterig, Blättehen lanzettlich, zugespitzt, gewimpert, zurückgeschlagen.
Mittlere Blüten der Dolde männlich. Blumenkrone weiss. Früchte gross,
länglich, glänzend-braun, mit 5 stark-gekielten Rippen, deren seitliche
randend; jede Rippe mit einer starken Strieme; Thälchen striemenlos. Blüte-
zeit Mai, Juni. Höhe 50 bis 100 cm. 4. In Grasgärten der Gebirgs-
dörfer angepflanzt und verwildert, auf den südlichen Gebirgen auch wild.
(Scandix odorata L.; Chaerophyllum odoratum Lamarck; Lindera odorata
Ascherson.) Myrrhis odorata Scopoli, Wohlriechende Süssdolde.**)
Gattung 571: Chaerophyllum L., Taumelkerbel, Kälberkropf.
Blüten zwitterig und männlich. Kelchsaum undeutlich. Blumenblätter
durch den einwärts-geschlagenen Endzipfel umgekehrt-herzförmig, die
*) Tafel 453. Scandix pecten Veneris L. A blühende Pflanze; B Frucht-
zweig. 1 Blüte; 2 Halbfrüchtchen im Längsschnitte; 3 desgl. im Querschnitte. 1 bis
3 vergrössert.
**) Tafel 454. Myrrhis odorata Scopoli. A Teil der blühenden Pflanze.
1 Fruchtträger mit Früchtchen; 2 Teilfrüchtchen im Längsschnitte; 3 desgl. im Quer-
schnitte. 1 bis 3 vergrössert.
Umbelliferae. 359
äusseren am Rande der Döldchen oft grösser. Riefen 5, flach, die seiten-
ständigen randend. Thälchen einstriemig, glatt, Fruchtträger frei.
A. Kronenblätter kahl. 1. Stamm: Leiopetalon.
I. Griffel so lang wie das Stempelpolster. © oder ©.
1. Hüllchenblätter gewimpert. Wurzel spindelig-ästig. Stengel unter-
wärts kurz-steifhaarig, oberwärts kurzhaarig-rauh. — Stengel stiel-
rund, flachgerillt, häufig unter dem Knoten verdickt, meist
schmutzig-rot gefleckt. Blätter doppelt-fiederschnittig; deren Ab-
schnitte im Umrisse eiförmig oder eilänglich, lappig-fiederspaltig,
mit stumpfen, kurz-stachelspitzigen Zipfeln; trübgrün. Hülle
fehlend oder ein- bis zweiblätterig. Hüllchen vielblätterig; Blätt-
chen lanzettlich, spitz. Andromonöcisch. Blumenkrone weiss.
Blütezeit Mai, Juni. Höhe 30 bis 100 cm. Besitzt giftige, be-
täubende Eigenschaften. In Hecken, Gebüsch, auf Schutt; ver-
breite. Chaerophyllum temulum L., Betäubender Taumel-
kerbel.”)
2. Hüllchenblätter kahl, nicht gewimpert. Wurzel knollig oder kurz-
rübenförmig verdickt. Stengel am Grunde steifborstig, oberwärts
kahl; unten oft rot gefleckt. — Blätter drei- bis vierfach-fiederteilig;
deren Abschnitte tief-fiederspaltig, mit lineal-lanzettlichen, spitzen,
an den oberen Blättern sehr schmal-linealischen Zipfeln. Hülle
fehlend oder vierblätterig. Hüllchen vier- bis sechsblätterig.
Andromonöcisch. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni, Juli. Höhe
125 bis 175 cm. ©. Zwischen feuchtem Gebüsch und an Fluss-
ufern verbreitet; fehlt in der Schweiz; zuweilen als Kerbel-
rübe angebaut. (Myrrhis bulbosa Sprengel.) Ch. bulbosum L.,
Knolliger Kälberkropf.
Il. Griffel länger wie das Stempelpolster. 2%.
1. Blätter dreifach-dreizählig; Blättchen aus ei-, oft herzförmigem
Grunde lanzettlich, gesägt; Seitenblättchen ungestielt; Endblättchen
oft zwei- bis dreilappig oder ebensoviel-schnittig. — Hülle fehlend
oder ein- bis vielblätterig, hinfällig. Hüllchen vielblätterig; Blätt-
chen lanzettlich, feinzugespitzt, gewimpert. Blumenkrone weiss.
Blütezeit Juni, August. Höhe 60 bis 100 cm. #. Auf Waldwiesen
und an Waldbächen, namentlich der höheren Gebirge; selten und
nur im östlichen Teile des Gebietes. (Myrrhis aromatica Sprengel.)
Ch. aromaticum L., Gewürzhafter Kälberkropf.
*) Tafel 455. Chaerophyllum temulum L. A blühende Pflanze. 1 Blüte;
2 Fruchtdöldchen; 3 halbreife Frucht; 4 Fruchtträger und Früchtchen, 5 Teil-
früchtehen im Querschnitte. 1 bis 5 vergrössert.
Umbelliferac.
2. Blätter dreifach-fiederteilig. Abschnitte aus eiförmigem Grunde
lanzettlich; an ihrem Grunde fiederschnittig, an ihrer lang-vorge-
zogenen Spitze einfach-gesägt. — Hülle fehlend oder einblätterig.
Hüllchen vielblätterig; Blättchen lanzettlich, gewimpert. Früchte
gelblich, dunkler gestreift. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juni,
Juli. Höhe 60 bis 125 cm. An Wegen, Rainen, buschigen Stellen,
namentlich auf Kalk- und Schieferboden im mittleren und süd-
lichen Teile des Gebietes. Chaerophyllum aureum L., Gelb-
früchtiger Kälberkropf.
B. Kronenblätter längs ihres ganzen Randes oder doch an ihrer Spitze ge-
wimpert. 2. Stamm: Dasypetalon.
a.
Kronenblätter nur an ihrer eingeschlagenen Spitze gewimpert. Blätter
doppelt-fiederschnittig. Seitliche Dolden oft gegenständig oder zu 3
quirlig. Hüllchen ganz häutig, lineal-lanzettlich, zugespitzt. Frucht-
träger bis zur Mitte oder tiefer gespalten. Blumenkrone weiss oder
rötlich-weiss. Blütezeit Juli, August. An Giessbächen der westlichen
Alpen; selten. Ch. elegans L., Zierlicher Kälberkropf.
. Kronenblätter ringsum bei
1. Hüllchen lanzettlich, zugespitzt, am Rande häutig und Be.
Fruchtträger bis zur Mitte zweiteilig. — Stengel gerillt und wie
die Blätter steifhaarig, zerstreut-behaart oder fast kahl, unterwärts
öfter sehr rauhhaarig. Blätter doppelt-fiederschnittig; deren Ab-
schnitte fiederspaltig, ungleich-gesägt. Hülle fehlend. Hüllchen
vielblätterig. Blumenkrone weiss oder rötlich-weiss. Blütezeit Juli,
August. Höhe 60 bis 125 cm. %. Auf Wiesen der Alpen und
Voralpen. Ch. Villarsii Koch, Villars’ Kälberkropf.
2. Hüllchen breit-lanzettlich, zugespitzt, am Rande gewimpert, aber
nicht häutig. Fruchtträger nur an der Spitze kurz-zweispaltig. —
Stengel wie vorhin. Blätter doppelt-dreischnittig oder drei-
schnittig-fiederförmig; deren Abschnitte lappig-eingeschnitten oder
fiederspaltig, ungleich-gesägt. Hülle fehlend. Hüllchen vielblätterig.
Blumenkrone weiss oder rosenfarben. Blütezeit Juni, August. 2.
Höhe 30 bis 60 cm. An Wegen, Bächen, Waldrändern, nament-
lich der Gebirge und hier hoch hinaufsteigend; in der Ebene
selten. (Ch. Cicutaria Villars) Ch. hirsutum L., Rauhhaariger
Kälberkropf.
Gattung 572: Biasolettia Koch, Biasolettia, Knollenkerbel.
Wurzel kugelig-knollig. Stengel unterwärts borstig und mitunter rot-
eckig. Blätter drei- bis vierfach-fiederschnittig, mit lineal-lanzettlichen
Umbelliferae. 361
Zipfeln. Hülle fehlend. Hüllchen armblätterig. Blumenblätter durch die
einwärtsgeschlagenen Endzipfel umgekehrt-herzförmig. Griffel gerade, auf-
recht. Frucht gekielt-, fast geflügelt-gerippt, dunkelschwarz. Thälchen ein-
striemig. Blütezeit Mai bis August. Höhe bis etwa 100 cm. %. Istrien.
(Frayera tuberosa Reichenbach; Myrrhis eynapioides Gussone.) Biasolettia
tuberosa Koch, Knollentragende Biasolettia.
‚Gattung 573: Physocaulus Tausch, Blasenstengel.
Stengel feingerillt, unter den Knoten angeschwollen. Blätter doppelt-
fiederschnittig; deren Abschnitte fiederig-eingeschnitten-gesägt, mit stumpfen,
ganzrandigen oder gekerbt-gesägten Zipfeln. Hülle fehlend oder einblätterig.
Hüllchen fünfblätterig. Kronenblätter mit einwärtsgebogenem Rande, ab-
gestutzt, weiss. Griffel fehlen; die Narben sitzen unmittelbar auf dem
Stempelpolster. Riefen breit und flach. Thälchen einstriemig. Frucht-
träger gegabelt. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 15 bis 25 cm. ©. In Ge-
büschen Istriens; selten. (Scandix nodosa L.) P. nodosus Tausch,
Knotiger Blasenstengel, Balsamkerbel.
8. Unterfamilie: Smyrneae, Smyrniumgewächse.
A. Thälchen striemenlos. Gattung 574: Conium L., Schierling.
B. Thälchen ein- bis vielstriemig.
a. Thälchen viel-, mehr als dreistriemig. Blumenkrone gelb oder grün-
gelb. Gattung 575: Smyrnium L., Smyrnium.
b. Thälchen ein- bis dreistriemig. Blumenkrone weiss.
a. Frucht in das knotige Ende des Döldchenstieles derart eingesenkt,
dass nur die langen, aufrechten Griffel hervorragen. Gattung 576:
Echinophora L., Stacheldolde.
£. Frucht nicht in das Ende des Döldchenstieles eingesenkt.
1. Seitenrippen nur halb so breit wie die Rückenrippen. Gat-
tung 577: Molospermum Koch, Striemensame.
2. Seiten- und Rückenrippen gleich breit.
a. Rippen geflügelt, hohl. Gattung 578: Pleurospermum
Hoffmann, Rippensame.
b. Rippen geflügelt, nicht hohl. Gattung 579: Malabaila
Tausch, Malabaile.
Gattung 574: Conium L., Schierling.
Stengel stielrund, gerillt, bläulich-bereift, unten rot-gefleckt, kahl wie
die ganze Pflanze. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig; deren Ab-
schnitte einfach- oder doppelt-fiederspaltig, mit lanzettlichen Zipfeln, trüb-
362 Umbelliferae,
grün. Hülle vielblätterig, zurückgeschlagen. Hüllchen halbiert, die 3 bis 4
eilanzettlichen Blättchen an ihrem Grunde zusammengewachsen. Laub mit
widerlichem Mäusegeruch, Blüten mit zartem Honigduft. Blüten zwitterig.
Kelehsaum undeutlich, wulstig. Blume weiss, von betäubendem Geruche;
deren Blätter umgekehrt-eirund, durch das eingeschlagene Endläppchen
mehr oder weniger ausgerandet. Frucht eiförmig, striemenlos. Riefen 5,
gleich gross, gekerbt, während der Blütezeit wellig-gebogen. Fruchtträger
zweiteilig. Blütezeit Juli, August. Höhe 100 bis 200 cm. ©. An Hecken,
auf wüsten Plätzen, Schutt; verbreitet, aber mancherorts fehlend. Sehr
giftig. Das mäuseartig riechende Kraut, Herba Conii, ist offizinell.
Conium maculatum L., Gefleckter Schierling.*)
Gattung 575: Smyrnium L., Smyrnium.
Kahle Kräuter mit fleischiger Wurzel. Kelchsaum undeutlich. Kronen-
blätter mit einwärtsgebogener Spitze. Frucht zweiknöpfig, mit fast kugeligen
Teilfrüchtehen. Riefen 3, fädlich. 'Thälchen vielstriemig.
A. Oberste Blätter dreizählig, kurzgestielt; untere fast dreifach-dreizählig,
deren Abschnitte eiförmig, ungleich-eingeschnitten-gekerbt-gesägt. Hüllen:
fast fehlend.. Hüllchen sehr kurz. Blumenkrone gelblich. Blütezeit
April, Juni. % oder @. An feuchten Orten und auf Schutt im Gebiet
des Adriatischen Meeres. S. Olusatrum L., Olusatrum.
B. Oberste Blätter ungeteilt, sitzend, stengelumfassend.
1. Stengel oberwärts kantig-geflügelt. Obere Blätter herz-eiförmig,
grundständige gestielt, dreischnittig; alle gross - gekerbt - gesägt.
Blumenkrone gelblich. Blütezeit April, Mai. © und %. In Wäldern
des österreichischen Küstengebietes. 8. perfoliatum Miller,
Durchwachsenes Smyrnium.
2. Stengel rundlich, gefurcht, flügellos. Oberste Blätter nierenförmig,
ganzrandig; grundständige kurzscheidig-gestielt, dreifach-dreischnittig;
deren Abschnitte mit herzförmigem Grunde, grob-gekerbt-gesägt.
Blumenkrone gelblich. Blütezeit Mai, Jun. %. Auf Wiesen im
Gebiet des Adriatischen Meeres. $. rotundifolium Miller, Rund-
blätteriges Smyrnium.
*) Tafel 456. Conium maculatum L. AB Teile der blühenden Pflanze.
1 Döldchen mit dem Hüllchen; 2 Blüte; 3 Blüte von unten gesehen; 4 Fruchtträger
mit den Früchtchen; 5 Teilfrüchtehen im Querschnitte; 6 Frucht im Längsschnitte.
1 bis 6 vergrössert.
Umbelliferae. 363
Gattung 576: Echinophora L., Stacheldolde.
Stengel stielrund, gerillt. Blätter starr, untere doppelt-, obere einfach-
fiederschnittig, mit dreiteiligen, starren, spitzen, am Ende dornigen Ab-
schnitten. Hülle und Hüllchen vielblätterig, dornig werdend. Döldchen
mit einer mittleren zwitterigen und mehreren randständigen männlichen
Blüten. Kronenblätter durch das einwärtsgebogene Endzipfelehen umge-
kehrt-herzförmig, weiss, gewimpert. Frucht länglich-eiförmig, überwachsen
von dem knotigen Ende des Döldchenstieles, so dass nur die 2 langen,
aufrechten Griffel hervorragen. Thälchen ein- bis zweistriemig. Eiweiss
tiefrinnig. Blütezeit Juni, Juli. Höhe bis 25 em. #. An sandigem Ufer
des Adriatischen Meeres. E. spinosa L., Dornige Stacheldolde.
Gattung 577: Molospermum Koch, Striemensame.
Stengel stielrund, gefurcht, hohl, wie die Blätter kahl. Blätter dreifach-
fiederschnittig; Abschnitte letzter Ordnung eilanzettlich, in eine lange Spitze
ausgezogen, ungleich-grob- und eingeschnitten-gesägt. Kronenblätter weiss,
mit langer, aufsteigender Spitze. Frucht eiförmig‘, zweiknöpfig, von der
Seite zusammengedrückt; dreikantig, Kanten scharf-gekielt, fast geflügelt;
ein Teilfrüchtchen hat eine, das andere zwei solcher Hauptrippen; Seiten-
rippen nur halb so breit; Thälchen einstriemig. Blütezeit Juli, August.
Höhe 120 bis 200 cm. 2%. Auf steinigen Bergen der Südschweiz, Süd-
tirols, Krains. (Ligusticum peloponnesiacum L.; M. peloponnesiacum Koch.)
M. eicutarium De Candolle, Schierlingsblätteriger Striemensame.
Gattung 578: Pleurospermum Hoffmann, Rippensame.
Stengel gefurcht, hohl. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig; Ab-
schnitte letzter Ordnung lanzettlich, fiederspaltig oder fiederteilig.. Hülle
und Hüllchen vielblätterig, zurückgeschlagen; Hüllchenblätter oft fieder-
spaltig. Kronenblätter umgekehrt-eiförmig, weiss. Frucht eiförmig. Frücht-
chen mit 5 gleichhohen, geflügelten, hohlen, gekerbten Rippen. Die
Fruchtschale trennt sich in eine innere und eine äussere Schicht; die dem
Samen eng anliegende, ebenfalls fünfrippige innere Schicht enthält in jedem
Thälchen 1 bis 2 Striemen. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 60 bis 125 cm.
® oder #4. In Felsschluchten und in Wäldern, namentlich der höheren
Gebirge, aber auch in der Ebene an Bächen und auf Wiesen; zerstreut.
(Ligustieum austriacum L.) P. austriaeum Hoffmann, Österreichischer
Rippensame.
364 Umbelliferae.
Gattung 579: Malabaila Tausch, Malabaile.
Stengel stielrund, gefurcht, wie die ganze Pflanze kahl und bläulich-
grün. Blätter dreieckig, gedreit-schnittig, mit fiederspaltigen bis fieder-
teiligen Abschnitten. Hülle und Hüllchen vielblätterig, zurückgeschlagen.
Kelch fünfzähnig. Kronenblätter umgekehrt -herzförmig, mit einwärts-ge-
schlagenem Endzipfel, weiss. Frucht eiförmig, von der Seite zusammen-
gedrückt. Riefen dünn, geflügelt, gleichbreit, seitliche randend, nicht hohl,
aber nicht selten von einer zarten Ölstrieme durchzogen. Thälchen zwei-
bis dreistriemig. Eiweiss flachrinnig. Blütezeit Juni, Jul. Höhe bis 1 m.
4. Auf höheren Bergen Krains und Südtirols. (Hladnikia Golacensis
Koch; Pleurospermum Golaka Reichenbach; Ligusticum carniolicum Host.)
M. Hacqueti Tausch, Hacquets Malabaile.
9. Unterfamilie: Thapsieae, Thapsiagewächse.
Gattung 580: Laserpitium Tournefort, Laserkraut.
Kelch fünfzähnig. Kronenblätter durch das einwärts-geschlagene End-
läppchen umgekehrt-herzförmig. Frucht vom Rücken her zusammengedrückt.
Früchtehen neunriefig. Hauptriefen 5, fädlich, kahl oder etwas borstlich,
die seitenständigen auf der Fugenseite liegend. Nebenriefen 4, breit-
geflügelt. Thälchen unter den Nebenriefen einstriemig; Fugenfläche zwei-
striemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Eiweiss vorn flach.
A. Blattabschnitte letzter Ordnung gross und 1 bis mehrere Centimeter breit.
1. Stamm: Platyphylla.
I. Blumenkrone gelb, rot berandet. — Stengel stielrund, feingerillt,
wie die Blätter kahl. Blätter dreizählig-doppelt-fiederschnittig.
1. Doldenstrahlen kahl. Blattabschnitte meist ungeteilt, seltener zwei-
bis dreispaltig, stachelspitzig-gekerbt-gesägt. Blütezeit Juli, August.
Höhe 30 bis 60 cm. 2%. Gebirgsabhänge der Schweiz und Süd-
tirols. L. Gaudinii Moretti, Gaudins Laserkraut.
2. Doldenstrahlen oberseits kurz-rauhhaarig. Blattabschnitte letzter
Ordnung ungeteilt. Blütezeit Juli, August. 2%. Kalkberge in
Krain. L. marginatum Waldstein-Kitaibel, Berandetes
Laserkraut.
II. Blumenkrone weiss oder rötlich.
1. Doldenstrahlen glatt und kahl.
a. Dolde einfach-zusammengesetzt. Früchtelien eirund-länglich. —
Stengel stielrund, feingerillt. Blätter dreizählig, doppelt-fieder-
schnittig; Abschnitte letzter Ordnung eiförmig, ungleich-gesägt,
ganz oder zwei- bis dreispaltig. Kronenblätter breit-umgekehrt-
Umbelliferae. 365
eiförmig, benagelt, weiss. Blütezeit Juli, August. 4. Höhe
30 bis 60 cm. Im Gebüsch, an Waldrändern, in Südkrain.
Laserpitium alpinum Waldstein-Kitaibel, Alpen-Laser-
kraut.
b. Dolden doppelt - zusammengesetzt. Früchtchen herzförmig. —
Stengel stielrund, gerieft; obere Äste meist wirtelig. Untere
Blätter dreifach-dreischnittig, obere einfacher. Blattabschnitte
doppelt-eingeschnitten-gezähnt, endständige dreispaltig. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe bis 1 m. &. Auf
Gebirgswiesen in Istrien. L. vertieillatum Waldstein-
Kitaibel, Wirtelästiges Laserkraut.
2. Doldenstrahlen wenigstens oberwärts kurzhaarig-rauh bis zottig.
a. Stengel feingerillt.
a. Stengel kahl. Blätter dreizählig-doppelt-gefiedert, nicht kahl.
Blattabschnitte ungeteilt, ei-herzförmig, spitz, stachelspitzig-
gekerbt-gesägt. Hüllchenblättchen borstlich-lineal-lanzettlich,
kurz. Blumenkrone weiss, selten rötlich. Andromonöcisch,
mit ausgeprägt vorstäubenden Zwitterblüten. Frucht oval,
wellig-geflügelt. Blütezeit Juli, August. Höhe 60 bis 150 em.
4. Gebirgswaldungen auf Kalkboden; fehlt im westlichen
und nordwestlichen Teile des Gebietes. L. latifolium L.,
Breitblätteriges Laserkraut.*)
Bei der Abart asperum Crantz, Rauhes Laserkraut
sind die Blätter unterseits nebst den Blattstielen rauhhaarig.
ß. Stengel kurzborstig, kahl werdend, glänzend-grün. Blätter
doppelt-fiederschnittig; Blattabschnitte fiederteilig oder fieder-
lappig, scharf-gesägt. Blätter des Hüllchens lanzettlich, an
der Spitze meist zwei- bis dreispaltig. Kronenblätter weiss-
lich. Blütezeit Juli bis September. 4. Alpenwiesen in Süd-
tirol. L. nitidum Zantedeschi, Glänzendes Laserkraut.
b. Stengel gefurcht, rauhhaarig-zottig, ebenso die gedreit-dreifach-
fiederschnittigen Blätter. Abschnitte letzter Ordnung eiförmig,
endständige dreispaltig, mit keiligem Grunde herablaufend,
scharf-gesägt; oberste Blattscheiden bauchig-aufgeblasen, sehr
gross. Hülle und Hüllchen vielblätterig, lineal-lanzettlich, zu-
letzt zurückgeschlagen. Krone weiss, unterseits oft rötlich.
Blütezeit Juli, August. Höhe 100 bis 125 cm. 4. Waldige
*) Tafel 459 A. Laserpitium latifolium LE. A1 Fruchtträger mit Teil-
früchtchen; A 2 Früchtchen vom Rücken aus gesehen; A 3 Frucht im Querschnitte.
1 bis 3 vergrössert. '
366
Umbelliferae.
Gebirgsabhänge inKrain, Mähren, Schlesien; selten. Laserpitium
Archangelica Wulfen, Engelwurzblätteriges Laserkraut.
B. Blattabschnitte letzter Ordnung schmal, oft keilförmig. 2. Stamm:
Leptophylla.
I. Stengel kantig-gefurcht, an seinem unteren Ende mit abwärts-gerich-
teten, steifen Haaren besetzt, selten kahl. Blätter doppelt-fiederteilig,
am Rande und an den Blattstielen rauhhaarig. Blattabschnitte fieder-
spaltig, mit lanzettlichen Zipfeln. Blumenkrone gelblichweiss. Blüte-
zeit Juli, August. Blüten wahrscheinlich alle zwitterig. Höhe 30 bis
100 cm. ©. Trockene Wälder und Wiesen; hier und da. L. pru-
thenicum L., Preussisches Laserkraut.
II. Stengel stielrund, fein-gerillt.
1.
Blätter vielfach-fiederschnittig; Abschnitte letzter Ordnung lineal-
lanzettlich, nur wenig Millimeter lang und höchstens 1 bis 2 mm
- breit. — Ganze Pflanze meist behaart. Blumenkrone weiss. Blüte-
D
zeit Juli, August. Höhe 20 bis 30 cm. %. In Thälern der süd-
lichen Schweizer und Tiroler Alpen. (L. Panax Gouan.) L. hir-
sutum Lamarck, Rauhhaariges Laserkraut.
. Blätter zwei- bis dreifach-hiederschnittig. Abschnitte letzter Ord-
nung lanzettlich bis lineal, einige Öentimeter lang und mehrere
Millimeter breit.
a. Frucht lineal-länglich, schmalgeflügelt. Griffel zurückgekrümmt,
der Frucht angedrückt. — Stengel und Blätter kahl und blau-
grün. Hülle und Hüllchen vielblätterig; deren Blättchen lanzett-
lich. Blumenkrone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 1 bis
2 m. 4. Zwischen Gesträuch auf Abhängen der Alpen, Vor-
alpen, des Jura; Rauhe Alp. (Siler montanum Crantz; Ligusti-
cum garganicum Tenore.) L. Siler L., Rosskümmelähnliches
Laserkraut, Zinkkraut.
b. Frucht eirund, mit breitem, meist gekerbtem, oben und unten
ausgeschnittenem Flügel. Griffel ziemlich aufrecht, ausgespreizt.
Der vorigen sehr ähnlich, doch kleiner, auch hellgrün. Hülle
und Hüllchen armblätterig; Blättchen schmal-lineal. Blumen-
krone weiss. Blütezeit Juli, August. Höhe 50 bis 100 cm. 2.
Auf steinigen Orten in den Alpen. L. peucedanoides L.,
Haarstrangähnliches Laserkraut.
10. Unterfamilie: Daucineae, Möhrengewächse.
Hauptrippen borstig.
1. Die vier Nebenrippen tragen je eine Reihe Stacheln. Gattung 581:
Daucus Tournefort, Möhre.
Umbelliferae. 367
2. Die vier Nebenrippen tragen je zwei bis drei Reihen Stacheln. Gat-
tung 582: Orlaya Hoffmann, Breitsame.
Gattung 581: Daucus Tournefort, Möhre.
Wurzel spindelig. Stengel gefurcht, mehr oder weniger steifhaarig wie
die ganze Pflanze. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig; Abschnitte
fiederspaltig, mit linealen oder lineal-lanzettlichen Zipfeln. Dolde vielstrahlig,
bei der Fruchtreife vogelnestartig zusammengezogen. Hülle vielblätterig,
etwa so lang wie die Doldenstrahlen; deren Blättchen fiederteilig, mit
linealen Zipfeln. Hüllchen vielblätterig, mit ungeteilten oder zwei- bis
dreispaltigen Blättchen. Blüten andromonöcisch, mit ausgeprägt vor-
stäubenden Zwitterblüten. Kelch fünfzähnig. Blumenblätter weiss, öfter
rosafarben, durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt - herzförmig,
die äusseren am Rande der Dolde grösser, halb-zweispaltig, öfter strahlend.
In der Mitte der Dolde findet sich meist ein unfruchtbares, gestieltes, von
2 bis 3 eigenen Blättchen gestütztes, schwarzpurpurnes Döldchen, mit meist
zwitterigen, seltener weiblichen Blüten, oder nur eine schwarzpurpurne
Blüte Frucht eiförmig, etwas vom Rücken her zusammengedrückt.
Früchtehen neunriefig. Hauptrippen 5, fädlich, borstig, die seitenständigen
auf der Fugenfläche. Nebenriefen 4, höher, einreihig-stachelig. Thälchen
unter den Nebenriefen einstriemig. Fugenfläche zweistriemig. Fruchtträger
frei, zweiteilig. Blütezeit Juni bis Herbst. Höhe 30 bis 60 cm. ©. Auf
Wiesen, Sandfeldern und Triften häufig; der Wurzeln (Gelbe Rübe;
Möhre) halber überall angebaut. D. carota L., Gemeine Möhre.*)
Gattung 582: Orlaya Hoffmann, Breitsame, Strahldolde.
Blüten vielehig, zwitterig und männlich. Kelch fünfzähnig. Blumen-
blätter durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig; die
äusseren am Rande der Dolde halb-zweispaltig und strahlend. Frucht vom
Rücken her linsenförmig zusammengedrückt. Früchtchen neunriefig. Haupt-
riefen 5, fädlich-borstig, die seitenständigen auf der Fugenfläche liegend;
Nebenriefen 4, viel höher, zwei- bis dreireihig-stachelig. - Thälchen unter
den Nebenriefen einstriemig, Fugenfläche zweistriemig.
1. Kronenblätter des Strahles vielmal länger als der Fruchtknoten (bis
15 mm lang). Hülle und Hüllchen fünfblätterig; Nebenrippen alle
gleich gross. Blätter zwei- bis dreifach-fiederschnittig; deren Ab-
schnitte fiederspaltig, mit linealen Zipfeln.. Kronenblätter weiss.
*, Tafel 457. Daucus Carota L. A blühende Pflanze, 1 Döldchen; 2 Blüte;
3 Fruchtknoten im Querschnitte; 4 Früchtehen vom Rücken; 5 Fruchtträger und
Teilfrüchtchen; 6 Teilfrüchtchen im Querschnitte. 1 bis 6 vergrössert.
368 Umboelliferae.
Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 60 em. ®. Auf steinigem,
buschigem Kalkboden, unter der Saat, im mittleren und südlichen
Teile des Gebietes; zerstreut. (Caucalis grandiflora L)) Orlaya
grandiflora Hoffmann, Grossblütiger Breitsame.
. Kronenblätter des Strahles so lang wie der Fruchtknoten. Hülle und
Hüllchen zwei- bis dreiblätterig. Seitliche Nebenrippen noch einmal
so hoch wie die beiden mittleren. Blumenkrone weiss. Blütezeit
Mai, Juli. Höhe etwa bis 30 cm. #. Unter der Saat in Istrien und
Südkrain. ©. platyecarpos Koch, Flachfrüchtiger Breitsame.
D
11. Unterfamilie: Silerineae, Rosskümmelgewächse.
Gattung 583: Siler Scopoli, Rosskümmel,
Stengel stielrund, feingerillt, wie die Blattunterseite bläulich-bereift,
kahl wie die ganze Pflanze. Blattscheiden bauchig; Blätter zwei- bis drei-
fach-fiederschnittig, oberste nur einfach-dreischnittig. Blattabschnitte rund-
lich, ungeteilt oder zwei- bis dreilappig, grob- und ungleich-gekerbt. Hülle
und Hüllchen fehlend oder aus einigen pfriemlichen, hinfälligen Blättchen
gebildet. Andromonöcisch mit vorstäubenden Zwitterblüten; die männlichen
Blüten stehen in der Mitte des Döldchens. Kelch fünfzähnig. Blumenblätter -
durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig, weiss, vor
dem Aufblühen rötlich. Frucht eiförmig, vom Rücken her linsenförmig-
zusammengedrückt. Früchtchen mit 9 fädlichen, glatten, stumpfen Riefen;
seitenständige Hauptriefen randend. Thälchen unter den Nebenriefen ein-
striemig; Fugenfläche vierstriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Eiweiss
vorn flach. Blütezeit Mai, Juni. Höhe 60 bis 200 cm. 2%. In bergigen
Gegenden an Waldrändern, im Gebüsch, in Hannover, Hessen, Österreich,
Steiermark. (Laserpitium aquilegifolium Jacquin.) 8. trilobum Scopoli,
Dreilappiger oder Akeleiblätteriger Rosskümmel.
12. Unterfamilie: Caucalineae, Haftdoldengewächse.
1. Die drei Rückenrippen und die vier Nebenrippen sind mit je zwei bis
drei Reihen grosser Stacheln besetzt. Gattung 584: Turgenia Hoff-
mann, Turgenie.
LO
. Die drei Rückenrippen sind mit kleinen Borsten besetzt.
a. Die vier Nebenrippen sind mit je einer bis zwei Reihen Stacheln be-
setzt. Gattung 585: Cauealis L., Haftdolde.
b. Die Nebenrippen sind kaum bemerkbar, die Thälchen dicht mit
langen Hakenstacheln besetzt. Gattung 586: Torilis Adanson,
Klettenkerbel.
Umbelliferae. 369
Gattung 584: Turgenia Hoffmann, Turgenie.
Stengel gefurcht, flaumig, mit eingestreuten steifen Haaren. Blätter
trübgrün, einfach-fiederschnittig, mit länglich-lanzettlichen oder lanzettlichen,
stumpflichen, grob-eingeschnitten-gesägten bis fiederspaltigen Abschnitten-
Dolden armblütig.. Hülle und Hüllchen mehrblätterig, mit länglichen»
breit-randhäutigen, stumpfen Blättehen. Andromonöcisch mit homogamen
Zwitterblüten. Blumenblätter durch das einwärtsgeschlagene Endläppchen
umgekehrt-herzförmig; die äusseren am Rande der Döldchen etwas grösser,
halb-zweispaltig, mitunter strahlend; rosenfarben oder weiss. Von den
Hauptriefen sind 3 rücken-, 2 fugenseitenständig; jene 3 sowie die 4 Neben-
riefen sind besetzt mit je 2 bis 3 Reihen grosser, rauher Stacheln. Blüte-
zeit Juli, August. Höhe 30 bis 60 cm. ©. Auf Kalkboden, auch unter
der Saat; im westlichen und südlichen Teile des Gebietes. (Tordylium
latifolium L.) T. latifolia Hoffmann, Breitblätterige Turgenie.*)
Gattung 585: Caucalis L., Haftdolde.
Kelch fünfzähnig. Blumenblätter durch das eingeschlagene Endläppchen
umgekehrt-eiförmig; die äusseren am Rande der Döldchen etwas grösser,
halb-zweispaltig, strahlend. Frucht eiförmig, von der Seite etwas zusammen-
gedrückt. Hauptriefen borstig oder kurz- und fein-stachelig; die seiten-
ständigen auf der Fugenseite liegend. Nebenriefen viel höher, ein- bis
dreireihig-stachelig. Thälchen unter den Nebenriefen einstriemig. Frucht-
träger frei, zweiteilis. Eiweiss einwärts-gerollt.
1. Stacheln der Nebenriefen einreihig, glatt, aus kegelförmigem Grunde
pfriemlich, am Ende hakig, so lang oder länger als der Querdurch-
messer des Früchtehens. — Stengel gefurcht. Blätter zwei- bis drei-
fach-fiederschnittig; deren Abschnitte fiederspaltig mit linealen oder
lineal - lanzettlichen Zipfeln. Dolden meist dreistrahlig, armblütig.
Andromonöcisch mit homogamen Zwitterblüten. Hülle fehlend oder
einblätterig; Hüllchen drei- bis fünfblätterig; Blättchen lanzettlich,
hinfällig. Blumenkrone weiss. Blütezeit Mai bis Herbst. Höhe
15 bis 30 cm. ©. Auf Kalkboden unter der Saat; zerstreut und
unbeständig. C. daucoides L., Möhrenförmige Haftdolde.**)
- Bei der Abart muricata Bischoff, Weichstachelige Haftdolde
sind die Stacheln der Nebenriefen viel kürzer als der Querdurchmesser
*) Tafel 459 BB Turgenia latifolia Hoffmann. B 1 Teilfrüchtchen mit
Fruchtträger; B2 Teilfrüchtehen vom Rücken; B3 desgl. von der Fugenseite; B 4 desgl.
im Querschnitte. 1 bis 4 vergrössert.
**) Tafel 458. Caucalis daucoides L. A blühende Pflanze. 1 Eine Zwitter-
blüte und zwei männliche Blüten; 2 Kronenblättchen; 3 Fruchtdöldchen; 4 Frucht-
querschnitt. 1 bis 4 vergrössert.
Thome, Flora, III. Bd. II. Aufl. 24
370 Umbbelliferae.
des Früchtchens und aus fast walzlichem Grunde haarspitzig, mit auf-
wärts-gebogener Spitze. Im Südosten des Gebietes; selten.
2. Stacheln der Nebenriefen dreireihig, rauh, am Ende widerhakig. —
Dolden meist zwei- bis dreistrahlig., Blüten zwitterig; sonst wie
vorige. Blütezeit Juni, Juli. Im westlichen Teile des Gebietes und
in der Schweiz mit Getreidesaat eingeführt; selten. Caucalis lepto-
phylla L., Schmalblätterige Haftdolde.
Gattung 586: Torilis Adanson, Klettenkerbel.
Blätter ein- bis zweifach-hederschnittig, deren Abschnitte letzter Ord-
nung grob- oder eingeschnitten-gesägt bis fiederspaltig. Dolde meist wenig-
strahlig. Blätter von Hülle und Hüllchen, wenn vorhanden, lineal-pfriemlich.
Blüten vielehig, zwitterig und männlich. Kelch fünfzähnig. Blumenblätter
durch das eingeschlagene Endläppchen umgekehrt-herzförmig; die äusseren
am Rande der Döldchen etwas grösser, halb-zweispaltig, manchmal strahlend.
Frucht eiförmig, an den Seiten fast zweiknotig-zusammengezogen. Haupt-
riefen mit kleinen Borsten besetzt. Die 3 mittleren rückenständig, kaum
bemerkbar; die seitenständigen auf der Fugenseite. Nebenriefen 4, sehr
breit und flach, mit Stachelborsten dicht besetzt. Thälchen unter den
Nebenriefen einstriemig. Fruchtträger frei, zweiteilig. Eiweiss vorn ein-
wärtsgekrümmt.
A. Dolden geknäuelt sitzend; blattgegenständig. Nur die äusseren Teil-
früchtehen der randständiger Früchte sind stachelig-widerhakig, die
inneren sind körnig-rauh. Dolden zweistrahlig, fast sitzend. Hülle
fehlend. Blumenkrone weiss. Blütezeit April, Mai. Höhe 15 bis 30 cm.
©. Auf trocken-steinigen Äckern im Gebiete des Adriatischen Meeres
häufig; auch sonst, aber mit Samen eingeführt, selten und unbeständig.
(Tordylium nodosum L.) T. nodosa Gärtner, Knotenfrüchtiger
Klettenkerbel.
B. Dolden langgestielt.
I. Hülle und Hüllchen vielblätterig. Fruchtborsten einwärts-gekrümmt,
nicht widerhakig. Stengel durch rückwärts-anliegende Börstchen
rauh; untere Blätter mit vorwärts-angedrückten, steifen Haaren.
Andromonöeisch mit ausgeprägt vorstäubenden Zwitterblüten. Blumen-
krone weiss oder rötlich.@# Blütezeit Juni bis August. Höhe 60 bis
125 em. ©. An Zäunen, Hecken, in Gebüschen; häufig. (Tordylium
Anthriseus L.) T. Anthriseus Gmelin, Gemeiner Klettenkerbel.*)
*) Tafel 459C. Torilis Anthriscus Gmelin. C blühende Pflanze. C 1 Frucht-
träger mit Teilfrüchtehen; C2 Teilfrüchtehen vom Rücken aus gesehen; C3 Quer-
schnitt durch ein Teilfrüchtchen. 1 bis 3 vergrössert.
Umboelliferae. 371
Die in Schlesien gefundene Abart ealearea Uechtritz ist
graugrün.
II. Hülle einblätterig oder fehlend. Hüllchen vielblätterig. Fruchtborsten
widerhakig. Blumenkrone weiss oder rötlich. (T. helvetica Gmelin,
Schweizer Klettenkerbel.)
1. Kronenblätter nur halb so lang wie der Fruchtknoten. Griffel
kaum doppelt so lang wie das Stempelpolster. Blütezeit April,
Juni. ©. Hecken und Äcker in Istrien. Torilis heterophylla
Gussone, Verschiedenblätteriger Klettenkerbel,
2. Kronenblätter so lang wie der Fruchtknoten. Griffel etwa doppelt
so lang wie das Stempelpolster. Blütezeit Juli, August. ©. Auf
bebautem Boden, in Hecken und Gebüsch im nördlichen, westlichen
und südlichen Teile des Gebietes; selten. (Scandix infesta L.; T.
helvetica Gmelin). T. infesta Hoffmann, Bewehrter Kletten-
kerbel.
3. Blumenkrone doppelt so lang wie der Fruchtknoten. Griffel
mehreremal länger als das Stempelpolster. Blütezeit Juli, August.
©. Ackerränder und Gebüsch in Niederösterreich. (Scandix infesta
Jacquin). T. negleeta Römer und Schultes, Vernachlässigter
Klettenkerbel.
13. Unterfamilie: Coriandreae, Koriandergewächse.
1. Frucht zweiknöpfig. Gattung 587: Bifora Hoffmann, Bifore,
Hohlsame.
2. Frucht kugelig. Gattung 583: Coriandrum L., Koriander.
Gattung 587: Bifora Hoffmann, Bifore, Hohlsame.
Stengel kantig-gefurcht; wie die ganze Pflanze kahl. Blätter zwei- bis
dreifach-fiederschnittig; Abschnitte fiederteilig, mit linealen, fadenförmigen
Zipfeln. Dolden hüllenlos, vielstrahlig. Hüllchen ein- bis dreiblätterig,
Kelchsaum undeutlich. Kronenblätter umgekehrt-eiförmig, mit einwärts-
gekrümmter Spitze, weiss, randständige strahlend. Frucht zweiknöpfig,
innen hohl. Teilfrüchtehen gestreift-runzelig. Eiweiss an der Fugenfläche
ausgehöhlt. Blütezeit Juni, Juli. Höhe 15 bis 45 cm. Riecht nach
Wanzen. Aus Südeuropa, mit Saat in das mittlere und !südliche Gebiet
eingeführt; selten und unbeständig. (Coriandrum testiculatum Jacquin).
B. radians Marschall v. Bieberstein, Strahlender Hohlsame.
Gattung 588: Coriandrum L., Koriander.
Stengel feingerillt, kahl wie die ganze Pflanze. Untere Blätter ein-
bis zweifach-fiederschnittig, mit rundlichen oder länglichen, lappig- oder
24*
972 Cornaceae.
eingeschnitten-gesägten, bis fiederspaltigen Abschnitten. Obere Blätter zwei-
bis dreifach-fiedersehnittig; deren Abschnitte fiederteilig, mit linealen oder
fädlichen Zipfeln. Hülle fehlend oder einblätterig. Hüllchen halbiert, drei-
blätterig; Blättchen lineal. Blüten vielehig, zwitterig und männlich. Kelch
fünfzähnig. Blumenblätter weiss oder rötlich, durch das eingeschlagene
Endläppchen umgekehrt-herzförmig; äussere am Rande der Dolde grösser,
tief-zweispaltig, strahlend. Frucht kugelig. Früchtehen mit 5 Haupt- und
4 Nebenriefen. Hauptriefen flach, schlängelig, die seitenständigen randend.
Nebenriefen etwas stärker hervortretend, gekielt. Thälchen striemenlos;
Fugenfläche zweistriemig. Fruchtträger zweiteilig, mit den Fugenflächen
verwachsen. Eiweiss halbkugelig-ausgehöhlt. Blütezeit Juli, August. Höhe
30 bis 60 cm. Die frische Pflanze riecht nach Wanzen; die ehemals offi-
zinellen Früchte, Fructus Coriandri, dienen als Gewürz. Stammt aus
dem Öriente, wird hin und wieder angebaut und verwildert zuweilen.
Coriandrum sativum L., Gebauter Koriander.*)
102. Familie: Cornaceae, Kornellengewächse.
Hierher nur:
Gattung 589: Cornus Tournefort, Kornelle, Hartriegel. (IV, 1.)
Blüten regelmässig, zwitterig. Kelchsaum oberständig, klein, vier-
zähnig. Kronenblätter 4; Staubblätter 4. Fruchtknoten zweifächerig, von
einem fleischigen Diskus gekrönt. Fächer mit je einer hängenden Samen-
anlage. Griffel 1. Steinfrucht meist zweisamig.
A. Holzpflanzen. Blätter gestielt, gegenständig.
I. Blüten gelb, in geknäuelten, einfachen Dolden vor den Blättern er-
scheinend; Dolde von einer vierblätterigen, trockenen Hülle um-
geben. — Äste kahl, in der Jugend angedrückt-behaart. Blätter
eiförmig oder elliptisch, langzugespitzt. Blütezeit April, Mai. Homo-
gam. Frucht länglich, hängend, glänzend-kirschrot. 21/, bis 6 Meter
hoher Strauch oder Baum. An trockenen, sonnigen Abhängen, im
mittleren und südlichen Teile des Gebietes; auch häufig an-
gepflanzt. C. mas L., Herlitze, Kornelkirsche.“*)
*), Tafel 460. Coriandrum sativum L. AB blühende Pflanze 1 Nicht-
strahlende, 2 strahlende Blüte; 3 Stempel im Längsschnitte; 4 Frucht; 5 Teilfrücht-
chen von der Fugenseite; 6 Längsschnitt durch die Frucht; 7 Querschnitt durch die
Frucht. 1 bis 7 vergrössert.
**) Tafel 461. Cornus mas L. A Blüten-, BFruchtzweig. 1 Dolde mit Deck-
blättern und Hülle; 2 Blütenknospe; 3 Blüte; 4 eine selten vorkommende fünfzählige
Blüte; 5 Blüte im Längsschnitte; 6 Staubblätter; 7 Frucht im Längsschnitte. 1 bis
7 vergrössert.
Üornaceae, 373
II. Blüten weiss, in flachen, hüllenlosen Trugdolden bei vollkommen ent-
wickelten Blättern hervortretend.
1. Steinfrucht kugelig, schwarz, weiss-punktiert. Blätter eiförmig,
zugespitzt, beiderseits grün und kurzhaarig. Homogam. Blütezeit
Mai, Juni. Zweige im Herbst und Winter trüb-blutrot. 3 bis
51/; Meter hoher Strauch, selten ein Baum. In Wäldern, Ge-
büschen, Hecken; häufig, Cornus sanguinea L., Roter Hart-
riegel.
2. Steinfrucht kugelig, weiss. Blätter elliptisch oder elliptisch-eiförmig,
unterseits grünlich-grau. Blütezeit Juni, Juli. Zweige im Herbste
und Winter trüb-blutrot. Bis 6 Meter hoher Strauch, seltener
Baum, mit öfter niedergebeugtem, wurzelndem Stengel und ab-
stehenden rutenförmigen Ästen. Stammt aus Nordamerika und
wird vielfach angepflanzt. (C. alba auct.) C. stolonifera Michaux,
Weissbeeriger Hartriegel.
B. Kaum spannenhohe (10 bis 15 cm) Krautpflanze. Wurzelstock fädlıch,
kriechend. Blätter gegenständig, eiförmig. Dolde endständig, von 4
blumenblattartigen, bis 1 cm langen, gelblich-weissen und von 5 roten
Längsadern durchzogenen Hüllblättern umgeben. Blüten purpurrot,
kaum 3 mm gross. Beeren kopfig-gehäuft, purpurrot. Blütezeit Juni,
Juli. An torfigen, schattigen Orten, im nördlichen Teile des Gebietes;
selten. €. sueciea L,, Schwedische Kornelle.
Verbesserungen.
Im Inhaltsverzeichnisse Band I Seite 107 fehlt: „Rispe Seite 22.“
Im Inhaltsverzeichnisse Band II lies: „Weihnachtrose Seite 149“,
anstatt Seite „143.“
Band III Seite 281, Zeile 7 v. u. sind die Worte „sepincola und“
zu löschen.
Band III Seite 284, Zeile 15 v. o. ist hinzuzufügen: Auch V. sepin-
cola Jordan dürfte als Standortsform hier anzufügen sein.
Band III Seite 335 fehlt in der Figurenerklärung hinter Petroselinum
das Wort sativum; in Erklärung zu Figur 5 sind die Worte „im Längs-
schnitt“ zu löschen.
Register.
Von deutschen Namen wurden nur die gebräuchlichen aufgenommen, diejenigen aber
weggelassen, welche nur Verdeutschungen der lateinischen Namen sind. Die fetten
Zahlen geben die betreffenden Tafeln an.
Es bedeutet: L. Linne; © einjährig; ©) zweijährig; 2} ausdauernd; > Bastard.
A.
Abutilon Gärtn. 264, 269.
— Avicennae Gärtn. 269.
Acer L. 247.
— campestre L. 248.
cordifölium Moench 247.
dasycärpum Ehrh. 249.
negündo L. 249.
monspessulänum L. 248,
opulifölium Vill. 249.
öpulus Aiton 249.
platanoides L. 248, 400.
Pseudoplätanus L. 247.
rubrum L. 249.
saccharinum L. 249.
— Mich. 249.
tatäricum L. 247.
trilobum Moench 248.
Aceräceae 246.
Ackerbeere 54.
Ackererbse 196.
Aegopödium L. 332, 338.
— Podagräria L. 339, 440.
Aesculus L. 250.
— Hippocästanum L. 250,
401.
Aethüsa L. 321, 328.
— Cynäpium L. 328, 434.
— — var. agrestis Wall. 328.
— — — domestica Wall. 328.
— — — elätior Döll 328.
Agrimönia Tourn. 75, 77.
— agrimonoides L. 75.
— Eupatöria L. 78, 339.
odoräta Mill. 78.
pilösa Ldbr. 78.
— procera Wlir. 78.
Ahorn 247..
Ahorngewächse 246.
Akazie 162.
Alaternus 255.
Alchemilla Tourn. 75.
alpina L. 77.
— var. subseriacea Reuter
77.
Aphänes Leers 76.
arvensis Scop. 76.
fissa Schum. 77,
montäna Willd. 76.
palmatifida Tausch 77.
pentaphylla L. 77.
— ceuneäta Gaud. 77.
pubescens M.B. 76.
pyrenäica Desf. 77.
vulgäris DC. 76, 338.
— — glabra DC. 76.
— pilösa DC. 76.
— — subsericea DC. 76.
Alpenrübe 327.
Alpenrose 86.
Althaea L. 264, 267.
— borealis Alef. 267.
Althaea cannabina L. 268.
hirsüta L. 268.
officinälis 267, 406.
— pällida W. u. Kit. 268.
rosea Cav. 268.
Althäe 267.
Amarelle 9.
Amelanchier Med. 110, 113.
— Botryäpium DC. 113.
— canadensis T, u. G. 113.
— vulgäris Moench 113.
Ammi Tourn. 332, 340.
— majus L. 340.
Ampelöpsis Mich. 261.
— hederäcea Mich, 261.
— quinqueföliaR.u.Sch. 261.
Amyegdäleae 2,
Amygdälus L. 2, 3.
amära DC. 3.
commünis L. 3, 320.
— x persica L. 4.
duleis DC. 3.
frägilis Pers. 4.
nana L. 4.
Pallasiana Schl. 4.
Persica L. 4.
Anacardiäceae 242,
Andrächne L. 223, 237.
— telephioides L. 237.
Androsaemum All. 269, 270,
— offieinäle All. 270.
376
Ansthum Tourn. 348, 349.
— graveölens L. 349, 449.
Angelica L. 345, 346.
— Archangelica 347.
Carvifölia Spreng. 346.
pratensis M. B. 347.
pyrenaea Spreng. 346.
silvöstris L. 346, 447.
— var. angustiseeta Maly
346.
— — latiseeta Maly 346.
— — montäna Schl. 346.
verticilläris L. 355.
Anis 342, 442,
Anthriscus Hoffm. 355.
abortivus Jord. 357.
alpina Jord. 356.
alpestris W. u. Gr. 357.
CereföliumHoffm.356, 452.
— var. sativa Endl. 356.
— — trichosperma Endl.
356.
duübius Kab. 357.
fumarioides Spreng. 356.
hümilis Bess. 357.
nemorösa M. B. 357.
nitida Grek. 357.
silvestris Hoffm. 357.
— var. nitida Hazs. 357.
— — tenuifölia D.C.356,
— vulgäris Pers. 356.
Anthyllis L. 133, 135.
montäna L. 136.
Vulneräria L. 135, 356.
— var.Dilleni Schultz135.
— — maritimaSchweigg.
135.
Apfel-Sorten 116.
Apfelbaum 113.
Apfelsinen 216.
Aphaca vulgaris Presl 191.
Aphanes arvönsis L. 76.
Apium L. 331, 334.
— graveolens L. 334, 437,
— petroselinum L. 335.
Apothekerbirnen 114.
Aquifoliäceae 244.
Araliäceae 312.
Register.
Araliengewächse 312.
ArchangelicaHoffm. 345, 346.
— officinälis Hoffm. 347, 448,
Aremönia Necker 75.
— agrimonoides Necker 75.
Armeniaca Tourn. 3, 5.
vulgäris Lam. 5.
commünis $8. u. M. 5.
duleis S. u. M.5.
minor S. u. M. 5.
— — persicoides Pers. 5.
Arönia rotundifölia Pers. 113.
Arüncus L. 55, 57.
— silvester Kostel. 57.
Astilbe Arüncus Trev. 57.
Astränze 319, 430.
Asträgalus L. 163.
— alpinus L. 165.
argenteus Vis. 166.
arenärius L. 164.
aristätus L’Her. 169.
asper Jacq. 168.
austrälis Lam. 166.
austriacus Jacq. 166.
baeticus L. 168.
Cicer L. 167.
danicus Retz. 165.
depressus L. 167.
exscäpus L. 169.
galegiförmis L. 168.
glyeyphyllos L. 168, 369.
hamösus L. 167.
hypoglöttis auct. 165.
incurvus Desf. 169.
— var.incänus Wulf. 169.
— — Wiüilfeni Koch 169.
leontinus Wulf. 164.
monspessulänus L. 169.
montänus L. 171.
Onöbrychis L. 164.
oroboides Hornem. 165.
purpüreus Lam. 165.
sesämeus L. 167.
sulcätus L. 166.
— versicärius L. 166, 168.
Astrantia Tourn. 317, 319.
— alpina F. Schultz 319.
— bavärica F. Schultz 320.
| AstrantiacarniölicaWulf. 319.
Epipactis L. fil. 320.
gräcilis Bartl. 319.
major L. 319, 430,
— var. involucräta Koch
Er:
minor L. 319.
Athamänta L. 320, 326.
— cervärıa L. 354.
— cretensis L. 326.
— Matthioli Wulfen 327.
— Meum L. 330.
— ÖOreoselinum L. 354.
— Turbith Karst 327.
Atlasmantel 77.
Augenwurz 326.
Avignonkörner 254.
Azärolus hybrida Borkh. 118.
B.
Bachburgel 298.
Backenklee 147.
Bärenklau 350, 451.
Bärwurz 330, 436.
Balsamgewächse 242.
BalsäminahortensisDesp. 251.
Balsaminäceae 251.
Balsamine 251.
Balsaminengewächse 251.
Bazille 331.
Benediktenkraut 59.
Bergamotten 114.
Berglinse 163, 368.
Berle 344.
Börula Koch 344.
— angustiföliaKoch 344,445.
Besenginster 124, 352.
Besenstrauch 124, 352.
Biasolettia Koch 355, 360.
— tuberösa Koch 361.
Bibernelle 341.
Bifora Hoffm. 371.
— rädians M.B. 371.
Bingelkraut 237, 392.
Birkwurz 354.
Birnbaum 113.
Birnen-Sorten 114.
Blasensamen 327.
Blasenstengel 361.
Blasenstrauch 162, 366.
Blutauge 74.
Blutheil 270.
Blutwurz 63, 334.
Bockbeere 54.
Bocksbart 57.
Bockshorn 151, 361.
Bocksklee 151.
Bohne 197, 382.
— Buf- 181, 376.
— Busch- 198.
— Dattel- 198.
— Dicke 181, 376.
— Eck- 19.
— Eier- 198.
Feuer- 197.
Gemeine 198.
Krup- 198.
Kugel- 199.
Pfahl- 198.
Pferde- 181, 376.
Reiser- 198.
Sau- 181, 376.
Schmink- 197.
Schwert- 198.
Speck- 198.
Stangen- 198.
Stock- 198.
Strauch- 198.
Bohnenbaum 127.
Bonaveria Scop. 172, 175.
— Securidäca Scop. 175.
Bonjeänia Rchb. 136, 148.
— hirsüta Rehb. 148.
Breitsame 367.
Brennsaat 329.
Brombeere 10.
Brustbeere 256.
Brustbeerenstrauch 256.
Brustwurz 346, 447.
Buchsbaumgewächse 240.
Buchsbaum 240, 394.
Bünium L. 332, 340.
— bulbocästanum L. 339.
— montänum Koch 340,
Bupleürum Tourn. 332, 335.
— affine Sadl. 337.
Register.
Bupleurum aristatum Bartl.
338.
exaltätum M.-B. 337.
falcatum 338.
Gerädi Jacq. 337.
— longifolium W.-K. 337.
— Scheffleri Hampe 337.
— ß. virgätum Rchb. 337.
graminifölium Vahl 337.
— jünceum B. 337.
longifolium L. 338.
Odontites L. 338.
perfoliatum Lam. 336,439.
proträctum Lam. 336.
ranunculoides L. 336.
rotundifölium L. 336, 439.
semicompösitum L. 336.
stellätum L. 336.
tenuissimum L. 336.
Burdine 4.
Burzeldorn 216.
Butterbirnen 114.
Buxäceae 240.
Buxus Tourn. 240.
— sempervirens L. 241, 394.
c.
Cactäceae 291.
Caesalpiniäceae 119.
Callitrichäceae 238.
Callitriche L. 239.
angustifölia Hoppe 240.
aquatica Smith 239.
autumnälis L. 240.
caespitösa Schultz 240.
cophocärpa Sendt. 239.
decussäta Lk. 240.
hamuläta Ktzg. 240, 393.
intermedia Hoppe 240.
minima Hoppe 240.
platyeärpa Kützing 239.
stagnälis Scop. 239, 393.
stelluläta Hoppe 240.
truncäta auct. 240.
verna Ktz. 239, 393.
— L. 239.
vernälis Ktzg. 239.
virens Goldbach 240.
317
Calvillen 116.
Campylospermae 314.
Carum L. 332, 339.
— bulbocästanum Koch 339.
Carvi Koch 340, 441.
divarıcatum Koch 339.
verticillatum Koch 339.
Caücalis L. 368, 369.
daucoides L. 369, 458.
— var.muricätaBisch. 369.
grandiflöra L. 368.
leptophylla L. 370.
Cedrate 216.
Celasträceae 244.
Celastergewächse 244.
Cenolöphium Koch 321, 329.
— Fischeri Koch 329.
Centifölia 90, 109,
Cerasus Tourn. 3, 7.
Chamaecerasus Lois. 9.
duleis Gärtn. 8.
— dulcis x vulgaris 9.
— duracina DC. 8.
— Juliana DC. 8.
— silvestris Dierb. 8.
Padus DC. 10.
vulgäris Mill. 9, 323.
— var. äcida Ehrh. 9.
— — aüstera Ehrh. 9.
Ceratönia L. 199.
— Siliqua L. 199, 383.
Cereis L. 199.
— siliquastrum L. 200.
Cervarıa Rivini Gärtner 354.
Cervispina 253.
Chamaebuxus DC. 219.
— alpina Spach 219.
Chamaemörus 11,
Chamaenerion 300,
— angustifölium Scop. 300,
420.
Dodonaei Vill. 301.
obscurum Schreb. 305.
palüstre Scop. 301.
parviflörum Schreb. 302.
— röseum Schreb. 304.
Chaerophyllum L. 355, 358.
— aromäticum L. 359.
378
Chaerophyllum aureum 360.
bulbösum L. 359.
cicutäria Vill. 360.
elegans L. 360.
hirsütum L. 360.
odoratum Lam. 358, 454.
rosträtum Lam. 358.
silvestre 357.
— temulum L. 359, 455.
Villäarsii Koch 360.
Christusakazie 200.
Chronosemium 137, 146.
Cicer Tourn, 177, 178.
— arlietinum 178.
Cieüta L. 332, 343.
— virösa L. 343, 443,
— — var. tenuifölia Froel.
343.
Circa&a Tourn. 300, 307.
— alpina L. 308.
alpino x lutetiäna 308.
intermedia Ehrh. 308.
— lutetiana L. 308, 422.
lutetiäno x alpina 308.
— var. cordifolia Lasch
308.
— — glaberrima Lasch
308.
— -—- glabrescensCel. 308.
— — möllis Cel. 308.
Cissus hederäcea Pers. 261.
Cistäceae 275.
Cistgewächse 275.
Cistrose 275.
Cistus L. 275.
— cereticus L. 276, 410.
— monspeliensis L. 276, 410.
— salvifölius L. 276, 410.
Citronen 216.
Clärkia 299.
Cnidium Cuss. 321, 329.
— apioides Spreng. 330.
— Monnieri Cuss. 330.
— Silaus Spreng. 328.
— venösum 330.
Coelospermae 314.
Colütea L. 161, 162.
— arborescens L. 162, 366.
Register.
Colütea cruenta Ait. 162.
— orientälis Lam. 162,
Cömarum L. 58, 74.
— palüstre L. 75, 337.
Conioselinum Fisch. 321, 331.
— Fischeri W. u. G. 331.
— tatäricum Fisch. 331.
Conium L. 361.
— maculätum L. 362, 456.
Coriändreae 371.
Coriändrum L. 371.
— sativum L. 372, 460.
— testiculatum Jacq. 371.
Cornäceae 372.
Cornus Tourn. 372.
alba auct. 373.
mas L. 372, 461.
sanguinea L. 373.
stolonifera Mich. 373.
suecia L. 373.
Coronilla L. 172.
cretica L. 174.
Emerus L. 173, 366.
minima L. 173.
montäna Scop. 173.
scorpoides Koch 174.
Securidäca L. 175.
vaginälis Lam. 173.
varıa B. 174, 371.
Cotoneaster Med. 110, 111.
integerrima Med. 112, 346.
laxiflora Jacg. 112.
nigra Wahlb. 112.
tomentösa Ldl. 112.
vulgäris Lindl. 112.
Craceca major G. u. Gr. 179.
— monänthos G. u. Gr. 186.
— tenuifölia G. u. Gr. 179.
— villösa G. u. Gr. 180.
Crata&gus L. 110, 111.
Aria var. suecica L. 118.
fennica Kalm 117.
hybrida Bechst. 118.
monögyna Jacg. 111.
Oxyacäntha L. 111, 345.
rotundifölia Lam, 113.
torminälis L. 117.
Chrithmum L. 321, 331.
Crithmum maritimum L. 331.
Cydönia Tourn. 110, 112.
— japönica Pers. 112.
— vulgäris Pers. 112, 347.
Cylactis 11.
Cytisus L. 123, 127.
— alpinus Mill. 128.
argenteus L. 129.
austriacus L. 129.
biflörens Neilr. 130.
biflörus L’Her. 131.
capitatus Jacq. 129.
eiliatus Koch 131.
elongätus Rchb. 130.
fragans Vis. 128,
glabröscens Sartor. 131.
hirsütus L. 132.
holopetalus Fleischm. 130.
— Labürnum L. 128.
laterälis Neilr. 130.
leucanthus W.-K. 129.
Neilreichii Rchb. 130.
nigricans L. 129. :
prosträtus Scop. 130, 132.
purpureus Scop. 131.
radiatus Koch 130.
ramentäceus Sieb. 128.
ratisbonensis Schäff. 131.
sagittälis Koch 128.
sessilifolius L. 129.
spinescens Sieb. 131.
spinosus L. 131.
supinus Crtz. 131.
— terminälis Neilr. 130.
D.
Däntia palüstris Karsch 309.
Daphne L. 291, 292.
— alpina L. 293.
— Blagayäna Freyer 293.
— Cneörum L. 294.
— collina Smith 293.
— Laureola L. 293.
-—- Mezereum L. 292, 415.
— petraea Leyb. 293.
— striata Trattinick 293.
Dasypetalon 360.
Daucus Tourn. 366, 367.
Daucus Caröta L. 367, 457.
Dickrippe 321.
Dietämnus 217, 218.
— albus L. 218, 389.
— Fraxinella Pers. 218.
Dill 349, 449.
Diplozygiae 315.
Diptam 218, 389.
Doldenträger 312.
Döndia Epipäctis Sprgl. 320.
Dorycnium Tourn. 136, 147.
— herbäceum Vill. 148.
— hirsütum DC. 148.
— suffruticöosum Vill. 148.
Dryade 57.
Dryas L. 55, 57.
— octopetala L. 58.
. E.
Eberesche 117, 350.
Echinöphora L. 361, 363.
— spinösa L. 363.
Edelrosen 109.
Efeu 312, 426.
Eglanteriae Dsg. 82.
Eibisch 267, 268.
Eierpflaume 7.
Elaeagnäceae 294.
Elaeagnus Tourn. 294.
— angustifölia 294.
Elatinäceae 273.
Elatine L. 274,
alsinastrum L. 274, 408.
eallitrichiöides Rup. 274.
hexandra DC. 274, 408.
hydropiper L. 274, 408,
— triandra Schk. 274.
Elödes Spach 270.
Elsbeere 117,
Empeträceae 241.
Empetrum Tourn. 241.
— nigrum L. 242, 395.
Engelwurz 346, 448,
Epheu 312, 426.
Epilöbium 299, 300.
— adnäatum Grsbch. 304.
— aggregätum Owsk. 306.
— alpinum Auct. 305.
Regiser.
Epilöbium alsini‘ölium Vill.
305.
amplexicaule Lam. 301.
anagallidifölium Lam.305.
angustissimum Ait. 301.
angustifölium L. 300, 420.
aquäticum Thuill. 301.
brachiatum Cel. 306.
chordorhizum Fries 305.
collinum Gm. 302.
crassicaule Grem. 306.
crassifölium auct. 301.
Dodona£i Vill. 301.
Duriei Gay 302.
Fleischeri Hochst. 301.
Freynii Cwsk. 306.
gemmiferum Borbas 306.
glanduliferum Knaf 306.
grandiflörum Wbr. 301.
hirsutum L. 301, 302.
hypericifölium Tausch 303.
intermedicum Merat 306.
Knafii Cel. 306.
Lämyi F. W. Schultz 305.
lanceolätum Seb. u.M.303.
ligulatum Backh, 306.
limösum Schur. 306.
montaniförme Knaf 306.
montänum L. 302.
nutans Schmidt 306.
obscurum Rechbch. 305.
opacum Peterm. 306.
origanifölium Lum. 305.
palüstre L. 303.
var. lineare Kr. 303.
— scaturigenum Wim.
303.
— SchmidtiänumRstk.
303.
— simplex Tratt. 303.
parviflörum Retz. 302.
persieinum Rchbch. 306.
phyllonema Knaf 306.
rivuläre Wahlb. 306.
röseum Retz. 304, 305.
— angustifölium Üchtr.
304,
röseum Schreb 304.
379
Epilöbium rosmarinifölium
Haenke 301.
sarmentösum Cel. 306.
semiadnätum el. 306.
spicatum Lam. 300, 420,
tetragönum L. 305.
trigonum Schrk. 304.
verticillätum Koch 302.
virgäatum Fries 305.
virgatum Reuter 306.
Winkleri Kern. 306.
Bastarde 306.
Erbse 196, 381.
— türkische 197.
Erdbeere 73.
Erdeichel 193.
Erdmandel 193.
Erdmaus 193.
Erdnuss 193, 340.
Erdsternchen 216.
Erödium L’Her. 200, 206.
— ceicönium Willd. 208.
— cicutäriumL’Her. 207,385.
— var. chaerophyllum DC.
207.
— immaculatum
207.
— maculatum Koch 207.
— pimpinelliföliumWilld.
207.
moschatum L’Her. 207.
pilösum Thuill. 207.
Erve 184.
Ervum Tourn. 177, 184.
brevepedunculätum W.
186.
cassubicum Peterm. 185.
Ervilia L. 187.
gräcile DC. 186.
hirsutum K. 186.
Lens L. 187, 378.
Lenticula L. 187.
monänthos L. 186.
nigricans M. B. 187.
Örobus Kitt. 185.
pisiforme L. 185.
silväticum L. 185.
tenuissimum M. B. 186.
Koch
380
Ervum tetraspermum L. 186.
Eryngium Tourn. 317.
— alpinum L. 318.
amethystinum 318.
campestre L. 318.
maritimum L. 318, 429.
planum L. 318.
Eschen-Ahorn 249.
Esparsette 176, 375.
Essigbaum 243.
Essigrose 90.
Eubatus 11, 12.
Euphörbia L. 223.
amygdaloides L. 231.
angulata Jacq. 229.
alpigena Kerner 230.
canescens L. 224.
carniölica Jacq. 230.
Chamaesyce L. 224.
Charäcias Wulfen 231.
coralloides L. 226.
Cyparissias L. 236.
dulceis L. 230.
— chloradenia Boiss. 230.
epithyoides Jacq. 228.
Esula L. 236, 391.
exigua L. 233.
falcäta L. 233.
fragifera Jan. 228.
foetida Hoppe 227.
Geradiana Jacq. 227, 236.
heloscöpia L. 225, 391.
lasiocarpa Koch 226.
Läthyris L. 231.
leiocärpa Koch 226.
literäta Jacq. 227.
lücida W.-K. 235.
— var. latiföliaKoch 235.
— — linearifölia Koch
235.
— — saliciföliaKoch 235.
mollis Gm. 226.
Myrsinites L. 232.
Nicaeensis All. 237.
palüstris L. 229.
pannönica Host 226.
Parälias L. 234,
Peplis L. 225.
Register.
Euphörbia peploides Gouan | Ferula Raiblensis Wulf. 352.
233.
Peplus L. 232.
pilösa L. 226.
— Rochel 226.
platyphylla L. 227.
polychröma Kern. 228.
procera M.-B. 226.
pulverulentaKit. 226, 237.
purpuräta Bert. 230.
rotundifölia Loisl. 233.
salieifölia Host 234.
saxätilis Jacg. 234.
segetälis L. 232.
serötina Host 237.
silvatica Jacq. 231.
solisequa Rbch. 230.
spinösa Wlfn. 228.
stricta L. 227.
trichocärpa Koch 226.
truncata Koch 233.
tuberculäta Koch 226.
uralensis Fischer 234.
verrucosa Lam. 229.
villösa W.-K. 226.
villösa Willd. 226.
virgäata W.-K. 234.
Wülfeni Hoppe 231.
Euphorbiäceae 223.
Eurhamnus 255.
Evönymus Tourn. 245.
— europaea L. 245, 398.
— latifölia Scop. 245.
— verucösa Scop. 245.
F.
Faba vulgaris Mönch 180, 376.
Fahnenwicke 169, 370.
Falcäria Riv. 332, 342.
— latifölia Koch 342.
— Rivini Host 242.
— vulgäris Bernh. 342.
Faltenohr 343.
Faulbaum 10, 324.
— 252, 403.
Feigenkaktus 291, 414.
Fenchel 328, 435.
Ferula Ferulägo L. 354.
Ferulägo Koch 348, 354.
— galbanifera Koch 354.
Feldahorn 248.
Felsenkirsche 10.
Felsenmispel 113.
Fingerkraut 60, 332, 333,
334, 335.
Flachs 210, 214, 387.
Flaschenbirnen 114.
Foeniculum Adans. 321, 328.
— capilläceum Gilib 328,435.
— officinäle All. 328, 435.
Fragäria L. 58, 73.
alpina auct. 74.
chiloensis Ehrh. 74.
— collina Ehrh. 74,
eflagellis Duch. 73.
elätior Ehrh. 74.
grandiflöra Ehrh. 74.
Hagenbachiana F. Schulz
74.
monophylla Duch. 73.
moschäta Duch. 74.
semperflörens auct. 74.
sterilis Garcke 71.
vesca L. 73, 336.
virginiana Mill. 74.
viridis Duch. 74.
Fragifera 142.
Frängula Tourn. 252.
— Alnus Mill. 253, 403.
— rupestris Brogn. 253.
— Wülfeni Rchb. 253.
Frauenmantel 76, 338.
Frayera tuberösa Rchb. 361.
Freisamkraut 289.
Füchsia 299.
6-
Gänserich 60, 332, 333, 334,
335.
Galega Toum. 161.
— offieinälis L. 161, 365.
Gartenwicke 192.
Gaspeldorn 123, 351.
Gaura 299.
Gaya simplex Gaud. 322,
Geisbart 57.
Geissfuss 338, 440.
Geisklee 127, 161, 365.
Geisraute 161, 365.
Gelbbeeren 254.
— Französische 254.
Genista 123, 124.
— änglica L. 125.
arcuäta Koch 124.
sagittälis L. 128.
decumbens Ait. 126.
diffüsa Willd. 125.
elätior Koch 126.
germänica L. 125, 353.
Hälleri Reg. 126.
ovata W. K. 126.
— K. 126.
pilösa 125.
procumbens W.K. 126.
radiäta Scop. 130.
sagittälis L. 128.
scariosa Viv. 127.
sericea Wulf. 126.
silvestris Scop. 125.
tinctöria L. 127.
127.
trianguläris Willd. 127.
Genisteae 122.
Geraniäceae 200,
„Geränium L. 200.
— aconitifölıum L’Her. 203.
argenteum L. 204.
boh&micum L. 204, 206.
cicutärium L. 207.
columbinum L. 205.
denudätum Cel. 202.
divaricatum Ehrh. 205.
disseetum L. 205.
lividum L. 201.
lucidum L. 205.
macrorrhizum L. 202.
molle L. 205.
nodösum L 204.
var. De l’Arbrei Rchb.
— elätior R. fil. 127.
latifölia R. fil. 127.
mäntica R. fil. 127.
ovataF.Schultz127.
vulgäris Spach 127.
Register.
Geränium palustre L. 203.
— parviflörum Knaf 202.
pha&um L. 201. 384.
pratense L. 202.
pusillum L. 206.
pyrenäicum L. 204.
rivuläre Vill. 203.
Robertiänum L. 201, 384.
rotundifölium L. 206.
ruth@enicum Uechtr. 203,
204.
sanguineum L. 204.
— sibiricum L. 203, 204, 206.
— silväticum 202.
Geum L. 58.
— canadense Murr. 59.
inelinatum Schlch. 59.
intermedium Ehrh. 59.
montänum L. 60.
pyrenaäicum Wimm. 59.
reptans L. 60.
riväle L. 59, 331.
— »< montanum 59.
59.
strietum Aiton 59.
sudeticum Tausch 59.
urbanum L. 59.
Gewürzbirnen 114.
Giersch 338, 440.
Giftsumach 243, 396.
Ginster 124, 353.
GleditschiatriacanthosL. 200.
Gleisse 328, 434.
Glyeyrrhiza Tourn. 161, 162.
— echinata L. 163.
— glabra L. 163, 367.
Goldregen 128.
Granatapfel 298, 418.
Granate 298, 418.
Grundheil 270.
Grundheil 354.
Gulderlinge 116.
Guttiferae 269.
H.
Haarstrang 352.
Hacquetia Necker 317, 320.
381
Hacquetia Epipactis DC. 320.
Haferschlehe 6.
Haftdolde 369, 458,
Hagebutte 79.
Hagedorn 111, 345.
Hahnenkopf 176.
Halorrhagidäceae 309.
Haplophyllum patavinum
A. Juss. 217.
Haplozygiae 315.
Hartheu 270.
Hartheugewächse 269.
Hartriegel 372, 461.
Hasenohr 335, 439.
Hauhechel 133.
Heckensame 123, 351.
Hedera L. 312.
— Helix L. 312, 426.
— quinquefölia L. 261.
Hedysarum L. 175, 176.
— obscurum L. 176, 374.
— Onobrychis L. 176.
Heilwurz 325.
— x urbänum E. Meyer | HeliänthemumTourn.275,276.
— albiflörum Koch 277.
alpestre Reich. 278.
apenninum L. 277.
canum Dun. 278.
chamaecistus Miller 277,
411.
Fuümana Miller 278.
glabrum Koch 277.
glutinösum Pers. 278.
grandiflörum Koch 277.
guttätum Miller 276.
hirsütum Koch 277.
incanum W.K. 278.
leptocephalum Koch 277.
montänum Vir. 278.
oeländicum Whlnbg. 278.
polifölium L. 277.
pulverulentum L. 277.
salicifölium Pers. 277.
tomentösum Koch 277.
vineale Pers. 278.
viride W.K, 278.
— vulgäre Gärtn. 277,
Helosciäadium Koch 331, 333.
382
Helosciadium inundätumKoch
333, 432.
— nodiflörum Koch 333.
— palatinum F. Schultz 333.
— repens Koch 334.
Heracleum L. 348, 350.
— alpinum L. 351.
— äsperum M. B. 351.
austriacum Jacg. 351.
— var.siifölium Rchb. 351.
— montänum Schl. 351.
Pänaces Bert. 351.
pyrenäicum Lam. 351.
Spondylium L. 351, 451.
— var. angustifölium L.
Bol.
— — elegans Jacq. 351.
— — sibiricum L. 351.
Herlitze 372, 461.
Heteroseiädiae 314.
Heu, Griechisches 151, 361.
Heuhechel 133.
Hexenkraut 307, 422.
Hibiscus L. 268.
— syriacus L. 269,
— Triönum L. 268.
Himbeere 10, 12, 325.
Hippocastanäceae 249.
Hippöcrepis L. 172, 174.
— comösa L. 174, 372.
Hippöpha& L. 294.
— rhamnoides L. 295, 416.
Hippüris L. 310.
— vulgäris L. 310, 425.
— — fluviätilis Ruthe 310.
— — rhaötica Zsch. 310.
Hirschwurz 354.
Hirtennadel 206, 385.
Hladnikia GolacensisKoch364.
Hohlrippe 329.
Hohlsame 371.
Holzbirne 114.
Honigklee 148.
Hopfenklee 152, 368.
Hornklee 159, 364.
Hülsdorn 244.
Hülsen 244.
Hülsenfrüchtler 118.
Register.
Hufeisenklee 174, 372.
Hundspetersilie 328, 434,
Hundsrose 107.
Hundsveilchen 285, 286.
Hydrocötyle Tourn. 316.
— vulgäris L. 316, 427.
Hypericum 270.
— androsaemum L. 270,
— barbätum Jacq. 272.
commutätum Nolte 273.
Cöris L. 272.
dubium Leers 273.
elegans Steph. 271.
helödes L. 270.
hirsütum L. 271.
humifüsum L. 271, 273.
impunctätum W.K. 273.
Köhlianum Sprengel 271.
latifölium Koch 272.
medium Peterm. 272.
montänum L. 271.
perforätum L. 272, 407.
pülchrum L. 270.
quadranguläre Smith 273.
quadrängulum L. 273.
Richeri Vill. 271.
teträpterum Fries 273.
veronenseSchrank272,273.
vulgäre Maly 272.
I, J.
Ibisch 268.
Idaeöbatus 12.
Je länger je lieber 289.
Dlex L. 244.
— aquifölium L. 244, 397.
Imperatöria L. 348.
— angustifölia Bell. 349.
— Östruthium Koch 349.
— vertieilläris DC. 355.
Impatiens L. 251.
— balsamina L. 251.
— noli tängere L. 251, 402.
— parviflöra DC. 251.
Inkarnatklee 141.
Jochblattgewächse 215.
Johannisbrotbaum 199, 383.
Johanniskraut 270.
Isnärdia L. 300, 308.
Isnärdia palüstris L. 309.
— paludösa Rabenh. 309.
Judasbaum 199.
Judendorn 255.
Jungfernrebe 256.
Jussieueae 308.
K.
Kälberkropf 358, 455.
Käsepappel 266.
Kafleetraganth 168.
Kaktusgewächse 291.
Kapuzinerkresse 209.
Karübe 199, 383.
Kellerhals 292, 415.
Kerbel 355, 452.
Kernerbse 196.
Kichererbse 178.
Kirsche 7, 323.
Kirschlorber 10.
Kirschpflaume 6.
Klauenhülse 175.
Klauenschote 175.
Klee 137.
Kleegewächse 136.
Klettenkerbel 370, 459.
Knollenkerbel 360.
Knollenkümmel 340.
Kochbirnen 114.
Konradskraut 270.
Köpernikel 330.
Kopfklee 137.
Koriander 371, 460.
Korinthen 257.
Kornelkirsche 372, 461.
Kornelle 372, 461.
Krachmandel 4.
Krähenbeere 241, 395.
Krähenbeerengewächse 241.
Kranichschnabel 200.
Kratzbeere 54, 328.
Kreuzblume 219, 390.
Kreuzblumengewächse 218.
Kreuzdorn 253.
Kreuzdorngewächse 251.
Kriechenpflaume 6.
Kronwicke 172, 371.
Kümmel 339, 441.
L.
Lagöpus 137.
Langbirnen 114.
Laserkraut 364, 459.
Laserpitium Tourn. 364.
— alpinum W.-K. 364.
aquilegifölium 368.
Archangelica Wulf. 366.
Gaudinii Mor. 364.
hirsütum Lam. 366.
latifölium L. 365, 459.
— var äsperumCrantz 365.
marginätum W.-K. 364.
nitidum Zant. 365.
Panax Gouan 366.
peucedanoides L. 366.
pruthenicum L. 366.
simplex L. 322.
Siler L. 366.
verticillatum W.-K. 365.
Lathyroideae 178.
Läthyrus L. 178, 190.
angulätus L. 193.
annuus L, 193.
Aphaca L. 191, 380.
can6scens G. u. Gr. 190.
Cicera L. 192.
Ervum Kitt. 187.
gramineus Kern 188.
heterophyllus L. 195.
hirsutus L. 192.
inconspicuus L. 191.
intermedius Wallr. 194.
latifölius L. 194, 195.
Lenticula Kitt. 187.
lüteus Gren. 189.
macrorrhizus Wimm. 188.
maritimus Bigl. 193.
mutäbilis Klingg. 195.
niger Bernh. 190.
Nissölia Döll 188, 380.
ochräceus Kitt. 189.
Ochrus DC. 191.
odorätus L. 192.
palüster L. 195.
pannönicus Grek. 188.
parviflörus Roth 191.
pisiförmis L. 195.
Register.
Läthyrus platyphyllos Retz.
194.
pratensis L. 194.
sativus L. 192.
sepium Scop. 194.
setifölius L. 193.
silvester L. 19.
sphaericus Retz. 191.
stans Vis. 191.
tingitänus L. 192.
tuberösus L. 19.
unijügus Koch 19.
— vernus Bernh. 189.
Lavätera 264, 268.
— thuringiaca L. 268.
— trimöstris L. 268.
Leguminösae 118.
Lein 210, 214.
— Dresch- 214.
— Klang- 214.
— Schliess- 214.
— Spring- 214.
— Zwerg- 215.
Leingewächse 210.
Leiopetalon 359.
Lens Tourn. 177, 187.
— esculenta Mönch 187, 378.
— Lentieula Schreb. 187.
— nigricans M. B. 187.
Levisticum Koch 345.
— offieinale Koch 345, 446,
Libanötis Crantz 320, 325.
— cretensis Scop. 326.
montäna Crantz 326.
— var. athamantoidesDC.
326.
— — daueifölia DC. 326.
sibirica Koch 326.
Liebstock 327.
Liebstöckel 345, 446.
Ligüsticum L. 320, 327.
— austriacum L. 363.
carniölicum Host 364.
feruläceum All. 327.
gargänicum Ten. 366.
peloponnesiacum L. 363.
Seguieri Koch 327.
silaifolium Gaud. 330.
383
Ligüsticum simplex All. 322.
Limone 216.
Linaceae 210.
Linde 261.
— Grüne 263.
Schwarze 263.
Silber- 263.
Sommer- 263.
Spät- 262.
Stein- 262.
Ulmenblätterige 262.
Wasser- 263.
Weichhaarige 263.
Weisse 263.
— Winter- 262.
Lindenmalve 269.
Lindera odoräta Aschers. 358,
454.
Linse 187, 378.
— wilde 186.
Linum L. 210.
— alpinum Jacg. 215.
angustifölium Huds. 214.
austriacum L. 213.
cathärticum L. 211.
corymbulösum Rchb. 211.
fläavum L. 211.
gällicum L, 211.
hirsütum L. 212.
Leönii Schultz 213.
libürnicum Scop. 213.
maritimum L. 211.
montänum Schl. 215.
narbonense L. 213.
nodiflörum L. 213.
perenne L. 213, 215.
Radiola L. 215.
strietum L. 211.
tenuifölium L, 212.
usitatissimum L. 214, 387.
— var. crepitansSch.u.M.
214.
— — huümile Miller 214.
— — rulgäre Sch. u. M.
214.
— viscösum L. 212.
Lotus Tourn. 137, 159.
— angustissimus L. 160.
384
Lotus corniculätusL. 160, 364.
eytisoides L. 161.
— edulis L. 159.
hirsütus L. 148.
hirsütus Thuill. 161.
major Scop. 160.
ornithopodioides L. 160.
siliguösus L. 159.
Tetragonöbolus L. 159.
— tenuifölius Rehb. 160.
— uliginösus Schk. 160.
Ludwigia palüstris Elliot 309.
Lupinäster 143.
Lupine 123, 132.
DLupinus L. 123, 132, 354.
albus L. 132.
angustifölius L. 132.
hirsütus L. 132.
lüteus L. 132, 354.
— pilösus L. 132.
varius L. 132.
Luzerne 154, 362.
— Bastard- 154.
— Schwedische 153.
— Sand- 153.
Lysimächion 301.
Lythräceae 295.
Lythrum L. 295.
— Hyssopifölia L. 297.
— Salicäria L. 296, 417.
alternifölium Wirtg.
297.
— bracteösumWirtg. 297.
— canescens Koch 297.
— tetraphyllum Wirtg.
297.
triphyllum Wirtg. 297.
virgätum L. 297.
M.
Mädesüss 56.
Männertreu 317, 429,
Magdalene 4,
Malabaila Tausch. 361, 364.
— Hacqueti Tausch 364.
Malva L. 264.
— Aleea L. 265.
— Bismalva 266.
Register.
Malva borealis Wallr. 267.
— crispa L. 267.
excisa Rchb. 265.
fastigiäta Cav. 265.
Henningii Goldb. 267.
lobäta Döll 265.
mauritiana L. 266.
moschäta L. 265.
multidentäta Koch 265.
neglecta Wallr. 266.
nicaeensis All. 266.
pusilla With. 267.
silvestris L. 266.
— vulgäris Fries 266.
Malväceae 263.
Malve 264.
Mandel 3, 320.
— bittere 3.
— Krach- 4.
— süsse 3.
— Zwerg- 4.
Mannsblut 270.
Markerbse 196.
Massholder 248.
Mastixbaum 243.
Medieägo L. 136, 151.
— apiculäta Willd. 158.
arabica All. 156, 363.
Aschersoniäna Urb. 157.
carstiensis Jacq. 159.
eircinäata L. 155.
coronäta Lam. 157.
denticuläta Willd. 158.
diseiförmis DC. 156.
faleäta L. 153.
— Gerärdi W.-K. 156.
glomeräta Balbis 153.
littorälis Rhode 155.
lupulina L. 152, 363.
152.
rotundifölia L. 266, 267.
corymbifera Schmidt 152.
faleäto-sativa Rehb. 154.
intermedia Schultes 153.
— var. corymbösaSer.152.
— — stipulärisWallr.152.
— — unguieulätaSer.152.
— — WilldenöwiiBönnh.
Medicägo maculäta Willd.
156, 363.
marginäta All. 154.
marina L. 155.
media Pers. 154.
minima Lam. 157.
nigra Willd. 158.
orbiculäris L. 154.
ornithopodioidesFries153.
polymörpha var. minimal.
157.
polymörpha var.aräbicaL,
156.
procümbens Bess. 153.
prostrata Jacq. 153.
radiata L. 155.
rigidula Desr. 156.
sativa L. 154, 362.
Schimperiana Hochst. 157.
scutelläta All. 154.
Terebellum Willd. 158.
tribuloides Lam. 156.
tuberculäta W.-K. 155.
varıa Martyn 154.
Mehlbeere 118.
Mehldorn 111.
Meisterwurz 348.
Melilötus Tourn. 136, 148.
albus Desr. 150.
altissimus Thuill. 149.
arvensis Wallr. 149.
coerüleus Desr. 150.
dentätus Pers. 149,
gräcilis DC. 150.
leuecänthus Koch 150.
— macrorrhizon Pers. 149.
— officinälis Desr. 149, 360.
— Willd. 149.
parviflörus Desf. 148.
PetitpierreänusWilld.149,
sulcätus Desf. 150.
vulgäris Willd. 150.
Mercuriälis Tourn. 223, 237.
— ännua L. 238.
— oväta Stbg. u. Hp. 238.
— perennis L. 238, 392.
Merk 343, 444.
Mespilus L. 110.
Mespilus Chamaeme&spilus L.
118.
Amelänchier Pers. 113.
canadensis L. 113.
Cotoneäster L. 112, 346.
germänica L. 111, 344,
monögyna Willd. 111.
oxyacanthaGaert.111,345.
Meum Tourn. 321, 330.
— atbamänticum Jacg. 330,
436.
— Mutellina Gaert. 330.
Mirabelle 7.
Mispel 110, 344.
Möhre 367.
Möllele 5.
Molospermum Koch 361, 363.
— cieutärium DC. 363.
— peloponnesiacum
363.
Monatsrose 81.
Moosrose 90.
Morelle 9.
Mottenkraut 150.
Multebeere 9.
Muskatellerbirnen 114.
Mutterwurz 347.
Myriophyllum L. 309, 310.
— alterniflörum DC. 311.
spicatum L. 311, 424,
verticillätum L. 310.
— intermedium Koch 310.
— pectinätum Koch 310.
— pinnatifidum Koch310.
Myrrhenkerbel 358.
Myrrhis Scop. 355, 358.
— aromätica Spr. 359.
— bulbösa Spr. 359.
— cynapioides Guss. 361.
— odoräta Scop. 358, 454.
Myricäria Desv. 275.
— germänica Desv. 275, 409.
Myrtäceae 298.
Myrte 299, 419.
Myrtengewächse 298.
Myrtenkraut 237.
Myrtus L. 299,
— commünis 299, 419.
Thome, Flora.
Koch
Register.
N,
Nachtkerze 306, 421.
Nachtkerzengewächse 299.
Nadelkerbel 357.
Nectarine 4.
Nelkenwurz 58, 331.
Neogaya simplex Meiss. 322.
0.
Odermennig 77, 338.
Oelweide 294.
Oelweidengewächse 294.
Oenänthe L. 320, 322.
aquätica Lam. 322, 431.
fistulösa L. 323, 432.
Lachenälii Gmel. 323.
megapolitäna Willd. 323.
peucedanifölia Gmel. 323.
Phelländrium Lam. 322,
431.
— pimpinelloides L. 324,
— silaifölia M. B. 323.
Oenothera L. 300, 306.
— biennis L. 307, 421.
— — x muricäta 307.
— Braunii Döll 307.
— muricäta L. 307.
Olsenich 355.
Olusatrum 362.
Onagräceae 299.
Onägreae 300.
Onöbrychis Tourn. 176.
— arenäria DC. 177.
— Caput Galli Lam. 177,
— montäna DC. 177.
— sativa Lam. 176, 375.
— vieiaefölia Scop. 176.
Onönis L. 133.
— arvensis L, 135.
Colümnae All. 133.
hireina Jacq. 135.
mitis Gmel. 134.
Natrix Lam. 133.
procürrens Wallr. 134.
reclinäta L. 135.
repens Aut. 134.
— L. 134.
rotundjfölia L. 135.
III.Bd. II. Aufl.
385
Onönis spinösa L. 134, 355-
— violäcea Peterm. 134.
Opfersilje 355.
Opüntia Tourn. 291.
— vulgaris Miller 291, 414,
Orangengewächse 216,
Orlaya Hoffm. 367.
— grandiflöra Hofim, 368.
— platycärpos Koch 368.
Ornithopus L. 172, 175.
compressus L. 175.
ebracteätus Brot. 175.
perpusillus L. 175, 373.
sativus Brot. 175.
scorpioides L. 174.
Orobus L. 178, 188.
albus L. 188.
— macrorhizus Neil. 189.
— microrhizus Neil. 189.
alpestris W. V. 190.
Aphaca Döll. 191, 380.
ensifölius Gay 190.
gräcilis Gaud. 189.
gramineus K. 188.
lüteus L. 189.
maritimus Rchb, 193.
montänus Bernh. 188.
niger L. 190.
Nissölia Döll. 188, 380.
— var. gramineus Kern.
188.
palüster Rchb. 195.
pannönicus Jacq. 189.
pisiförmis A. Br. 195.
pratensis Döll. 194.
silväticus L. 185.
tenuifölius Roth 188.
tuberösus L. 188.
variegätus Ten. 190.
vernus L. 189, 379.
— gräcilis Gaud. 19%.
versicolor Gm. 189.
Orthacänthae 80.
Orthospermae 315.
Ostericum Hoffm. 345, 347.
— palüstre Bess. 347.
— pratense Hoffm. 347.
Oxalidäceae 208.
25
336
‚Oxalis L. 208.
Acetosella L. 209, 386.
corniculäta L. 209.
striecta L. 209.
Oxjtropis DC. 163, 169.
campestris DC. 170.
var. caerülea Gaud. 170.
— sördida Koch 170.
carinthiaca Fisch. 171.
cyänea auct. 171.
foetida DC. 170.
Gaudini Reut. 171.
Hälleri Bunge 170.
var. intricans Thom. 170.
— velutina Sieb. 170.
lappönica Gay 171.
montäna DC. 171, 370.
neglecta Gay 171.
pilösa DC. 170.
triflöra Hoppe 171.
uralensis Jacquin 170.
P.
PachypleurumLedeb.320,321.
simplex Rchb. 322.
Padus Mill. 3, 9.
avium Mill, 10, 8324.
Laurocerasus Mill. 10.
Mahaleb Borkh. 10.
— petraea Tausch. 10.
serotina Ehrh. 10.
virginiäna Borkh. 10.
Paliürus Tourn. 252, 255.
— aculeätus Lam. 255.
— austrälis Gärtn. 255.
Papilionäceae 119.
Pappelrose 268,
Passerina ännua Wickst. 292.
Pastinäca Tourn. 348, 349.
Fleischmänni Hlad. 350.
opäca Bernh. 350,
sativa L. 350, 450.
— var. urens Requ. 350.
silvestris Wallr. 350.
Pastinak 349, 450.
Pävia Boerh. 250.
— flava DC. 250.
— macrostächya Mich. 250.
Register.
Pävia rubra Lam. 250.
Peplis L. 295, 297.
— — suberecta Uechtr. 298,
Pörtula L. 298.
Perrückenstrauch 242.
Persica L. 2, 4.
vulgäris Mill. 4, 321.
— Aganopersica Dierb. 4
— Duraeina Dierb. 4.
— Nucipersica Bauh. 4.
Petersilie 335.
Petroselinum Hoffm. 332, 335.
sativum Hoffm. 335, 438.
— var. crispum Mill. 335.
Peuc&danum L. 348, 352.
alsaticum L. 354.
arenarıum W.-K. 353.
austriacum Koch 352.
Cervaria Cuss. 354.
Chabraei Rchb. 353.
leptophyllum Willk. 352.
officinäle L. 353.
Oreoselinum Mönch 354.
Ostruthium Koch 349.
palüstre Mönch 355.
parisiense DC. 353.
petra&um No& 353.
Raiblense Koch 352.
Schöttii Bess. 353.
Silaus L. 328.
venetum Koch 354.
verticilläre Koch 355.
Pfaffenkäppchen 245, 398.
Pfaffenmützchen 245, 398.
Pferdeklee 150.
Pferdekümmel 322, 431.
Pferdesaat 322.
Pfirsich 4, 321.
Pflaume 5.
Pflückerbse 196.
Pfriemen 123.
Pfundäpfel 116.
Phaca L. 161, 163.
alpina Wulf. 163.
astragalina DC. 165.
— austrälis L, 166.
— frigida L. 163, 368.
— oroboides DC, 165.
Phaseoleae 197.
Phaseoloideae 197.
Phaseolus Tourn. 197.
multiflörus Lam. 197, 382.
coceineus L. 197, 382,
— albiflörus Lam. 198.
— bicolor Arrabida 198,
— coccineus Lam. 197.
— niger Martius 198.
vulgäris L. 198,
— compressus Martius
198.
ellypticus Martius 198.
gonospermus Savi 198.
oblöngus Savi 198.
sphaericus Savi 199.
subeompressus Savi
198.
Phelländrium aquaticum L.
322, 431.
— Mutellina 330.
Physocaulus Tausch 355, 361.
— nodösus Tausch 361.
Pimpernuss 246, 399.
Pimpernussgewächse 245.
Pimpinella L. 332, 341.
— Anisum L. 342, 442,
glauca L. 334.
glauca Wald.-Kit. 335.
magna L. 341.
— disseeta Koch 341.
— indivisa Cel. 341.
— laciniäta Wallr. 341.
— rösea Koch 341.
nigra Willd. 341.
peregrina L. 342.
Saxifraga L. 341.
— alpestris Spr. 341.
— cälva Neilr. 341.
— disseeta Retz. 341.
Pirus Tourn. 110, 113.
amygdaliförmis Vill. 115.
Aria Ehrhart 118.
Aria x aucupäriaIrm. 117.
— x torminälisEhrh,. 118.
aucupäria Gärt. 117, 350,
Chamaemöspilus DC. 118.
commünis L. 113, 348.
Pirus commuünis x Sorbus
Aria Koch 115.
— — var. Achras Wallr. 114.
— — — Piräster Wallr. 114.
Cydönia L. 112, 347,
dom&stica Smith 117.
hybrida Smith 117.
latifölia DC. 118.
Japönica Thunb. 112.
intermedia Ehrh. 118.
— Malus L. 115, 349.
— var.austera Wallr.115.
— — acerba Merat 115.
— — mitis Wallr. 115.
nivalis Jacg. 115.
Pollveria L. 115.
scäandica Bab. 118.
— torminälis Ehrh. 117.
Pisum Tourn. 178, 196.
arvense L, 196.
Ochrus L. 191.
maritimum L. 19.
sativum L. 196, 381.
— arvense L. 196.
— flexuösum Willd. 196.
— glaucospermum Alef.
196.
hümile Poiret 197.
leptölobum Cam. 196.
medulläre Alef, 196.
pachylöbumDierb.196.
quadrätum Miller 196.
saccharätum Host 196.
— Reichb. 196.
variegatum Alef. 196.
— vulgäre Alef. 197.
umbellätum Miller 197.
Pistäcia L. 242, 243,
— Lentiseus L. 243.
— Terebinthus L. 243.
Pistazie 243.
Plattäpfel 116.
Platterbse 190, 380.
Pleurospermum Hoffm. 361,
363.
— austriacum Hoffm. 363.
— Golaka Rchb. 364.
Polygala L. 219.
Register. i
387
Polygala alpestris Rchb. 222. |, Potentilla argentea L. 64.
— alpina Song. 219.
amara L. 222.
— var. amarella Crantz
222.
— — amblyptera Rchb.
222.
— — rubrifölia Wiesb.
222.
austriaca Crantz 222.
blepharöptera Borbas 220.
calcärea F. W.Schultz 220.
eiliäta Lebel 220.
Chamaebuxus L. 219.
— var. rhodöptera 219.
comösa Schk. 221.
cörsica Bor. 221.
depressa Wendt. 219.
Lejeunii Bor. 223.
major Jacg. 220.
— var. comösa Koch 220.
— — vulgäris Koch 220.
nicaeensis Risso 221.
serpylläcea Weihe 219.
uliginösa Rchb. 222.
vulgäris L. 221, 390.
— var,oxypteraRchb.221.
— — pseudoalpestris
Gren. 221.
Polygaläceae 218.
Polygalon DC. 219.
Pömeae 2, 109.
Pomeranzen 216.
Potentilla L. 58, 60.
adscöndens Grm. 63.
affınis Host 68.
alba L. 72.
— x sterilis 72.
alp6stris Haller 68.
ambigua Gaud. 70.
angustifölia DC. 67.
Anserina L. 61, 332,
— var. argentea.Neilr. 61.
— — cöneolor Ser. 61.
— geminiflöraKoch61.
— sericea Koch 61.
— viridis Koch 61.
arenäria Borkh. 64.
— x recta 66,
— xverna L. 65.
atrosanguinea Lodd. 60.
aurea L. 68.
aurulenta Grm. 69.
canescens Besser 65.
carniölica Kern. 72.
caulescens L. 73.
collina Wbl. 65.
— var. rhenäna Wirtg.65.
— — silesiaca Uechtr.65.
einerea Chaix 64.
Clusiana Jacq. 72.
demissa Jord. 64.
Fragariästrum Ehrh. 71,
335.
frigida Vill. 70.
frutieösa L. 60,
Gaudini Grm. 69.
grandiflöra L. 70.
grammopetala Mor. 70.
Güntheri Pohl 65.
heptaphylla auet. 68.
— var.BouquoiänaKnaf68,
— — NestleriänaCelk. 68.
hirta L. 67,
hybrida Wallr. 72.
incana F]. d. W. 64.
inclinäta Koch 65.
inclinäta Vill. 66.
intermedia Nestler 68.
laciniösa Koch 66.
maculäta Pouret 68.
Mathoneti Jord. 68.
micrantha Ram. 71.
minima Haller fil. 70,
minor Venetz 70.
mixta Nolte 63.
multifida 62.
nemorälis Nestl. 62.
nitida L. 71.
nivea L. 64,
norvegica L. 61.
obscüra Willd. 66.
opäca L. 67.
palüstris L. 75.
pätula W. u. Gr. 67.
25*
388
Potentilla pedäata Willd. 67.
— permixta Grem. 71.
petiolulata Gaud. 73.
pilösa Willd. 67.
praecox F. Sch. 65.
procümbens Sibth. 63.
— x reptans 63.
prosträta Grm. 70.
pusilla Host 69.
recta L. 66.
reptans L. 62, 333.
— aurantiaca (el. 62.
— ramösa Uecht. 62.
— x Tormentilla 63.
rup6stris L. 70.
sabauda DC. 68.
salisburgensis Haenk. 68.
Schuülzii P. J.M. 65.
silvestris Neck. 63.
splendens auct. 72.
spüria Kern 71.
sterilis Grek. 71.
subacaulis L. 64.
supina L. 61.
Tormentilla Schrank 63,
334.
thuringiaca Bernh. 68.
valesiaca Huet 70.
verna L. 69, 335.
Vökei P. J. M. 65.
— Wiemanniäna Günth. 65.
Potentilleae 2, 58.
Poterieae 2, 75.
Poterium sanguisörba L. 79.
— dietyocärpum Ehrh. 79.
— polygamum W. K. 79.
Prüneae 2.
Prunus Tourn. 3, 5.
— Amygdalus Baill. 3.
armeniaca L. 5.
avium L. 8.
cerasifera Ehrh. 6.
Cerasus L. 9.
Chamaecerasus Jacq. 9.
domestica L. 7.
— — aureus Mart. 7.
— — germänica S. u,M. 7.
— — imperiälis Mart. 7.
Register.
Prunus domestica mäjior
Mart. 7.
— — mammillaris $. u.M.7.
— ovoidea Mart. 7.
insititia L. 6.
— Catharinea Ser. 6.
— cerea L. 7.
— (Claudiana Pers. 6.
— Juliäna L. 6.
— minor Mart. 6.
— regälis Mart. 6.
Laurocerasus L. 10.
Mähaleb L. 10.
Padus L. 10.
Persica B. u. H. 4.
petraea T. 10.
serotina Ehrh. 10.
spinösa L. 6, 322.
virginiäna L. 10.
— Mill. 10.
PseudocallitricheHegelm.240.
Ptychötis Koch 332, 343.
— ammoides Koch 343.
— heterophyila Koch 343.
— saxifraga Karst. 343.
Pulverholz 253, 403.
Pünica L. 298.
— Granätum L. 298, 418.
Punicäceae 298.
Purgierkörner 231.
Purgierlein 211.
Quitte 112, 347.
R.
Radiola Dill. 210, 215.
— linoides Gm. 215.
— Millegräna Sm. 215.
— multiflöra Aschers. 215.
Rädchenblüte 327.
Ramboure 116.
Rambourreinetten 116.
Rapöntica 307.
Rauschbeere 242, 395.
Raute 217, 388.
Rautengewächse 216.
Rebendolde 322, 431, 432.
Rebengewächse 256.
Reiherschnabel 206, 385.
Reine Claude 6.
Reinetten 116,
— Borsdorfer 116.
Reinetten, Einfarbige 116.
— Gold- 116.
— Graue 116.
— Rambour- 116,
— Rote 116.
— Wachs- 116.
Rhamnäceae 251.
Rhamnus Tourn. 252, 253.
alaternus L. 255.
alpina L. 255.
cathärtica L. 254.
Frängula L. 253, 408.
infeetöria L. 254.
Paliurus 255.
pumila L. 255.
— Wulf. 253.
rupestris Scop. 253.
— erectus Maly 254.
saxätilis L. 254.
tinetöria W.-K. 254.
— Zizyphus L. 256.
Rhus L. 242.
— coriaria L. 243.
— cötinus L. 242.
— ToxicodendronL. 243,396.
— — var. vulgäre Mich. 243.
— — — quereifölium Mich.
243.
— typhina L. 243.
Rippensame 363.
Robinia L. 161, 162.
— Pseud-Acäcia L. 162.
Rollerbse 196.
Rosa Tourn. 79.
abietina Gren. 98, 99,
abscöndita Christ 96.
aciculäris Lindl. 89.
adenöphora Gren, 87.
adenophylla Willd. 83.
agrestis Savi 9.
alba L. 103, 109.
alpestris Rap. 98.
alpina L. 86.
— var. aculeäta Ser. 86.
alpina var.
Desv. 86.
— laevis Ser. 86.
globösa
lagenäria Vill. 86.
latifölia Ser. 87.
parvifölia Favr. 86.
pubescens Koch 86.
— pyrenäica Goun. 86.
scabriüscula Christ
86.
— simplicidens Grem.
86.
— tetrapetalaRgl. 86.
turbinata DC. 86.
glauca 106.
pimpinellifölia 87.
spinosissima 87.
tomentösa (rem.
101.
x
ambigens Grem. 109.
amissa Des. 100.
anisöpoda Christ 93.
anopläntha Christ 109,
arvensis Huds. 84,
aspretifölia Gren. 98,
austriaca Crantz 90.
bicolor Jacq. 83.
Billetii Pug. 9.
Boreykiäna Bess. 103.
Bloendaeäna Delas 97.
Candolleäna Thory 87,
canina]L. 107, 343.
var.andegävensis Bast.
108.
— adenötricha Grem.
108.
— biserrätaMurat108.
dolösa God. 108.
dumälisBechst.108.
firmula God. 108.
glaucescens Willk.
108.
hirtella Christ 108.
LutetiänaLem. 108.
mucronuläta Des.
108.
multiflöra Wirtg.
108,
Register.
Rosa canina var, orthacantha
108.
— — sepium Koch 9%.
389
Rosa firmula God. 108.
— flagelläris Christ 93.
— formulösa Gren. 93.
x
— setösa Maly 108.
— vertillacantha
Christ 108.
montana 107.
caryophylläcea Christ 91.
centifölia L. 90, 109,
Chavini Rap. 107.
cheriensis Des. 95.
eiliatopetala Godet 101.
eiliatopetala Koch. 100.
cinnamömea L. 83, 342,
collina Jacq. 103.
concinna Lagger 96.
consanguinea Gren. 109,
corüifölia Fries 104.
— var.BellevällisPug.105.
— BovernieriänaCrep.
105.
— cinerea Rep. 105.
— homölogaGren.104.
x mollis 105.
Franzönii Christ 109.
fülgens Chr. 83.
gällica L. 90, 109.
var. austriaca Cr. 90.
— elata Christ 90.
x ceanına 97.
x Jundzilli 91.
x rubiginösa 98, 109.
x sepium Rapin 93.
genevensis Des. 109.
gentilis Koch 87.
gentilis Sternb. 88.
glabrifölia Rupr. 83.
glaberrima Dum. 107.
glauca Vill. 105.
var. caballicensis Pug.
106,
— falcäta Pug. 106.
— hispidiorChrist106.
myriacäntha Christ
106.
corlifölia > tomentösal01.
coronäta Gren. 89.
Cotteti Pug. 9.
damascena Mill. 109.
depressa Grem. 109.
dichroa Lerch 88.
diminuüta Bor. 94.
— pilösula Christ 106.
x tomentösaFavr .99.
glaucescens Lej. 108,
Gmelini Bunge 89.
Gödeti Gren. 97.
grandiflöra Rapin 93.
graveolens Gren. 9.
Gremlii Christ 92,
dimörpha Gren. 101.
dumetörum Thuill. 103.
var. brevissima Christ
104.
Deseglisii Bor. 103.
mollis Christ 104.
platyphylla Rau
103.
pseudocollina
Christ 104.
urbica Lem. 103.
gällica 103.
x
dumösa Pug. 101.
Eglanteria L. 83.
eläta Christ 90.
ferruginea Vill. 106.
fimbriäta Grem. 109.
Guineti Schmidely 109,
Hampeäna Gris, 97.
hirtella Christ 108.
hispänica Christ 94, 97.
Hystrix Lem. 94,
indica L. 81.
involüta Smith 89.
Jordani Des. 9.
Jundzilli Bess. 98.
Jundzilli heteracantha
Christ 91.
Jundzilliäna Bess, 98.
Kluckii Gren. 93.
— Läggeri Pug. 9%.
— laxa Lindl. 83.
— Lemaänii Bor. 94.
390
Rosa Lemänii var. permixta
Des. 94.
Lereschii Rap. 109.
longicruris Christ 109.
lücida Ehrh. 87.
lütea Mill. 83, 341.
— Guimp. 83.
micräntha Smith 94.
mollis Smith 100.
— var. spinescens Christ
100.
— > pomifera 100.
mollissima, Fries 100.
montäna Chaix 107.
— var. Riönii Delas 107,
— sanguisorbella Christ
107.
— x rubiginösa 107.
Mureti Rap. 109.
Murithii Pug. 109.
muscösa Ait. 90,
nemorösa Lib. 94.
personäta Grem, 109.
- pimpinellifölia L. 88, 311.
— var. inermis Redoute
88.
Mathoneti Des. 88.
mitissima Gmel. 88.
myriacänthaD(.88.
Sirei Christ 87.
spinosissima L. 88.
spreta Des. 88.
vulgäris Reg. 88.
pomifera Herm. 99.
— var. friburgensis Lagg.
100.
— — Gaudini Pug. 100.
— — Grenieri Des. 100.
— — pröximaCottetil00.
— — recöndita Pug. 100.
pörrigens Grem, 91.
Pouzini Tratt. 97.
pseudöpsis Grem. 105.
psilophflla Reut. 109.
Pugeti Bor. 98.
pumila Jacq. 90.
punicea Mill. 83.
repens Scop. 84.
Rosa repens
Register.
var. laevipes
Grem. 84.
— — transalpina Christ |
84.
— — umbellätaGodet84.
Reuteri God. 105.
reversa W. K. 87.
rhaetiea Grem. 91.
rösea Koch 88.
rubella Smith 87.
rubiginösa L. 92, 342.
— var. comösa: Leers 92.
— — denudäta Gren. 9.
— — pimpinelloides
.@. Meyer 93.
— — rotundiföliaRau93.
— — umbellätaLeers 92.
rubrifölia Vill. 106.
rupestris Cr. 86.
sabauda Rapp. 89.
Sabini Woods 89.
— var.anacanthaChrist89.
— — Doniäna Woods 89.
— — Ravellae Christ 89.
— — subsimplex Grem.
89.
salaevensis Rap. 106.
salvifölia Christ 94,
scaphusiensis Christ 104.
sclerophylla Christ 105.
— Scholz 102.
sempervirens L. 84.
Semproniäna Favr. 109.
sepium Thuill. 95.
— var. inodöra Fries 96.
— — mentita Des. 96.
— — puböscens Rap. 9.
spectäbilis Rap. 109.
spinulifölia Dematra 99.
stenopetala Christ 109.
sulphürea Ait. 83.
stylösa Desv. 102.
systyla Bas. 102.
tiroliensis Kern. 97.
tomentella Lem. 100.
— var. affinis Rau 96.
Rosa tomentella var. eglandu-
lösa Crepin 97.
— — nuda Grem. 96.
— — Obornyäna Christ
gr
— — sinuatidens Christ
96.
— — tiroliensis Kern. 96.
tomentella Rgl. 90, 96.
tomentösa Smith 101.
var. Andreövi Des.101.
— — ciliatopetala God.
101.
eollivaga Cott. 101,
cristäta Christ 101.
decolörans Chris
101.
dimörpha Gren.
101.
dumösa Pug. 101.
grandifölia Willk.
102.
micans Des. 101.
scabriüscula Smith
101.
Smithiäna Ser. 101.
subglobösa Smith
101.
umbelliflöra Sw.
102.
dumetörum Gaud,
96.
trachyphylla Rau 97.
transmöta Crep. 109.
turbinäta Ait. 90.
turbinäta Jaeq. 83.
vallesiaca Pug. 94, 97.
vertillacäntha Christ 108.
vestita God. 100, 101.
villösa Ehrh. 101.
villösa L. 80.
viscida Pug. 94.
viscidula Gren. 94.
vogesiaca Desp. 105.
ren
In Bastarde 108.
Rosäceae 1.
— — Borreri Woods 96. | Rose, Rosen 79.
— — coneinna Pug. 96. |— Alpen- 80, 86, 98
Rose Bibernellblätterige 85.
— Centifolie 81.
— Damaszener 81.
— Edel- 80.
Essig- 81.
Französische 89.
Gelbe 82.
Hecken- 9.
Hunds- 81, 84, 102, 107.
Kriechende 84.
Monats- 81.
Moos- 90.
Pfingst- 83.
Wein- 81, 82.
Weisse 81, 91.
— Zimmet- 80, 83.
Röseae 2, 79,
Rosenäpfel 116.
Rosengewächse 1, 2.
Rosenöl 90.
Rosinen 257.
Rosskastanie 250.
Rosskastaniengewächse 249.
Rosskümmel 322, 368, 431.
Rosspappel 266.
Rostbirnen 114.
Ruübeae 2, 10,
Rubus L. 10.
— adornätus P. J.M. 35.
affinis W.u.N. 18.
agästachys M. u. Wg. 23.
aggregätus Kltb. 37.
agrestis W.u.N. 54.
albicomus Grm. 41.
amianthinus Focke 24.
ammöbius Fck. 16.
apricus Wimm, 43.
Arduennönsis Lib. 19,
argentätus P. J.M. 23,
argyröpsis Focke 21.
Arrhenii Lange 29.
badius Focke 32.
balticus Focke 43.
Banningii Focke 31.
Barbeyi Fa. u. Gr. 15, 25.
baväricus Focke 43.
Bayeri Focke 46.
Beckhausi Utsch 54.
Register.
Rubus Bellärdii W. u. N. 47,
327.
Berträmii G. Br. 16.
Böthkei Mars 44,
bifrons Vest. 22.
brachyändrus Grm. 46.
brevis Grm. 42.
ca6esius L. 12, 54, 328.
Caflischii Focke 30.
ealliänthus P. J. M. 51.
cändicans Focke 20.
cannabinus Grem, 36.
celtidifölius Grm. 48.
Chamaemörus L. 11.
chlorothyrsus Focke 30.
eollinus DC. 28.
coloratus Gren. 46.
commutätus G. Br. 19.
confluentinus Wrtg. 24.
conothyrsus Focke 33.
conspicuus P. J.M. 34.
eorylifölius Haynme 15.
— Smith 51.
cruentätus Müller 37.
cunctätor Focke 29.
cürtidens Grm. 47,
curvistylis Grm. 28,
eyclopetalus Focke 21.
Dänicus Focke 26.
dasyacanthos G. Braun 49.
Dasyclados A. Kern. 35.
Decheni Wrtg. 22.
denticulätus A. Kern. 41.
discolor W. u.N. 22.
dumösus Lef. 18.
Ebneri A. Kern. 52.
egregius Focke 30,
Eifeliensis Wrtg. 37.
elätior Focke 20.
epipsilos Focke 31.
erubescens Wrtg. 35.
fastigiätus W. u. N. 15.
ferox W.u.N. 55.
festivus P. J. M. 36.
firmulus Grem. 54.
fissus Lindl. 15.
carpinifölius W. u. N. 19.
dumetörum W.u.N. 51. |
391
Rubus foliösus Grem. 36.
— foliösus W.u.N. 41.
— fragrans Focke 21.
fraternus Grem. 37.
fruticösus L. 12, 15.
Fuckelii Wrtg. 35.
fusco-ater W.u.N. 42.
fuscus W.u.N. 40.
geniculätus Kaltenb. 18,
24.
Germänicus Focke 18.
glaucövirens Nees 33.
Graböwsküi Weihe 21.
gracilicaulis Grm. 46.
gratus Focke 26.
Gremlii Focke 32.
Güntheri W.u.N. 50.
hedycärpus Focke 23.
helveticus Grm. 32.
hennebergensis Sgrsk. 43.
hereynicus G. Br. 48.
hirsütus Wrtg. 37.
hirtus Metsch 45.
hirtus W.-K. 50.
hörridus Schultz 53.
hypomälacus Focke 34.
hypomällus Müller 20.
Hystrix W.u.N. 43.
Ida&us L. 12, 325.
— var. denudätus Spen.
12.
anömalus Arrh. 12.
obtusifolius Willd.
12.
spinulösus Mill. 12,
trifoliätus B. Salt.
12.
viridis A. Br. 12.
Jensenii Lange 54.
incültus Wrtg. 48.
indotätus Grm. 42.
indusiätus Focke 42.
infestus Weihe 33.
insericäatus P. J. M. 38.
insolätus P. J. M, 45.
Kaltenbächii Metsch 50.
Köhleri W.u.N. 43.
lamprophyllus Grm. 49.
392
Rubus Läschii Focke 51.
— lasiocläados Focke 24.
— Lejeünii W.u.N. 36.
leptopetalus Focke 46,
leucändrus Focke 26.
leucöstachys Schlch. 34.
Leyi Focke 34.
Libertianus Weihe 15.
lilacinus Wrtg. 49,
Lindebergii P. J.M. 22.
Lindleyänus Lees 19,
Loehri Wrtg. 39.
Maäsii Focke 17.
macränthelos Mars 47.
macrophyllus W. u. N. 26.
macröstemon Focke 23.
macrothyrus J. Lange 34.
mäximus Mars. 50.
melanöxylon P. J.M.u.W.
Al.
Menkei W.u.N. 36.
Mereieri Genev. 19.
Metschii Focke 44,
Mikani Köhler 43.
montänus Wrtg. 17, 18.
Muönteri Mars. 17.
myriacanthus Focke 53.
myricae Focke 26.
nemorösus auct. 51.
nemorösus Hayne 52.
Neumänni Focke 29.
nitens Sgrsk. 40.
nitidus W.u.N. 16.
— var. divaricätus Müll.
16.
obscürus Kltb. 38.
obtusängulus Grm. 28.
odorätus L. 12.
opäcus Focke 16.
Oreades P. J. M. 52.
oreögeton Focke 53.
orthacanthus Wmmr. 52,
pällidus W. u.N. 40.
pannösus M. u. Wrtg. 38.
persicinus Kern. 20.
phyllöstachys Müller 20.
piletöstachys Gr.u. Gd.22.
piliferus Sgsk. 17.
Register.
Rubus pilocärpus Grm. 44.
— platyc&phalus Focke 39.
— plicätus W.u.N. 15.
— polycänthus Grm. 45.
porphyracänthusFocke 17.
präsinus Focke 53.
präsinus Grm. 50.
pseudöpsis Grm. 50.
pubescens W. u. N. 24.
pulchörrimus Neum. 29,
pygmaeöpsis Focke 45.
pygmaeus Caflisch 43.
pyramidälis Kltb. 35.
pyramidätus P. J.M. 31.
racemigerus Grm. 40.
Rädula Weihe 40.
Reichenbächii Köhler 32.
remötus Grm. 48.
Reuteri Mrec. 44.
rhamnifölius W. u. N. 17.
rhombifölius Weihe 25.
rigidätus Grm. 44.
rivuläris P.J.M. u. W. 49.
rosäceus W.u.N. 42.
rotundipetalus P.u.M. 20.
rubicundus M.u, Wrtg.38.
rudis W.u.N. 39.
— sabaudus Focke 22, 28.
salisburgensis Focke 31,
33.
sältuum Focke 41.
saxätilis L. 12.
scaber W.u.N. 39.
scabrifölius Gren. 46.
Schlechtendälii Weihe 26.
Schleicheri W.u.N. 45.
Schlickumi Wrtg. 30.
Schummelii Weihe 33.
serpens W.u.N. 48.
Silesiacus Weihe 29.
silväticus W.u.N. 25.
sphenoides Focke 22, 28.
Sprengelii W.u.N. 29,
suavifölius Grm. 36.
suberectus Andrs. 14.
suberectus x affinis 16.
sulcätus Vest 15.
tardiflörus Focke 47.
Rubus tenuiglandulösus Grm.
49.
teretiüsculus Kltb. 36.
thelybätus Focke 30.
thuringensis Metsch 40.
thyrsäanthus Focke 20.
thyrsiflörus W.u.N. 40.
thyrsoideus Wmmr. 20,
326.
tomentösus Borkh. 27.
— var. glabrätus 27.
— — canescens 27.
— — Lloydiänus 27.
— — villicaulis 27.
tümidus Grm. 27.
ulmifölius Schott 22.
umbrösus Wallr. 54.
valesiacus Grm. 21, 28.
vestitus W. u.N. 34.
Vestii Focke 19.
Villarsiänus Focke 53.
villicaulis Köhler 23.
virescens G. Br. 26.
vulgäris W.u.N. 18.
Wahlbergii Arrh. 51.
Weihei Köhler 51.
Weihei Lej. 16.
Wiegmanni Weihe 18.
— Wimmeri Weihe 25.
— Winteri P. J.M, 24.
Rübe, Gelbe 367.
Ruhrbirne 117.
Ruprechtskraut 201, 384.
Russeletten 114.
Rutäceae 216.
Ruta 216, 217.
— bracteösa DC. 217.
— erithmifölia Mred. 217.
divaricata Tenore 217.
graveolens L. 217, 388.
patavina L. 217.
S.
Saftgrün 254.
Sand-Luzerne 153.
Sanguisorba L. 75, 78.
— alatum Willk. 79.
— dodecändra Mor. 78.
Sanguisorba glausescensRchb.
ag;
— minor Scop. 79, 340.
— officinälis L. 78.
Sanicula Tourn. 317.
— europaea L. 317, 428.
Sanikel 317, 428.
Sarothamnus Wim. 123, 124.
— scopärius Koch 124, 352.
— vulgäris Wim. 124, 352.
Sauerklee 208.
Saufenchel 354.
Scandix 355, 357.
anthriscus L. 356.
austrälis L. 358.
cerefolium L. 356.
infesta L. 371.
nodösa L. 361.
odoräta L. 358, 454.
— Pecten VenerisL.358, 453.
Schabziegerklee 150.
Scheiberich 333.
Schierling 361, 456.
Schierlingssilje 331.
Schlehdorn 5, 322.
Schlehe 6, 322.
Schlotteräpfel 116.
Schmalbirnen 114.
Schmetterlingsblütler 119.
Schneckenklee 151.
Schotenklee 159, 364.
Schotenweiderich 300.
Schüttgelb 254.
Schwarzdorn 6, 322.
Scorpiürus L. 171, 172.
— subvillösa L. 172, 370,
Securigera Coronilla 175.
Seedorn 294.
Seidelbast 292, 415.
Seidelbastgewächse 291.
Selinum L. 345.
— (Carvifölia L. 346.
— palüstre L. 355.
— Seguieri L. 327.
Sellerie 334, 437.
Seseli L. 320, 324.
— ännum L. 325.
— glaucum Jacq. 325.
Register.
Seseli Gouani Koch 325.
Hippomarathrum 324.
Libanotis Koch 326.
montanum L. 324.
pusillum L. 335.
pyrena&um L. 346.
saxifragum L. 343.
tortuosum L. 325.
varıum Trev. 324.
Seradella 175.
Sibbäldia L. 58, 60.
— procümbens L. 60,
Sichelklee 153.
Sichelmöhre 342.
Siebenzeiten 151, 361.
Sieversia Willd. 59.
— montäna Willd. 60.
Sigmarswurz 265.
Silau 327.
Silaus Bess. 321, 327.
— pratensis Bess. 328, 433.
Silberwurz 57.
Siler Scop. 368.
— montänum Crantz 360.
— trilobum Scop. 368.
Silje 345.
Sinau 75, 338.
Sison L. 332, 340.
— Amömum L. 341.
— inundätum L. 333.
Sium L. 332, 343.
angustifölium L. 344.
Faleäria L. 342.
latifölium L. 344.
nodiflörum L. 333.
repens Koch 334.
Sisarum L. 344.
Smyrnium L. 361, 362.
— ÖQlusatrum L. 362.
— perfoliätum Mill. 362.
— rotundifölium Mill. 362.
Sonnenröschen 276.
Sorbus L. 110, 117.
— Aria Crtz. 118.
— Aria x aucupäria 117.
— aucupäria L. 117, 350.
— Chamaemespilus Crantz
118.
393
Sorbus domestica L. 117.
— latifölia Pers. 118.
— scändica Fries 118.
— torminälis Crantz 117.
Spallanzänia agrimonoides
Poll. 75.
Spargelbohne 159.
Spargelerbse 159.
Sparsiflörae 80.
Spärtium L. 122, 123.
— jünceum L, 123.
— scopärium L. 124, 352.
Spatzenzunge 291.
Sperlingsstrauch 292.
Spierapfel 117.
Spierling 117.
Spierstaude 55, 329.
Spilling 6.
Spindelbaum 245, 398.
Spiraea L. 55.
Arüncus L. 57.
carpinifölia Willd. 56.
chamaedryfölia L. 56,
decumbens Koch 56.
Filipendula L. 57,
salicifölia L. 55, 329.
ulmäria L. 57.
ulmifölia Scop. 56.
'„„ira6eae 2, 55.
Spitzäpfel 116.
Spitzkiel 169.
Springkörner 231.
Stacheldolde 363.
Staphylea L. 246.
— pinnäta L. 246, 399.
Staphyl&eaceae 245.
Stechdorn 255.
Stechginster 123, 351.
Stechpalme 244, 397.
Stechpalmengewächse 244.
Steinbeere 12.
Steinklee 148, 360.
Steinröschen 294.
Stiefmütterchen 279, 287,
289.
Stellöra Passerina L. 292.
Sterndolde 319, 430.
Stockerbse 196.
394
Stockrose 268.
Storchschnabel 200, 384.
Stragelkaffee 168.
Strahldolde 367.
Streiflinge 116.
Strenze 319, 430.
Striemensame 363.
Stylörrhodon Dsg. 82.
Süssdolde 358, 454.
Süssholz 163, 367.
Süssklee 176.
Sumach 242, 395.
Sumpfschirm 333, 432.
T.
Tännel 274,
Tamäricäceae 275.
Tamariskengewächse 275.
Tannenwedel 311, 425.
Taumelkerbel 358, 455.
Tausendblatt 310, 424.
Terebinthe 243.
Tetragonölobus Scp. 136, 159.
— purpüreus Moench 159.
— siliquösus Roth 159.
Thymelaea Tourn. 291.
— Passerina Coss. u. Germ.
292.
— hirsüta L. 292.
Thymelaeäceae 291.
Thysselinum Hoffm. 348, 355.
— palüstre Hoffm. 355.
Tilia L. 261.
— alba Aiton 263.
— americana L. 263.
— argentea Drof. 263.
— euchlöra Koch 263.
— europäea L. 262, 263.
— grandifölia Ehrh. 263.
— intermedia DC. 263.
— parvifölia Ehrh. 262, 405.
— platyphyllos Scop. 263.
— pubescens Aiton 263.
— tomentösa Mönch 263.
— ulmifölia Scop. 262.
— vulgäris Hayne 263.
Tiliaceae 261.
Tithymalus Tournef. 223.
Register.
Tithymalus amygdaloides
Kl. u. Grek. 231.
Cyparissias Scop. 236.
duleis Scop. 230
Esula Scop. 236, 391.
exiguus Mönch 233.
faleätus Kl. u. Grek. 233.
Gerardiänus Kl. u. Grek.
227.
helioscopius Scop. 225.
Läthyris Scop. 231.
lücidus Kl. u. Grek. 235.
palüster Kl. u. Grk. 229.
Peplus Gaertner 232.
Pityüsa Scop. 228.
platyphyllus Scop. 227.
procerus Kl. u. Grck. 226.
segetälis Kl. u. Grek. 232
strietus Kl. u. Grek. 227.
verrucösus Scop. 229.
virgätus Kl. u. Grek. 234.
Tommasinia Bert. 348, 354.
vertieilläaris Bert. 355.
Tordylium Tourn. 348, 352.
Anthriscus L. 370, 459.
Apulum L. 352.
latifölium L. 369, 459.
mäximum L. 352.
nodosum L. 370,
Törilis L. 368, 370.
Anthriscus@mel. 370, 459.
— var.calcarea Uech.371.
helvetica Gmel. 371.
heterophylla Guss. 371.
infesta Hoffm. 371.
neglecta R. u. S. 371.
nodösa Gärt. 370.
Tormentilla reptans L. 62.
erecta L. 63.
Traganth 163, 369.
Trapa L. 300, 309.
natans L. 309, 423.
Traubenäpfel 116.
Traubenerbse 197.
Traubenkirsche 9, 324,
Tribulus L. 216.
terr6stris L. 216.
Trichocephalum 142.
Trifoliastrum 143.
Trifolieae 136.
Triföium Tourn. 136, 137.
agrarium L. 147.
— Schreb. 146.
albiflörum Koch 145.
alexandrinum L. 140.
alpestre L. 139,
alpinum L. 143.
angustifölium L. 142.
arvense L. 141, 358.
aureum Poll. 147.
badıum Schreb. 147.
bicörne Forsk. 143.
caespitösum Regn. 144.
campestre Schreb. 146,
358.
Cherleri L. 140.
dentätum W.-K. 149.
elegans Savi 146.
filiförme auct. 146.
— DC. 146.
fragiferum L. 142.
glareosum Schl. 145.
glomerätum L. 144.
hybridum L. 145.
— minor Willk. 146.
incarnätum L. 141.
Kochiänum Hayne 149.
lappäceum L. 138.
Lupinäster L. 143.
maritimum Huds, 138.
medium L. 138.
Melilötus coerülea L. 250.
— indica var. d. L. 148.
— offieinalis var. b. L.150.
— — var. c. L. 149.
micränthum Viv. 146.
microc&phalum Üchtr. 141.
minus Smith 146.
montäanum L. 144.
multistriätum Koch 143.
nänum Willk. 146.
nigröscens Viv. 145.
niväle Sieber 139.
nöricum Wulf. 138.
ochroleueum L,. 140.
pallescens L. 145.
ne re See
Trifölium pällidumW.-K. 139.
pannönicum Jacgq. 140.
parviflörum Ehrh. 144.
patens Schreb. 147.
pratense L. 139, 357.
— var. niväle Koch 139.
— — expänsumkchb.139.
— — pedicellätum Knaf
139.
procumbens L. 146, 358.
— Schreb. 146.
repens L. 144, 359.
resupinatum L. 143,
rubens L. 138.
saxätile All. 141.
scäbrum L. 140.
spadiceum L. 147.
stellätum LE. 141.
striatum L. 140.
strietum W.-K. 144.
subterräneum L. 142.
suffocätum L. 143.
Thalii Vill. 144.
tomentösum L. 143.
Trigonella L. 136, 151.
corniculata L. 151.
foenum graecum L. 151,
361.
gladiäta Stev. 151.
mönspeliaca L. 151.
Trinia Hoffm. 332, 334.
—
glauca Dum. 334.
Kitaibelii M.-B. 334.
vulgäris DC. 334.
Tripentas helödesAschers.270.
Trochiscänthes Koch 321.
nodiflörus Koch 321.
Tropaeoläceae 209.
Tropaeolum L. 209.
majus L. 209.
minus L. 210.
peregrinum Jacq. 210.
Turgenia Hoffm. 368, 369.
latifölia Hoffm. 369, 459.
U.
Ulex L. 122, 123.
europa&us L. 124, 351.
Register.
Ulmäria Tourn. 55, 56.
Filipendula A. Br. 57.
pentapetala Gilib. 57, 330.
Umbelliferae 312.
V.
Venuskamm 358, 453.
Veilchen 278.
Vesicästrum 143.
Vieia L. 177, 178.
agrestis Sch. 186.
angustifölia Roth 183.
articuläta Willd. 186.
biennis L. 179.
bithynica L. 181.
Bobartii Forst. 183.
cassübica L. 185.
cordäta L. 184,
Craeca L. 179,
dumetörum L. 178.
Ervilia Willd. 187.
Faba L. 181, 376.
Gerärdi DC, 179,
glabrescens Koch 180.
gräcilis Lois. 184.
grandiflöra Scop. 183, 184.
hybrida L. 182.
lathyroides L. 181.
lütea L. 183.
monäntha Koch 186.
multiflöra Pollich 185.
narbönensis L. 181.
onobrychoides L. 180.
oroboides Wulf. 180.
Orobus DC. 185.
pannönica Jacq. 182.
peregrina L. 184.
pisiförmis L. 185.
purpuräscens DC. 182.
sativa L. 180, 184. 377,
segetälis Thuill. 183.
sepium L. 182.
serratifölia Jacg. 181.
silvatica L. 185.
sördida W.-K. 183.
tenuifölia Roth 179.
väria Host 180.
villösa Roth 180.
h 395
Viola Tournef. 278.
alba Besser 282,
— x austriaca 282.
— x odorata Gmelin 283.
Alliöni Pio 285.
alpina Jacq. 288.
ambigua W. u. Kit. 282.
arenaria DC. 285.
austriaca Kerner 284.
Beraudii Bor. 282.
biflöra L. 287, 412II.
calaminäria Lej. 290.
calcarata 290.
canina L. 286.
ericetörum Schr. 286.
flavicörnis Smith 286.
— lactea Sm. 286.
lancifölia Tho. 286.
lucörum Rchb. 286.
persicifölia Schku. 286.
cenisia L. 288.
collina Besser 281.
Comollia Massara 288.
cyanea Celakowsky 284.
elätior Fries 287.
elegans Spach 290.
epipsila Ledeb. 281.
fallax Cel. 285.
fläava Koch 290.
grandiflöra Huds. 2%.
heterophyllaBertoloni 290.
hirta L, 281.
hirta x odoräta 281.
KalksburgensisWiesb.282
läcteas Smith 286.
lilacina Cel. 285.
Tütea Smith 290.
— grandiflora Vill. 290.
— sudetica Willd. 290.
— multicaulis Koch 290.
miräbilis L. 284.
x silvestris 284.
multicaulis Jordan 283.
nemorälis Kütz. 286.
odoräta L. 283, 4121.
odoräta St. u. K. 282.
palustris L. 281.
— X uliginosa Grab. 281.
396
Viola permixta Jord. 281.
— perplöxa Gmelin 283,
— persicifolia Schk. 286.
— pinnäta L. 280.
— porphyrea Uechtritz 282.
— pratensis M. u. K. 287.
— puümila Chaix 287.
— recta Garcke 286.
— Riviniäna Rchb. 285.
— saxätilis Koch 289.
— scaturiginosa Wallr. 280.
— Schultzii Billot 287.
— sciäphila Koch 282.
— scotophylla Jordan 282.
— sepincola Jordan 281.
— spüria Cel. 284.
— silvätica Fries 285.
— silvestris Lmk. 285.
— stagnina Kit. 287.
— Steveni Besser 282.
— strieta Auct. 286.
— strieta Hornem. 287.
— suavis Auct. 284.
— suävis M.B. 284.
— sudetica Haenke 290.
— Thomasiäna P. u. $. 282.
— tricolor L. 289, 413.
— — arvensis Mur. 289.
— — bella Grenier-Godr.289.
Thui.
— — rothomagensis
288.
— — saxätilis Koch 289,
— — vulgäris Koch 289.
— uliginosa Schrd. 280, 412,
— umbrosa Hoppe 281.
— valderia All. 288.
— virescens Jordan 282.
— Zoysii Wulf. 240.
Violäcea 278.
Vitäceae 256.
Vitis L. 256.
— hederäcea Willd. 261.
— labrüsca L. 261.
— rotundifölia Mich. 261.
— silvestris Gmelin 257.
— vinifera L. 256, 404.
— — albuelis Schüb. 260.
— — aminea Sch. u. M. 259.
Register.
Vitis vinifera apiänaSchüb. u.
M. 258.
- austriaca Dierb. 260.
258.
hispänica Mart. 258,
— — lanäta Mart. 259.
lusitänica Mart. 261.
— — macrocärpaDierb. 258.
— — misera Dierb. 257.
— — nicarina Dierb. 257.
260.
— — pendula Dierb. 259.
— — pulverulentaDierb.259.
— — pusilla Dierb. 258.
— — rhaetica Schüb. 560.
silvestris Döll 257.
— — tinctöria Dierb. 260.
Vogelbeere 117, 350.
Vogelklaue 175, 373,
W.
Wald-Erve 188, 379, 380.
Wasserfenchel 322, 431.
Wassernabel 316, 427.
Wassernuss 309, 423.
Wasserschierling 343, 443.
Wasserstern 239, 393.
Wassersterngewächse 238.
Weichsel 10.
Weiderich 295, 417.
Weiderichgewächse 295.
Weidenröschen 300.
Wein, Wilder 256.
Weinbirnen 114.
Weinraute 217.
Weinrebe 256.
— Augusttraube 259.
— Babotraube 260,
— Blaufränkische 258.
cathärtica Dierb. 258.
-——- — chenopödia Dierb. 258-
clavenn£nsisDierb, 259.
—- — francönica Sch. u. M.
peloponnesiaca Mart.
Sancti Urbäni Gok 260.
tiroliönsis Dierb. 260.
— — xanthocärpa Dierb.257.
Weinrebe, Burgunder 259.
— — Blauer 259.
— — Echter 259.
— — Weisser 259.
— Diamanttraube 259.
— Elben 260.
— Elbling 260.
— Färber 260.
— Feigentraube 260,
— Fleischtraube 258.
— Franken 258.
— Frankenthaler 258.
— Fütterer 257.
— Furmint 257.
— Gänsefüssler 258.
— Grübler 258.
— Gutedel 259.
— — Früher 259.
— — Geschlitztblätteriger
— — Grüner 259.
— — Roter 259,
259.
— — Weisser 259,
— Häussler 259.
— Heunsch 258,
— Jakobitraube 259.
— Katzendreckler 258.
— Kläfner 259.
— — Blauer 259.
— — Grauer 259.
— — Roter 259.
— — Schwarzer 259.
— — Weisser 259.
— Kleinriesling 258.
— Kniperle 257.
— Krach-Gutedel 259.
— Kralovina 261.
— Kümmeltraube 258.
— Laurenzitraube 259.
— Limberger 258.
— Malvasier 260.
— Müllerrebe 259.
— Muskat 260.
— — Grüner 260.
— — Weisser 260.
— Muskateller 258.
— — Blauer 258.
|— — Gelber 258.
Weinrebe, MuskatellerGrüner | Weinrebe, Sylvaner Weisser
258.
— -- Roter 258.
— Österreicher 260.
— ÖOrtlieber 257.
— Perltraube 259.
— Petersilientraube 259.
— Pfefferl 258.
— Pommer 258.
— Portugieser 261.
-— — Blauer 261.
— — Roter 261.
— Portweintraube 261.
— Putzscheere 257.
— Rheinriesling 258.
— Riesling 258.
— Riesling, roter 258.
— Rohrtraube 259.
— Ruländer 259.
— Schönfeilner 260.
— Schwarzwelscher 258.
— Spanische Traube 259.
— Sylvaner 260.
— — Grüner 260.
Register.
260.
Weinrebe, Tokayer 257.
— Traminer 260.
— Trollinger 258.
— Urbantraube 260.
— Veltliner 260.
— Weissalbe 260.
— Welscher 259.
— — Blauer 259.
— — Früher 259.
— Wildwachsende 257.
Weinrosen 291.
Weinstock 256.
Weissdorn 111, 345.
Wicke 178, 376.
Wickengewächse 177.
Wiesenflachs 211.
Wiesenknopf 78, 340,
Wiggersia lathyroides Fl. d.
W, 181.
— sepium Fi. d. W. 182.
Wolfsbohne 132.
Wolfsmilch 223, 391.
397
Wolfsmilchgewächse 223.
Wundklee 135.
2.
Zeiland 292, 415.
Zimtrose 83.
Zinkkraut 366.
Zirmet 352.
Zipparte 7.
Zizyphus Tourn. 252, 255.
— Paliürus Willd. 255.
— vulgäris Lam. 256.
Zuckerahorn 249.
Zuckererbse 196.
Zuckerwurz 344, 444,
Zwergbuchs 219.
Zwergerbse 197.
Zwerg-Lein 215.
Zwergmispel 111, 118.
Zwergpetersilie 343.
Zwergweichsel 9.
Zwetsche 7.
Zygophylläceae 215.
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Subskriptionspreis pro Lieferung 1 Mk.
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland,
Österreich und der Schweiz.
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Band 5 bis 7 als besonderes Werk enthält:
Krypfogamen -Flora
Moose, Algen, Flechten und Pilze
(die Farne befinden sich in Band |)
herausgegeben von
Professor Dr. Walter Migula,
früher Karlsruhe in B., jetzt Eisenach,
SIT
Ca. 15000 Arten und ebensoviele Varietäten, in ca. 40—45 Lieferungen mit
ca. 90 Bogen Text und ca. 320 farbig und schwarzlithographierten Tafeln.
LILSTI
Die Kryptogamen wurde bereits nach der 3. Lieferung mit der Medaille
der Academie internationale de geographie botanique ausgezeichnet.
Gera, Reuss j. L. Friedrich von Zezschwitz,
Botanischer Verlag „Flora von Deutschland“
ww
Zur gefälligen Beachtung.
Es ist ein allgemeiner Wunsch geworden, die schon in über 5000 Exemplaren ver-
breitete und gegenwärtig in 2. Auflage erscheinende, so sehr beliebte Thome’sche Flora
von Deutschland, Osterreich und der Schweiz durch die „Kryptogamen“ zu ergänzen.
Da es keine mittlere Kryptogamenflora in möglichster Vollständigkeit mit genügend
und guten Abbildungen gibt, so wurde allen Wünschen dadurch entsprochen, indem Herr
Prof. Dr. Walter Migula die Bearbeitung des Textes und die Zeichnungen der Tafeln nach
frischen Originalen nicht nur übernommen hat, sondern auch beflissen ist, dieselbe in
glänzender Weise, zielbewusst durchzuführen.
Ich würde meine Zeitgenossen und den Gegenstand selbst herabzuwürdigen suchen,
wenn ich noch etwas über den Wert und das zu hoffende Interesse der
Neuen Kryptogamen-Flora
hinzufügen wollte. — Der Name des Herausgebers, welcher auf dem bakteriologischen
Gebiete und durch die allgemein anerkannte Mitbearbeitung der ersten grossen Kryptogamen-
flora genügend bekannt geworden ist, berechtigt allein schon zu Erwartungen, die imstande
sind, allen Freunden und Lehrern der Pflanzenkunde die interessante und genussreiche Aus-
sicht auf ein weitläufiges Feld von wunderbaren und seltsamen Schöpfungen der all-
ernährenden Mutter Erde zu eröffnen,
>
Wenn mir indes erlaubt sein mag, in merkantilischer Hinsicht noch etwas hinzufügen
zu dürfen, so glaube ich, dass es im Interesse aller Kreise sein wird, das Werk schon
während des Druckes in Umlauf zu bringen. Ich wählte deshalb den Weg der Subskription
in ca. 45 Lieferungen, welcher zur praktischen und allmählichen Vertiefung in das inter-
essante Studium am besten geeignet erscheint. Ca. alle 6 bis 8 Wochen wird eine Lieferung
ausgegeben,
Das Werk soll drei Bände oder sechs Halbbände stark werden, welche erst später
einzeln zu haben sind. Einzelne Lieferungen werden nicht abgegeben. Die Annahme der
ersten Lieferung verpflichtet zum Bezug des ganzen Werkes. — Titel, Vorwort und
Inhaltsverzeichnis folgen zum Schluss der Bände.
Einbanddecken in Hfz. a Mk. 1.20 können nach Vollendung der Bände bezogen werden.
Der niedrige $ubskriptionspreis von ı Mark pro Lieferung bietet wesentliche Vor-
teile, da das komplette Werk nach Abschluss im Preise erhöht werden
muss,
Der unterzeichnete Verlag überreicht die jeweilig erscheinenden Lieferungen mit
besonderer Freude und Interesse allen Freunden und Gönnern des weitverbreiteten trefilichen
Werkes mit dem Wunsche einer genussreichen Einführung in das Gebiet der Kryptogamen,
zur Förderung botanischer Wissenschaft. ı
Gera, Reuss j. L. Friedrich von Zezschwitz,
Botanischer Verlag „Flora von Deutschland“.
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in Wort und Bild,
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Beschrieben sind etwas über
Arten, Abarten und 1769 Pflanzen auf 616 Tafeln
hA0 Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
Vollständig in 56 Lieferungen & 2 Bogen Text ap II Tafeln @ 1.25 M.
oder nach Erscheinen. in 4 ER
Alle Rechte vorbehalten.
17 Regierungs - Empiehlungen.
Ausgezeichnet mit .der
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst,
Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893.
1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
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1° erste Auflage des sosehrbeliebten Werkes, von derFachpresse allgemein
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis,
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser-
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thome& durch-
gearbeitet.
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des
Werkes — die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Acad&mie inter-
nationale de g&ographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—IV von
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland
Oesterreich und der Schweiz,
vollständig in 56 Lieferungen mit je IT mustergültigen Farbendrucktafeln,
werde ich weiteren Kreisen durch eine
Lieferungs - Ausgabe
Alle 14 Tage
ein Heft mit ıı Tafeln und a Bogen Text zum Preise von ı.25 M.
zugängig machen, und verpflichtet die Abnahme der ersten Lieferung
zur Abnahme des ganzen Werkes.
Die Verlagsbuchhandlung
Gera, Reuss j. L. „Flora von Deutschland“
Friedrich von Zezschwitz.
Bitte besonders die Umschlagseiten 3 und 4 auch beachten zu wollen.
Dir. Prof. Dr. Thome&’s
Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz.
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Band V, VI und VII: Kryptogamen-Flora, Moose, Algen, Flechten und Pilze.
(die Farne befinden sich in Band I)
herausgegeben von Professor Dr. Walter Migula.
Ca. 15000 Arten und ebensoviele Varietäten, vollständig in drei
Bänden (V, VI und VII) oder ca. 40—45 Lieferungen mit ca. 90 Bogen Text und ca. 320 kolo-
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deutschem und lateinischem Text.
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Suecica, Neerlandica, British Pharmacopoeia, zum Codex medicamentarius, sowie zur Pharma-
copoeia of the United States of Amerika.
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Regierungs- - Empfehlungen.
Kgl. Kultusministerium in Stuttgart
laut folgendem Schreiben im Auszuge:
Die Ministerial- Abteilung hat mit regstem Interesse von dem Werke
Einsicht genommen und hat sich’ hierbei davon überzeugt, dass die Vor-
züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl-
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem trefflichen
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
gung erteilen.
Stuttgart, den ı7. April 1889.
Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Realschulen.
Rommel.
Grossh. Ministerium in Darmstadt.
Grossh. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
Herzogl. Staatsministerium in Meiningen.
Herzogl. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg,
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen.
Reichslande Elsass-Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern.
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin.
K. u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890.
Die verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thome&’s ‚Flora von Deutschland,
Oesterreich-Ungarn und der Schweiz‘ mit Erlass des Königl.. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 22. Dezember v. ]J.,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren-Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
(gez.) v. Velies.
Buchdruckerei Ramm & Seemann, Leipzig.
Preis ä Mk. 1.25.
« ‚Ba.3. Sp. Th. PR.33-64, PL.3%00,33 7.339 341,345-347
RL) Direktor Prof, Dr. Thome’s
5 Floravon Deutschland
Oesterreich und der Schweiz
in Wort und Bild.
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
Beschrieben sind etwas über
5 40 Arten, Abarten und 1769 Pflanzen auf 616 Tafeln
Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
Vollständig in 56 Lieferungen a 2 Bogen Text und 11 Tafeln & 1.25 M.
oder nach Erscheinen in 4 Bänden.
T Alle Rechte vorbehalten.
17 Regierungs - Empfehlungen.
Ausgezeichnet mit der
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst,
Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893.
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‚1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag‘ „Flora von - Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
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D‘ erste Auflage des sosehrbeliebten Werkes, von der Fachpresse allgemein 1
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis, 1
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser-
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um IE
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage ||
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere ||
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thome& durch-
gearbeitet.
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des
Werkes — die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
. Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Acad&mie inter-
nationale de g&ographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—IV von
Dir. Prof. Dr, Thome’s
Flora von Deutsche u
Oesterreich und der Schweiz,
vollständig in 56 Lieferungen mit je IT mustergültigen Farbendrucktafeln,
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laut folgendem Schreiben im Auszuge:
Die Ministerial- Abteilung hat mit regstem Interesse von dem Werke
Einsicht genommen und hat sich hierbei davon überzeugt, dass die Vor-
züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl-
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit |)
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem trefflichen ||
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-.
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
gung erteilen.
Stuttgart, den ı7. April 1889.
Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Realschulen,
Rommel.
Grossh. Ministerium in Darmstadt.
Grossh. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
Herzogl. Staatsministerium in Meiningen.
Herzogl. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg.
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen,
Reichslande Elsass-Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern.
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin.
K. u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890.
Die verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thome&’s „Flora von Deutschland,
Oesterreich-Ungarn und der Schweiz“ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 22. Dezember v. ]J.,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren-Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
(gez.) v. Velies.
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Buchdruckerei Ramm & Seemann, Leipzig. E
Lieferung Re Dr Preis a Mk. 1.25.
37% 277
Direktor Prof. Dr. Thome's
Floravon Deutschland
Oesterreich und der Schweiz
in Wort und Bild.
or A. Sh-Th.pps 6-16. pL 244,36°6-37% 362,368, 367,3
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
Beschrieben sind etwas über
Arten, Abarten und 1769 Pflanzen auf 616 Tafeln
540 Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
u NE EEE ee mg,
Vollständig in 56 Lieferungen a 2 Bogen Text und 11 Tafeln & 1.25 M.
oder nach Erscheinen in 4 Bänden.
Alle Rechte vorbehalten.
17 Regierungs - Empiehlungen.
Ausgezeichnet mit der
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst.
Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893. j
1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
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13° erste Auflage des sosehrbeliebten Werkes, von derFachpresseallgemein i
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis,
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser-
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage ||
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und
der Text bei Wahrung des ee Zweckes neu von Dr. Thom& durch-
gearbeitet.
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des
Werkes — die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren habeß,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Acad&mie inter-
nationale de g&ographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—IV von
Dir. Prof. Dr, Thome’s
Flora von Deutschland
Oesterreich und der Schweiz,
vollständig in 56 Lieferungen mit je IT mustergültigen Farbendrucktafeln,
werde ich weiteren Kreisen durch eine
Lieferungs - Ausgabe
Alle 14 Tage
ein Heft mit ıı Tafeln und 2 Bogemw Text zum Preise von 1.25 M.
zugängig machen, und verpflichtet die Abnahme der ersten Lieferung
zur Abnahme des ganzen Werkes.
Die Verlagsbuchhandlung
Gera, Reuss j-L. „Flora von Deutschland‘
Friedrich von Zezsch witz.
Bitte besonders die Umschlagseiten 3 und 4 auch beachten zu wollen.
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Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz.
Für alle Freunde der Pflanzenwelt.
Band V, VI und VII: Kryptogamen-Flora, Moose, Algen, Flechten und Pilze.
(die Farne befinden sich in Band I])
herausgegeben von Professor Dr. Walter Migula.
Ca. 15000 Arten und ebensoviele Varietäten, vollständig in drei
Bänden (V, VI und VII) oder ca. 40—45 Lieferungen mit ca. 90 Bogen Text und ca. 320 kolo-
rierten und schwarzlithographierten Tafeln.
Jede Lieferung 2 Bogen Text und 6—-8 Tafeln. Subskriptionspreis a 1.— Mk.
Richnbach, Hofrat Dr. H. 6. L. et fil. Prof. Dr. 6.
Icones Florae Germanicae et Helveticae
simul Pedemontanae, Istriacae, Dalmaticae, Hungaricae, Transylvanicae, Borussiecae,
Holsaticae, Belgicae, Hollandicae ergo mediae Europae etc.
Vol. I-XXIII 40%-Ausgabe mit ganzkolorierten Tafeln,
deutschem und lateinischem Text.
Im Erscheinen: Vol. XXIV, bearbeitet von Dr. Günther Ritter Beck von Mannagetta, Prag-
Köhlers Medizinalpflanzen.
Atlas zur Pharmacopoea Germanica, Austriaca, Belgica, Danica, Helvetica, Hungarica, Rossica,
Suecica, Neerlandica, British Pharmacopoeia, zum Codex medicamentarius, sowie zur Pharma-
copoeia of the United States .of Amerika. 3
Zwei starke Quartbände mit 203 feinen Farbentafeln und über 700 Seiten Text.
Subskriptionspreis:
brosch. 52 M., in 2 eleg. Halbjuchtenbänden solid gebunden 63 M.
—— Neue Erscheinung 1898/99 Band III.
Ergänzungsband. —
Subskriptionspreis: broschiert 20 M., gebunden in Original-Halbjuchten 25 M.
Mit 80 Tafeln und Text von Dr. M. Vogtherr und Dr. ©. Gürke in Berlin.
Komplett Band I-III gebunden 88 M.
Jubiläums-Ausgabe
der v. Schlechtendal-Hallier’schen
Flora von Deutschland etc.
1892. Einzige vollständige Flora
Mitteleuropas mit kolorierten Abbildungen,
enthaltend 8374 Textseiten u. 3368 Farben-
tafeln mit über 10000 Nebenfiguren.
31 Bände. Broschiert 233 M., in er
Halbiranzband gebunden 269.60 M.
Die Orchidaceen
Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und
der Schweiz.
Herausgegeben von Max Schulze,
Mit 93 farbigen Tafeln und einem Stahlstich-
Porträt von H. G. Reichenbach.
Lexikonformat.
Brosch. 6 M., Leinenband 7.50 M.
‘ Prof. Dr. H. Karsten’s
> Flora von Deutschland etc.
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Zweite vermehrte und verbesserte Auflage.
90 Bogen in Lex.-8°, mit Abbildungen von über 1300 Pflanzenarten in Holzschnitt.
Zwei Bände broschiert 20 M.,in Halbfranzbände gebunden 24 M,
Deutschlands
wichtigste Giftgewächse
in Wort und Bild
nebst einer Abhandlung über Pflanzengifte
für den Schulgebrauch und Selbstunterricht,
bearbeitet von Richard Schimpifky.
—— Bröschiert 2.25 M., gebunden 2.75 M. —
Prof. Dr. A. Hansen,
as Drogenkunde. so
Ein Leitfaden und Repetitorium für
Studium und Praxis.
Nur gebunden Mark 4.—.
Kürzestes und wichtigstes Drogenbuch zur Vor- '
bereitung für das pharmazeutische Staatsexamen.
Lützow, Die Laubmoose
Norddeutschlands.
Leichtfassliche Anleitung zum Erkennen und
Bestimmen der inNorddeutschland wachsenden
| Laubmoose.
220 Seiten Text, 127 Abbildungen.
Brosch. 3 M., geb. 4 M.
Unsere Heilpflanzen
| in Wort und Bild für jedermann.
Ihr Nutzen und ihre Anwendung in Haus und
Familie, mit schlichtem Text, aber auf wissen-
| schaftlichen Grundlagen beruhend,
| von R. Schimpiky, Lehrer.
‘ .. 140 naturgetreue Pflanzentafeln in 17 Liefe-
| rungen & 50 Pi.
Band TI eleg. gebunden 6.50 M,
II 3.50 „
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Regierungs - Empfehlungen.
laut folgendem Schreiben im Auszuge:
Die Ministerial- Abteilung hat mit regstem Interesse von dem Werke ||
Einsicht genommen und hat sich hierbei davon überzeugt, dass die Vor-
züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl-
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem trefflichen
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
gung erteilen.
Stuttgart, den ı7. April 1889.
Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Realschulen.
Rommel.
Grossh. Ministerium in Darmstadt.
Grossh. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
Herzogl. Staatsministerium in Meiningen,
Herzogl. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg.
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen.
Reichslande Elsass- -Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern,
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin,
K. u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890.
Die verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thome' s „Flora von Deutschland,
Oesterreich - Ungarn und der Schweiz“ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterrichtt vom .22. Dezember v. ]J,.,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren-Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
EEE v. Velies.
1
Buchdruckerei Ramm & Seemann, a
Preis a Mk. 1.25.
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Direktor Prof. Dr. Thome’ 834 00,418,
19-4 21, 426
Flora von deutschland
Oesterreich und der Schweiz
in Wort und Bild.
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
Beschrieben sind etwas über
Arten, Abarten und 169 Pflanzen auf 616 Tafeln
5400 Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
Vollständig in 56 Lieferungen a 2 Bogen Text und ı1 Tafeln & 1.25 M.
oder nach Erscheinen in 4 Bänden.
Alle Rechte vorbehalten.
17 Regierungs - Empiehlungen. 4
Ausgezeichnet mit der
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst.
Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
| ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893. |
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1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag: „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
ID) erste Auflage des sosehrbeliebten Werkes, von der Fachpresse allgemein.
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis,
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in. und ausser-
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des.
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und E
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thome durch-
gearbeitet.
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung. des
Werkes — die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
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sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die ||
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Academie inter-
nationale de geographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band IEIN von
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland
Oesterreich und der Schweiz,
vollständig in 56 Lieferungen mil je IT mustergültigen Farbendrucktafeln,
werde ich weiteren Kreisen durch eine
Lieferungs - Ausgabe
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ein Heft mit ıı Tafeln und 2 Bogen Text zum Preise von 1.25 M.
zugängig machen, und verpflichtet die Abnahme der ersten Lieferung
zur Abnahme des ganzen Werkes.
Die Verlagsbuchhandlung
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Friedrich von Zezschwitz,
Bitte besonders die: Umschlagseiten 3 und 4 auch beachten zu wollen.
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Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz.
Für alle Freunde der Pflanzenwelt.
Band V, VI und VII: Kryptogamen-Flora, Moose, Algen, Flechten und Pilze.
(die Farne befinden sich in Band I)
herausgegeben von Professor Dr. Walter Migula.
Ca. 15000 Arten und ebensoviele Varietäten, vollständig in drei
Bänden (V, VI und VII) oder ca. 40—45 Lieferungen mit ca. 90 Bogen Text und ca. 320 kolo-
rierten und schwarzlithographierten Tafeln.
Jede Lieferung 2 Bogen Text und 6-8 Tafeln. Subskriptionspreis a1.— Mk.
Richnbach, Hofrat Dr. H. 6. L. et fil. Prof. Dr. 6.
Icones Florae Germanicae et Helveticae
simul Pedemontanae, Istriacae, Dalmaticae, Hungaricae, Transylvanicae, Borussicae,
Holsaticae, Belgicae, Hollandicae ergo mediae Europae ete.
Vol. I-XXIII 40%-Ausgabe mit ganzkolorierten Tafeln,
deutschem und lateinischem Text.
Im Erscheinen: Vol. XXIV, bearbeitet von Dr. Günther Ritter Beck von Mannagetta, Prag-
Köhlers Medizinalpflanzen.
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Suecica, Neerlandica, British Pharmacopoeia, zum Codex medieamentarius, sowie zur Pharma-
copoeia of the United States of Amerika.
Zwei starke Quartbände mit 203 feinen Farbentafeln und über 700 Seiten Text.
Subskriptionspreis: brosch. 52 M., in 2 eleg. Halbjuchtenbänden solid gebunden 63 M.
—— Neue Erscheinung 1898/99 Band III. Ergänzungsband. —
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Mit 80 Tafeln und Text von Dr. M. Vogtherr und Dr. ©. Gürke in Berlin.
Komplett Band I-III gebunden 88 M.
Jubiläums-Ausgabe Die Orchidaceen
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Flora von Deutschland etc. der Schweiz,
1892. Einzige vollständige Flora Herausgegeben von Max Schulze.
Be ee che Mit 93 farbigen Tafeln und einem Stahlstich-
tafeln mit über 10000 Nebenfiguren. Porträt von H. G. Reichenbach.
31 Bände. Broschiert 233 M., in Original- Lexikonformat.
Halbfranzband gebunden 269.60 M. Brosch. 6 M., Leinenband 7.50 M.
- Prof. Dr. H. Karsten’s
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Zweite vermehrte und verbesserte Auflage.
90 Bogen in Lex.-8', mit Abbildungen von über 1300 Pflanzenarten in Holzschnitt.
Zwei Bände broschiert 20 M., in Halbfranzbände gebunden 24 M.
Deutschlands Lützow, Die Laubmoose
wichtigste Giftgewächse Norddeutschlands.
in Wort und Bild Leichtfassliche Anleitung zum Erkennen und
nebst einer Abhandlung über Pflanzengifte Bestimmen der a tmehländ wachsenden
= aubmoose.
für den Schulgebrauch und Selbstunterricht,
bearbeitet von Richard Schimpiky.
—— Broschiert 2.25 M., gebunden 2,75 M. —
220 Seiten Text, 127 Abbildungen.
Brosch. 5 M., geb. 4 M.
Prof. Dr. A. Hansen, Unsere Heilpilanzen
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Nur gebunden Mark 4.—. Yuligen-a 50 Pf.
Kürzestes und wichtigstes Drogenbuch zur Vor- Band I eleg. gebunden 6.50 M.
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Kgl. Kultusministerium in Stuttgart
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Einsicht genommen und hat sich hierbei davon überzeugt, dass die Vor-
züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein - k
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl-
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit |
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem trefflichen
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
gung erteilen.
Stuttgart, den ı7. April 1889.
Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Realschulen.
Rommel.
Grossh. Ministerium in Darmstadt.
Grossh. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
Herzogl. Staatsministerium in Meiningen.
Herzogl. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg.
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen.
Reichslande Elsass-Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern,
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin,
K. u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890.
Die verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thome's „Flora von Deutschland,
Oesterreich-Ungarn und der Schweiz“ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 22. Dezember v. ]J.,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren -Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
(gez.) v. Velies.
Buchdruckerei Ramm & Seemann, Leipzig.
. Lieferung 35. Preis ä Mk. 1.25
Be. ‚Th: / =] 5 352% iR KY} 7 gl, vw), 8. IX“
3, SP-Th- pp: I46=176. pl, 332,836 357, ‚355,261,364.4729
Direktor Prof, Dr. Thomes
Oravon Deutschland
Oesterreich und der Schweiz
in Wort und Bild.
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
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| Beschrieben sind etwas über
Arten, Abarten und 169 Pflanzen auf 616 Tafeln
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Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
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der einzigen für die Fachliteratur daselbst.
Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893.
1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag, „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
D° erste Auflage dessosehrbeliebten Werkes, von derFachpresseallgemein ||
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis,
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser-
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Naturin den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thome durch-
gearbeitet.
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des
Werkes — die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Acad&mie inter-
nationale de g&ographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—IV von
Dir. Prof. Dr, Thome’s
Flora von Deutschland
Oesterreich und der Schweiz,
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1892. Einzige vollständige Flora
Mitteleuropas mit kolorierten Abbildungen,
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31 Bände. Broschiert 233 M., in Orlginal- Lexikonformat.
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bearbeitet von Richard Schimpfky.
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Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen,
Reichslande Elsass- Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern,
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von ‘Pommern in Stettin,
K. u, K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890.
Die verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thome s „Flora von Deutschland,
Oesterreich - Ungarn und der Schweiz“ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 22. Dezember v. J.,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren-Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
(gez.) v. Velies.
Buchdruckerei Ramm & Seemann, Leipzig.
Lieferung BE - LEE Preis ä Mk. 1.25.
BL Sk. Th. PP: ITT=%0 8. ByaL, 3%0,35%7-369, 364, Ku ar1,3% A
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Direktor Prof. Dr. Thome'’s:'. =
Floravon Deutschland
Oesterreich und der Schweiz
in Wort und Bild.
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
Beschrieben sind etwas über
Arten, Abarten und 169 Pflanzen auf 616 Tafeln
5400 Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
Vollständig in 56 Lieferungen.a 2 Bogen Text und 11 Tafeln & 1.25 M.
oder nach Erscheinen in 4 Bänden.
Alle Rechte vorbehalten.
Be}
17 Regierungs - Empfehlungen.
Ausgezeichnet mit der
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst,
Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893.
1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss rt:
D)° erste Auflage des sosehrbeliebten Werkes, von derFachpresseallgemein |
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis, ||
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser-
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage ||
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweit g und Vervollständigung des:
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thom& durch-
gearbeitet.
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des
Werkes— die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Acade&mie inter-
nationale de g&ographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—IV von
Dir. Prof. Dr, Thome’s
Flora von Deutschland
Oesterreich und der Schweiz,
vollständig in 56 Lieferungen mit je II mustergültigen Farbendrucktafeln,
werde ich weiteren Kreisen durch eine
Lieferungs - Ausgabe
Alle 14 Tage
ein Heft mit ır Tafeln und a Bogen Text zum Preise von 1.25 M.
zugängig machen, und verpflichtet die Abnahme der ersten Lieferung
zur Abnahme des ganzen Werkes.
Die Verlagsbuchhandlung
Gera, Reuss j. L. „Flora von Deutschland“
Friedrich von Zezschwitz.
Bitte besonders die Umschlagseiten 3 und 4 auch beachten zu wollen.
Dir. De Bor Danone ar ae Dr. Thome’s
Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz.
Für alle wesnnee der Pflanzenwelt.
Band V, VI und VII: Kryptogamen-Flora, Moose, Algen, Flechten und Pilze.
(die Farne befinden sich in Band I)
herausgegeben von Professor Dr. Walter Migula.
Ca. 15000 Arten und ebensoviele Varietäten, vollständig in drei
Bänden (V, VI und VII) oder ca. 40—45 Lieferungen mit ca. 90 Bogen Text und ca. 320 kolo-
rierten und schwarzlithographierten Tafeln.
Jede Lieferung 2 Bogen Text und 6—8 Tafeln. Subskriptionspreis a 1.— Mk.
Richnbach, HofratDr. H. 6. L. et fil. Prof. Dr. 6.
Icones Florae Germanicae et Helveticae
simul Pedemontanae, Istriacae, Dalmaticae, Hungaricae, Transylvanicae, Borussicae,
Holsaticae, Belgicae, Hollandicae ergo mediae Europae etc.
Vol. I-XXIII 4%-Ausgabe mit ganzkolorierten Tafeln,
deutschem und lateinischem Text.
Im Erscheinen: Vol. XXIV, bearbeitet von Dr. Günther Ritter Beck von Mannagetta, Prag-
Köhlers Medizinalpflanzen.
Atlas zur Pharmacopoea Germanica, Austriaca, Belgica, Danica, Helvetica, Hungarica, Rossica,
Suecica, Neerlandica, British Pharmacopoeia, zum Codex medicamentarius, sowie zur Pharma-
copoeia of the United States of Amerika.
Zwei starke Quartbände mit 203 feinen Farbentafeln und über 700 Seiten Text.
Subskriptionspreis: brosch. 52 M., in 2 eleg. Halbjuchtenbänden solid gebunden 63 M.
—— Neue Erscheinung 1898/99 Band III. Ergänzungsband. —
Subskriptionspreis: broschiert 20 M., gebunden in Original-Halbjuchten 25 M.
Mit 80 Tafeln ‘und Text vonfjDr. M. Vogtherr und Dr. C. Gürke in Berlin.
Komplett Band I-III gebunden 88 M.
Jubiläums-Ausgabe
der v. Schlechtendal-Hallier’schen
Flora von Deutschland etc.
1892. Einzige vollständige Flora
Mitteleuropas mit kolorierten Abbildungen,
enthaltend 8374 Textseiten u. 3368 Farben-
tafeln mit über 10000 Nebenfiguren.
31 Bände. Broschiert 233 M., in Ori
Halbfranzband gebunden 269.60
27
Die Orchidaceen
Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und
der Schweiz.
Herausgegeben von Max Schulze.
Mit 93 farbigen Tafeln und einem Stahlstich-
Porträt von H. G. Reichenbach.
Lexikonformat.
Brosch. 6 M., Leinenband 7.50 M.
Prof. Dr. H. Karsten’s
== Flora von Deutschland etc. —
Zweite vermehrte und verbesserte Auflage.
90 Bogen in Lex.-8°, mit Abbildungen von über 1300 Pflanzenarten in Holzschnitt.
Zwei Bände broschiert 20 M., in Halbfranzbände gebunden 24 M.,
Deutschlands
wichtigste Giftgewächse
in Wort und Bild
nebst einer Abhandlung über Pflanzengifte
für den Schulgebrauch und Selbstunterricht,
bearbeitet von Richard Schimpfky.
—— Broschiert 2.25 M., gebunden 2.75 M. —
Prof. Dr. A. Hansen,
as Drogenkunde. ss
Ein Leitfaden und Repetitorium für
Studium und Praxis.
Nur gebunden Mark 4.—
Kürzestes und wichtigstes Drogenbuch zur Vor-
bereitung für das pharmazeutische Staatsexamen.
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Lützow, Die Laubmoose
Norddeufschlands.
Leichtfassliche Anleitung zum Erkennen und
Bestimmen der in Norddeutschland wachsenden
Laubmoose.
220 Seiten Text, 127 Abbildungen.
Brosch. 3 M., geb. 4 M.
Unsere Heilpflanzen
in Wort und Bild für jedermann.
Ihr Nutzen und ihre Anwendung in Haus und
Familie, mit schlichtem Text, aber auf wissen-
schaftlichen Grundlagen beruhend,
von R, Schimpfky, Lehrer.
140 naturgetreue Pflanzentafeln in 17 Liefe-
rungen & 50 Pf.
Band er ae eleg. gebunden 6.50 M.
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Kgl. Kultusministerium in Stuttgart
laut folgendem Schreiben im Auszuge:
Die Ministerial- Abteilung hat mit regstem Interesse von dem Werke
Einsicht genommen und hat sich hierbei davon überzeugt, dass die Vor-
züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein |
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl- |
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem trefflichen
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
‘
gung erteilen. -
Stuttgart, den ı7. April 1889.
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Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Realschulen
Rommel.
Grossh. Ministerium in Darmstadt.
Grossh. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
Herzog]. Staatsministerium in Meiningen.
Herzogl. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg.
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen.
Reichslande Elsass- Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern,
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin,
K. u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar ı890.
Die verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thome' s „Flora von Deutschland,
Oesterreich-Ungarn und der Schweiz‘ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterrichit vom 22. Dezember v. ]J.,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren=Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs.
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
(gez.) v. Velies.
Buchäruckerei Ramm RER TREE FEN Seemann, Leipzig.
| _ Lieferun $ B) )
Bd 3. Sp. Th.pp. 709-240. 4. 390,992,313378396,40
406, 402,410, 4127
u Direktor Prof. Dr. Thomes + RG
f Floravondeutschland
Oesterreich und der Schweiz
in Wort und Bild.
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
Beschrieben sind etwas über
5 A00 Arten, Abarten und 169 Pflanzen auf 616 Tafeln
Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
Vollständig in 56 Lieferungen a 2 Bogen Text und ıı Tafeln @ 1.25 M.
oder nach Erscheinen in 4 Bänden.
Alle Rechte vorbehalten.
| 17 Regierungs - Empfehlungen.
Ausgezeichnet mit der
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst,
Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893.
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1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
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| F3: ersteAuflage des sosehrbeliebten Werkes, von derFachpresseallgemein |
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis,
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser-
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thome& durch-
| gearbeitet.
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des
Werkes — die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
| Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Acade&mie wer
nationale de g&ographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—IV von
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland
Oesterreich und der Schweiz,
vollständig in 56 Lieferungen mi je IT mustergültigen Farbendrucktafeln,
werde ich weiteren Kreisen durch eine
Lieferungs - Ausgabe
Alle 14 Tage
ein Heft mit ır Tafeln und 2 Bogen Text zum Preise von ı.25 M.
zugängig machen, und verpflichtet die Abnahme der ersten Lieferung
zur Abnahme des ganzen Werkes.
Die Verlagsbuchhandlung
Gera, Reuss j. L. „Flora von Deutschland“
Friedrich von Zezschwitz.
Bitte besonders die Umschlagseiten 3 und 4 auch beachten zu wollen.
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz.
Für alle Freunde der Pflanzenwelt.
Band V, VI und VII: Kryptogamen-Flora, Moose, Algen, Flechten und Pilze.
(die Farne befinden sich in Band I)
herausgegeben von Professor Dr. Walter Migule.
Ca. 15000 Arten und ebensoviele Varietäten, vollständig in drei
Bänden (V, VI und VII) oder ca. 40—45 Lieferungen mit ca. 90 Bogen Text und ca. 320 kolo-
rierten und schwarzlithographierten Tafeln.
Jede Lieferung 2 Bogen Text und 6—8 Tafeln. Subskriptionspreis a 1.— Mk.
Richnbach, Hofrat Dr. H. 6. L. et fil. Prof. Dr. G.
Icones Florae Germanicae et Helveticae
simul Pedemontanae, Istriacae, Dalmaticae, Hungaricae, Transylvanicae, Borussicae,
Holsaticae, Belgicae, Hollandicae ergo mediae Europae etc.
Vol. I-XXIII 4%-Ausgabe mit ganzkolorierten Tafeln,
deutschem und lateinischem Text.
Im Erscheinen: Vol. XXIV, bearbeitet von Dr. Günther Ritter Beck von Mannagetta, Prag-
Köhlers Medizinalpflanzen.
Atlas zur Pharmacopoea Germanica, Austriaca, Belgica, Danica, Helvetica, Hungarica, Rossica,
Suecica, Neerlandica, British Pharmacopoeia, zum Codex medicamentarius, sowie zur Pharma-
copoeia of the United States of Amerika.
Zwei starke Quartbände mit 203 feinen Farbentafeln und über 700 Seiten Text.
Subskriptionspreis: brosch. 52 M., in 2 eleg. Halbjuchtenbänden solid gebunden 63 M..
—— Neue Erscheinung 1898/99 Band III. Ergänzungsband. —
Subskriptionspreis: broschiert 20 M., gebunden in Original-Halbjuchten 25 M.
Mit 80 Tafeln und Text von Dr. M. Vogtherr und Dr. ©. Gürke in Berlin.
Komplett Band I-UOI gebunden 88 M.
Jubiläums-Ausgabe |
der v. Schlechtendal-Hallier’schen |
|
Flora von Deutschland etc.
1892. Einzige vollständige Flora
Mitteleuropas mit kolorierten Abbildungen,
enthaltend 8374 Textseiten u. 3368 Farben-
tafeln mit über 10000 Nebenfiguren.
31 Bände. Broschiert 233 M., in Original-
Halbfranzband gebunden 269.60 M.
Prof. Dr. H. Karsten’s
> Flora von Deutschland etc.
Zweite vermehrte und verbesserte Auflage.
90 Bogen in Lex.-8°, mit Abbildungen von über 1300 Pflanzenarten in Holzschnitt.
Zwei Bände broschiert 20 M., in Halbfranzbände gebunden 24 M.
Deutschlands _|Lützow, Die Laubmoose
wichtigste Giftgewächse Norddeutschlands.
Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und
der Schweiz.
Herausgegeben von Max Schulze.
Mit. 93 farbigen Tafeln und einem Stahlstich-
Porträt von H: G. Reichenbach.
Lexikonformat.
Brosch. 6 M., Leinenband 7.50 M.
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Die Orchidaceen
in Wort und Bild
nebst einer Abhandlung über Pflanzengifte
für den Schulgebrauch und Selbstunterricht,
bearbeitet von Richard Schimpfky.
—— Broschiert 2.25 M., gebunden 2.75 M. —
Prof. Dr. A. Hansen, -
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Ein Leitfaden und Repetitorium für
Studium und Praxis.
Nur gebunden Mark 4.—.
Kürzestes und wichtigstes Drogenbuch zur Vor-
bereitung für das pharmazeutische Staatsexamen.
Leichtfassliche Anleitung zum Erkennen und
Bestimmen der inNorddeutschland wachsenden
Laubmoose.
220 Seiten Text, 127 Abbildungen.
Brosch. 3 M., geb. 4 M.
' Unsere Heilpilanzen
in Wort und Bild für jedermann.
Ihr Nutzen und ihre Anwendung in Haus und
Familie, mit schlichtem Text, aber auf wissen-
schaftlichen Grundlagen beruhend,
von R. Schimpfky, Lehrer.
140 naturgetreue Pflanzentafeln in 17 Liefe-
rungen & 50 Pf.
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Kgl. Kultusministerium in Stuttgart
laut folgendem” Schreiben im Auszuge:
züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl-
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem trefflichen
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
gung erteilen. |
Stuttgart, den ı7. April 1889.
Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Realschulen.
Rommel.
Grossh. Ministerium in Darmstadt.
Grossh. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
Herzogl. Staatsministerium in Meiningen.
Herzog]. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg.
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen,
Reichslande Elsass-Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern,
Senat der Freien Stadt Bremen.
| Regierungs- - - Empfehlungen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin,
K. u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890.
Die verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thome&'s „Flora von Deutschland,
Oesterreich-Ungarn und der Schweiz“ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 22. Dezember v. ],,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren-Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
(gez.) v. Velies.
Buchdruckerei Ramm & Seemann, Leipzig.
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
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Die Ministerial- Abteilung hat mit regstem Interesse von dem Werke |
Einsicht genommen und hat sich hierbei davon überzeugt, dass die Vor-
Lieferung 4) | Preis a Mk. 1.25.
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an IC „4% 49%,417
ER Direktor Prof, Dr. Thome’s
y Floravondentschland
Oesterreich und der Schweiz
in Wort und Bild.
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
Beschrieben sind etwas über
5 40 Arten, Abarten und 169 Pflanzen auf 616 Tafeln
Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
Vollständig in 56 Lieferungen a 2 Bogen Text und 11 Tafeln @ 1.25 M.
oder nach Erscheinen in 4 Bänden.
Alle Rechte vorbehalten.
17 Regierungs - Empiehlungen.
Ausgezeichnet mit der
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst.
Vom “sr Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893.
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1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag: „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
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anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis, |
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser-
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden _
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thom& durch-
gearbeitet.
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des
Werkes — die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Acad&mie inter-
nationale de g&ographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—IV von
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Flora von Deutschland
Oesterreich und der Schweiz,
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vollständig in 56 Lieferungen mit je IT mustergültigen Farbendrucklafeln,
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ein Heft mit ıı Tafeln und 2 Bogen Text zum Preise von ı.25 M.
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Friedrich von Zezschwitz.
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Dir. Pröf. Dr. Thome’s
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Icones Florae Germanicae et Helveticae
simul Pedemontanae, Istriacae, Dalmaticae, Hungaricae, Transylvanicae, Borussicae,
Holsaticae, Belgicae, Hollandicae ergo mediae Europae._etc.
- Vol. I-XXIII 4%-Ausgabe mit ganzkolorierten Tafeln,
— deutschem und lateinischem Text.
Im Erscheinen: Vol. XXIV, bearbeitet von Dr. Günther Ritter Beck von Mannagetta, Prag-
Köhlers Medizinalpflanzen.
Atlas zur Pharmacopoea Germanica, Austriaca, Belgica, Danica, Helvetica, Hungarica, Rossica,
Suecica, Neerlandica, British Pharmacopoeia, zum Oodex medicamentarius, sowie zur Pharma-
copoeia of the United States of Amerika.
Zwei starke Quartbände mit 203 feinen Farbentafeln und über 700 Seiten Text.
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Komplett Band I-III gebunden 88 M.
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Jubiläums-Ausgabe
der v. Schlechtendal-Hallier’schen
Flora von Deutschland etc.
1892. Einzige vollständige Flora
Mitteleuropas mit kolorierten Abbildungen,
enthaltend 8374 Textseiten u. 3368 Farben-
tafeln mit über 10000 N u or
31 Bände. Broschiert 233 M., in Ori ist
Halbfranzband gebunden 269.60
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Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und
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Herausgegeben von Max Schulze.
Mit 93 farbigen Tafeln und einem Stahlstich-
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140 naturgetreue Pflanzentafeln in 17 Liefe-
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züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl-
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem trefflichen
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
gung erteilen.
Stuttgart, den ı7. April 1389.
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Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Realschulen.
Rommel.
Grossh. Ministerium in Darmstadt.
Grossh.. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
Herzogl. Staatsministerium in Meiningen.
Herzogl. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg.
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen,
Reichslande Elsass-Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern.
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin,
K. u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890.
Die verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thom&'s „Flora von Deutschland,
Oesterreich- Ungarn und der Schweiz“ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterrichtt vom 22. Dezember v. ].,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren-Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
(gez.) v. Velies.
Buchdruckerei Ramm & Seemann, Leipzig.
Lieferung 4 SE Preis a Mk. 1.25.
Bol.3, Sp. Th. pp. 373-320. ya, Jar 425 429, 435
=” Direktor Prof. Dr. Thome's RR
Floravon deutschland |
Oesterreich und der Schweiz
| in Wort und Bild.
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
Beschrieben sind etwas über
Arten, Abarten und 1769 Pflanzen auf 616 Tafeln
h40 Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
Vollständig in 56 Lieferungen a 2 Bogen Text und 11 Tafeln &. 1.25 M.
oder nach Erscheinen in 4 Bänden.
Alle Rechte vorbehalten.
17 Regierungs - Empfehlungen. _
Ausgezeichnet mit der h)
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst.
Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893.
1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
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BJ: erste Auflage des sosehrbeliebten Werkes, von der Fachpresse allgemein
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis, |
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser- ||
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des ||
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und ||
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thome durch- |
gearbeitet. | :
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des ||
Werkes — die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die I
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula, _
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Acad&mie inter-
nationale de g&ographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—IV von
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschlan
Oesterreich und der Schweiz, |
vollständig in 56 Lieferungen mit je II mustergültigen Farbendrucklafeln,
werde ich weiteren Kreisen durch eine
Lieferungs - Ausgabe
Alle 14 Tage
ein Heft mit ıı Tafeln und 2 Bogen Text zum Preise von 1.25 M.
zugängig machen, und verpflichtet die Abnahme der ersten Lieferung
zur Abnahme des ganzen Werkes.
Die Verlagsbuchhandlung
Gera, Reuss j. L. „Flora von Deutschland“
Friedrich von Zezschwitz.
Bitte besonders die Umschlagseiten 3 und 4 auch beachten zu wollen.
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Für alle Freunde der Pflanzenwelt.
Band V, VI und VII: Kryptogamen-Flora, Moose, Algen, Flechten und Pilze.
(die Farne befinden sich in Band I) ‘
herausgegeben von Professor Dr. Walter Migule.
Ca. 15000 Arten und ebensoviele Varietäten, vollständig in drei
Bänden (V, VI und VII) oder ca. 40—45 Lieferungen mit ca. 90 Bogen Text und ca. 320 kolo-
rierten und schwarzlithographierten Tafeln.
Jede Lieferung 2 Bogen Text und 6—8 Tafeln. Subskriptionspreis a 1.— Mk.
Richnbach, Hofrat Dr. H. G. L. et fil. Prof. Dr. G.
Icones Florae Germanicae et Helveticae
simul Pedemontanae, Istriacae, Dalmaticae, Hungaricae, Transylvanicae, Borussicae,
Holsaticae, Belgicae, Hollandieae &rgo mediae Europae etc.
Vol. I-XXIII 4%-Ausgabe mit ganzkolorierten Tafeln,
deutschem und lateinischem Text.
Im Erscheinen: Vol. XXIV, bearbeitet von Dr. Günther Ritter Beck von Mannagetta, Prag-
Köhlers Medizinalpflanzen.
Atlas zur Pharmacopoea Germanica, Austriaca, Belgica, Danica, Helvetica, Hungarica, Rossica,
Sueeica, Neerlandica, British Pharmacopoeia, zum Codex medicamentarius, sowie zur Pharma-
copoeia of the United States of Amerika.
Zwei starke Quartbände mit 203 feinen Farbentafeln und über 700 Seiten Text.
Subskriptionspreis: brosch. 52 M., in 2 eleg. Halbjuchtenbänden solid gebunden 63 M.
—— Neue Erscheinung 1898/99 Band III. Ergänzungsband.
Subskriptionspreis: broschiert 20 M., gebunden in Original-Halbjuchten 25 M.
Mit 80 Tafeln und Text von Dr. M. Vogtherr und Dr. ©. Gürke in Berlin.
Komplett Band I-III gebunden 88 M.
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Flora von Deutschland etc. der Schweiz.
1892. Einzige vollständige Flora
Mitteleuropas mit kolorierten Abbildungen, Herausgepeben "On Mar Schuler,
enthaltend 8374 Textseiten u. 3368 Farben- | Mit 93 farbigen Tafeln und einem Stahlstich-
tafeln mit über 10000 Nebenfiguren. Porträt von H. G. Reichenbach.
31 Bände. Broschiert 233 M., in Original- Lexikonformat.
Halbfranzband gebunden 269.60 M. Brosch. 6 M., Leinenband 7.50 M.
"Prof. Dr. H. Karsten’s
= Flora von Deutschland etc. =
Zweite vermehrte und verbesserte Auflage.
90 Bogen in Lex.-8°%, mit Abbildungen von über 1300 Pflanzenarten in Holzschnitt.
Zwei Bände broschiert 20 M., in Halbfranzbände gebunden 24 M.
Deutschlands . | Lützow, Die Laubmoose
wichtigste Giftgewächse Norddeutschlands.
in Wort und Bild Leichtfassliche- Anleitung zum Erkennen und
nebst einer Abhandlung über Pflanzengifte Bestimmen der in Norddeutschland wachsenden
für den Schulgebrauch und Selbstunterricht, Laubmoose.
bearbeitet von Richard Schimpfky. 220 Seiten Text, 127 Abbildungen.
—— Broschiert 2.25 M., gebunden 2.75 M. — Brosch. 3 M., geb. 4 M.
RrOB Br De ANEAN, Unsere Heilpflanzen
RS Drogenkunde. 2 or in Wort und Bild für jedermann.
Ihr Nutzen und ihre Anwendung in Haus und
Ein Leitfaden und Repetitorium für Familie, mit schlichtem Text, aber auf wissen-
Studium und Praxis schaftlichen Grundlagen beruhend,
} . von R. Schimpiky, Lehrer.
Nur gebunden Mark 4.-. 140 naturgetreue Pflanzentafeln in 17 Liefe-
“ « rungen A 50 Pf.
Kürzestes und wichtigstes Drogenbuch zur Vor- Band I eleg, gebunden 6.50 M.
bereitung für das pharmazeutische Staatsexanıen. IE 9, nF 3.50 „
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz.
|
Jubiläums-Ausgabe Die Orchidaceen
Regierungs z Empfehlungen.
Kgl. Kultusministerium in Stuttgart
laut folgendem Schreiben im Auszuge:
Die Ministerial- Abteilung hat mit regstem.Interesse von dem Werke
Einsicht genommen und hat sich hierbei davon überzeugt, dass die Vor-
züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl-
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem trefflichen
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
gung erteilen.
Stuttgart, den ı7. April 1889.
Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Rezlecbiien
Rommel.
Grossh, Ministerium in Darmstadt.
Grossh. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
Herzog]. Staatsministerium in Meiningen.
Herzogl. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg.
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen,
Reichslande Elsass-Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern.
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin,
K, u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890.
Die 'verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thom&’s „Flora von Deutschland,
Oesterreich-Ungarn und der Schweiz‘ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 22. Dezember v. ],.,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren-Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
(gez.) v. Velies.
Buchdruckerei Ramm & Seemann, Leipzig.
Lieferung AN TR Ss / Preis a Mk. 1.25.
2 Pe PTR. pop: auı 368, ph 27-489, 440-447
EV Direktor Prof, Dr. Thome's
Flora von deutschland
Oesterreich und der Schweiz
in Wort und Bild.
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
Beschrieben sind etwas über
5 40 Arten, Abarten und 1769 Pflanzen auf 616 Tafeln
Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
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Vollständig in 56 Lieferungen a 2 Bogen Text und ı1 Tafeln @ 1.25 M.
17 Regierungs - Empiehlungen.
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Ausgezeichnet mit der
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst.
Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893.
1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
oder nach Erscheinen in 4 Bänden.
Alle Rechte vorbehalten.
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By erste Auflage des sosehrbeliebten Werkes, von derFachpresseallgemein ||
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis, ||
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser- 4
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um |“
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des
Textes. «Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und 2
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thome& durch- ;
| gearbeitet.
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des
Werkes — die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Academie inter-
nationale de g&eographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—-IV von
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland
Oesterreich und der Schweiz,
vollständig in 56 Lieferungen mit je 1 mustergültigen Farbendrucktafeln,
werde ich weiteren Kreisen durch eine
'Lieferungs i Ausgabe
Alle 14 Tage
ein Heft mit ıı Tafeln und 2 Bogen Text zum Preise von ı.25 M.
zugängig machen, und verpflichtet die Abnahme der ersten Lieferung -
zur Abnahme des ganzen Werkes.
Die Verlagsbuchhandlung
Gera, Reuss j.L. „Flora von Deutschland‘
Friedrich von Zezschwitz.
Bitte besonders die Umschlagseiten 3 und 4 auch beachten zu wollen.
—|
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz.
Für alle Freunde der Pflanzenwelt.
Band V, VI und VII: Kryptogamen-Flora, Moose, Algen, Flechten und Pilze.
(die Farne befinden sich in Band I)
herausgegeben von Professor Dr. Walter Migula.
Ca. 15000 Arten und ebensoviele Varietäten, vollständig in drei
Bänden (V, VI und VII) oder ca: 40—45 Lieferungen mit ca. 90 Bogen Text und ca. 320 kolo-
rierten und schwarzlithographierten Tafeln.
Jede Lieferung 2 Bogen Text und 6—8 Tafeln. Subskriptionspreis a 1.— Mk.
Richnbach, Hofrat Dr. H. @. L. et fiil. Prof. Dr. 6.
Icones Florae Germanicae et Helveticae
simul Pedemontanae, Istriacae, Dalmaticae, Hungaricae, Transylvanicae, Borussicae,
Holsaticae, Belgicae, Hollandicae ergo mediae Europae etc.
Vol. I-XXIII 4%-Ausgabe mit ganzkolorierten Tafeln,
£&deutschem und lateinischem Text.
Im Erscheinen: Vol. XXIV, bearbeitet von Dr. Günther Ritter Beck von Mannagetta, Prag-
Köhlers Medizinalpflanzen.
Atlas zur Pharmacopoea Germanica, Austriaca, Belgica, Danica, Helvetica, Hungarica, Rossica,
Suecica, Neerlandica, British Pharmacopoeia, zum Codex medicamentarius, sowie zur Pharma-
copoeia of the United States of Amerika.
Zwei starke Quartbände mit 203 feinen Farbentafeln und über 700 Seiten Text.
Subskriptionspreis: brosch. 52 M., in 2 eleg. Halbjuchtenbänden solid gebunden 68 M.
—— Neue Erscheinung 1898/99 Band IIl: Ergänzungsband. —
Subskriptionspreis: broschiert 20 M., gebunden in Original-Halbjuchten 25 M.
Mit 80 Tafeln und Text von 'Dr. M. Vogtherr und Dr. C. Gürke in Berlin.
Komplett Band I-UHI gebunden 88 M.
Jubiläums-Ausgabe Die Orchidäcsan ©
Be BE een Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und
Flora von Deutschland etc. der Schweiz. |
1892. Einzige vollständige Flora : Herausgegeben von Max Schulze.
Mitteleuropas mit kolorierten Abbildungen, 2 £ R £
enthaltend 8374 Textseiten u. 3368 Farben. Mit 93 farbigen Tafeln und einem Stahlstich-
tafeln mit über 10000 Nebenfiguren. Porträt von H. G. Reichenbach.
31 Bände. Broschiert 233 M., in Original- Lexikonformat.
Halbfranzband gebunden 269.60 M. Brosch. 6 M., Leinenband 7.50 M.
2 Prof. Dr. H. Karsten’s
= Flora von Deutschland etc. —&
Zweite vermehrte und verbesserte Auflage.
90 Bogen in Lex.-8°, mit Abbildungen von über 1500 Pflanzenarten in Holzschnitt.
Zwei Bände broschiert 20 M., in Halbfranzbände gebunden 24 M.
[71 =
Deutschlands Lützow, Die Laubmoose
wichtigste Giftgewächse Norddeutschlands.
in Wort und Bild Leichtfassliche Anleitung zum Erkennen und
nebst einer Abhandlung über Pflanzengifte Bestimmen der in Norddeutschland wachsenden
für den Schulgebrauch und Selbstunterricht, Laubmoose.
bearbeitet von Richard Schimpiky. 220 Seiten Text, 127 Abbildungen.
—— Broschiert 2.25 M., gebunden 2.75 M. — Brosch. 3 M., geb. 4 M.
Prof.’Dr. A. Hanken, ' Unsere Heilpflanzen
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Ihr Nutzen und ihre Anwendung in Haus und
Ein Leitfaden und Repetitorium für er gone suL a
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Studium und Praxis. | von R. mp it Ti
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Nur gebunden Mark 4.—. . Fungen 50 Pt.
Kürzestes und wichtigstes Drogenbuch zur Vor- Band I eleg. gebunden 6.50 M.
bereitung für das pharmazeutische Staatsexamen. a5: IR * 3.507,
Kgl. Kultusministerium in Stuttgart
laut folgendem Schreiben im Auszuge:
Die Ministerial- Abteilung hat mit regstem Interesse von dem Werke
Einsicht genommen und hat sich hierbei davon überzeugt, dass die Vor-
züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl-
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem trefflichen
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
gung erteilen, |
Stuttgart, den ı7. April 1889.
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Regierungs- - - Empfehlungen.
Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Realschulen.
Rommel.
Grossh. Ministerium in Darmstadt.
Grossh. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
Herzogl. Staatsministerium in Meiningen. =
Herzogl. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg,
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen,
Reichslande Elsass-Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern,
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin,
K. u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890,
Die BASED; Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, ‘dass das Werk Prof. Dr. Thome&’s „Flora von Deutschland,
Oesterreich-Ungarn und der Schweiz“ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterrichtt vom 22. Dezember v. ].,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren »Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
Der Legations-Sekretair.
(gez.) v. Velies. |
Buchdruckerei Ramm & Seemann, Leipzig.
Flieferung 30. 0 u... 000 Preis ä Mk. 1.25.
Floravondeutschland |
Oesterreich und der Schweiz
in Wort und Bild.
Mit 616 Pflanzentafeln in Farbendruck und ca. 100 Bogen Text.
Beschrieben sind etwas über
5 400 Arten, Abarten und 169 Pflanzen auf 616 Tafeln
Bastarde; abgebildet mit 5050 Einzelbildern.
Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage
gänzlich neu bearbeitet.
Vollständig in 56 Lieferungen & 2 Bogen Text und 11 Tafeln & 1.25 M.
oder nach Erscheinen in 4 Bänden.
Alle Rechte vorbehalten.
17 Regierungs - Empiehlungen. 1
———
Ausgezeichnet mit der \
Goldenen Medaille
auf der
Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Köln 1888
der einzigen für die Fachliteratur daselbst.
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Vom Königl. Preuss. Ministerium als hervorragendes Unterrichtsmittel
ausgestellt auf der Weltausstellung in Chicago 1893.
1904
Friedrich von Zezschwitz
Botanischer Verlag „Flora von Deutschland“
Gera, Reuss j.L.
Ds erste Auflage des sosehrbeliebten Werkes, von derFachpresseallgemein |
anerkannt und empfohlen, ist vergriffen. Diese Flora ist ein Bedürfnis,
dafür spricht eine Verbreitung von über 5000 Exemplaren in und ausser-
halb Europas. Eine 2. Auflage ist mit dieser Ausgabe begonnen. Um
das Werk auf der Höhe der Zeit zu erhalten, musste die zweite Auflage
gänzlich neu bearbeitet werden, indem fürs Erste eine peinlichere
korrekte Wiedergabe der Natur in den Pflanzentafeln geboten war, verbunden
mit Streichung des Ballastes, bezw. Erweiterung und Vervollständigung des |
Textes. Die Tafeln wurden daher ganz neu gezeichnet und koloriert und |
der Text bei Wahrung des alten Zweckes neu von Dr. Thome durch-
gearbeitet. |
Durch die ganz besonders für sich erscheinende Ergänzung des
Werkes— die Kryptogamen — Bd. V—VII (apart käuflich) von denen
sich nur die Farne in Bd. I befinden, ist eine Flora im Entstehen, die
unübertroffen dastehen wird, sowohl an Vollständigkeit in diesem Umfang
und korrekter Wiedergabe der Natur.
Wie die ersten 4 Bände zahlreiche Auszeichnungen erfahren haben,
so wurde auch die Kryptogamen-Flora, bearbeitet von Prof. Dr. Migula,
bereits -nach der 5. Lieferung mit der Medaille der Acad&mie inter-
nationale de g&ographie botanique ausgezeichnet.
Die 2. Auflage von Band I—IV von
Dir. Prof. Dr, Thome’s
Flora von Deutschland
Oesterreich und der Schweiz,
vollständig. in 56 Lieferungen mit je IT mustergültigen. Farbendrucktafeln,
werde ich weiteren Kreisen durch eine
Lieferungs - Ausgabe
Alle 14 Tage
ein Heft mit ıı Tafeln und 2. Bogen Text zum Preise von ı.25 M.
zugängig machen, und verpflichtet die Abnahme der ersten Lieferung
zur Abnahme des ganzen Werkes.
i Die Verlagsbuchhandlung
Gera, Reuss j.L. „Flora von Deutschland“
Friedrich von Zezsch witz.
Bitte besonders die Umschlagseiten 3 und 4 auch beachten zu wollen.
Dir. Prof. Dr. Thome’s
Flora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz.
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Band V, VI und VII: Kryptogamen-Flora, Moose, Zen Flechten und Pilze.
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Ca. 15000 Arten und ebensoviele Varietäten, vollständig in drei
Bänden (V, VI und VII) oder ca. 40—45 Lieferungen mit ca. 90 Bogen Text und ca. 320 kolo-
rierten und schwarzlithographierten Tafeln.
Jede Lieferung 2 Bogen Text und 6—8 Tafeln. Subskriptionspreis a 1.— Mk.
Richnbach, Hofrat Dr. H. 6. L. et fil. Prof. Dr. 6.
Icones Florae Germanicae et Helveticae
simul Pedemontanae, Istriacae, Dalmaticae, Hungaricae, Transylvanicae, Borussicae,
Holsaticae, Belgicae, Hollandicae ergo mediae Europae etc.
Vol. I-XXIII 4%-Ausgabe mit ganzkolorierten Tafeln,
deutschem und lateinischem Text.
im Erscheinen: Vol. XXIV, bearbeitet von Dr. Günther Ritter Beck von Mannagetta, Prag-
Köhlers Medizinalpflanzen.
Atlas zur Pharmacopoea Germanica, Austriaca, Belgica, Danica, Helvetica, Hungarica, Rossica,
Sueeica, Neerlandica, British Pharmacopoeia, zum Oodex medicamentarius, sowie zur Pharma-
copoeia of the United States of Amerika.
Zwei starke Quartbände mit 203 feinen Farbentafeln und über 700 Seiten Text.
Subskriptionspreis: brosch. 52 M., in 2 eleg. Halbjuchtenbänden solid gebunden 63 M.
—— Neue Erscheinung 1898/99 Band III. Ergänzungsband. —
Subskriptionspreis: broschiert 20 M., gebunden in Original-Halbjuchten 25 M.
Mit 80 Tafeln und Text von Dr. M. Vogtherr und Dr. ©. Gürke in Berlin.
Komplett Band I-III gebunden 88 M.
| Jubiläums-Ausgabe Die Orchidäaceen
BER IS ERTL LELENNRI-BERERE SEHEN Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und
Flora von Deutschland etc. der Schweiz.
1892. Einzige vollständige Flora Herausgegeben von Max Schulze.
ae a El er ne Mit 93 farbigen Tafeln und einem Stahlstich-
tafeln mit über 10000 Nebenfiguren. Porträt von H. G. Reichenbach.
81 Bände, "Broschiert.253 M., In Original. Lexikonformat,
Halbfranzband gebunden 269.60 Brosch. 6 M., Leinenband 7.50 M.
Prof. Dr. H. Karsten’s
= Flora von Deutschland etc.
Zweite vermehrte und verbesserte Auflage.
90 Bogen in Lex. -80, mi mit Abbildungen von über 1300 Pflanzenarten in Holzschnitt.
Zwei Bände broschiert 20 M., in Halbfranzbände gebunden 24 M.
Deutschlands | Lützow, Die Laubmoose
wichtigste Giftgewächse Norddeutschlands.
in Wort und Bild Leichtfassliche Anleitung zum Erkennen und
nebst einer Abhandlung über Pflanzengifte Bestimmen der inNorddeutschland wachsenden
für den Schulgebrauch und Selbstunterricht, Laubmoose.
bearbeitet von Richard Schimpiky. 220 Seiten Text, 127 Abbildungen.
—— Broschiert 2.25 M., gebunden 2.75 M. — Brosch. 3 M., geb. 4 M.
Prof. Dr. ‘A, Hansen, ' Unsere Heilpilanzen
ey Drogenkunde. RO in Wort und Bild für jedermann.
Ihr Nutzen und ihre Anwendung in Haus und
Ein Leitfaden und Repetitorium für Familie, mit schlichtem Text, aber auf wissen-
Studi d Praxis | schaftlichen Gr undlagen beruhend,
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Nur gebunden Mark 4.—. rungen ä 50 Pt.
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Kgl. Kultusministerium in Stuttgart
laut folgenden Schreiben im Auszuge:
Die Ministerial- Abteilung hat mit regstem Interesse von dem Werke
Einsicht genommen und hat sich hierbei davon überzeugt, dass die Vor-
züge, welche von allen Seiten an demselben gerühmt werden, die fein
ausgeführten und höchst naturgetreu kolorierten Abbildungen, die zahl-
reichen und wertvollen Detailzeichnungen einzelner Organe, die Klarheit
und Schärfe der Darstellung im beschreibenden Teile diesem _trefflichen
Werke mit Recht zuerkannt werden, sie wird daher Anträgen auf An-
schaffung desselben, welche seitens der Vorstände und Lehrerkonvente
der ihr unterstellten Lehranstalten an sie gelangen, gerne ihre Genehmi-
gung erteilen,
Stuttgart, den ı7. April 1889.
Sekretariat der K. Kultusministerial- Abteil. für Gelehrten- u. Realschulen.
Rommel.
Grossh. Ministerium in Darmstadt.
Grossh. Sächs. Staatsministerium in Weimar.
.Herzogl. Staatsministerium in Meiningen.
Herzog]. Sächs. Staatsministerium in Gotha,
Herzogl. Ministerium in Braunschweig.
Herzogl. Sächs. Ministerium in Altenburg.
Fürstl. Reuss. Pl. Consistorium in Greiz.
Fürstl. Schwarzburg. Ministerium in Rudolstadt.
Fürstl. Regierung Waldeck-Pyrmont in Arolsen.
Reichslande Elsass-Lothringen.
Schweizerischer Bundesrat in Bern.
Senat der Freien Stadt Bremen.
Königl. Prov.-Schul-Collegium in Münster.
Grossh. Oberschulrat in Karlsruhe.
Kgl. Prov.-Schul-Collegium von Pommern in Stettin,
K. u. K. Ungar. Gesandtschaft.
Dresden, den 3. Januar 1890.
Die verehrl. Verlagsfirma in Gera
beehre ich mich infolge erhaltenen Auftrags ergebenst davon in Kenntnis
zu setzen, dass das Werk Prof. Dr. Thome s „Flora von Deutschland,
Oesterreich - Ungarn und der Schweiz“ mit Erlass des Königl. ungar.
Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 22. Dezember v. ].,
No. 40,088, zur Anschaffung für die Professoren -Bibliotheken, der Mittel-
schulen und der denselben gleichgestellten Lehranstalten des Königreichs
Ungarn empfohlen worden ist.
Für den K. und K. Gesandten:
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Buchdruckerei Ramm & Seemann, Lane Se
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New York Botanical Garden Library
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